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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffs, bei dem Tonerteilchen mit Hilfe einer Umdruckeinheit elektrophoretisch auf den Bedruckstoff umgedruckt werden. Vor diesem Umdruck wird ein Ist-Wert der Substrateigenschaft ermittelt. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Bedrucken eines Bedruckstoffs.
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Beim elektrophoretischen Umdrucken wird in dem Spalt zwischen der Umdruckwalze der Umdruckeinheit, auf der die Tonerteilchen entsprechend des Druckbildes aufgebracht werden, und dem Bedruckstoff ein elektrisches Feld aufgebaut, durch das die Tonerteilchen von der Umdruckwalze auf den Bedruckstoff bewegt werden. Damit ein sicheres, planmäßiges Übertragen der Tonerteilchen erfolgt, darf der elektrische Widerstand des Bedruckstoffs nicht zu groß sein, da ansonsten die Kräfte, die aufgrund des elektrischen Feldes auf die Tonerteilchen einwirken, nicht mehr groß genug sind und somit die Druckqualität negativ beeinflusst werden kann.
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Der elektrische Widerstand des Bedruckstoffs ändert sich insbesondere in Abhängigkeit der absoluten Feuchte des Bedruckstoffs. Je feuchter der Bedruckstoff ist, umso geringer ist der elektrische Widerstand, so dass insbesondere ein übermäßiges Austrocknen des Bedruckstoffs zu Problemen mit der Druckqualität führen kann.
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Um solche Probleme zu vermeiden, wird versucht, dem Austrocknen des Bedruckstoffes vorzubeugen, indem dieser klimadicht verpackt wird. Nachteilig hieran ist jedoch, dass das klimadichte Verpacken sehr aufwändig ist und nicht alle Papierhersteller ein solches klimadichtes Verpacken überhaupt anbieten. Ferner weist häufig der Bedruckstoff bereits fertigungsbedingt nicht über seine gesamte Fläche die gleiche Feuchte auf. Darüber hinaus kann schon bei minimalen Beschädigungen der klimadichten Verpackung der Bedruckstoff austrocknen und somit gegebenenfalls der elektrische Widerstand so groß werden, dass der Bedruckstoff nicht mehr planmäßig verwendet werden kann.
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Ein anderes Verfahren, dieses Problem zu umgehen ist es, das der Umdruck nicht elektrophoretisch erfolgt, sondern ein thermisch aufbereiteter, klebriger Farbfilm rein mechanisch übertragen wird.
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Aus dem Dokument
WO 01/95036 A1 ist ein Verfahren zum elektrophoretischen Umdrucken bekannt, bei dem die Feuchte mit Hilfe des Papierwiderstandes über die gesamte Breite der Papierbahn integral bestimmt wird. In Abhängigkeit der ermittelten Feuchte wird die Spannung des elektrischen Feldes der Umdruckeinheit angepasst.
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Nachteilig an diesem Verfahren ist zum einen, dass über die integrale Ermittlung des Papierwiderstandes Schwankungen innerhalb des Widerstandes gemittelt werden und somit trotz der Anpassung des elektrischen Feldes es in einigen Bereichen der Papierbahn nach wie vor dazu kommen kann, dass der elektrische Widerstand der Papierbahn zu groß ist. Ferner hat dieses Verfahren den Nachteil, dass die Schwankungen des elektrischen Widerstandes in Abhängigkeit der Feuchtigkeit so groß sein können, dass diese nicht mehr über eine Anpassung der Spannung ausgeglichen werden können.
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Aus den Druckschriften
JP S62-280139 A ,
JP 2006-350263 A ,
JP 2004-054163 A ,
JP 2008-065025 A ,
DE 693 06 936 T2 und
DE 10 2012 103 343 A1 sind Verfahren zum Steuern des Bedrucken eines Bedruckstoffs bekannt, bei dem der elektrische Widerstand des Bedruckstoffes ermittelt wird und in Abhängigkeit des ermittelten Widerstandes eine Befeuchtung des Bedruckstoffes durchgeführt wird.
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Das Dokument
DE 101 51 703 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Messen der Feuchtigkeit von Bedruckstoffen.
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Das Dokument
DE 30 23 536 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Befeuchten einer Bahn.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bedrucken eines Bedruckstoffs anzugeben, bei denen ein qualitativ hochwertiges elektrophoretisches Umdrucken von Tonerteilchen auf den Bedruckstoff erreicht wird.
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Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des weiteren unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Erfindungsgemäß wird der Ist-Wert einer Substrateigenschaft des Bedruckstoffes bestimmt. In Abhängigkeit des ermittelten Ist-Wertes der Substrateigenschaft wird der Bedruckstoff mit Hilfe einer Befeuchtungseinheit befeuchtet. Die Befeuchtung erfolgt hierbei insbesondere derart, dass der Bedruckstoff nach dem Befeuchten einen vorbestimmten maximalen Grenzwert des elektrischen Widerstandes über die gesamte Breite an keiner Stelle überschreitet.
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Somit kann über die Befeuchtung und somit die Steuerung der absoluten Feuchtigkeit des Bedruckstoff auf einfache Weise der elektrische Widerstand des Bedruckstoffes geregelt werden, so dass dieser so eingestellt werden kann, dass ein sicheres Umdrucken der Tonerteilchen von der Umdruckwalze auf den Bedruckstoff gewährleistet ist.
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Bei der Substrateigenschaft handelt es sich insbesondere um den elektrischen Widerstand der Bedruckstoffbahn oder eine für diesen elektrischen Widerstand charakteristische andere Substrateigenschaft des Bedruckstoffs. Beispielswiese können als Substrateigenschaft auch die relative Feuchte und/oder die Temperatur in unmittelbarer Umgebung der Bedruckstoffbahn ermittelt werden. Hierfür wird insbesondere ein Sensor zum Ermitteln der relativen Feuchtigkeit und/oder ein Sensor zum Ermitteln der Temperatur unmittelbar oberhalb des Bedruckstoffs angeordnet, so dass an ihm der durch den Bedruckstoff bei dessen Transport erzeugte Luftstrom direkt vorbeigeführt wird.
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Es ist insbesondere ein Soll-Wert für die Substrateigenschaft voreingestellt, mit dem der Ist-Wert verglichen wird. In Abhängigkeit des Ergebnisses dieses Vergleichs wird die Befeuchtungseinheit angesteuert. Insbesondere erfolgt die Ansteuerung derart, dass, wenn der Vergleich ergibt, dass der Ist-Wert geringer als der voreingestellte Soll-Wert ist, die Bedruckstoffbahn so stark befeuchtet wird, dass ihre Substrateigenschaft zumindest den Soll-Wert erreicht.
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Es ist besonders vorteilhaft, wenn eine Regelung der Substrateigenschaft in Form eines Regelkreises erfolgt, wobei in diesem Fall die Substrateigenschaft die Regelgröße und die Befeuchtungseinheit die Stellgröße innerhalb dieses Regelkreises darstellen. Über eine solche Regelung wird erreicht, dass auch bei ständig schwankenden Eigenschaften des Bedruckstoffs der elektrische Widerstand immer optimal angepasst werden kann.
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Bei dem Bedruckstoff handelt es sich insbesondere um eine Bedruckstoffbahn, beispielsweise eine Papierbahn. Die Substrateigenschaft wird vorzugsweise über die gesamte Breite der Bedruckstoffbahn an mehreren in vorbestimmten Abständen zueinander angeordneten Stellen gemessen. Anschließend werden die an den verschiedenen Stellen gemessenen Werte miteinander vergleichen und der kleinste Wert ausgewählt, wobei dieser kleinste ausgewählte Wert für die Steuerung, insbesondere für den Vergleich mit dem Soll-Wert, verwendet wird. Hierdurch wird erreicht, dass auch an der Stelle, an der die Bedruckstoffbahn vor der Befeuchtung den kleinsten elektrischen Widerstand hat, eine ausreichende Befeuchtung erfolgt, so dass nach der Befeuchtung die Bedruckstoffbahn über die gesamte Breite eine Mindestfeuchte und somit maximal einen Grenzwert des Widerstandes aufweist. Es ist hierbei unkritisch, dass an manchen Stellen der Wert der Substrateigenschaft nach der Befeuchtung größer ist als der Soll-Wert, da der Soll-Wert einen Grenzwert darstellt, der nur nicht unterschritten werden darf.
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Die Bestimmung der Substrateigenschaft und die entsprechende Befeuchtung erfolgt vorzugsweise inline, d. h. dass sie automatisch während des Transportes der Bedruckstoffbahn durch den Drucker und/oder Kopierer im Betrieb erfolgt. Alternativ kann dieses Verfahren auch vor dem Einlegen des Bedruckstoffs in den Drucker oder Kopierer offline durchgeführt werden.
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Die Umdruckeinheit umfasst insbesondere eine Umdruckwalze, auf der die Tonerteilchen in Form eines Druckbildes aufgebracht werden. Über ein über die Umdruckeinheit erzeugtes elektrisches Feld werden die Tonerteilchen auf den Bedruckstoff übertragen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt in Abhängigkeit des ermittelten Ist-Wertes der Substrateigenschaft neben der Regelung des elektrischen Widerstandes des Bedruckstoffs auch eine Feineinstellung des elektrischen Feldes. Hierdurch wird erreicht, dass die Übertragung noch genauer gesteuert werden kann, so dass die Druckqualität noch weiter erhöht wird.
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Die Befeuchtungseinheit ist insbesondere derart ausgebildet, dass mit ihr heißer Dampf in den Bedruckstoff eingebracht wird. Dies kann beispielsweise mit Hilfe von Düsen erfolgen, über die heißer Wasserdampf ausgesprüht wird oder über poröse Strukturen, durch die Wasser verdampft wird, wobei der Bedruckstoff dann durch einen Bereich geführt wird, in dem sich der von den porösen Strukturen abgegebene Wasserdampf befindet.
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Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Bedruckstoff nach dem Eintrag des heißen Dampfes über eine Kühleinheit abgekühlt wird, wobei dieses Kühlen insbesondere unmittelbar nach dem Eintrag des heißen Dampfes erfolgt. Hierdurch wird erreicht, dass der eingebrachte heiße Dampf kondensiert.
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Die Anzahl der Stellen, an denen die Substrateigenschaft über die gesamte Breite gemessen wird, kann insbesondere individuell verändert werden. Insbesondere kann auch der Abstand zwischen den Meßstellen variiert werden. Hierüber kann eine besonders genaue Anpassung des elektrischen Widerstandes der Bedruckstoffbahn erfolgen.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bedrucken eines Bedruckstoffs, die eine Umdruckeinheit zum elektrophoretischen Übertragen von Tonerteilchen auf den Bedruckstoff und eine Messeinheit zum Ermitteln eines Ist-Wertes einer Substrateigenschaft des Bedruckstoffs aufweist. Ferner ist eine Befeuchtungseinheit zum Befeuchten des Bedruckstoffs vorgesehen, wobei eine Steuereinheit die Befeuchtungseinheit in Abhängigkeit des ermittelten Ist-Wertes der Substrateigenschaft ansteuert. Die Steuereinheit vergleicht den Ist-Wert insbesondere mit einem voreingestellten Soll-Wert der Substrateigenschaft und steuert die Befeuchtungseinheit derart an, dass der elektrische Widerstand der Bedruckstoffbahn nach der Befeuchtung einen voreingestellten Grenzwert nicht überschreitet.
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Die zuvor beschriebene Vorrichtung kann insbesondere mit den in den auf den unabhängigen Verfahrensanspruch rückbezogenen abhängigen Verfahrensansprüchen angegebenen Merkmalen bzw. entsprechenden Vorrichtungsmerkmalen weitergebildet werden.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, die die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Zusammenhang mit den beigefügten Figuren näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts einer Vorrichtung zum Bedrucken einer Bedruckstoffbahn;
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2 eine schematische Darstellung einer Befeuchtungseinheit gemäß einer ersten Ausführungsform;
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3 eine schematische Darstellung einer Befeuchtungseinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform;
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4 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts der Bedruckstoffbahn;
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5 ein Diagramm des ermittelten elektrischen Widerstandes über die Breite der Bedruckstoff für verschiedene Fälle; und
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6 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts einer Vorrichtung zum Bedrucken einer Bedruckstoffbahn gemäß einer weiteren Ausführungsform.
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In 1 ist eine stark vereinfachte schematische Darstellung eines Ausschnitts einer Vorrichtung 10 zum Bedrucken eines Bedruckstoffs 12 dargestellt. Bei der Vorrichtung 10 kann es sich insbesondere um einen Drucker oder Kopierer handeln.
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Der Bedruckstoff 12 ist insbesondere in Form einer Bedruckstoffbahn ausgebildet, die mit Hilfe einer nicht dargestellten Transporteinheit in eine Transportrichtung P1 durch die Vorrichtung 10 hindurchtransportiert wird.
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Die Vorrichtung 10 weist eine Umdruckeinheit 14 auf, die eine Umdruckwalze 16 hat, auf der Tonerpartikel entsprechend des gewünschten Druckbildes aufgebracht werden. Mit Hilfe der Umdruckeinheit 14 werden die Tonerpartikel von der Umdruckwalze 16 elektrophoretisch auf die Bedruckstoffbahn 12 übertragen, indem ein elektrisches Feld erzeugt wird, durch das die Bewegung der geladenen Tonerteilchen gesteuert wird.
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Damit die Tonerteilchen planmäßig übertragen werden, darf der elektrische Widerstand der Bedruckstoffbahn 12 einen vorbestimmten Grenzwert nicht überschreiten. Der elektrische Widerstand der Bedruckstoffbahn 12 hängt insbesondere von der absoluten Feuchte der Bedruckstoffbahn 12 ab, so dass die Austrocknung der Bedruckstoffbahn 12 dazu führen kann, dass der elektrische Widerstand so groß wird, dass die Druckqualität negativ beeinflusst wird.
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Um diesem vorzubeugen, wird in Transportrichtung P1 der Bedruckstoffbahn 12 gesehen vor der Umdruckeinheit 14 eine Regelung des elektrischen Widerstandes der Bedruckstoffbahn 12 derart durchgeführt, dass der elektrische Widerstand der Bedruckstoffbahn 12 über die gesamte Breite der Bedruckstoffbahn 12 den vorbestimmten Grenzwert nicht überschreitet.
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Hierzu ist stromaufwärts der Umdruckeinheit 14 eine Messeinheit 18 vorgesehen, mit deren Hilfe mindestens ein Ist-Wert einer Substrateigenschaft der Bedruckstoffbahn 12 bestimmt wird. Bei dieser Substrateigenschaft handelt es sich vorzugsweise direkt um den elektrischen Widerstand, was den Vorteil hat, dass dieser möglichst genau gemessen und somit möglichst genau geregelt werden kann. Alternativ kann auch eine andere Substrateigenschaft bestimmt werden, die charakteristisch für den elektrischen Widerstand ist. Insbesondere können mit Hilfe von Sensoren sowohl die relative Feuchte als auch die Temperatur in unmittelbarer Umgebung der Bedruckstoffbahn 12 bestimmt werden. Hierüber lässt sich die absolute Feuchte der Bedruckstoffbahn errechnen.
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Der Ist-Wert der Substrateigenschaft wird über eine Steuereinheit 20 mit einem voreingestellten Soll-Wert verglichen, wobei die Steuereinheit 20 in Abhängigkeit des Vergleiches des Ist- und des Soll-Wertes eine Befeuchtungseinheit 22 zur Befeuchtung der Bedruckstoffbahn ansteuert. Hierbei erfolgt die Ansteuerung insbesondere derart in Form eines Regelkreises, dass die Befeuchtung der Bedruckstoffbahn 12 so durchgeführt wird, dass die Bedruckstoffbahn 12 über die gesamte Breite an keiner Stelle einen voreingestellten Grenzwert des elektrischen Widerstandes überschreitet, was insbesondere dadurch erreicht wird, dass die Feuchtigkeit der Bedruckstoffbahn 12 an keiner Stelle über die gesamte Breite gesehen einen vorbestimmten Mindestwert der absoluten Feuchte unterschreitet.
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Durch die Ausbildung der Steuerung in Form eines Regelkreises wird erreicht, das auch bei starken Schwankungen der Substrateigenschaft diese immer optimal angepasst werden kann, so dass der elektrische Widerstand nicht den Grenzwert überschreitet und somit ein sicheres qualitativ hochwertiges Umdrucken möglich ist.
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Bei dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt die Ermittlung der Substrateigenschaft und Befeuchtung inline, d. h. sie erfolgt während des Transportes der Bedruckstoffbahn 12 durch die Vorrichtung 10 zum Bedrucken der Bedruckstoffbahn 12. Alternativ kann dieses Verfahren auch offline durchgeführt werden, d. h. dass die Substrateigenschaft vor dem Zuführen der Bedruckstoffbahn 12 zu der Vorrichtung 10 bestimmt und über eine Befeuchtungseinheit 22 entsprechend geregelt wird. Anschließend wird die Bedruckstoffbahn 12 wieder aufgewickelt und die eingestellte Eigenschaft konserviert. Dadurch kann zu einem späteren Zeitpunkt die Bedruckstoffbahn 12 ohne zusätzliche Behandlung mit einer Umdruckeinheit 14 bedruckt werden.
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In 2 ist eine schematische Darstellung der Befeuchtungseinheit 22 gemäß einer ersten Ausführungsform dargestellt. Die Befeuchtungseinheit 22 umfasst mehrere Düsen 24, mit deren Hilfe heißer Dampf, insbesondere heißer Wasserdampf auf die Bedruckstoffbahn 12 gesprüht wird, so dass der heiße Dampf in den Bedruckstoff eingebracht wird. Stromabwärts der Düsen 24 ist eine Kühleinheit 26 angeordnet, mit deren Hilfe die Bedruckstoffbahn 12 gekühlt wird, so dass der eingebrachte heiße Dampf kondensiert.
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In 3 ist eine zweite Ausführungsform einer Befeuchtungseinheit 28 dargestellt. Bei dieser gezeigten Befeuchtungseinheit wird der heiße Dampf über poröse Strukturen 30, 32 (z. B. mikroporöse Platten, insbesondere aus Aluminiumoxid) erzeugt, so dass in einem Heißdampfraum 34 sich heißer Dampf ansammelt, wobei die Bedruckstoffbahn 12 durch diesen Raum 34 geführt wird, so dass sie dem heißen Dampf ausgesetzt ist. Über eine Kühleinheit 26 erfolgt anschließend wieder ein Kühlen der Bedruckstoffbahn 12.
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In 4 ist eine schematische Darstellung eines Ausschnitts der Bedruckstoffbahn 12 im Bereich der Messeinheit 18 dargestellt. Die Messeinheit 18 ist hierbei derart ausgebildet, dass über die Breite B der Bedruckstoffbahn 12 an mehreren Stellen, von denen eine beispielhaft mit dem Bezugszeichen 36 bezeichnet ist, jeweils ein Wert der Substrateigenschaft gemessen wird. Bei dem in 4 gezeigten Ausführungsbeispiel sind drei Messstellen 36 vorgesehen. Bei einer alternativen Ausführungsform können auch mehr als drei Messstellen 36 oder weniger als drei Messstellen 36 verwendet werden. Insbesondere ist die Messeinheit 18 derart ausgebildet, dass die Anzahl der verwendeten Messstellen 36 und deren Abstand zueinander individuell eingestellt werden kann.
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Bei der Steuerung der Befeuchtungseinheit 22 und somit der Regelung der Substrateigenschaft wird von den zeitgleich an den verschiedenen Messstellen 36 gemessenen Werte der höchste Wert des elektrischen Widerstandes für die Regelung zugrunde gelegt und somit als Ist-Wert für den Vergleich mit dem Soll-Wert verwendet. Dies hat, wie im Folgenden in Zusammenhang mit 5 noch näher erläutert, den Vorteil, dass sichergestellt wird, dass über die gesamte Breite B der Bedruckstoffbahn 12 diese überall zumindest eine minimale absolute Feuchte aufweist und somit einen maximalen Grenzwert des elektrischen Widerstandes nicht überschreitet.
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In 5 ist ein Diagramm gezeigt, das für mehrere Fälle a, b und c den Verlauf des gemessenen elektrischen Widerstandes über die Breite B der Bedruckstoffbahn 12 abbildet. Über die gestrichelte Linie 50 ist der Grenzwert des elektrischen Widerstands angegeben, der nicht überschritten werden darf, um ein qualitativ hochwertiges Umdrucken über die Umdruckeinheit 14 sicherzustellen. Somit sollte der Widerstand optimalerweise immer in den Bereich unterhalb der gestrichelten Linie 50 liegen.
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Bei dem durch die mit a bezeichnete Linie wiedergegebenen ersten Fall ist die Bedruckstoffbahn 12 über die gesamte Breite B zu trocken, so dass sie über die gesamte Breite einen zu hohen elektrischen Widerstand aufweist, wobei an den Kanten der Bedruckstoffbahn, also im Diagramm an den Stellen 0 und B, den höchsten elektrischen Widerstand aufweist, was insbesondere durch das Austrockenen der Kanten der Bedruckstoffbahn 12 erklärt werden kann. Die Befeuchtung über die Befeuchtungseinheit 22 wird derart gesteuert, das der elektrische Widerstand über die gesamte Bahnbreite B so abgesenkt wird, dass auch die trockenen Randbereich zumindest so feucht sind, dass der Grenzwert 50 nicht überschritten wird. Hierzu wird die Befeuchtung derart durchgeführt, dass sich der Widerstandsverlauf, der in dem Diagramm mit c bezeichnet ist, ergibt.
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Der durch die Linie b dargestellte Fall ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bedruckstoffbahn 12 in der Mitte bereits ohne die Befeuchtung so feucht ist, dass der elektrische Widerstand kleiner als der Grenzwert 50 ist. In den Randbereichen jedoch ist der elektrische Widerstand größer als der Grenzwert 50. Durch die Messung der Substrateigenschaft über die gesamte Breite der Bedruckstoffbahn 12 an mehreren Stellen 36 wird erreicht, dass auch dieser Fall zuverlässig und sicher, anders als beispielsweise bei der integralen Betrachtung, erkannt werden kann. Auch hierbei wird die Befeuchtung wieder derart durchgeführt, dass auch in den Randbereichen der elektrische Widerstand der Bedruckstoffbahn 12 nach der Befeuchtung den Grenzwert 50 nicht überschreitet.
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Bei dem durch c bezeichneten Fall ist der elektrische Widerstand über die gesamte Bahnbreite B gesehen kleiner als der Grenzwert 50, so dass keine Befeuchtung notwendig ist.
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In 6 ist eine stark vereinfachte schematische Darstellung eines Ausschnitts einer Vorrichtung 100 zum Bedrucken eines Bedruckstoffs 12 gemäß einer weiteren Ausführungsform dargestellt. Die Vorrichtung 100 nach 6 unterscheidet sich von der in 1 gezeigten Ausführungsform dadurch, dass eine weitere Messeinheit 118 zur Messung der Substrateigenschaft der Bedruckstoffbahn 12 vorgesehen ist, die vor der Befeuchtungseinheit 22 angeordnet ist. Der mit Hilfe der weiteren Messeinheit 118 ermittelte Ist-Wert der Bedruckstoffeigenschaft wird bei der Steuerung der Befeuchtungseinheit 22 zusätzlich zu dem über die Messeinheit 18 ermittelten Ist-Wert mitberücksichtigt. Hierdurch wird erreicht, dass Schwankungen im Betrieb frühzeitig ausgeregelt werden können.
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Bezugszeichenliste
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- 10, 100
- Vorrichtung
- 12
- Bedruckstoffbahn
- 14
- Umdruckeinheit
- 16
- Umdruckwalze
- 18, 118
- Messeinheit
- 20
- Steuereinheit
- 22, 28
- Befeuchtungseinheit
- 24
- Düsen
- 26
- Kühleinheit
- 30, 32
- poröse Struktur
- 34
- Heißluftraum
- 36
- Messstelle
- 50
- Grenzwert
- B
- Breite
- P1
- Transportrichtung