DE1155152B - Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichen legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen - Google Patents

Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichen legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen

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DE1155152B
DE1155152B DEST10559A DEST010559A DE1155152B DE 1155152 B DE1155152 B DE 1155152B DE ST10559 A DEST10559 A DE ST10559A DE ST010559 A DEST010559 A DE ST010559A DE 1155152 B DE1155152 B DE 1155152B
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DE
Germany
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furnace
iron
blowing
rotation
bath
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DEST10559A
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English (en)
Inventor
Bo Michael Sture Kalling
Folke Carl Evald Johansson
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Stora Enso Oyj
Original Assignee
Stora Kopparbergs Bergslags AB
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C5/00Manufacture of carbon-steel, e.g. plain mild steel, medium carbon steel or cast steel or stainless steel
    • C21C5/28Manufacture of steel in the converter
    • C21C5/30Regulating or controlling the blowing
    • C21C5/32Blowing from above

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Carbon Steel Or Casting Steel Manufacturing (AREA)

Description

  • Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichen legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichem legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen, insbesondere von Eisen mit mehr als 1% Silizium und/oder mehr als 0,5 % Phosphor in einem um eine Achse drehbaren Ofen zu Stahl. Das Frischen erfolgt durch Blasen von oben mittels eines mindestens 4011/o freien Sauerstoff enthaltenden Gases, wie reiner Sauerstoff oder mit Sauerstoff angereicherte Luft.
  • Derartige Frischungsverfahren sind an sich in verschiedener Ausführung bekannt, und zwar sowohl in ruhenden wie auch in um die Längsachse rotierenden, in horizontaler Lage befindlichen wie auch in geneigter Lage befindlichen Drehöfen. Andererseits kennt man auch das Frischen von oben auf das Bad, bei welchem sich das Frischgefäß in vertikaler Lage befindet.
  • Es ist auch bekannt, in einem schnell rotierenden Drehrohr mit regelbarer schräger bis vertikaler Drehachslage Eisenschmelzen durch Blasen eines oxydierenden Gases von oben auf den Strom fließenden Eisens zu frischen. Hierbei handelt es sich aber im Gegensatz zum Verfahren der Erfindung um einen kontinuierlichen Betrieb und das Frischen eines fließenden Eisenstromes.
  • Bei dem bekannten Frischen von Roheisen im rotierenden Drehofen mit einem mindestens 40% freien Sauerstoff enthaltendem Gas, das von oberhalb der Badoberfläche her geblasen wird, erfolgt die notwendige Badbewegung im wesentlichen unabhängig von der Gaszufuhr. Es gibt jedoch andere Schnellfrischverfahren, bei denen die Badbewegung mit der Gaszufuhr in Verbindung steht und vollständig aufhört, wenn die Gaszufuhr unterbrochen wird. Dies ist z. B. bei dem herkömmlichen saueren und basischen Bessemer-Verfahren, ebenso wie bei dem sogenannten LD-Verfahren, der Fall, bei welchem mit reinem Sauerstoff gefrischt wird, der senkrecht von oben in das Bad in einem stationären Konverter eingeblasen wird. Hierbei ist die Badbewegung zu Beginn des Verfahrens verhältnismäßig gering, solange das Roheisen einen wesentlichen Gehalt an Silizium aufweist, indessen auch in späteren Stufen des Verfahrens, besonders wenn ein phosphorreiches Roheisen verwendet wird. Während des Abschnittes des Frischverfahrens, in dem der Kohlenstoff verbrennt, erzeugt das Kochen eine heftige Rührwirkung, die für den Vorgang der Reaktion außerordentlich wichtig ist.
  • Bei dem bekannten Oberwindfrischen von Eisenschmelzen in einem rotierenden Drehofen wird während des gesamten Prozesses eine anregende Bad-Bewegung aufrechterhalten. Hierbei erfolgen die Reaktionen zwischen dem Metallbad und dem Schlackenbad schneller und vollständiger. Es wird möglich, den Eisengehalt der Endschlacke zu reduzieren und das Ausbringen an metallischem Eisen wesentlich zu steigern. Durch die Drehung ist es außerdem möglich, einen ausreichenden Kontakt zwischen dem Sauerstoff und dem Bad herzustellen, ohne daß der Sauerstoff auf oder in das Bad unter höherem Druck eingeblasen werden muß. Der Sauerstoffstrom braucht nicht unmittelbar gegen das Bad gerichtet zu werden. Es wird bis zu einem gewissen Grade mit den Ofengasen vermischt, ehe er an das Bad gelangt, und die Berührung erfolgt über eine verhältnismäßig große Oberfläche.
  • Dabei wird die beträchtliche Vergasung insbesondere von Eisen und Mangan herabgesetzt. Eine solche Vergasung entsteht bei einem örtlich konzentriertem Zustrom von Sauerstoff, der bei stationären Öfen unvermeidlich ist und der durch das Entweichen der Gase, die eine starke Rauchentwicklung verursachen, große Verluste an Eisen mit sich bringt.
  • Um eine ausreichende Badbewegung und starken Rühreffekt in einem drehbaren Ofen zu erzeugen, ist eine verhältnismäßig hohe Drehgeschwindigkeit von etwa 30 bis 40 U/min erforderlich. In bestimmten Abschnitten des Frischens, insbesondere dann, wenn die Kohlenstoffverbrennung am stärksten ist, ist eine hohe Drehgeschwindigkeit aber nicht erforderlich, weil die Reaktion selbst eine Rührwirkung hervorruft. Die Herabsetzung der Geschwindigkeit in dieser Periode ist also ohne Nachteil vom metallurgischen Standpunkt aus möglich, bringt aber andererseits den Vorteil mit sich, daß die Auskleidung des Konverters geschont wird und eine höhere Lebensdauer erhält.
  • Die Erfindung entwickelt dieses bekannte Verfahren weiter.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichem legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen in einem um eine Achse drehbaren Ofen zu Stahl durch Blasen von oben eines mindestens 4011/o freien Sauerstoff enthaltenden Gases in der Weise, daß während derjenigen Perioden, in denen infolge zu geringer Gasentwicklung keine selbsttätige Durchmischung des Bades stattfindet, das Blasen unter Drehung des Ofens bei horizontal liegender oder, bezogen auf die Horizontale, mit nicht mehr als 45'Q gegen die Horizontale geneigter Drehachse des Ofens erfolgt, wobei das sauerstoffhaltige Blasgas durch die Mittelöffnung der Stirnwand des Ofens oberhalb des Badens in den Ofen eingeführt wird, während in der Zeit der lebhaften Kohlenoxydentwicklung und damit selbsttätiger Durchmischung des Bades bei senkrechter oder nahezu senkrechter Drehachslage des Ofens das sauerstoffhaltige Blasgas von oben dem Eisenbad im feststehenden oder in dem allenfalls mit langsamer, gegenüber der zuerst gekennzeichneten Blasstufe verringerter Geschwindigkeit sich drehenden Ofen zugeführt wird.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zu Beginn des Frischens während der Oxydation in der Hauptsache von Silizium und Mangan unter Drehung des Ofens bei horizontaler oder gegen die Horizontale geneigter Drehachslage des Ofens entsprechend der eben erwähnten ersten Blasstufe gearbeitet. Ferner kann der Endabschnitt des Blasprozesses zur Erzeugung von Stahl im rotierenden Ofen bei horizontaler oder gegen die Horizontale geneigter Drehachslage des Ofens in der genannten Arbeitsweise durchgeführt werden.
  • Die Durchführung der Frischungsphase der lebhaften Kohlenoxydentwicklung und selbsttätiger Durchmischung des Bades bei senkrechter oder nahezu senkrechter Drehachslage im feststehenden oder sich nur mit langsamer Geschwindigkeit drehenden, mit Vorteil um horizontale Zapfen kippbaren Ofen hat den Vorteil, daß mit einem Drehofen kleineren Fassungsvermögens bzw. bei gegebenem Drehofen mit größerem Füllungsgrad gefrischt werden kann. Während der lebhaften Kohlenoxydentwicklung tritt bekanntlich ein starkes Aufwallen ein, was eine Vergrößerung des Ladungsvolumens bedeutet, die insbesondere bei in Schaumform übergehender Schlacke beträchtlich sein kann. In vertikaler Lage ist aber der zulässige Füllungsgrad des Ofens größer als in horizontaler Lage, und wenn das ganze Frischverfahren in bekannter Weise bei schräg liegender Ofenachse durchgeführt wird, so muß die Volumenzunahme der Ladung während der lebhaften Kohlenoxydentwicklung und des Aufschäumens der Schlacke bei der Auslegung des Ofens bzw. bei seinem Füllungsgrad berücksichtigt werden, was nicht der Fall ist, wenn die Phase dieser Volumenvergrößerung bei senkrechter Drehachslage des Ofens vorgenommen wird. Es kann dann auch eine höhere Blasgeschwindigkeit erreicht werden. Hierin liegt auch ein vorteilhafter Unterschied gegenüber einem bekannten Frischungsverfahren unter Verwendung eines schräg gelagerten Drehofens, dessen Achse so schräg zur Waagerechten (etwa 30 bis 45' gegen die Waagerechte) gelagert ist, daß auch während der Drehung des Ofens mindestens der halbe Kubikinhalt des Ofeninnenraumes mit geschmolzenem Material gefüllt gehalten werden kann, und bei dem die Luft unter bzw. auf die Badoberläche eingeblasen wird.
  • Das Verfahren nach der Erfindung eignet sich insbesondere für das Frischen von Eisen mit mehr als 1 % Silizium oder mehr als 0,5 % Phosphor. Wenn nämlich der Siliziumgehalt 1 bis 1,5'0/a übersteigt, läßt sich bei Verwendung eines feststehenden Ofens die Reaktion am Anfang des Blasens nur schwierig in Gang bringen. Durch die Drehung in der ersten Phase wird aber die Badbewegung angeregt, und Reaktion tritt sofort ein, und wenn der Siliziumgehalt herabgesetzt ist, wird dann bei vertikaler Lage des Ofens weitergeblasen, wobei gleichzeitig die Drehgeschwindigkeit, gegebenenfalls bis auf Null, herabgesetzt wird.
  • Thomas-Roheisen oder anderes Roheisen mit einem Phosphorgehalt von z. B. 0,5'% oder mehr kann in folgender Weise zu Stahl gefrischt werden: Nachdem der Ofen mit Roheisen beschickt ist, wird Sauerstoff für einige Minuten in den Ofen eingeblasen, wobei der Ofen in horizontaler oder annähernd horizontaler Lage sich befindet und eine Drehung mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit erfolgt, um einer starken Rauchentwicklung bei der Oxydation von Silizium und Mangan entgegenzuwirken. Sobald das Kochen mit einem ausreichenden Rühreffekt einsetzt, wird die Drehung unterbrochen und der Ofen in eine vertikale oder wenigstens annähernd vertikale Lage gebracht, gegebenenfalls nachdem Schlacke abgezogen wurde. Nachdem nun eine angemessene Menge Kalkstein dem Bad im Ofen zugesetzt worden ist, wird das Blasen fortgesetzt, indem eine vertikale Sauerstoffwindform gegen das Bad angesetzt wird. Der Ofen wird bei diesem Verfahrensabschnitt nicht oder nur langsam gedreht. Im Endabschnitt des Verfahrens wird wiederum geblasen, wobei sich der Ofen in mehr oder weniger horizontaler Lage befindet und rotiert, um die Reaktionsgeschwindigkeit zwischen Schlacke und dem Stahlband zu erhöhen und dabei die Eisenverluste in der Schacke zu reduzieren. Um das Bad während des Verfahrens zu kühlen, kann Erz oder Schrott entweder fortlaufend oder in geeigneten Zwischenräumen zugesetzt werden. Sofern grober Schrott in das geschmolzene Bad eingebracht wird, geschieht dies zweckmäßig unmittelbar vor der überführung des Ofens in die Vertikalstellung. Feinerer Schrott kann ohne Nachteil vor oder während der Drehung eingebracht werden.
  • Auch Roheisensorten anderer Art können durch das Verfahren gemäß Erfindung zu Stahl gefrischt werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichem legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen, insbesondere von Eisen mit mehr als 1'% Silizium und/oder mehr als 0,5 % Phosphor in einem um eine Achse drehbaren Ofen zu Stahl durch Blasen von oben eines mindestens 40'% freien Sauerstoff enthaltenden Gases, wie reiner Sauerstoff oder mit Sauerstoff angereicherter Luft, dadurch gekennzeichnet, daß während derjenigen Perioden, in denen infolge zu geringer Gasentwicklung keine selbsttätige Durchmischung des Bades stattfindet, das Blasen unter Drehung des Ofens bei horizontal liegender oder, bezogen auf die Horizontale, mit nicht mehr als 45° gegen die Horizontale geneigter Drehachse des Ofens erfolgt, wobei das sauerstoffhaltige Blasgas durch die Mittelöffnung der Stirnwand des Ofens, oberhalb des Bades, in den Ofen eingeführt wird, während in der Zeit der lebhaften Kohlenoxydentwicklung und damit selbsttätiger Durchmischung des Bades bei senkrechter oder nahezu senkrechter Drehachslage des Ofens das sauerstoffhaltige Blasgas von oben dem Eisenbad im feststehenden oder in dem allenfalls mit langsamer, gegenüber der zuerst gekennzeichneten Blasstufe verringerter Geschwindigkeit sich drehenden Ofen zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn des Frischens während der Oxydation in der Hauptsache von Silizium und Mangan unter Drehung des Ofens bei horizontaler oder gegen die Horizontale geneigter Drehachslage des Ofens gearbeitet wird, entsprechend der in Anspruch 1 zuerst gekennzeichneten Blasstufe.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Endabschnitt des Blasprozesses zur Erzeugung von Stahl im rotierenden Ofen bei horizontaler oder gegen die Horizontale geneigter Drehachslage des Ofens durchgeführt wird, gemäß der im Anspruch 1 zuerst gekennzeichneten Arbeitsweise. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 10 207, 174 777, 480 617, 667 238, 693 302, 813 581; französische Patentschrift Nr. 733 180; USA.-Patentschrift Nr. 2 598 393.
DEST10559A 1954-11-25 1955-11-19 Verfahren zum Frischen von geschmolzenem Roheisen oder dergleichen legiertem oder unlegiertem kohlenstoffhaltigem Eisen Pending DE1155152B (de)

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Citations (8)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE10207C (de) * A. LENCAUCHEZ in Paris und C. SACHS in Kalk bei Deutz Anordnung einer Gebläsedüse oberhalb des Metallbades in Oefen mit rotirender Sohle
DE174777C (de) *
DE480617C (de) * 1927-09-22 1929-08-06 Schmidt Karl Um 360íÒ drehbarer, schraeg gelagerter Schmelzofen
FR733180A (fr) * 1931-04-14 1932-10-01 Fours Et App Stein Four rotatif pour la fusion de la fonte et sa conversion en acier
DE667238C (de) * 1935-12-08 1938-11-07 Hansjoachim Von Hippel Dr Ing Kippbarer Drehofen mit durchschlagender Flamme zum Schmelzen und Windfrischen von Metallen
DE693302C (de) * 1938-07-05 1940-07-05 Ernst Diepschlag
DE813581C (de) * 1947-03-05 1951-09-13 Herbert Pontzen Schmelzofen fuer metallene und keramische Werkstoffe
US2598393A (en) * 1948-10-25 1952-05-27 Kalling Bo Michael Sture Method in carrying out treatment of melted pig iron or other alloyed iron

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