DE2507512B2 - Scheibenfoermiges aufrad fuer eine hochtourige axialgasturbine - Google Patents
Scheibenfoermiges aufrad fuer eine hochtourige axialgasturbineInfo
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Description
45
Die Erfindung betrifft ein scheibenförmiges Laufrad für eine hochtourige, von einem Heißgas angetriebene
Axialgasturbine mit einer Radscheibe, einem diese koaxial im radialen Abstand umgebenden Radkranz und
zwischen Radscheibe und Radkranz angeordneten inneren Laufschaufelkranz, sowie mit einem weiteren
radial außenliegenden koaxialen äußeren Laufschaufelkranz auf dem Radkranz, gegen den ein Mediumstrom
geringerer Temperatur als die des Heißgases gerichtet ist.
Ein derartiges Laufrad ist aus der DT-OS 15 26 813 bekannt.
Der Wirkungsgrad einer Heißgasturbinc steigt mit zunehmender Temperatur des Arbeitsmittels. Man ist
daher bestrebt, das Arbeitsmittel in der Brennkammer möglichst hoch zu erhitzen und mit möglichst hoher
Temperatur gegen die Laufschaufeln des Turbinenlaufrades zu leiten. Der Höhe der Temperatur sind aber
durch die Temperaturbeständigkeit des Laufradwerkstoffes Grenzen gesetzt. Die Laufschaufeln müssen
einerseits gegenüber hohen Temperaturen beständig sein, und andererseits die hohen Fliehkräfte aufnehmen
können.
Zur Erhöhung der Arbeitstemperatur von Gasturbinen hat man bereits sprödbrflchige, hochtemperaturbeständige Werkstoffe, wie z. B. Keramik, im Turbinenbau
eingesetzt (DT-OS 23 53 551). Diesel Werkstoff weist
jedoch eine relativ niedrige Zugfestigkeit auf, die weit unter der Druckfestigkeit liegt Im Hinblick darauf, daß
die - durch die hohen Drehzahlen des Laufrades hervorgerufenen — Fliehkräfte den Werkstoff vornehmlich
auf Zug belasten, ergibt sich daraus, daß Keramik als Werkstoff für hochtourig umlaufende
Laufräder schlecht ausnutzbar ist
Es ist zur Behebung dieses Nachteiles bereits der Vorschlag gemacht worden, Turbinenlaufräder aus
Keramik mit einer Bandage aus Keramik- oder Graphitfasern zu umgeben (FR-PS 22 04 216). Dadurch
werden die Fliehkräfte der Laufschaufeln aufgenommen. Bei der Verwendung derartiger Bandagen ergibt
sich aber der Nachteil, daß sie nur bis zu weit unter den Heißgastemperaturen liegenden Temperaturen hitzebeständig
sind. Die Heißgastemperatur muß daher beim Betrieb derartiger Turbinen in erheblichem, wirtschaftlich
untragbarem Maße herabgesetzt werden.
Eb ist Aufgabe der Erfindung, ein Turbinenlaufrad für
hochtourige Axial-Gasturbinen zu schaffen, das einerseits auch bei erhöhten Heißgastemperaturen beständig
ist und das andererseits die bei hoher Drehzahl auftr?tenden Fliehkräfte sicher aufnehmen kann.
Diese Aufgabe wird bei einem Turbinenlaufrad der eingangs erwähnten Gattung erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß das Laufrad in an sich bekannter Weise aus Keramikwerkstoff besteht und daß auf seinem Außenumfang
eine die Laufschaufeln des inneren und des äußeren Laufschaufelkranzes bei ruhendem Laufrad
unter Druckbelastung setzende, aus einem faserverstärktem Verbundwerkstoff bestehende Bandage aufgeschrumpft
ist, die ebenfalls im Bereich des Mediumstromes geringerer Temperatur liegt.
Durch die aufgeschrumpfte Bandage aus einem faserverstärkten Verbundstoff steht das Laufrad im
Ruhezustand unter Druckvorspannung. Dies bewirkt eine weitgehende Entlastung der keramischen Laufschaufeln
von Zugbelastungen während des Betriebes.
Durch das Anströmen der Bandage mit einem kühleren Medium wird die Temperatur der Bandage
geringer gehalten als die Temperatur der Laufradbereiche, die dem Heißgasstrom ausgesetzt sind. Es ist daher
möglich, die Turbine mit Heißgasen einer Temperatur zu betreiben, welcher die Bandage nicht mehr
standhalten würde, falls sie im Bereich der Heißgase angeordnet wäre.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Radkranz zur Aufnahme und zum
Abbau von Wärmespannungen eine Zwischenlage aus poröser Keramik auf. Zum Abbau von Wärmespannungen
kann das erfindungsgemäße Laufrad vorzugsweise aus einer Vielzahl von aneinanderliegenden, im
wesentlichen segmentförmigen Einzelteilen aufgebaut sein. Diese Einzelteile können mit der Radscheibe
löslich und einstückig verbunden sein. Es wird ferner vorgeschlagen, daß das Laufrad im Bereich der Scheibe
aus heißgepreßter oder reaktionsgesinterter Keramik, im umgebenden Bereich dagegen aus Glaskeramik
besteht.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 eine schematisierte Seitenansicht eines Laufrades,
F i g. 2 eine Ansicht ähnlich F i g. 1 einer weiteren
Ausführungsform,
Fig.3 eine Ansicht ähnlich Fig.1 einer weiteren
Ausführungsform und
F i g. 4 einen Axialschnitt eines Laufrades.
Das Laufrad weist eine Radscheibe 1 auf, die auf einer s Turbinenwelle 2 befestigt ist Die Radscheibe 1 trägt an
ihrem Außenumfang einen inneren Laufschaufelkranz, der durch heiße, in Richtung tier Turbinenwelle
strömende Gase in eine Drehbewegung versetzt wird.
Die Spitzen der Turbinenlaufschaufeln sind mit einem
die Radscheibe 1 koaxial umgebenden Radkranz S verbunden, der auf seiner Außenseite einen äußeren
Laufschaufelkranz 7 trägt, der an seinem Außenumfang mit einem zweiten Radkranz 6 verbunden ist
Das Laufrad ist aus einem keramischen Werkstoff aufgebaut, der z.B. aus Siliziumnitrid, sowie aus
Siliziumkarbid oder Aluminiumoxid besteht Diese Werkstoffe sind extrem temperaturbeständig, jedoch
nur in begrenztem Maße auf Zug belastbar. Dafür ist die Druckbelastbarkeit sehr hoch.
Auf den äußeren Radkranz 6 ist eine in Umfangrichtung
umlaufende Bandage 8 aufgeschrumpft, die das Laufrad in radialer Richtung zusammendrückt Die
Bandage 8 besteht in an sich bekannter Weise aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff, z. B. aus einer
Einlage von Karbonfasern oder Borfasern in einer Polyimidmatrix, von Borfasern in einer Aluminiummatrix
oder von Karbonfasern in einer Karbonmatrix. Durch das Aufschrumpfen dieser in sich geschlossenen
Bandage wird das Laufrad einer Druckvorspannung unterworfen, die so groß gewählt ist, daß sich bei
Betrieb des Laufrades im wesentlichen keine Zugbetastungen für die beiden Laufschaufelkränze ergeben.
Im Gegensatz zu dem keramischen Werkstoff des Laufrades ist die Bandage wesentlich weniger temperaturbeständig
und wird daher durch ein kühlendes Medium angeströmt und gekühlt. Das erfindungsgemäße
Laufrad wird also von zwei getrennten Strömungen beaufschlagt nämlich im Bereich des inneren Laufschaufelkranzes
4 durch die von der Brennkammer ausströmenden Heißgase und im Bereich des äußeren
Laufschaufelkranzes 7 und der Bandage 8 durch den Strom eines kühlenden Mediums, z. B. kühler Luft In
F i g. 4 ist dies schematisch dargestellt
!n Fig.2 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt
Sie gleicht der Ausführungsform der F i g. 1 weitgehend, entsprechende Teile sind daher mit
gleichen Bezugszeichen versehen. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel der F i g. 1 ist der innere Radkranz
5 in Umfangsrichtung unterteilt und weist eine Zwischenschicht 14 auf, die aus einem anderen
keramischen Material wie das übrige Laufrad besteht z. B. aus poröser Keramik. Diese Zwischenschicht dient
der Aufnahme bzw. dem Abbau von im Laufrad eatstehenden Wärmespannungen.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel des Laufrades (F i g. 3), das ebenfalls ähnlich aufgebaut ist wie das
Laufrad der F i g. 1 ist das Laufrad aus einer Vielzahl von aneinanderliegenden, im wesentlichen segmentförmigen
Einzelteilen 15 aufgebaut die unter der Wirkung der Bandage 8 radial nach innen gepreßt werden. Auch
durch diesen Aufbau des Laufrades können innerhalb des Laufrades auftretende Wärmespannungen abgebaut
werden. Die segmentförmigen Einzelteile 15 können dabei mit der Scheibe 1 einstückig oder lösbar
verbunden sein.
Das Laufrad kann über die Radscheibe 1 fest mit der Welle verbunden sein, die dann als Antrieb dient Es ist
aber auch möglich, den Abtrieb am Umfang des Laufrades, z. B. elektromagnetisch, vorzunehmen. Zu
diesem Zweck ist vorzugsweise zwischen äußerem Radkranz 6 und Bandage 8 eine Zwischenschicht aus
einem magnetischen Werkstoff vorgesehen, die durch Induktion in der Art eines Generators einen elektrischen
Strom in einer ortsfesten Leiteranordnung erzeugt.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
- Patentansprüche:J. Scheibenförmiges Laufrad für eine hochtourige,einem Heißgas angetriebene Axialgasturbine mit einer Radscheibe, eiaem diese koaxial im radialen Abstand umgebenden Radkranz und zwischen Radscheibe und Radkranz angeordneten inneren Laufschaufelkranz, sowie mit einem weheren radial außenliegenden koaxialen äußeren Laufschaufelkranz auf dem Radkranz, gegen den ein Mediumstrom geringerer Temperatur als die des Heißgases gerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Laufrad in an sich bekannter Weise aus Keramikwerkstoff besteht und daß auf seinem Außenumfang eine die Laufschaufeln (4, 7) des inneren und des äußeren Laufschaufelkranzes bei ruhendem Laufrad unter Druckbelastung setzende, aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff bestehende Bandage (8) aufgeschrumpft ist, die ebenfalls im Bereich des Mediumstromes geringerer Temperatur liegt.
- 2. Laufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Radkranz (5) eine Zwischenlage (14) aus poröser Keramik aufweist.
- 3. Laufrad nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Vielzahl von aneinanderliegenden, im wesentlichen segmentförmigen Einzelteilen (15) aufgebaut ist
- 4. Laufrad nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (15) mit der Radscheibe (1) löslich oder einstückig verbunden sind.
- 5. Laufrad nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es im Bereich der Radscheibe (1) aus heißgepreßter oder reaktionsgesinterter Keramik, im umgebenden Bereich dagegen aus Glaskeramik besteht.
- 6. Laufrad nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Bandage (8) und äußerem Radkranz (6) eine Zwischenschicht aus einem magnetischen Werkstoff vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752507512 DE2507512C3 (de) | 1975-02-21 | Scheibenförmiges Laufrad für eine hochtourige Axialgasturbine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752507512 DE2507512C3 (de) | 1975-02-21 | Scheibenförmiges Laufrad für eine hochtourige Axialgasturbine |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2507512A1 DE2507512A1 (de) | 1976-10-07 |
| DE2507512B2 true DE2507512B2 (de) | 1977-01-20 |
| DE2507512C3 DE2507512C3 (de) | 1977-09-01 |
Family
ID=
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2507512A1 (de) | 1976-10-07 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: KOCHENDOERFER, RICHARD, DIPL.-ING., 7000 STUTTGART |
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