DE1925272B - Verfahren zur Herstellung eines gra nulierten Bodenverbesserungsmittels - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines gra nulierten BodenverbesserungsmittelsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines granulierten Bodenverbesserungsmittels
bzw. Erdersatzes aus Torf, schaumartigen Kunststoffen und mineralischen Düngemitteln.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Produkt zu erzeugen, welches als Bodenverbesserungsmittel
bzw. Erdersatz hervorragend geeignet ist, für den Versand mit Rücksicht auf seine Dichte nicht
mehr verpreßt zu werden braucht und eine große Wasseraufnahmefähigkeit besitzt.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Herstellungsverfahren anzugeben, das nach industriellen
Gesichtspunkten mit dem Endziel erfolgt, ein handelsfähiges Produkt zu erzeugen, das auf herkömmlichem
Wege in den Handel gebracht und von dort, ähnlich wie es mit Torfballen geschieht, vertrieben
werden kann. Eine noch andere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Herstellungsverfahren für
ein Endprodukt anzugeben, das als Bodenverbesserungsmittel dient und nur ein Drittel des Volumens
der Ausgangsstoffe einnimmt und welches auf Grund der vorteilhaften Auswahl der Komponenten homogene
Eigenschaften besitzt, so daß eine gleichbleibende Qualität und relativ gleichbleibende Eigenschaften
erzielt werden, wodurch sich das Endprodukt in vorteilhafter Weise für maschinelle Bearbeitungsverfahren
eignet.
Eine weitere Eigenschaft des Endproduktes nach der Erfindung, die durch Auswahl der Komponenten
bewußt herbeigeführt wird, besteht darin, daß das Granulatendprodukt unter Zusatz von Wasser quellfähig Ist. Eine solche vorteilhafte Eigenschaft bedeutet, daß das Endprodukt nicht nur Wasser aufnimmt,
sondern auch darüber hinaus sein Volumen erheblich erweitert, wodurch sich nicht nur ein Düngevorgang,
sondern dartiber hinaus ein Bepßanzungsverfahren
vollmechaniach durchführen läßt, da das Granulat durch Hinzugabe von Wasser sein Volumen erweitert
und damit eine Verdichtung durchführt, die sich andererseits nicht ohne weheres maschinell erreichen
IBBt.
Bs sind bereits Verfahren zur Herstellung von gin·
tierisch zu verwendenden Erden bekennt, die aus einem Gemisch von zerkleinertem Lehm oder Ton,
Torf und Pflanzennährsaizgaben bestehen. Dabei wird beispielsweise der Torf teilweise durch nicht zersetzliche
schaumartige Massen, beispielsweise Schaumkunststoffe oder Blähglimmer ersetzt.
Es sind auch bereits Bodenverbesserungsmittel bekannt, beispielsweise aus der deutschen Patentschrift
839 944, die aus geschäumten Carbamidharzen, Harnstoffharzen od. dgl, bestehen. Diese Kunststoffe
ίο sind dabei mit sonstigen Düngemitteln, wie Stallmist,
Humusstoffen, Jauche, Gründünger, vermischt. Diese Endprodukte weisen jedoch nicht die vorteilhaften
Eigenschaften auf, welche Eingangs aufgeführt wurden, durch die sich das Endprodukt nach der Erfindung
auszeichnet.
Die Lösung der eingangs gestelltem Aufgaben besteht darin, daß bei einem Verfahren zur Herstellung
eines granulierten Bod\:nVerbesserungsmittels bzw.
Erdersatzes aus Torf, schaumartigen Kunststoffen und mineralischen Düngemitteln, der einen Feuchtigkeitsgehalt
von etwa 80 Gewichtsprozent aufweisende Torf mit vorzugsweise humin*oriähnlicher Struktur
mit dem vorzugsweise flockenförmigen Kunststoff im Volumenverhältnis von etwa 2:1, insbesondere unter
as Zusatz von mineralischen Düngemitteln, unter Bildung
von Granulaten mit etwa 74 Gewichtsprozent Feuchtigkeit gemischt wird und sodann die Granulate
bei Temperaturen von maximal 60° C auf etwa 30 Gewichtsprozent Feuchtigkeitsgehalt getrocknet
und anschließend nach Korngrößen sortiert werden. Die Mischzeit beträgt in vorteilhafter Weise etwa 3
bis 5 Minuten, wobei die Trocknung in einem Umluft-Trockner durchgeführt wird.
Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, das Mischen
im Gegenstrommischverfahren durchzuführen.
Durch das Herstellungsverfahren nach der Erfindung wird ein völlig neues Produkt mit neuen wertvollen
Eigenschaften geschaffen. Damit wird Torf und vorzugsweise Schwarztorf zu einem interessanten
Humuslieferanten. Der für die Bodenverbesserung wertvolle Schwarztorf, welcher dauerhafte Humusstoffe:
vielfältige Wirkstoffe und keine schädlichen Nebenbestandteile aufweist, konnte bisher nur in geringem
Ausmaß für die dringend notwendige Humus-Versorgung der Böden eingesetzt werden, da getrockneter
Schwarztorf eine äußerst sr hwere Wiederbenetzbarkeit
aufweist. Hinzu kommen noch die Nachteile bei der Anwendung, d. h. die Austrocknungsgefahr
bei der Aufbringung der Bodenoberfläche, die damit verbundene schlechte Wiederbenetzbarkeit und die
erhöhte Verwehungsgefahr. Schwierig ist auch das
Ausbringen des losen, relativ feinen Materials, besonders wenn es trocken und staubig ist.
Durch das Verfahren nach der Erfindung ist es erstmals möglich, ein Produkt aus vorzugsweise Schwarztorf zu erzeugen, das frachtgünstig zu trocknen ist, ohne daß die Wasseraufnahmefähigkeit darunter leidet Damit fallen auch die Nachteile bei der Verwendung weg, zumal die Granalien auch nach
Durch das Verfahren nach der Erfindung ist es erstmals möglich, ein Produkt aus vorzugsweise Schwarztorf zu erzeugen, das frachtgünstig zu trocknen ist, ohne daß die Wasseraufnahmefähigkeit darunter leidet Damit fallen auch die Nachteile bei der Verwendung weg, zumal die Granalien auch nach
βο wiederholter Wasseraufnahme nicht zerfallen und die
schnelle Wasseraufnahme beibehalten.
2 Volumenteile Schwarztorf von humintorfMhnlicher Struktur mit rund 80 ·/· Feuchtigkeitsgehalt wer·
den mit 1 Volumenteil Harnstoffharaeebaum in Flokken und den entsprechenden mineralischen Dünge-
mitteln in einem Mischer gemischt. Die Mischzeit beträgt
3 bis 5 Minuten. Das entstehende feuchte Granulat von etwa 74% Feuchtigkeit wird bei Temperaturen
von maximal 60° C im Uraluft-Trockenschrank auf etwa 30% Feuchtigkeitsgehalt getrocknet. Das
getrocknete Granulat wird schließlich durch Siebe in Fraktionen unterschiedlicher Korngröße aufgeteilt.
Das Granulat nimmt nur Va des Volumens der Ausgangsstoffe
ein, hat bei 30 % Feuchtigkeit ein Litergewicht von etwa 400 g und braucht deshalb für den
Versand nicht verdichtet zu werden. Unter beachtlicher Quellung nimmt es augenblicklich wieder Wasser
auf.
Die Erfindung ergibt folgende Vorteile:
1. Schwarztorf und Hanistoffharzschaum verbinden sich zu einem wie Weißtorf aussehenden Erzeugnis,
wobei sich die Mischkomponenten im einzelnen nicht mehr erkennen lassen.
2. Das Endprodukt ist in gewissem Sinne ein Granulat, ohne daß es einer besonderen Vorrichtung so
für ein spezielles Granulieren bedarf.
3. Das Endpiodukt weist eine nahezu unbegrenzte und schnell funktionierende Wasseraufnahmefähigkeit
auf, wie sie bei allen bisher bekannten Torf erzeugnissen durch die Beigabe von Fremdstoffen
vergeblich zu erreichen versucht worden ist. Diese hier erzielte und in allen anderen Fällen
unerreichte gute Wasseraufnahmefähigkeit ist für das Endprodukt bei seiner späteren Anwendung
ein großer Vorteil,
4. Das granulatähnliche Endprodukt hat in seinen Einzelteilen bereits eine Verdichtung erfahren,
die der Verdichtung von Torf in Preßballen in etwa gleich kommt. Es bedarf also keines weiteren
Verpressens mehr, um dta Ware in einen für niedrigere Versandkosten günstigen Zustand zu
versetzen.
5. Die Bedeutung des Endproduktes als Düngemittel liegt ebenso in der leichten Handhabung wie
in ansprechendem Aussehen.
6. Die Bedeutung eines solchen Granulates als Kultursubstrat ist aber noch viel größer. Es gastattet
eine völlige Mechanisierung des Pflanzvorganges, weil es rieselfähig ist, sofort Wasser
aufnimmt und dabei quillt, wobei es nicht nur den Pflanztopf füllt, sondern sich selbst in eine
sonst nur mit Handarbeit zu erreichende Verdichtung legt.
Durch die Maßnahme, das Granulat nach Trocknung durch Siebe in Fraktionen unterschiedlicher
Korngröße aufzuteilen und Fraktionen mit Über- und Unterkorn erneut zur Granulatherstellung zu verwenden,
wird nicht nur ein sehr gleichmäßiges Granulat erzielt, sondern auch der gesamte Herstellungsprozeß
verbilligt, indem das vorhandene Material ausgenutzt werden kann.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung eines granulierten Bodenverbesserungsmittels bzw, Erdersatzes aus Torf, schaumartigen Kunststoffen und mineralischen Düngemitteln, dadurch gekennzeichnet, daß der einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 80 Gewichtsprozent aufweisende Torf mit vorzugsweise humintorfähnlicher Struktur mit dem vorzugsweise flockenförmigen Kunststoff im Volumenverhältnis von etwa 2 :1, insbesondere unter Zusatz von mineralischen Düngemitteln, unter Bildung von Granulaten mit etwa 74 Gewichtsprozent Feuchtigkeit gemischt, sodann die Granulate bei Temperaturen von maximal 60° C auf etwa 30 Gewichtsprozent Feuchtigkeitsgehalt getrocknet und anschließend nach Korngrößen sortiert werden.
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ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3425934A1 (de) * | 1984-07-13 | 1986-01-16 | Euflor GmbH für Gartenbedarf, 8000 München | Kultursubstrat |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3425934A1 (de) * | 1984-07-13 | 1986-01-16 | Euflor GmbH für Gartenbedarf, 8000 München | Kultursubstrat |
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