DE19535019A1 - Magnetisches Speichermedium mit verschlüsselten Rohdaten - Google Patents
Magnetisches Speichermedium mit verschlüsselten RohdatenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein magnetisches Spei
chermedium, insbesondere eine Magnetkarte mit einem Ma
gnetstreifen, auf dem Rohdaten mit einem bestimmten Infor
mationsgehalt in verschlüsselter Form abgespeichert sind.
Das Verschlüsseln von Rohdaten auf magnetischen Speicherme
dien ist notwendig, um unberechtigten Dritten den Zugang zu
diesen Rohdaten zu erschweren oder unmöglich zu machen. Es
gibt verschiedene Möglichkeiten, Magnetkarten illegal zu
vervielfältigen.
Man kann beispielsweise die Daten einer Magnetkarte auf ei
ne zweite kopieren. Dazu genügt eine relativ einfache Vor
richtung, bestehend aus einem Lesekopf und einem mit diesem
über einen elektronischen Verstärker verbundenen Schreib
kopf. Während der Lesekopf über den Magnetstreifen der ei
nen Magnetkarte gleitet, speichert der Schreibkopf diese
eingelesenen Daten gleichzeitig auf dem Magnetstreifen der
zweiten Magnetkarte.
Dieses illegale Kopieren von Magnetkarten ist besonders bei
Kreditkarten verbreitet. Mit diesen gefälschten Kreditkar
ten kann ein hoher Schaden angerichtet werden, da sie ohne
zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen (z. B. Geheimnummer,
PIN) eingesetzt werden und sie für relativ große Geldbe
träge einsetzbar sind.
Magnetkarten werden auch als Zugangskontrolle für Verkehrs
mittel (Fahrscheine), Skilifte (Skipässe) oder Veranstal
tungen (Eintrittskarten) verwendet.
Diese Magnetkarten für Fahrkarten, Skipässe oder Eintritts
karten bestehen aus einem flexiblen Trägermaterial aus
Kunststoff oder Papier, auf welchem der Magnetstreifen auf
gebracht ist, der die Rohdaten mit den Informationen (z. B.
Ausstellungsort, Ausstellungsdatum, Gültigkeitsdauer) ent
hält. In zunehmendem Maße werden auch solche Magnetkarten
illegal vervielfältigt, indem sie mittig entlang des Ma
gnetstreifens in Längsrichtung durchschnitten werden. Diese
halben Magnetstreifen werden auf Unterlagen geklebt, die
die Größe der ursprünglichen Magnetkarten haben. Die Koer
zitivität des halben Magnetstreifens reicht in den meisten
Fällen aus, um vom Magnetkartenleser noch eingelesen werden
zu können.
Aus der EP 0 313 063 A2 ist ein Verschlüsselungsverfahren
bekannt, bei dem ein Muster aus einem magnetischen Material
mit einer Koerzitivität, die kleiner als 30 Oersted ist,
auf den Magnetstreifen aufgebracht ist. Die Position und
die örtliche Ausdehnung des magnetischen Musters auf dem
Magnetstreifen sind bekannt. Dieses Wissen wird beim Ent
schlüsseln der durch das magnetische Muster verschlüssel
ten, auf dem Magnetstreifen abgelegten Daten berücksich
tigt. Die zum Entschlüsseln der Daten notwendigen Informa
tionen müssen also in den Magnetkarten-Lesegeräten vorhan
den sein. Um die Kompatibilität der einzelnen Magnetkarten
mit den Magnetkarten-Lesegeräten gewährleisten zu können,
müssen die einzelnen Magnetkarten mit dem gleichen magneti
schen Muster verschlüsselt werden.
Es ist damit weiterhin möglich, den Inhalt solcher Magnet
karten mit einem einfachen Lese-/Schreibgerät von einer
verschlüsselten Magnetkarte auf eine andere, ebenso ver
schlüsselte zu kopieren. Eine wesentliche Möglichkeit, Ma
gnetkarten zu fälschen, wird durch dieses Verschlüsselungs
verfahren nicht beseitigt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
magnetisches Speichermedium der eingangs genannten Art da
hingehend weiterzubilden, daß das Kopieren oder Fälschen
wesentlich erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend
von dem magnetischen Speichermedium der eingangs genannten
Art vor, daß auf dem Magnetstreifen ein beliebiges Muster
aus einem magnetischen Material mit einer von der Koerziti
vität des Magnetstreifens abweichenden Koerzitivität aufge
bracht ist.
Die Erfindung macht es möglich, auf nahezu jede Magnetkarte
ein individuelles Muster aufzubringen. Durch das Aufbringen
eines solchen magnetischen Musters auf den Magnetstreifen
ist die Koerzitivität des Magnetstreifens nicht mehr homo
gen, sondern weist inhomogene Eigenschaften auf.
Die unterschiedlichen Muster auf den Magnetkarten machen es
überflüssig, daß die zur Entschlüsselung nötigen Informa
tionen in dem Magnetkarten-Lesegerät vorhanden sind, da die
Entschlüsselungsinformationen von Magnetkarte zu Magnet
karte variieren. Bei der Magnetkarte gemäß der Erfindung
können die Informationen für die Entschlüsselung aus den
auf dem Magnetstreifen enthaltenen Daten für jede Magnet
karte gesondert extrahiert werden.
Dies geschieht bei der erfindungsgemäßen Magnetkarten fol
gendermaßen: Die Rohdaten werden auf der Magnetkarte im
allgemeinen mittels periodischer Flußwechsel des Magnetfel
des auf dem Magnetstreifen abgelegt. Bei Magnetkarten mit
unverschlüsselten Daten und herkömmliche Magnetstreifen aus
einem homogenen magnetischen Material konstanter Koerziti
vität weisen die Amplituden des magnetischen Flusses eine
konstante Größe auf. Bei Magnetkarten mit verschlüsselten
Daten und Magnetstreifen, auf denen gemäß der Erfindung ein
Muster aus einem magnetischen Material abweichender Koerzi
tivität aufgebracht ist, variieren die Amplituden des ma
gnetischen Flusses abhängig von der unterschiedlichen Koer
zitivität des Magnetstreifens. Aufgrund der unterschiedli
chen Amplituden des magnetischen Flusses kann man abhängig
von den periodischen Flußwechseln die absolute Position und
Ausdehnung des Musters auf dem Magnetstreifen und die je
weilige Koerzitivität des Magnetstreifens ermitteln. Mit
Hilfe dieser Informationen können aus dem im Lesekopf des
Magnetkarten-Lesegerätes induzierten Spannungssignal die
Rohdaten extrahiert werden.
Derart mit individuellen Mustern verschlüsselte Magnetkar
ten können folglich von einem einzigen Magnetkarten-Lese
gerättyp eingelesen und entschlüsselt werden, ohne daß die
ser vorher das Muster kennt.
Nach dem Einlesen und Entschlüsseln der Rohdaten werden
diese manipuliert. Es kann beispielsweise die Verlängerung
der Gültigkeitsdauer der Magnetkarte oder das Abbuchen ei
nes bestimmten Betrages von einem Kartenguthaben durchge
führt werden. Die manipulierten Rohdaten werden dann wieder
auf die Magnetkarte zurückgeschrieben. Dabei steuern die
Informationen, die zum Entschlüsseln der Daten benutzt wur
den, die Stärke des Schreibstromes des Schreibkopfes. In
den Bereichen hoher Koerzitivität des Magnetstreifens muß
dabei mit einem höheren Schreibstrom gearbeitet werden als
in den Bereichen niedriger Koerzitivität. Damit können nur
solche Magnetkarten beschrieben werden, deren Entschlüsse
lungsinformation vorher auch ermittelt worden sind.
Damit sind die manipulierten Rohdaten abhängig von Position
und Ausdehnung des Musters und der Koerzitivität des Ma
gnetstreifens auf der Magnetkarte verschlüsselt gespei
chert.
Die Voraussetzung für ein Beschreiben derartiger Magnetkar
ten ist ein Lese-/Schreibkopf in einem Magnetkarten-Lesege
rät, dessen Schreibstrom steuerbar ist. Außerdem müssen Ma
gnetkarten, die mit einem solchen beliebigen Muster verse
hen sind, vor dem ersten Lesevorgang, vorzugsweise bereits
ab Werk, mit Daten beschrieben sein. Dabei ist nicht der
Inhalt dieser Daten wichtig, sondern vielmehr die Tatsache,
daß sie auf den Magnetstreifen mittels periodischer Fluß
wechsel abgelegt sind. Diese Flußwechsel werden zum Lokali
sieren der Position und Ausdehnung des magnetischen Musters
auf dem Magnetstreifen und zur Bestimmung der Koerzitivität
des Magnetstreifens benötigt. Aus diesen Angaben werden die
Entschlüsselungsinformationen für die jeweilige Magnetkarte
extrahiert.
Ein Kopieren der Daten von Magnetkarten durch ein einfaches
Lese-/Schreibgerät wird durch die erfindungsgemäß ver
schlüsselte Magnetkarte unmöglich. Die unterschiedliche Ko
erzitivität von Muster und Magnetstreifen und das auf nahe
zu jeder Magnetkarte verschiedene Muster führen dazu, daß
die vom Magnetstreifen einer ersten Magnetkarten im Lese
kopf induzierte Spannung nicht proportional dem Schreib
strom des Schreibkopfes für den Magnetstreifen einer zwei
ten Magnetkarte ist. Die von einer ersten Magnetkarte gele
senen Daten werden dadurch falsch auf eine zweite übertra
gen. Die Folge ist, daß die kopierte Magnetkarte völlig
falsche Daten enthält oder ganz unlesbar ist.
Auch ein Kopieren der Magnetkarten durch mittiges Durch
schneiden des Magnetstreifens in Längsrichtung wird durch
die erfindungsgemäße Verschlüsselung der Daten verhindert.
Das Aufbringen eines beliebigen Musters erlaubt es auch,
Muster aufzubringen, die asymmetrisch relativ zur Längs
achse des Magnetstreifens sind. Das hat zur Folge, daß man
durch Längsteilung des Magnetstreifens zwei Magnetstreifen
mit unterschiedlichen magnetischen Mustern erhält. Mit ho
her Wahrscheinlichkeit sind die beiden halben Magnetstrei
fen mit den darauf enthaltenen Daten unlesbar. Dies kommt
daher, daß die Daten ursprünglich mit den Entschlüsselungs
informationen, die aus dem gesamten Magnetstreifen ermit
telt wurden, gespeichert wurden. Beim Einlesen eines halben
Magnetstreifens werden sich nun aufgrund der unterschiedli
chen Position und Ausdehnung des magnetischen Musters ande
re Entschlüsselungsinformationen ergeben, mit denen die ur
sprünglich auf der Magnetkarte abgelegten Daten nicht ent
schlüsselbar sind.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor,
daß die Koerzitivität des magnetischen Materials des Mu
sters ein Mehrfaches der Koerzitivität des Magnetstreifens
aufweist.
Zwischen der Koerzitivität des magnetischen Materials des
Musters und der Koerzitivität des Materials des Magnet
streifens besteht ein deutlicher Unterschied. Dadurch wird
es ermöglicht, daß das Muster eindeutig von dem Magnet
streifen unterschieden werden kann. Möglicherweise bei der
Lokalisation des magnetischen Musters auftretende Probleme
aufgrund eines zu geringen Unterschiedes zwischen der Koer
zitivität des Musters und der des Magnetstreifens werden so
vermieden. Die Anzahl der unlesbaren oder fehlerhaft ver
schlüsselten Magnetkarten wird auf ein Minimum reduziert.
Weitere Ausführungsformen der Erfindung sehen vor, daß das
beliebige Muster eine zufällige oder eine geordnete Form
aufweist.
Das Muster wird durch unterschiedliche magnetische Materia
lien auf dem Magnetstreifen aufgebracht. Denkbar sind bei
spielsweise magnetische Dispersionen, magnetische Späne
oder Folien aus magnetischen Materialien. Die Form des Mu
sters kann dabei dem Zufall unterliegen oder aber geordnete
Formen aufweisen. Solche geordneten Formen des magnetischen
Musters sind beispielsweise geometrische Formen oder Buch
stabenkombinationen.
Bei beiden Formen des magnetischen Musters muß allerdings
darauf geachtet werden, daß der Magnetstreifen und das ma
gnetische Muster eine einheitliche Farbe aufweisen, um zu
verhindern, daß die Position und Ausdehnung des magnetisc
hen Musters von außen optisch sichtbar ist und daraus die
Informationen zur Entschlüsselung der Daten gewonnen werden
können. Es ist jedoch denkbar, beispielsweise zu Werbe
zwecken, zusätzlich zum magnetischen Muster in der Farbe
des Magnetstreifens ein weiteres farbiges Muster in Form
eines Firmenlogos oder einer Buchstabenkombination in einer
Farbe anzubringen, die sich von der Farbe des Magnetstrei
fens unterscheidet.
Im folgenden soll die Erfindung anhand einer Zeichnung und
eines Flußdiagrammes näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ausführungsform der erfin
dungsgemäß verschlüsselten Ma
gnetkarte;
Fig. 2 ein Flußdiagramm zum Entschlüs
seln und Wiederverschlüsseln
der Daten auf einer erfindungs
gemäß verschlüsselten Magnet
karte.
In Fig. 1 ist eine Magnetkarte mit der Bezugsziffer 1 ge
kennzeichnet. Auf einem Trägermaterial 2 ist ein Magnet
streifen 3 aufgebracht. Das Trägermaterial 2 besteht bei
spielsweise aus Papier oder Kunststoff. Zum Verschlüsseln
der auf dem Magnetstreifen gespeicherten Daten wird dieser
mit einem magnetischen Muster 4, 5 versehen. Das Muster 4,
5 besteht beispielsweise aus magnetischen Spänen, magneti
scher Dispersion oder Folie aus magnetischen Materialien
und wird auf dem Magnetstreifen 3 aufgebracht. Das magneti
sche Muster 4, 5 kann beliebige Formen haben. Das Muster 4
hat eine zufällige Form, wohingegen das Muster 5 eine ge
ordnete Form, beispielsweise eine Buchstabenkombination,
aufweist.
In Fig. 2 ist ein Flußdiagramm dargestellt, welches die
verschiedenen Schritte beim Entschlüsseln und Verschlüsseln
der Daten auf dem Magnetstreifen einer erfindungsgemäß ver
schlüsselten Magnetkarte näher erläutert. Als erstes werden
die Position und die Ausdehnung des magnetischen Musters
auf dem Magnetstreifen und die Koerzitivität des Magnet
streifens abhangig vom Flußwechsel ermittelt. Aus diesen
Angaben werden die Entschlüsselungsinformationen extra
hiert. Mit Hilfe dieser Entschlüsselungsinformationen wer
den aus den eingelesenen, verschlüsselten Daten die Rohda
ten ermittelt. Diese Rohdaten werden dann aufgrund externer
Ereignisse manipuliert; beispielsweise wird die Gültig
keitsdauer der Magnetkarte verlängert. Diese manipulierten
Rohdaten müssen dann wieder auf die Karte geschrieben wer
den. Mit Hilfe der Entschlüsselungsinformationen werden die
Rohdaten wieder verschlüsselt und durch entsprechendes
Steuern des Schreibstromes eines Schreibkopfes auf dem Ma
gnetstreifen der Magnetkarte abgespeichert.
Claims (4)
1. Magnetisches Speichermedium, insbesondere eine
Magnetkarte (1) mit einem Magnetstreifen (3), auf dem Roh
daten mit einem bestimmten Informationsgehalt in ver
schlüsselter Form abgespeichert sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Magnetstreifen (3) ein beliebiges Muster (4, 5)
aus einem magnetischen Material mit einer von der Koerzi
tivität des Magnetstreifens (3) abweichenden Koerzitivität
aufgebracht ist.
2. Magnetisches Speichermedium nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß die Koerzitivität des magnetisc
hen Materials des Musters (4, 5) ein Mehrfaches der Koerzi
tivität des Magnetstreifens (3) aufweist.
3. Magnetisches Speichermedium nach einem oder meh
reren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das beliebige Muster (4, 5) eine zufällige Form (4) auf
weist.
4. Magnetisches Speichermedium nach einem oder meh
reren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das beliebige Muster (4, 5) eine gezielte Form (5) auf
weist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995135019 DE19535019A1 (de) | 1995-09-21 | 1995-09-21 | Magnetisches Speichermedium mit verschlüsselten Rohdaten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995135019 DE19535019A1 (de) | 1995-09-21 | 1995-09-21 | Magnetisches Speichermedium mit verschlüsselten Rohdaten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19535019A1 true DE19535019A1 (de) | 1997-03-27 |
Family
ID=7772734
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995135019 Withdrawn DE19535019A1 (de) | 1995-09-21 | 1995-09-21 | Magnetisches Speichermedium mit verschlüsselten Rohdaten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19535019A1 (de) |
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