DE19711393C1 - Verfahren zum Mikroverkapseln von Partikeln - Google Patents
Verfahren zum Mikroverkapseln von PartikelnInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Mikroverkapseln
von Substraten in Partikelform < 100 µm in einer Wirbel
schicht, indem das in einem Lösungsmittel gelöste Kapsel
wandmaterial in feinen Tropfen oder Partikeln in die das
partikelförmige Substrat enthaltende Wirbelschicht einge
düst wird.
Beschichtete Partikel werden bei einer Vielzahl von
Produkten, z. B. Pharmazeutika, Düngemittel, Treib- und
Explosivstoffen und dergleichen eingesetzt. Eine solche
Beschichtung (Coating) wird auch als Mikroverkapselung
bezeichnet.
Die Beschichtung erfüllt je nach Substanz unterschiedli
che Zwecke. Bei Pharmazeutika und auch Düngemitteln wird
durch die Beschichtung eine verzögerte Freisetzung (Re
tardierung) des Partikelmaterials erreicht. In der chemi
schen Verfahrenstechnik werden Substrate mit einem Kata
lysatormaterial verkapselt, um gegenüber der Verwendung
des reinen Katalysators große Oberflächen bei verringer
tem Einsatz an Katalysatormaterial bereitzustellen.
Umgekehrt werden auch teure, katalytisch aktive Substan
zen durch Mikroverkapselung mit einem inerten Material
immobilisiert.
In allen Fällen ist eine gute Haftung des Kapselwandma
terials auf dem Substrat erwünscht. In vielen Fällen
müssen zusätzlich Haftvermittler eingesetzt werden, um
die gewünschten mechanischen Eigenschaften zwischen
Substrat und Kapselwandmaterial zu erhalten. Konventio
nelle Verfahren der Beschichtung arbeiten mit einem
Wirbelschichtreaktor, der mit einer Düse ausgestattet
ist. Hierbei wird das in einem herkömmlichen Lösungsmit
tel, z. B. Ether, Tetrahydrofuran oder auch Wasser, ge
löste Beschichtungsmaterial in die aus den Substrat-Par
tikeln gebildete Wirbelschicht eingedüst. Die Partikel
werden von den Tröpfchen der eingedüsten Lösung benetzt.
Sind die Partikel sehr klein, beispielsweise im Bereich
unter 100 µm, kann es in der Wirbelschicht aufgrund der
eingedüsten Tröpfchen zu Agglomerationen kommen. Die
Agglomerate sinken aus der Wirbelschicht ab, so daß diese
gestört wird oder gar zusammenbricht. Dies geschieht
insbesondere dann, wenn sich überzählige Tröpfchen in der
Wirbelschicht befinden oder das Lösungsmittel zu langsam
verdampft. Auch läßt sich die Schichtdicke nur unzuläng
lich steuern, insbesondere nicht minimieren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Partikeln <100
µm in einer Wirbelschicht einwandfrei und mit geringer
Schichtdicke zu beschichten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
als Lösungsmittel ein überkritisches Fluid verwendet
wird.
Die Verwendung überkritischer Lösungsmittel ist zwar bei
der Herstellung dünner Flächenbeschichtungen (Ind. Eng.
Chem. Res. 1987, 26, 2298-2306) und bei anderen Verfahren
zur Mikroverkapselung bekannt (EP 0 706 821 A1), hat
jedoch bisher keinen Eingang in die Partikelbeschichtung
in einem Wirbelbett gefunden. Die erfindungsgemäße Ver
wendung eines überkritischen Fluids als Lösungsmittel
ermöglicht es, Partikel mit einer Schichtdicke <1 µm bis
zu einigen µm zu verkapseln. Dabei kommt es insbesondere
nicht zu unliebsamen Agglomerationen im Wirbelbett, was
auf die gegenüber herkömmlichen Lösungsmitteln geringeren
Kohhäsions- und Adhäsionskräfte (Kapillarkräfte) des
überkritischen Fluids zurückzuführen sein dürfte.
Vorzugsweise wird die Lösung aus dem Kapselwandmaterial
und dem überkritischen Fluid in das unter überkritischen
Bedingungen gehaltene Wirbelbett eingedüst.
Als überkritisches Fluid hat sich insbesondere überkriti
sches Kohlendioxid aufgrund seiner preiswerten Verfügbar
keit erwiesen. Der weitere Vorteil liegt darin, daß sich
auch solche Substrate, die gegenüber herkömmlichen orga
nischen Lösungsmitteln empfindlich sind, verarbeiten
lassen. Weiterhin ist von großem Vorteil, daß sich auf
diese Weise lösungsmittelfreie Substanzen herstellen
lassen, wie dies beispielsweise bei Pharmazeutika oder
auch Explosivstoffen gewünscht und gefordert wird. Das
erfindungsgemäße Verfahren hinterläßt keine Lösungsmit
telrückstände auf dem Substrat und es entfallen die im
Fertigungsprozeß bei organischen Lösungsmitteln notwendi
gen sicherheits- und umwelttechnischen Vorkehrungen.
Bei Verwendung von überkritischem Kohlendioxid wird das
Kapselwandmaterial beispielsweise bei einem Druck von 150
bis 200 bar und einer Temperatur von 70 bis 100°C gelöst
und wird die Wirbelschicht unter einem Druck und einer
Temperatur in den vorgenannten Grenzen gehalten.
Es ist weiterhin vorzugsweise vorgesehen, daß die Lösung
in Tropfen oder Partikeln mit einem Durchmesser eingedüst
wird, der wesentlich kleiner als der Durchmesser der
Substratpartikel ist. Aufgrund der Verwendung eines
überkritischen Fluids kann die Tropfen- oder Partikel
größe bis in den Bereich von 0,01 Am und darunter redu
ziert werden, wodurch sich ein sehr günstiger Abscheide
grad ergibt.
Quarzpartikel mit einem mittleren Durchmesser von 40 µm
werden in einem Wirbelschichtreaktor mikroverkapselt. Das
als Lösungsmittel eingesetzte überkritische Kohlendioxid
wird bei Drücken von 150 bis 200 bar und Temperaturen von
70 bis 150°C in einem Autoklaven mit Stearylstearat bela
den und anschließend über Diamantdüsen mit einem Durch
messer von 25 bis 150 µm in die Wirbelschicht eingedüst.
Am Endprodukt konnte keine Änderung der Korngrößenvertei
lung festgestellt werden. Es sind somit keine Agglomera
tionen eingetreten. Die mittlere Schichtdicke der Mikro
verkapselung beträgt 3 µm.
Entsprechend Beispiel 1 wurden Hexogen-Partikel mit einem
mittleren Durchmesser von 25 µm mit PETN (Pentaerythrit
tetranitrat) und TNT (Trinitrotuol) in überkritischem
Kohlendioxid beschichtet. Die Schichtdicke betrug zwi
schen 0,3 und 7 µm.
Claims (7)
1. Verfahren zum Mikroverkapseln von Substraten in
Partikelform < 100 µm in einer Wirbelschicht, indem
das in einem Lösungsmittel gelöste Kapselwandmate
rial in feinen Tropfen oder Partikeln in die das
partikelförmige Substrat enthaltende Wirbelschicht
eingedüst wird, dadurch gekennzeichnet, daß als
Lösungsmittel ein überkritisches Fluid verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lösung aus dem Kapselwandmaterial und dem
überkritischen Fluid in die unter überkritischen
Bedingungen gehaltene Wirbelschicht eingedüst wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß als überkritisches Fluid überkriti
sches Kohlendioxid verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Kapselwandmaterial in dem
überkritischen Kohlendioxid bei einem Druck von 150
bis 200 bar und einer Temperatur von 70 bis 100°C
gelöst und die Wirbelschicht unter einem Druck und
einer Temperatur in den vorgenannten Grenzen gehal
ten wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lösung in Tröpfchen oder
Partikeln mit einem Durchmesser eingedüst wird, der
wesentlich kleiner als der Durchmesser der Substrat
partikel ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lösung in Tröpfchen oder Partikeln mit einem
Durchmesser im Bereich von 0,01 µm eingedüst wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zur
Mikroverkapselung von Substraten in Partikelform, die gegenüber
herkömmlichen Lösungsmitteln empfindlich sind.
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