DE2218210C2 - Vorrichtung zum Abkühlen und Granulieren von Strängen aus thermoplastischen Kunststoffen - Google Patents
Vorrichtung zum Abkühlen und Granulieren von Strängen aus thermoplastischen KunststoffenInfo
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Description
30
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abkühlen und Granulieren von Strängen aus thermoplastischen
Kunststoffen, die schmelzflüssig aus Düsen austreten, mit einer mit ihrem oberen Ende unter den
Düsen angeordneten geneigten, rinnenförmigen Bahn, einem dem unteren Ende der Bahn nachgeordneten
Granulator und einer auf der Bahn einen Kühlflüssigkeitsstrom erzeugenden Einrichtung.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der US-PS
29 75 483 bekannt. Bei dieser Vorrichtung werden die Stränge von einem geneigten, rinnenförmigen Förderband
aufgenommen, dessen Fördergeschwindigkeit mit der Extrusionsgeschwindigkeit übereinstimmt. Oberhalb
des Förderbandes sind Sprühdüsen für die Zuführung von Kühlwasser vorgesehen, wodurch die
Stränge gekühlt werden. Dem unteren Ende des Förderbandes ist ein Granulator nachgeordnet. Vom
Ende des Förderbandes bis zu dem Eingang des Granulators werden die Stränge freitragend geführt. Es
fließt dabei Kühlwasser mit durch den Granulator, das dazu dient noch im Granulator eine Kühlwirkung
auszuüben.
Dieser bekannten Vorrichtung haftet der Nachteil an, daß die beim Anfahren der Vorrichtung oder bei Abriß
von Strängen vorhandenen Stranganfänge nicht automatisch in den Granulator einlaufen können. Am Ende
des Förderbandes sind die Stränge nämlich innerlich noch nicht so weit verfestigt, daß sie starr der Richtung
des Förderbandes folgen können. Vielmehr neigen die Stränge dazu, mit ihren Anfängen am Ende des
Förderbandes aufgrund der Schwerkraft nach unten abzuknicken, wodurch sie am Eingang des Granulators
vorbeilaufen. In den betreffenden Betriebsfällen muß also durch eine besondere Maßnahme, insbesondere
eine Bedienungsperson, dafür gesorgt werden, daß die Stranganfänge sicher in den Eingang des Granulators
geleitet werden. Es sei im übrigen noch darauf
45
50
65 hingewiesen, daß in der US-PS 29 75 483 eine mit dem Einlaufen der Stränge in den Granulator zusammenhängende
Problematik überhaupt nicht angesprochen ist
Ein weiterhin in diesem Zusammenhang relevanter Stand der Technik wird durch die US-PS 23 24 397
gebildet Gemäß Fig. 5 dieser Patentschrift dient zum Abkühlen eines aus einer Spinndüse abgezogenen
Kunststoff-Fadens eine geneigte, feststehende Ablaufrinne, der über ein am oberen Ende der Ablaufrinne
angeordnetes Wehr eine Kühlflüssigkeit zugeführt wird, die zusammen mit dem Kunststoff-Faden die Ablaufrinne
hinabläuft Am Ende der Ablaufrinne fließt die Kühlflüssigkeit in einen Behälter, während der gekühlte
Faden über eine Umlenkrolle einer Aufwickelspule zugeführt wird. Bei dieser Vorrichtung spielt der
Vorgang des GranuHerens überhaupt keine Rolle, infolgedessen ist auch das Problem des Einlaufens von
Strängen in einen Granulator nicht angesprochen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs beschriebene Vorrichtung in konstruktiv
einfacher Weise so zu gestalten, daß die Stränge von der Kühlstrecke so geführt und dem Granulator übergeben
werden, daß sie ohne manuellen Eingriff in den Granulator einlaufen.
Gelöst wird dieses Problem nach der Erfindung dadurch, daß die Bahn als an sich bekannte feststehende
Ablaufrir^ie ausgebildet ist und daß das untere Ende der
Ablaufrinne direkt mit dem Eintritt des Granulators verbunden ist
Durch die direkte Verbindung des unteren Endes der Ablaufrinne mit dem Eintritt des Granulators wird das
die Ablaufrinne herabfließende Wasser zusammen mit den Strängen in den Granulator hineingeführt, das
Wasser behält dabei seine Führungsfunktion bis in den Granulator hinein bei, die es längs der gesamten
Ablaufrinne ausübt, so daß sich die Stränge Seite an Seite mit Abstand voneinander die Ablaufrinne
hinabbewegen, ohne daß es zu Verstopfungen in der Ablaufrinne kommt. Da der Kühlflüssigkeitsstrom in der
Rinne sich schneller bewegt als die Stränge zu Beginn des Austritts aus den Düsen, werden die Stränge
automatisch vom Kühlflüssigkeitsstrom zum Ende der Ablaufrinne getragen. Die Vorrichtung arbeitet daher
selbsteinfädelnd, wodurch die zum Anfahren erforderliche Arbeit auf ein Minimum verringert wird. Wenn
außerdem ein Strang reißt, dann wird das Strangmaterial stromabwärts des Bruchs durch die Vorrichtung
geführt und der folgende Strang läuft mit seinem Stranganfang ebenfalls durch die Vorrichtung hindurch,
ohne daß diese angehalten werden muß.
Als Kühlflüssigkeit wird vorzugsweise Wasser verwendet, es kann aber auch eine andere geeignete
Kühlflüssigkeit verwendet werden.
Zweckmäßig gestaltet man die Vorrichtung so, daß das eine Ende der Ablaufrinne höhenverstellbar ist.
Hierdurch läßt sich die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlflüssigkeitsstroms einstellen, außerdem die Tiefe
des Kühlflüssigkeitsstroms auf der Ablaufrinne. Diese Parameter sind natürlich auch noch von der Geschwindigkeit
abhängig, mit der die Kühlflüssigkeit dem oberen Ende der Rinne zugeführt wird. Im allgemeinen
liegt die Strömungsgeschwindigkeit im Bereich von 0,3—5 m/sec, vorzugsweise zwischen 0,5 und 2 m/sec. Es
hängt die Zeit, während der ein bestimmtes Kunststoffmaterial in der Rinne bleiben muß, von seiner
Extrusionstemperatur und von den Abschreckungscharakteristiken ab. So wurde beispielsweise gefunden, daß
zum Abschrecken von Polyäthylensträngen eine längere
Rinne erforderlich ist, als im Falle von Polyamiden oder
von Polyethylenterephthalat Die Vorrichtung kann auch zum Granulieren von mit Glasfasern verstärktem
Kunststoff verwendet werden, zum Beispiel Polypropylen und Polyamid.
Vorzugsweise ist der Boden der Ablaufrinne flach,
wobei die Wände der Rinne zweckmäßigerweise senkrecht zum Boden verlaufen. Es kann aber such
vorteilhaft sein, den Boden der Ablaufrinne mit Wellungen eu versehen, deren Wellentäler in Längsrichtung
der Ablaufrinne verlaufen. Durch die Wellungen werden kanalartige Führungen für die Stränge längs der
Ablaufrinne geschaffen, wodurch der Gefahr begegnet wird, daß benachbarte Stränge aneinander kleben, wenn
sie die Ablauf rinne hinablaufen.
Insbesondere bei flach ausgebildetem Boden der Ablaufrinne ist das gleichmäßige Herabfließen des
Kühlflüssigkeitsstroms längs der Ablaufrinne wichtig, da hierdurch den Strängen längs der Ablaufiinne und vor
allem im Bereich von deren Ende eine sichere seitliche Führung gegeben wird, die dann dazu führt, daß die
Stränge mit ihren Anfängen ohne manuellen Eingriff in den Granulator einlaufen. Insbesondere im Falle einer
Mehrzahl von gleichzeitig die Ablaufrinne hinablaufenden Strängen ist es daher von Vorteil, die Ablaufrinne
an ihrem oberen Ende in eine als Wehr ausgebildete Überlauf einrichtung übergehen zu lassen. Hierdurch
wird erreicht, daß die Kühlflüssigkeit gleichmäßig über die Breite der Ablaufrinne herabfließt, was zu dem
gewünschten Effekt der gleichmäßigen Führung der Stränge nebeneinander und mit Abstand voneinander
längs der Ablauf rinne führt.
In den Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 die Vorrichtung in schematischer Darstellung in Seitenansicht;
F i g. 2 das obere Ende der Ablaufrinne mit Düsenanordnung und Überlaufeinrichtung;
Fig.3 eine mit Wellung versehene Ablaufrinne im Querschnitt.
In F i g. 1 ist ein Extruderdüsenkopf 50 gezeigt, von dem Kunststoffstränge 52 nach unten gegen eine
geneigte Ablaufrinne 54 extrudiert werden. Als Kühlflüssigkeit dienendes Wasser wird dem oberen
Ende 56 der Ablaufrinne 54 durch eine Überlaufeinrichtung 57 zugeführt, die ein Zuleitungsrohr für das Wasser
aufweist. Das Wasser fließt die Ablaufrinne 54 in Richtung auf deren unteres Ende 58 hinab. Die
'Ablaufrinne 54 führt direkt zum Eintritt eines Granulators 60, der die abgeschreckten Stränge aufnimmt und
sie zu Granalien 62 schneidet, die auf einen Trocknungsund Kühlungsförderer fallen, der als netzförmiges Band
64 ausgebildet ist. Das Wasser fließt entlang der Ablaufrinne 54 mit den Strängen durch den Granulator
60 und mit den Granalien 62 aus dem Granulator 60. Das Wasser fließt dann durch das netzförmige Förderband
64 hindurch und wird in einem Wasservorratstank 66 oder von einem Blech 67, das zum Tank 66 führt,
aufgefangen, von wo aus es, nötigenfalls durch ein Filter mittels einer Pumpe zum Zuleitungsrohr der Überlaufeinrichtung
57 geführt wird. Die Granalien 62 bleiben auf dem netzförmigen Band 64 liegen und werden von
diesem aufwärts getragen und an einen Behälter 68 abgegeben. Hierbei kann das Wasser von den Granalien
62 durch das netzförmige Band 64 ablaufen, wobei die Granalien teilweise getrocknet werden. Ein Luftgebläse
kann über dem Band 64 vorgesehen sein, um den Trocknungseffekt zu steigern.
Die in F i g. 1 dargestellte Vorrichtung kann zusammen mit jedem Extrusionssystem verwendet werden,
z.B. mit dem dargestellten Extruder-Düsenkopt 50, einer kontinuierlichen Schmelzvorrichtung oder einem
Autoklaven.
In Fig.2 ist nur das obere Ende einer geneigten
Ablauf rinne 12 dargestellt, und zwar zusammen mit einem Düsenkopf 10 eines Extruders und einer
Überlaufeinrichtung 21. Der Düsenkopf 10 besitzt vier nach unten gerichtete Düsen, durch welche vier
Kunststoffstränge 18 vertikal gegen die Ablaufrinne 12 extrudiert werden. Es sind zwar in der F i g. 2 nur vier
Stränge gezeigt, jedoch sei darauf hingewiesen, daß auch eine größere Anzahl von Strängen vorgesehen
werden kann, z. B. bis zu 150 Stränge mit je einem Durchmesser von einigen mm, wobei die Düsen auf
einer quer zur Ablaufrinne 12 verlaufenden Linie liegen und einen Abstand von 1,5 cm, gemessen von Mitte zu
Mitte, aufweisen. Das Wasser für die Abschreckung der Stränge und für deren Führung längs der Ablaufrinne 12
wird an deren oberem Ende 20 mittels der Überlaufeinrichtung 21 zugeführt, welche durch ein Rohr 22 mit
Wasser gespeist wird. Der Spiegel des Wassers, welches gleichmäßig über die Breite der Ablaufrinne 12 in diese
einfließt, ist mit dem Bezugszeichen 23 versehen. Das Wasser kann gekühlt werden, bevor es der Überlaufeinrichtung
21 zugeführt wird. Es wird jedoch normalerweise Wasser mit Raumtemperatur verwendet. Dabei
werden die anderen Parameter so gewählt, daß die gewünschte Abschreckung erzielt wird. Die Ablaufrinne
12 besteht vorzugsweise aus Metallblech. Sie besitzt einen flachen Boden 24 zwischen vertikalen Seitenwänden
26. Die Breite der Rinne verringert sich vom oberen Ende 20 bis zu ihrem nicht dargestellten unteren Ende
gleichmäßig.
Wenn die Stränge 18 die Ablaufrinne 12 erreichen, dann kommen sie mit einem weitgehend gleichförmigen
Wasserstrom in Berührung, der über die Ablaufrinne 12 von der Überlaufeinrichtung 21 hinabläuft. Dabei
werden die Stränge vom Wasserstrom abwärts weggetragen. Infolgedessen biegen sich die Stränge
entsprechend dem Neigungswinkel des Bodens 24 der Ablaufrinne 12 um und laufen in dem erreichten
dynamischen Zustand die vollständige Länge der Ablaufrinne 12 hinab. Die Biegung der Stränge ist bei 30
gezeigt.
In Fig.3 ist eine Ablaufrinne, deren Boden 4 mit Wellungen versehen ist, im Querschnitt dargestellt.
Dabei befinden sich hier die Stränge 2 innerhalb von kanalartig wirkenden Wellentälern unterhalb des
Spiegels des Kühlflüssigkeitsstroms 3.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Abkühlen und Granulieren von Strängen aus thermoplastischen Kunststoffen,
die schmelzflüssig aus Düsen austreten, mit einer mit ihrem oberen Ende unter den Düsen angeordneten
geneigten, rinnenförmigen Bahn, einem dem unteren Ende der Bahn nachgeordneten Granulator und
einer auf der Bahn einen Kühlflüssigkeitsstrom erzeugenden Einrichtung, dadurch gekenn-10
zeichnet, daß die Bahn als an sich bekannte,
feststehende Ablauf rinne (12 bzw. 54) ausgebildet ist und daß das untere Ende der Ablaufrinne (12 bzw.
54) direkt mit dem Eintritt des Granulators (60) verbunden ist
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ende der Ablaufrinne (12 bzw.
54) höhenverstellbar ist
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (4) der Ablaufrinne
mit Wellungen versehen ist, deren Wellentäler in Längsrichtung der Ablaufrinne verlaufen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 —3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufrinne (54) an
ihrem oberen Ende (56) in eine als Wehr ausgebildete Überlaufeinrichtung (21 bzw. 57)
übergeht
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| D2 | Grant after examination |