DE2803480C2 - Verfahren und Anordnung zur Messung der physikalischen Objekttemperatur mittels Mikrowellen - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Messung der physikalischen Objekttemperatur mittels MikrowellenInfo
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Description
3. Verfahren zur Messung der physikalischen Temperatur von Objekten mittels Mikrowellen unter Verwendung
eines Dicke-Radiometers, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rauschsignal gleichzeitig mit synchron
modulierter Amplitude einem Umschalter zugeführt wird, der periodisch und abwechselnd eine auf
das Objekt gerichtete Antenne (Zustand i) und einen Vergleichsreflektor (Zustand 2) mit dem Radiometer
verbindet, dessen integriertes Ausgangssignal die Rauschleistung steuert und der Objekttemperatur proportional
ist, wobei zur Synchronmodulation das Rauschsignal während des 2. Zustandes abgeschwächt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß durch zusätzliche Amplitudenmodulation
des Rauschsignales und ständige Messung des am Ausgang des Radiometers vorhandenen Modulationssignales
gleichzeitig und kontinuierlich die Emissivität des Meßobjektes festgestellt wird.
5. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine
steuerbare Rauschquelle (9) enthält, deren erster Ausgang über einen ersten veränderbaren Abschwächer
(10) und einen Richtungskoppler (13) mit einer auf das Objekt gerichteten Antenne (4) verbunden ist, und
deren zweiter Ausgang über einen zweiten veränderbaren Abschwächer (11) mit einer ersten Eingangsklemme eines Umschalters (2) verbunden ist, dessen zweite Einfcangsklemme mit dem zweiten Ausgang des
Richtungskoppler (13) verbunden ist, und dessen von einem Taktgenerator abwechselnd auf die Eingangsklemme geschaltete Ausgangsklemme am Eingang eines Radiometers (8) liegt, dessen Ausgang über einen
Integrator (14) am Steuereingang der Rauschquelle (9) liegt und dieser Verbindung ein der Objekttemperatur
entsprechendes Signal entnehmbar ist (Fig. 5).
6. Anordnung zur Durchführung des Verfahens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine
steuerbare Rauschquelle (9) vorgesehen ist, deren erster Ausgang über einen ersten veränderbaren
Abschwächer (10) und einen ersten Richtungskoppler (12) mit einem Vergleichsreflektor verbunden ist, und
deren zweiter Ausgang über einen zweiten veränderbaren Abschwächer (11) und über einen zweiten Richtungskoppler
(13) mit einer auf das Objekt gerichteten Antenne verbunden ist, daß die /weiten Ausgänge der
Richtungskoppler (12,13) mit den Eingangsklcmmen eines von einem Taktgenerator gesteuerten Umschalters
(2) verbunden sind, dessen Ausgangsklemme am Eingang eines Radiometers (8) liegt, dessen Ausgang
über einen Integrator (14) mit dem Steuereingang der Rauschquellc (9) verbunden ist und dieser Leistung
f, 40 ein der Objekttemperatur entsprechendes Signal entnehmbar ist (Fig. 6).
\ 7. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine
steuerbare Rauschquelle (9) über einen geschalteten Abschwächer (10') und einen Richtungskoppler (13)
^ mit der Ausgangsklemme eines Umschalters (2) verbunden ist, dessen erste Eingangsklemme mit der
'"''ι Antenne (4) und dessen zweite Eingangsklemme mit einem Vergleichsreflektor verbunden sind, daß der
, ν 45 zweite Ausgang des Richtungskoppler am Eingang eines Radiometers (8) liegt, dessen Ausgang über einen
< f Integrator (14) mit dem Eingang der Rauschquelle (9) verbunden ist, an dessen Klemme in dieser Verbindung
ein der Objekttemperatur entsprechendes Signal entnehmbar ist, und daß Mittel zur synchronen Steuerung
von Abschwächer (10') und Umschalter (2) vorgesehen sind.
8. Anordnung zur Durchführung der Verfahren nach Anspruch 4, unter Verwendung einer Anordnung
nach einem der Ansprüche 5 bis 7, gekennzeichnet durch einen NF-Oszillator (21), der über ein Summierglied
(22) an den Steuereingang der Rauschquellc angeschlossen und mit dem Steucreingang eines weiteren
Synchron-Detektors (23) verbunden ist, dessen Meßeingang am Ausgang des Radiometers (8) liegt und dest
sen Ausgangsspannung der Emissivität des Objektes entspricht (Fig. 12).
t 9. Anordnung nach einem der Ansprüche 5,6,7,8, dadurch gekennzeichnet, daß als Richtungskoppler ein
*< 55 Zirkulator (16) oder ein Leitungskoppler (17) mit einem Isolator (15) verwendet ist (Fig. 8).
Die Erfingung betrifft ein Verfahren zur Messung der physikalischen Temperatur von Objekten mittels Mikrowellen
unter Verwendung eines Dicke-Radiometers, sowie eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.
Aus der Astrophysik und der Geophysik ist es bekannt, die Strahlungstcmperatur Tx von Sternen oder irdischen
Objekten im Frequenzbereich der Mikrowellen zu messen.
Die hierzu verwendeten Radiometer (Dicke Radiometer und abgeleitete Verfahren in R. II. Dicke »The
Measurement of Thermal Radiation at Microwave Frequencies«, Rev. Sei. Instrum., VoI 17, pp 268-275, July
1946; und »Microwave Radiometry«, Manual οΓ Remote Sensing, American Society of Photogrammetry, Falls
Church, Va., 1975, Part I, Chapt. 9, pp 499-527) empfangen eine vom Objekt ausgsandte thermische Mikrowellenleistung,
die nach der Nyquist-Formel der Strahlungstemperatur 7y direkt proportional ist. Die Strahlungs-
temperatur Ts ist gegeben durch das Produkt aus Emissivität E und Objekttemperatur T0
T5- E- T0 (1)
In jüngster Zeit wird diese Methode der Temperaturmessung auch im technischen und medizinir.chen Bereich s
angewandt, wobei jedoch das Ziel der Messung in der Regel die physikalische Objekttemperatur T0 selbst, nicht
dagegen die Strahlungstemperatur 7^ist. Die genaue Bestimmung der Objekttemperatur romit herkömmlichen
Radiometern ist unmöglich, wenn
a) die Emissivität des Objektes nicht genau bekannt ist, oder
b) die Emissivität des Objektes sich während der Messung in unbekannter Weise ändert, oder
c) die Emissivität sich zwischen den Messungen an einzelnen Individuen einer Gruppe von Objekten in unbekannter
Weise ändert.
Fig. 1 zeigt die Emissivität eines 3-Schichtcn-Modclls der Oberfläche des menschlichen Körpers bei 3 GHz
und 10 GHz als Funktion von Haut· und Fettschichtdicke (H. P. Schwan, K. Li: »Hazards due to total body irradiation
by Radar«, Proc. of IRE, Nov. 1956, pp 1572-1581). So kann bei 3 GHz und einer Hautdicke «/„von
2 mm die Emissivität £je nach Dicke der Fettschicht dF zwischen 60% und 30% betragen. Die Parameter Hautdicke
</wund Fettschichtdicke dr sind bei nichtinvasiver Messung im allgemeinen unbekannt.
Das üblicherweise verwendete Dicke-Radiometer nach Fig. 2 besteht aus einem hochempfindlichen Mikrowellenempfänger
1, dessen Eingang über einen Schalter 2 periodisch zwischen einer auf ein Objekt 5 mit einer
Temperatur T0 gerichteten Empfangsantenne 4 mit der Strahlungstemperatur T6 und einer Vergleichsquelle 3
mit der Temperatur 7* umgeschaltet wird. Ein Synchrondetektor 7, der wie der Schalter 2 von einem Taktgenerator
6 gesteuert wird, liefert dann eine Gleichspannung, die der Differenz beider Temperaturen proportional ist:
Δ T= Ta- TR (2)
Die bekannten abgeleiteten Nullverfahren (z. B. »Microwave Radiometry«, Manual of Remote Sensing, American
Society of Photogrammetry, Falls Church, Va., 1975, Part I, Chapt. 9, pp 499-527) nach den Fig. 3 und 4,
addieren entweder auf den Eingang mit einem Rieht! oppler 13 in Richtung Radiometer elektronisches Rauschen,
beschrieben durch die Temperatur 7^(Fig. 3), oder verwenden als Vergleichsquelle eine steuerbare
Rauschquelle Tn(Fig. 4). Ein Integralregler stellt in jedem Fall die geeichte variable Rauschquelle so ein, daß
AT=O wird.
Bei der Anordnung nach F i g. 3 wird ein Dicke-Radiometer 8 mittels des Schalters 2 abwechselnd an die auf
ein (nicht dagestelltes) Objekt gerichtete Antenne 4 und an die Temperaturvergleichsquelle 3 gelegt. Der Ausgang
des Radiometers 8 ist mit dem Eingang einer steuerbaren Rauschquelle t verbunden, deren Rauschen Γ*
über einen Richtkoppler 13 eingekoppelt wird. Demgegenüber ist bei der Anordnung nach F i g. 4 die Vergleichsquelle
durch eine steuerbare Rauschquelle 9 ersetzt.
Diesen und allen anderen bisher publizierten Radiometersystemen ist gemeinsam, daß selbst bei Annahme
idealer Bauelemente bei der Temperaturmessung im einfachsten Fall eines Objektes, das die Antennencharakteristik
voll ausfüllt und eine konstante Temperatur hat, der ermittelte Meßwert einen Absolutfehler F(T) aufweist
(Differenz zwischen Meßwert und Objekttemperatur 7Ό), gegeben durch die Gleichung:
F(O = R (Tk-T0) (3)
Dabei sind R der Leistungsreflexionsfaktor an der Antenne und TK ein Maß Tür die sich im Radiometer 8 in
Richtung auf die Antenne 4 ausbreitende thermische Strahlung.
Zwischen der Objektemissivität E und dem Reflexionsfaktor R besteht hier der Zusammenhang
Zwischen der Objektemissivität E und dem Reflexionsfaktor R besteht hier der Zusammenhang
50 E + R - 1 (4)
Die Leistungsreflexion R ist die in der Mikrowellentechnik gebräuchlichere Größe. Sie beschreibt die Fehlanpassung
der Antenne an das Objekt.
Bei dem eingangs genannten Beispiel aus der medizinischen Anwendung kann R je nach Patient zwischen 40%
und 70% variieren. Das bedeutet bei T11 - 25° C, T0 = 37° C, also einer Temperaturdifferenz von 12° C, einen
Meßfehler zwischen 4,8° C und 8,4° C, der um Größenordnungen über die angestrebte Genauigkeit von 0,1° C
hinausgeht.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung der eingangs
genannten Art zu schäften, bei denen der genannte Fehler nicht auftritt.
Wie aus Gleichung (3) hervorgeht, kann der systematische Meßfehler F(T) unabhängig vom Reflexionsfaktor
R dadurch beseitigt werden, daß TE- T0-O eingestellt wird, d. h. wenn im verallgemeinerten Sinn Radiometer
und Objekt isotherm sind, oder genauer: wenn die StrahlungseinfVissc vom Objekt zur Antenne und vom Radiometer
zur Antenne gleich groß sind.
Demzufolge besteht eine erste erfindungsgemäße Lösung der genannten Aufgabe darin, daß ein Rauschsignal
gleichzeitig ständig einer au! das Objekt gerichteten Antenne und periodisch und abwechselnd mit dem Antennensignal
(reflektiertes Rauschen plus Objektemission) dem Radiometer zugeführt wird, dessen intergriertes
Ausgangssignal die Rauschleistung steuert und der Objekttemperatur proportional ist.
Eine zweite erfindungsgemäBe Lösung besteht darin, daß ein Rauschsignal gleichzeitig und ständig einer auf
das Objekt gerichteten Antenne und einem Vergleichsreflektor (offene Leitung, Kurzschluß oder rein reaktiver
Abschluß) zugeführt wird und die Teilsignale periodisch und abwechselnd auf das Radiometer gelangen, dessen
s integriertes Ausgangssignal die Rauschleistung steuert und der Objekttemperatur proportional ist.
Diese selbstabgleichenden Nullverfahren stellen das Strahlungsgleichgewicht her, ohne die physikalische
Temperatur des Radiometers selbst zu ändern, indem die erforderliche Rauschtemperatur T'E des in Richtung
zur Antenne fließenden Strahlungsstromes und eine Vcrgleichsrauschtemperatur (ebenfalls T'£ durch Einkopplung
zusätzlichen elektronischen Rauschens entsprechend eingestellt werden, um so die notwendige erhöhte
ίο Radiometertemperatur T'E= T0 zu simulieren.
Fig. 7 eine weitere mögliche Anordnung,
Fig. 8 verschieden Arten geeigneter Koppler,
Fig. 8 verschieden Arten geeigneter Koppler,
Fig. 10 ein Diagramm, darstellend die mit einer Anordnung nach Fig. 5 erzielte Verbesserung der Meßgenauigkeit,
und
Fig. 11 ein Ersatzschaltbild.
Fi g. 12 die erfindungsgemäße Anordnung mit einer Vorrichtung zur Ermittlung des Emissivität des Objektes.
Fi g. 12 die erfindungsgemäße Anordnung mit einer Vorrichtung zur Ermittlung des Emissivität des Objektes.
Bei einer ersten Anordnung nach F i g. 5 gelangt das Ausgangssignal einer steuerbaren Rauschqucllc 9 einmal
über einen einstellbaren Abschwächer 10 und einen Richtungskoppler 13 auf eine Antenne 4, die auf ein nicht
dargestelltes Objekt, dessen Temperatur gemessen werden soll, gerichtet ist, und zum anderen gleichzeitig über
einen zweiten einstellbaren Abschwächer 11 auf einen Kontakt eines Schalters 2, dessen anderem Kontakt die
von dem Objekt über die Antenne 4 reflektierte Leistung zusammen mit der vom Objekt selbst emittierten Leistung
zugeführt wird. Dieser Schalter 2 wird in bekannter Weise (F i g. 2) durch einen im Radiometer 8enthaltenen
Taktgenerator periodisch umgeschaltet. Das Ausgangssignal des Radiometers 8gelangt über einen Integrator
14 auf eine Ausgangsklemme, deren Spannung {/„der Objekttemperatur entspricht und zugleich zur Steuerung
der Rauschquelle 9 dient.
Eine zweite Anordnung nach Fig. 6 enthält ebenfalls die steuerbare Rauschquelle 9, deren Ausgangssignal
wiederum über zwei einstellbare Abschwächer 10 und 11 auf je einen Richtungskoppler 12 bzw. 13 arbeitet,
deren einer, 12, mit einem Vergleichsreflektor verbunden ist, während der andere, 13, mit der Antenne 4 verbunden
ist. Die von dem Vergleichsreflektor und dem Objekt reflektierten Tcilsignale sowie das vom Objekt emittierte
Signal gelangen wieder auf den Umschalter 2, der, periodisch gesteuert, diese Teilsignale abwechselnd
dem Radiometer 8 zuführt, dessen Ausgang wiederum über den Integrator 14 die Rauschquelle 9 steuert, wobei
das Ausgangssignal des Integrators 9 der Objekttemperatur entspricht.
Der Meßbereich der Anordnungen erstreckt sich von der minimalen Empfängercingangstemperatur TE
(gleich der physikalischen Temperatur der Abschwächer 10,11 und Koppler 12,13) bis zu der mit dem Zusatzrauschen
von der Rauschquelle 9 einstellbaren maximalen Rauschtemperatur TE. Als Quelle stehen Halbleiterdioden
mit Rauschtemperaturen in der Größenordnung 106K zur Verfügung. Mit dem Abschwächer U wird der
erforderliche Meßbereich eingestellt:
z. B. 50 dB Abschwächung *■ ίο ~5 für einen 10°-Meßbereich
30 dB Abschwächung δ. ίο ' für einen 1000°-Meßbereich.
Der Abschwächer 10 wird so eingestellt, daß bei Totalreflexion an der Antenne 4 die aus den Abschwächern
10, 11, den Kopplern 12, 13, dem Schalter 2 sowie der Antenne und dem Vergleichsreflektor bestehende
Brückenanordnung bezüglich des Zusatzrauschens aus der Rauschquelle 9 abgeglichen ist.
Eine Abwandlung nach Fig. 7, die im wesentlichen die gleichen Bauteile enthält wie die Anordnungen nach
den Fig. 5 und 6, setzt die Verwendung idealer Bauelemente voraus.
Bie diesen drei Anordnungen werden die besten Ergebnisse dann erzielt, wenn als Richtungskoppler 13 entweder
ein Zirkulator 16 oder eine Kombination aus Leitungskoppler 17 mit einem Isolator 15 nach Fig. 8 verwendet
wird.
sehen dem Integrator 14 und der Rauschquelle 9 geschaltetes Summierglied 22, durch einen das Summierglied
22 ansteuernden NF-Oszillator 21 und durch einen vom Radiometer 8 und vom NF-Oszil!ator 21 angesteuerten
Im Summierglied 22 wird aus dem vom NF-Oszillator 21 gelieferten NF-Signal und aus dem vom Integrator
gelieferten Steuersignal ein Summensignal gebildet, das die Rauschquelle 9 derart steuert, daß die Amplitude
des von der Rauschquelle 9 erzeugten Rauschsignales im Takt des NF-Signales moduliert wird. Das Rauschsignal
weist somit eine Gleich- und eine Wechselkomponente auf.
Das Rauschsignal wird über den Abschwächer 10 und den Richtungskoppler 13 der Antenne 4 zugeführt, die
das Objekt anstrahlt.
Das vom Objekt ausgehende und von der Antenne 4 empfangene Meßsignal weist eine Gleichkomponente,
die sich aus der Wärmestrahlung des Objektes und dem am Objekt reflektierten Gleichanteil des Rauschsignales
zusammensetzt, und eine Wcchselkomponente auf, die dem am Objekt reflektierten Anteil der Wechselkomponente des Rauschsignals entspricht.
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Über den Schalter 2 wird abwechselnd das MeUsignal und das von der Raüschquelle 9 über den Abschwächer
Il gelieferte Rauschsignal dem Radiometer 8 zugeführt, der das McBsignal vom Rauschsignal subtrahiert. Das
sich daraus ergebende Modulationssignal weist eine deich- bzw. eine Wechselkomponente auf, die sich aus der
Differenz der deich- bzw. Wechselkomponenten des Rausch- und des Meßsignals ergibt.
Solange die Amplituden des Rauschsignals und des Meßsignals verschiedene Werte haben, hat auch die
Amplitude des Modulaüonssignales einen von Null abweichenden Wert, und das Modulationssignal verändert
über den Integrator 14 die Amplitude des von der Rauschquelle 9 erzeugten Rauschcignals.
Sind die Gleichkomponenten von Rausch- und Meßsignal gleich groß, wird die Gleichkomponente des Modulationssignals
gleich 0, und der Wert des vom Integrator 14 erzeugten Steuersignals bleibt konstant. Dieser Wert
entspricht der Temperatur des Objektes.
Der Wechselanteil des Modulationssignals hat keinen Einfluß auf den Wert des Steuersignals und entspricht
dem vom Objekt absorbierten Wechselanteil des Rauschsignals. Da das Absorptionsvermögen und das
Emissionsvermögen des Objektes gleich sind, ist somit die im Synchrondetektor 23 aus dem Modulationssignal
und dem NF-Signal ermittelte Amplitude des Wechselanteiles des Modulationssignals ein Maß fur die Emissivität
des Objektes.
üie wichtigsten, noch verbleibenden Fehierquciien (in diesem Sinn Fehier zweiter Ordnung) bestehen in:
1. Transmissionsverlusten zwischen Antenne und Radiometer:
a) Antennenvcrlusten
b) Verlusten im Verbindungskabel zwischen Antenne und Schalter,
c) Verlusten im Schalter,
2. Mehrfachreflexionen zwischen Antenne und Schalter,
3. Überlagerung der radiometerseitigen Reflexion von Rauschenergie im »Eirw-ZusUnd mit den Reflexionen
an der Antenne (betrifft nur die Anordnung nach Fig. 7),
4. unsymmetrischem Schalterbetrieb, abwechselnd als Transmissions- und Reflexionsglied mit Transmission
r<l und Reflexion Rs< 1 (betrifft nur Anordnung nach F ig. 7, r- Transmissionskoeffizient des Schalters
im »Ein«-Zustand, Rs: ReflexionskoefTizient des Schalters im »Aus«-Zustand),
5. Eigenemission der passiven Bauelemente (Zirkulator, Koppler, Abschwächer, Leitungen). Dieser Fehler
entfällt, wenn sich alle Bauelemente auf gleicher physikalischer Temperatur befinden,
6. Eigenemission eines z. B. als Schalter 2 verwendeten PIN-Dioden-Schalters
a) aufgrund der durch den notwendigen Steuerstrom erhöhten Diodentemperatur. Dieser Fehler entfällt
bei symmetrischer Belastung der Schaltereingänge wie in den Anordnungen nach Fig. 5 und 6, nicht
dagegen bei unsymmetrischem Schalterbetrieb nach F i g. 7. Hier hängt die Eigenemission des Schalters
in das Radiometer von der Reflexion R an der Antenne ab.
b) scheinbare Eigenemission aufgrund des Mikrowellenspektralanteiles des Diodensteuerstromes. Diese
wird beseitigt durch abwechselnde getrennte Ansteuerung der beiden PIN-Dioden mit einem Steuerstrom
gleicher Polarität.
ΛΤο~ΔΤ» = _JL_ mit y - —£- (\-4-)- <5>
A T0 1 + γ ' 1 - R \ RsJ
Dieser Fehler verschwindet bei beliebigem R nur für den Sonderfall i2 - Rs. Im allgemeinen wird
jedoch r2 < Rs sein.
mit R - 0,5 folgt:
Δ T0 - A Tn = 9% -
Δ T0
oder F(T) = A T0-A Tn = 1,1° C bei A Tp = 12° C.
lustc die entsprechende gesamte Transmission ι noch kleiner, der Fehler noch größer. Dieser Fehler kann
daduch beseitigt werden, daß zwischen Richtungskoppler 13 (F i g. 9) und steuerbarer Rauschquelle 9 ein
synchron mit dem Schalter 2 umschaltbarer Abschwächer 10' eingefügt ist, der durch geringe Abschwächung
im »Ein«-Zustand die Transmissionsverluste des elektronischen Rauschens bis zur Antenne kompensiert.
Auf diese Weise wird mit dieser Anordnung auch mit nicht-idealen Bauelementen das erforderliehe
Strahlungsgleichgewicht an der Schnittstelle Antenne/Objekt möglich. Die übrigen genannten
Fehlerquellen bleiben jedoch bestehen. Die Anordnungen nach den F i g. 5 und 6 erreichen von vornherein
eine höhere Meßgenauigkeit, da
1. die Transmissionsverluste zwischen Antenne 4 und Radiometer 8 auf einfache Weise durch entsprechende
Einstellung des zum Koppler 13 führenden variablen Abschwächers IO kompensiert werden.
2. Mehrfachreflexionen zwischen Antenne 4 und Schalter 2 entfallen wegen der nichtreziproken Eigenschaft
des dazwischen eingesetzten Kopplers 13 (Zirkulator oder Leitungskoppler plus Isolator).
Die Fehlerquellen 3,4 und 6anach Seite 13/14 entfallen Tür diese Anordnung von vornherein. Die Fehlerquellen
5 und 6b können, wie bereits oben beschrieben, genügend klein gehalten werden. Die Anordnungen nach
den Fig. S und 6 realisieren Nullverfahren. In einem verallgemeinerten Sinn wären sie als »isotherme Radiometer«
zu bezeichnen, im Gegensatz zu herkömmlichen, nichtisothermen Radiometerverfahren, die das Strahlungsgleichgewicht
an der Antenne weder anwenden noch ausnutzen.
Fig. 10 zeigt die erreichte Verbesserung der Meßgenauigkeit durch einen Aufbau nach Fig. S im Vergleich
mit einem Radiometer des nichtisothermen Typs.
Dabei handelt es sich in beiden Fällen um dasselbe Gerät 8, das jedoch zwischen der Arbeitsweise ais kompensierendes
»isothermes« Nullverfahren »C« und als herkömmliches Dicke-Radiometer »D« umgeschaltet
werden kann.
Das Meßobjekt 20 besteht hieraus einer physiologischen Salzlösung (H2O +0,9% NaCI) mit einer Temperatur
von 32° C bei einer Umgebungstemperatur von 24,4° C. Die Übertemperatur beträgt also 7,6° C. Zur Eichung
wird ein angepaßter Lastwiderstand 19, der sich auf gleicher Temperatur im Wasserbad 20 befindet, anstelle der
Antenne 4 verwendet. Auf diese Weise wird eine Emissivität von E = 1, also Ä=0, simuliert. In diesem Fall ergeben
beide Meßverfahren den gleichen Meßwert. Ein H-Band-Wellcnleiterftansch, gefüllt mit Aluminiumoxid,
wird in das Bad getaucht und dient als Antenne im 2 -2,5 GHz-Frequenzband. In dieser Zusammenstellung hat
das Meßobjekt eine Emissivität von etwa 0,63 (entsprechend einem Leistungsreflexionskoeffizienten von
R = 0,37). Dieser Wert kann weiter reduziert werden durch einen fehlanpassendcn Reflektor 18 geringer Emissivität
zwischen Antennenöffnung und Wasserbad (isotherme fchlangcpaßte S-Schichtcn-Struktur). In diesem
Fall beträgt die Emissivität dann nur noch E = 0,26 (R = 074).
Die Meßkurve zeigt die entsprechenden Fehler des Dicke-Radiometers (37% bzw. 74%), wohingegen das kompensierende
»isotherme« Radiometer innerhalb der statistischen Fluktuationen (in diesem Beispiel 3% oder
0,3 K) in allen drei Fällen den korrekten Temperaturwert anzeigt.
Zur Erklärung der der Erfindung zugrunde liegenden Idee sei das Radiometers' (Fi g. 11) durch einen Nennlastwiderstand
der Temperatur TE dargestellt, der mit dem Objekt verbunden ist. Antenne, Objekt und Umgebung
werden beschrieben durch ein Ein-Tor (Zweipol), das im folgenden zur Abkürzung einfach als Objekt
bezeichnet wird. Dieses Objekt mag von beliebiger innerer Beschaffenheit sein und demgemäß eine beliebige
Anzahl von unabhängigen inneren Quellen enthalten mit den jeweiligen Temperaturen Γ, ... 7J.
Die beiden Ein-Tore tauschen Strahlungsleistung aus entsprechend der Nyquist-Formel: P= KT- B (K:
ρ Boltzmann-Konstante, B: Breite des betrachteten Frequenzbandes, T: Temperatur).
$. summieren:
k 1= R+ LA1 (6)
% Die Koeffizienten sind Mittelwerte über die Meßbandbreite B. Γ symbolisiert in vereinfachter Weise die zur
|| Erfassung aller Volumenelemente verschiedener Temperatur oder Emissivität (unterschieden durch den Index
fl 50 0 notwendige Summation oder Integration. Eine mittlere Temperatur 7j des Objektes kann definiert werden
if durch lineare Überlagerung der einzelnen inneren Quellen:
M T3=LErT1 (7)
T5 = EGTo. Ec= ZE1 W
Unter der in der Praxis immer gerechtfertigten Annahme, daß für alle Einzelkomponenten des Objektes das
Reziprozitätsgesetz erfüllt ist, gilt:
und folglich:
1 - R = EG oder E0 + R - 1 (9)
Daher ist im allgemeinen die Gesamtemissivität E0 um den Betrag des Leistungsreflexionskoeffizienten R
kleiner als »eins«. Die vom Radiometer »gesehene« Eingangstemperatur T0 ergibt sich zu:
kleiner als »eins«. Die vom Radiometer »gesehene« Eingangstemperatur T0 ergibt sich zu:
Tc = Ts + R ■ TE (10)
Im Dicke-Radiometer und herkömmlichen abgeleiteten Verfahren ist die Radiometer- ode-· Vergleichstemperatur
TE = TR konstant und liegt nahe der Eingangstemperatur T0.
Im Spezialfall eines Objektes homogener Temperatur folgt für den systematischen Meßfehler des Dicke-Radiometers
aus obigen Gleichungen:
To-T0-R-CTe-T(J (H)
Bei nicht-homogener Temperaturverteilung im Objekt ist 7(,durch die »verfügbare« Temperatur (engl.: »available«
temperature) Tn, zu ersetzen:
Tm m IZLLL - 1±3-. (12)
Σ Ei
\ — K
Claims (2)
1. Verfahren zur Messung der physikalischen Temperatur von Objekten mittels Mikrowellen unter Verwendung
eines Dicke-Radiometers, dadurchgekennzeichnet, daßein Rauschsignal gleichzeitig stän-
dig einer auf das Objekt gerichteten Antenne und periodisch und abwechselnd mit dem Antennensign&l
(reflektiertes Rauschen plus Objektemission) dem Radiometer zugeführt wird, dessen integriertes Ausgangssignal
die Rauschleistung steuert und der Objekttemperatur proportional ist.
2. Verfahren zur Messung der physikalischen Temperatur von Objekten mittels Mikrowellen unter Verwendung
eines Dicke-Radiometers, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rauschsignal gleichzeitig und ständig
einer auf das Objekt gerichteten Antenne und einem Vergleichsreflektor (offene Leitung, Kurzschluß oder
rein reaktiver Abschluß) zugeführt wird und die Teilsignale periodisch und abwechselnd auf das Radiometer
gelangen, dessen integriertes Ausgangssignal die Rauschleistung steuert und der Objekttemperatur proportional
ist.
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