DE2118949B2 - Verfahren zur kontinuierlichen Be handlung von Flüssigkeiten in Ionenaus tauschern - Google Patents
Verfahren zur kontinuierlichen Be handlung von Flüssigkeiten in Ionenaus tauschernInfo
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- B01J47/10—Ion-exchange processes in general; Apparatus therefor with moving ion-exchange material; with ion-exchange material in suspension or in fluidised-bed form
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten, bei dem
die zu behandelnde Flüssigkeit durch ein Ionenaustauscherbett mit nahezu konstantem Volumen geleitet
wird und die Ionenaustauscherpartikeln während der Beladungsphase keinem Platzwechsel innerhalb
des Bettes unterliegen und aus dem Bett fortlaufend nahezu gleiche Volumenteile an erschöpften Austauscherpartikeln
abgeführt wie an regenerierten Austauscherpartikeln zugeführt werden.
Die bisher bekannten Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten, insbesondere
Wasser, sind zur Erreichung der Kontinuität des Verfahrens an eine bestimmte Bettform einerseits und
andererseits an einen bestimmten Bettaufbau gebunden.
Bei dem bekannten kontinuierlichen Verfahren zur Behandlung von Flüssigkeiten, insbesondere zum
Enthärten und/oder Entsalzen von Wasser, wird ein Wirbelbett verwendet, dem das Rohwasser von unten
durch eine Füllkörperschüttung zugegeben wird. Durch die Füllkörperschüttung werden über Abzugsrohre
die erschöpften Ionenaustauscherpartikeln abgezogen und einer Regenerierkolonne unter Zwischenschaltung
einer Vielzahl von Hilfseinrichtungen zugeführt. Entsprechend dem Abzug von erschöpften
Ionenaustauscherpartikeln werden gleichzeitig dem Wirbelbett regenerierte Ionenaustauscherpartikeln
zugeführt. Infolge der Verwendung eines Wirbelbettes ist ein großer apparativer Aufwand notwendig,
der sich sowohl in einer sehr schlanken Beladungskolonne als auch in einer großen Regenerierkolonne
niederschlägt. Abgesehen von diesen Nachteilen ist mit der in diesem Verfahren verwendeten
Bettform nur dann in ausreichendem Maße die maximale Annäherung an den gewünschten
Reinheitsgrad erreichbar, wenn sehr schlanke und damit sehr hohe Beladungskolonnen verwendet
werden.
Es ist weiter ein Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Wasser oder anderen wäßrigen
Flüssigkeiten bekanntgeworden, bei dem ein besonderer Aufbau des Bettes die Kontinuität des Verfahrensablaufes
sicherstellt. Der Bettaufbau ist dabei derart, daß den Ionenaustauscherpartikeln magnetisches
Material in feiner Verteilung beigegeben wird. Das Bett ist ober- und unterseitig durch perforierte
Platten, deren Perforation mit Sieben versehen sind, begrenzt. Die zu behandelnde Flüssigkeit wird
von unten oberhalb der das Bett nach unten begrenzenden perforierten Platte in das Bett eingebracht
und oberhalb der das Bett oberseitig begrenzenden perforierten Platte abgezogen. Die erschöpften Austauscherpartikeln
gelangen durch die untere perforierte Platte in einen trichterförmigen Auslauf und
von dort unter Zuhilfenahme einer Harzförderpumpe in eine Regenerierstation. Aus dieser Regenerierstation
werden die regenerierten lonenaustauscherpartikeln wiederum mittels einer Harzförderpumpe
über eine unterhalb der das Bett oberseitig begrenzenden perforierten Platte endenden Leitung dem
Bett wieder zugeführt. Die Nachteile, die diesem bekannten Verfahren anhaften, bestehen darin, daß die
die Kontinuität des Verfahrens sicherstellenden Harzförderpumpen eine Beimischung von magnetisierten
Partikeln zu den Ionenaustauscherpartikeln erfordern, weil ohne eine solche Beigabe die Ionenaustauscherpartikeln
im Verfahrensablauf zersplittern und einen ständig zunehmenden Druckverlust hervorrufen,
demzufolge Betriebsstörungen unvermeidbar sind.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung
von Flüssigkeiten zu schaffen, bei dem durch den Aufbau des Bettes und durch Änderungen der
Druckverhältnisse in den einzelnen Bettabschnitten bei gleichzeitigem Abziehen von erschöpften und
Zugeben von regenerierten Ionenaustauscherpartikeln in nahezu gleichen Volumenteilen das Ionenaustauscherbett
fortlaufend entgegen der Fließrichtung der zu behandelnden Flüssigkeit bewegt wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung vorgeschlagen, daß die zu behandelnde Flüssigkeit
nach Eintritt in das Ionenaustauscherbett in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird, von
denen mindestens ein Teilstrom zum Austragen von erschöpften Ionenaustauscherpartikeln dient, während
der andere Teilstrom im Ionenaustauscherbett behandelt wird und mit Erreichen der maximalen
Annäherung an die gewünschten Eigenschaften in einen ausschließlich aus regenerierten Ionenaustauscherpartikeln
bestehenden Bett-Abschnitt eintritt, dort abgezogen wird und der austretende Fertig-Flüssigkeitsstrom
anschließend in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird und mit Hilfe von mindestens einem Teilstrom die regenerierten Ionenaustauscherpartikeln
an das Bett herangetragen werden und das Bett in seiner Gesamtheit entgegen der Fließrichtung der zu behandelnden Flüssigkeit infolge
der Druckdifferenz im nichtbehandelnden Bett-Abschnitt und im behandelnden Bett-Abschnitt bewegt
wird.
Das im Vorhergehenden beschriebene Verfahren kann, ohne den Gedanken der Erfindung zu verlassen,
auch dadurch gekennzeichnet sein, daß die zu behandelnde Flüssigkeit nach Eintritt in das Ionenaustauscherbett
in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird, von denen mindestens ein Teilstrom zum
Austragen von erschöpften Ionenaustauscherpartikeln dient, während der andere Teilstrom im Ionenaustauscherbett
behandelt wird und mit Erreichen der maximalen Annäherung an die gewünschten Eigenschaften in einen ausschließlich aus regenerierten
Austauscherpartikeln bestehenden Bett-Abschnitt eintritt, dort abgezogen wird und der austretende
Fertig-Flüssigkeitsstrom anschließend in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird und mit Hilfe von
mindestens einem Teilstrom die regenerierten Ionenautauscherpartikeln
an das Bett herangetragen werden und das Bett in seiner Gesamtheit-entgegen der
Fließrichtung die zu behandelnde Flüssigkeit infolge der Druckdifferenz im nichtbehandelnden Bettabschnitt
und im behandelnden Bettabschnitt bewegt wird, wobei wahlweise der Durchfluß der noch zu
behandelnden Flüssigkeit oder der Durchfluß der Fertig-Flüssigkeit entweder im Hauptstrom oder in
den Teilströmen fortlaufend kurzfristigen Änderungen unterworfen wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt, welches
sowohl bei einem Monobett als auch bei einem Mischbett zur Anwendung kommen kann.
Die zu behandelnde Flüssigkeit durchströmt zunächst als Hauptstrom 1 den Abschnitt 2 und weiter
als Teilstrom den Abschnitt 3 des behandelnden
Betteiles und tritt am unteren Ende desselben bei 4 aus. Ein Teilstrom 5 wird im Abstand χ entnommen,
der die zu regenerierenden erschöpften Ionenaustauscherpartikeln in eine Regenerierstation 10 leitet.
Ein Teilstrom der Fertig-Flüssigkeit, der bei 4 austritt, S wird mittels einer Förderpumpe 6 und einer Leitung 7
von unten nach oben entgegen dem Hauptstrom 1 durch den Bettabschnitt 8 als geschlossener Kreislauf,
der wieder bei 4 austritt, gefördert. Die regenerierten Ionenaustauscherpartikeln werden über Leitungen
9 aus der Regenerierstation 10 im Aufwärtsstrom an den Bettabschnitt 8 des Hauptbettes herangetragen.
Infolge eines ausreichend hohen Druckunterschiedes zwischen dem Bettabschnitt 8 und den
Bettabschnitten 2 und 3 wird das Bett in seiner Gesamtheit nach oben entgegen der Hauptströmungsrichtung
der zu behandelnden Flüssigkeit bewegt. Dabei werden bei Überschreiten der fixierten Höhe
U durch den Bettabschnitt 3 die stark beladenen Ionenaustauscherpartikeln mittels eines Teilstromes 5
von zu behandelnder Flüssigkeit kontinuierlich abgezogen und gelangen zur Regenerierstation 10. Die
nahezu gleichen Volumenteile, die an erschöpften Ionenaustauscherpartikeln mittels des Teilstromes 5
abgezogen werden, werden aus der Regenerierstation 10 über die Leitung 9 mit einem Teilstrom der Fertig-Flüssigkeit
von unten an den Bettabschnitt 8 herangetragen.
Die Bewegung des Ionenaustauscherbettes in seiner Gesamtheit entgegen der Hauptfließrichtung
der zu behandelnden Flüssigkeit kann auch dadurch unterstützt werden, daß der Hauptstrom der zu behandelnden
Flüssigkeit oder der Hauptstrom der Fertig-Flüssigkeit sowie die Teilströme der zu behandelnden
Flüssigkeit und der Fertig-Flüssigkeit im Durchfluß fortlaufend kurzfristigen Änderungen
unterworfen werden.
Der Vorteil, der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erreicht wird, besteht darin, daß mit ihm kontinuierlich
eine Flüssigkeit, z. B. Wasser, behandelt wird, wobei insbesondere im Gegensatz zu dem eingangs
zuerst beschriebenen Verfahren kein Wirbelbett notwendig ist, sondern das Verfahren in einem
sogenannten Kompakt-Frei-Schwebebett abläuft, für das ober- und unterseitig keine festen Begrenzungen
notwendig sind, sondern das Bett fortlaufend durch die Druckunterschiede in den einzelnen Bettabschnitten
bewegt wird. Einen großen apparativen Aufwand und zusätzliche Hilfseinrichtungen erfordert das erfindungsgemäße
Verfahren nicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren, wie es im Ausführungsbeispiel beschrieben ist, sieht vor, daß die
zu behandelnde Flüssigkeit von oben und der regenerierte Ionenaustauscher von unten zugeführt werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, das Verfahren umzukehren, d. h. die zu behandelnde Flüssigkeit
von unten und den regenerierten Ionenaustauscher von oben zuzuführen.
Claims (2)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten, bei dem die zu behandelnde
Flüssigkeit durch ein Ionenaustauscherbett mit nahezu konstantem Volumen geleitet wird und
die Ionenaustauscherpartikeln während der Beladungsphase keinem Platzwechsel innerhalb des
Bettes unterliegen und aus dem Bett fortlaufend nahezu gleiche Volumenteile an erschöpften Austauscherpartikeln
abgeführt wie an regenerierten Austauscherpartikeln zugeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu behandelnde
Flüssigkeit nach Eintritt in das Ionenaustauscherbett in mindestens zwei Teilströme
aufgeteilt wird, von denen mindestens ein Teilstrom zum Austragen von erschöpften Ionenaustauscherpartikeln
dient, während der andere Teilstrom im Ionenaustauscherbett behandelt wird und mit Erreichen der maximalen Annäherung
an die gewünschten Eigenschaften in einen ausschließlich aus regenerierten Austauscherpartikeln
bestehenden Bett-Abschnitt eintritt, dort abgezogen wird und der austretende Fertig-Flüssigkeitsstrom
anschließend in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird und mit Hilfe von mindestens
einem Teilstrom die regenerierten Ionenaustauscherpartikeln an das Bett herangetragen
werden und das Bett in seiner Gesamtheit entgegen der Fließrichtung die zu behandelnde Flüssigkeit
infolge der Druckdifferenz im nichtbehandelnden Bett-Abschnitt und im behandelnden
Bett-Abschnitt bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zu behandelnde Flüssigkeit
nach Eintritt in das Ionenaustauscherbett in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird, von
denen mindestens ein Teilstrom zum Austragen von erschöpften Ionenaustauscherpartikeln dient,
während der andere Teilstrom im Ionenaustauscherbett behandelt wird und mit Erreichen
der maximalen Annäherung an die gewünschten Eigenschaften in einen ausschließlich aus regenerierten
Austauscherpartikeln bestehenden Bett-Abschnitt eintritt, dort abgezogen wird und der
austretende Fertig-Flüssigkeitsstrom anschließend in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird und
mit Hilfe von mindestens einem Teilstrom die regenerierten Ionenaustauscherpartikeln an das
Bett herangetragen werden und das Bett in seiner Gesamtheit entgegen der Fließrichtung die zu behandelnde
Flüssigkeit infolge der Druckdifferenz im nichtbehandelnden Bett-Abschnitt und im behandelnden
Bett-Abschnitt bewegt wird, wobei wahlweise der Durchfluß der noch zu behandelnden
Flüssigkeit oder der Durchfluß der Fertig-Flüssigkeit entweder im Hauptstrom oder in den
Teilströmen fortlaufend kurzfristigen Änderungen unterworfen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712118949 DE2118949C2 (de) | 1971-04-20 | Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten jn Ionenaustauschern | |
| GB1211372A GB1386372A (en) | 1971-04-20 | 1972-03-15 | Process for the continuous treatment of liquids |
| AT339772A AT321250B (de) | 1971-04-20 | 1972-04-18 | Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten in Ionenaustauschern |
| US00245481A US3813333A (en) | 1971-04-20 | 1972-04-19 | Method of treating fluid in a continuous manner |
| CH581972A CH543291A (de) | 1971-04-20 | 1972-04-19 | Verfahren zum kontinuierlichen Behandeln von Flüssigkeiten |
| BE782425A BE782425A (fr) | 1971-04-20 | 1972-04-20 | Verfahren zur kontinuierlichen behandlung von flussigkeiten in ionenaustauschern |
| FR7217314A FR2135370B1 (de) | 1971-04-20 | 1972-05-15 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712118949 DE2118949C2 (de) | 1971-04-20 | Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Flüssigkeiten jn Ionenaustauschern |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2118949A1 DE2118949A1 (de) | 1971-11-04 |
| DE2118949B2 true DE2118949B2 (de) | 1971-11-04 |
| DE2118949C2 DE2118949C2 (de) | 1976-08-12 |
Family
ID=
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1386372A (en) | 1975-03-05 |
| DE2118949A1 (de) | 1971-11-04 |
| US3813333A (en) | 1974-05-28 |
| FR2135370A1 (de) | 1972-12-15 |
| CH543291A (de) | 1973-10-31 |
| FR2135370B1 (de) | 1975-03-28 |
| BE782425A (fr) | 1972-08-16 |
| AT321250B (de) | 1975-03-25 |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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