DE2159366C3 - Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwässern mit aktiviertem Schlamm - Google Patents
Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwässern mit aktiviertem SchlammInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwässern mit aktiviertem Schlamm, bei
dem eine Mischung aus aktiviertem Schlamm und zu reinigendem Abwasser zunächst in einem abgedeckten
Becken einer Sauerstoffbehandlung mit reinem Sauerstoff oder mit emem zumindest 80% Sauerstoff enthal- Jn
tenden Gasgemisch unterzogen t.id dann der aktivierte
Schlamm in einem anschließenden Flotationsbecken abgetrennt wird.
Ein derartiges Verfahren ist durch die US-Patentschrift 32 36 766 bekanntgeworden. Bei diesem Verfahren
besteht der Nachteil, daß das bei der Sauerstoffbehandlung des Abwassers entstandene, noch immer einen
erheblichen Gehalt an Sauerstoff enthaltende Abgas für den Reinigungsprozeß nicht weiter verwendet wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei w
einem Verfahren der eingangs genannten Art, den für die Abwasserbehandlung erforderlichen Sauerstoff auf
möglichst wirtschaftliche Weise einzusetzen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Flotation des Schlammes durch Entspannung
eines Teiles des im Flotationsbecken geklärten, rückgeführten und mit unter Druck stehendem Zusatzgas gesättigten
Wassers im Inneren der von aktiviertem Schlamm zu klärenden Suspension erfolgt, wobei das
verbrauchte, jedoch noch an Sauerstoff reiche Gas, das zur Sauerstoffbehandlung des zu reinigenden Wassers
gedient hat, als Zusatzgas verwendet wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß eine gute Ausnutzung des
Sauerstoffs möglich und ein sehr hoher Gehalt an gelöstern Sauerstoff im Schlamm gewährleistet ist, der in
voller biologischer Aktivität umgewälzt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen
und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung <>« näher erläutert. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt
eine schematische Darstellung der Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Anordnung erfolgt die Sauerstoffbehandlung des zu reinigenden
Wassers in einem geschlossenen Becken a, das gegenüber der Atmosphäre dicht abgetrennt ist. Das zu
reinigende Wasser wird in das Becken a über eine Leitung b eingeführt Das Becken a wird mit reinem
Sauerstoff oder einem gasförmigen, wenigstens 80% Sauerstoff enthaltenden Gemisch über eine Leitung c in
der Weise versorgt, daß sich oberhalb der zu reinigenden Flüssigkeit eine Gasschicht ausbildet, die im
wesentlichen aus Sauerstoff bestehL Dieser Sauerstoff wird mittels eines Oberdruckerzeugers d durch eine
perforierte Rampe e gedrückt, die in der Nähe des Bodens des Beckens a angeordnet ist, um eine Diffusion
durch die Flüssigkeit des aktivierten Schlamms sicherzustellen.
Die Flüssigkeit des mit Sauerstoff behandelten und zu klärenden aktivierten Schlammes wird über eine
Leitung g einem Flotationsbecken h mit üblichem Aufbau an seiner Basis zugeführt Das Volumen des
Flotationsbeckens h ist gegenüber herkömmlichen Anordnungen verringert, und an der Oberseite des
Flotationsbeckens h erkennt man eine umlaufende Abflußrinne r, in der das durch Flotation geklärte
Wasser gesammelt wird. Von dieser Abflußrinne r führt eine Leitung / zu einem Druckkessel j, der außerdem
über eine Leitung π an den Kompressor m angeschlossen
ist
Die Leitung η dient dazu, das aus dem Becken a stammende, an Sa\:erstoff verarmte Gasgemisch, das
aber immerhin noch 40 bis 50% Sauerstoff enthält dem Druckkessel j als Zusatzgas zuzuführen. Diese Zuführung
erfolgt über den Kompressor m mit einem entsprechenden Druck.
Von dem Druckkessel j wird derjenige Teil des im Flotationsbecken h bereits behandelten Wassers, der
über die Leitung /rückgeführt und mit dem zugeführten Sauerstoff beaufschlagt worden ist, über die Leitung k
zum Flotationsbecken Λ zurückgeführt, wobei die Leitung Ar in die Leitung # einmündet, die zum Einführen
entflockten, zu klärenden Wassers in das Flotationsbekken h dient. Eine Zweigleitung ρ r-'vrgt dafür, daß der
nicht wieder umgewälzte Teil des geklärten Wassers, der gleich dem zu behandelnden Wasserdurchsatz ist,
abgezogen wird.
Das neuartige Verfahren bietet den wesentlichen Vorteil, daß die Sauerstoffbehandlungs- und Klärungsphasen gegenüber den Verfahren mit Schwerkraftklärung
verkleinert werden können, wie das nachstehende Ausführungsbeispiel zeigt. Darüber hinaus ermöglicht
es das Verfahren gemäß der beschriebenen Ausführungsform, den aus dem zur Sauerstoffbehandlung
dienenden Becken austretenden Sauerstoff für die Flotation wiederzuverwenden und damit den Grad der
Ausnutzung des Sauerstoffs zu steigern.
Außerdem ist es möglich, einen sehr hohen Gehalt an gelöstem Sauerstoff in den notierenden Schlämmen und
dem geklärten Wasser aufrechtzuerhalten, wobei das Flotationsbecken auf diese Weise zusätzlich zu seiner
Aufgabe als Kläreinrichtung für den Abschluß der Reinigung sorgt und somit den notierenden, umgewälzten
Schlamm in einem perfekten Sauerstoffbehandlungszustand und bei voller biologischer Aktivität hält.
Damit ist es, wie bereits erwähnt, möglich, die Abmessungen der Sauerstoffbehandlungsbecken zu
verringern.
Ausführungsbeispiel
Unter Benutzung des erfindungsgemäßen Verfahrens war es unter bestimmten Bedingungen möglich, bei der
Reinigung von städtischen Abwässern mit aktiviertem Schlamm mit einem Sauerstoffbehandlungsbecken mit
einem Volumen von 1200 m3 und einem Flotationsbek-
3
ken mit einer Oberfläche von 240 m2 zu arbeiten, während bei einem herkömmlichen Sauerstoffbehandlungsverfahren mit reinem. Sauerstoff, an das sich eine
Schwerkraftklärung anschließt, für gleiche Durchsätze und Wasserqualitäten ein Sauerstoffbehandlungsbecken j
mit einem Volumen von 3000 m3 sowie ein Dekantierungsbecken erforderlich gewesen wäre, das eine
Oberfläche van 800 m2 besitzt Die Abmessungen
hängen einerseits von der Konzentration an Mikroorganismen im Belüftungsbecken, andererseits von der in
Trenngeschwindigkeit im Klärbecken sowie der Konzentration an trockenen Stoffen beim Durchsatz der
Beaufschlagung des Beckens ab. Es zeigte sich, daß mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren im Flotationsbekken eine Trenngeschwindigkeit von 100 m3/m2 und Tag
bei einer Konzentration an Trockenmaterialien zu erreichen war, die bei dem in das Becken eingeleiteten
Versorgungsdurchsatz 10 g/l ausmachte, während es unter den gleichen Bedingungen beim herkömmlichen
Verfahren erforderlich gewesen wäre, die Klärgcschwindigkeit auf 3G m3/m2 und Tag zu begnazen, um
die Oberfläche des Dekantierangsbeckens maximal zu beschränken, und zwar bei einer Konzentration an
Trockenmaterialien des dem Dekantierungsbecken zugeführten Durchsatzes, die nur einen Wert von 3 bis
5 g/I ausmacht
Ein vorteilhaftes Anwendungsgebiet für das erfindungsgemäße Verfahren stellt die Anwendung auf eine
biologische Behandlung von Abwässern dar, an die sich
eine Tertiärbehandlung chemischer Art anschließt, bei
der beispielsweise die Phosphate durch Zusatz von Kalk oder Aluminiumsulfat oder Eisenchlorid ausgefällt
werden. Dabei ist es mög|ich, das Volumen des
Flotationsbeckens auf Verweilzeiteri von 20 bis 40 Minuten zu begrenzen, was zweimal bis viermal
weniger als bei einer Dekantiervorrichtung ist, wobei in dem durch Flotation geklärten Wasser ein Gehalt von in
Suspension befindlichen Materialien toleriert werden muß, der bis zu einem Wert von 100 mg/1 gehen kann,
die dann anschließend entflockt und bei der tertiären
Behandlung der abschließenden Entflockungsklärung zurückgehalten werden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur biologischen Reinigung von Abwässern mit aktiviertem Schlamm, bei dem eine Mischung aus aktiviertem Schlamm und zu reinigendem Abwasser zunächst in einem abgedeckten Bekken einer Sauerstoffbehandlung mit reinem Sauerstoff oder mit einem zumindest 80% Sauerstoff enthaltenden Gasgemisch unterzogen und dann der aktivierte Schlamm in einem anschließenden Flotationsbecken abgetrennt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Flotation des Schlammes durch Entspannung eines Teils des im Flotationsbecken geklärten, rückgeführten und mit unter Druck stehendem Zusatzgas gesättigten Wassers im Inneren der von aktiviertem Schlamm zu klärenden Suspension erfolgt, wobei das verbrauchte, jedoch noch an Sauerstoff reiche Gas, das zur Sauerstoffbehandlung <*es zu reinigenden Wassers gedient hat. als Zusatzgas verwendet wird.
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