DE19748995A1 - Verfahren und Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn - Google Patents

Verfahren und Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn

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DE19748995A1
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinu­ ierlichen Aufwickeln einer Materialbahn, insbeson­ dere Papier- oder Kartonbahn, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Wickelmaschine zum kontinuier­ lichen Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, gemäß Oberbegriff des An­ spruchs 9.
Verfahren und Wickelmaschinen der hier angespro­ chenen Art sind bekannt (EP 0 483 092 A1). Sie wer­ den beispielsweise am Ende einer Maschine zur Her­ stellung einer Materialbahn eingesetzt und dienen zum kontinuierlichen Aufwickeln der Materialbahn auf einen Tambour. Eine bekannte Wickelmaschine um­ faßt eine ortsfest angeordnete, auch als Tragtrom­ mel bezeichnete Anpreßtrommel, über deren Umfang die Materialbahn bereichsweise geführt wird. Zum Aufwickeln der Materialbahn wird ein von einer Pri­ märlagerung gehaltener, leerer Tambour zunächst auf Schienen einer Sekundärlagerung abgelegt und von einer Transporteinrichtung übernommen, die den Tam­ bour führt. Der Tambour wird mittels der Transport­ einrichtung an den Umfang der Anpreßtrommel ge­ preßt, so daß ein Wickelspalt gebildet wird, durch den die Materialbahn geführt wird. Nachdem das freie Ende der Materialbahn auf den leeren Tambour aufgewickelt worden ist, wird der größer werdende Durchmesser der auf den Tambour aufgewickelten Wic­ kelrolle durch eine Verlagerung der Transportein­ richtung ausgeglichen. Gleichzeitig wird durch eine Beeinflussung der Verlagerungsbewegung der Trans­ porteinrichtung die Linienkraft im Wickelspalt ein­ gestellt. Es hat sich als nachteilig herausge­ stellt, daß die Linienkraft im Wickelspalt zwischen der Wickelrolle und der Anpreßtrommel nicht konti­ nuierlich auf einem gewünschten Wert gehalten wer­ den kann. Durch das hohe Gewicht der Wickelrolle, das bis zu 100 Tonnen und darüber betragen kann, und das Gewicht der entsprechend stabil konstruier­ ten Transporteinrichtung können Schwankungen oder Sprünge der Linienkraft beziehungsweise des Linien­ kraftverlaufs, beispielsweise durch eine Unwucht der Anpreßtrommel oder der Wickelrolle, häufig nicht schnell genug ausgeglichen werden. Dadurch können Radial- oder Tangentialspannungen in der Ma­ terialbahn auftreten, die die Qualität der Wickel­ rolle beeinträchtigen und in einigen Fällen die ge­ samte Wickelrolle oder einen Teil der Wickellagen sogar zerstören. Außerdem hat sich gezeigt, daß durch eine zu geringe oder zu große Härte des Wic­ kelkerns kein definierter Aufbau der übrigen Wic­ kelrolle möglich ist.
Der bei einem Tambourwechsel auf den Schienen abge­ legte leere Tambour wird an den Umfang der statio­ när angeordneten Anpreßtrommel gedrückt, die auf dem gleichem Höhenniveau wie der Tambour angeordnet ist. Der zwischen leerem Tambour und Anpreßtrommel gebildete Wickelspalt liegt also in einer gedachten horizontalen Ebene. Dies führt zu einer Durchbie­ gung des Tambours, die sich aus der durch die Ge­ wichtskraft des Tambours resultierenden Durchbie­ gung und der durch die Anpreßkraft, mit der der Tambour an die Anpreßtrommel gepreßt wird, resul­ tierenden Durchbiegung zusammensetzt. Hierdurch liegt im Wickelspalt eine - über die Bahnbreite ge­ sehen - ungleichförmige Linienkraft vor, was dazu führt, daß die Wickelhärte der fertigen Wickelrolle über ihre Breite unterschiedlich ist. Da insbeson­ dere bei Beginn des Wickelvorganges eine gleichför­ mige Linienkraft wichtig ist, um einen exakten Kern mit definierter Wickelhärte aufbauen zu können, führt die Durchbiegung des Tambours insgesamt zu einem verschlechterten Wickelergebnis.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Wickelmaschine zu schaffen, die diese Nachteile nicht aufweisen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren vorge­ schlagen, das die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Das Verfahren erfolgt in folgenden Schritten: Zunächst wird der leere Tambour in eine oberhalb einer Anpreßtrommel liegende Anwickelposi­ tion gebracht. Dann wird ein Wickelspalt zwischen der Anpreßtrommel und dem leeren Tambour durch eine Relativbewegung zwischen Anpreßtrommel und Tambour gebildet, wobei deren Anordnung so gewählt ist, daß die durch den Wickelspalt und durch die Längsachsen des leeren Tambours und der Anpreßtrommel bestimmte Anpreßebene gegenüber einer gedachten Horizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise von 10°≦|α|≦35°, insbesondere von 15°≦|α|≦30° liegt. Bei dieser Stellung des leeren Tambours wird die Materialbahn getrennt und deren freies Ende auf den leeren Tam­ bour aufgewickelt. Schließlich wird die Wickelrolle in eine Fertigwickelposition überführt. Dadurch, daß der Wickelspalt beim Anwickeln in der geneigten Anpreßebene liegt, heben sich die aus der Anpreß­ kraft resultierende Durchbiegung und die in der An­ preßebene liegende Komponente der aus dem Eigenge­ wicht des Tambours resultierende Durchbiegung vor­ zugsweise vollständig, zumindest aber im wesentli­ chen auf. Dadurch kann eine - über die Bahnbreite gesehen - gleichförmige Linienkraft im Wickelspalt eingestellt werden, was wiederum zu einer Verbesse­ rung der Wickelqualität führt.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Ver­ fahrens wird, während die Wickelrolle sich in ihrer Anwickelposition befindet und/oder von ihrer Anwic­ kelposition in ihre Fertigwickelposition überführt wird, ein Ausgleich des größer werdenden Wickelrol­ lendurchmessers und eine Steuerung/Regelung der Li­ nienkraft im Wickelspalt durch eine vorzugsweise horizontale Verlagerung der Anpreßtrommel reali­ siert.
Bevorzugt wird weiterhin ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens, das sich dadurch auszeichnet, daß der größer werdende Wickelrollendurchmesser durch eine Relativbewegung der Wickelrolle gegenüber der Anpreßtrommel ausgeglichen und die Linienkraft im Wickelspalt durch eine - vorzugsweise horizontale - Verlagerung der Anpreßtrommel gesteuert/geregelt wird, während die Wickelrolle sich in ihrer Fertig­ wickelposition befindet. Dadurch, daß die Einstel­ lung der Linienkraft unabhängig von der Verlagerung der anwachsenden Wickelrolle erfolgt, kann die Be­ lastung im Wickelspalt sehr präzise abgestimmt be­ ziehungsweise eingestellt werden. Die Anpreßtrommel weist gegenüber der mit zunehmenden Durchmesser schwerer werdenden Wickelrolle ein wesentlich ge­ ringeres Gewicht auf, so daß ein schneller Aus­ gleich im Wickelspalt auftretender Schwankungen oder Sprünge der Linienkraft beziehungsweise des Linienkraftverlaufs möglich ist. Durch einen schnellen Ausgleich beziehungsweise Korrektur der beispielsweise durch eine Unwucht der Wickelrolle hervorgerufenen Schwankungen der Linienkraft kann eine definierte, gleichmäßige Wickelhärte einge­ stellt werden. Hierdurch ist eine exakte Kernwick­ lung möglich, wodurch eine gutes Wickelergebnis er­ zielt werden kann.
Es wird ferner ein Ausführungsbeispiel des Verfah­ rens bevorzugt, das sich dadurch auszeichnet, daß zur Vorbereitung eines Tambourwechsels der Wickel­ spalt durch eine Relativbewegung des leeren Tam­ bours gegenüber der Anpreßtrommel gebildet wird. Der Tambour wird in Richtung der Anpreßtrommel ver­ lagert und an diese angepreßt. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß der Wickel­ spalt durch eine Relativbewegung der Anpreßtrommel gegenüber dem leeren Tambour gebildet wird. Um den Wickelspalt auszubilden ist es außerdem möglich, daß der Tambour und die Anpreßtrommel aufeinander zu bewegt werden.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den üb­ rigen Unteransprüchen.
Zur Lösung der genannten Aufgabe wird auch eine Wickelmaschine vorgeschlagen, die die in Anspruch 9 genannten Merkmale aufweist. Diese zeichnet sich dadurch aus, daß der Wickelspalt während des Anwic­ kelvorgangs in einer durch die Längsachsen des lee­ ren Tambours und der Anpreßtrommel bestimmten An­ preßebene liegt, die gegenüber einer gedachten Ho­ rizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise von 10°≦|α|≦35°, insbesondere von 15°≦|α|≦30° liegt. Dadurch heben sich die in der Anpreßebene liegende Komponente der aus dem Eigengewicht resultierenden Durchbiegung und die aus der Anpreßkraft resultie­ rende Durchbiegung wenigstens annäherungsweise auf. Dadurch kann während des Anwickelns eine gleichför­ mige Linienkraft im Wickelspalt über die gesamte Bahnbreite sichergestellt werden, so daß ein defi­ nierter Aufbau zunächst des Wickelkerns und danach der übrigen Wickelrolle möglich ist. Die Verbesse­ rung der Wickelgüte im Kern ermöglicht also eine exakte Aufwicklung der gesamten Wickelrolle.
Besonders bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel der Wickelmaschine, das sich dadurch auszeichnet, daß die Anpreßtrommel mittels einer Anpreßeinrich­ tung verlagerbar ist und daß während des Anwickelns die Wickelrolle von der Primärlagerung gehalten wird, durch eine Verlagerung der Anpreßtrommel der größer werdende Wickelrollendurchmesser ausgleich­ bar und die Linienkraft im Wickelspalt steuer­ bar/regelbar sind.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Wickel­ maschine ist vorgesehen, daß der größer werdende Wickelrollendurchmesser während des Fertigwickel­ vorgangs durch eine Verlagerung der Transportein­ richtung ausgleichbar und daß die Linienkraft im Wickelspalt durch eine Verlagerung der Anpreßtrom­ mel einstellbar, vorzugsweise regelbar, ist. Der Ausgleich des größer werdenden Wickelrollendurch­ messers und die Einstellung der Linienkraft werden also von zwei separaten, getrennt voneinander betä­ tigbaren beziehungsweise arbeitenden Einrichtungen, der Transporteinrichtung und der Anpreßtrommel, vorgenommen. Durch das gegenüber dem Gewicht der größer werdenden Wickelrolle relativ leichte Ge­ wicht der Anpreßtrommel kann diese schnell verla­ gert und somit Sprünge und Schwankungen der Linien­ kraft sehr schnell ausgeglichen werden. Hierdurch ist eine exakte, gleichmäßige Linienkraft im Wic­ kelspalt zwischen der Wickelrolle und der Anpreß­ trommel, vorzugsweise während des gesamten Wickel­ vorgangs einstellbar, so daß insgesamt eine gute Wickelqualität erzielt werden kann. Besonders vor­ teilhaft ist, daß durch das relativ geringe Gewicht der Anpreßtrommel eine Richtungsänderung der Verla­ gerungsbewegung sehr schnell mittels der Anpreßein­ richtung durchführbar ist. Durch die voneinander unabhängigen Verlagerungsbewegungen der Anpreßtrom­ mel und Transporteinrichtung kann ein - vorzugsweise gleichbleibend - gutes Wickelergebnis erzielt wer­ den.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeich­ nung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 bis 4 jeweils eine schematische Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels der erfin­ dungsgemäßen Wickelmaschine in verschie­ denen Wickelphasen;
Fig. 5 eine Prinzipskizze der Wickelmaschine gemäß den Fig. 1 bis 4 mit einer Aus­ führungsform einer Steuerung;
Fig. 6 eine Prinzipskizze eines in Fig. 3 dar­ gestellten Tambours in Anwickelposition und
Fig. 7 eine Prinzipskizze eines weiteren Ausfüh­ rungsbeispiels der Wickelmaschine.
Die im folgenden beschriebene Wickelmaschine ist allgemein zum Aufwickeln einer Materialbahn ein­ setzbar. Die Wickelmaschine kann am Ende einer Ma­ schine zur Herstellung oder Veredelung einer Mate­ rialbahn, beispielsweise einer Papierbahn, angeord­ net werden, um die fertige Materialbahn zu einer Wickelrolle aufzuwickeln. Die Wickelmaschine kann aber auch zum Umrollen fertiger Wickelrollen ver­ wendet werden. Rein beispielhaft wird davon ausge­ gangen, daß es sich hier um eine Wickelmaschine zum Aufwickeln einer fortlaufenden Papierbahn handelt.
Fig. 1 bis 4 zeigen jeweils eine schematische Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels einer Wic­ kelmaschine 1, die zum Aufwickeln einer im folgen­ den allgemein als Materialbahn 3 bezeichneten Pa­ pierbahn auf einen Tambour dient. Aus den Fig. 1 bis 4 geht eine Abfolge von Funktionsschritten der Wickelmaschine 1 hervor. Die Wickelmaschine 1 um­ faßt eine Sekundärlagerung 5, die zwei Transport­ einrichtungen 7 und 9 umfaßt, die auf einer ersten, linearen Führung 10 verfahrbar sind. Die Trans­ porteinrichtungen 7, 9 dienen zum Halten und Führen eines Tambours entlang einer zweiten, horizontalen Führungsbahn, die in einer gedachten - gestrichelt dargestellten - Ebene E liegt. Diese spannt eine Fläche auf, die senkrecht auf der Bildebene der Fig. 1 steht. Weiterhin sind Schienen 11 vorgesehen, die parallel zu einer gedachten Horizontalen ange­ ordnet und an einem Maschinengestell 13 befestigt sind. Von den Schienen 11 ist in der in Fig. 1 dargestellten Seitenansicht der Wickelmaschine le­ diglich eine Schiene erkennbar. Ein Lagerzapfen aufweisender Tambour kann auf den Schienen 11 abge­ legt werden und wird von diesen getragen, das heißt, das Gewicht des Tambours und das Gewicht der darauf aufgewickelten Wickelrolle wird von den Schienen 11 abgestützt.
Die Wickelmaschine 1 umfaßt weiterhin eine mittels eines mit einem Symbol angedeuteten Zentrumsan­ triebs 14 antreibbare Anpreßtrommel 15, die drehbe­ weglich auf einem Führungsschlitten 17 gehalten wird, der auf einer lediglich gestrichelt angedeu­ teten, parallel zu den Schienen 11 der Sekundärla­ gerung 5 angeordneten zweiten Führung 19 verfahrbar ist. Der Abstand zwischen der in der Ebene E lie­ genden Längsachse 20 der Anpreßtrommel 15 und den Schienen 11 ist also konstant. Dem Führungsschlit­ ten 17 ist eine hier als hydraulische Kolben- /Zylindereinheit ausgebildete Anpreßeinrichtung 21 zugeordnet, die am Maschinengestell 13 befestigt ist. Die Anpreßeinrichtung 21 weist einen in einem Zylinder 23 geführten Kolben 25 auf, der mit einer an dem Führungsschlitten 17 angreifenden Kolben­ stange 27 fest verbunden ist. Bei einer Ausfahrbe­ wegung der Kolbenstange 27 wird der Führungsschlit­ ten 17 und somit die Anpreßtrommel 15 in Fig. 1 in Richtung eines Pfeils 29 nach rechts verlagert. Bei einer Einfahrbewegung der Kolbenstange 27 in den Zylinder 23 erfolgt eine Verlagerung der Anpreß­ trommel 15 in Fig. 1 nach links. Der maximale Hub des Kolbens 25, also inwieweit die Kolbenstange 27 aus dem Zylinder 23 ausfahren beziehungsweise ein­ fahren kann, ist vorzugsweise kleiner als die Hälfte der Materialschichtdicke einer fertigen Wic­ kelrolle.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, bildet die Anpreßtrom­ mel 15 mit einer auf einen Tambour 31 aufgewickel­ ten Wickelrolle 33 einen Wickelspalt, das heißt, die Anpreßtrommel 15 bildet zusammen mit der Wic­ kelrolle 33 einen Nip. Die Anpreßtrommel 15 be­ rührt die Wickelrolle also über deren gesamte Länge an ihrem Umfang. Am Tambour 31 greift ein mit einem Symbol angedeutet, auch als Sekundärantrieb be­ zeichneter Zentrumsantrieb 35 an, mittels dessen ein Drehmoment auf den von der Sekundärlagerung 5 gehaltenen Tambour aufgebracht werden kann.
Die Schienen 11 sind derart an dem Maschinengestell 13 angebracht, daß die Längsachse 34 des mit seinen Lagerzapfen auf den Schienen 11 aufliegenden Tam­ bours 31 in der gleichen Ebene E liegt, wie die Längsachse 20 der Anpreßtrommel 15. Die Material­ bahn 3 wird über die Anpreßtrommel 15 geführt und auf die Wickelrolle 33 aufgewickelt. Die Linien­ kraft im Wickelspalt wird mittels der der Anpreß­ trommel 15 zugeordneten Anpreßeinrichtung 21 ge­ steuert, das heißt, die Anpreßtrommel 15 wird mit einer definierten Kraft an den Umfang der Wickel­ rolle 33 gedrückt, wodurch eine gewünschte Wickel­ härte der Wickelrolle beziehungsweise ein gleich­ mäßiger Wickelhärteverlauf eingestellt werden kann. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist vorgese­ hen, daß die Linienkraft im Wickelspalt geregelt wird, das heißt, die Anpreßeinrichtung 21 ist Teil eines Regelkreises, der die Linienkraft selbsttätig auf einem gewünschten Wert hält beziehungsweise einstellt. Durch die Verlagerung der Anpreßtrommel 15 mittels der Anpreßeinrichtung 21 können Schwan­ kungen der Linienkraft sicher ausgeglichen bezie­ hungsweise vermieden werden, so daß kontinuierlich eine gewünschte Wickelhärte erzielt werden kann. Der größer werdende Durchmesser der Wickelrolle 33 wird durch eine Verlagerung der Wickelrolle 33 in Richtung des Pfeils 29 nach rechts ausgeglichen. Hierzu wird die Transporteinrichtung 7 nach rechts verfahren, wodurch eine Mitnahme des Tambours 31 und somit der Wickelrolle 33 erfolgt. Zum Verfahren der Transporteinrichtung 7 ist hier eine Antriebs­ einrichtung 38 vorgesehen, die eine von einem Motor 37 angetriebene Gewindespindel 36 umfaßt.
Oberhalb der Anpreßtrommel 15 ist ein von einer nicht dargestellten Führungseinrichtung gehaltener, leerer Tambour 39 in einer Bereitschaftsposition angeordnet (Fig. 1 und 2). Vor einem Tambour­ wechsel wird der Tambour 39 aus seiner Bereit­ schaftsposition in eine Anwickelposition verlagert, in der dieser von einer nicht dargestellten Primär­ lagerung drehbeweglich gehalten wird (Fig. 3). Während der leere Tambour 39 sich in der Anwickel­ position befindet, wird durch eine Relativbewegung zwischen Anpreßtrommel 15 und leerem Tambour 39 ein Wickelspalt gebildet, das heißt, die Anpreßtrommel und der leere Tambour berühren einander an ihrem Umfang, und zwar über deren gesamte Länge. Auf den in Anwickelposition befindlichen leeren Tambour 39 wird nach dem Trennen der Materialbahn mit einer nicht dargestellten, an sich bekannten Trennein­ richtung deren freies Ende aufgewickelt, während das abgetrennte Ende der Materialbahn auf die Wic­ kelrolle 33 aufgewickelt wird. Mittels der Primär­ lagerung kann der Tambour 39 entlang einer ersten Führungsbahn von der Anwickelposition in eine Fer­ tigwickelposition verlagert werden (Fig. 4). Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wird unter "Fertigwickelposition" eine Position des Tam­ bours 39 verstanden, in der dieser mit seinen Lagerzapfen auf den Schienen 11 der Sekundärlage­ rung 5 aufliegt. Der Tambour 39 ist also nicht sta­ tionär angeordnet, während er von der Sekundärlage­ rung 5 geführt wird, sondern wird entlang der Schienen 11 verlagert. Die erste Führungsbahn kann einen kurvenförmigen, vorzugsweise teilkreisförmi­ gen, und/oder linearen Verlauf aufweisen. Der Pri­ märlagerung ist ein nicht dargestellter, auch als Primärantrieb bezeichneter Zentrumsantrieb für den von dieser gehaltenen Tambour beziehungsweise Wic­ kelrolle zugeordnet, mittels dessen der Tambour mit einem Antriebs- und/oder einem Bremsmoment beauf­ schlagt werden kann.
In Fig. 3 ist der leere Tambour 39 in seiner An­ wickelposition angeordnet, in der nach einem Trenn­ vorgang das freie Ende der Materialbahn auf den Tambour 39 aufgewickelt wird. Dieser bildet mit der Anpreßtrommel 15 einen Wickelspalt, der in einer Anpreßebene P liegt, die gegenüber einer gedachten Horizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise von 10°≦|α|≦35°, insbesondere von 15°≦|α|≦30° liegt. Der Winkel α wird mit einem positiven Vorzeichen versehen, wenn der leere Tambour in seiner Anwic­ kelposition oberhalb der gedachten Ebene E und rechts von einer - gestrichelt dargestellten - senk­ rechten, die Längsachse der Anpreßtrommel schnei­ denden Achse 40 liegt. Der Winkel α beträgt hier rein beispielhaft circa 32°. Der Winkel α wird mit einem negativen Bezugszeichen versehen, wenn der zwischen Anpreßtrommel 15 und leerem Tambour 39 ge­ bildete Wickelspalt oberhalb der Ebene E und links von der Achse 40 in der Anpreßebene P' liegt. Als besonders vorteilhaft haben sich Winkel α herausge­ stellt, die im Bereich von 15° bis 30° liegen.
Dadurch, daß der Wickelspalt in der geneigten An­ preßebene P beziehungsweise P' liegt, heben sich die aus der Anpreßkraft resultierende Durchbiegung und die in der Anpreßebene P beziehungsweise P' liegende Komponente der aus dem Eigengewicht resul­ tierenden Durchbiegung des Tambours gegenseitig auf, so daß eine gleichförmige Linienkraft im Wic­ kelspalt über die Bahnbreite eingestellt werden kann. Hierdurch ist eine gute Wickelqualität er­ zielbar.
Unterhalb der Anpreßtrommel 15 ist eine sich über die gesamte Breite der Wickelrolle 33 erstreckende, auch als Abquetschwalze bezeichnete Andrückwalze 41 angeordnet, die mittels einer nicht dargestellten Führungseinrichtung an den Umfang der mit der An­ preßtrommel 15 einen Wickelspalt bildenden Wickel­ rolle gepreßt werden kann. Die Andrückwalze 41 dient dazu, ein Einschleppen von Luft zwischen den Wickel lagen der Wickelrolle zu verhindern, bei­ spielsweise dann, wenn die Materialbahn 3 in einem freien Zug geführt wird. Die Andrückwalze 41 kann von einem Antrieb, beispielsweise Zentrumsantrieb, mit einem Drehmoment beaufschlagt und auf Bahnge­ schwindigkeit beschleunigt werden.
Im folgenden soll die Funktion der Wickelmaschine 1 anhand eines Wickelvorgangs näher erläutert werden:
Die Materialbahn 3 wird über die Anpreßtrommel 15 geführt und auf die von der Transporteinrichtung 7 der Sekundärlagerung 5 geführten Wickelrolle 33 aufgewickelt (Fig. 1). Bevor die Wickelrolle 33 ihren Enddurchmesser erreicht, wird die Andrück­ walze 41 an den Umfang der Wickelrolle 33 gepreßt (Fig. 2). Die Materialbahn 3 wird somit sowohl durch den Wickelspalt zwischen Anpreßtrommel 15 und Wickelrolle 33 also auch durch den Wickelspalt zwi­ schen Andrückwalze 41 und Wickelrolle 33 geführt. Zur Überführung der kontinuierlich herangeführten Materialbahn 3 auf den leeren Tambour 39 wird die Wickelrolle 33 mittels der Transporteinrichtung 7 entlang den Schienen 11 in Richtung des Pfeils 29 verfahren, wodurch der Abstand zwischen der Längsachse 20 der Anpreßtrommel 15 und der Längsachse 34 der Wickelrolle 33, die beide in der Ebene E liegen, vergrößert und zwischen der Anpreß­ trommel 15 und der Wickelrolle 33 ein Zwischenraum 43 gebildet wird (Fig. 3). Die Materialbahn 3 wird im Bereich des Zwischenraums 43 in einem freien Zug von der Anpreßtrommel 15 auf die Wickelrolle 33 überführt. Die Andrückwalze 41 wird, während die Transporteinrichtung 7 mit der Wickelrolle 33 ver­ fahren wird, der Wickelrolle 33 derart nachgeführt, daß die Linienkraft im Wickelspalt zwischen An­ drückwalze 41 und Wickelrolle 33 einen gewünschten Wert beibehält. Anschließend wird von oben der in Bereitschaftsposition angeordnete leere Tambour 39 auf Laufgeschwindigkeit der Materialbahn 3 be­ schleunigt und in den Zwischenraum 43 zwischen der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 eingebracht und in seine Anwickelposition verlagert (Fig. 3).
Durch eine Verlagerung der Anpreßtrommel 15 wird ein Wickelspalt zwischen dem leeren Tambour 39 und der Anpreßtrommel 15 gebildet. Dann wird mittels einer nicht dargestellten Trenneinrichtung, die beispielsweise im Bereich des Zwischenraums 43 an­ geordnet ist, die Materialbahn quer über die Breite getrennt. Das abgetrennte Ende der Materialbahn 3 wird auf die Wickelrolle 33 aufgewickelt, während das freie Ende der Materialbahn 3 mit an sich be­ kannten Mitteln auf den leeren Tambour 39 geführt wird. Anschließend wird der von der Primärlagerung gehaltene Tambour 39 entlang der ersten Führungs­ bahn von seiner Anwickelposition in seine Fertig­ wickelposition geführt und unmittelbar auf die Schienen 11 der Sekundärlagerung 5 abgesenkt (Fig. 4). Dabei wird der Tambour 39 von der zweiten, in Übernahmeposition angeordneten Transporteinrichtung 9 übernommen, das heißt geführt und gehalten. In der in Fig. 4 dargestellten Wickelphase sind be­ reits einige nicht dargestellte Lagen der Material­ bahn 3 auf den Tambour 39 aufgewickelt.
Nachdem die fertige Wickelrolle 33 abgebremst wor­ den ist, kann diese aus der Transporteinrichtung 7 ausgebracht werden, während die Andrückwalze 41 in ihre in Fig. 1 dargestellte Position zurückverla­ gert wird. Der größer werdende Durchmesser der auf den Tambour 39 aufgewickelten - in Fig. 4 nicht dargestellten - Wickelrolle wird durch eine Verlage­ rung der Transporteinrichtung 9 in Richtung des Pfeiles 29 entlang den Schienen 11 ausgeglichen. Dabei wird die Linienkraft im Wickelspalt zwischen der Anpreßtrommel 15 und der auf den Tambour 39 aufgewickelten Wickelrolle durch eine Verlagerung der Anpreßtrommel 15 mittels der Antriebseinrich­ tung 21 während des gesamten Wickelvorgangs auf ei­ nem gewünschten Wert gehalten.
In Fig. 1 ist eine unterhalb der Anpreßtrommel 15 angeordnete, drehbeweglich am Maschinengestell 13 befestigte Bahnleitwalze 45 dargestellt. Die Mate­ rialbahn 3 wird von einem der Bahnleitwalze 45 - in Laufrichtung der Materialbahn gesehen - vorgeordne­ ten Aggregat 47, das hier rein beispielhaft eine Preßeinrichtung 49 ist, an die Bahnleitwalze 45 ge­ führt, von dieser umgelenkt und weiter zur Anpreß­ trommel 15 geleitet. Dabei wird die Bahnleitwalze 45 von der Materialbahn 3 vorzugsweise in einem Um­ fangsbereich von 155° bis 205° umschlungen. Der Um­ schlingwinkel beträgt mindestens 150°, auch dann, wenn die Anpreßtrommel 15 während des Wickelvor­ gangs verlagert wird. Hierdurch wird sicherge­ stellt, daß die Linienkraft im Wickelspalt durch eine Änderung der Bahnlängsspannung im Bereich zwi­ schen dem Aggregat 47 und der Anpreßtrommel 15 nicht beeinflußt wird. Die Preßeinrichtung 49 um­ faßt zwei einen Preßspalt bildende Preßwalzen, von denen - wie in Fig. 1 dargestellt - mindestens eine angetrieben ist.
Aus der Beschreibung zu den Fig. 1 bis 4 ergibt sich das oben angesprochene Verfahren ohne wei­ teres. Es besteht darin, daß der leere Tambour in eine oberhalb der Anpreßtrommel liegende Anwickel­ position eingebracht wird, in der ein Wickelspalt zwischen der Anpreßtrommel und dem leeren Tambour durch eine Relativbewegung zwischen Anpreßtrommel und leeren Tambour gebildet wird. Der Wickelspalt liegt in einer durch die Längsachsen des leeren Tambours und der Anpreßtrommel bestimmten Anpreß­ ebene P, die gegenüber einer gedachten Horizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise von 15°≦|α|≦30° liegt. Dann wird die Materialbahn getrennt und deren freies Ende auf den leeren Tambour aufgewickelt. Schließlich wird die Wickelrolle in eine Fer­ tigwickelposition überführt. Es hat sich gezeigt, daß bei einer Neigung der Anpreßebene P im Bereich von 15°≦|α|≦30° eine Kompensation der Durchbiegun­ gen des Tambours besonders gut durchführbar bezie­ hungsweise möglich ist.
Die Ausbildung eines Wickelspalts zwischen der An­ preßtrommel 15 und dem leeren Tambour 39 ist durch eine Verlagerung der den Tambour haltenden und füh­ renden Transporteinrichtung 9 möglich. Es ist aber auch möglich, daß der Wickelspalt durch eine Verla­ gerung der Anpreßtrommel 15 mittels der Anpreßein­ richtung 21 in Richtung des Tambours 39 gebildet wird. Selbstverständlich können sowohl der Tambour 39 als auch die Anpreßtrommel 15 aufeinander zu be­ wegt werden, um einen Wickelspalt zu bilden. Unab­ hängig davon, wie der Wickelspalt ausgebildet wird, können sprunghafte Schwankungen der Linienkraft, wie sie beispielsweise im Augenblick der Übergabe des Tambours von der Primärlagerung an die Sekun­ därlagerung auftreten, ausgeglichen beziehungsweise vermieden werden. Die Linienkraft kann also konti­ nuierlich auf einem gewünschten Wert exakt gehalten werden.
Die Anpreßtrommel 15 kann als Profilwalze ausgebil­ det werden, deren Durchbiegung beeinflußbar ist. Durch die gewölbte Außenkontur der Anpreßtrommel 15 kann die darüber geführte Materialbahn - quer zur Laufrichtung der Bahn gesehen - definiert gespannt werden, vorzugsweise bevor die Materialbahn in den Wickelspalt einläuft. Hierdurch können eine Falten­ bildung der auf die Wickelrolle aufgewickelten Wic­ kellagen verhindert und somit das Wickelergebnis verbessert werden. Die Durchbiegung der Profilwalze ist - in Längsrichtung der Walze gesehen - vorzugs­ weise abschnittsweise einstellbar. Dadurch kann die gewünschte Breitenstreckung der Materialbahn durch variieren der Außenkontur der Profilwalze beein­ flußt, vorzugsweise eingestellt werden. Bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist die Anpreß­ trommel 15 Teil eines aktiven Schwingungs-Dämp­ fungs-Systems, das heißt die Anpreßtrommel ist schwingungsfähig. Im Zusammenhang mit der vorlie­ genden Erfindung wird unter dem Begriff "schwin­ gungsfähig" verstanden, daß die Anpreßtrommel eine schnelle Verlagerungsbewegung in Richtung der Wic­ kelrolle und entgegengesetzt durchführen kann. Die Anpreßeinrichtung 21, also die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte hydraulische Kolben-/Zylindereinheit kann also einen Richtungswechsel der Verlagerungs­ bewegung der Anpreßtrommel 15 sehr schnell ausfüh­ ren.
Fig. 5 zeigt eine Prinzipskizze der Wickelmaschine gemäß den Fig. 1 bis 4 mit einer Ausführungsform einer Steuerung. Teile, die mit denen in den Fig. 1 bis 4 übereinstimmen, sind mit gleichen Be­ zugszeichen versehen, so daß insofern auf die Be­ schreibung zu den Fig. 1 bis 4 verwiesen wird.
Zur Steuerung der Wickelmaschine 1 ist eine Steuereinheit 50 vorgesehen, die den Motor 37 der Gewindespindel 36 in Abhängigkeit von der Geschwin­ digkeit des Durchmesserzuwachses der Wickelrolle 33 steuert. Der Durchmesserzuwachs der Wickelrolle 33 wird mittels einer Meßeinrichtung 51 gemessen. Die Position der Transporteinrichtung 7 verändert sich also allein, das heißt ausschließlich entsprechend der Zunahme des Wickelrollendurchmessers. Die Größe der Linienkraft im zwischen der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 gebildeten Wickelspalt wird allein, also ausschließlich durch ein Verfahren des die Anpreßtrommel 15 haltenden Führungsschlittens 17 bestimmt, vorzugsweise mittels einer Regelein­ richtung 53 geregelt. Diese umfaßt eine Meßeinrich­ tung 55 für die Linienkraft, einen Regler 57, einen Sollwertgeber 58 und eine Steuereinheit 60. Die Meßeinrichtung 55 ist über eine Meßleitung 56 mit dem Regler 57 verbunden beziehungsweise mündet in diesen. Der Sollwertgeber 58 ist über eine Leitung 56' mit dem Regler 57 verbunden und gibt diesem den gewünschten Sollwert an. Der Regler 57 ist wiederum über eine Leitung 59 mit der Steuereinheit 60 ver­ bunden.
Für den Fall, daß der von der Meßeinrichtung 55 ge­ messene Wert der Linienkraft im zwischen der An­ preßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 gebildeten Wickelspalt von dem vom Sollwertgeber vorgegebenen Sollwert abweicht, gibt der Regler 57 über die Lei­ tung 59 ein Signal an die Steuereinheit 60. Diese ändert daraufhin den Druck im Zylinder 23 der An­ preßeinrichtung 21 derart, daß sich der gemessene Wert der Linienkraft dem Sollwert annähert. Hier­ durch kann die Linienkraft auch dann auf einem, beispielsweise konstanten Wert gehalten werden, wenn eine Störung im Wickelvorgang auftritt. Eine Störung kann zum Beispiel ein nicht ganz präzises Verfahren der Transporteinrichtung 7 sein, so daß sich die Position des von der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 gebildeten Wickelspalts gering­ fügig verschiebt.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vor­ gesehen, daß die Anpreßtrommel 15 zur Steuerung der Linienkraft unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit der Transporteinrichtung verlagerbar ist. Weiterhin ist es möglich, daß die der Transporteinrichtung 7 zugeordnete Antriebseinrichtung 38, das heißt, der die Gewindespindel 36 antreibende Motor 37 derart steuerbar ist, daß die Position des zwischen der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 gebildeten Wickelspalts im wesentlichen konstant ist, während die Wickelrolle 33 von der Sekundärlagerung 5 ge­ halten wird. Unter "konstanter Position" des Wic­ kelspalts wird dessen Position innerhalb der Wic­ kelmaschine 1 verstanden, das heißt, die Wickel­ rolle 33 wird mittels der Transporteinrichtung 7 mit einer Geschwindigkeit in Richtung des Pfeils 29 verlagert, so daß lediglich den Durchmesserzuwachs der Wickelrolle 33 kompensiert wird.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel ist vorgese­ hen, daß die der Transporteinrichtung 7 zugeordnete Antriebseinrichtung 38 derart steuerbar ist, daß sich die Position des zwischen der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle 33 gebildeten Wickelspalts mit zunehmendem Wickelrollendurchmesser während des Wickelvorgangs verschiebt, beispielsweise in einem Bereich von 50 mm bis 200 mm.
Fig. 6 zeigt eine Ansicht des in Fig. 3 darge­ stellten Tambours 39, der sich in seiner Anwickel­ position befindet und mit der Anpreßtrommel 15 einen Wickelspalt bildet. In Fig. 3 ist die Blick­ richtung auf den Tambour 39 mit einem Pfeil 70 ge­ kennzeichnet. Die Kraft, mit der bei diesem Ausfüh­ rungsbeispiel die Anpreßtrommel 15 an den Umfang des Tambours 39 gepreßt wird, führt zu einer mit einem Doppelpfeil 72 dargestellten Durchbiegung des Tambours 39. Die durch die Durchbiegung hervorgeru­ fene Krümmung der Außenkontur des Tambours 39 ist schematisch mit einer Linie 73 dargestellt. Die in der Anpreßebene P liegende Komponente der aus dem Eigengewicht des Tambours 39 resultierenden Durch­ biegung ist mit einem Doppelpfeil 74 dargestellt. Schematisch ist mit einer Linie 75 die gekrümmte Außenkontur des nicht abgestützten Tambours darge­ stellt.
Wie aus Fig. 6 ersichtlich, wirken die Durchbie­ gungen in entgegengesetzte Richtungen, wobei deren Betrag zumindest im wesentlichen gleich ist. Die Durchbiegungen heben sich dadurch vorzugsweise vollständig, zumindest aber im wesentlichen auf, so daß eine gleichförmige Linienkraft im Wickelspalt über die gesamte Breite der Materialbahn einge­ stellt werden kann.
Fig. 7 zeigt stark schematisiert ein weiteres Aus­ führungsbeispiel der Wickelmaschine 1. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, so daß insofern auf die Beschreibung zu den Fig. 1 bis 4 verwiesen werden kann. Im folgenden soll le­ diglich auf die Unterschiede näher eingegangen wer­ den. Der leere Tambour 39 ist in seine Anwickelpo­ sition verlagert, in der er mit der Anpreßtrommel 15 einen in der Anpreßebene P liegenden Wickelspalt bildet. Die Anpreßebene P ist gegenüber einer ge­ dachten, gestrichelt dargestellten Horizontalen H um einen Winkel α geneigt, der vorzugsweise in ei­ nem Bereich von 15°≦|α|≦30° liegt. Die Längsachse 20 der Anpreßtrommel 15 liegt in einer gedachten Ebene E', die in einem Abstand X zur Ebene E ange­ ordnet ist und parallel zu dieser verläuft. In der Ebene E liegt die Längsachse 34 des in Fertigwic­ kelposition verfahrenen Tambours 31.
Dadurch, daß die Anpreßtrommel 15 auf einem höher­ liegenden Niveau angeordnet ist als der von den Schienen 11 der Sekundärlagerung 5 getragenen Tam­ bour 31, ist es bei einem Tambourwechsel nicht er­ forderlich, einen Zwischenraum zwischen Anpreßtrom­ mel 15 und Wickelrolle 33 zu bilden, in dem die Ma­ terialbahn 3 in einem freien Zug geführt wird. Wie aus Fig. 7 ersichtlich, kann zwischen dem leeren Tambour 39 und der Anpreßtrommel 15 ein Wickelspalt gebildet werden, während die in ihrer Fertigwickel­ position befindliche Wickelrolle 33 noch in Kontakt mit der Anpreßtrommel 15 ist. Dann wird die Materi­ albahn 3 getrennt und deren freies Ende auf den leeren Tambour 39 aufgewickelt. Anschließend wird die fertige Wickelrolle 33 in Richtung des Pfeils 29 nach rechts verlagert und kann aus der Wickelma­ schine 1 ausgebracht werden.
Es bleibt festzuhalten, daß bei dem in Fig. 7 dar­ gestellten Ausführungsbeispiel der Kontakt zwischen der Anpreßtrommel 15 und der Wickelrolle während des gesamten Wickelvorgangs bestehen bleibt, wo­ durch eine definierte Wickelhärte der gesamten Wic­ kelrolle 33 eingestellt werden kann.

Claims (23)

1. Verfahren zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, unter Ausbildung einer Wickelrolle auf einen Tam­ bour, mit folgenden Schritten:
  • - Einbringen des leeren Tambours in eine oberhalb einer Anpreßtrommel liegende Anwickelposition,
  • - Ausbildung eines Wickelspalts zwischen der An­ preßtrommel und dem leeren Tambour durch eine Rela­ tivbewegung zwischen Anpreßtrommel und dem leeren Tambour, in einer durch die Längsachsen des leeren Tambours und der Anpreßtrommel bestimmten Anpreß­ ebene, die gegenüber einer gedachten Horizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise von 10°≦|α|≦35° insbe­ sondere von 15°≦|α|≦30° liegt,
  • - Trennen der Materialbahn,
  • - Aufwickeln des freien Endes der Materialbahn auf den leeren Tambour,
  • - Überführen der Wickelrolle in eine Fertigwickel­ position,
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­ net, daß ein Ausgleich des größer werdenden Wickel­ rollendurchmessers und eine Steuerung/Regelung der Linienkraft im Wickelspalt durch eine - vorzugsweise horizontale oder im wesentlichen horizontale - Ver­ lagerung der Anpreßtrommel realisiert wird, während die Wickelrolle sich in ihrer Anwickelposition be­ findet und/oder von der Anwickelposition in die Fertigwickelposition überführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der größer werdende Wickelrollen­ durchmesser durch eine Relativbewegung der Wickel­ rolle gegenüber der Anpreßtrommel ausgeglichen und die Linienkraft im Wickelspalt durch eine - vorzugs­ weise horizontale oder im wesentlichen horizontale - Verlagerung der Anpreßtrommel gesteuert/geregelt wird, während die Wickelrolle sich in ihrer Fertig­ wickelposition befindet.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü­ che, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Tambour- Wechsel ein freier Zug der Materialbahn zwischen der Anpreßtrommel und der vollen Wickelrolle gebil­ det wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü­ che, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelspalt durch eine Relativbewegung der Anpreßtrommel gegen­ über dem leeren Tambour gebildet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü­ che, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelspalt beim Einbringen des leeren Tambours in die An­ wickelposition gebildet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü­ che, dadurch gekennzeichnet, daß die Linienkraft im Wickelspalt durch eine Verlagerung der Anpreßtrom­ mel geregelt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprü­ che, dadurch gekennzeichnet, daß während die Mate­ rialbahn in einem freien Zug geführt wird, zwischen der Wickelrolle und einer Andrückwalze ein Wickel­ spalt gebildet wird.
9. Wickelmaschine zum kontinuierlichen Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kar­ tonbahn, auf einen Tambour zu einer Wickelrolle, mit einer Anpreßtrommel, die mit der Wickelrolle einen Wickelspalt bildet, mit einer den Tambour haltenden Primärlagerung, mittels derer der Tambour entlang einer ersten Führungsbahn verlagerbar ist, und mit einer mindestens eine verlagerbare Trans­ porteinrichtung umfassenden Sekundärlagerung, die den Tambour entlang einer zweiten Führungsbahn führt, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelspalt während des Anwickelvorgangs in einer durch die Längsachsen des leeren Tambours und der Anpreßtrom­ mel bestimmten Anpreßebene (P; P') liegt, die gegen­ über einer gedachten Horizontalen um einen Winkel α geneigt ist, der in einem Bereich von 5°≦|α|≦40°, vorzugsweise 10°≦|α|≦35°, insbesondere von 15°≦|α|≦30° liegt.
10. Wickelmaschinen nach Anspruch 9, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Anpreßtrommel (15) mittels einer Anpreßeinrichtung (21) verlagerbar ist, und daß durch eine Verlagerung der Anpreßtrommel (15) der größer werdende Wickelrollendurchmesser aus­ gleichbar und die Linienkraft im Wickelspalt steu­ erbar/regelbar sind, während die Wickelrolle von der Primärlagerung geführt wird.
11. Wickelmaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß der größer werdende Wickelrol­ lendurchmesser durch eine Verlagerung der Trans­ porteinrichtung (7; 9) ausgleichbar und die Linien­ kraft im Wickelspalt durch eine Verlagerung der An­ preßtrommel (15) einstellbar, vorzugsweise regel­ bar, sind, während die Wickelrolle von der Trans­ porteinrichtung (7; 9) geführt wird.
12. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Führungs­ bahn kurvenförmig, vorzugsweise kreisförmig, und/oder linear verläuft.
13. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärlagerung ein Primärantrieb, vorzugsweise Zentrumsantrieb, für die Wickelrolle zugeordnet ist.
14. Wickelmaschine nach Anspruch 13, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Primärantrieb entlang der er­ sten Führungsbahn verlagerbar ist.
15. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Sekundärlagerung (5) ein Sekundärantrieb, vorzugs­ weise Zentrumsantrieb (35), für die Wickelrolle zu­ geordnet ist.
16. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinrichtung (7; 9) auf einer Führung (10) verfahrbar ist.
17. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Position des zwischen der Anpreßtrommel (15) und dem leeren Tambour gebildeten Wickelspalts beim An­ wickeln konstant oder im wesentlichen konstant ist.
18. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärlagerung (5) der Abstützung der Wickelrolle dienende Schienen (11) umfaßt.
19. Wickelmaschine nach Anspruch 18, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Schienen parallel oder im we­ sentlichen parallel zu einer gedachten Horizontalen angeordnet sind.
20. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreßtrommel (15) parallel oder im wesentlichen parallel zu den Schienen (11) verlagerbar ist.
21. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreß­ trommel (15) mittels eines Antriebs, vorzugsweise Zentrumsantrieb, antreibbar ist.
22. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreß­ trommel (15) als Profilwalze ausgebildet ist, deren Durchbiegung - vorzugsweise abschnittsweise - ein­ stellbar ist.
23. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine an den Umfang der Wickelrolle andrückbare Andrückwalze (41).
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