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Vorrichtung zum Vorherbestimmen der wahrscheinlichen Bewegungsbahnen
von Flugkörpern Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vorherbestimmen der
wahrscheinlichen Bewegungsbahnen von Flugkörpern von einem Zeitpunkt ab, zu dem
die Standorte und Bewegungsbedingungen der Flugkörper innerhalb eines umrissenen
Zeitraumes als bekannt zu betrachten sind.
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Es ist bereits bekannt, den Weg eines Flugkörpers zwangläufig aufzuzeichnen,
so daß die im verkleinerten Maßstab vorgenommene Aufzeichnung der Bahnkurve des
Flugkörpers gleichzeitig und synchron mit dem Weg des Fahrzeuges verläuft. Mit Hilfe
der aufgezeichneten Kurve ist es möglich, den Weg des Flugkörpers durch Fernsteuerung
zu korrigieren, so daß das gewünschte Ziel wirklich erreicht wird.
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In der Artillerietechnik ist weiterhin bekannt, eine Kanone mit einer
Steuervorrichtung zu koppeln, die eine Berechnung des Unterschiedes in rechtwinkligen
Koordinaten zwischen dem Geschoß und dem Ziel ausführt, wobei die Einstellung der
Kanone sowohl die Korrektion des vorgenannten Unterschiedes als auch ungleichförmige
Bewegungen des Zieles berücksichtigt werden.
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Die Erfindung hat die Aufgabe, die notwendigen Korrekturen in einem
frühestmöglichen Stadium des Bewegungsverlaufes zu erkennen, damit die Bewegungsbahn
eines Flugkörpers nur kleine Abweichungen von der theoretisch günstigsten Bahn aufweist,
um dadurch das Ziel schneller und sicherer zu erreichen, als es mit den bisher bekannten
Methoden für diesen Zweck möglich war.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung kennzeichnet sich durch eine Extrapolationseinrichtung,
die mit Impulsen in Abhängigkeit von den Standorten und Bewegungsbahnen der Flugkörper
zum anliegenden Zeitpunkt gespeist wird und die impulserzeugende Einrichtungen aufweist,
mit denen die wahrscheinlichen Standorte der Flugkörper zu mehreren Zeitpunkten
innerhalb des in Betracht kommenden Zeitraumes bestimmt werden, und durch eine Darstellungseinrichtung
zur visuellen Darstellung der wahrscheinlichen Bewegungsbahnen der Flugkörper innerhalb
des in Betracht kommenden Zeitraumes, wobei die Darstellungseinrichtung mit den
in der Extrapolationseinrichtung erzeugten Impulsen gespeist wird und so eingerichtet
ist, daß die wahrscheinlichen Bewegungsbahnen der Flugkörper innerhalb eines vorbestimmten
Zeitraumes vom Ersterfassungszeitpunkt ab bis zu irgendeinem gewünschten Zeitpunkt
als Kurven dargestellt werden, wobei die Kurven auf Informationen basieren, die
bis zum Ersterfassungszeitpunkt zur Extrapolationseinrichtung gelangt sind. Zunächst
sollen einige grundsätzliche theoretische Ausführungen über die Lösung des Problems
gemacht werden in Verbindung mit folgenden Einsatzzwecken: 1. Kollisionsschutz für
zwei sich in gleicher Höhe bewegenden Flugzeugen oder zwischen zwei Schiffen mit
sich schneidenden Kurven; 2. Fernlenkung von Flugkörpern auf feste oder bewegliche
Ziele und 3. Fernsteuerung von Luftfahrzeugen zur Heranführung an Einheiten.
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Zur Vereinfachung der rechnerischen Untersuchung werden Bewegungsbahnen
in einer Ebene, z. B. die Bewegungsbahnen eines Schiffes, zugrundegelegt.
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Eine Vorrichtung zur visuellen Darstellung der Standorte von Objekten
enthält ein Koordinatensytem xy. In Fig. 1 sind die Standorte der beiden Objekte
A und B zu einem Zeitpunkt t mit A (t) bzw. B(t) bezeichnet.
Durch Extrapolation werden die wahrscheinlichen Standorte der beiden Objekte A und
B zu einem Zeitpunkt erhalten, der um eine bestimmte Zeitdauer Atf nach dem
Zeitpunkt t liegt; sie sind mitA (t -I- A tf) bzw.
B (t -E- A tf) bezeichnet. Die verbindende Kurvenstrecke zwischen
A(t) und sie sind mit A (t -I- A tf) bzw. B (t +
A tf) bezeichnet. Die verbindende Kurvenstrecke zwischen A (t) und
A (t -I- A tf) bzw. zwischen B (t) und B (t +
A tf) stellt
die wahrscheinlichen Bewegungsbahnen der betrachteten
Objekte dar. Die Länge dieser Kurvenstrecken ist der erwarteten Durchschnittsgeschwindigkeit
der entsprechenden Objekte während der Zeitdauer A tf proportional. Durch Variation
von 4 tf kann ermittelt werden, ob und gegebenenfalls wann die beiden Objekte
gleichzeitig am selben Punkt anlangen.
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Die räumliche Lage eines Gegenstandes kann mit den Koordinaten
X, Y, Z in einem Koordinatensystem dargestellt werden, wobei X, Y
und Z Funktionen der Zeit sind, d. h. X = X(t) usw. Der Punkt X, Y,
Z soll in einem Koordinatensystem xyz unter der Bedingung dargestellt und reproduziert
werden, daß der Wert von z. B. x zu dem vorliegenden Zeitpunkt t, in dem die Vorherbestimmung
vorgenommen wird, so weitgehend wie möglich dem Wert von X zu einem Zeitpunkt entspricht,
der um eine bestimmte Zeitdauer 4 tf später als der vorliegende Zeitpunkt t liegt,
d. h.
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(t)=E-X(t+dtf), wobei a ein Skalenfaktor ist.
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Wenn die Funktion X(t) aus einem Zeitpunkt to extrapoliert werden
soll, wird durch Verwendung der Ableitungen nach der Zeit eine Extrapolationsfunktion
X, gebildet, die eine Funktion von to sowie von dem Extrapolationsintervall
t - to ist. Der wahrscheinliche Wert Xs von X zu einem Zeitpunkt
t, der größer als to ist, wird dann aus der folgenden Gleichung erhalten
X, = X(t)o + X, (to, t - to) . (1)
In der Extrapolationsvorrichtung
sind die Koordinaten X(to) usw. zum Rechenzeitpunkt nicht direkt verfügbar, da eine
Übertragungsverzögerung vorliegt. Die Bewegungen der Objekte werden z. B. durch
optische Mittel oder Radar sorgfältig beobachtet und untersucht. Die auf diese Weise
erhaltenen Zielwegangaben können vorbereitet und dann über Fernübermittlungsanlagen
auf Vorrichtungen zur visuellen Darstellung übertragen werden. Die dort verfügbare
Nachricht X1 = X1 (t) trifft deshalb mit einer bestimmten Verzögerung
d tg ein, so daß X1 (t) = X (t - d td) (2)
(vgl. Fig. 2). Im
dargestellten Falle ist die ankommende Nachricht X1 kontinuierlich, sie kann aber
auch diskontinuierlich sein (vgl. Fig. 3). Diese diskontinuierliche Nachricht kann
erforderlichenfalls durch Speicherkreise Stufenform erhalten (vgl. Fig. 4).
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Wenn t1 den Endzeitpunkt darstellt, bei dem eine neue Nachricht von
dem Zeitpunkt t, in dem die Vorherbestimmung vorgenommen wird, eingetroffen ist,
dann hat X1 die folgende Form nach der Extrapolation in Übereinstimmung mit der
Gleichung (1): X,., (t) = X, (t1) + X1 e (t1, t - t1) ,
und
mit Bezug auf Gleichung (2) wird erhalten: Xs(t) = X1 (t1) -'r- X1
e (t1, t + d td - t1) (4)
(vgl. Fig. 5). Mit mechanischen
und/oder elektrischen Einheiten wird eine solche Analogie herbeigeführt, daß x(0)
= E - Xi(ti) + E ' Xie(tl, 0) (5)
ist; wobei D eine unabhängige
Veränderliche ist, der innerhalb bestimmter Grenzen ein willkürlicher Wert gegeben
werden kann. Die Grundsätze einer solchen Extrapolation sowie dafür geeignete Vorrichtungen
sind bereits bekannt und werden deshalb nur kurz erwähnt.
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Falls die Bewegung eines Gegenstandes auf seiner Bahn nicht durch
menschliche Beeinflussung gesteuert wird, kann die Extrapolation genau vorgenommen
werden, vorausgesetzt jedoch, daß die ankommende Nachricht nicht durch eine Unbestimmtheit,
z. B. in Form von Geräuschen oder anderen Störungen, beeinflußt wird. Andererseits
kann die Extrapolation, wenn die Bewegung eines Objektes durch menschliche Maßnahmen
oder durch ein dem Beobachter unbekanntes Programm gesteuert wird, nur angenähert
genau sein, da die wirkliche Bewegung nach dem Zeitpunkt, von dem die Extrapolation
ausgeht, durch Maßnahmen nach diesem Zeitpunkt bestimmt werden kann. Um die Differenz
zwischen dem wirklichen und dem extrapolierten Wert klein zu halten, muß die Länge
des Extrapolationsintervalls kurz sein, und die Zeitpunkte, zu denen die Zielwegangaben
eintreffen, müssen dicht aneinander liegen.
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Ein Flugzeug oder Schiff wird im allgemeinen entweder längs einer
geradlinigen Bewegungsbahn mit konstanter Geschwindigkeit oder Beschleunigung oder
längs einer kreisförmigen Bahn mit konstanter Geschwindigkeit gelenkt. Die Extrapolationsvorrichtung,
die im folgenden in Verbindung mit einer Elektronenvorrichtung zur optischen Darstellung
der Positionen von Gegenständen veranschaulicht ist, ist für diese beiden Fälle
entwickelt. Es wurden keine höheren Differentialquotienten als solche zweiten Grades
berücksichtigt. Falls dies jedoch in bestimmten Fällen notwendig sein sollte, kann
dies selbstverständlich durch Vergrößerung des Umfanges der Extrapolationsvorrichtung
Berücksichtigung finden.
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In Fig. 6 ist der Fall gezeigt, in dem ein Objekt eine ebene Kreisbahn
mit konstanter Geschwindigkeit beschreibt. Zu dem Zeitpunkt to sind die Lagekoordinaten
Xo, Yo, und die Bewegungsrichtung bildet mit der positiven Richtung der X-Achse
den Winkel g:. Die Bewegungsgeschwindigkeit ist V,, und die zu der Bewegungsrichtung
senkrechte Beschleunigung ist Bo. Der Bahnradius ist in einem solchen Falle gleich-
Zu dem Zeitpunkt to + 4 t, befindet sich der Gegenstand in dem Punkt
X, Y, der durch die Gleichungen bestimmt ist:
Löst man diese Gleichungen nach X und Y auf, dann ergibt sich
Wenn B, nach Null strebt, erhalten die Gleichungen (7) folgende Form:
Dies sind die Gleichungen für geradlinige Bewegung ohne Beschleunigung in der Bewegungsrichtung.
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Eine lineare Bewegung bei einer Beschleunigung A, in der Bewegungsrichtung
gibt das folgende Gleichungssystem wieder:
Das Verfahren nach der Erfindung bezweckt, die wahrscheinlichen Bewegungsbahnen
von Objekten während einem Zeitabschnitt nach einem Zeitpunkt vorherzubestimmen,
zu dem die Standorte der Objekte als bekannt und gekennzeichnet durch die wahrscheinlichen
Werte der Standorte der Objekte zu einem bestimmten Zeitpunkt nach dem erwähnten
Zeitpunkt angesehen werden können, der mittels einer bekannten Extrapolationsvorrichtung
sowie durch von den Standorten der Objekte zu dem zuerst erwähnten Zeitpunkt abhängige
Impulse und auch durch von den erwähnten bestimmten wahrscheinlichen Werten abhängige
Impulse bestimmt wird, die einer Vorrichtung zur optischen Darstellung der Positionen
der Objekte zugeführt wird.
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In Fig.7 ist eine Elektronenvorrichtung zum Schätzen der wahrscheinlichen
Bewegungsbahnen eines Objektes dargestellt und ist für den Fall geeignet, in dem
ein Objekt eine geradlinige Bewegungsbahn beschreibt, was dem Gleichungssystem (8)
oder (9) entspricht. Die Vorrichtung zur ununterbrochenen optischen Darstellung
von Positionen besteht aus einer Kathodenstrahlröhre 70 mit zwei Plattenpaaren 701,
702 an die Spannungsimpulse Uz bzw. Uy angelegt werden können. Diese Spannungsimpulse
werden in einer Extrapolationsvorrichtung 71 erzeugt, deren Eingangsseite mit Spannungsimpulsen
gespeist wird, die von den Positionen und Bewegungsbedingungen von Objekten zu einem
bestimmten Zeitpunkt abhängig sind. Die zuletzt erwähnten Spannungsimpulse sind
in Fig. 7 mit UY" Uxo, UO9, Uvo, Uao und Ui bezeichnet. Diese Impulse hängen von
den Größen in Fig. 6 gemäß den folgenden Beziehungen ab:
Die Extrapolationsvorrichtung 71 soll grundsätzlich die Extrapolation gemäß der
Gleichung (8) ausführen und darstellen. Es ist zweckmäßig, eine Größe O einzuführen,
welche die Zeitänderung O=x(t-tQ)(11) darstellt, wobei t. > t > ts und
x > 1 ist. Der Vorgang wiederholt sich periodisch, wie in Fig. 11 gezeigt
ist. Die Wiederholungsfrequenz wird so ausreichend hoch gewählt, daß das Auge eine
kontinuierlich leuchtende Kurve sieht. In der Fig. 11 zeigt eine Größe
Up als Funktion der Zeit t; der Index n bea zeichnet den Rücklauf.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt nach t., wird x gleich a XS (t -I-
A tf), wobei A t, das wirksame Extrapolationsintervall bezeichnet.
Ist t2 der Zeitpunkt, für den der wahrscheinliche Standort vorherbestimmt werden
soll, t der vorliegende Zeitpunkt, in dem die Vorherbestimmung vorgenommen wird,
to der Zeitpunkt, auf den die letzte verwendbare Nachricht bezogen wird, so ist,
da das gesamte Extrapolationsintervall A t, = t,-t, ist,
A tf = t2 - t
= t, - (t - to). Der erwähnte Zeitpunkt
t2 wird nachträglich dadurch bestimmt, daß O dann dem Extrapolationsintervall
A t, entspricht. Vergleicht man die Gleichungen (4), (5) und (11), so erhält
man: x (t - t«) - (t - tj) = A tf -f- A td.
(12)
Für 1l = t wird die Gleichung (12): x(t-tQ)=Atf. In Fig. 11 sind
die den Größen A td und A td -I- A tf entsprechenden Beträge
mit gestrichelten Linien eingezeichnet.
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Die vorher erwähnten Spannungsimpulse U" und Uy an dem Plattenpaar
der Kathodenstrahlröhre 70 sollen von den angelegten Größen UY9, Uxo, Uon und Up.
und auch Uo in der folgenden Weise abhängig sein
Die Empfindlichkeit der Kathodenstrahlröhre ist so geartet, daß die Bewegung des
Leuchtpunktes in dem Koordinatensystem xy aus der folgenden Gleichung erhalten wird:
Durch Einsetzen von (15) und (10) in (14) erhält man:
Durch Bestimmung der Proportionalitätskonstanten, so daß kx.Kx=kx.Kv.Ke.
UO=e, ky-Ky=ky-Kv-Ke- Uo=s ist, wird erhalten:
Das sind Gleichungen des Typs (8), wenn für Xo, Yo, Vo und Apo die Werte
eingesetzt werden, die sich auf die letzte Nachricht beziehen, die zu dem Zeitpunkt
t1 eingetroffen ist, der sich seinerseits auf die Beobachtungszeit to bezieht.
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Die Extrapolationsvorrichtung 71, die Lösungen für das Gleichungssystem
(14) geben soll, wird kurz beschrieben: Sie besteht aus einer Anzahl bekannter Einheiten
zur Addition, Subtraktion und Multiplikation von Größen und aus Einheiten zur Umformung
der Größen in entsprechende trigonometrische Funktionen. Der Spannungsimpuls UYo
wird an einen Eingang einer Additionseinheit 711 gelegt, deren Ausgang mit einer
Platte des Plattenpaares 701 verbunden ist. Der Spannungsimpuls Ux, wird an einen
Eingang einer Additionseinheit 712 geliefert, deren Ausgang an eine Platte des Plattenpaares
702 angeschlossen ist. Der Spannungsimpuls U¢,; gelangt teilweise an eine Sinuseinheit
715, deren Ausgang mit einem Eingang einer Multiplikationseinheit 713 verbunden
ist, und teilweise an eine Kosinuseinheit 716, deren Ausgang mit einem Eingang einer
Multiplikationseinheit 714 verbunden ist. Der Ausgang der Multiplikationseinheit
713 ist an einen zweiten Eingang der Additionseinheit 711 und der Ausgang der Multiplikationseinheit
714 ist an einen zweiten Eingang der Additionseinheit 712 angeschaltet. Der Spannungsimpuls
Uvo wird an einen Eingang der Multiplikationseinheit 718 angelegt, deren Ausgang
mit dem Eingang einer Additionseinheit 717 verbunden ist. Der Ausgang der Additionseinheit
717 ist seinerseits an einen Eingang jeder Multiplikationseinheit 713, 714 angeschlossen.
Der Ausgang eines »Sägezahngenerators« 719 ist teilweise an einen zweiten Eingang
der Multiplikationseinheit 718 und teilweise an einen positiven Eingang einer Subtraktionseinheit
720 angeschlossen, deren Ausgang mit dem Eingang einer Amplituden- oder Zeitbegrenzungsvorrichtung
zur Hell- bzw. Dunkeltastung des Elektronenstrahles 721 verbunden ist. Deren Ausgang
ist mit einem Gitter 703 der Kathodenstrahlröhre 70 verbunden, das die Intensität
des Elektronenstrahles beeinflußt. Der Sägezahngenerator 719 ist so eingerichtet,
daß er eine Sägezahnspannung U. = K" (t - tu) (18) liefert. Mit Bezug
auf die bisher erwähnten Einheiten und bei Annahme einer ununterbrochenen Nachricht
ist der Fluß U r, von der Ausgangsseite der Subtraktionseinheit 720
gleich U..
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In Fig. 8 ist schematisch dargestellt, wie die Einheiten wirken, die
einen Teil der Extrapolationsvorrichtung bilden. In Fig. 8 a ist eine Additionseinheit
gezeigt, die zwei Eingänge und einen Ausgang hat. Die beiden Größen, die addiert
werden sollen, werden jeweils einem Eingang zugeführt, und ihre Summe wird an der
Ausgangsseite erhalten. Fig. 8b zeigt in analoger Weise eine Subtraktionseinheit,
Fig. 8 c eine Multiplikationseinheit und Fig. 8 d eine Sinuseinheit. Diese Einheiten
sind bereits bekannt.
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Die Vorrichtung 721 beeinflußt den Elektronenstrahl der Kathodenstrahlröhre,
so daß dieser unterdrückt wird, ausgenommen, wenn der Spannungswert zwischen Ke
- A td und Ke A t f liegt. Weiterhin kann es, wie in Fig. 15 gezeigt
ist, zweckmäßig sein, die Intensität des Elektronenstrahles gerade dann zu vergrößern,
wenn Ue den Wert Ke - A td hat. Auf diese Weise wird ein intensiver Leuchtpunkt
auf der aufgezeichneten Bewegungsbahn auf dem Schirm der Kathodenstrahlröhre erhalten.
Dieser Leuchtpunkt entspricht der wahrscheinlichen Position des Objektes zu dem
gegenwärtigen Augenblick. Der andere Endpunkt der aufgezeichneten Bewegungsbahn
entspricht der wahrscheinlichen Lage des Objektes für den Zeitpunkt, für den die
Extrapolation vorgenommen wird, in einem Zeitintervall A tf nach dem vorliegenden
Zeitpunkt. Anstatt die Vorrichtung 721 als ein amplitudenempfindliches Organ
auszubilden, kann sie so hergestellt werden, daß sie den Elektronenstrahl, ausgenommen
während des Zeitintervalls `#ä dd bis #r f , unterdrückt, gerade nachdem die Spannung
Ue begonnen hat, sich von dem Wert Ue = 0 aus zu vergrößern.
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Wenn die Übertragung der Zielwegangaben diskontinuierlich ist, wird
ein Sägezahngenerator 724, dessen Ausgang mit einem negativen Eingang der
Subtraktionseinheit 720 verbunden ist, zu der Extrapolationsvorrichtung 71 hinzugefügt.
Der Sägezahngenerator ist so eingerichtet, daß er eine Sägezahnspannung U,
= Ke (t - t1) (19)
abhängig von einem Zeitzeichen Ui liefert,
das z. B. die Form einer Impulsreihe hat. Die Anordnung ist so getroffen, daß jedesmal
und gleichzeitig mit dem Eintreffen einer neuen Nachricht ein Spannungsimpuls erhalten
wird. In den Fig. 12, 13 und 14 sind Ui, U1lK, und UelKe = (U«
- Ul)lKe als Funktionen der Zeit dargestellt. Die Begrenzungsvorrichtung
721 wird infolgedessen eine Spannung Ue = U. - U, = Kg [(t - t«)
- (t - tl)l (20) zugeführt.
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Falls auch die Beschleunigung A, eines Objektes in der Bewegungsrichtung
berücksichtigt werden soll, wird die Extrapolationsvorrichtung 71 durch eine Multiplikationseinheit722
und eine Quadriereinheit723 ergänzt. Der Spannungsimpuls UA" wird an einen Eingang
der Multiplikationseinheit 722 angelegt, deren Ausgang mit einem Eingang der Additionseinheit
717 verbunden ist. Die Quadriereinheit 723 wird von dem Sägezahngenerator 719 gespeist,
und ihr Ausgang ist an den zweiten Eingang der Multiplikationseinheit 722 angeschlossen.
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In Fig. 16 ist eine Vorrichtung dargestellt, die für den Fall geeignet
ist, in dem ein Objekt eine Bewegungsbahn mit einer zu dieser Bahn senkrechten Beschleunigungskomponente
beschreibt, wie es dem Gleichungssystem (7a) für die kreisförmige Bahn entspricht.
Sie enthält wie die Vorrichtung nach Fig. 7 eine Extrapolationsvorrichtung und eine
Kathodenstrahlröhre. An die Extrapolationsvorrichtung werden die Spannungsimpulse
UY9, Up, Uv, Ug, und Ui angelegt. Der Spannungsimpuls UYO wird einem
positiven
Eingang einer Subtraktionseinheit 611 zugeführt, deren Ausgang mit einer
Platte 601 der Kathodenstrahlröhre verbunden ist. Der Spannungsimpuls Uxo
wird an einen Eingang einer Additionseinheit 612 angelegt, deren Ausgang an eine
Platte 602 der Kathodenstrahlröhre angeschlossen ist. Der Spannungsimpuls Uoo gelangt
an einen Eingang der Kosinuseinheit 617, einer Sinuseinheit 619, einer zweiten Sinuseinheit
620 und einer Additionseinheit 625.
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Der Ausgang der Kosinuseinheit 617 ist mit einem negativen Eingang
einer Subtraktionseinheit 615 verbunden, deren Ausgang an einen Eingang einer Multiplikationseinheit
613 angeschaltet ist. Deren zweiter Eingang ist mit dem Ausgang der Divisionseinheit
621 verbunden, deren Eingänge mit den Spannungsimpulsen Uva bzw. UB, gespeist werden.
Der Ausgang der Multiplikationseinheit 613 liegt an einem negativen Eingang der
Subtraktionseinheit 611. Der Ausgang der Sinuseinheit 619 ist mit einem negativen
Eingang der Subtraktionseinheit 616 verbunden, deren Ausgang an einen Eingang einer
Multiplikationseinheit 614
angeschlossen ist. Der Ausgang der Multiplikationseinheit
614 ist an einen Eingang der Additionseinheit 612 angeschaltet. Der Ausgang
der Sinuseinheit 620 ist mit einem positiven Eingang der Subtraktionseinheit
616 verbunden. Der Ausgang der Additionseinheit 625 liegt an einem Eingang
der Sinuseinheit 620 und einer Kosinuseinheit 618, deren Ausgang an einen positiven
Eingang der Subtraktionseinheit 615 angeschlossen ist. Der Spannungsimpuls
UV" wird einem Divisoreingang einer Divisionseinheit 622 zugeführt, deren Ausgang
mit einem Eingang einer Multiplikationseinheit 623 verbunden ist. Der Ausgang dieser
Multiplikationseinheit 623 liegt an einem zweiten Eingang der Additionseinheit 625.
Der Ausgang eines Sägezahngenerators 624 ist mit dem Eingang der Multiplikationseinheit
623 und mit einem positiven Eingang einer Subtraktionseinheit 626 verbunden, deren
Ausgang an einen Eingang einer Begrenzungsvorrichtung 628 angeschlossen ist. Der
Ausgang der Begrenzungsvorrichtung 628 ist mit einem Gitter 603 der Kathodenstrahlröhre
verbunden, das die Intensität des Elektronenstrahles beeinflußt. Die Einheiten
624
und 628 haben die gleichen Funktionen wie die entsprechenden Einheiten
719 und 721 in Fig. 7. Die bisher beschriebene Vorrichtung ist für den Fall geeignet,
daß die ankommende Nachricht kontinuierlich ist. Bei diskontinuierlicher Nachricht
wird der Spannungsimpuls Ui hinzugefügt, der an einen Sägezahngenerator 627 angelegt
wird, dessen Ausgang mit einem negativen Eingang der Subtraktionseinheit 626 verbunden
ist. Der Sägezahngenerator 627 und die Subtraktionseinheit 626 entsprechen infolge
ihrer gleichen Funktionen dem Sägezahngenerator 724 und der Subtraktionseinheit
720 in Fig. 7.
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Wenn sich die Beschleunigung B, Null nähert, nähert sich der Krümmungsradius
R = VJ/B, Unendlich bei endlicher Geschwindigkeit, d. h., die Bewegung geht in eine
geradlinige Bewegung über. Dann müßte sich die Spannung auf der Ausgangsseite der
Einheit 621 ebenfalls an den Wert Unendlich annähern, was jedoch praktisch unmöglich
ist. In solchen Fällen ist es zweckmäßig, die Anordnung so zu treffen, daß die Kathodenstrahlröhre
auf eine Extrapolationsvorrichtung nach Fig. 7 umgeschaltet wird, wenn 1JV62lUBa
entsprechend einem bestimmten größten Radius seinen höchsten Wert erreicht. Dies
kann beispielsweise durch den Einfiuß eines spannungsempfindlichen Relais geschehen,
das mit dem Ausgang der Einheit 621 verbunden ist.
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Die Funktionen der verschiedenen Einheiten sind bereits im Zusammenhang
mit der Vorrichtung nach Fig. 7 beschrieben worden. In Fig. 9 ist eine kombinierte
Sinus-Addition-Subtraktions-Einheit dargestellt, welche die Einheiten 625, 620,
619 und 616 in Fig. 16 zusammenfaßt. Ein Zahnrad 91 wird durch eine Winkelbewegung
angetrieben, die einer Größe U1 proportional ist. Dieses Zahnrad kann eine Zahnstange
92 antreiben, auf der ein Zahnrad 93 angeordnet ist. Dieses wird durch eine Winkelbewegung
proportional zu einer Größe UZ angetrieben und kann seinerseits eine Zahnstange
94 antreiben. Die Zahnstangen 92 und 94 sind an ihren Enden
mit Hilfskontakten 95 bzw. 96 versehen, die auf Widerstandsdrähten 97 bzw. 98 gleiten.
Diese Widerstandsdrähte sind mit Klemmen verbunden, die zwischen einer Reihe hintereinandergeschalteter
Batterien liegen, und haben in Längsrichtung einen sich sinusförmig ändernden Leitwiderstand,
so daß der Widerstand pro Längeneinheit am geringsten an den Punkten ist, an denen
der absolute Wert der Batteriespannung am höchsten ist, und umgekehrt. Fig. 10 zeigt
die Batteriespannung e und den Widerstand R pro Längeneinheit der Widerstandsdrähte
als Funktionen der Koordinate in Längsrichtung der Widerstandsdrähte. Die Spannung,
die von der nun beschriebenen Einheit erhalten wird, ist ofensichtlich sin (U1 +
U2) - sin U1 proportional.
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Die hohe Arbeitsgeschwindigkeit der Elektronenvorrichtungen ermöglicht,
daß eine Bewegungsbahn eines Objektes praktisch ununterbrochen aufgezeichnet werden
kann, so daß diese mit dem Standort des Objektes zu diesem Zeitpunkt und dem extrapolierten
Standort in dem Koordinatensystem xy in Übereinstimmung gelangt. Wenn die empfangene
Nachricht von einer gewissen Unbestimmtheit in Form von Geräuschen oder anderen
Störungen beeinfiußt wird, so bewirkt dies bei kontinuierlichem Nachrichtenfiuß
und bei diskontinuierlichem Nachrichtenfluß mit kurzem Zeitintervall eine fächer-
oder flügelförmige Vergrößerung der Breite der aufgezeichneten wahrscheinlichen
Bewegungsbahnen, wobei die höchste Intensität in der Umgebung des ungestörten Wertes
auftritt (vgl. Fig. 17).
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Die Begrenzungskreise 721 und 627 können mit einem Einstellorgan versehen
sein, um das effektive Extrapolationsintervall d tf, d. h. den Zeitraum zu ändern,
für den die wahrscheinliche Bewegungsbahn eines Objektes vorherbestimmt wird. Fig.
18 zeigt ein solches Einstellorgan in Form eines Einstellknopfes oder -rades 80,
an dessen Umfang das wirksame Extrapolationsintervall d tf als Gradeinteilung
aufgetragen ist. Ein Zeiger 81, der gegen den Knopf unbeweglich ist, zeigt die Länge
des eingestellten Intervalls an. Der Einstellknopf kann mittels eines Reibungsrades
82, das mit konstanter Geschwindigkeit angetrieben und erforderlichenfalls in ruhende
Auflage an dem Einstellknopf gebracht wird (vgl. die strichpunktiert gezeichnete
Lage in Fig. 18), veranlaßt werden, sich in Richtung abnehmender Zeitintervalle
zu drehen, mittels denen der eingestellte Zeitraum allmählich vermindert wird. Ein
Ende der reproduzierten Bewegungsbahn wird somit die gesamte Zeit über dem wahrscheinlichen
Standort zu einem bestimmten Zeitpunkt entsprechen. Dieses Ende wird sich dann im
allgemeinen
etwas bewegen, abhängig von der Extrapolation, die genauere Resultate ergibt, wenn
das Extrapolationsintervall kürzer wird.
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Für die beschriebene Darstellung einer wahrscheinlichen Bewegungsbahn
stellt der Anfangspunkt den wahrscheinlichen Standort zu dem vorliegenden Zeitpunkt
t der Rechnung und der Endpunkt den wahrscheinlichen Standort zu dem Zeitpunkt
t -T= A tf der Vorbestimmung dar. Es kann auch zweckmäßig sein, bestimmte
Zwischenpunkte auf der Bewegungsbahn zeitlich zu definieren. Dies kann durch eine
Anpassungsvorrichtung nach Fig.19 geschehen, die zwischen die Begrenzungsvorrichtung
721 und das Gitter 703 in Fig. 7 (bzw. die Einheiten 627 und 603 in Fig. 16) geschaltet
ist, das die Intensität des Elektronenstrahles regelt. Die Anpassungsvorrichtung
hat eine Kurzschließeinheit 92, die von einer Impulsreihe gesteuert wird, welche
von einem Zeitanzeigeblock 91 erzeugt wird. Diese Impulsreihe wird von der Vorderflanke
des Impulses ausgelöst (vgl. Fig. 15), der von der Vorrichtung 721 (bzw. 627) erhalten
wird. Die Zeitangaben erscheinen auf der dargestellten Bewegungsbahn als dunkle
Punkte.
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Die oben beschriebenen Vorrichtungen dienen zur Darstellung der wahrscheinlichen
Bewegungsbahn eines Objektes. Wenn man die wahrscheinlichen Bewegungsbahnen von
zwei oder mehreren Objekten während desselben Zeitabschnitts kennen will, so kann
dies leicht erreicht werden. In einem solchen Falle wird je eine Extrapolationsvorrichtung
(z. B. gemäß Fig. 7 oder 16) für jedes Objekt angeordnet und die Ergebnisse gemeinsam
auf derselben Einrichtung zur Darstellung gebracht. Dies kann so geschehen, daß
Impulse nacheinander von den einzelnen Objekten mittels eines Elektronenschalters
an das Plattenpaar der Kathodenstrahlröhre geliefert werden. Bei einem anderen Verfahren
wird eine Kathodenstrahlröhre verwendet, die wenigstens zwei Kathodenstrahlerzeuger
mit zugeordneten Plattenpaaren aufweist. In diesem Falle werden die zu einem Objekt
gehörenden Impulse an ein Plattenpaar und die zu einem anderen Objekt gehörenden
Impulse an ein anderes Plattenpaar geliefert. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung
von wenigstens zwei Kathodenstrahlröhren, und zwar eine für jedes Objekt. Dabei
werden die zu einem Objekt gehörenden Impulse an das Plattenpaar der einen Kathodenstrahlröhre
und die zu einem anderen Objekt gehörenden Impulse an das Plattenpaar der anderen
Kathodenstrahlröhre angelegt. Die auf dem Schirm der Kathodenstrahlröhre auftretenden
Bilder werden durch ein optisches System übereinandergelegt.
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Wenn es erwünscht ist, eine dreidimensionale Bewegung zu veranschaulichen,
so geschieht dies, wie oben beschrieben wurde, durch Anwendung einer Darstellungs-
oder Wiedergabevorrichtung für jede Ebene, auf der die Projektion der Bewegungsbahnen
zweckmäßig ist, z. B. eine Horizontalebene und zwei zueinander senkrechte Ebenen.
Wenn nur die Bewegungen von zwei Objekten verfolgt werden sollen, kann eine Ersparnis
an Ausrüstungsaufwand dadurch erreicht werden, daß die Projektionen der Bewegungsbahnen
auf nur zwei Ebenen dargestellt werden, z. B. eine Horizontalebene und eine Vertikalebene,
wobei die letztgenannte Ebene durch die wahrscheinlichen Standorte der Objekte zu
dem gegenwärtigen Zeitpunkt räumlich bestimmt ist. Auf diese Weise kann ein Anzeigegerät
angeordnet werden, das die augenblickliche Winkelstellung dieser Vertikalebene mit
Bezug auf die senkrechte Bezugsebene zeigt.
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Eine mechanische Vorrichtung zur visuellen Darstellung der wahrscheinlichen
Bewegungsbahn eines Objektes wird nun beschrieben. Fig.20 zeigt eine Platte oder
Tafel, auf der sich ein Koordinatensystem xy befindet. Eine Bezeichnungsvorrichtung
zum Anzeigen der erforderlichen Bewegungsbahn besteht aus einem Gehäuse 21 und einem
daraus hervortretenden biegsamen Arm 22. Die Lage des Gehäuses in der y-Richtung
wird durch Einstellvorrichtungen 23 und 24 an den beiden gegenüberliegenden Seiten
der Tafel bestimmt, wobei jede Vorrichtung aus einer Rolle mit einer Schnur besteht,
die an dem Gehäuse 21 befestigt ist. Die Einstellvorrichtungen 23 und
24 sind mit geringer Reibung längs ihrer zugehörigen Tafelkante beweglich.
Die Lage des Gehäuses in der x-Richtung wird in gleicher Weise durch Einstellvorrichtungen
25 und 26 bestimmt. Außerdem hat die Einstellvorrichtung 25 eine Differentialvorrichtung
27-28 zur Einstellung des Winkels zwischen dem Arm 22 und der x-Achse. Diese Einstellvorrichtung
hat zwei Rollen 27 bzw. 28 sowie eine Schnur, die an einem Glied 29 befestigt ist.
Dieses trägt den Arm und ist mit Bezug auf das Gehäuse beweglich angeordnet. Der
Arm 22 (vgl. Fig. 23) besteht aus einem biegsamen Draht, auf dem auf zwei diametral
gegenüberliegenden Seiten zwei elastische Rohrleitungen anliegen, die mit einem
Druckmittel gefüllt sind und mit Bezug auf das Gehäuse durch Reibungsrollen 220
bewegt werden können. Fig.21 zeigt eine Bezeichnungs- oder Markiervorrichtung von
der Seite (teilweise im Schnitt), und Fig. 22 zeigt einen Schnitt dieser Vorrichtung
längs der Linie A-A der Fig. 21. Der Druck in den Rohrleitungen kann durch Ventile
210 geändert werden. Durch die Einstellung verschiedener Drücke in den beiden
Rohrleitungen kann dem Arm 22 ein konstanter einstellbarer Krümmungsradius gegeben
werden. Wenn der Skalenfaktor e ist, dann soll der Krümmungsradius des Armes
r = e - R = 8 - VJ/B, sein, wodurch die Größe der Drücke bestimmt
wird. Mittels der Reibungsrollen 220 kann die Länge des Armes durch Ziehen variiert
werden. Bei konstanter Geschwindigkeit des Objektes wird die Länge des Armes gleich
E - V - A tf gemacht, wobei d tf wie vorher das effektive Extrapolationsintervall
ist. Falls auch die Beschleunigung A1 in der Bewegungsrichtung berücksichtigt werden
soll, wird die Länge des Armes gleich E - (V - A tf -E- A/2 - A tf2)
gemacht.
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Die Lage der Bezeichnungs- oder Markiervorrichtung und die Länge und
der Krümmungsradius des Armes wird in den einfachsten Fällen von Hand eingestellt,
wonach diese Werte nacheinander eingestellt werden. In Fig. 24 ist gezeigt, welche
verschiedenen Stellungen der Arm haben kann. In bestimmten Fällen kann es ausreichen,
den Arm geradezuhalten, der dann als Geschwindigkeitsvektor betrachtet werden kann.
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Die Vorrichtung kann so ausgebildet werden, daß sie die wahrscheinlichen
Standorte und Bewegungsbahnen von Objekten in drei Dimensionen darstellt. Das Gehäuse
kann auf diese Weise so angeordnet werden, daß es längs einer Stange senkrecht zu
der dargestellten yx-Ebene gleitet, und die Anzahl der mit Druckmittel gefüllten,
biegsamen Rohrleitungen kann auf vier erhöht werden, so daß der biegsame Arm 22
nicht nur in der xy-Ebene zu liegen braucht.
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Falls gewünscht wird, daß die Mitte des Markier-oder Anzeigeorgans
ständig über einem Punkt liegt,
der den gegenwärtigen Standort des
Objektes darstellt, und daß sich die Spitze des Armes über einem Punkt befindet,
der den wahrscheinlichen Standort nach der Zeit d t f darstellt, muß die
empfangene Nachricht zuerst in einer Extrapolationsvorrichtung behandelt werden,
so daß die wahrscheinlichen Standort- und Bewegungsgrößen zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt
erhalten werden.
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Die Vorrichtung kann auch so erweitert werden, daß die dreidimensionale
Bewegungsbahn dargestellt wird. Der bewegliche Teil 29 des Gehäuses wird dadurch
veranlaßt, sich längs einer Stange zu bewegen, die auf dem festen Teil 21 des Gehäuses
und senkrecht zu der Tafelfläche angeordnet ist. In diesem Falle ist der Arm mit
einem Draht versehen, der von vier Rohrleitungen umgeben ist. Der Druck in den Rohrleitungen
kann so reguliert werden, daß dem Arm eine beliebige Krümmungsebene gegeben werden
kann.
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Sofern eine Zeitanzeigevorrichtung längs des Armes erforderlich ist,
kann in Verbindung mit dem Arm eine mit Zeitmarkierungen versehene, biegsame und
durchscheinende Skala angeordnet werden, deren Ausgangspunkt der Mittelpunkt des
Gehäuses 21 ist.
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Weiterhin wird eine optische Vorrichtung zur visuellen Darstellung
der wahrscheinlichen Bewegungsbahn eines Objektes beschrieben. In Fig. 25 ist eine
solche Vorrichtung mit vier optischen Meßeinrichtungen 51 dargestellt, von
denen jede zur Darstellung der Bewegungsbahn eines Objektes dient und so eingerichtet
ist, daß sie abhängig von Impulsen von einer Extrapolationsvorrichtung arbeiten.
Eine Bewegungsbahn wird auf einer diffus reflektierenden Scheibe 52 mittels eines
Lichtstrahles von der optischen Meßeinrichtung aufgezeichnet, die so ausgebildet
sein kann, wie man aus Fig. 26 erkennt. Lichtenergie von einer Lichtquelle 61 wird
von einem Spiegel 62 und einem Linsensystem 63 konzentriert und muß durch zwei Verschlüsse
64 bzw. 65 sowie ein zweites Linsensystem 66 verlaufen. Jeder Verschluß
64, 65 besteht aus einem Rahmen 71, in dem eine Scheibe 72 mit einem langen, schmalen
Schlitz 73 beweglich angeordnet ist (vgl. Fig. 27). Die Scheiben 72 der beiden Verschlüsse
sind so angeordnet, daß sie sich in zwei Richtungen senkrecht zueinander bewegen,
derart, daß nur ein Lichtstrahl in Form eines kleinen Punktes in jedem Zeitpunkt
übertragen wird. Dadurch, daß der Lichtstrahl mit hoher Geschwindigkeit die wahrscheinliche
Bewegungsbahn überstreicht, kann eine für das Auge kontinuierlich sichtbare Kurve
erhalten werden. Diese Ablenkung kann dadurch erzielt werden, daß die Verschlüsse
von Synchronmotoren angetrieben werden, deren Bewegungen von den Spannungen U" und
Uy gesteuert werden, die z. B. von der Vorrichtung nach Fig.7 oder 16 erhalten werden.