DE1967069C2 - Photoelektrophoretisches Abbildungsverfahren - Google Patents
Photoelektrophoretisches AbbildungsverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein photoelektrophoretisches Abbildungsverfahren, bei dem eine Suspensionsschicht
mit einer Vielzahl in einer Trägerflüssigkeit feinverteilter Teilchen, von denen jedes Teilchen ein
elektrisch lichtempfindliches Pigment enthält, das sowohl der primär photoelektrophoretisch wirksame
Bestandteil als auch der primär farbgebende Bestandteil des Teilchens ist, auf eine von zwei Elektroden, von
denen wenigstens eine mindestens teilweise transparent ist, aufgebracht ist, und die zwischen den Elektroden
befindliche Suspensionsschicht einem elektrischen Feld ausgesetzt wird, während im wesentlichen gleichzeitig
die Suspensionsschicht durch die transparente Elektrode hindurch mit einer elektromagnetischen Strahlung
bildmäßig belichtet wird.
Es wird angenommen, daß die Teilchen bei ihrer Suspendierung in der Flüssigkeit eine anfängliche
Ladung tragen, die sie an der transparenten Bezugselektrode anhaften läßt. Während der Belichtung wechselnd
die Teilchen infolge Ladungsaustausches mit der Bezugselektrode ihre Polarität, so daß die belichteten
Teilchen von der Bezugselektrode zu der Rollenelektrode fortwandern, wodurch auf beiden Elektroden durch
Teilchenabbau Bilder entstehen, die zueinander komplementär sind. Dieses Verfahren kann zur Herstellung ein-
und mehrfarbiger Bilder verwendet werden. Im ersten Fall wird eine einfarbige lichtempfindliche Teilchensorte
oder aber eine Anzahl unterschiedlich gefärbter Teilchen, die alle auf die gleiche Lichtwellenlänge bei
der Belichtung ansprechen, in der Suspension verwendet.
Obwohl mit dem beschriebenen Abbildungsverfahren Bilder verhältnismäßig guter Qualität hergestellt werden
können, treten dennoch insbesondere dann, wenn eine relativ nichtleitende Sperrelektrodenfläche verwandt
wird, Schwierigkeiten auf, die eine Herabsetzung des Kontrastes und eine Verschlechterung der Farbentrennung
bewirken.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art anzugeben, mit dem der Kontrast und die Farbtrennung verbessert werden können.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß den Teilchen in der Trägerflüssigkeit mit Hilfe von in der Trägerflüssigkeit zusätzlich enthaltenen
magnetischen Körpern, die durch ein Magnetfeld in Bewegung versetzt werden, eine Teilchenzusammenballungen
auftrennende Bewegung erteilt wird.
Es wurde überraschend gefunden, daß eine derartige, vor oder während des Abbiidungsvorganges des
Abbildungsverfahrens erzeugte Bewegung der Teilchen zu einer erheblichen Verbesserung des Kontrastes und
der Farbentrennung führt. Es wurde festgestellt, daß
sich diese Verbesserungen auch dann einstellten, wenn von einer Anfangssuspension ausgegangen wurde, in
der die Teilchen äußerst homogen verteilt waren. Es wurde nachträglich festgestellt, daß sich offenbar
während der Durchführung des Abbildungsverfahrens offensichtlich Teilchenzusammenballungen bilden, die
bei einer ausreichenden Bewegung der Teilchen gegeneinander wieder aufgebrochen werden können. Es
wird angenommen, daß die Gesamtverbesserung des erhaltenen Bildes durch die hohen, auf die Suspension
einwirkenden elektrischen Feldstärken in Verbindung mit den hydrodynamischen Kräften bzw. Stoßen in der
Suspension bewirkt wird.
Die Erfindung wird anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Im
einzelnen zeigt
F i g. 1 eine erste Möglichkeit zur Ausführung des Verfahrens und
F i g. 2 die Durchführung des Verfahrens unter Verwendung von flachen plattenförmigen Elektroden.
Eine in F i g. 1 mit 1 bezeichnete transparente Elektrode besteht z. B. aus einer optisch durchsichtigen
Glasschicht 2, die mit einer dünnen optisch durchsichtigen Zinnoxydschicht 3 überzogen ist. Derartiges mit
Zinnoxyd überzogenes Glas ist unter der Bezeichnung NESA-Glas erhältlich. Diese Elektrode 1 wird im
weiteren als injizierende Elektrode bezeichnet.
Auf der Oberfläche der injizierenden Elektrode 1 ist eine dünne Schicht 4 einer Bildstoffsuspension aufgebiacht,
die feinverteilte lichtempfindliche Pigmentteilchen, aufgeschwemmt in einer elektrisch nichtleitenden
Trägerflüssigkeit, enthält. Der Ausdruck »lichtempfindlich« wird hier für die Eigenschaften von Teilchen
gebraucht, die, ursprünglich an der injizierenden Elektrode gebunden, unter Einfluß des angelegten
elektrischen Feldes bei Belichtung mit einer aktivierenden Strahlung von dieser abwandern.
Über die flüssige Bildstcffsuspension wird eine Sperrelektrode 5 geführt, die in dem hier gezeigten
Ausführungsbeispiel als Rollenelektrode mit einem elektrisch leitenden Kern 11 ausgebildet ist, der mit
einer Spannungsquelle 6 verbunden ist. Der Kern 11 ist
hier mit einer Schicht eines Elektrodensperrmaterials bedeckt, das z. B. Barytpapier sein kann. Der andere
Anschluß der Spannungsquelle 6 ist mit der injizierenden Elektrode 1 verbunden, so daß bei geschlossenem
Schalter 7 über der flüssigen Suspension 4 zwischen den Elektroden 5 und I ein elektrisches Feld aufgebaut wird.
Die Bildstoffsuspension wird von einer Belichtungsvorrichtung belichtet, die aus einer Lichtquelle 8, einem Dia
9 und einer Linsenanordnung 10 aufgebaut ist. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel wird ein farbiges
Positivdia verwendet. Beim Schließen des Schalters 7 wird zwischen Sperr- und injizierender Elektroden ein
Potential angelegt. Die zylinderförmige Sperrelektrode
5 wird über die Oberfläche der injizierenden Elektrode 1 gerollt, während die Bildstoffsuspension mit dem Dia 9
belichtet wird. Während der Belichtung ist der Schalter 7 geschlossen. Die Belichtung bewirkt, daß die
belichteten, ursprünglich an der injizierenden Elektrode 1 gebundenen Teilchen durch die Trägerflüssigkeit
hindurchwandern und an der Oberfläche des Sperrelektrodenmaterials 12 anhaften, wodurch ein dem Dia 9
entsprechendes Bild auf der Oberfläche der injizierenden Elektrode zurückbleibt. Das entstehende Bild kann
z. B. durch Anordnung einer dünnen Schicht auf seiner Oberfläche oder durch die Wirkung eines in der
Trägerflüssigkeit gelösten Bindemittels, wie z. B. Paraffinwachs
oder ein anderes geeignetes Bindemittel, fixiert werden, das beim Verdunsten der Trägerflüssigkeit
frei wird
Die in Fig.2 gezeigte durchsichtige injizierende
Elektrode 21 ist hier aus einer optisch durchsichtigen Glasschicht 22 aufgebaut, die mit einer dünnrn, optisch
durchsichtigen Schicht 23 aus Zinnoxyd überzogen ist. Auf der Oberfläche der injizierenden Elektrode 21 ist
eine dünne Schicht einer Bildstoffsuspension 24 aufgebracht. Über der flüssigen Suspension 24 ist eine
Sperrelektrode 26 angeordnet, die über einen Schalter 28 mit einem Anschluß einer Spannungsquelle 27
verbunden ist. Der andere Anschluß der Spannungs quelle 27 ist mit der injizierenden Elektrode 21
verbunden, so daß bei geschlossenem Schalter 28 über der Bildstoffsuspension ein elektrisches Feld aufgebaut
wird.
Eine Belichtungsvorrichtung aus der Lichtquelle 39, einem Dia 31 und einer Linse 32 wird zur Belichtung der
Suspension 24 mit dem zu reproduzierenden Original verwendet. Dabei braucht die injizierende Elektrode 21
nicht unbedingt optisch durchsichtig zu sein, sondern an ihrer Stelle kann die Sperrelektrode 26 durchsichtig
sein, so daß durch sie in entsprechender Weise belichtet wird.
Die den Elektroden der Anordnung zugeführte Spannung kann innerhalb eines großen Bereiches
gewählt werden, jedoch wird zur Unterstützung der Wirkungen des neuen Verfahrens zur Erzielung einer
guten Bildauflösung, hohen Bilddichte und eines geringen Hintergrundes ein Potential bevorzugt, das ein
elektrisches Feld mit einem Höchstwert von mindestens etwa 12kV/mm über der Bildstoffsuspension erzeugt.
Das zum Erreichen eines so starken Feldes erforderliche Potential ändert uich natürlich in Abhängigkeit des
Elektrodenabstandes sowie der Stärke und der Art des für die Sperrelektrodenoberfläche verwendeten Sperrmaterials.
Für besonders hohe Bildqualitäten kann die maximale Feldstärke bis zu 200 kV/mm betragen. Die
obere Grenze der Feldstärke wird allein durch die elektrische Leitfähigkeit der Suspension und die
dielektrischen Eigenschaften des Sperrmaterials begrenzt.
Das Verfahren kann in Verbindung mit allen
-, geeigneten unterschiedlich farbigen lichtempfindlichen
Pigmentteilchen, die die gewünschten, spektralen Ansprechbereiche aufweisen, verwendet werden. Die
lichtempfindlichen Pigmente können z. B. von polymerischer Natur sein. Der Prozentsatz an Pigmentteilchen in
„, der nichtleitenden Trägerflüssigkeit wird nicht als
kritisch angesehen; jedoch können als Anhaltswerte Konzentrationen von etwa 2 bis 20 Gewichtsprozenten
Pigment angegeben werden, mit denen die gewünschten Ergebnisse befriedigend erzielt wurden. Obwohl ver-
-, schiedene Elektrodenabstände verwendet werden können, wird eine besonders bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung mit einem Elektrodenabstand von weniger als etwa 0,025 mm bis hinunter zu dem Punkt,
an dem die Elektroden bereits zusammengedrückt
,,ι werden, durchgeführt.
Zur besonderen Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens möge das folgende Beispiel dienen.
,-, Eine Bildstoffsuspension aus gleichen Anteilen von
l-(4'-Chlor-5'-äthyl-2'-sulfonsäure)-azobenzol-2-hydroxy-3-naphthensäure, einer Form des metallfreien Phthalocyanine
und einem eigentlich gelben Pigmentstoff N-2"-Pyridyl-8,13-dioxo-dinaphtho-(2,1-6;2'3'-d)furan-
(i, 6-carboxainid, wird in einer Kerosin-Fraktion zubereitet
und hat eine Gesamtpigmentkonzentration von etwa 10% der Suspension. Der Mischung werden eisenoxydhaltige
Teilchen von etwa 10 Mikron Größe hinzugefügt, die etwa 1% der gesamten Suspension darstellen.
ι-, Die entstehende Suspension wird auf einer NESA-Glasplatte
aufgetragen, die etwa 7,5 χ 7,5 cm groß ist. Die
Suspension wird durch diese NESA-Glasplatte mit einer
Intensität von etwa 19 350 Lux belichtet, indem ein positives farbiges Bild auf die Suspension projiziert
4(l wird. Während der Belichtung wird eine Rollenelektrode
mit einer Baryt-Papierschicht als Sperrmaterial für die Sperrelektrode und einem Rollendurchmesser von
etwa 6 cm mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,5cm/Sek. über die Suspension auf der NESA-Glas-
4-, platte geführt Während der Belichtung wird an der
Suspension ein magnetisches Feld erzeugt, wodurch die magnetischen Teilchen in Schwingungen versetzt
werden, so daß der Bildstoffsuspension während der Belichtung eine Bewegung erteilt wird. Eine positive
-ü farbige Wiedergabe des Originalbildes entsteht auf der
Oberfläche der injizierenden Elektrode. Das Bild wird anschließend durch Anwendung von Druck auf ein
Papierblatt übertragen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Photoelektrophoretisches Abbildungsverfahren, bei dem eine Suspensionsschicht mit einer Vielzahl ~> in einer Trägerflüssigkeit feinverteilter Teilchen, von denen jedes Teilchen ein elektrisch lichtempfindliches Pigment enthält, das sowohl der primär photoelektrophoretisch wirksame Bestandteil als auch der primär farbgebende Bestandteil des κι Teilchens ist, auf eine von zwei Elektroden, von denen wenigstens eine mindestens teilweise transparent ist, aufgebracht ist, und die zwischen den Elektroden befindliche Suspensionsschicht einem elektrischen Feld ausgesetzt wird, während im r> wesentlichen gleichzeitig die Suspensionsschicht durch die transparente Elektrode hindurch mit einer elektromagnetischen Strahlung bildmäßig belichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß den Teilchen in der Trägerflüssigkeit mit Hilfe von in der _>o Trägerflüssigkeit zusätzlich enthaltenen magnetischen Körpern, die durch ein Magnetfeld in Bewegung versetzt werden, eine Teilchenzusammenballungen auftrennende Bewegung erteilt wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US76471668A | 1968-10-03 | 1968-10-03 | |
| US76471668 | 1968-10-03 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1967069A1 DE1967069A1 (de) | 1976-11-11 |
| DE1967069C2 true DE1967069C2 (de) | 1978-02-16 |
Family
ID=
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