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Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung wasserstoffreicher Gase aus
leichten Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise aus stickstoffreichem Erdgas.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung
wasserstoffreicher Gase aus leichten Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise aus Erdgas
mit hohem Stickstoffgehalt und einer Verbrennungswärme von mindestens 2500 kcal/m³
i.N.
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bekannt sind verschiedene Verfahren ud Vorrichtungen, die aus Erdgas
und anderen leichten Kohlenwasserstoffen wasserstoifreiches Gas herstellen. Diese
bekannten Verfahren spalten ethan und/oder andere Kohlenwasserstoffe mit oder ohne
Katalysatoren, bei verschiedenen Drucken, mit oder ohne Zusatz von Sauerstoff und/oder
Luft und/oder Wasserdanipf, zyklisch oder kontinuierlich bei Temperaturen zwischen
600 und 1300 °C. Dabei wird das basen durch den Sauerstoff des Wasserdampfes oxydiert
und Wasserstoff freigesetzt. In einer anschließenden Reduktionsphase wird das Eisenoxid
mit gasförmigen Reduktionsmitteln, wie Wasserstoff und/oder Wohlenmonoxid, zu Eisen
oder zu einer niederen Oxydationsstufe
des Eisens reduziert und
steht dann wieder zur Oxydation zur Verfuegung.
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Es wurde bereits vorgeschlagen, dass In einer Vorriölltung der an
sich bekannte Eisen-Wasserdampf-Prozess mit einem thermisch-katalytischen Spaltprozess
fuer leichte Kohlenwasserstoffe kombiniert wirt. Da durch ist es moeglich, den aus
der Oxydationsphase stammenden ueberschuessigen Wasserdampf sowie die chemisch gebundene
Waarme des aus der Reduktionsphase stammenden Restgases zur Spaltung von kohlenwasser-Stoffen
zu nutzen.
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Ferner wurde bereits vorgeschlagent dass in einer Vorrichtung ein
und dasselbe Katalysatorbett zyklisch abwechselnd mit Erdgas und Luft und/oder Sauerstoff
zur Erzeugung von Generatorgas sowio mit Erdgas und Wasserdampf zur Erzeugung von
Wassergas betrieben wird.
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Die genannten Verfahrenskombiantionen ermoeglichen den Ablauf des
Verfahrens sowohl nach dem Gleichstromals auch nach dem Gegenstrom-Prinzip. Im ersten
Falle besteht die Vorrichtung aus einem Waermetauscher und/ oder Regenerator, einem
Spaltkatalysator zur Erzeugung des Reduktionsgases, der Eisenmasse, einer Mischkammer
fuer die katalytische Verbrennung des Reduktionsrestgases, einem zweiten Spaltkatalysator
fuer die thermisch-katalytische Spaltung von Kohlenwasserstoffen unter NUtzung des
ueberschuessigen Wasserdampfte aus der Oxydationsphase und einem Regenerator und/oder
Waermetauscher. Oxydations- und Reduktionsphase verlaufen in gleicher Stroemungsrichtung
(Gleichstromprinzip) Im anderen Falle besteht die Vorricthung aus einem Waermetauscher
und/oder Regenerator, einem Spaltkatalysator, der im Reduktionstakt zur Erzeugung
des Reduktionsgases und im Oxydationstakt zur thermischkatalytischen
Spaltung
von Kohlenwasserstoffen unter Nutzung des uebeschuessigen Wasserdampfes aus der
Oxydationsphase dient, einer Eisenmasse und einem Regenerator und/oder -Waermetauscher,
Oxydations- und Reduktionsphase verlaufen in entgegengesetzter Stroemungsrichtung
(Gegenstromprinzip).
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Beide Varianten (Gleichstrom- und Gegenstromprinzip) sind mit Maengeln
behaftet.
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Einerseits muss in beiden Fellen der Fehlbetrag an Proze-sswaerme
in einem gesonderten Heiztakt zyklisch ueber einen Brenner eingebracht werden, andererseits
kann die im Produktionsgas und im Rauchgas in grossen Mengen vorhandene fuehlbare
Waerme zum grossen Teil nur fuer die Erzeugung von Äbhitzedampf genutzt werden,
so dass eine sinnvolle Nutzung des erzeugten Ueberschussdampfes notwendig wird.
Hinzu kommt, dass der Heiztakt als Verlustzeit gewertet werden muss, und dass ausserdem
die im Heiztakt entstehenden Rauchgase-ungewollt zu einer Oxydation der Eisenmasse
fuehren.
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Bei der Anwendung des Gleichstromprinzipes treten in der Eigenmasse
in bezug auf den Reaktionsablauf unguenstige Verhaeltnisse auf. Die in der Oxydationsphase
vom Wasserdampf direkt angestroemten Schichten der Bisenmasse werden bevorzugt oxydiert,
da in den folgenden Schichten der Partialdruck des Wasserstoffes zunimmt und eine
weitere Zersetzung des restlichen Wasserdampfes unguenstig beeinflusst. Analog liegen
die Verhaeltnisse in der folgenden Reduktionsphase. Die vorher bevorzugt oxydierten
Schichten der Eigenmasse werden jetzt bevorzugt reduziert, da dort die Konzentration
von H2 und CO im Reduktionsgas am hoechsten ist und beim Durchstroemen der folgenden
Schichten laufend abnimmt. Dadurch wird die Eisenmasse ungleichmaessig in die Reaktionen
einbezogen, was unguenstige Auswirkungen auf ihre Lebensdauer und auf die Umsetzungseffekte
hat,
Bei der Anwendung des Gegenstromprinzipez werden zwar die genannten
Nachteile des Gleichstromprinzipes ausgeschaltet, dafuer erfordert aber die Nutzung
der fuehlbaren Waerme der anfallenden Gase einen hoeheren apparativen Aufwand. In
beiden Faellen kann jedcch die Nutzung der fuehlbaren Waerme im Sinne der Ausrechterhaltung
des Prozessablaufes selbst nur unbefriedigend geloest weden. Daher ist der thermische
Wirkungsgrad, bezogen auf die erzeugte Produktgasmenge, niedrig.
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Der Zweck der Erfindung besteht darin, den Reaktionsablauf in der
Eisenmasse im Vergleich zum Gleichstromverfahren zu verbessern und gleichzeitig
gegenueber dem Gleichstrom- und Gegenstromverfahren eine maximale Nutzung der anfallenden
fuehlbaren Waerme fuer den eigentlichen Prozess zu erreichen, um so die spezifische
Produktionsgasleistung zu erhoehen und den spezifischen Waermeaufwand zu senken.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf der Grundlage der Kombination
des Prinzips des Eisen-Wasserdampf-Prozesses mit dem Prinzip der thermisch-katalytischen
Spaltung von Kohlenwasserstoffen den Ablauf des Gesamtprozesses so zu gestalten,
dass die spezifischen Nachteile des Gleichstromverfahrens sowie des Gegenstromverfahrens
weitestgehend beseitigt werden. Dazu ist es insbesondere erforderlich, den Reaktionsverlauf
in der Eigenmasse unter Beruecksichtigung der Gleichgewichtsbedingungen zu optimieren
und gleichzeitig die fuehlbaren Waermemengen der in der Oxydations- und in der Reduktionsphase
anfallenden Gasmengen ausser zur Erzeugung des benoetigten Wasserdampfes zur Aufrechterhaltung
des Prozesswaermegleichgewichtes zu nutzen.
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Erfindungagemaeee wird die Reduktionaphase in zwei Teilabschnitte
aufgegliedert, die in entgegengesetzter Stroemungsrichtung verlaufen. Die in der
vorhergehenden
Oxydationsphase oxydierte Eisenmasse wird nacheinander
aua beiden Richtungen vom in der Vorrichtung erzeugten Reduktionsgas angestroent.
Dadurch ist es moeglich, den Reduktionsgrad innerhalb der in der Eisenmasse gedachten
Schichten weitgehend einander anzugleichen und die Ausnutzung des Reduktionsgases
im Vergleich zum Gleichstromverfahren zu verbessern. Das ist zwangslaeufig mit einer
weitergehenden Zersetzung des in n der Oxydationsphase angebotenen Wasserdampfes
verbunden. Das bedingt, dass der Eisenmasse in beiden stroemungsrichtungen ein Spaltkata'-lysator
zur Erzeugung von Reduktionsgas vorgeschaltet sein muss, der beim Wechsel der Stroemungsrichtung
zur katalytischen Verbrennung des Reduktionsrestgase8 dient.
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Der in Gleichstrom-Richtung der Eisenmasse nachgeschaltete Spaltkatalysator
dient ausserdem waehrend der Oxydationsphase der thermisch-katalytischen Spaltung
von leichten Kohlenwasserstoffen unter Nutzung des ueberschuessigen Wasserdampfes.
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Die Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens besteht demzufolge
- in der Reihenfolge der Anordnung - aus Wsermetauscher und/oder Regenerator, Spaltkatalysator,
Mischkammer fuer eine katalytische Verbrennung von Reduktionsrestgas, Eisenmasse,
Mischkammer fuer eine katalytische Verbrennung von Reduktionsrestgas, Spaltkatalysator
und Regenerator und/oder Waermetauscher.
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Die technischen und die technisch-oekonomischen Auswirkungen der Erfindung
bestehen darin, dass durch einen guentigen Reaktionsverlauf in der Eisenmasse waehrend
der Reduktionsphase eine weitgehende Umsetzung des Reduktionsgases und waehrend
der Oxydationsphase eine weitgehende Zersetzung des Wasserdampfe erfolgt. Das hat
zu Folge, as die Wasserstofferzeugung in der Zeiteinheit, bezogen auf die eingesetzte
Eisenmasse, gegenueber den nach dem Gleichstromprinzip erreichbaren Werten verbessert
und den im Gegenstromprinzip erreich-@aren Werten angenaahert wird.
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Ausserdem ist es moeglich, dass durch Ausnutzung der bei der Reduktionagaserzeugung
freiwerdenden Reaktionswaerme und durch katalytische Varbrennung der Reduktionsrestgase
in beiden Richtungen der Waermehaushalt des Gesamtprozesses so abgestimmt wird,
dass ein zusaetzllches zyklisches Heizen entfallen kann. Die dadurch b.i den bekannten
Verfahren auftretenden Ausfallzeiten werden beseitigt und dic absolute Produktionsgaserzeugung
wird weiter gesteigert. Durch Verminderung des spezifischen Bedarfes an Einsatzstoff,
bezogen auf die ausgebrachte Produktionsgasmenge, wird der thermische Wirkungsgrad
des Verfahrens verbessert.
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Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausfuehrungsbeispiel naeher
erlaeutert werden: Die in der Zeichnung schematisch dargestellte Vorrichtung wird
zunaechst aun dem kalten Zustand durch einen Brenner 1 auf Prozesstemperatur gebnracht.
Danach wird ein Gemisch aus stickstoffreichem Erdgas, das ueber die Einbindung 13
und aua im Regenerator 3 vorgewaermter Luft, die ueber die Einbindung 2 zugefuehrt
wird, ueber den Spaltkatalysator 4 zur Reaktion gebracht. Das entstehende CO- und
H2-haltige Reduktionsgas reduziert die Eisenmasse 5. Das aus der Eisenmasse austretende
Restgas wird nach Zwnischung von Luft, die ueber die Einbindung 12 zugefuehrt wird,
in der Misachkammer 12, im Spaltkatalysator 6 katalytisch verbrannt. Die heissen
Verbrennungsgase werden im Abhitzekessel 7 zur Erzeugung von Dampf genutt und verlassen
ueber den Rauchgasaustritt 8 die Vorrichtung. Anschliessend wird dio orrichtung
mit Dampf gespuelt. Danach folgt die zweite Reduktionsphase, die in entgegengesetzter
Richtung verlaeuft. Dazu wird ein Gemisch aus Luft und stickstoffreichem Erdgas,
dass ueber die Einbindung 14 zugefuehrt wird, in Spaltkatalysator 6 katalytisch
umgesetzt. Das entstehende Reduktionsgas reduziert die Eisenmasse 5 weiter. Das
aus der Eisenmasse 5 austretende Restgas wird mit Luft, die ueber die Einbindung
11 zugefuehrt
wird, in der Mischkammer gemischt und im Spaltkatalysator
4 katalytisch verbrannt. Die heissen Verbrennungsgase geben ihre fuehlbare Waerme
zum grossen Teil im Regenerator 3 ab und verlassen die Vorrichtung ueber den zweiten
Rauchgasaustritt 9. Danach wird die Vorrichtung wiederum mit Dampf gespuelt. In
der folgenden Oxydationsphase wird Wasserdampf der ueber die Einbindung 2 zugefuehrt
wird im Regenerator 3 und im Spaltkatalysator 4. ueberhitzt und in der Eisenmasse
5 teilweise zersetzt.
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In der Mischkammer 12 wird dem aus der Eisenmasse 5 austretenden Wasserstoff/Wasserdampf-Gemisch
ueber die Einbindung 12 stickstoffreiches Erdgas zugemischt, worauf im Spaltkatalysator
6 die thermisch-katalytische Umsetzung erfolgt. Das aus dem Spaltkatalysator 6 austretende
Produktionagae gibt den groessten Teil seiner fuehlbaren Waerme im Abhitzekessel
7 ab und verlaesst die Vorrichtung ueber den Produktionsgasaustritt 10.
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Danach wird di. Vorrichtung duroh Einleiten von Dampf in die Mischkammer
12 in Richtung Produktionsgas-Austritt 10 gespuelt. Anschliessend beginnt der Zyklus
von neuem.
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Der zeitliche Ablauf der Hauptphasen des P-ozessos ist etwa durch
folgendes Zeitverhaeltnis charakterisiert: Reduktionsphase I: Reduktionsphase II:
Oxydationsphase wie 2 : 1 : 1,5