DE19957732A1 - Verfahren zur Überprüfung einer betriebssicherheitsrelevanten Komponente einer Anlage - Google Patents
Verfahren zur Überprüfung einer betriebssicherheitsrelevanten Komponente einer AnlageInfo
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Abstract
Überprüfung einer betriebsnotwendigen Komponente einer Anlage, die durch einen Startvorgang in Betrieb und einen Abschaltvorgang außer Betrieb gesetzt wird. Wenn erkannt wird, daß ein Fehler an der Komponente vorliegt, wird nach Auslösung eines Start- oder Abschaltvorganges die Komponente zur Feinüberprüfung in einem bestimmten Prüfbetrieb geschaltet, wobei der Startvorgang erfolglos oder der Abschaltvorgang verlängert verläuft. Bei Spezifikation des Fehlers wird eine entsprechende Reaktion ergriffen. Diese Reaktion kann die Stillegung der Komponente oder auch der ganzen Anlage umfassen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überprüfung einer
betriebssicherheitsrelevanten Komponente einer Anlage, die
durch einen Startvorgang in Betrieb und durch einen Abschalt
vorgang außer Betrieb gesetzt wird, welche jeweils extern
ausgelöst werden.
Die Überprüfung betriebssicherheitsrelevanter Komponenten bei
Anlagen ist für den sicheren Betrieb vielfältig erforderlich.
Oftmals kann man jedoch eine solche Komponente während des
Betriebs der Anlage nur eingeschränkt dahingehend prüfen, daß
grob festgestellt wird, ob die Komponente einen Fehler auf
weist, oder ob nicht. Oftmals kann eine solche Überprüfung
dadurch erfolgen, indem das Betriebsverhalten der Komponente
überwacht wird, und bei vom Soll-Zustand abweichendem Be
triebsverhalten auf einen Fehler geschlossen wird.
Ein Beispiel für eine Anlage, deren Betrieb ständig überwacht
wird, ist eine moderne Brennkraftmaschine. In diesem Fall
kann es sich bei der betriebssicherheitsrelevanten Komponente
beispielsweise um eine Einspritzdüse, die einem Zylinder der
Brennkraftmaschine zugeordnet ist, handeln. Eine Brennkraft
maschine ist eine Anlage, die durch einen Startvorgang im Be
trieb und durch einen Abschaltvorgang außer Betrieb gesetzt
wird, wobei diese Vorgänge jeweils extern, z. B. vom Fahrer
eines mit der Brennkraftmaschine ausgerüsteten Kraftfahrzeu
ges eingeleitet werden.
Aus Gründen der besseren Anschaulichkeit wird im folgenden
der Hintergrund der Erfindung anhand einer Brennkraftmaschine
als Beispiel für eine Anlage näher erläutert.
Bei einer Brennkraftmaschine, bei der zylinderselektiv Kraft
stoff eingespritzt wird, kann man während des Betriebs der
Brennkraftmaschine die Einspritzdüsen, die diese Kraftstoffe
inspritzung vornehmen, nur sehr eingeschränkt überwachen.
Wird ein Fehlverhalten einer Einspritzdüse erkannt, so muß
diese aus Sicherheitsgründen sofort stillgelegt werden. An
dernfalls bestünde die Gefahr, daß die Einspritzdüse konstant
im offenen Zustand verbleibt, was einen sicheren Betrieb der
Brennkraftmaschine, insbesondere unter Einhaltung vorgegebe
ner Abgasgrenzwerte, unmöglich machte. Wird nun am Betriebs
verhalten der Brennkraftmaschine, beispielsweise durch einen
zu großen Momentenbeitrag des Zylinders, dem das Einspritz
ventil zugeordnet ist, erkannt, daß ein Einspritzventil nicht
wunschgemäß arbeitet, so wird es stillgelegt. Man möchte nun
dieses Einspritzventil der Brennkraftmaschine als Komponente
der Anlage betriebssicher, d. h. ohne Gefährdung für den Be
trieb so überprüfen können, daß ein Fehler qualitativ genauer
spezifiziert werden kann, also über die bloße Grobangabe, daß
ein Fehler vorliegt, hinaus.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Überprüfen einer betriebssicherheitsrelevanten Komponente
einer Anlage der beschriebenen Art anzugeben, mit dem eine
betriebssichere, qualitative Überprüfung der Komponente mög
lich ist.
Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 und 2 gekennzeich
nete Erfindung gelöst.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß nach Grober
kennung eines Fehlers an der Komponente, in bestimmten Be
triebszuständen der Anlage eine Überprüfung der betriebssi
cherheitsrelevanten Komponente ohne Betriebsgefährdung mög
lich ist. Diese Betriebszustände sind der Startvorgang und
der Abschaltvorgang der Anlage.
Prinzipiell sind auch noch andere Betriebsphasen zur Fein
überprüfung der betriebssicherheitsrelevanten Komponente
denkbar. Dabei ist jedoch die Anforderung zu erfüllen, daß
die Feinüberprüfung der Komponente möglich ist, ohne daß bei
einem Versagen der Komponente ein sicherheitgefährdender Be
triebszustand der Anlage eintreten kann.
Bei elektromechanischen Komponenten kann man die elektrische
Ansteuerung so gestalten, daß der Zeitablauf der Ansteuerung
einen normalen Betriebszyklus des mechanischen Komponenten
teils aufgrund mechanischer Trägheit unmöglich macht, obwohl
die elektrische Ansteuerung alle Betriebszyklen durchlief.
Es sind also zwei prinzipiell verschiedene Feinüberprüfungs
möglichkeiten gegeben, während eines Start- und/oder Ab
schaltvorganges (im folgenden Feinüberprüfung 1. Art) und
bei bestimmten Komponenten auch im normalen Betrieb (im fol
genden Feinüberprüfung 2. Art).
Durch dieses Überprüfungsschema ergibt sich der Vorteil, daß
eventuelle Fehldiagnosen bei der Grobüberprüfung der Kompo
nente während des normalen Betriebs der Anlage, wie sie bei
spielsweise durch Überwachung des Betriebsverhaltens der Kom
ponente erfolgen kann, ohne dauerhafte Folge bleiben, da die
erfindungsgemäße Überprüfung eine genauere, qualitative Über
prüfung der Komponente ermöglicht und somit eine solche Fehl
diagnose zu erkennen erlaubt.
In einer Ausführungsform der Erfindung wird deshalb die Grob
überprüfung der Komponente zu vorbestimmten Zeitpunkten wäh
rend des Betriebs der Anlage vorgenommen. Die vorbestimmten
Zeitpunkte können dabei durch ein festes Zeitintervall oder
auch durch das Vorliegen bestimmter Betriebspunkte der Anlage
definiert sein. Wird in dieser Grobüberprüfung das Vorliegen
eines Fehlers erkannt, so wird die Komponente stillgelegt,
bis eine Feinüberprüfung 1. Art oder 2. Art erfolgen kann.
Wird die Komponente erfindungsgemäß in einer Feinüberprüfung
1. Art während eines Abschaltvorganges überprüft, so wird da
bei in Kauf genommen, daß kein normaler Start- bzw. Abschalt
vorgang durchführbar ist. Im Falle eines Startvorganges wird
toleriert, daß dieser erfolglos verläuft. Ein Abschaltvorgang
wird verlängert. Versagt während der Überprüfung der Kompo
nente diese derart bzw. stellt sich ein Fehler heraus, auf
grund dessen sich bei normalem Betrieb der Anlage ein gefähr
licher Betriebszustand ergäbe, so ist dies für den Vorgang
der Prüfung folgenlos, da die Anlage entweder sich in einem
Abschaltvorgang befindet, mithin ohnehin nicht mehr weiter
läuft, oder der Startvorgang erfolglos bleibt, also die Anla
ge nicht in Betrieb gesetzt wird.
Ergibt diese Feinüberprüfung 1. Art einen betriebskritischen
Fehler, so wird die Komponente beim nächsten Startvorgang
stillgelegt, so dies möglich ist. Andernfalls muß die Anlage
dadurch stillgelegt werden, daß kein Startvorgang mehr zuge
lassen wird. Ergibt die Überprüfung der Komponente, daß kein
betriebssicherheitskritischer Fehler vorliegt, oder daß über
haupt kein Fehler vorliegt, wird sie als fehlerfrei oder ein
geschränkt fehlerfrei erkannt und beim nächsten Startvorgang
normal oder eingeschränkt betrieben.
Die Feinüberprüfung 2. Art erfolgt im normalen Betrieb und
ist nur bei elektromechanischen Komponenten möglich. Eine
solche liegt beispielsweise vor bei einer einem Zylinder zu
geordneten Einspritzdüse für Kraftstoff einer Brennkraftma
schine. Diese Einspritzdüse kann man so ansteuern, daß sie
einen vollständigen Einspritzvorgang ausführt. Der Zeitablauf
der Ansteuerung wird dann zur Feinüberprüfung so gewählt, daß
aufgrund der Zeitkonstante des mechanischen Teils der Ein
spritzdüse es zu keiner oder nur einer verschwindend geringen
Abgabe von Kraftstoff kommt. Dieser Prüfbetrieb kann als
"Nullinjektion" bezeichnet werden. Bei einer Brennkraftma
schine mit Kraftstoffdruckspeicherschiene zur Versorgung der
Einspritzdüse ergibt sich dabei der Vorteil, daß die Ein
spritzdüse bei normalem Kraftstoffdruck, insbesondere im nor
malen Betrieb, überprüft wird, mithin druckrelevante Elemente
der Einspritzdüse kontrolliert werden können.
Eine andere Möglichkeit, eine Dauereinspritzung bei einer
Einspritzdüse, die durch einen Fehler während der Überprüfung
ungewollt offenbleibt, zu verhindern, ist es, während des
Prüfbetriebes den Druck in der Kraftstoffdruckspeicherschiene
ausreichend abzusenken. Dann ist allerdings nur eine Fein
überprüfung 1. Art möglich.
Schließlich kann man ein mechanisches Zumeßteil einer Ein
spritzdüse in einer Feinüberprüfung 1. Art während eines Ab
schaltvorganges dadurch überprüfen, daß man sie normal an
steuert und zugleich das von der Brennkraftmaschine abgegebe
ne Moment zylinderselektiv erfaßt. Aus dem Moment des Zylin
ders, dem die betroffene Einspritzdüse zugeordnet ist, kann
man erkennen, ob das Zumeßteil korrekt arbeitet, d. h. ob es
die korrekte Kraftstoffmenge zumißt. Wird dabei ein Zumeßfeh
ler erkannt, kann dieser beim weiteren Betrieb der Brenn
kraftmaschine durch eine entsprechend korrigierte Ansteuerung
ausgeglichen werden. Auf diese Weise kann eine Einspritzdüse,
die während des normalen Betriebs der Brennkraftmaschine
durch Überwachung ihres Betriebsverhaltens als fehlerhaft
diagnostiziert wurde, durch eine Feinüberprüfung hinsichtlich
der Art des Fehlers genauer qualitativ spezifiziert werden.
Möglicherweise zeigt sich dabei, daß an der Einspritzdüse
kein Fehler vorliegt, oder daß der Fehler für den weiteren
Betrieb der Brennkraftmaschine durch entsprechende Korrektur
ausgleichbar ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die
Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Einspritzanlage
mit Kraftstoffdruckspeicherschiene,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Einspritzdüse und
Fig. 3 einen Ablaufplan einer Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Verfahrens.
In Fig. 1 ist eine Einspritzanlage einer Dieselbrennkraftma
schine dargestellt. Diese Einspritzanlage umfaßt einen Kraft
stofftank 1, aus dem von einer Vorförderpumpe 3 über ein Fil
ter 2 Kraftstoff angesaugt wird. Der von der Vorförderpumpe 3
abgegebene Kraftstoff wird von einer Hochdruckförderpumpe 4
auf ein hohes Druckniveau, beispielsweise 1.500 bar, verdich
tet. Der unter Druck stehende Kraftstoff wird in eine Spei
cherschiene 7 eingegeben, an der ein Druckaufnehmer 6 den
Druck des Kraftstoffes abführt. Der Druck in der Speicher
schiene 7 wird durch ein Druckregelventil 5 eingestellt, das
dazu geeignet Kraftstoff über (nicht dargestellte) Leitungen
in den Kraftstofftank 1 abläßt. An die Speicherschiene 7 sind
im vorliegenden Beispiel sechs Einspritzdüsen 8 angeschlos
sen, jedoch ist eine solche Einspritzanlage auf beliebige Zy
linderzahl anpaßbar. Die Einspritzdüsen 8 haben neben der
Hochdruckverbindung zur Speicherschiene 7 auch noch einen
Leckageablaß, über den Kraftstoff zum Kraftstofftank 1 zu
rückgeführt werden kann.
Der Betrieb der Einspritzanlage wird von einem Steuergerät 10
überwacht, das u. a. mit der Hochdruckförderpumpe 4 verbunden
ist, um diese anzusteuern, und das die Meßwerte des Druckauf
nehmers 6 ausliest. Das Steuergerät 10 ist noch an die Aus
gänge weiterer Sensoren 9 angeschlossen. Auch die Einspritz
düsen 8 werden vom Steuergerät 10 entsprechend angesteuert.
Eine Einspritzdüse 8 ist schematisch in Fig. 2 genauer darge
stellt. Über eine Kraftstoffzuleitung 15 wird der Einspritz
düse 8 der Kraftstoff von der Speicherschiene 7 zugeführt.
Der Leckageablaß ist zur Vereinfachung in Fig. 2 nicht darge
stellt. Die Einspritzdüse 8 weist weiter eine Düse 12 auf,
die von einem Piezoaktor 11 betätigt wird. Aus dem Spritzloch
13 der Düse wird ein Strahl 14 abgegeben, wenn der Piezoaktor
11 die Düse 12 öffnet. Der Piezoaktor 11 wird über zwei elek
trische Anschlüsse 16 und 17 vom Steuergerät 10 angesteuert.
Der Piezoaktor 11 setzt über ein Piezoelement die an den
elektrischen Anschlüssen 16, 17 als Steuersignal anliegende
Spannung in eine mechanische Längenänderung um, mittels der
die Düse 12 geöffnet wird. Ein solcher Aktor ist beispiels
weise im Artikel, Clephas B., Janocha H., "Aktoren mit piezo
elektrischen und magnetostriktiven Festkörperwandlern", Auto
matisierungstechnische Praxis 40 (1998) 4, näher beschrieben.
Für das Verständnis der Erfindung ist hier nur wesentlich,
daß die Einspritzdüse 8 im wesentlichen aus dem Piezoaktor 11
als elektrischem Teil und der Düse 12 als mechanischem Teil
zusammengesetzt ist. Bei beiden Teilen können während des Be
triebs Fehler auftreten. So kann beispielsweise durch Bruch
der Verbindung zwischen den elektrischen Anschlüssen 16 und
17 und dem im Piezoaktor 11 befindlichen Piezoelement dieser
in einem Zustand verbleiben, in dem die Düse 12 konstant of
fen ist. Es ist zwar möglich, im Piezoelement des Piezoaktors
11 einen Not-Entladewiderstand vorzusehen, der in einem sol
chen Fall die am Piezoelement anliegende Spannung abbaut, je
doch möchte man diesen Entladewiderstand so groß wie möglich
wählen, da im normalen Betrieb an ihm nur unnötig elektrische
Leistung in Wärme umgewandelt wird. Versagt somit der Piezo
aktor 11, bleibt die Düse 12 einige Zeit offen, wodurch stän
dig an der Kraftstoffzuleitung 15 zugeführter Kraftstoff aus
dem Spritzloch 13 abgegeben würde.
Als betriebssicherheitsrelevantes Bauteil wird die Einspritz
düse 8 während des Betriebs ständig überwacht. Dieses Überwa
chungsschema ist in Fig. 3 vereinfacht dargestellt. In Fig. 3
bezeichnen die mit dem Buchstaben S beginnenden Bezugszeichen
entsprechende Verfahrensschritte.
Im Schritt S1 wird das Verfahren begonnen. Im darauffolgenden
Schritt S2 wird überprüft, ob eine Grobüberprüfung der Ein
spritzdüsen 8 vorgenommen werden muß. Beispielsweise können
die Überprüfungen in bestimmtem Zeitraster erfolgen. Ergibt
Schritt S2, daß eine Grobüberprüfung fällig ist, wird mit
Schritt S3 fortgefahren, ansonsten wird zum Anfang von
Schritt S2 zurückgesprungen.
In Schritt S3 wird die Grobüberprüfung vorgenommen. Dazu kann
man das Signal des Druckaufnehmers 6 bei jeder Betätigung ei
ner Einspritzdüse 8 überwachen und aus dem Druckabfall auf
die eingespritzte Kraftstoffmenge rückschließen. Auch ist es
möglich, die zum Betätigen des Piezoaktors 11 aufgewandte
elektrische Energie zu ermitteln, die innerhalb eines gewis
sen Sollbereiches liegen muß. Man kann auch das Moment der
Brennkraftmaschine zylinderselektiv erfassen und oberhalb ge
wisser Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Moment einen Feh
ler der entsprechenden Einspritzdüse 8 diagnostizieren.
Ergibt die Grobüberprüfung, daß die Einspritzdüse 8 fehler
haft arbeitet, wird sie in Schritt S4 für den weiteren Be
trieb der Brennkraftmaschine stillgelegt. Bei geringfügigen
Fehlern, die für die Sicherheit der Brennkraftmaschine noch
tolerierbar sein können, beispielsweise bei einem zu geringen
Momentenbeitrag eines Zylinders, kann man alternativ in
Schritt S4 den Weiterbetrieb der Einspritzdüse 8 zulassen.
Auf jeden Fall wird im Steuergerät 10 die entsprechende Ein
spritzdüse 8 als fehlerhaft markiert.
Wurde in Schritt S3 die Einspritzdüse dagegen als fehlerfrei
erkannt, wird vor Schritt S2 zurückgesprungen.
Nach Ergreifen der entsprechenden Reaktion in Schritt S4 wird
in Schritt S5 abgefragt, ob ein Betriebszustand vorliegt, in
dem eine Feinüberprüfung der Einspritzdüse betriebssicher
möglich ist. Mögliche Betriebszustände für eine Feinüberprü
fung 1. Art sind der Startvorgang und der Abschaltvorgang der
Brennkraftmaschine. Eine Feinüberprüfung 2. Art erfolgt dage
gen im normalen Betrieb, wie noch ausgeführt werden wird.
Liegt ein solcher Betriebszustand vor, wird mit Schritt S6
weitergefahren, ansonsten vor Schritt S5 zurückgesprungen.
Die Entscheidung, welche Feinüberprüfung durchgeführt wird,
ob 1. Art oder 2. Art, kann vom während der Grobüberprüfung
in Schritt S3 diagnostizierten Fehler der Einspritzdüse 8 ab
hängig gemacht werden. Auf diesen Gesichtspunkt wird später
noch eingegangen.
Ist eine Feinüberprüfung der Einspritzdüse angefordert, so
können in Schritt S6 unter anderem folgende Prüfbetriebe zur
Feinüberprüfung der Einspritzdüse 8 eingeleitet werden:
- 1. Man kann die Einspritzdüse 8 in einer Feinüberprüfung 2. Art in der Betriebsart der "Nullinjektion" betreiben. Dabei wird der Piezoaktor 11 so angesteuert, daß die Einspritzdüse 8 alle Abläufe einer Einspritzung durchführt. Der zeitliche Ablauf der Ansteuerung wird jedoch so gewählt, daß aufgrund der Zeitkonstanten der Düse 12, am Spritzloch 13 so gut wie kein, bestenfalls gar kein Kraftstoff abgegeben wird. Diese "Nullinjektion" ist also eine Ansteuerung der Einspritzdüse 8 mit minimaler Ansteuerdauer. Diese Nullinjektion wird im nor malen Betrieb dann durchgeführt, wenn ein Fehler des mechani schen Teils, nicht aber des elektrischen Teils vermutet wird.
- 2. Die als fehlerhaft erkannte Einspritzdüse 8 kann in einer Feinüberprüfung 1. Art auch während eines Abschaltvorganges der Brennkraftmaschine normal angesteuert werden. Zugleich kann man vorzugsweise dann zylinderselektiv das von der Brennkraftmaschine abgegebene Moment überwachen. Aus dieser Überwachung kann die am Spritzloch 13 abgegebene Kraftstoff menge ermittelt werden. Dieser Prüfbetrieb ermöglicht somit eine Überwachung der Düse 12, mithin des mechanischen Zumeß teils der Einspritzdüse 8. Deshalb ist dieser Prüfbetrieb insbesondere dann vorteilhaft anzuwenden, wenn ein Fehler an der Düse 12 vermutet wird. Eine solche Vermutung liegt dann nahe, wenn am Piezoaktor 11 die normale elektrische Leistung zum Öffnen und Schließen der Düse 12 abgenommen wird, jedoch die Überwachung des Drucks der Speicherschiene 7 oder des zy linderselektiven Moments die Abgabe einer zu geringen oder zu großen Kraftstoffmenge anzeigt. Tritt dabei ein Versagen der Einspritzdüse 8 auf, bei dem die Düse 12 dauerhaft offen bleibt, so ist die daraus folgende Dauerabgabe von Kraftstoff am Spritzloch 13 nicht schädlich, wenn sich die Brennkraftma schine während dieser Zeit im Abschaltvorgang befindet.
- 3. In der Startphase kann man in einer anderen Feinüberprü fung 1. Art die Einspritzdüse 8 besonders betriebssicher überprüfen. Dazu wird die Hochdruckförderpumpe 4 bzw. das Druckregelventil 5 vom Steuergerät 10 derart angesteuert, daß der Druck in der Speicherschiene 7 stark abgesenkt ist. Für die Startphase bedeutet das, daß beispielsweise der normaler weise zum Aufbau des Drucks in der Speicherschiene 7 erfor derliche Vorlauf der Hochdruckförderpumpe 4 entfällt. Steuert man nun das Einspritzventil 8 im Prüfbetrieb mit normalen Si gnalen an, so hat ein eventuelles Versagen des Einspritzven tils 8 mit dauerhafter Öffnung der Düse 12 keine negativen Folgen, da der Druck in der Speicherschiene 7 stark abgesenkt ist. Zugleich ist dabei sichergestellt, daß die Brennkraftma schine gar nicht in Betrieb gesetzt werden kann, der Start vorgang verläuft also erfolglos. Ergab diese Feinüberprüfung 1. Art, daß die Einspritzdüse 8 fehlerfrei ist, wird die Brennkraftmaschine für den nächsten Startvorgang freigegeben, der dann normal abläuft. Zeigt sich ein sicherheitsrelevanter Fehler, beispielsweise bleibt die Einspritzdüse 8 offen, kann die Freigabe des nächsten Startvorganges so lange verzögert werden, bis sichergestellt ist, daß die Einspritzdüse 8 ge schlossen ist. Im Falle eines Versagens des Piezoaktors 11 genügt es dazu, lediglich so lange zu warten, bis über den Not-Entladungswiderstand im Piezoaktor 11 die Spannung am Piezoelement abgebaut und somit die Düse 12 geschlossen ist. Nach Ablauf dieser Zeitdauer kann wieder ein normaler Start vorgang freigegeben werden.
Nach der Feinüberprüfung 1. Art oder 2. Art in Schritt S6
wird dann in Schritt S7 festgelegt, ob und gegebenenfalls wie
die betroffene Einspritzdüse 8 weiter zu betreiben ist. Vom
normalen Betrieb über den korrigierten Betrieb (mit Korrektur
eines Zumeßfehlers) bis zum ständigen Stillegen des Ein
spritzventils 8 ist ein breites Band an Möglichkeiten gege
ben. Wird ein ernsthaftes Dauerversagen der Einspritzdüse 8
festgestellt, bei dem diese dauerhaft offen bleibt, kann ent
weder eine weitere Notmaßnahme eingeleitet werden, beispiels
weise ein (in Fig. 1 nicht dargestelltes) Sicherheitsventil
in der Verbindungsleitung zwischen Einspritzdüse 8 und Spei
cherschiene 7 geschlossen oder die Brennkraftmaschine sogar
zwangsweise stillgelegt werden.
Claims (8)
1. Verfahren zur Überprüfung einer betriebssicherheitsrele
vanten Komponente einer Anlage, die durch einen Startvorgang
in Betrieb und durch einen Abschaltvorgang außer Betrieb ge
setzt wird, welche jeweils extern ausgelöst werden, bei wel
chem Verfahren nach dem Erkennen, daß ein Fehler an der Kom
ponente vorliegt, daraufhin
- - nach der Auslösung eines Start- oder eines Abschaltvorgan ges zur genaueren Spezifikation des Fehlers in einer Fein überprüfung 1. Art die Komponente in einem bestimmten Prüfbe trieb betrieben wird, wobei
- - der Startvorgang erfolglos verlaufend oder der Abschaltvor gang verlängert ausgestaltet wird, und
- - dann bei Spezifikation des Fehlers als betriebssicherheits kritisch beim nächsten Startvorgang mindestens die Komponente stillgelegt, andernfalls die Komponente als fehlerfrei er kannt und normal weiterbetrieben wird.
2. Verfahren zur Überprüfung einer betriebssicherheitsrele
vanten elektromechanischen Komponente einer Anlage, welche
Komponente elektrisch in einem Betriebszyklus angesteuert
wird, bei welchem Verfahren nach dem Erkennen, daß ein Fehler
an der Komponente vorliegt, daraufhin
- - zur genaueren Spezifikation des Fehlers in einer Fein überprüfung 2. Art die Komponente in einem bestimmten Prüfbetrieb betrieben wird, wobei
- - die Komponente in allen Betriebszyklusphasen angesteuert wird, der Zeitablauf der Ansteuerung jedoch so gewählt wird, daß der mechanische Teil der Komponente aufgrund mechanischer Trägheit keinen regulären Betriebszyklus ausführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß während des Betriebes der
Anlage zu vorbestimmten Zeitpunkten die Komponente auf einen
Fehler grob überprüft wird, wobei die Grobüberprüfung den
normalen Betrieb der Anlage nicht verhindert, und daß nach
Erkennen eines Fehlers in dieser Grobüberprüfung die Anlage
mit stillgelegter Komponente weiterbetrieben wird, bis eine
Feinüberprüfung erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem die
Anlage eine Brennkraftmaschine und die Komponente eine einem
Zylinder zugeordnete, elektrisch angesteuerte Einspritzdüse
für Kraftstoff ist, dadurch gekennzeich
net, daß der Prüfbetrieb durch geeignete elektrische An
steuerung bewirkt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4 in Verbindung mit Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einspritz
düse so angesteuert wird, daß ein vollständiger Einspritzvor
gang auszuführen ist, wobei der Zeitablauf der Ansteuerung so
gewählt wird, daß nur eine verschwindende Kraftstoffmenge von
der Einspritzdüse abgegeben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß bei einer Einspritzdüse, die
aus einer Kraftstoffdruckspeicherschiene versorgt wird, für
den Prüfbetrieb der Druck in der Kraftstoffdruckspeicher
schiene abgesenkt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß bei einer Einspritzdüse, die
ein mechanisches Zumeßteil aufweist, welches bei der Bestim
mung der zugemessenen Kraftstoffmenge mitwirkt, die Ein
spritzdüse angesteuert wird, zugleich das von der Brennkraft
maschine abgegebene Moment zylinderselektiv erfaßt wird und
aus dem Moment des Zylinders, dem die betroffene Einspritzdü
se zugeordnet ist, erkannt wird, ob das Zumeßteil der Ein
spritzdüse korrekt arbeitet.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß bei Erkennen eines Fehlers
des Zumeßteils ein entsprechender Zumeßfehler bestimmt und
dieser beim weiteren Betrieb der Brennkraftmaschine durch
entsprechende Korrektur der Ansteuerung dieses Einspritzven
tils ausgeglichen wird.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999157732 DE19957732B4 (de) | 1999-12-01 | 1999-12-01 | Verfahren zur Überprüfung einer betriebssicherheitsrelevanten Komponente einer Anlage |
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