DE2136129B2 - Raumfahrzeug mit abdeckbaren triebwerken - Google Patents
Raumfahrzeug mit abdeckbaren triebwerkenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
- B64G—COSMONAUTICS; VEHICLES OR EQUIPMENT THEREFOR
- B64G1/00—Cosmonautic vehicles
- B64G1/14—Space shuttles
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Raumfahrzeug mit abdeckbaren Triebwerken zum Transport von Personen
und/oder Gegenständen, das außerhalb oder innerhalb der Atmosphäre sowie als Untfirschall-GIeitflugkörper
geflogen und gelandet werden kann.
Bekannt sind verschiedene Ausführungen von Raumfahrzeugen, auch Raumtransporter genannt, für den
Wiedereintritt in die Atmosphäre eines Planeten. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um Flugzeuge,
die sich sowohl im Weltraum mit Hilfe von Raketentriebwerken fortbewegen können, als auch beim
Wiedereintritt in die irdische Atmosphäre oder beim Eintritt in die Atmosphäre eines anderen Planeten sich
mit Hilfe ihrer aerodynamischen Formgebung in der Art eines steuerbaren Gleitflugzeuges fliegen lassen, so daß
es im Prinzip möglich ist, einen vorhandenen bestimmten Landeplatz anzusteuern.
Die bekannten Projekte derzeitiger Raumtransporter haben fast alle ein gemeinsames Kennzeichen: Zur
Aufnahme der Raketentriebwerke sind heckseitig Flächen annähernd rechtwinklig zur Hauptlängsachse
des Flugkörpers vorgesehen. Diese Flächen verleihen dem Raumtransporter im Gegensatz zu üblichen
tropfenförmigen Stromlinienkörpern ein »abgehacktes Aussehen«. Diese stumpfen Heckflächen verschlechtern
erheblich die aerodynamischen Eigenschaften. In Anleihung an den Bootsbau werden diese Flächen auch
ate »Heckspiegel« bezeichnet.
Um die gewünschten aerodynamischen Eigenschaften zu erhalten, werden vorzugsweise zwei Wege beschriften:
1. Das Flugzeug wird in herkömmlicher Art mit festen
oder ausfahrbaren Flügeln und Leitwerken versehen oder
2. Das Flugzeug wird als Ganzes in der Art eines »Nurflügelflugzeugs« — vorzugsweise deltaförmig
— ausgeführt, wobei die seitliche Ausladung oder Spannweite oft erheblich geringer als die Länge des
Fahrzeugkörpers ist.
In letztere Kategorie fällt auch eine Ausführung, die als »lifting body« bekannt ist
Bekannt ist ferner, daß Wiedereintrittskörper mit einer Anzahl von beweglichen Klappen zur aerodynamischen
Steuerung versehen sind. Horizontal angeordnete Klappen zur Längs- und Rollsteuerung befinden
sich vorzugsweise am Heck und in unmittelbarer Nachbarschaft des »Heckspiegels«. Klappen zur Längsund
Quersteuerung im Unterschallbereich sind vorzugsweise an der Oberseite des Flugkörpers angebracht,
während für den Oberschall und/oder für große Anstellwinkel Klappen an der Unterseite Verwendung
finden. Letztere Klappen sind besonders thermischen Belastungen ausgesetzt und müssen entsprechend
•5 ausgebildet werden.
Die bekannten »Heckspiegei« dienen der Aufnahme
der Raketentriebwerke. Ihr hauptsächlicher Nachteil besteht darin, daß sie den Luftwiderstand, insbesondere
bei Unterschallgeschwindigkeiten, je nach relativer Größe stark erhöhen. Wenn man ferner bedenkt, daß
der aerodynamische Auftrieb der meisten bekannten
Raumtransporterprojekte, insbesondere der »lifting bodies«, bezogen auf die Grundrißfläche, erheblich
kleiner als bei herkömmlichen Tragflächen ist, dann erkennt man, daß jegliche Erhöhung des schädlichen
Widerstandes eine empfindliche Verschlechterung der Gleitflugeigenschi.'ten zur Folge hat Ähnlich wie bei
Hochleistungssegelflugzeugen kann bei »lifting bodies« mit vorgegebenen Abmessungen eine Erhöhung der
Gleitzahl — nämlich das Verhältnis Auftrieb zu Widerstand — im wesentlichen nur durch eine
Verringerung des schädlichen Widerstandes erreicht werden.
eine Verbesserung der Gleitflugeigenschaften eines
zu erzielen.
daß am Heckspant parallel zueinander Heck- bzw. Spreizklappen angelenkt sind, die mit dem Heckspant in
geschlossenem Zustand einen annähernd dreiseitig prismatischen Hohlraum bilden, der zur Aufnahme der
Rückstoßtriebwerke dient und diese bei Überschall-
Vorteilhaft ist nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag besonders der Wegfall des starren »Heckspiegels«.
Außerdem konnte durch Windkanalmessung an Unterschall-lifting bodies nachgewiesen werden, daß
so die linienförmige Berührung der Hinterkanten der Steuerklappen zu einem spitzen Heckprofil zu erheblichen
Verbesserungen der Gleitzahl führt Dadurch ist ein derartiger Flugkörper auch besser geeignet, eine
horizontale Landung auf einem herkömmlichen Flugfeld vorzunehmen.
Da die unteren Heckklappen ohnehin für hohe thermische Belastungen ausgelegt werden müssen,
bieten sie nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag gleichzeitig in vorteilhafter Weise Schutz für das
Raketenantriebssystem. Das ist besonders dann wichtig, wenn man an eine Wiederverwendung des gesamten
Triebwerkes oder wesentlicher Teile desselben denkt.
Vorteilhaft ist weiter, daß die Umwandlung des »Heckspiegels« in ein Heckspant mit vielfältigen
Funktionen konstruktiv die Möglichkeit bietet, eine klare Unterteilung vorzunehmen in einen inneren, d. h.
möglicherweise luftdicht abgeschlossenen und in einen äußeren Flugkörperraum, der im wesentlichen von den
oberen und unteren Klappten und seitlich von Stabilisierungsflossen
umschlossen ist
Das Heckspant kann jetzt vorteilhaft als Montagefläche
der Raketentriebwerke und als Anschlußtragwerk für die Heckklappenscharniere und -Steuerungen
benutzt werden, wodurch eine beträchtliche Gewichtseinsparung eintritt
Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher
erläutert
In F i g. 1 bis 4 sind die vier Ansichten eines Raumfahrzeugs dargestellt:
F i g. 1 zeigt das Fahrzeug mit geschlossenen und geöffneten Heck- bzw. 5preizklappen;
Fig.2 zeigt die Draufsicht mit geschlossenen
Spreizklappen 5;
Fig.3 zeigt dagegen die Unteransicht mit den
HeckkJappen 4; während
F i g. 4 in der Heckansicht sowohl die Spreizklappen 5
als auch die Heckklappen 4 in geschlossenem Zustand zeigt
Die Unterteilung in rechtsseitige und linksseitige Klappen geschieht, um durch asymmetrische Klappenstellung
auch Rollmomente um die Längsachse erzeugen zu können.
Der Hauptkörper 1 ist mit einem schrägen Heckspant 2 dargestellt, das im wesentlichen auch eine Trennwand
zu dem eigentlichen Transportkörper bildet Dieses Heckspant 2 dient ferner als Montagefläche für die
Gelenke und/oder Scharniere der unteren Heckklappen
4 sowie der oberen Spreizklappen 5. Außerdem sind hier die hydraulischen Klappenbetätigungssysteme 7
und 8 angeschlossen. Das Heckspant 2, das mit den Heck- bzw. Spreizklappen 4 und 5 einen annähernd
dreiseitig prismatischen Hohlraum bildet, dient ferner der Aufnahme der Raketentriebwerkshalterung 9, die
ihrerseits die Raketentriebwerke 3 aufnimmt Die Schiefe des Heckspants 2 gestattet ferner einen direkten
Anschluß an die Hauptholme 10 der seitlichen Stabilisierungsflächen 6. Der prismatische Hohlraum
dient auch als Schutz für die Gelenke und Scharniere der Steuerklappen sowie für die hydraulischen Klappenbetätigungssysteme
7 und 8.
Man erkennt sowohl aus F i g. 1 als auch aus F i g. 4, daß sich die Klappen in geschlossenem Zustand
linienförmig berühren. Damit erseheint der Flugkörper
als Ganzes wie ein hinten spitz zulaufender Stromlinienkörper.
Die Wirkungsweise eines derartigen Raumfahrzeugs ist wie folgt: Im Raumflug wird die Lage des
Flugkörpers vornehmlich durch Gasdüsensysteme 11 nach F ί g. 1 und 4 in bekannter Weise geregelt Zur
Änderung des Bahnimpulses, insbesondere zum Abbremsen, werden jedoch die Raketentriebwerke 3
benötigt Hierzu öffnen sich die oberen Spreizklappen 5
ίο und die unteren HecWklappen 4, um die Raketen 3
freizugeben. Dazu ist die Kinematik der Klappengelenke
in der Weise ausgebildet, daß ein genügend großer öffnungswinkel gebildet wird, um die heißen Abgase
ungehindert austreten zu lassen. Der große öfmungswinkel
der Klappen ist deshalb unbedenklich, weil es im Weltraum keinen Luftwiderstand gibt
Zum Wiedereintritt wird der Luf'.körper mit Hilfe des
Gasdüsensystems 11 in eine vorberechnete Lage gebracht, wobei die Raketentriebwerke 3 zum Abbremsen
in die Bahnrichtung ausgerichtet sind. Die Raketen 3
werden dann bei geöffneten Kappen gefeuert und
brennen so lange, bis die gewünschte Bremswirkung erreicht ist Sodann werden die Klappen geschlossen
und der Flugkörper in die Eintrittsfluglage mit hohem
bleibt, bis die allmählich wirksam werdenden Luftkräfte
für eine Klappensteuerung ausreichen.
jo lieh die Heckklappen 4 wirksam, die obendrein den
Raketenmotor und/oder die Raketendüse vor thermischer
Belastung schützen. In der Schlußphase im Unterschall wird der Flugkörper derartig schwerpunktmäßig
ausgetrimmt daß die opitmale Gleitzahl bei geschlossenen Klappen erreicht wird.
Für den Ladeanflug werden die oberen Spreizklappen 5 betätigt, die in ihrer extremsten Lage auch als
Bremsklappen wirksam sind.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann die Raketenhalterung 9 in der Weise ausgebildet sein, daß d:~ Raketentriebwerke 3 noch weiter nach hinten ausgefahren werden können. Dadurch wird noch mehr verhindert daß der heiße Raketenstrahl unter Umständen Teile der Klappen und/oder anderweitige Strukturelemente beaufschlagt
In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann die Raketenhalterung 9 in der Weise ausgebildet sein, daß d:~ Raketentriebwerke 3 noch weiter nach hinten ausgefahren werden können. Dadurch wird noch mehr verhindert daß der heiße Raketenstrahl unter Umständen Teile der Klappen und/oder anderweitige Strukturelemente beaufschlagt
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Raumfahrzeuge mit abdeckbaren Triebwerken zum Transport von Personen und/oder Gegenständen,
das außerhalb oder innerhalb der Atmosphäre sowie als Unterschall-Gleitflugkörper einsetzbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß am Heckspant (2) parallel zueinander Heck- bzw. Spreizklappen
(4,5) angelenkt sind, die mit dem Heckspant (2)
im geschlossenen Zustand einen annähernd dreiseitig prismatischen Hohlraum bilden, der zur Aufnahme
der Rückstoßtriebwerke (3) dient und diese bei Oberschallgleitflug abschirmt
2. Raumfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gelenkig angebrachten
Heck- bzw. Spreizklappen (4, 5) derart steuerbar sind, daß sie im geöffneten Zustand den Strahl der
Triebwerke ungehindert ins Freie treten lassen.
3. Raumfahrzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Heck- bzw. Spreizklappen
(4,5) getciit sind.
4. Raumfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile der Heck- bzw.
Spreizklappen (4, 5) zur Verbesserung der Steuereigenschaften getrennt schwenkbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712136129 DE2136129C3 (de) | 1971-07-20 | 1971-07-20 | Raumfahrzeug mit abdeckbaren Triebwerken |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712136129 DE2136129C3 (de) | 1971-07-20 | 1971-07-20 | Raumfahrzeug mit abdeckbaren Triebwerken |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2136129A1 DE2136129A1 (de) | 1973-02-01 |
| DE2136129B2 true DE2136129B2 (de) | 1981-01-08 |
| DE2136129C3 DE2136129C3 (de) | 1981-09-17 |
Family
ID=5814181
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19712136129 Expired DE2136129C3 (de) | 1971-07-20 | 1971-07-20 | Raumfahrzeug mit abdeckbaren Triebwerken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2136129C3 (de) |
Families Citing this family (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4830314A (en) * | 1988-01-25 | 1989-05-16 | General Dynamics Corp./Space Systems Division | Recovery system for rocket engine |
| RU2137681C1 (ru) * | 1997-10-30 | 1999-09-20 | Криворотов Александр Семенович | Космический летательный аппарат |
| WO2004092013A2 (en) * | 2003-03-28 | 2004-10-28 | Mojave Aerospace Ventures, Llc | Winged spacecraft |
| FR2954275B1 (fr) | 2009-12-22 | 2012-01-13 | Astrium Sas | Vehicule aerien ultra-rapide et procede de locomotion aerienne associe |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1288447B (de) * | 1963-02-06 | 1969-01-30 | Reiniger Kurt | Raumgleiter |
| US3276722A (en) * | 1964-02-04 | 1966-10-04 | Jr Alfred J Eggers | Flight craft |
-
1971
- 1971-07-20 DE DE19712136129 patent/DE2136129C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2136129C3 (de) | 1981-09-17 |
| DE2136129A1 (de) | 1973-02-01 |
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