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Verfahren und Vorrichtungen zur Erleichterung des Ein- und Ausbaues
eines Rohrstranges in Mehrstrangsonden Die Erfindung betrifft ein Verfahren und
Vorrichtungen zur Erleichterung des Ein- und Ausbaues eines Rohrstranges in Mehrstrangsonden.
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Es ist bekannt, für die gleichzeitige Förderung aus zwei oder mehr
unter verschiedenen Drücken stehenden Öl- oder Gashorizonten die erforderlichen
Steigrohrstränge gleichzeitig in das Bohrloch einzubringen. Dieses Verfahren hat
zwar den Vorteil, daß sich die beiden Rohrstränge beim Einbau nicht behindern können,
zumal wenn die Rohrstränge zur Sicherung ihrer gegenseitigen Lage durch Schellen
miteinander verbunden werden. Es weist aber den Nachteil auf, daß beide Rohrstränge
gleichzeitig durch am oberen Ende des Bohrloches befindliche Hebemaschinen gehalten
und gehoben werden müssen. Da das Rohrgewicht bei tiefen Bohrlöchern entsprechend
hoch wird, müssen sehr leistungsfähige Hebemaschinen für diese Arbeit angeschafft
werden, was das Verfahren verteuert.
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Ein weiterer wesentlicher Nachteil dieses und ähnlicher Verfahren
zum gleichzeitigen Einbringen von Steigrohrsträngen in Bohrlöcher besteht darin,
daß der nachträgliche Ausbau eines Steigrohres deshalb erschwert bzw. unmöglich
wird, weil Rohrstränge die Neigung haben, sich im Bohrloch korkenzieherartig abzukrümmen.
Wenn es daher bei den bekannten Einrichtungen erforderlich wurde, einen Rohrstrang
etwa wegen einer Reparatur zu entfernen, so lief man stets Gefahr, daß der verbleibende
Rohrstrang den Ausbau oder Wiedereinbau dieses Rohrstrangs behinderte.
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Die Erfindung vermeidet diesen Nachteil dadurch, daß jeder Rohrstrang
nach dem Einbringen in das Bohrloch unter Längsspannung gesetzt wird.
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Grundsätzlich kann zur Lösung dieser Aufgabe, den Rohrstrang unter
Längsspannung zu setzen, jedes aus der Technik bekannte Verfahren zum Längsspannen
langgestreckter Körper verwendet werden. Ein erfindungsgemäß bevorzugtes Verfahren,
welches Packer verwendet, die die unteren Enden der Rohrstränge festhalten, ist
dadurch gekennzeichnet, daß ein die Rohrstränge mit Spiel umgebender Tragring im
Rohrkopf vorgesehen ist, der nach dem Spannen eines Rohrstranges ein auf diesem
axial verstellbares Glied unterfängt. Die Auflagerfläche des Tragringes soll dabei
einen Innendurchmesser haben, der größer als der Außendurchmesser einer am oberen
Ende des Rohrstranges befestigten, mit Außengewinde versehenen Rohrkupplung ist
und zur Abstützung des nach dem Spannen des Rohrstranges auf das Außengewinde aufgeschraubten
Gliedes dient.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung erstrecken sich die
Auflagerflächen der Vorrichtung, die in an sich bekannter Weise einen Tragring mit
zwei in Richtung seines Durchmessers nebeneinander liegenden Auflagerflächen für
zwei Rohrstränge enthält, bis zur Außenwand des Tragrings und weisen die Wandungen
der oberhalb der Auflagerfiächen liegenden Ausbohrungen des Tragrings oberhalb der
Berührungsstellen dieser Flächen mit der Außenwand seitliche Ausschnitte auf.
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Andere Kennzeichen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
Beschreibung einer bevorzugten Ausführung an Hand der Zeichnungen. In den Zeichnungen
ist Fig. 1 ein teilweise in Ansicht dargestellter senkrechter Schnitt der bevorzugten
Ausführung der Vorrichtung in einer ersten Stufe des Verfahrens, Fig.2 ein der Fig.
1 ähnlicher Schnitt in einer zweiten Stufe des Verfahrens, Fig. 3 ein vergrößerter
senkrechter Teilschnitt der bevorzugten Vorrichtung mit einem in das Bohrloch gesenkten
Steigrohr, Fig. 4 ein der Fig. 3 ähnlicher Teilschnitt mit zwei eingesetzten Steigrohren,
Fig. 5 ein den Fig. 3 und 4 ähnlicher Schnitt mit eingesetzter Abdichtvorrichtung,
Fig.
6 ein waagerechter Schnitt nach Linie 6-6 der Fig.4, wobei beide Rohrstränge vom
Träger abgenommen worden sind, und Fig. 7 ist ein senkrechter Schnitt nach Linie
7-7 der Fig. 6 lediglich des Tragkörpers der bevorzugten Ausführung.
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Die Fig. 1 bis 5 zeigen nicht nur Einzelteile der Tragvorrichtung,
sondern auch die verschiedenen Zusammensetzstufen, so daß sich aus diesen Fig. 1
bis 5 auch das Zusammensetzverfahren erkennen läßt.
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Ein Mantelrohr 12 umgibt den oberen Teil eines von der Erdoberfläche
11 in die Erdschicht gebohrten Bohrloches 10 (Fig. 1 und 2). Das Rohr 12 ist mit
seinem unteren Ende einzementiert. Ein zweites Rohr 15 kleineren Durchmessers durchsetzt
konzentrisch das Rohr 12 und erstreckt sich zum Boden (nicht dargestellt) des Bohrloches,
wo es in üblicher Weise ähnlich dem Bohrrohr 12 einzementiert ist. Es können mehrere
derartiger konzentrischer Rohre angeordnet werden, was von den jeweiligen Umständen
abhängt. Die in den Fig: 1 und 2 dargestellte Ausführung ist nur als Beispiel zu
werten, da Zahl und Anordnung der Mantelrohre in keiner Weise die Erfindung beeinflussen.
In jedem Falle befindet sich im unteren Teil des Bohrloches 10 ein einziges Mantelrohr,
das von keinem anderen Rohr umgeben wird.
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Ein Verrohrungskopf 20 ist in üblicher Weise mit dem oberen Ende des
Rohres 12 verbunden. Rohr 15 wird von den in den Verrohrungskopf 20 eingesetzten
Haltekeilen 21 getragen. Der das Rohr 15 im Verrohrungskopf 20 umgebende Ringraum
wird von einer Abdichtung 22 abgedichtet, die von mehreren Klemmschrauben 23, die
den oberen Flansch 24 des Verrohrungskopfes 20 radial durchsetzen, nach unten gedrückt
wird. Verrohrungskopf 20 hat Seitenauslässe 25, 26 die einen Zugang zu dem zwischen
den Rohren 12 und 15 vorhandenen Ringraum ermöglichen.
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Eia Steigrohrkopf 30 befindet sich oberhalb des Verrohrungskopfes
20 und ist mit seinem unteren Flansch 31 am oberen Flansch 24 des Verrohrungskopfes
20 mittels mehrerer Schraubenbolzen 32 befestigt. Eine aus einem Stahlring
bestehende Abdichtung 33 bildet einen flüssigkeitsdichten Abschluß dieser Verbindungsstelle.
Eine zweite Abdichtung 34 in der unteren Bohrung des. Steigrohrkopfes 30 wird von
mehreren Klemmschrauen 36, die den Flansch 31 radial durchsetzen, nach oben gedrückt,
um einen Verschluß um das in den Steigrohrkopf 30 ragende obere Ende des Rohres
15 zu bilden.
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Steigrohrkopf 30 hat Seitenauslässe 37, 38; die einen Zugang zu dem
Innenraum des Steigrohrkopfes 30 und des Rohres 15 ermöglichen. Das obere Ende des
Steigrohrkopfes 30 wird von einem Flansch 39 umgeben, mit dem eine über dem Steigrohrkopf
30 befindliche Ausrüstung (in den Fig. 1 und 2 nicht dargestellt) an den Steigrohrkopf
30 angeschlossen werden kann.
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Steigrohrkopf 30 (Fig. 3 bis 6) hat eine Längsbohrung 50 mit einer
nach unten konvergierenden Kegelschulter 51; die an entgegengesetzten Seiten 51,
52 bogenförmig ausgeschnitten ist, so daß die Steigrohrstränge 54, 55 und die Kupplungen
56 in den Steigrohrkopf 30 eingeschoben werden können.
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Ein Tragring 60 (Fig. 3 bis 7) stützt sich auf der i Schulter 51 auf,
wobei eine die Unterkante des Tragrings 60 umgebende Schulter 61, von gleicher Kegelneigung
wie die Schulter 51, die Auflagerfläche bildet. Schulter 61 hat an entgegengesetzten
Seiten ebenfalls Ausschnitte, die mit den Ausschnitten 52, 53 der Schulter 51 übereinstimmen.
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Zwei Einstellzapfen 63, 64, von denen jeder Zapfen einen Abstand von
90 Winkelgrad von den Ausschnitten 52, 53 hat, passen dicht in Schlitze (nicht dargestellt),
die sich abwärts von Schulter 51 an entgegengesetzten Seiten derselben befinden.
Die Zapfen sind in die Schlitze eingeschweißt. Die Zapfen 63, 64 ragen oberhalb
der Schulter 51 längs der Seiten der Bohrung 50 vor und sind an ihren Seitenflächen
und Innenflächen abgeschrägt, so daß sie ein Gleiten des Tragringes 60, der Steigrohre
und der Steigrohrkupplungen nicht behindern.
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Tragring 60 hat zwei im wesentlichen zylindrische, nichtkonzentrisch
angeordnete Steigrohrdurchlässe 65, 66, die den Tragring 60 lotrecht durchsetzen.
Durchlaß 65 wird von einer von der oberen Kante des Tragringes 60 ausgehenden Ausbohrung
68, die sich abwärts zu einem nach unten konvergierenden ringförmigen Kegelsitz
69 erstreckt, und von einer von der unteren Kante des Tragringes 60 ausgehenden
Ausbohrung 70 gebildet, die sich aufwärts zu der nach oben konvergierenden Kegelfläche
71 erstreckt. Zwischen diesen Ausbohrungen 68, 70 wird der Durchlaß 65 von einer
Zwischenbohrung 72 gebildet. In gleicher Weise wird der Durchlaß 66 von einer oberen
Ausbohrung 74; die nach unten am Auflager 75 endet, ferner durch eine untere Ausbohrung
76, die nach oben an der Schrägfläche 77 endet, und durch eine Zwischenbohrung 78
gebildet. Die unteren Ausbohrungen sind zum Teil durch gestrichelte Linien in Fig.
6 dargestellt. Die von den oberen Ausbohrungen gebildeten rechteckigen Kanten haben
Abschrägungen 80, 81, so daß sie keine Hindernisse beim Einsetzen und Herausnehmen
der Ausrüstung bilden. Die unteren Ausbohrungen 70 und 76 sind radial nach innen
von den oberen Ausbohrungen 68 bzw. 74 eingemittet, damit eine geringe Einwärtsbiegung
der Steigrohre 54 und 55 möglich ist, die weiter unten im Bohrloch auftritt.
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Die Wandstärken des Tragringes 60 an den Außenseiten der Zwischenbohrungen
72 und 78 und den unteren Ausbohrungen 70 und 76 sind sehr gering. Tragring 60 hat
in seiner Außenfläche sich gegenüberstehende lotrechte Schlitze 83, 84, von denen
jeder Schlitz um 90 Winkelgrad von einer die Achsen der Bohrungen und der Ausbohrungen
schneidenden lotrechten Ebene versetzt ist. Jeder Schlitz 83, 84 nimmt einen der
Zapfen 63, 64 dicht passend auf, die sich oberhalb der Schulter 51 erstrecken und
die ein Mittel zur Ausrichtung des Tragringes 60 in Umfangsrichtung bei seinem Einsetzen
in den Steigrohrkopf 30 bilden. Die Ausbohrungen sind mit je einem der bogenförmigen
Ausschnitte 52, 53 von Schulter 51 ausgerichtet.
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Die unteren Ausbohrungen 70, 76 überschneiden sich an der Mitte des
Tragringes 60, so daß an dieser Stelle zwischen diesen Ausbohrungen eine Seitenöffnung
86 vorhanden ist. Die oberen Ausbohrungen verlaufen tangential zu den Seiten des
Tragrings 60, so daß daher an dieser Stelle Seitenöffnungen an den Seiten 87 und
88 dieser Ausbohrungen vorhanden sind. Der Tragring 60 hat daher eine Kleinstgröße.
Weder an den Außenseiten der Steigrohrstränge noch zwischen den Steigrohrsträngen
ist ein Leerraum vorhanden. Diese Ausführung, die durch die Form der Auflager zum
Tragen der Steigrohrstränge im Tragring
60 möglich gemacht ist,
unterscheidet die neue Vorrichtung von den Tragvorrichtungen, in denen zum Halten
der Steigrohrstränge Haltekeile verwendet werden. Bei der Verwendung von Haltekeilen
muß ein stärkeres seitliches Auflager für die Haltekeile an den den Tragring durchsetzenden
Steigrohrdurchlässen vorhanden sein. Bei der Ausführung nach der Erfindung ist kein
derartig verstärktes Seitenauflager auf einem senkrecht zu den Achsen der Ausbohrungen
verlaufenden Durchmesser und senkrecht zu den Achsen der beiden in den Bohrungen
getragenen Steigrohrsträngen 54, 55 vorhanden.
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Zur Abstützung der Steigrohrstränge im Tragring 60 dienen Rohrkupplungen.
Die den Steigrohrstrang 54 abstützende Kupplung 90 liegt auf dem die Bohrung 65
umgebenden Auflager 69 und die den Steigrohrstrang 55 abstützende Kupplung 91 auf
dem die Bohrung 66 umgebenden Auflager 75 auf. Jede der im Aufbau sich gleichenden
Kupplungen 90 und 91 hat eine abnehmbare Tragbüchse 92, die auf an einem Zwischenabschnitt
der Kupplungen befindliche Gewindegänge 93 aufgeschraubt ist, die vorzugsweise das
dargestellte »Acrne«-Profil oder ein anderes widerstandsfähiges Gewindeprofil haben.
Die Spitzen der Gewindegänge 93 ragen radial nach außen nicht über die unteren Teile
der Kupplungen hinaus.
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Jede Kupplung 90, 91 wird von einem rohrförmigen lotrechten Durchlaß
94 durchsetzt. Die Durchlässe 94 haben Ausnehmungen 95, 96 zum Einbau von Rückschlagventilen
97. Die Rückschlagventile 97 haben oben Hantierungsanschlüsse 98 und 99, an denen
sie mittels Werkzeugen (nicht dargestellt) gehandhabt werden können, um sie von
oben her in die aufgesetzten Kupplungen einzusetzen oder aus diesen Kupplungen herauszuheben,
und zwar durch die Aufbauten und/oder die Ausbruchssicherungen (nicht dargestellt)
hindurch, die üblicherweise in Bohrlochanlagen verwendet werden.
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Jede Kupplung 90, 91 hat eine untere Gewindefassung 100, in die das
obere Gewindeende des einen Rohrstranges eingeschraubt ist. In der Darstellung ist
Rohrstrang 54 in die Fassung 100 von Kupplung 90 und Rohrstrang 55 in die Fassung
100 von Kupplung 91 eingeschraubt. Jede Kupplung 90, 91 hat auch eine obere Gewindefassung
101, in die die Rohrnippel 104 und 105 eingeschraubt werden, die dann in den oberhalb
des Verrohrungskopfes 20 befindlichen Bauteil 110 ragen und dort abgedichtet werden.
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Bauteil 110 kann zu irgendeiner beliebigen, eine Doppelbohrung aufweisenden
Vorrichtung gehören, ist aber für gewöhnlich ein mit zwei Bohrungen versehenes Ventil
zur Regelung des Steigstromes aus den in dem Bohrloch befindlichen beiden Steigrohrsträngen.
Bauteil 110 hat einen unteren Flansch 111, der mittels Schraubenbolzen 112 am oberen
Flansch des Steigrohrkopfes 30 befestigt und mittels einer Stahlringabdichtung 113
abgedichtet ist. Die Rohrnippel 104 bzw. 105 ragen in die unteren Enden der Durchlässe
115 bzw. 116 des Bauteils 110, die mit zweckdienlichen Ausbohrungen versehen sind,
in denen sich die Abdichtungen 117 bis 120 befinden, die zur Herstellung von Verschlüssen
mittels einer tellerartigen Scheibe 121 nach oben gedrückt werden. Der Verschiebung
der Scheibe 121 nach oben erfolgt durch mehrere den Flansch 111 radial durchsetzende
Klemmschrauben, die an der Kegelfläche der Scheibe 121 anliegen. Steigrohrstrang
54, Kupplung 90, Rohrnippel 104 und Durchlaß 115 bilden den ersten kontinuierlichen
Strömungsdurchlaß oder Strömungskanal aus dem Bohrloch, und Teigrohrstrang 55, Kupplung
91, Rohrnippel 105 und Durchlaß 116 bilden den zweiten kontinuierlichen Strömungsdurchlaß
aus dem Bohrloch, der parallel, aber getrennt vom ersten Durchlaß verläuft.
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Das Verfahren zum Spannen der Steigrohrstränge 54 und 55 wird in folgender
Weise ausgeführt: Der Verrohrungsaufbau (Fig. 1 bis 6) weist oberhalb des Bauteils
110 zweckdienliche Ausbruchssicherungen (nicht dargestellt) auf. Steigrohrstrang
55 wird zuerst in das Bohrloch gesenkt. Kupplung 91 ist auf das obere Ende des Steigrohrstranges
aufgeschraubt. Ein Hantierungsanschluß 130 (Fig. 1) ist in die Fassung 101 eingebaut
und ragt aus der Ausbruchssicherung nach oben heraus. Büchse 92 von Kupplung 91
ist zu dieser Zeit nicht auf das Gewinde 93 aufgeschraubt, so daß also die Kupplung
einschließlich des Gewindes 93, des oberen Teils der Kupplung und des unteren Endes
des Hantierungsanschlusses 130 bis unterhalb der Schulter 51 des Steigrohrkopfes
30 gesenkt werden kann. Das untere Ende von Steigrohrstrang 55 wird abdichtend von
einer Bohrung 131 eines zweckdienlich zwei Bohrungen aufweisenden Packers 132 aufgenommen,
die den Innenraum des Mantelrohres 15 in Längsrichtung teilt. Nach Einschieben in
den Packer 132 wird der Steigrohrstrang zusätzlich von der Bohrung 134 eines nur
eine einzige Bohrung aufweisenden, tiefer im Bohrloch gelegenen Packers 135 aufgenommen.
Die Stellung der Abdichtungen im Bohrloch hängt von den Erdschichten ab, aus denen
eine Gewinnung von Petroleumerzeugnissen erhofft wird oder aus denen eine derartige
Gewinnung bereits gesichert worden ist. Die Gewinnungsflächen werden getrennt, indem
das Mantelrohr in Längsrichtung mittels Packern unterteilt wird, so daß eine getrennte
Gewinnung aus jedem Rohrstrang erhalten werden kann.
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Eine zweckdienliche Verriegelungs- oder Klemmvorrichtung 136 im Packer
135 hält den Steigrohrstrang 55 in diesem fest, nachdem das untere Ende des Steigrohrstranges
um ein entsprechendes Ausmaß durch diesen Packer hindurchgeschoben worden ist. Die
gesamte Länge des Steigrohrstranges 55 ist dabei so bemessen, daß, nachdem das untere
Ende des Steigrohrstranges 55 um ein zweckdienliches Ausmaß unter den Packer 135
gelangt und mittels der Klemmvorrichtung 136 im Packer 135 festgeklemmt ist, sich
die Gewindegänge 93 der Kupplung 91 in einem richtigen vorbestimmten Abstand unterhalb
der Auflagerfläche des Tragringes 60 befinden. Der Tragring 60 wird dann auf das
Steigrohr 55 aufgeschoben und gesenkt. Wenn der Steigrohrstrang »gestreckt« oder
nach oben gezogen wird und die über den Hantierungsanschluß 130 gesenkte Büchse
92 auf die Gewindegänge 93 der Kupplung aufgeschraubt ist und sich die untere Abstützfläche
140 dieser Büchse auf die Auflagerfläche 75 aufgesetzt hat, weist der Steigrohrstrang
eine Längsspannung von dem gewünschten Wert auf. Die Packer 135 und 132 sind so
ausgeführt, daß sie sicher an ihrer Stelle im Mantelrohr 15 festgehalten werden,
so daß das Spannen des Steigrohrstranges einwandfrei ausgeführt werden kann.
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Der Tragring 60, die Kupplung 91 und Büchse 92 befinden sich dann
in ihrer in Fig. 3 gezeigten Endlage an ihrer richtigen Stelle, so daß der Rohrstrang
55
im Bohrloch einwandfrei gespannt ist. Die Hantierungsvorrichtung 130 kann dann entfernt
werden.
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Der zweite Rohrstrang 54 (Fig. 2) wird nun in das Bohrloch gesenkt,
und zwar unter Verwendung des Hantierungsanschlusses 130, der jetzt in die obere
Fassung 101 von Kupplung 90 eingeschraubt wird. Die Kupplung 90 wird auf das obere
Gewindeende von Steigrohrstrang 54 aufgeschraubt. Der Steigrohrstrang 54 wird in
der üblichen Weise in das Bohrloch gesenkt und wird mit seinem unteren Ende in die
zweite Bohrung 140 des Packers 132 eingeschoben. Das untere Ende von Steigrohrstrang
54 wird, wie üblich, in einem kleinen Abstand unterhalb des Packers 132 aufgestellt
und wird mittels der Klemmvorrichtung 141 in der Bohrung 140 verriegelt. Die Länge
des Steigrohrstranges 54 ist so gewählt, daß die Kupplung 90 unterhalb der
Auflagerfläche 69 von Tragring 60 in einem zweckdienlichen Abstand steht, so daß
beim Aufwärtsstrecken des Rohrstranges und anschließenden Aufschrauben der Büchse
92, deren untere Abstützfläche 140 auf der Auflagerfläche 69 aufliegt, der Rohrstrang
54 unter der gewünschten richtigen Zugspannung steht. Der Hantierungsanschluß 130
wird dann aus der Fassung 101 der Kupplung 90 herausgeschraubt.
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Der Zusammenbau befindet sich nun in der in Fig. 4 dargestellten Stellung,
wobei beide Steigrohrstränge 54, 55 in das Bohrloch gesenkt und mittels der im Tragring
60 eingesetzten Kupplungen 90, 91
gespannt gehalten werden.
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Nunmehr wird die Abdichtung 145 (Fig. 5) auf die obere Fläche 146
des Tragrings 60 aufgesetzt. Die Abdichtung 145 besteht aus einer unteren runden
Tragscheibe 148, die in die Bohrung 50 des Steigrohrkopfes 30- aufgenommen wird.
Scheibe 148 hat an ihrer Unterseite Ausbohrungen 149 und 150 und paßt über die beiden
Büchsen 92. Zwischen den Ausbohrungen ist ein dünner Steg 151 vorhanden.
An den Seitenwänden der Scheibe 148 jedoch und oberhalb der Seitenöffnungen
87, 88 des Tragrings 60,
d. h. an den Stellen, an denen sich die Kupplungen
90; 91 in nächster Nähe der Wand des Steigrohrkopfes befinden, schneiden die Ausbohrungen
149, 150 die Seitenwände der Scheibe 148, so daß an dieser Stelle die Ausbohrungen
keine Seitenwände haben. Oberhalb jeder Ausbohrung 149, 150 befindet sich eine runde
Bohrung 153 bzw. 154, die von den Kupplungen 90 bzw. 91 durchsetzt wird.
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Eine Abdichtung 155 aus nachgiebigem elastomerem Material wird von
der oberen ebenen Fläche von Scheibe 148 getragen. Abdichtung 155 hat runde Bohrungen
156, 157, die die Kupplungen 90 bzw. 91 aufnehmen. Eine Druckplatte 159, die runde
Bohrungen 160, 161 für die Kupplungen 90 bzw. 91 aufweist, liegt dicht auf der Abdichtung
155 auf und wird zum Zusammenpressen der Abdichtung 155 mittels mehrerer Klemmschrauben
163 nach unten gedrückt, die den Flansch 39 des Steigrohrkopfes radial durchsetzen.
Die Klemmschrauben 163 liegen an der Kegelfläche 164 von Scheibe 159 an.
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Der Tragring 60 hat in seiner oberen Fläche Gewindebohrungen 169;
169, in die die Hantierungsstangen (nicht dargestellt) eingesetzt werden. Die obere
Fläche von Scheibe 159 hat ebenfalls derartige Bohrungen (nicht dargestellt), in
die die Hantierungsstangen eingesetzt werden. Die Abdichtung 145 wird als ein gemeinsamer
Aufbau beim Einsetzen durch mehrere Schrauben 170 zusammengehalten, von denen nur
die eine einzige Schraube 170 in Fig. 5 dargestellt ist.