DE19832003A1 - Mehrschichtiges Blattmaterial mit Sicherheitskennzeichen und Verfahren zur Herstellung - Google Patents

Mehrschichtiges Blattmaterial mit Sicherheitskennzeichen und Verfahren zur Herstellung

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Abstract

Ein mehrschichtiges Blattmaterial mit Sicherheitskennzeichen, mit einem flächenförmigen Trägermaterial und einer wärmeempfindlichen Schicht, ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine druckempfindliche Schicht vorgesehen ist, die bei einer Druckeinwirkung sichtbare Markierungen ausbildet.

Description

Die Erfindung betrifft ein mehrschichtiges Blattmaterial mit Sicherheitskennzeichen, insbesondere zur fälschungssi­ cheren Ausführung von Formularen, Fahrausweisen, Eintritts­ karten, Lotteriescheinen, Banknoten, Schecks und Wertpapie­ ren.
Um Fälschungen von Formularen, Fahrausweisen, Eintrittskar­ ten, Lotteriescheinen, Banknoten, Schecks, Wertpapieren und dergleichen zu erschweren und weitestgehend zu verhindern, werden diese mit Sicherheitskennzeichen wie Wasserzeichen, Prägungen, Textil- oder Metalleinlagen, Hologramm- Eindrücken, fluoreszierenden Komponenten oder aufgedruckten Markierungen und Motiven versehen, die in die entsprechen­ den Blattmaterialien integriert oder nachträglich auf diese appliziert werden.
Diese Systeme haben sich in ihrer Anwendung durchaus be­ währt, insbesondere dann, wenn verschiedene Kennzeichen kombiniert werden, wie z. B. bei Geldscheinen.
Die aufgeführten Kennzeichen finden jedoch nur eine be­ grenzte Anwendung in dem immer bedeutender werdenden Markt der Legitimations- oder Identifikationspapiere, wie z. B. Eintrittskarten, Fahrscheine oder auch Preisetiketten.
Vor allem dann, wenn solche Dokumente in hoher Stückzahl bereitgestellt werden müssen, sind schon aus Kostengründen einigen dieser Systeme Grenzen gesetzt. Erst recht aber dann, wenn Prüfern innerhalb kurzer Zeit eine hohe Anzahl solcher Dokumente zur Prüfung vorgelegt werden, ist die An­ wendung von Sicherheitskennzeichen, die beispielsweise eine genaue Betrachtung erfordern, nicht praktikabel.
Ein typisches Beispiel ist die Prüfung von Eintrittskarten bei Massenveranstaltungen.
Hier wäre die prüfende Person überfordert, wenn zur Identi­ fizierung der Echtheit eine genaue Betrachtung im Durch­ licht, im Licht einer UV Lampe oder ähnlichen Geräten zur physikalischen oder chemischen Identifikation erforderlich wäre, wie das bei der Verwendung von Wasserzeichen, Markie­ rungen oder Prägungen, bei fluoreszierenden Papieren oder -bestandteilen der Fall ist. Andere Sicherheitskennzeichen, wie Metallfäden oder Hologramme, verursachen hohe Herstel­ lungskosten und sind für die Verwendung in Massendokumenten aus diesem Grund von Nachteil.
Aus DE 43 31 260 ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungs­ material bekannt, auf dessen Rückseite entweder elektronen­ aufnehmende Farbentwickler oder elektronenabgebende Farb­ bildner vorhanden sind.
Zur Identifizierung muß hier jedoch mit einer separaten Testflüssigkeit, die die jeweils andere Komponente enthält, gearbeitet werden.
Aus DE-OS 35 04 730 ist ein wärmeempfindliches Bildübertra­ gungsmaterial bekannt, das rückseitig sowohl eine wärme- als auch eine druckempfindliche Schicht enthält, um Bild­ übertragungen auf ein gewöhnliches Schreibpapier vornehmen zu können. Die Beschichtung ist dementsprechend aufwendig konstruiert und käme als Sicherheitsmerkmal für Massendoku­ mente aus Kostengründen nicht in Betracht.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein mehrschichtiges Blattma­ terial mit Sicherheitskennzeichen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, bei dem das Sicherheitskennzeichen laicht und auf einfache Weise zu erkennen ist und eine Identifizierung der Echtheit eines aus dem Blattmaterial hergestellten Dokumentes in kurzer Zeit gestattet. Der Her­ stellungsaufwand soll reduziert werden.
Diese Aufgabe wird bei einem mehrschichtigen Blattmaterial mit Sicherheitskennzeichen nach dem Oberbegriff des An­ spruchs 1 und bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 8 jeweils durch deren kennzeichnende Merkmale ge­ löst.
Die Erfindung besteht darin, daß ein mehrschichtiges Blatt­ material mit Sicherheitskennzeichen, das ein flächenförmi­ ges Trägermaterial und eine wärmeempfindliche Schicht auf­ weist, mit mindestens einer rückseitigen, druckempfindli­ chen Schicht versehen ist, die bei einer Druckeinwirkung sichtbare Markierungen ausbildet.
Die Erzeugung dieser farbigen Markierungen kann durch alle denkbaren druckerzeugenden Manipulationen erfolgen. So ge­ nügt beispielsweise ein Knick, ein Fingerdruck oder das Kratzen mit einem Fingernagel, um die Farbmarkierung sicht­ bar werden zu lassen.
Eine Fälschung durch Kopieren oder Bedrucken des Ausgangs­ materials ist ausgeschlossen, da das Sicherheitskennzeichen jeweils an der Stelle der Druckeinwirkung erzeugt ("in si­ tu") und sichtbar wird. Diese Stelle ist nicht vorbestimm­ bar.
Potentielle Fälscher können auch nicht erkennen, welche Kennzeichen sie nachahmen müssen, um das aus dem Blattmate­ rial gefertigte Dokument echt erscheinen zu lassen, zumal das Sicherheitskennzeichen schon bei der Herstellung, z. B. in der Papierfabrik, impliziert wird.
Die druckempfindliche Schicht ist bevorzugt auf der der wärmeempfindlichen Schicht abgewandten Seite des Trägerma­ terials angeordnet, wodurch diese für weitere Ausgestaltun­ gen frei bleibt, beispielsweise für eine Offsetbedruckung. Auch kann die wärmeempfindliche Schicht mit einer Schutz­ schicht versehen sein.
Bevorzugt wird eine druckempfindliche Schicht verwendet, die zum Typ der Schichten gehört, die Farbbildner und Farb­ entwickler in einer einzigen Schicht enthalten ("self con­ tained-Schichten"). Die Komponenten sind z. B. durch Mikro­ verkapselung mindestens einer der Komponenten voneinander getrennt. Durch Entstehen einer Durchlässigkeit bei Druck­ einwirkung können die Komponenten unter Ausbildung von Farbeffekten miteinander reagieren. Die für die Mikrover­ kapselung geeigneten Hüllmaterialien und die Methoden der Mikroverkapselung sind bekannt.
Die Mikrokapseln, die in Öl gelösten Farbstoffvorläufer (Farbstoffbildner) enthalten, können aus Harnstoff- oder Melamin-Formaldehyd-Rondensaten, Polyharnstoff oder Gelati­ ne gebildet sein.
Die Farbvorläufer oder Farbbildner sind die aus den wärme- und druckempfindlichen Systemen bekannten elektronenabge­ benden, als Lewis-Basen fungierenden Triarylmethanverbin­ dungen, Xanthenverbindungen, Thiazinverbindungen, Spiropy­ ranverbindungen oder Fluorane.
Die elektronenaufnehmenden, als Lewis-Säuren fungierenden Farbentwickler sind die ebenfalls aus den wärme- und druck­ empfindlichen Systemen bekannten sauren Clays wie Bentonit, Montmorillonit, Attapulgit oder organische Verbindungen wie Phenolharze oder Zinksalicylat.
Als Abstandhalter werden Stärkekörner oder Cellulosefasern benutzt.
Bindemittel sind die üblicherweise in wärme- und druckemp­ findlichen Systeme zur Anwendung kommenden oxydierten Stär­ ken, modifizierte Stärken, Styrol-Butadien-Copolymere, Sty­ rol-Acrylsäure-Copolymere, Polyvinylacetate, Polyvinylalko­ hole, Hydroxyethylcellulosen oder Carboxymethylcellulosen.
Das Trägermaterial kann Papier oder Kunststofffolie mit ei­ ner Flächenmasse von 40 bis 280 g/m2 sein. Die druckemp­ findliche Schicht kann beispielsweise eine Flächenmasse von 2 bis 10 g/m2 aufweisen und so besonders dünn sein.
Das erfindungsgemäße Blattmaterial mit Sicherheitskennzei­ chen wird erfindungsgemäß auf einfache Weise auf einen vor­ gefertigten Verbund aus einem Trägermaterial und einer wär­ meempfindlichen Schicht auf das Trägermaterial aus einer separat hergestellten Streichmasse aufgetragen, beispiels­ weise durch eine Rakel-, Walzen-, Klingen- oder Luftmesser­ beschichtung. Dadurch bleibt die Thermotechnologie unbeein­ trächtigt.
Die Schicht kann auch durch Aufsprühen oder Aufdrucken auf­ gebracht werden, oder auch separat erzeugt und mit dem Fachmann bekannten Verfahren adhäsiv mit dem Trägermaterial verbunden werden.
Das Blattmaterial kann nicht nur auf der wärmeempfindlichen Schicht, sondern auch auf der rückseitig aufgebrachten druckempfindlichen Schicht nach einem oder mehreren Verfah­ ren der bekannten Druckkunst bedruckt sein oder werden.
Die Herstellung des Blattmaterials ist wenig aufwendig und deshalb für Massendokumente geeignet.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel erläutert.
Es wird eine Streichmasse aus folgenden Komponenten mit der angegebenen Zusammensetzung durch Mischen hergestellt:
Mikrokapseln aus Melaminharz 33 bis 37%
Saurer Clay als Farbentwickler 30 bis 35%
Cellulosefasern als Abstandhalter 8 bis 12%
Styrolbutadienlatex 10 bis 12%
Stärke 3 bis 7%
Polyvinylalkohol 2 bis 5%
Calciumcarbonat   2 bis 5%
100%
Der Feststoffgehalt der so hergestellten Streichmasse wird mit Wasser auf 30 bis 35% eingestellt.
Anschließend wird die Streichmasse mit einer Rakel auf die der wärmeempfindlichen Schicht abgewandte Seite eines aus dieser Schicht und einem Papier als Trägermaterial gebilde­ ten Blattmaterials aufgetragen. Die Streichmasse wird mit einer Strichmasse von im wesentlichen 6 g/m2 aufgetragen. Das Trägermaterial weist eine Flächenmasse von im wesentli­ chen 150 g/m2 auf.

Claims (9)

1. Mehrschichtiges Blattmaterial mit Sicherheitskennzei­ chen, mit einem flächenförmigen Trägermaterial und einer wärmeempfindlichen Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine druckempfindliche Schicht vorgesehen ist, die bei einer Druckeinwirkung sichtbare Markierungen aus­ bildet.
2. Blattmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die druckempfindliche Schicht auf der der wärmeempfind­ lichen Schicht abgewandten Seite des Trägermaterials ange­ ordnet ist.
3. Blattmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß auf der wärmeempfindlichen Schicht eine Schutzschicht angeordnet ist.
4. Blattmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die druckempfindliche Schicht mindestens ei­ nen Farbbildner und einen Farbentwickler enthält.
5. Blattmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbbildner und/oder der Farbentwickler in Mikro­ kapseln angeordnet ist.
6. Blattmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägermaterial Papier oder Kunststofffolie mit ei­ nem Flächengewicht von 40 bis 280 g/m2 ist.
7. Blattmaterial nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die druckempfindliche Schicht eine Flä­ chenmasse von 2 bis 10 g/m2 aufweist.
8. Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Blatt­ materials mit Sicherheitsmerkmal, mit einem flächenförmigen Trägermaterial, einer an diesem angeordneten wärmeempfind­ lichen und einer druckempfindlichen Schicht, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die druckempfindliche Schicht nach dem Aufbringen der wärmeempfindlichen Schicht auf die dieser abgewandte Seite aus einer separat hergestellten Streichma­ sse auf das Trägermaterial aufgebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Streichmasse durch Rakel-, Walzen-, Klingen- oder Luft­ messerbeschichtung aufgebracht wird.
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