DE19961841A1 - Fälschungssicheres Informationsträgermaterial, daraus hergestellter Informationsträger und Vorrichtung zu dessen Prüfung - Google Patents

Fälschungssicheres Informationsträgermaterial, daraus hergestellter Informationsträger und Vorrichtung zu dessen Prüfung

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Abstract

Zur Fälschungssicherung wird ein Informationsträger mit einer zwei langzeitstabile Zustände aufweisenden photochromen Substanz dotiert und durch Lichteinstrahlung initialisiert. Die Lage der initialisierten Stellen (2) wird in auslesbarer Form abgespeichert. Zur Echtheitsprüfung wird die Lage der initialisierten Stellen (2) optisch ausgelesen und mit der abgespeicherten Lageinformation verglichen (Fig. 1).

Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein fälschungssicheres Informationsträgermaterial mit einem Substrat und einer pho­ tochromen Substanz, die durch Lichteinstrahlung von einem er­ sten Zustand in mindestens einen dazu isomeren, zweiten Zu­ stand überführbar ist, der von dem ersten Zustand durch Lichteinstrahlung unterscheidbar ist, sowie auf einen daraus hergestellten Informationsträger und eine Vorrichtung zu des­ sen Prüfung.
Schon im täglichen Gebrauch begegnet man zahlreichen Ar­ ten von Informationsträgern, für die ein hohes Bedürfnis an Fälschungssicherheit besteht. Beispiele sind insbesondere Banknoten, Schecks oder andere Werturkunden, deren Substrat aus Papier gebildet ist, aber auch Informationsträger auf dickeren und festeren Substraten, wie beispielsweise Kredit­ karten, Scheckkarten, Personalausweiskarten oder dgl. Die verwendeten Begriffe "Informationsträgermaterial" und "Infor­ mationsträger" sollen daher alle Arten von gegen unerlaubte Nachahmung zu schützenden Aufzeichnungen einschließen.
Zur Fälschungssicherung von Banknoten ist es bereits be­ kannt (GB 2 272 861 A), auf das Notenpapier ein Bild sowohl mit dauerhaft sichtbarer Druckfarbe als auch mit zwischen zwei Zuständen reversibel farbveränderlicher, photochromer Druckfarbe aufzudrucken. Zur Echtheitsprüfung wird das perma­ nent sichtbare, optische Bild der Banknote mit dem photochro­ men Bild in seinen beiden Zuständen, die durch geeignete Lichteinstrahlung hervorgerufen werden, miteinander vergli­ chen. Der dadurch erreichte Sicherheitsstandard ist aller­ dings nicht befriedigend, weil mit den heutzutage verfügbaren verfeinerten Vervielfältigungsmethoden diese Drucktechnik auch Fälschern zugänglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Informations­ trägermaterial mit erhöhter Fälschungssicherheit, daraus hergestellte Informationsträger sowie eine Vorrichtung zu de­ ren Prüfung zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird dies hinsichtlich des Informations­ trägermaterials dadurch gelöst, daß die beiden Zustände lang­ zeitstabil, das Substrat für die der Überführung vom ersten in den zweiten Zustand dienenden Lichtwellenlängen und die der Unterscheidung der beiden Zustände dienenden Lichtwellen­ längen hinreichend durchlässig und die photochrome Substanz in das Substrat eingebettet ist.
Da bei dem erfindungsgemäßen Informationsträgermaterial die photochrome Substanz in das Substrat eingebettet ist, würde eine qualitativ gute Fälschung voraussetzen, daß der Fälscher das mit der photochromen Substanz dotierte Substrat selbst herstellt oder beschafft. Ersteres ist wegen des hohen technischen Aufwandes praktisch ausgeschlossen, wogegen letz­ teres mangels allgemeiner Zugänglichkeit solcher speziellen Substrate ebenfalls nicht möglich ist. Der Versuch einer Fäl­ schung durch oberflächliches Aufbringen der Substanz auf das Substrat kann wegen der damit einhergehenden Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit, beispielsweise durch optische Me­ thoden, leicht festgestellt werden. Die Langzeitstabilität der isomeren Zustände der in das Substrat eingebetteten pho­ tochromen Substanz ermöglicht es, das Informationsträgermate­ rial durch gezielte Lichteinstrahlung dauerhaft lokal in den zweiten Zustand zu überführen, was eine Initialisierung gemäß einem örtlichen Muster zweiter Zustände bedeutet. Dieses ört­ liche Muster kann insbesondere als Code für Informationen die­ nen, die zur Echtheitsprüfung heranziehbar ist. Die hierfür erforderlichen Techniken sind zwar bekannt (vgl. beispiels­ weise Science, Vol. 245, 25. August 1989, Seite 843-845, American Scientist, Vol. 82, Juli/August 1994, Seite 348-355, Computer, Vol. 25, November 1992, Seite 56-67), sind jedoch wegen der hierfür notwendigen, hochentwickelten Lasermethodik für Fälscher nicht handhabbar, wogegen sie von autorisierten Herstellern bei Serienanfertigung mit sehr niedrigen Stückko­ sten durchführbar sind.
Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, daß min­ destens ein zweiter Zustand durch Lichteinstrahlung in den ersten Zustand zurückführbar und das Substrat für diese Lichtwellenlängen hinreichend durchlässig ist. Dadurch ist es möglich, zumindest Teile des bei der Initialisierung erzeug­ ten Musters oder ein davon getrennt aufgezeichnetes Muster wieder zu löschen und mit einem neuer Information entspre­ chenden Muster zu überschreiben. Je nach Art der verwendeten photochromen Substanz kann es sich bei diesem löschbaren zweiten Zustand um denselben Zustand handeln wie den zur In­ itialisierung verwendeten zweiten Zustand; es können aber auch unterschiedliche zweite Zustände herangezogen werden. Wegen dieser Überschreibbarkeit ist es also nicht nur mög­ lich, einen auf dem Informationsträgermaterial hergestellten Informationsträger von Fall zu Fall mit zusätzlichen Informa­ tionen zu beschreiben, sondern auch frühere Informationen zu überschreiben, d. h. durch neue Informationen zu ersetzen. Durchläuft ein solcher Informationsträger mehrere Stationen, an denen er gesichtet wird, und bringt jede sichtende Station einen entsprechenden Sichtvermerk auf, so kann der Laufweg des Informationsträgers durch die verschiedenen sichtenden Stationen genau verfolgt werden.
Die erwünschten Eigenschaften, insbesondere Langzeitsta­ bilität der isomeren Zustände und gute optische Unterscheid­ barkeit, sind insbesondere bei den Chromoproteinen zu finden. Eine besonders geeignete und bereits wissenschaftlich gut un­ tersuchte Substanz ist Bacteriorhodopsin. Es ist bekannt, daß diese Substanz beispielsweise durch Einphotonen-, sequentiel­ le Einphotonen- oder Zweiphotonenprozesse, bei denen Licht im grünen Spektralbereich und Licht im roten Spektralbereich eingestrahlt wird, zwischen isomeren Zuständen umgeschaltet werden kann, insbesondere von seinem stabilen Grundzustand bR über Zwischenzustände in einen ebenfalls stabilen, isomeren Q- Zustand übergeht. Auf diese Weise können lokale Bezirke des Rhodopsins in dem Substrat initialisiert werden. Die durch die Initialisierung in den Q-Zustand versetzten Bezirke er­ scheinen bei Beleuchtung mit Licht im grünen Spektralbereich und zusätzlicher Beleuchtung mit Licht von niedriger Intensi­ tät im roten Spektralbereich optisch transparente, als die im bR-Zustand verbliebenen übrigen Bezirke. Das solchermaßen er­ haltene Hell-Dunkel-Muster bildet somit ein Sicherheitsmerk­ mal für das Informationsträgermaterial. Neben dem Wildtyp des Bacteriorhodopsins kommen insbesondere gentechnisch erzeugte Mutanten in Betracht, die im Hinblick auf die gewünschten Eigenschaften ihrer optischen Zustände optimiert sind.
In weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, daß die photochrome Substanz an in das Substrat eingebetteten Trägerpartikeln lokalisiert ist. In diesem Fall kann jeder Einbettungsort einer Trägerpartikel wie ein loka­ lisiertes Speicherelement betrieben werden, dessen Speicher­ zustand durch den jeweils eingenommenen Isomeriezustand der dort konzentrierten, photochromen Substanz dargestellt wird.
Eine vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, daß die photochrome Substanz in in das Substrat eingebettete Hohlkör­ perchen eingeschlossen ist, deren die Substanz umschließende Wandung für die der Überführung vom ersten in den zweiten Zu­ stand dienenden Lichtwellenlängen und die der Unterscheidung der beiden Zustände dienenden Lichtwellenlängen hinreichend durchlässig ist. Hierbei wird die photochrome Substanz durch den Einschluß in die Hohlkörperchen geschützt. Insbesondere können innerhalb der Hohlkörperchen optimale Bedingungen für die photochrome Substanz, beispielsweise deren Feuchtigkeits­ gehalt, eingestellt werden. Überdies können die optischen Eigenschaften der Wandung im Hinblick auf die optischen Vor­ gänge der Lichtabsorption bei der Initialisierung und der Lichteinstrahlung beim Auslesen und ggf. beim Löschen der Zu­ stände optimiert werden.
Eine wichtige Ausführungsform besteht darin, daß das Substrat ein Papier ist. Dieses Papier kann vorzugsweise zur Herstellung von Banknoten, Schecks und aller sonstigen Wert­ urkunden verwendet werden.
Ein aus dem erfindungsgemäßen Informationsträgermaterial hergestellter Informationsträger zeichnet sich erfindungsge­ mäß dadurch aus, daß die in den zweiten Zustand überführte Substanz an mindestens einer Stelle des Informationsträgers lokalisiert ist.
Die lokalisierte Überführung der photochromen Substanz in ihren zweiten Zustand kann als Initialisierungsschritt entweder an dem Informationsträgermaterial oder an dem daraus hergestellten Informationsträger ausgeführt werden. In beiden Fällen läßt sich die örtliche Lage dieser Stelle/Stellen in dem Informationsträger in einem nachfolgenden optischen Ab­ tastvorgang erfassen und dadurch die Echtheit des Informati­ onsträgers prüfen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist weiter vorgese­ hen, daß eine die örtliche Lage der Stelle/Stellen im Infor­ mationsträger darstellende Lageinformation auf dem Informati­ onsträger auslesbar aufgezeichnet ist. Die Aufzeichnung die­ ser Lageinformation auf dem Informationsträger kann bei­ spielsweise in der Form von aufgedruckten Lageinformationsda­ ten oder auch durch Einspeicherung in einen mit dem Informa­ tionsträger untrennbar verbundenen, auslesbaren elektroni­ schen Speicher erfolgen. Bei der Echtheitsprüfung können dann sowohl die aufgezeichnete Lageinformation ausgelesen als auch die durch das Muster der im zweiten Zustand befindlichen Stellen bestimmte Information abgetastet und miteinander in Beziehung gesetzt werden.
In dem wichtigen Fall der Ausbildung des Information­ strägers als Wertpapier, beispielsweise als Banknote, ist ne­ ben dem Aufdrucken die Einspeicherung in eine in dem Wertpa­ pier vorgesehene Speicherschaltung grundsätzlich bekannt (vgl. DE 196 30 648 A1 und EP 0 905 657 A1).
Im Rahmen der Erfindung vorgesehene Vorrichtungen zum Prüfen bzw. Beschreiben eines erfindungsgemäßen Informations­ trägers sind in den Ansprüchen 11 bis 14 angegeben.
In der folgenden Beschreibung ist die Erfindung unter Bezugnahme auf ein in der Zeichnung dargestelltes Ausfüh­ rungsbeispiel einer Banknote näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Aufsicht auf eine Banknote und
Fig. 2 einen zur Darstellung von Fig. 1 senkrechten Querschnitt mit einer schematischen Darstellung der Lichtverläufe beim Prüfvorgang.
Eine in Fig. 1 dargestellte Banknote 1 besteht aus einem Banknotenpapier, das bei seiner Herstellung mit einer photo­ chromen Substanz, im dargestellten Ausführungsbeispiel Bacte­ riorhodopsin, dotiert worden ist. Die Dotierung kann bei­ spielsweise dadurch erfolgen, daß das Bacteriorhodopsin der für die Herstellung des Banknotenpapiers dienenden Pulpe vor deren Zuführung zum Sieb zugesetzt wird. In diesem Fall weist die Banknote über ihre gesamte Fläche eine im wesentlichen gleichbleibende Dotierungsdichte auf. Alternativ kann die Do­ tierung auch derart erfolgen, daß die auf dem Sieb ausgebrei­ tete Pulpe nur stellenweise dotiert wird, so daß das Bankno­ tenpapier und auch die Banknote 1 lokalisierte Flächenbezirke aufweist, die über die Gesamtfläche entweder gleichmäßig oder auch unregelmäßig verteilt sein können. Vorzugsweise wird die photochrome Substanz nicht unmittelbar in die Papiermasse eingebracht, sondern mit Hilfe von mit der Substanz versehe­ nen Trägerpartikeln. Letztere sind vorzugsweise als kleine Hohlkörperchen ausgebildet, in denen die photochrome Substanz eingeschlossen und dadurch gegen die umgebende Papiermasse geschützt ist. Im allgemeinen ist die Dotierung des Bankno­ tenpapiers und der Banknote 1 mit dem bloßen Auge nicht er­ kennbar.
Die photochrome Substanz hat die Eigenschaft, daß sie wenigstens zwei langzeitstabile isomere Zustände aufweist, wobei sie durch Lichtabsorption von dem einen Zustand in den anderen übergeführt wird. Bei Bacteriorhodopsin eignen sich hierfür der als bR bezeichnete Grundzustand und der daraus durch die Einstrahlung von Licht im grünen Spektralbereich sowie von Licht im roten Spektralbereich erhältliche Q- Zustand. In diesen Spektralbereichen ist die Papiermasse hin­ reichend strahlungsdurchlässig. Indem das Banknotenpapier oder die Banknote 1 durch eine entsprechende Lichtstrahlen aussendende Laseranordnung hindurchgeführt wird, können daher lokalisierte Stellen in den Q-Zustand transformiert werden. Diese mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren Stellen sind in Fig. 1 und 2 durch Umrandungen 2 angedeutet. Während die schematischen Darstellungen von Fig. 1 und 2 gerade drei sol­ cher Stellen 2 zeigen, kann jede beliebige Anzahl solcher Stellen, die ≧ 1 ist, in beliebiger örtlicher Anordnung vor­ gesehen sein.
Im Zusammenhang mit der durch die Schaffung der den Q- Zustand aufweisenden Stellen 2 erfolgenden Initialisierung der Banknote 1 wird gleichzeitig die örtliche Lage dieser Stellen 2, d. h. deren Ortskoordinatenwerte auf der Banknote 1, erfaßt und diese Lageinformation auf der Banknote 1 aufge­ zeichnet. Letzteres kann beispielsweise in der Form eines un­ kodierten oder kodierten Aufdruckes 3 auf der Banknote 1 ge­ schehen, welcher beispielsweise optisch ablesbar ist. In Fig. 1 ist dieser Aufdruck beispielhaft durch eine Folge von Dezi­ malziffern veranschaulicht.
Die durch die Initialisierung gebildeten Stellen 2 sind von der nichtinitialisierten Restfläche der Banknote 1 op­ tisch unterscheidbar. Im Falle des Bacteriorhodopsins wird der an den Stellen 2 vorliegende Q-Zustand von dem die Stel­ len 2 umgebenden bR-Zustand dadurch unterschieden, daß ähnlich wie beim Initialisieren zunächst Licht im grünen Spektralbe­ reich und sodann, allerdings mit geringer Intensität, Licht im roten Spektralbereich eingestrahlt wird. Bei diesem Lese­ vorgang erscheinen die Stellen 2 lichtdurchlässiger als ihre Umgebung. Das hierdurch auftretende Hell-Dunkel-Muster kann auf diese Weise abgetastet und daraus die Lageinformation für die Stellen 2 ausgelesen werden.
In Fig. 2 ist eine hierfür geeignete Vorrichtung schema­ tisch angedeutet und mit dem Bezugszeichen 5 bezeichnet. Ein Pfeil 6 bezeichnet die Richtung des zum Lesen eingestrahlten Lichtes. In Fig. 2 werden die im Falle von Rhodopsin benötig­ ten grünen und roten Lichtstrahlen auf dieselbe Seite der Banknote 1 eingestrahlt. Alternativ kann jedoch vorgesehen sein, daß beispielsweise das grüne Licht flächig auf die in Fig. 2 untere Seite der Banknote 1 eingestrahlt wird, wogegen das rote Licht in der Form eines gebündelten Abtaststrahls auf die Oberseite der Banknote 1 einfällt. Dabei wird die Banknote 1 quer zur Richtung dieses Abtaststrahls in eine Ab­ tastbewegung versetzt.
In der Vorrichtung 5 wird aus dem Abtastergebnis die die Stellen 2 kennzeichnende Lageinformation rekonstruiert. Gleichzeitig liest die Vorrichtung 5 auch die auf der Bankno­ te 1 aufgezeichnete Lageinformation 3 aus. Durch Vergleich der rekonstruierten und der aufgezeichneten Lageinformation wird die Echtheit der Banknote 1 geprüft.
Eine nach dem Schema von Fig. 2 aufgebaute Vorrichtung kann auch zum Initialisieren, d. h. anfänglichen Beschreiben der Banknote 1 oder zum späteren Beschreiben mit zusätzlicher Information unter vorheriger Löschung früher aufgezeichneter Information verwendet werden. Zum Initialisieren wird in der Richtung des Pfeiles 6 Licht mit Frequenzen im grünen und ro­ ten Spektralbereich eingestrahlt, wie es zum Überführen vom bR-Grundzustand in den Q-Zustand erforderlich ist. Zum Löschen des Q-Zustandes wird in der Richtung des Pfeils 6 Licht im blauen Spektralbereich eingestrahlt, wodurch der Q-Zustand in den bR-Grundzustand zurückkehrt. Die gelöschten Bereiche kön­ nen erneut beschrieben werden.
Den vorstehend erläuterten Schreib-, Lese- und Löschvor­ gängen liegt im dargestellten Ausführungsbeispiel ein bekann­ ter sequentieller Einphotonenprozeß des Bacteriorhodopsins zugrunde, der darin besteht, daß der Grundzustand bR durch die Einstrahlung eines grünen Laserlichtimpulses in einen Zwi­ schenzustand K übergeht, der in die Zwischenzustände M und dann O relaxiert. Nach wenigen Millisekunden erreicht die An­ zahl der O-Zwischenzustände ihr Maximum. Diese werden dann durch Einstrahlung roten Laserlichts in einen P-Zwischenzu­ stand überführt, der sehr schnell in den langzeitstabilen Q- Zustand relaxiert.
Beim Lesen wird ebenso wie beim Schreiben durch Ein­ strahlung des grünen Laserlichts erneut der Photozyklus ein­ geleitet, bei dem die im Grundzustand bR befindlichen Moleküle in den O-Zwischenzustahd überführt werden. Dieser absorbiert rotes Laserlicht geringer Intensität, das nach 2 ms einge­ strahlt wird. Dagegen absorbieren die in den Q-Zustand über­ führten Moleküle dieses rote Laserlicht nicht. Durch Erfas­ sung der entsprechenden Intensitätsvariation des durchtreten­ den Lichtes wird die aufgezeichnete Information ausgelesen. Die für den Lesevorgang aus dem Grundzustand bR angehobenen Moleküle relaxieren wieder in den Grundzustand zurück. Der gesamte Zyklus wird in ungefähr 10 ms durchlaufen.
Die vorstehend beispielhaft erläuterten Lese-, Schreib- und Löschvorgänge ermöglichen ganz allgemein die Verwendung des Informationsträgermaterials als Datenspeicher zur Auf­ zeichnung binär codierter Information. Hierzu wird dem Infor­ mationsträgermaterial ein vorbestimmtes Raster von Aufzeich­ nungsstellen zugeordnet, an denen entweder der erste oder der zweite Zustand der photochromen Substanz hergestellt wird. Die beiden möglichen Zustände an diesen Aufzeichnungsstellen geben die beiden Binärwerte "0" und "1" wieder. Zur Sicherung kann aus dem aufgezeichneten Bitmuster ein Schlüssel gebildet werden, der beispielsweise in optisch lesbarer Form auf die Oberfläche des Informationsträgers aufgedruckt oder in einer darin eingebetteten elektronischen Schaltung abgespeichert wird. Im Falle von Papier ist das Raster der Aufzeichnungs­ stellen zweidimensional, während es im Falle räumlich ausge­ dehnter Informationsträger dreidimensional sein kann.
Verzeichnis der Bezugszeichen
1
Banknote
2
Stellen
3
Aufdruck
5
Prüfvorrichtung
6
Pfeil

Claims (15)

1. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial mit einem Substrat und einer photochromen Substanz, die durch Lichteinstrahlung von einem ersten Zustand in mindestens einen dazu isomeren, zweiten Zustand überführbar ist, der von dem ersten Zustand durch Lichteinstrahlung unterscheidbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Zustände lang­ zeitstabil, das Substrat für die der Überführung vom ersten in den zweiten Zustand dienenden Lichtwellenlängen und die der Unterscheidung der beiden Zustände dienenden Lichtwellen­ längen hinreichend durchlässig und die photochrome Substanz in das Substrat eingebettet ist.
2. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein zwei­ ter Zustand durch Lichteinstrahlung in den ersten Zustand zu­ rückführbar und das Substrat für diese Lichtwellenlängen hin­ reichend durchlässig ist.
3. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die photochro­ me Substanz ein Chromoprotein ist.
4. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die photochrome Sub­ stanz Bacteriorhodopsin ist.
5. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die photochrome Substanz an in das Substrat eingebetteten Träger­ partikeln lokalisiert ist.
6. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die photochrome Substanz in in das Substrat eingebettete Hohlkör­ perchen eingeschlossen ist, deren die Substanz umschließende Wandung für die der Überführung vom ersten in den zweiten Zu­ stand dienenden Lichtwellenlängen und die der Unterscheidung der beiden Zustände dienenden Lichtwellenlängen hinreichend durchlässig ist.
7. Fälschungssicheres Informationsträgermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Substrat ein Papier ist.
8. Informationsträger aus einem fälschungssicheren In­ formationsträgermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die in den zweiten Zustand über­ führte Substanz an mindestens einer Stelle (2) des Informati­ onsträgers (1) lokalisiert ist.
9. Informationsträger nach Anspruch 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß eine die örtliche Lage der Stelle (2)/Stellen im Informationsträger darstellende Lageinformation auf dem Informationsträger auslesbar aufgezeichnet ist.
10. Informationsträger nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß er als Wertpapier ausgebildet ist.
11. Vorrichtung zum Prüfen eines Informationsträgers nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch eine einen Abtastlichtstrahl (6) mit einer zur Unterscheidung des zweiten Zustandes geeigneten Lichtwellenlänge aussendende Einrichtung (5) zur Erfassung der örtlichen Lage der den zweiten Zustand aufweisenden Stellen (2) auf dem Informa­ tionsträger und eine die diesen Stellen (2) entsprechende Lageinformation auswertende Einrichtung (5).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch eine zum Lesen von auf dem Informationsträger (1) aufgezeich­ neter Lageinformation dienende Einrichtung (5) und eine zum Vergleichen der erfaßten und der aufgezeichneten Lageinforma­ tion dienende Einrichtung (5).
13. Vorrichtung zum Beschreiben eines Informationsträ­ gers nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch eine einen Schreiblichtstrahl mit einer zur Überführung der photochromen Substanz in den zweiten Zustand aussendende Ein­ richtung.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine einen Löschlichtstrahl zur Überführung eines zweiten Zu­ standes in den ersten Zustand aussendende Einrichtung.
15. Verfahren zum Beschreiben eines Informationsträgers aus einem Informationsträgermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7 mit einer binär codierten Information, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die beiden Binärwerte "0" und "1" durch die beiden Zustände der photochromen Substanz in einem vorbe­ stimmten Raster aufgezeichnet werden.
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