DE2656965B2 - Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für Fahrzeuge - Google Patents
Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für FahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien,
insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für Fahrzeuge, wobei zunächst die Halbhartfolie
geformt, dann etwa formschlüssig in eine ihren Konturen angepaßte Schäumformhälfte eingelegt, die
Schäumform geschlossen, die vorgeformte Halbhartfolie in der Schäumform hinterschäumt und dann das
fertige Formteil aus der Schäumform genommen wird.
Es ist bekannt, vorgeformte Kunststoff-Folien mit Kunststoffschaum zu hinterschäumen, um auf diese
Weise tragfähige Schaumkörper für vielfältige Anwendungsgebiete, sei es für Verkleidungen, Schall-, Kälte-,
Wärmeschutz od. dgl., zu erzielen. Besonders häufig werden solche Schaumkörper in Kraftfahrzeugen als
Wand- und Deckenverkleidungen und insbesondere auch als Armaturentafeln verwendet.
Zur Herstellung solcher Schaumkörper wird zunächst eine Halbhartfolie, die im allgemeinen eine ABS-Folie
(Acryl-Butadien-Styrol-Folie) ist, bleibend vorgeformt,
was in der Regel im Tiefziehverfahren erfolgt. Der so gewonnene Formkörper wird dann in eine Schäumform
eingelegt und entweder drucklos oder in der Regel mit Schäumdruck hinterschäumt, wobei im letzteren Fall
eine aus Unter- und Oberform bestehende Schäumform verwendet wird. Da sich beim Schäumprozeß Hitze
entwickelt, dehnt sich die vorgeformte Halbhartfolie aus. Daher muß die einzugebende Vorspannung, die
durch die Erwärmung und den Schäumdruck wieder ausgeglichen wird, vor dem Hinterschäumen ermittelt
und berücksichtigt werden. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Folie beim Abkühlen unterschiedlich schrumpft,
was ebenfalls ausgeglichen werden muß. Nun besteht aber ein negatives Kriterium darin, daß sich der
Schäumdruck in der Schäumform nicht gleichmäßig aufbaut. Dies kann dazu führen, daß sich die
vorgeformte Folie innerhalb der Schäumform verschiebt und sich in Falten legt. Solche Schaumkörper
stellen dann praktisch Ausschußware dar, oder sie müssen in sehr arbeitsaufwendiger Weise örtlich
erwärmt und von Hand nachbearbeitet werden, wodurch die Herstellungskosten jedoch beträchtlich
erhöht werden. Somit liegen fertigungstechnische Schwierigkeiten schon dann vor, wenn lediglich im
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Positiv-Bereich vorgeformte Halbhartfolien zu hinterschäumen
sind. Diese Schwierigkeiten nehmen jedoch beträchtlich zu, wenn Halbhartfolien nicht nur einseitig
gezogen, sondern auch im Negativ-Bereich verformt worden sind. Wird nämlich eine solchermaßen vorgeformte
Folie in eine Schäumform eingelegt und diese mit Kunststoffschaum hinterschäumt, so hat sich der
Schäumdruck schon aufgebaut, bevor die Folie infolge der sich durch den Schäumprozeß entwickelnden Hitze
ihre richtige Lage innerhalb der Schäumform einnehmen konnte. Dieser Umstand führt dazu, daß sich im
Negativ-Bereich zwangsläufig Falten bilden. Dabei wird die Faltenbildung mit zunehmender Tiefe des Negativ-Bereiches
und damit die Ausschußquote größer. So ist es z.B. bis heute noch nicht gelungen, eine aus einer
hinterschäumten Halbhartfolie bestehende Armaturentafel für Kraftfahrzeuge einstückig mit einem genügend
tiefen Handschuhfach auszubilden. Vielmehr konnte bisher nur ein kurzer Stutzen in den Negativ-Bereich
hineinragend ausgebildet werden. Daran wird dann ein separat gefertigter Kunststoffkasten in zeit- und
arbeitsaufwendiger Weise, im allgemeinen mittels Blechträger und Schrauben, befestigt
Ferner sind in der DE-OS 21 14 886 und in der
Druckschrift »Gummi-Asbest-Kunststoffe«, Heft 10, 1972, Seiten 923 bis 926 jeweils Verfahren angegeben,
wonach eine weiche, elastisch dehnbare Folie unter Einfluß von Vakuum auf die Wandung einer Schäumformhälfte
gesaugt wird, wodurch die Folie eine der Kontur der Schäumform entsprechende zeitlich begrenzte
Verformung erhält. Nach dem Hinterschäumen der Folie erhält diese durch den Kunststoffschaumstoff
eine bleibende Verformung, zumal sie mit dem Kunststoffschaumstoff einen innigen Verbund eingeht.
Die bei vorgeformten Halbhartfolien gegebene Gefahr der Faltenbildung liegt bei weichen, elastisch dehnbaren
Folien nicht vor.
Ein in der DE-OS 20 17 442 beschriebenes Verfahren zum Herstellen eines mindestens ein Zierprofil tragenden
Teiles aus Kunststoff in einer Form insbesondere zum Herstellen einer aus Integralschaum bestehenden
Armlehne für die Innenausstattung von Kraftfahrzeugen sieht vor, daß zunächst das Zierprofil, dessen
Oberfläche derart gestaltet wird, daß ihre Haftfähigkeit an dem Kunststoff größer ist als die an der Form, mit
seiner Vorderseite gegen die Forminnenwand gedrückt und dort gehalten wird und daß anschließend das
Kunststoffteil in der Form gefertigt und dabei gleichzeitig mit dem Zierprofil verbunden wird. Auf
diese Weise soll das nachträgliche Aufbringen eines Zierprofiles mittels Klebers auf ein Kunststoffteil
entfallen.
Es ist nun Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen, welches ein Hinterschäumen von sowohl
im Positiv- als auch in Negativbereich vorgeformten Halbhartfolien ohne Faltenbildung der Folie ermöglicht.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die vorgeformte Halbhartfolie vor dem
Hinterschäumen an der Wandung der ihr benachbarten und ihren Konturen angepaßten Schäumformhälfte
zumindest bereichsweise verschiebefest festgelegt wird.
Durch diese Maßnahme wird sichergestellt, daß die Halbhartfolie sich nicht durch die beim Schäumprozeß
entstehende Hitze, insbesondere im Negativbereich, in Falten legen kann, so daß sich hochqualitative
Schaumkörper herstellen lassen.
Zweckmäßigerweise wird der Formkörper zur zumindest bereichsweisen verschiebefesten Festlegung
an die Innenwandung der Schäumform angesaugt.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird im folgenden anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert Es zeigt
F i g. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Schäumform zur Durchführung des Verfahrens mit einem in die
Schäumform eingelegten Formkörper,
F i g. 2 einen Schnitt, folgend der Linie H-II in F i g. 1,
Fig.3 im Schnitt den oberen Endbereich einer
unteren Schäumformhälfte in einer gegenüber Fig.i abgewandelten Ausführungsform,
F i g. 4 ein als Armaturenbrett ausgebildetes Schaumkörperteil
und
F i g. 5 einen Schnitt, folgend der Linie V-V in F i g. 4.
Die Vorrichtung ist ate Schäumform ausgebildet, die
aus einer unteren Schäumformhälfte 1 und einer oberen Schäumformhälfte 2 besteht Die untere Schäumformhälfte
1 weist Konturenausnehmungen auf, die der Form eines aus ABS-Halbhartfolie vorgeformten Formkörpers
3 angepaßt ist Dabei ist zwischen der Konturenausnehmung 4 und dem Formkörper 3 ein Freiraum 5
vorgesehen, der einen Dehnungsausgleich des Formkörpers 3 bei Erwärmung ermöglicht
Der Formkörper 3 nach F i g. 1 ist sowohl in den Positiv- als auch in den Negativ-Bereich (mit 6
bezeichnet) vorgeformt An den oberen Randbereichen besitzt der Formkörper 3 angeformte Flansche 7, die
dazu dienen, den Formkörper 3 gegenüber der unteren Schäumformhälfte abzudichten.
Die untere Schäumformhälfte 1 weist düsenartige Durchgangsöffnungen 8 auf, die sich vornehmlich — wie
dargestellt — an den tiefsten Stellen der Konturenaus nehmung 4 befinden und, wie zeichnungslinksseitig
gezeigt, vertikal oder, wie zeichnungsrechtsseitig gezeigt, schräg verlaufen können. An die Durchgangsöffnungen 9 sind über nicht dargestellte Anschlußarmaturen
Vakuum führende Leitungen 9 anschließbar.
Die obere Schäumformhälfte 2 weist in die Konturenausnehmung 4 der unteren Schäumformhälfte eindringende
Erhebungen 10 auf. Der Freiraum 11 zwischen Konturenausnehmung 4 bzw. Formkörper 3 und
Erhebungen 10 dient als Schäumraum, in welchen der Kunststoffschaum eingeleitet wird. Mit einem oberen,
umlaufenden Randbereich ist die obere Schäumformhälfte
2 bis zu einer dichtenden Anlage auf den Flansch 7 des Formkörpers 3 zu bewegbar. Um dabei eine
zuverlässige Abdichtung zu erzielen, weist die obere Schäumformhälfte 2 in Höhe des umlaufenden Flansches
7 eine umlaufende Nut 12 mit einer darin eingesetzten, vorzugsweise elastisch ausgebildeten
Dichtung 13 auf. Die Dichtung 13 besitzt wie die Schnittdarstellung nach F i g. 2 zeigt Durchbrüche 14,
die zur Entgasung dienen. Zusätzlich oder ansteile der
-. Durchbrüche 13 kann in der oberen Schäumformhälfte 2 auch ein Steiger 15 oder deren mehrere angeordnet
sein.
Nach F i g. 3 besitzt die untere Schäumformhälfte 1 in ihrer vertikalen Wandung eine horizontal umlaufende
ίο hinterschnittene Nut 16, in die der Formkörper 3 mit
einer der Nut 16 angepaßten Wulst 17 eingreift Nut 16 und Wulst 17 bilden eine Dichtung, um zwischen
Konturenausnehmung 4 und Formkörper 3 ein Vakuum aufbauen zu können. Andererseits sind Nut 16 und
π Wulst 17 so ausgebildet, daß sie ein Entfernen des
hinterschäumten Formkörpers 3 nicht wesentlich behindern.
Soll nun ein Formkörper 3 hinterschäumt werden, so wird dieser zunächst, etwa formschlüssig in die untere
Schäumformhälfte 1 eingelegt Auf den Formkörper wird dann eine aus Blech oder Drahtgitter gebildete
Armierung gelegt die jedoch durch Abstandhalter vom Formkörper 3 in Abstand gehalten wird. Bei kleineren
Schäumkörpern kann auch eine Armierung entfallen. Im
Anschluß hieran wird die obere Schäumformhälfte 2 in die untere eingesetzt und der Flansch 7 des Formkörpers
3 durch die Dichtung 13 abgedichtet In dem Freiraum 5 wird ein Vakuum aufgebaut, so daß der
Formkörper gegen die Konturenausnehmung 4 gezogen wird. Alsdann wird der Schäumraum 11 in üblicher
Weise ausgeschäumt Der Formkörper 3 wird durch Vakuum, Erwärmung und Schäumdruck präzise in seine
Sollform gebracht so daß sich keine ungewünschten Falten bilden können. Nach dem Entformen wird der
J5 Dichtungsflansch 7 vom Formkörper 3 abgetrennt,
wonach ein Schaumkörper gewünschter Formgebung in hochwertiger Ausführung vorliegt
In den F i g. 4 und 5 ist ein solcher Schaumkörper in Form einer Armaturentafel 18 für Kraftfahrzeuge
dargestellt. Diese Armaturentafel 18 ist einstückig mit einem relativ tiefen Handschuhfach 19 ausgebildet Die
Tiefe der Verformung in den Negativ-Bereich ist insbesondere aus der Schnittansicht nach Fig.5 zu
erkennen, wobei der Schnitt, wie ersichtlich, durch das Handschuhfach 19 gelegt ist. F i g. 5 zeigt auch eine vom
Schaum 20 umgebene Armierung 21, deren Enden 22 aus dem Schaumkörper heraustreten und zu seiner
Halterung in einem Kraftfahrzeug dienen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere
zur Herstellung von Armaturenbrettern für ϊ Fahrzeuge, wobei zunächst die Halbhartfolie geformt,
dann etwa formschlüssig in eine ihren Konturen angepaßte Schäumformhälfte eingelegt,
die Schäumform geschlossen, die vorgeformte Halbhartfolie in der Schäumform hinterschäumt und m
dann das fertige Formteil aus der Schäumform genommen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die vorgeformte Halbhartfolie vor dem Hinterschäumen an der Wandung der ihr benachbarten
und ihren Konturen angepaßten Schäum- '"· formhälfte zumindest bereichsweise verschiebefest
festgelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Formkörper an die Innenwandung der Schäumform angesaugt wird. ?<
>
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|---|---|---|---|
| DE19762656965 DE2656965B2 (de) | 1976-12-16 | 1976-12-16 | Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für Fahrzeuge |
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| DE19762656965 DE2656965B2 (de) | 1976-12-16 | 1976-12-16 | Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für Fahrzeuge |
Publications (2)
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| DE2656965A1 DE2656965A1 (de) | 1978-06-29 |
| DE2656965B2 true DE2656965B2 (de) | 1979-07-19 |
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ID=5995667
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| DE19762656965 Ceased DE2656965B2 (de) | 1976-12-16 | 1976-12-16 | Verfahren zum Hinterschäumen von vorgeformten thermoplastischen Halbhartfolien, insbesondere zur Herstellung von Armaturenbrettern für Fahrzeuge |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2656965B2 (de) |
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- 1976-12-16 DE DE19762656965 patent/DE2656965B2/de not_active Ceased
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