DE19754793A1 - Verbundanker mit einem pyrotechnischen Heiz- und Austreibgenerator - Google Patents
Verbundanker mit einem pyrotechnischen Heiz- und AustreibgeneratorInfo
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft einen Verbundanker nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Verbundanker bzw. Injektionsanker sind seit langem bekannt. Dazu wird in das Bohr
loch eine Glasampulle (Mörtelpatrone, die Reaktionsharz, Quarz und Härter enthält)
eingeführt und eine Gewindestange bzw. ein speziell geformter Bolzen nachgescho
ben. Die Glasampulle zerbricht, und durch Einvibrieren des Bolzens verteilt sich die
Masse gleichmäßig im Bohrloch. Solche Verbundanker sind auch für den Einsatz in
der Zugzone erhältlich. Dort bilden sich aufgrund der geringen Zugfestigkeit des Be
tons im Laufe der Zeit Risse, so daß einmalig aufgespreizte Verbundanker nachrut
schen können bzw. nur noch einen Bruchteil ihrer Tragkraft haben.
Diese Verbundanker werden auch als Dübel bezeichnet, d. h. die Begriffe sind äquiva
lent.
Nachteilig an diesen Verbundankern ist, daß der Bohrlochdurchmesser immer größer
sein muß als der Dübeldurchmesser, da der Dübel eingeschoben und vibriert werden
muß. Dazu ist zusätzliches Spezialwerkzeug nötig. Desweiteren bestehen Verbund
anker stets aus mehreren Komponenten, wie dem Gehäuse, der Mörtelpatrone und
dem Bolzen, die getrennt voneinander gelagert werden und im Bedarfsfall zusam
mengefügt bzw. benutzt werden.
Ferner ist die Bohrtiefe exakt einzuhalten, da sonst Mörtel austritt bzw. die Länge des
herausstehenden Bolzenteils nicht ausreichend ist. Es sind Aushärtezeiten vor Bela
stung einzuhalten (je nach Umgebungstemperatur einige Minuten bis einige Stunden)
bis der Dübel voll belastet werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Verbundanker nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 derart zu verbessern, daß die Handhabung verbessert ist, weniger
Teile erforderlich sind, kein aufwendiges Spezialwerkzeug erforderlich ist, der Bol
zendurchmesser gleich dem Durchmesser des Verbundankers sein kann, die Taug
lichkeit für die Zugzone von Stahlbetonkonstruktionen (insbesondere Decken) erfüllt
ist, die Tauglichkeit auch für Randzonen gegeben ist und geringe Wartezeiten zu be
achten sind, bis der Verbundanker voll belastet werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß im Verbundanker ein pyro
technischer Heiz- und Austreibgenerator angeordnet ist, der bei Zündung der pyro
technischen Ladung die aushärtbare Masse erhitzt und in das Bohrloch austreibt.
Durch die erfindungsgemäße Lehre wird aushärtbare Masse im Inneren des Verbund
ankers erhitzt und durch die Druckwirkung des Generators aus dem Dübel in das
Bohrloch ausgetrieben. Die Festigkeit kommt durch die innige Verbindung der aus
härtbaren Masse mit dem Bohrloch und der Außenfläche des Verbundankers bzw.
Dübels zustande.
In bevorzugter Ausführungsform weist der Verbundanker ein hülsenförmiges Gehäuse
mit einem sich in Längsrichtung erstreckenden Aufnahmeraum auf, von dem Abström
kanäle radial nach außen führen. Mit Längsrichtung ist die Axialrichtung des Verbund
ankers verstanden.
Vorteilhafterweise weist im Bereich der Austrittsöffnungen der Abströmkanäle die
Mantelfläche des Gehäuses eine Einbuchtung auf. In diese Einbuchtung wird die aus
härtbare Masse gedrückt.
Zweckmäßigerweise ist die Mantelfläche im Bereich der Einbuchtung mit Schrägen
versehen, die sich in Richtung zur Spitze des Verbundankers hin verbreitern. Hier
durch ist ein Nachrutschen im Falle von Rißbildungen in der Zugzone möglich, ohne
daß sich der Verbundanker lockert, da durch die Schrägen während des Nachrut
schens die angrenzende aushärtbare Masse weiter verdichtet wird und dadurch den
festen Sitz wieder sicherstellt.
Erfindungsgemäß ist am Ende des Aufnahmeraums die aushärtbare Masse angeord
net. Diese ist bevorzugt ein Kunststoff als Granulat oder Formteil. Vorteilhaft ist die
aushärtbare Masse jedoch auch ein thermisch aushärtender Flüssigmörtel oder ein
Kleber bzw. Klebstoff.
In bevorzugter Ausführungsform ist im Aufnahmeraum unterhalb der aushärtbaren
Masse der pyrotechnische Heiz- und Austreibgenerator angeordnet. Mit "oben" ist die
Spitze des Verbundankers bzw. Dübels gemeint. Unten ist das entgegengesetzte En
de, welches z. B. aus dem Bohrloch herausragen kann.
Der Generator ist sinnvollerweise eine Randfeuerpatrone, ein mechanisches Anzünd
hütchen oder ein thermisch oder laserinitiierbares Druckelement. Ein Anzündelement
ist bevorzugt im Generator selbst angeordnet. Es kann jedoch auch unterhalb des
Generators im Aufnahmeraum eingebaut sein.
Bevorzugt besteht der Generator aus einem unteren becherförmigen Boden und ei
nem haubenförmigen Deckel, wobei der Deckel beweglich aber dicht auf dem Boden
aufgesetzt ist und im gebildeten Innenraum die Treibladung und das Anzündelement
angeordnet sind.
Zweckmäßigerweise ist angrenzend an den Aufnahmeraum ein an der unteren Stirn
seite offener zylindrischer Halteraum mit einem Innengewinde angeordnet. Dieses In
nengewinde dient zum Einschrauben einer Schraube und damit zur Befestigung eines
Gegenstandes am Verbundanker.
Weitere Merkmale ergeben sich aus der einzigen Figur, die nachfolgend beschrieben
ist. Diese Figur zeigt im Schnitt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Ver
bundankers eingesetzt in ein Bohrloch 6, jedoch noch nicht im verankerten Zustand.
Der Verbundanker besteht aus einem hülsenförmigen Gehäuse 1 mit einem sich in
Längsrichtung erstreckenden Aufnahmeraum 8, der bis zur Spitze 12 bzw. zur oberen
Stirnseite des Verbundankers reicht. Von diesem Aufnahmeraum 8 führen Abströmka
näle 9 radial nach außen in eine Einbuchtung 10 der Mantelfläche des Verbund
ankers. Im Bereich der Austrittsöffnungen der Abströmkanäle 9 ist die Mantelfläche
mit Schrägen 11 versehen, die sich in Richtung zur Spitze 12 des Verbundankers hin
verbreitern. Am Ende des Aufnahmeraums 8 ist als aushärtbare Masse 5 ein Kunst
stoff bzw. ein Thermoplast eingesetzt. Mit dem Bezugszeichen 18 ist alternativ eine
Pille bzw. ein Behälter mit thermisch aushärtendem Flüssigmörtel oder Kleber ge
kennzeichnet. Angrenzend an die aushärtbare Masse 5 ist ein pyrotechnischer
Heiz- und Austreibgenerator 2 angeordnet, der eine pyrotechnische Ladung 7 und ein An
zündelement 13 beinhaltet. Dieser Generator 2 ist in dieser Ausführungsform als
Randfeuerpatrone ausgebildet. Der Generator 2 besteht aus einem unteren becher
förmigen Boden 14 und einem haubenförmigen Deckel 15, wobei der Deckel 15 be
weglich aber dicht auf den Boden 14 aufgesetzt bzw. übergestülpt ist. Der Deckel 15
reicht dabei bis in den Bodenbereich des Bodens 14 und der Boden 14 reicht bis in
den Deckelbereich des Deckels 15, so daß ein langer Überlappungsbereich geschaf
fen ist. Der Bodenbereich des becherförmigen Bodens 14 ragt aus dem Aufnahme
raum heraus und kragt radial nach außen aus. In der dadurch geschaffenen Randzo
ne ist ein Anzündelement 13 eingesetzt. Ansonsten ist der Innenraum des Generators
2 vollständig mit der pyrotechnischen Ladung 7 gefüllt. Das obere Ende des hauben
förmigen Deckels 15 ist zur Mittellängsachse 19 hin konisch ausgebildet, so daß eine
Spitze gebildet ist.
Unterhalb des Generators 2 ist ein von einem Sicherungsring 4 gehaltenes Schlag
stück 3 angeordnet. Dieses Schlagstück 3 liegt über Spitzen 20 am Boden 14 an und
ragt mit seiner als Wölbung ausgebildeten abgewandten Seite in einen Halteraum 16,
der zylinderförmig ausgebildet und an seiner unteren Stirnseite offen ist. Ein Innen
gewinde 17 in diesem Halteraum 16 dient zum Einschrauben einer Schraube in den
Verbundanker.
Die beschriebene Ausführungsform weist ein Schlagstück 3 auf. Die Auslösung des
Anzündelements, welches auch außerhalb des Generators 2 angeordnet sein kann
kann jedoch z. B. auch thermisch oder durch Laserenergie erfolgen.
Ist das Bohrloch 6 eingebracht, wird der Verbundanker eingesetzt. Anschließend wird
über einen Hammer ein Schlag auf das Schlagstück 3 gegeben. Die Schlagenergie
wird über die Spitzen 20 auf das Anzündelement 13 bzw. die Anzündladung übertra
gen, die dadurch angezündet wird. Diese wiederum zündet die pyrotechnische La
dung 7 an, die den Deckel 15 vom Boden 14 weg beschleunigt und die aushärtbare
Masse 5 über die Abströmkanäle 9 in die Einbuchtung 10 drückt. Durch die Zündung
der Ladung 7 wird die aushärtbare Masse 5 erhitzt und bei der Verwendung von
Thermoplast als aushärtbare Masse 5 gleichzeitig verflüssigt. Als Ergebnis befindet
sich die aushärtbare Masse 5 in der Einbuchtung 10 und schafft einen innigen Kontakt
von der Bohrlochwandung zur Mantelfläche des Verbundankers. Bei späteren Rissen
im Gestein kann der Verbundanker etwas aus dem Bohrloch herausrutschen. Hier
durch wird durch die Schrägen 11 die aushärtbare Masse weiter verdichtet, wodurch
wieder ein fester Kontakt hergestellt ist.
Claims (12)
1. Verbundanker mit einer aushärtbaren Masse (5), die den Verbundanker im
Bohrloch (6) befestigt, dadurch gekennzeichnet, daß im Verbundanker ein py
rotechnischer Heiz- und Austreibgenerator (2) angeordnet ist, der bei Zündung
der pyrotechnischen Ladung (7) die aushärtbare Masse (5) erhitzt und in das
Bohrloch (6) austreibt.
2. Verbundanker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbund
anker ein hülsenförmiges Gehäuse (1) mit einem sich in Längsrichtung erstrec
kenden Aufnahmeraum (8) aufweist.
3. Verbundanker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß vom Aufnahme
raum (8) Abströmkanäle (9) radial nach außen führen.
4. Verbundanker nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der
Austrittsöffnungen der Abströmkanäle (9) die Mantelfläche des Gehäuses (1) ei
ne Einbuchtung (10) aufweist.
5. Verbundanker nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelflä
che im Bereich der Einbuchtung (10) mit Schrägen (11) versehen ist, die sich in
Richtung zur Spitze (12) des Verbundankers hin verbreitern.
6. Verbundanker nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß am Ende des Aufnahmeraums (8) die aushärtbare Masse (5) angeordnet ist.
7. Verbundanker nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die aushärtbare Masse (5) ein Kunststoff (Granulat oder Formteil), ein
thermisch aushärtender Flüssigmörtel oder ein Kleber ist.
8. Verbundanker nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß im Aufnahmeraum (8) unterhalb der aushärtbaren Masse (5) der pyrotechni
sche Heiz- und Austreibgenerator (2) angeordnet ist.
9. Verbundanker nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Generator (2) eine Randfeuerpatrone, ein mechanisches Anzündhüt
chen oder thermisch oder laserinitiierbares Druckelement ist.
10. Verbundanker nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Anzündelement (13) im Generator (2) selbst oder unterhalb des Genera
tors (2) im Aufnahmeraum (8) angeordnet ist.
11. Verbundanker nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der Generator (2) aus einem unteren becherförmigen Boden (14) und einem
haubenförmigen Deckel (15) besteht, wobei der Deckel (15) beweglich aber dicht
auf den Boden (14) aufgesetzt ist und im gebildeten Innenraum die Treibladung
(7) und das Anzündelement (13) angeordnet sind.
12. Verbundanker nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß angrenzend an den Aufnahmeraum (8) ein an der Stirnseite offener zylindri
scher Halteraum (16) mit einem Innengewinde (17) angeordnet ist.
Priority Applications (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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WO (1) | WO1999030044A1 (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE10303377A1 (de) * | 2003-01-29 | 2004-08-05 | Dynamit Nobel Ais Gmbh Automotive Ignition Systems | Pyromechanisches Trennelement |
Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US5116175A (en) * | 1991-02-19 | 1992-05-26 | Ari Adini | Explosively deformable anchoring assembly |
Family Cites Families (3)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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DE1072431B (de) * | 1959-12-31 | Ing Max Schmid Mannheim Dr | Stift zum Aufschweißen auf eine Unterlage | |
DE2515950C3 (de) * | 1975-04-11 | 1979-12-20 | Ernst Peiniger Gmbh Unternehmen Fuer Bautenschutz, 4300 Essen | Befestigungseinheit |
US4564315A (en) * | 1983-07-05 | 1986-01-14 | Rozanc Richard C | Method for anchoring a bolt in a rock-like structure |
-
1997
- 1997-12-10 DE DE1997154793 patent/DE19754793A1/de not_active Withdrawn
-
1998
- 1998-12-10 WO PCT/EP1998/008027 patent/WO1999030044A1/de active Application Filing
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Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Also Published As
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WO1999030044A1 (de) | 1999-06-17 |
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