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Die
vorliegende Erfindung beschreibt die Verwendung neuer Materialien
und Materialmischungen in organischen elektronischen Bauteilen wie
Elektrolumineszenzelementen und deren Verwendung in darauf basierenden
Displays.
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In
einer Reihe von verschiedenartigen Anwendungen, die im weitesten
Sinne der Elektronikindustrie zugerechnet werden können, ist
der Einsatz organischer Halbleiter als Wirkkomponenten (= Funktionsmaterialien)
seit geraumer Zeit Realität
bzw. wird in naher Zukunft erwartet.
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So
finden schon seit etlichen Jahren lichtsensitive organische Materialien
(z.B. Phthalocyanine) sowie organische Ladungstransportmaterialien
(i. d. R. Lochtransporter auf Triarylaminbasis) Verwendung in Kopiergeräten.
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Der
Einsatz spezieller halbleitender organischer Verbindungen, die zum
Teil auch zur Emission von Licht im sichtbaren Spektralbereich befähigt sind,
steht gerade am Anfang der Markteinführung, zum Beispiel in organischen
Elektrolumineszenzvorrichtungen. Deren Einzelbauteile, die Organischen-Lichtemittierenden-Dioden
(OLEDs), besitzen ein sehr breites Anwendungsspektrum als:
- 1. weiße
oder farbige Hinterleuchtungen für
monochrome oder mehrfarbige Anzeigeelemente (wie z.B. im Taschenrechner,
Mobiltelefone und andere tragbare Anwendungen),
- 2. großflächige Anzeigen
(wie z.B. Verkehrsschilder, Plakate und andere Anwendungen),
- 3. Beleuchtungselemente in allen Farben und Formen,
- 4. monochrome oder vollfarbige Passiv-Matrix-Displays für tragbare
Anwendungen (wie z.B. Mobiltelefone, PDAs, Camcorder und andere
Anwendungen),
- 5. vollfarbige großflächigen hochauflösenden Aktiv-Matrix-Displays
für verschiedenste
Anwendungen (wie z.B. Mobiltelefone, PDAs, Laptops, Fernseher und
andere Anwendungen).
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Bei
diesen Anwendungen ist die Entwicklung teilweise bereits sehr weit
fortgeschritten, dennoch besteht immer noch großer Bedarf an technischen Verbesserungen.
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Für einfachere
OLEDs enthaltende Vorrichtungen ist die Markteinführung bereits
erfolgt, wie die im Markt erhältlichen
Auto-Radios der Firma Pioneer oder eine Digitalkamera der Firma
Kodak mit "Organischem Display" belegen. Allerdings
gibt es immer noch erhebliche Probleme, die einer dringenden Verbesserung
bedürfen:
- 1. So ist v. a. die OPERATIVE LEBENSDAUER von
OLEDs immer noch gering, so daß bis
dato nur einfache Anwendungen kommerziell realisiert werden können.
- 2. Die Effizienzen von OLEDs sind zwar akzeptabel, aber auch
hier sind – gerade
für tragbare
Anwendungen ("portable
applications") – immer
noch Verbesserungen erwünscht.
- 3. Die Farbkoordinaten von OLEDs, speziell im Roten, sind nicht
gut genug.
Besonders die Kombination von guten Farbkoordinaten
mit hoher Effizienz muß noch
verbessert werden.
- 4. Die Alterungsprozesse gehen i. d. R. mit einem Anstieg der
Spannung einher. Dieser Effekt macht spannungsgetriebene organische
Elektrolumineszenzvorrichtungen, z.B. Displays oder Anzeige-Elemente, schwierig
bzw. unmöglich.
Eine
stromgetriebene Ansteuerung ist aber gerade in diesem Fall aufwendiger
und teurer.
- 5. Die benötigte
Betriebsspannung ist gerade bei effizienten phosphoreszierenden
OLEDs recht hoch und muß daher
verringert werden, um die Leistungseffizienz zu verbessern. Das
ist gerade für
tragbare Anwendungen von großer
Bedeutung.
- 6. Der benötigte
Betriebsstrom ist ebenfalls in den letzten Jahren verringert worden,
muß aber
noch weiter verringert werden, um die Leistungseffizienz zu verbessern.
Das ist gerade für
tragbare Anwendungen besonders wichtig.
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Die
oben unter 1. bis 6. genannten Gründe, machen Verbesserungen
bei der Herstellung von OLEDs notwendig.
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Eine
Entwicklung hierzu, die sich in den letzten Jahren abzeichnet, ist
der Einsatz von metallorganischen Komplexen, die Phosphoreszenz
statt Fluoreszenz zeigen [M. A. Baldo, S. Lamansky, P. E. Burrows,
M. E. Thompson, S. R. Forrest, Applied Physics Letters, 1999, 75,
4–6].
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Aus
quantenmechanischen Gründen
ist unter Verwendung metallorganischer Verbindungen eine bis zu
vierfache Quanten-, Energie- und Leistungseffizienz möglich. Ob
sich diese neue Entwicklung durchsetzen wird, hängt zum einen stark davon ab,
ob entsprechende Device-Kompositionen gefunden werden können, die diese
Vorteile (Triplett-Emission = Phosphoreszenz gegenüber Singulett-Emission
= Fluoreszenz) auch in den OLEDs umsetzen können. Als wesentliche Bedingungen
für praktische
Anwendung sind hier insbesondere eine hohe operative Lebensdauer,
eine hohe Stabilität
gegenüber
Temperaturbelastung und eine niedrige Einsatz- und Betriebsspannung,
um mobile Applikationen zu ermöglichen,
zu nennen.
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Der
allgemeine Aufbau von organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen
ist beispielsweise in
US 4,539,507 und
US 5,151,629 sowie
EP 01202358 beschrieben. Üblicherweise
besteht eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung aus mehreren
Schichten, die mittels Vakuummethoden oder unterschiedlicher Druckmethoden
aufeinander aufgebracht werden. Diese Schichten sind im einzelnen:
- 1. Eine Trägerplatte
= Substrat (üblicherweise
Glas oder Kunststofffolien).
- 2. Eine Transparente Anode (üblicherweise
Indium-Zinn-Oxid, ITO).
- 3. Eine Lochinjektions-Schicht (Hole Injection Layer = HIL):
z. B. auf der Basis von Kupfer-phthalocyanin (CuPc), leitfähigen Polymeren,
wie Polyanilin (PANI) oder Polythiophen-Derivaten (wie PEDOT).
- 4. Eine oder mehrere Lochtransport-Schichten (Hole Transport
Layer = HTL): üblicherweise
auf der Basis von Triarylamin-Derivaten z.B. 4,4',4''-Tris(N-1-naphthyl)N-phenyl-amino)-triphenylamin
(NaphDATA) als erste Schicht und N,N'-Di(naphthalin-1-yl)-N,N'-diphenyl-benzidin
(NPB) als zweite Lochtransportschicht.
- 5. Eine oder mehrere Emissions-Schichten (Emission Layer = EML):
diese Schicht (bzw. Schichten) kann teilweise mit den Schichten
4 bis 8 zusammenfallen, besteht aber üblicherweise aus mit Fluoreszenzfarbstoffen,
z.B. N,N'-Diphenyl quinacridone
(QA), oder Phosphoreszenzfarbstoffen, z.B. Tris-(2-phenyl-pyridyl)-iridium (Ir(PPy)3) oder Tris-(2-benzothiophenyl-pyridyl)-iridium
(Ir(BTP)3), dotierten Matrixmaterialien, wie
4,4'-Bis(carbazol-9-yl)-biphenyl
(CBP). Die Emissions-Schicht kann aber auch aus Polymeren, Mischungen
von Polymeren, Mischungen von Polymeren und niedermolekularen Verbindungen
oder Mischungen verschiedener niedermolekularer Verbindungen bestehen.
- 6. Eine Loch-Blockier-Schicht (Hole-Blocking-Layer = HBL): diese
Schicht kann teilweise mit den Schichten 7 und 8 zusammenfallen.
Sie besteht üblicherweise
aus BCP (2,9-Dimethyl-4,7-diphenyl-1,10-phenanthrolin = Bathocuproin)
oder Bis-(2-methyl-8-quinolinolato)-4-(phenyl-phenolato)-aluminium-(III)
(BAlq).
- 7. Eine Elektronentransport-Schicht (Electron Transport Layer
= ETL): größtenteils
auf Basis von Aluminium-tris-8-hydroxy-chinoxalinat (AlQ3).
- 8. Eine Elektroneninjektions-Schicht (Electron Injection Layer
= EIL): diese Schicht kann teilweise mit Schicht 4, 5, 6 und 7 zusammenfallen
bzw. es wird ein kleiner Teil der Kathode speziell behandelt bzw.
speziell abgeschieden.
- 9. Eine weitere Elektroneninjektions-Schicht (Electron Injection
Layer = EIL): ein dünne
Schicht bestehend aus einem Material mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten,
wie z.B. LiF, Li2O, BaF2,
MgO, NaF.
- 10. Eine Kathode: hier werden in der Regel Metalle, Metallkombinationen
oder Metalllegierungen mit niedriger Austrittsarbeit verwendet,
so z. B. Ca, Ba, Cs, Mg, Al, In, Mg/Ag.
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Diese
ganze Vorrichtung wird entsprechend (je nach Anwendung) strukturiert,
kontaktiert und schließlich
auch hermetisch versiegelt, da sich die Lebensdauer derartiger Vorrichtungen
bei Anwesenheit von Wasser und/oder Luft drastisch verkürzt. Das
Gleiche gilt auch für
sogenannte invertierte Strukturen, bei denen das Licht aus der Kathode
ausgekoppelt wird. Bei diesen invertierten OLEDs besteht die Anode
z.B aus Al/Ni/NiOx oder Al/Pt/PtOx oder anderen Metall/Metalloxid-Kombinationen, die
ein HOMO größer 5 eV
besitzen. Die Kathode besteht dabei aus den gleichen Materialien,
die in Punkt 9 und 10 beschrieben sind, mit dem Unterschied, daß das Metall
wie z.B. Ca, Ba, Mg, Al, In usw. sehr dünn und damit transparent ist.
Die Schichtdicke liegt unter 50 nm, besser unter 30 nm, noch besser
unter 10 nm. Auf diese transparente Kathode kann noch ein weiteres
transparentes Material aufgebracht werden, z.B. ITO (Indium-Zinn-Oxid),
IZO (Indium-Zink-Oxid) usw.
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Organische
Elektrolumineszenzvorrichtungen, bei denen die Emissionsschicht
(EML) aus mehr als einer Substanz besteht, sind schon seit längerem bekannt.
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Im
oben genannten Aufbau kommt dem Matrixmaterial der Emissions-Schicht
(EML) eine besondere Rolle zu. Das Matrixmaterial muß den Ladungstransport
von Löchern
und Elektronen ermöglichen
oder verbessern und/oder die Ladungsträgerrekombination ermöglichen
oder verbessern und gegebenenfalls die bei der Rekombination entstehende
Energie auf den Emitter übertragen.
Diese Aufgabe wird bei den Elektrolumineszenzvorrichtungen auf Basis
phosphoreszierender Emitter bislang von Matrixmaterialien, die Carbazol-Einheiten
enthalten, übernommen.
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Matrixmaterialien,
die Carbazol-Einheiten, wie z.B das häufig verwendete 4,4'-Bis-(N-carbazol-yl)-biphenyl
(CBP), enthalten, haben in der Praxis jedoch einige Nachteile. Diese
sind unter anderem in der oftmals kurzen bis sehr kurzen Lebensdauer
der mit ihnen hergestellten Devices und den häufig hohen Betriebsspannungen,
die zu geringen Leistungseffizienzen führen, zu sehen. Des weiteren
hat sich gezeigt, daß aus
energetischen Gründen
CBP für
blau emittierende Elektrolumineszenzvorrichtungen ungeeignet ist,
was in einer schlechten Effizienz resultiert.
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Es
wurde nun überraschend
gefunden, daß die
Verwendung bestimmter Matrixmaterialien in Kombination mit bestimmten
Emittern zu deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik,
insbesondere in Bezug auf die Effizienz und in Kombination mit einer
stark erhöhten
Lebensdauer, führen.
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Die
Verwendung der nachfolgend beschriebenen Matrixmaterialien in OLEDs,
die phosphoreszierend Emitter enthalten, ist ebenso neu wie die
zugrundeliegende Mischung.
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Die
Verwendung analoger Materialien in einfachen Devices, als Emissionsmaterialien
selbst oder als Materialien in der Emissionsschicht in Kombination
mit fluoreszierenden Emittern ist vereinzelt schon in der Literatur
beschrieben worden (s. z.B.:
JP 06192654 A2 19940712), jedoch sind die
damit erreichten Kenndaten, insbesondere die Effizienzen und Betriebsspannungen,
unbefriedigend.
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Die
nachfolgend beschriebene Erfindung wird von den oben genannten Beschreibungen
nicht neuheitsschädlich
berührt,
da die Verwendung der nachfolgend beschriebenen Matrixmaterialien
in OLEDs in Kombination mit phosphoreszierenden Emitter neu ist.
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Gegenstand
der Erfindung sind deshalb Mischungen enthaltend
- – mindestens
ein Matrixmaterial A welches eine Struktureinheit der Form C = X
bzw. C = Y- enthält,
bei dem X bzw. Y mindestens ein nicht-bindendes Elektronenpaar aufweist,
X für das
Element O, S oder Se und Y für
das Element N steht, und welche gegebenenfalls auch glasartige Schichten
bilden kann, und
- – mindestens
ein zur Emission befähigten
Emissionsmaterial B welches eine Verbindung ist die bei geeigneter
Anregung Licht emittiert und mindestens ein Element der Ordungszahl
größer 20 enthält.
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Bevorzugt
handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Mischungen um solche die
mindestens ein Matrixmaterial A enthalten bei denen A eine Verbindung
ist, welche eine Struktureinheit der Form C = X bzw. C = Y- enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß X
bzw. Y mindestens ein nicht-bindendes Elektronenpaar aufweist, X für das Element
O, S oder Se und Y für
das Element N steht und die Glastemperatur Tg der
Reinsubstanz A größer 70°C ist.
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Die
oben beschriebenen Mischungen enthalten bevorzugt als Matrixmaterial
A mindestens eine Verbindungen gemäß Formel (1), Formel (2) und/oder
Formel (3)
wobei
die Symbole und Indizes folgende Bedeutung haben:
X O, S oder
Se;
Y N;
R
1, R
2,
R
3 ist gleich oder verschieden bei jedem
Auftreten H, CN, eine geradkettige oder verzweigte oder cyclische
Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei ein oder mehrere nicht
benachbarte CH
2-Gruppen durch -HC=CH-, C=O,
C=S, C=Se, C=NR
4, -O-, -S-, -NR
5-,
oder -CONR
6- ersetzt sein können und
wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein können, oder
eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei ein
oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein können und
die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
1 substituiert
sein kann, wobei mehrere Substituenten R
1 und/oder
R
1, R
2 sowohl am
selben Ring als auch an den beiden unterschiedlichen Ringen zusammen
wiederum ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder
aromatisches Ringsystem aufspannen können; mit der Maßgabe das
R
1 = R
2 = R
3 ungleich Wasserstoff ist
R
4, R
5, R
6 sind
gleich oder verschieden bei jedem Auftreten, H oder ein aliphatischer
oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen.
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Ebenso
bevorzugt sind Mischungen die als Matrixmaterial A, mindestens eine
Verbindungen gemäß Formel
(4) bis (9),
wobei
die Symbole X, Y, R
1, R
2,
R
3, R
4, R
5 und R
6 die unter
den Formeln (1) bis (3) genannten Bedeutungen haben, und
Z
gleich oder verschieden bei jedem Auftreten CR
1 oder
N ist,
enthalten.
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Besonders
bevorzugt sind organische Mischungen, die eines der oben durch Formel
(1) bis (9) beschriebenen Matrixmaterial A enthalten, bei welchem
X
O und S;
Y N;
R1, R2,
R3 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten
N, eine geradkettige oder verzweigte oder cyclische Alkyl- oder
Alkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen,
wobei ein oder mehrere nicht benachbarte CH2-Gruppen durch
-HC=CH-, C=O, C=S, C=Se, C=NR4, -O-, -S-,
-NR5-, oder -CONR6-
ersetzt sein können
und wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein
können
oder eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei
ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein können und
die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R1 substituiert
sein kann, wobei mehrere Substituenten R1 und/oder
R1, R2, sowohl am
selben Ring als auch an den beiden unterschiedlichen Ringen zusammen
wiederum ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder
aromatisches Ringsystem aufspannen können,
R4,
R5, R6 gleich oder
verschieden sind und für
Hoder einen aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 20 C-Atomen steht, ist.
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Ebenfalls
bevorzugt sind Mischungen die als Matrixmaterial A, mindestens eine
Verbindung der Formel (10) und/oder (11),
enthalten,
wobei
Z gleich oder verschieden bei jedem Auftreten CR
1 oder N ist,
R
1 gleich
oder verschieden bei jedem Auftreten H, CN, eine geradkettige oder
verzweigte oder cyclische Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 40
C-Atomen, wobei ein oder mehrere nicht benachbarte CH
2-Gruppen
durch -HC=CH-, C=O, C=S, C=Se, C=NR
4, -O-,
-S-, -NR
5-, oder -CONR
6-
ersetzt sein können
und wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein
können,
oder eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei
ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein können und
die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
1 substituiert
sein kann, wobei mehrere Substituenten R
1,
sowohl am selben Ring als auch an den beiden unterschiedlichen Ringen
zusammen wiederum ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches
oder aromatisches Ringsystem aufspannen können;
R
4,
R
5, R
6 gleich oder
verschieden bei jedem Auftreten, H oder ein aliphatischer oder aromatischer
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen.
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Die
Bevorzugung dieser Materialien ist insbesondere durch ihre hohen
Glasübergangstemperaturen begründet. Diese
liegen je nach Substitutionsmuster typischerweise über 70°C und meist
oberhalb von 100°C.
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Die
Verbindungen gemäß Formel
(10), (11) und (12),
bei denen
Ar
eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 4 bis 40 C-Atomen, vorzugsweise
mit 4 bis 20 C-Atomen, ist, wobei ein oder mehrere H-Atome durch
F, Cl, Br, I ersetzt sein können
und die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
1 substituiert sein kann, wobei mehrere Substituenten
R
1, sowohl am selben Ring als auch an den
beiden unterschiedlichen Ringen zusammen wiederum ein weiteres mono-
oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem
aufspannen können;
Z
gleich oder verschieden bei jedem Auftreten CR
1 oder
N ist,
R
1 gleich oder verschieden bei
jedem Auftreten H, CN, eine geradkettige oder verzweigte oder cyclische
Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei ein oder mehrere
nicht benachbarte CH
2-Gruppen durch -HC=CH-,
C=O, C=S, C=Se, C=NR
4, -O-, -S-, -NR
5-, oder -CONR
6-
ersetzt sein können
und wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein
können,
oder eine Aryl- oder Neteroarylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei
ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein können und
die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
1 substituiert
sein kann, wobei mehrere Substituenten R
1,
sowohl am selben Ring als auch an den beiden unterschiedlichen Ringen
zusammen wiederum ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches
oder aromatisches Ringsystem aufspannen können;
R
4,
R
5, R
6 gleich oder
verschieden bei jedem Auftreten, N oder ein aliphatischer oder aromatischer
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen,
R
7 gleich
oder verschieden bei jedem Auftreten einer Aryl- oder Heteroarylgruppe
mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I ersetzt sein
können
und die durch einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
1 substituiert sein kann, wobei mehrere Substituenten
R
1, sowohl am selben Ring als auch an den
beiden unterschiedlichen Ringen zusammen wiederum ein weiteres mono-
oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem
aufspannen können,
ist,
sind neu und damit ebenfalls Gegenstand der vorliegenden
Erfindung,
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele für Matrixmaterialien
A näher
erläutert, ohne
sie darauf einschränken
zu wollen. Der Fachmann kann aus der Beschreibung und den aufgeführten Beispielen
ohne erfinderisches Zutun weitere erfindungsgemäße Matrixmaterialien herstellen.
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Die
oben beschriebenen erfindungsgemäßen Matrixmaterialien
A – z.B.
gemäß den Beispielen
26, 27 und 28 – können beispielsweise
als Co-Monomere zur Erzeugung entsprechender konjugierter oder auch
teilkonjugierter Polymere oder auch als Kern von Dendrimeren – z.B. gemäß den Beispielen
29, 30 und 31 – Verwendung
finden. Die entsprechende Einpolymerisation erfolgt dabei bevorzugt über die
Halogenfunktionalität.
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So
können
sie u. a. in lösliche
Polyfluorene (z. B. gemäß EP-A-842208
oder WO 00/22026), Poly-spirobifluorene (z. B. gemäß EP-A-707020
oder EP-A-894107), Poly-para-phenylene (z. B. gemäß WO 92/18552),
Poly-carbazole oder auch Polythiophene (z. B. gemäß EP-A-1028136)
einpolymerisiert werden.
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Die
oben beschriebenen konjugierten oder teilkonjugierten Polymere oder
Dendrimere, die eine oder mehrere Struktureinheiten der Formel (1)
bis (12) enthalten, können
als Matrixmaterial in organischen Elektroluminesenzvorrichtung verwendet
werden.
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Weiterhin
können
die erfindungsgemäßen Matrixmaterialien
A auch durch die beispielsweise o. g. Reaktionstypen weiter funktionalisiert
werden, und so zu erweiterten Matrixmaterialien A umgesetzt werden.
Hier ist als Beispiel die Funktionalisierung mit Arylboronsäuren gem.
SUZUKI oder mit Aminen gem. HARTWIG-BUCHWALD zu nennen.
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Um
als Funktionsmaterial Verwendung zu finden, werden die erfindungsgemäßen Matrixmaterialien
A oder deren Mischungen oder die Matrixmaterialien A enthaltende
Polymere oder Dendrimere, gegebenenfalls zusammen mit den Emittern
B, nach allgemein bekannten, dem Fachmann geläufigen Methoden, wie Vakuumverdampfung,
Verdampfen im Trägergasstrom,
oder auch aus Lösung
durch Spincoaten oder mit verschiedenen Druckverfahren (z. B. Tintenstrahldrucken,
offset-Drucken, LITI-Druck, etc.), in Form eines Films auf ein Substrat
aufgebracht.
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Dabei
kann die Verwendung von Druckverfahren Vorteile hinsichtlich der
Skalierbarkeit der Fertigung, als auch bezüglich der Einstellung von Mischungsverhältnissen
in verwendeten Blend-Schichten haben.
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Die
oben beschriebenen Matrixmaterialien werden in Kombination mit Phosphoreszenz-Emittern
verwendet. Die so dargestellten organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen
zeichnen sich dadurch aus, daß sie
als Emitter B, mindestens eine Verbindung enthalten, die dadurch
gekennzeichnet ist, daß sie
bei geeigneter Anregung Licht emittiert und außerdem mindestens ein Atom
der Ordungszahl größer 20,
bevorzugt größer 38 und
kleiner 84, besonders bevorzugt größer 56 und kleiner 80 enthält.
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Bevorzugt
werden als Phosphoreszenz-Emitter in den oben beschriebenen organischen
Elektroluminesenzvorrichtungen Verbindungen, die Molybdän, Wolfram,
Rhenium, Ruthenium, Osmium, Rhodium, Iridium, Palladium, Platin,
Silber, Gold oder Europium enthalten, verwendet.
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Besonders
bevorzugte Mischungen enthaltend als Emitter B, mindestens eine
Verbindung der Formel (13) bis (16),
worin
DCy eine zyklische
Gruppe ist, die mindestens ein Donoratom, bevorzugt Stickstoff oder
Phosphor, enthält, über welches
die zyklische Gruppe an das Metall gebunden ist, und die wiederum
ein oder mehrere Substituenten R
8 tragen
kann. Die Gruppen DCy und CCy sind über eine kovalente Bindung
mit einander verbunden;
CCy eine zyklische Gruppe ist, die
ein Kohlenstoffatom enthält, über welches
die zyklischen Gruppe an das Metall gebunden ist und die wiederum
ein oder mehrere Substituenten R
8 tragen
kann;
R
8 gleich oder verschieden und
bei jedem Auftreten H, F, Cl, Br, I, NO
2,
CN, eine geradkettige oder verzweigte oder cyclische Alkyl- oder
Alkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen, wobei ein oder mehrere nicht
benachbarte CH
2-Gruppen durch C=O, C=S,
C=Se, C=NR
4, -O-, -S-, -NR
5-,
oder -CONR
6- ersetzt sein können und
wobei ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können, oder
eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 4 bis 14 C-Atomen, die durch
einen oder mehrere, nicht aromatische Reste R
8 substituiert
sein kann; wobei mehrere Substituenten R
8,
sowohl am selben Ring als auch an den beiden unterschiedlichen Ringen
zusammen wiederum ein weiteres mono- oder polycyclisches Ringsystem
aufspannen können;
ist,
L ein zweizähnig,
chelatisierender Ligand, bevorzugt ein Di-ketonatligand,
R
4, R
5, R
6 gleich
oder verschieden ist und bei jedem Auftreten, H oder ein aliphatischer
oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen ist.
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Beispiele
der oben beschriebenen Emitter können
zum Beispiel den folgenden Anmeldungen (WO 00/70655, WO 01/41512
A1, WO 02/02714 A2, WO 02/15645 A1,
EP 1 191613 A2 ,
EP 1 191 612 A2 ,
EP 1 191 614 A2 )
entnommen werden, und diese werden hiermit via Zitat als Bestandteil
der Anmeldung betrachtet. Die werden von der vorliegenden Erfindung
umfasst.
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Die
erfindungsgemäße Mischung
enthält
zwischen 1 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 95 Gew.-%, besonders
bevorzugt 5 bis 50 Gew.-%, insbesondere 7 bis 20 Gew.%, an Emitter
B bezogen auf die Gesamtmischung aus Emitter B und Matrixmaterial
A.
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Weiterer
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind elektronische Bauteile,
insbesondere organische Elektrolumineszenzvorrichtungen(O-LED),
organische Solarzellen (O-SCs), organische Feldeffekttransistoren(O-FETs)
oder auch organische Laserdioden (O-Laser) enthaltend die erfindungsgemäße Mischung aus
Matrixmaterial A und Emissionsmaterial B.
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Besonders
bevorzugt sind organische Elektrolumineszenzvorrichtungen, die eine
emittierende Schicht (EML) aufweist, enthaltend eine Mischung aus
mindestens einem Matrixmaterial A und mindestens einem zur Emission
befähigten
Emissionsmaterial B, wobei,
- A eine Verbindung
ist, welche eine Struktureinheit der Form C = X bzw. C = Y- enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß X
bzw. Y mindestens ein nicht-bindendes Elektronenpaar aufweist, und
gegebenenfalls auch glasartige Schichten bilden kann, und
- B eine Verbindung ist, dadurch gekennzeichnet, daß sie bei
geeigneter Anregung Licht emittiert und welche mindestens ein Element
der Ordungszahl größer 20 enthält.
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Insbesondere
bevorzugt werden organische Elektrolumineszenzvorrichtungen, die
eine emittierende Schicht (EML) aufweisen, enthaltend eine Mischung
aus mindestens einem Matrixmaterial A und mindestens einem zur Emission
befähigten
Emissionsmaterial B, wobei,
- A eine Verbindung
ist, welche eine Struktureinheit der Form C = X bzw. C = Y- enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß X
bzw. Y mindestens ein nicht-bindendes Elektronenpaar aufweist, und
dadurch gekennzeichnet, daß die
Glastemperatur Tg der Reinsubstanz A größer 70°C ist, und
- B eine Verbindung ist, dadurch gekennzeichnet, daß sie bei
geeigneter Anregung Licht emittiert und welche mindestens ein Element
der Ordungszahl größer 20 enthält.
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Die
bevorzugten Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Mischungen
aus Matrixmaterial A und Emissionsmaterial B sind auch für die erfindungsgemäßen elektronischen
Bauteile, insbesondere für
die organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen(O-LED), organischen
Solarzellen(O-SCs), organischen Feldeffekttransistoren(O-FETs) oder
auch organischen Laserdioden (O-Laser) gegeben. Zur Vermeidung von
unnötigen Wiederholungen
wird daher auf erneute Aufzählung
an dieser Stelle verzichtet.
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Im
vorliegenden Anmeldetext und auch in den im weiteren folgenden Beispielen
wird nur auf organische Leuchtdioden und die entsprechenden Displays
abgezielt. Trotz dieser Beschränkung
der Beschreibung ist es für
den Fachmann ohne weiteres erfinderisches Zutun möglich, entsprechende
erfindungsgemäße Schichten
aus den erfindungsgemäßen Mischungen
herzustellen und anzuwenden, insbesondere in OLED-nahen oder verwandten
Anwendungen.
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1. Synthese von Matrixmaterialien
A
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Die
nachfolgenden Synthesen wurden – sofern
nicht anders angegeben – unter
einer Schutzgasatmosphäre
in getrockneten Lösungsmittel
durchgeführt.
Die Edukte wurden von ALDRICH [Kupfer(I)cyanid, Acetylchlorid, N-Methylpyrolidinon
(NMP)] bezogen. 2-Brom-9,9'-spiro-bifluoren
wurde nach Literaturmethoden Pei, Jian et al., J. Org. Chem., 2002,
67(14), 4924–4936
dargestellt.
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Beispiel 1: Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
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A: 2-Cyano-9,9'-spiro-bifluoren
-
Eine
Suspension von 158.1 g (0.4 mol) 2-Brom-9,9'-spiro-bifluoren und 89.6 g (1 mol)
Kupfer(I)cyanid in 1100 ml NMP wurde für 16 h auf 160°C erhitzt.
Nach Abkühlen
auf 30°C
wurde mit 1000 ml gesättigter
Ammoniak-Lösung
versetzt und 30 min. nachgerührt.
Der Niederschlag wurde abgesaugt, dreimal mit 300 ml gesättigter
Ammoniak-Lösung
und dann dreimal mit 300 ml Wasser gewaschen und trocken gesaugt.
Nach Lösen
des Feststoffs in 1000 ml Dichlormethan wurde die Lösung über Natriumsulfat
getrocknet, über
Kieselgel abfiltriert, und zur Trockene eingeengt. Das so erhaltene
Rohprodukt wurde einmal aus Dioxan : Ethanol (400 ml 750 ml) umkristallisiert.
Nach Trocknen der Kristalle im Vakuum bei 80°C wurden 81.0 g (237 mmol) entsprechend
59.3 % der Th. erhalten.
-
1H-NMR (CDCl3): δ [ppm] =
7.92 – 7.85
(m, 4 H), 7.66 – 7.65
(m, 1 H), 7.44 – 7.39
(m, 3 H), 7.22 – 7.19 (m,
1 H), 7.15 – 7.11
(m, 2 H), 6.99 – 6.98
(m, 1 H), 6.79 – 6.78
(m, 1 H), 6.69 – 6.67
(m, 2 H).
-
B: Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
-
Aus
einer Lösung
von 98.8 g (250 mmol) 2-Brom-9,9'-spiro-bifluoren
und 6 ml 1,2-Dichlorethan in 1000 ml THF und 7.1 g (290 mmol) Magnesium
wurde in der Siedehitze das entsprechende Grignard-Reagens hergestellt.
-
Zu
dieser Grignad-Lösung
wurde bei 0–5°C eine Lösung von
85.4 g (250 mmol) 2-Cyano-9,9'-spiro-bifluoren
in einer Mischung aus 300 ml THF und 1000 ml Toluol während 15
min. zugetropft. Anschließend wurde
die Mischung 6 h unter Rückfluß erhitzt.
Nach Abkühlen
wurde eine Mischung von 35 ml 10 N HCl in einem Gemisch aus 400
ml Wasser und 600 ml Ethanol langsam zugetropft. Nach 16 h Rühren bei
Raumtemperatur wurde vom Feststoff abgesaugt, dieser wurde dreimal
mit 200 ml Ethanol gewaschen. Der Feststoff wurde 4 mal aus NMP
(5 ml/g) umkristallisiert und anschießend im Hochvakuum (T = 385°C, p = 5 × 10–5 mbar) sublimiert.
Die Ausbeute bei einer Reinheit > 99.9
% nach HPLC betrug 52.1 g (79 mmol) entsprechend 31.6 % der Th.
erhalten.
-
1H-NMR (CDCl3): δ [ppm] =
7.87 – 7.85
( m, 1 H), 7.83 – 7.81
(m, 2 H), 7.78 – 7.86
(m, 1 H), 7.60 – 7.58
(m, 1 H), 7.39 – 7.34
(m, 3 H), 7.18 – 7.17
(m, 1 H), 7.16 – 7.13
(m, 1 H), 7.10 – 7.07
(m, 2 H), 6.34 – 6.32 (m,
1 H), 6.70 – 6.69
(m, 2 H).
-
2. Herstellung und Charakterisierung
von organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen, die erfindungsgemäße Verbindungen
enthalten
-
Die
Herstellung von OLEDs erfolgte nach dem im folgenden skizzierten
allgemeinen Verfahren. Dieses mußte natürlich im Einzelfall auf die
jeweiligen Gegebenheiten (z. B. Schichtdickenvariation, um optimale
Effizienz bzw. Farbe zu erreichen) angepaßt werden.
-
Erfindungsgemäße Elektrolumineszenzvorrichtungen
können
beispielsweise wie folgt dargestellt werden:
- 1.
ITO beschichtetes Substrat: Als Substrat wird bevorzugt mit ITO
beschichtetes Glas verwendet, das einen möglichst niedrigen Gehalt bzw.
keine ionischen Verunreinigungen enthält, wie z. B. Flachglas von
den Firmen Merck-Balzers oder Akaii. Es können aber auch andere mit ITO
beschichtete transparente Substrate, wie z.B. flexible Kunststofffolien
oder Laminate verwendet werden. Das ITO muß eine möglichst hohe Leitfähigkeit
mit einer hoher Transparenz verbinden. ITO-Schichtdicken zwischen
50 und 200 nm haben sich als besonders geeignet herausgestellt.
Die ITO Beschichtung muß möglichst
flach, bevorzugt mit einer Rauigkeit unter 2 nm, sein. Die Substrate
werden zunächst
mit einer 4%igen Dekonex-Lösung
in entionisierten Wasser vorgereinigt. Danach wird das ITO beschichtete
Substrat entweder mindestens 10 Minuten mit Ozon oder einige Minuten
mit Sauerstoffplasma behandelt oder kurze Zeit mit einer Exzimer-Lampe
bestrahlt.
- 2. Lochinjektions-Schicht (Hole Injection Layer = HIL): Als
HIL wird entweder ein Polymer oder eine niedermolekulare Substanz
verwendet. Besonders geeignet sind die Polymere Polyanilin (PANI)
oder Polythiophen (PEDOT) und deren Derivate. Es handelt sich meist
um 1 bis 5%ige wässrige
Dispersionen, welche in dünnen
Schichten zwischen 20 und 200 nm, bevorzugt zwischen 40 und 150
nm Schichtdicke auf das ITO-Substrat durch Spincoaten, Inkjet-Drucken
oder andere Beschichtungsverfahren aufgebracht werden. Danach werden
die mit PEDOT oder PANI beschichteten ITO-Substrate getrocknet.
Für die
Trocknung bieten sich mehrere Verfahren an. Herkömmlich werden die Filme im
Trockenofen 1 bis 10 Minuten zwischen 110 und 200°C bevorzugt
zwischen 150 und 180°C
getrocknet. Aber auch neuere Trocknungsverfahren wie z.B. Bestrahlung
mit IR-(Infrarot)-Licht
führen
zu sehr guten Resultaten, wobei die Bestrahlungsdauer im allgemeinen
weniger als einige Sekunden dauert. Als niedermolekulares Material
werden bevorzugt dünne Schichten,
zwischen 5 und 30 nm, Kupferphthalocyanin (CuPc) verwendet. Herkömmlich wird
CuPc in Vakuum-Sublimationsanlagen
aufgedampft. Alle HIL müssen
nicht nur sehr gut Löcher
injizieren, sondern auch sehr gut auf ITO und Glas haften; dies
ist sowohl für
CuPc als auch für
PEDOT und PANI der Fall. Eine besonders niedrige Absorption im sichtbaren
Bereich und damit eine hohe Transparenz zeigen PEDOT und PANI, welches
eine weitere notwendige Eigenschaft für die HIL ist.
- 3. Eine oder mehrere Lochtransport-Schichten (Hole Transport
Layer = HTL): Bei den meisten OLEDs sind eine oder mehrere HTLs
Voraussetzung für
eine gute Effizienz und hohe Stabilität. Dabei erreicht man mit einer
Kombination von zwei Schichten beispielsweise bestehend aus Triarylaminen
wie MTDATA (4,4',4''-Tris(N-3-methyl-phenyl)-N-phenyl-amino)-triphenylamine)
oder NaphDATA (4,4',4''-Tris(N-1-naphthyl)-N-phenyl-amino)-triphenylamine)
als erste HTL und NPB (N,N'-Di(naphthalin-1-yl)-N,N'-diphenyl-benzidin)
oder Spiro-TAD (Tetrakis-2,2',7,7'-diphenylamino-spiro-9'9'-bifluoren) als zweite HTL sehr gute
Ergebnisse. MTDATA oder NaphDATA bewirken eine Erhöhung der
Effizienz in den meisten OLEDs um ca. 20 – 40%; wegen der höheren Glastemperatur
Tg wird NaphData (Tg =
130°C) gegenüber MTDATA
(Tg = 100°C)
bevorzugt. Als zweite Schicht wird Spiro-TAD (Tg =
130°C) wegen
der höheren
Tg gegenüber
NPB (Tg = 95°C) bevorzugt. MTDATA bzw. NaphDATA
haben eine Schichtdicke zwischen 5 und 100 nm, bevorzugt 10 und
60 nm, besonders bevorzugt zwischen 15 und 40 nm. Für dickere
Schichten benötigt
man etwas höhere
Spannungen, um die gleiche Helligkeit zu erreichen; gleichzeitig
verringert sich die Anzahl der Defekte. Spiro- TAD bzw. NPB haben eine Schichtdicke
zwischen 5 und 150 nm, bevorzugt 10 und 100 nm, besonders bevorzugt
zwischen 20 und 60 nm. Mit zunehmender Schichtdicke von NPB und
den meisten anderen Triarylaminen benötigt man höhere Spannungen für gleiche
Helligkeiten. Die Schichtdicke von Spiro-TAD hat jedoch nur einen
geringfügigen
Einfluß auf
die Strom-Spannung-Elektrolumineszenz-Kennlinien,
d.h. die benötigte
Spannung, um ein bestimmte Helligkeit zu erreichen, hängt nur
geringfügig
von der Spiro-TAD Schichtdicke ab. Anstelle von niedermolekularen
Triarylaminen können
auch hochmolekulare Triarylaminen verwendet werden. Es handelt sich
meist um 0.1 bis 30%ige Lösungen,
welche in dünnen Schichten
zwischen 20 und 500 nm, bevorzugt zwischen 40 und 150 nm Schichtdicke
auf das ITO-Substrat oder die NIL (z.B. PEDOT- oder PANI-Schicht)
durch Spincoaten, Inkjet-Drucken oder andere Beschichtungsverfahren
aufgebracht werden.
- 4. Emissions-Schicht (Emission Layer = EML): Diese Schicht kann
teilweise mit den Schichten 3 und/oder 5 zusammenfallen. Sie besteht
z.B. aus einem niedermolekularen Wirtsmaterial und einem niedermolekularen
Gastmaterial, dem phosphoreszierenden Dotanden, wie beispielsweise
CBP oder eines der oben beschriebenen Matrixmaterialien A als Wirtsmaterial
und Ir(PPy)3 als Dotand. Gute Resultate
erreicht man bei einer Konzentration von 5 – 30 % Ir(PPy)3 in
CBP oder eines der oben beschriebenen Matrixmaterialien A bei einer
EML-Schichtdicke von 10 – 100
nm bevorzugt 10 – 50
nm. Anstelle von niedermolekularen Licht emittierenden Verbindungen
können
auch hochmolekulare Licht emittierenden Verbindungen (Polymere) verwendet
werden, wobei eine oder auch beide Komponenten des Wirts-Gast-Systems
hochmolekular sein können.
- 5. Eine Elektronentransport- und Lochblockier-Schicht (Hole
Blocking Layer = HBL): Als HBL-Material hat sich besonders BCP (2,9-Dimethyl-4,7-diphenyl-1,10-phenanthrolin = Bathocuproin)
oder BAIq als sehr wirkungsvoll gezeigt. Eine dünne Schicht von 3 – 30 nm,
bevorzugt 5 – 20
nm erhöht
die Effizienz sehr effektiv. Anstelle von niedemolekularen HBLs
können
auch hochmolekulare HBLs verwendet werden.
- 6. Elektronentransport-Schicht (Electron Transport Layer = ETL):
Als ETL-Materialien
sind Metall-hydroxy-chinolate gut geeignet; besonders Aluminium- tris-8-hydroxy-chinolat
(Alq3) hat sich als einer der stabilsten
Elektronenleiter herausgestellt. Anstelle von niedemolekularen ETLs
können
auch hochmolekulare ETLs verwendet werden.
- 7. Elektroneninjektions-Schicht (Electron Injection Layer =
EIL): Eine dünne
Schicht mit einer Schichtdicke zwischen 0.2 und 8 nm bevorzugt 0.5 – 5 nm bestehend
aus einem Material mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten, insbesondere
anorganische Fluoride und Oxide wie z.B. LiF, Li2O,
BaF2, MgO, NaF und weiteren Materialien
hat sich als EIL als besonders gut herausgestellt. Speziell in Kombination
mit Al führt
diese zusätzliche
Schicht zu einer deutlichen Verbesserung der Elektroneninjektion,
und damit zu verbesserten Resultaten bezüglich Lebensdauer, Quanten-
und Leistungseffizienz.
- 8. Kathode: Hier werden in der Regel Metalle, Metallkombinationen
oder Metalllegierungen mit niedriger Austrittsarbeit verwendet so
z. B. Ca, Ba, Cs, K, Na, Mg, Al, In, Mg/Ag.
- 9. a) Herstellung dünner
Schichten (2.–8.)
niedermolekularer Verbindungen: Alle niedermolekularen Materialien
der NIL, HTL, EML, HBL, ETL, EIL und Kathode werden in Vakuum-Sublimationsanlagen
bei einem Druck kleiner 10–5 mbar, bevorzugt kleiner
10–6 mbar,
besonders bevorzugt kleiner 10–6 mbar aufgedampft. Die
Aufdampfraten können
zwischen 0.01 und 10nm/s bevorzugt 0.1 und 1 nm/s betragen. Neuere
Verfahren wie die OPVD (Organic Physical Vapour Deposition) oder
LITI (Light Induced Thermal Imaging) sind für die Beschichtung niedermolekularer
Materialien ebenso geeignet, so wie weitere Drucktechniken. Für dotierte
Schichten hat die OPVP ein großes
Potential, weil das Einstellen von beliebigen Mischungsverhältnissen
besonders gut gelingt. Ebenfalls lassen sich die Konzentrationen
der Dotanden kontinuierlich verändern.
Somit sind bei der OPVD die Voraussetzung für die Verbesserung der Elektrolumineszenz-Vorrichtung optimal.
Wie oben beschrieben kann die Herstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtungen
auch durch spezielle Druckverfahren (wie das genannte LITI) durchgeführt werden.
Dies hat sowohl Vorteile hinsichtlich der Skalierbarkeit der Fertigung,
als auch bezüglich
der Einstellung von Mischungsverhältnissen in verwendeten Blend-Schichten.
Hierfür
ist es aber in aller Regel nötig,
entsprechende Schichten (für
LITT: Transfer-Schichten) zu präparieren,
welche dann erst auf das eigentliche Substrat übertragen werden.
- b) Herstellung dünner
Schichten (2.–6.)
hochmolekularer Verbindungen (Polymere): Es handelt sich meist um
0.1 bis 30%ige Lösungen,
welche in dünnen
Schichten zwischen 10 und 500 nm, bevorzugt zwischen 10 und 80 nm
Schichtdicke auf das ITO-Substrat oder Barunterliegende Schichten
durch Spincoaten, Inkjet-Drucken, LITT oder andere Beschichtungsverfahren
und Drucktechniken aufgebracht werden.
- 10. Verkapselung: Eine effektive Einkapselung der organischen
Schichten inklusive der EIL und der Kathode ist für organische
Elektrolumineszenzvorrichtungen unerläßlich. Wenn das organische
Display auf einem Glassubstrat aufgebaut ist, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Eine Möglichkeit
ist das Verkleben des gesamten Aufbaus mit einer zweiten Glas- oder
Metallplatte. Dabei haben sich Zwei-Komponenten- oder UV-härtende-Epoxykleber
als besonders geeignet erwiesen. Dabei kann die Elektrolumineszenzvorrichtung
vollständig
oder aber auch nur am Rand verklebt werden. Wird das organische
Display nur am Rand verklebt, kann man die Haltbarkeit zusätzlich verbessern,
indem man einen sogenannten Getter hinzufügt. Dieser Getter besteht aus
einem sehr hygroskopischen Material, insbesondere Metalloxide wie
z.B. BaO, CaO usw., welches eindringendes Wasser und Wasserdämpfe bindet.
Eine zusätzliche
Bindung von Sauerstoff erreicht man mit Gettermaterialien wie z.B.
Ca, Ba usw. Bei flexiblen Substraten ist besonders auf eine hohe
Diffusionsbarriere gegenüber
Wasser und Sauerstoff zu achten. Hier haben sich insbesondere Laminate
aus alternierenden dünnen
Kunststoff- und anorganischen Schichten (z.B. SiOx oder
SiNx) bewährt.
-
Beispiele
-
In
diesem Beispiel werden die Ergebnisse zweier verschiedener OLEDs
gegenübergestellt.
Der grundlegende Aufbau, wie die verwendeten Materialien, Dotierungsgrad
und ihre Schichtdicken, war für
die beiden Beispielexperimente zur besseren Vergleichbarkeit identisch.
Es wurde ausschließlich
das Wirtsmaterial in der Emitterschicht getauscht.
-
Das
erste Beispiel beschreibt einen Vergleichsstandard nach dem Stand
der Technik, bei dem die Emitterschicht aus dem Wirtsmaterial CBP
und dem Gastmaterial Ir(PPy)3 besteht. Desweiteren
wird eine OLED mit einer Emitterschicht bestehend aus dem Wirtsmaterial
Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
und dem Gastmaterial Ir(PPy)3 (synthetisiert
nach WO 02/060910) beschrieben. Das zweite Beispiel beschreibt einen weiteren
Vergleich zwischen CBP und Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton (s. Beispiel 1)
mit dem roten Emitter Ir(BTP)3 (synthetisiert
nach WO 02/060910).
-
Analog
dem o. g. allgemeinen Verfahren, wurden grün und rot emittierende OLEDs
mit folgendem Aufbau erzeugt:
PEDOT 60 nm (aus Wasser aufgeschleudert;
PEDOT bezogen von NC Starck; Poly-[3,4-ethylendioxy-2,5-thiophen]
NaphDATA
20 nm (aufgedampft; NaphDATA bezogen von SynTec; 4,4',4''-Tris(N-1-naphthyl)N-phenyl-amino)-triphenylamin
S-TAD
20 nm (aufgedampft; S-TAD hergestellt nach WO 99/12888; 2,2',7,7'-Tetrakis(diphenylamino)-spirobifluoren)
Emitter-Schicht:
CBP
20 nm (aufgedampft; CBP bezogen von ALDRICH und weiter aufgereinigt,
schließlich
noch zweimal sublimiert; 4,4'-Bis-(N-carbazolyl)biphenyl)
(Vergleichsstandard)
ODER:
Di(9,9'-spiro-bi-fluoren-2-yl)keton 20 nm (aufgedampft,
synthetisiert und aufgereinigt nach Beispiel 1) jeweils dotiert
mit 10%Triplett-Emitter
Ir(PPy)3 (aufgedampft)
ODER:
Ir(BTP)3 (aufgedampft)
Bathocuproin (BCP) 10
nm (aufgedampft; BCP bezogen von ABCR, verwendet wie erhalten; 2,9-Dimethyl-4,7-diphenyl-1,10-phenanthrolin)
AlQ3 10 nm (aufgedampft: AlQ3 bezogen
von SynTec; Tris(chinoxalinato)aluminim(III))
Ba-Al 3 nm Ba
darauf 150 nm Al als Kathode
-
Diese
nicht optimierten OLEDs wurden standardmäßig charakterisiert; hierfür wurden
die Elektrolumineszenzspektren, die Effizienz (gemessen in cd/A)
in Abhängigkeit
von der Helligkeit, berechnet aus Strom-Spannungs-Helligkeit-Kennlinien (IUL-Kennlinien),
und die Lebensdauer bestimmt.
-
Anwendungsbeispiel 1:
Ir(PPy)3
-
Elektrolumineszenzspektren
-
Die
OLEDs, sowohl der Vergleichsstandard, OLED mit CBP, als auch die
OLED mit Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
als Wirtsmaterial zeigen eine grüne
Emission, resultierend aus dem Dotanden Ir(PPy)3.
-
Effizienz als Funktion
der Helligkeit
-
Für OLEDs
hergestellt mit dem Wirtsmaterial CBP erhält man typischerweise eine
maximale Effizienz von etwa 25 cd/A und für die Referenzleuchtdichte
von 100 cd/m2 werden 4.8 V benötigt. Im
Gegensatz dazu zeigen OLEDs hergestellt mit dem Wirtsmaterial Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
eine maximale Effizienz von über
30 cd/A, wobei die benötigte
Spannung für
die Referenzleuchtdichte von 100 cd/m2 sogar
auf 4.6 V gesenkt wird.
-
Lebensdauervergleich
-
Die
beiden Lebensdauerkurven (s.
1) wurden
zur besseren Vergleichbarkeit in derselben Abbildung dargestellt.
Die Abbildung zeigt den Verlauf der Leuchtdichte, gemessen in cd/m
2, mit der Zeit. Als Lebensdauer bezeichnet
man üblicherweise
die Zeit, nach der nur noch 50% der Anfangsleuchtdichte erreicht werden. Abb.
1
-
Man
erhält
für CBP
als Wirtsmaterial eine Lebensdauer von ca. 150 Stunden bei einer
Anfangshelligkeit von 1400 cd/m2, was einer
beschleunigten Messung entspricht, da die Anfangshelligkeit deutlich über der Helligkeit
liegt, die man für
typische Aktivmatrix-angesteuerten Display-Anwendungen benötigt (250
cd/m2). Für Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton erhält man bei
derselben Anfangshelligkeit eine Lebensdauer von ca. 2000 Stunden,
was einer Steigerung der Lebensdauer um etwa 1300% entspricht.
-
Aus
diesen beiden gemessenen Lebensdauer lassen sich nun Lebensdauern
für eine
Anfangshelligkeit von 250 cd/m2 berechnen.
Im Falle des Wirtsmaterial CBP erhält man lediglich eine Lebensdauer
von 4700 Stunden, was deutlich unter den geforderten 10000 Stunden
für eine
Display-Anwendungen liegt. Im Gegensatz dazu erhält man für das Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
eine Lebensdauer von über
60000 Stunden, was die Mindestanforderungen deutlich übertrifft.
-
Anwendungsbeispiel 2:
Ir(BTP)3
-
Analoge
Experimente konnten mit einem roten Triplettemitter Ir(BTP)3 durchgeführt werden.
-
Elektrolumineszenzspektren
-
Die
OLEDs, sowohl der Vergleichsstandard, OLED mit CBP, als auch die
OLED mit Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
als Wirtsmaterial, zeigen eine rote Emission, resultierend aus dem
Dotanden Ir(BTP)
3. Die beiden Spektren sind
in
2 dargestellt. Abb.
2
-
Rote
Linie: CBP; schwarze Line: Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
-
Effizienz als Funktion
der Helligkeit
-
Für OLEDs
hergestellt mit dem Wirtsmaterial CBP erhält man typischerweise eine
maximale Effizienz von etwa 8 cd/A und für die Referenzleuchtdichte
von 100 cd/m
2 werden 6.2 V benötigt. Im
Gegensatz dazu zeigen OLEDs hergestellt mit dem Wirtsmaterial Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
eine maximale Effizienz von über
11 cd/A, wobei die benötigte
Spannung für
die Referenzleuchtdichte von 100 cd/m
2 sogar
auf 5.2 V gesenkt wird (s.
3). Abb.
3
-
Lebensdauervergleich
-
Die
beiden Lebensdauerkurven (s.
4) wurden
zur besseren Vergleichbarkeit in derselben Abbildung dargestellt.
Die Abbildung zeigt den Verlauf der Leuchtdichte, gemessen in cd/m
2, mit der Zeit. Abb.
4
-
Man
erhält
für CBP
als Wirtsmaterial eine Lebensdauer von ca. 53 Stunden bei einer
Anfangshelligkeit von knapp 1300 cd/m2,
was auch in diesem Beispiel einer beschleunigten Messung entspricht.
Für Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
erhält
man bei derselben Anfangshelligkeit eine Lebensdauer von ca. 275
Stunden, was einer Steigerung der Lebensdauer um etwa 500% entspricht.
-
Aus
diesen beiden gemessenen Lebensdauer lassen sich nun Lebensdauern
für eine
Anfangshelligkeit von 250 cd/m2 berechnen.
Im Falle des Wirtsmaterial CBP erhält man lediglich eine Lebensdauer
von 1600 Stunden, was deutlich unter den geforderten 10000 Stunden
für eine
Display-Anwendungen liegt. Im Gegensatz dazu erhält man für das Di(9,9'-spiro-bifluoren-2-yl)keton
eine Lebensdauer von über
8200 Stunden, was nahe an die Mindestanforderung herankommt.