DE102008046292A1 - Schiffsantrieb für ein Wasserfahrzeug - Google Patents

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Vladimir Dr. Danov
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Schiffsantrieb (1) für ein Wasserfahrzeug, umfassend zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b), mit der eine Antriebskraft für das Wasserfahrzeug erzeugbar ist. Der Schiffsantrieb (1) umfasst weiterhin einen Elektromotor (6; 6a, 6b), dessen Rotor über eine Welle (7) direkt mit der zumindest einen Schiffsschraube (2; 2a, 2b) mechanisch gekoppelt ist, so dass durch eine Drehung des Rotors die zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b) in eine entsprechende Drehbewegung versetzbar ist. Zur Kühlung des Rotors des Elektromotors (6; 6a, 6b) ist ein in der Welle (7) angeordneter Thermosiphon vorgesehen, wobei die Schiffsschraube (2; 2a, 2b) als Wärmesenke für ein Arbeitsmedium des Thermosiphons dient.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Schiffsantrieb für ein Wasserfahrzeug, das zumindest einen Schiffsschraube umfasst, mit der eine Antriebskraft für das Wasserfahrzeug erzeugbar ist. Der Antrieb der Schiffsschraube erfolgt über einen Elektromotor, dessen Rotor über eine Welle direkt mit der zumindest einen Schiffsschraube mechanisch gekoppelt ist, so dass durch eine Drehung des Rotors die zumindest eine Schiffsschraube in eine entsprechende Drehbewegung versetzbar ist.
  • Unter einer direkten Verbindung des Elektromotors mit der Schiffsschraube, die auch als Propeller bezeichnet wird, ist im Rahmen der vorliegenden Beschreibung eine getriebelose Antriebstechnik zu verstehen. Die Änderung der Drehzahl der Schiffsschraube wird alleine durch die Veränderung der Motordrehzahl bewirkt. Eine derartige Realisierung weist den Vorteil auf, dass ein Getriebe zwischen Motor und Schiffsschraube nicht notwendig ist und die erforderlichen Antriebsmotoren für die Schiffsschraube nicht immer mit voller Drehzahl laufen müssen, wenn diese an der Schiffsschraube nicht benötigt wird. Zur Realisierung derartiger Schiffsantriebe sind effiziente und leistungsfähige Elektromotoren mit hoher Leistungsdichte notwendig. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die hohe Leistungsdichte des Antriebsmotors nicht durch einen schlechteren Wirkungsgrad oder eine geringere Haltbarkeit erkauft wird.
  • Aus der Veröffentlichung „Moderne elektrische Schiffsantriebe" von H. Mrugowsky, 10. Symposium Maritime Elektronik, Rostock, 2001, Tagungsband Arbeitskreis Energie- und Steuerungstechnik, Seiten 63 bis 66, ist ein Schiffsantrieb der oben beschriebenen Art bekannt. Der Schiffsantrieb ist als Gondel- oder POD-Antrieb ausgebildet. Ein derartiger Gondel- oder POD-Antrieb weist verbesserte Manövriereigenschaften für große Seeschiffe auf. Hierbei ist der Elektromotor zum Antreiben der Schiffsschraube in einer drehbar unter dem Heck des Schiffes angeordneten Gondel untergebracht, wobei der Elektromotor überflexible Zuleitungen oder Schleifringe gespeist wird. Zur Verbesserung des Wirkungsgrads bei geringerer Kavitation und Geräuschbildung wird in der Veröffentlichung vorgeschlagen, zwei hintereinander angeordnete und bezüglich der Drallwirkung gegenläufig arbeitende Propeller an der Gondel vorzusehen. In einer Variante treibt ein in der Gondel untergebrachter permanenterregter Synchronmotor die zwei Schiffsschrauben mit gegenläufiger Steigung an. In einer anderen Variante wird zur optimalen Auslegung der hintereinander liegenden Schiffsschrauben vorgeschlagen, in der Gondel eine Maschinenkaskade aus einer Asynchron- und einer drehbar gelagerten Synchronmaschine vorzusehen. Der Rotor des Asynchronmotors ist dabei fest mit der hinteren Schiffsschraube und dem Anker der Synchronmaschine, der das Polsystem tragende Rotor der Synchronmaschine dagegen mit der vorderen Schiffsschraube verbunden. Dies ist schematisch in Bild 3 der Veröffentlichung dargestellt.
  • Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schiffsantrieb anzugeben, bei dem Elektromotoren mit großer Leistungsdichte eingesetzt werden können, welche einen hohen Wirkungsgrad und eine hohe Haltbarkeit aufweisen.
  • Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Schiffsantrieb mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen wiedergegeben.
  • Ein erfindungsgemäßer Schiffsantrieb für ein Wasserfahrzeug umfasst zumindest eine Schiffsschraube, mit der eine Antriebskraft für das Wasserfahrzeug erzeugbar ist. Der Schiffsantrieb umfasst weiter einen Elektromotor, dessen Rotor über eine Welle direkt mit der zumindest einen Schiffsschraube mechanisch gekoppelt ist, so dass durch eine Drehung des Rotors die zumindest eine Schiffsschraube in eine entsprechende Drehbewegung versetzbar ist. Der Schiffsantrieb zeichnet sich dadurch aus, dass zur Kühlung des Rotors des Elektromotors ein in der Welle angeordneter Thermosiphon vorgesehen ist, wobei die Schiffsschraube als Wärmesenke für ein Arbeitsmedium des Thermosiphon dient.
  • Die Erfindung macht sich den Umstand zunutze, dass bei Elektromotoren eine Abkühlung des Rotors zu einer Erhöhung des Wirkungsgrads führt. Bei dem erfindungsgemäßen Schiffsantrieb wird die Kühlung des Elektromotors durch einen Thermosiphon in der Rotorwelle bewirkt. Durch die Kühlung der Welle wird auch der Rotor des Elektromotors gekühlt, wodurch sich die erwünschte Wirkungsgraderhöhung des Antriebs ergibt. Die von dem Rotor abgeführte Wärme wird über den Thermosiphon an die im Wasser gelegene Schiffsschraube abgegeben, so dass die Schiffsschraube als Kondensator dient bzw. ausgelegt ist.
  • Die zur Kühlung des Elektromotors notwendigen Komponenten sind wartungsfrei und immer dort einsetzbar, wo bei einem Schiffsantrieb ein Elektromotor direkt mit einer Schiffsschraube bzw. einem Propeller verbunden ist. Dies ist in der Regel bei den eingangs bereits erwähnten POD-Antriebskonzepten, U-Boot-Antrieben usw. der Fall. Aufgrund der in ihrem Kühlmedium angeordneten Schiffsschraube ergibt sich eine hervorragende Wärmeabfuhr. Darüber hinaus ergibt sich der Vorteil einer reduzierten Wicklungstemperatur, so dass für die Wicklungen auch kostengünstigere Gießharze mit einer geringeren Temperaturklasse eingesetzt werden können. Hierdurch können die Kosten des Schiffsantriebs verringert werden.
  • Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist zur Ausbildung des Thermosiphons in der Welle eine sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung vorgesehen, in welcher das Arbeitsmedium aufgrund einer Änderung des Aggregatzustands zwischen flüssig und gasförmig zirkulieren kann. Es ist hierbei zweckmäßig, wenn sich die Ausnehmung über die gesamte Breite des Rotors des Elektromotors erstreckt, damit ein möglichst guter Wärmeeintrag in das Arbeitsmedium in dem Thermosiphon erfolgen kann. Darüber hinaus ist es weiterhin vorteilhaft, wenn die Ausnehmung im Bereich von Lagerstellen des Elektromotors ausgebildet ist. Zusätzlich zur Abkühlung des Rotors werden auch Lagertemperaturen an den Lagerstellen des Antriebsstrangs vergleichmäßigt und verringert, wodurch sich die Lebensdauer dieser hochbelasteten Verschleißteile erhöht.
  • In einer Ausgestaltung weist die Welle einen Zentralabschnitt und zumindest einen Endabschnitt auf, der mit dem Zentralabschnitt fest verbunden ist und an welchem die zumindest eine Schiffsschraube befestigt ist, wobei die Ausnehmung in dem Zentralabschnitt zylindrisch und die Ausnehmung in dem zumindest einen Endabschnitt konisch ausgebildet ist. Durch diese Ausgestaltung wird die Zirkulation des im Betrieb des Schiffsantriebs verschiedene Aggregatzustände aufweisenden Arbeitsmediums sichergestellt. Die Zirkulation des Arbeitsmediums in der Ausnehmung wird im Gegensatz zu herkömmlichen Thermosiphons nicht durch Kapillarkräfte, sondern durch Rotationskräfte ermöglicht. Hierzu ist die konische Gestalt der Ausnehmung in dem zumindest einen Endabschnitt der Welle notwendig, um kondensiertes Arbeitsmedium zurück in Richtung des Rotors des Elektromotors zu pressen.
  • Eine konkrete Ausgestaltung sieht vor, dass der Elektromotor und zumindest ein Teil eines Zentralabschnitts der Welle fluiddicht in einem Gehäuseteil, insbesondere einer Gehäusegondel, angeordnet sind, wobei der zumindest eine Endabschnitt außerhalb des Gehäuseteils ausgebildet ist. Es versteht sich, dass in dem Bereich, in dem die Welle das Gehäuseteil durchtritt, entsprechende Dichtmittel vorgesehen sind, um das Eindringen von Wasser in das Innere des Gehäuseteils, in dem elektrische Komponenten vorgesehen sind, zu verhindern.
  • Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist in der konischen Ausnehmung des zumindest einen Endabschnitts eine Vorrichtung mit sich von einer Zentralnabe radial erstreckenden Speichen vorgesehen, um die Bildung eines Kondensatfilms des Arbeitsmediums an der konischen Wandung des Endabschnitts zu verbes sern. Die Vorrichtung ist bevorzugt in der konischen Ausnehmung angeordnet und bezweckt eine verbesserte Zirkulation des Arbeitsmediums in dem Thermosiphon.
  • Es ist weiterhin zweckmäßig, wenn der Durchmesser der Ausnehmung, insbesondere in dem Zentralabschnitt, im Verhältnis zu dem Durchmesser der Welle derart ist, dass mindestens ein vorgegebenes Drehmoment an die zumindest eine Schiffsschraube übertragen werden kann. Durch das Vorsehen einer Ausnehmung in der Welle wird das von dem Elektromotor auf das Flügelrad übertragbare Drehmoment verringert. Bei der konstruktiven Ausgestaltung des Thermosiphons ist deshalb darauf zu achten, dass ein mindestens notwendiges Drehmoment von der Welle noch an die zumindest eine Schiffsschraube übertragen werden kann. Gegebenenfalls kann das Vorsehen des Thermosiphons in der Welle dazu führen, dass der Durchmesser der Welle erhöht werden muss, um notwendige Betriebsparameter des Schiffsantriebs erfüllen zu können.
  • Es hat sich ferner gezeigt, dass die Effizienz des Thermosiphons dann besonders hoch ist, wenn die Wandung der Ausnehmung rau ist. Dies bedeutet, es ist insbesondere beim Einbringen der Ausnehmungen in den Zentral- und den zumindest einen Endabschnitt der Welle nicht notwendig, die Wandungen in besonderer Weise nachzuarbeiten. Vielmehr hat sich gezeigt, dass die Effizienz des Thermosiphons dann am höchsten ist, wenn nach dem Einbringen der Ausnehmung keine weiteren Bearbeitungsschritte der Ausnehmung erfolgen. Hierdurch lassen sich neben einer maximalen Erhöhung des Wirkungsgrades die Kosten für die Herstellung des Thermosiphons gering halten.
  • Es ist weiterhin zweckmäßig, wenn das Arbeitsmedium in die Ausnehmung unter Vakuum eingebracht und durch Vorsehen von Dichtmitteln dauerhaft verlustfrei in der Ausnehmung angeordnet ist. Als Arbeitsmedium ist ein Kältemittel, insbesondere Wasser, FC72, R124a, R600a, Isobutan usw., mit einer Verdampfungstemperatur von weniger als 100°C vorgesehen. Prinzi piell eignet sich als Arbeitsmedium jedes Kältemittel, das eine Verdampfungstemperatur aufweist, welche geringer ist als die von dem Rotor des Elektromotors erzeugte Wärme.
  • Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Elektromotor in einer Gondel angeordnet, wobei die Gondel mit einem Rumpf des Wasserfahrzeugs mechanisch, und insbesondere gegenüber dem Rumpf verdrehbar, verbunden ist. Hierdurch lässt sich eine wesentlich verbesserte Manövriereigenschaft für große Seeschiffe erzielen.
  • Um einen weiter verbesserten Wirkungsgrad bei geringerer Gravitation und Geräuschbildung zu erzielen, ist an den zwei gegenüberliegenden Enden der Welle jeweils einer der Endabschnitte vorgesehen, an denen jeweils eine Schiffsschraube angeordnet ist. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die beiden an der Welle angeordneten Schiffsschrauben derart ausgestaltet sind, dass diese als bezüglich der Drallwirkung gegenläufig arbeitende Propeller ausgebildet sind.
  • In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung ist jeder der Schiffsschrauben ein Elektromotor zugeordnet, wobei die Elektromotoren insbesondere auf eine gemeinsame Welle einwirken. Dabei kann weiter vorgesehen sein, dass in der gemeinsamen Welle funktional voneinander getrennte Thermosiphons vorgesehen sind, die jeweils einem der Elektromotoren zugeordnet sind. Weist der Schiffsantrieb nur einen Elektromotor, jedoch zwei Schiffsschrauben an gegenüberliegenden Enden der Welle auf, so kann ebenfalls vorgesehen sein, dass in der gemeinsamen Welle funktional voneinander getrennte Thermosiphons vorgesehen sind.
  • Die Erfindung wird nachfolgend näher anhand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
  • 1 eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schiffsantriebs mit einem Elektromotor, und
  • 2 eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schiffsantriebs, bei dem zwei Elektromotoren zum Antrieb zweier Schiffsschrauben vorgesehen sind.
  • 1 zeigt in einer schematischen Darstellung ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schiffsantriebs 1. Der Schiffsantrieb 1 ist als sog. Gondel- oder POD-Antrieb ausgebildet, bei dem ein mit einer Welle 7 verbundener Elektromotor 6 im Inneren eines als Gondel ausgebildeten Gehäuseteils 3 angeordnet ist. Der Elektromotor 6 kann auf prinzipiell beliebige Art und Weise realisiert sein. Insbesondere kann der Elektromotor 6 als Asynchronmaschine, als Synchronmaschine oder als Permanentmagnet erregte Maschine ausgebildet sein. Die Gondel 3 ist über einen Gondelhals 5 mit dem Rumpf eines Schiffes (nicht dargestellt) verbunden. Ein derartiger Gondel- oder POD-Antrieb ermöglicht verbesserte Manövriereigenschaften, insbesondere für große Schiffe.
  • Die mit einem Rotor des Elektromotors 6 mechanisch verbundene Welle 7 tritt im vorliegenden Ausführungsbeispiel an den beiden gegenüberliegenden Enden der Gondel 3 durch jeweilige Durchtrittsöffnungen 4a, 4b aus der Gondel aus. An den Wellenstümpfen ist jeweils eine Schiffsschraube 2 angeordnet, wobei diese bevorzugt als bezüglich der Drallwirkung gegenläufig arbeitende Propeller ausgebildet sind. Aufgrund der gegenüberliegend angeordneten Schiffsschrauben 2 im Wasser 20 an der Gondel 3 wird der Schiffsantrieb als Contrapod bezeichnet.
  • Entgegen der in 1 dargestellten Zeichnung könnte der Schiffsantrieb in einer alternativen Ausgestaltung auch lediglich mit einer einzigen Schiffsschraube 2 versehen sein, so dass die Welle 7 nur an einer Stelle aus der Gehäusegondel 3 austritt.
  • Zur Erhöhung des Wirkungsgrades des Elektromotors 6 ist in der Welle 7 ein Thermosiphon ausgebildet, um den Rotor des Elektromotors 6 sowie Lagerstellen 12, 13 für die Achse 7 zu kühlen. Hierzu verfügt die Welle 7 über eine sich in Längsrichtung erstreckende (d. h. symmetrisch zu einer Rotationsachse der Welle 7) Ausnehmung 8. Die Ausnehmung 8 ist derart ausgestaltet, dass diese in einem Zentralabschnitt 9 der Welle 7, welche im Wesentlichen im Inneren der Gondel 3 verläuft, zylindrisch ausgebildet ist und im Bereich jeweiliger Endabschnitte 10 eine konische Gestalt aufweist. Dabei sind der Zentralabschnitt 9 und die an den beiden gegenüberliegenden Enden der Welle 7 ausgebildeten Endabschnitte 10 fest miteinander verbunden. Die in Seewasser 20 befindlichen Schiffsschrauben 2 dienen als Kondensator für ein im Inneren der Ausnehmung 8 angeordnetes Arbeitsmedium. Um ein Zirkulieren des Arbeitsmediums aufgrund einer Änderung seines Aggregatzustands zwischen flüssig und gasförmig sicherstellen zu können, sind die Schiffsschrauben 2 jeweils mit den Endabschnitten 10 der Welle verbunden.
  • Der Zentralabschnitt 9 sowie die Endabschnitte 10 der Welle 7 sind derart miteinander verbunden, dass das in die Ausnehmung 8 unter Vakuum eingebrachte Arbeitsmedium dauerhaft verlustfrei in der Ausnehmung angeordnet ist. Als Arbeitsmedium ist in der Ausnehmung 8 ein Kältemittel vorgesehen, welches eine Verdampfungstemperatur von bevorzugt weniger als 100°C aufweist. Als Kältemittel kann beispielsweise Wasser, R124a, R600a, FC72, Isobutan und dergleichen, verwendet werden.
  • Durch das Vorsehen der Ausnehmung 8 in der Welle 7 mit der beschriebenen Form in dem Zentralabschnitt 9 und den Endabschnitten 10 sowie dem Einbringen des Kältemittels in die Ausnehmung 8 ist ein in der Welle 7 angeordneter Thermosiphon gebildet, bei dem die mit der Welle 7 verbundenen Schiffsschrauben als Wärmesenke für das Kältemittel des Thermosiphons dienen. Beim Betrieb des Elektromotors werden in der Nähe des Rotors Temperaturen von ca. 150°C bis 300°C erreicht, wodurch das in der Ausnehmung 8 vorgesehene Kältemit tel zu verdampfen beginnt. Aufgrund der im Wesentlichen waagerechten Lage der Welle 7 wird das verdampfte Kältemittel in Richtung der Endabschnitte 10 der Welle 7 aufgrund der Rotation der Welle 7 transportiert. Die Schiffsschrauben 2 sind in Wasser, das beispielsweise 26 bis 27°C aufweist, angeordnet und stellen damit einen Kondensator des Thermosiphons dar. Aufgrund der geringeren Temperatur der Schiffsschrauben 2 sowie der konischen Ausgestaltung der Ausnehmung 8 im Bereich der Endabschnitte 10 kondensiert das verdampfte Arbeitsmittel und wird aufgrund der rotierenden Welle 7 an die Wandung der konischen Ausnehmung des Endabschnitts 10 gedrückt.
  • Durch die konische Gestalt der Ausnehmung 8 im Bereich der Endabschnitte 10 wird das kondensierte Arbeitsmedium in Richtung des Zentralabschnitts 9 gedrückt, bis es wiederum in den Bereich des heißen Elektromotors 6 gelangt und dort von neuem verdampft wird. Das Arbeitsmedium zirkuliert aufgrund seiner Änderung des Aggregatzustands somit zwischen flüssiger und gasförmiger Form in der Ausnehmung 8 der Welle 7. Hierdurch wird Abwärme von dem Elektromotor 6 abtransportiert und über die Schiffsschrauben 2 in das Wasser 20 eingetragen. Die Zirkulation des Arbeitsmediums des in der Welle 7 ausgebildeten Thermosiphons basiert dabei im Gegensatz zu herkömmlichen Thermosiphons nicht auf Kapillarkräften, sondern auf den während des Betriebs auftretenden Rotationskräften in der Welle 7.
  • Im Ergebnis wird hierdurch eine Kühlung des Rotors des Elektromotors 6 sowie der Lagerstellen 12, 13 der Welle 7 im Bereich des Elektromotors bewirkt. Hierdurch ergibt sich einerseits eine Erhöhung des Wirkungsgrades des Elektromotors 6. Andererseits werden die Lagertemperaturen an den Lagerstellen 12, 13 des Antriebsstrangs vergleichmäßigt und verringert, wodurch die Lebensdauer dieser hochbelasteten Verschleißteile erhöht wird.
  • Durch das Einbringen der Ausnehmung 8 in die Welle 7 ist das maximal von der Welle 7 übertragbare Drehmoment gegenüber einer Vollwelle verringert. Der Durchmesser der Ausnehmung 8, insbesondere in dem Zentralabschnitt 9, muss deshalb im Verhältnis zum Durchmesser der Welle 7 derart bemessen sein, dass mindestens ein vorgegebenes Drehmoment an die Schiffsschrauben 2 übertragen werden kann.
  • Bei der Herstellung der Ausnehmung 8 in der Welle ist es nicht notwendig, die Oberfläche der Wandung der Ausnehmung nachzuarbeiten. Es hat sich vielmehr herausgestellt, dass die Effizienz des Thermosiphons umso größer ist, je rauer die Wandung der Ausnehmung ist. Es ist jedoch zweckmäßig, gegebenenfalls zur Herstellung der Ausnehmung 8 in diese eingebrachte Schmierstoffe zu entfernen, da diesen den Aggregatszustand des Arbeitsmediums nachteilig beeinflussen können.
  • In dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Ausnehmung 8 durchgängig zwischen den Wellenstümpfen. In einer alternativen Ausgestaltung könnten in der Welle 8 auch zwei funktional voneinander getrennte Thermosiphons vorgesehen sein, indem in der Welle 7 zwei Ausnehmungen 8 mit einem jeweiligen Zentralabschnitt 9 und einem jeweiligen Endabschnitt 10 vorgesehen werden. Es ist hierbei zweckmäßig, die räumliche Trennung zwischen den beiden Ausnehmungen 8 in etwa mittig des Rotors 6 des Elektromotors 6 vorzunehmen, so dass jeweils ein ausreichender Wärmeeintrag in die Ausnehmungen zur Verdampfung des jeweiligen Arbeitsmediums eingebracht werden kann.
  • 2 zeigt in schematischer Darstellung ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schiffsantriebs. Dieser unterscheidet sich von dem in 1 gezeigten Beispiel dadurch, dass in der Gondel 3 zwei Elektromotoren 6a, 6b vorgesehen sind, die auf die gleiche Welle 7 einwirken. Die Welle 7 ist an Lagerstellen 12a, 13a sowie 12b, 13b der Elektromotoren 6a, 6b gelagert und tritt an gegenüberliegenden Durchtrittsöffnungen 4a, 4b aus. Entsprechend dem Ausfüh rungsbeispiel in 1 ist der Schiffsantrieb als Contrapod-Antrieb ausgebildet, bei dem an den gegenüberliegenden Enden der Welle 7 und damit deren Endabschnitte 10a, 10b zwei Schiffsschrauben 2a, 2b angeordnet sind. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel aus 1 sind in diesem Ausführungsbeispiel zwei Thermosiphons vorgesehen, welche jeweils einem Elektromotor 6a, 6b zugeordnet sind. Die Thermosiphons sind thermodynamisch voneinander getrennt ausbildet. Jeder Thermosiphon weist somit jeweils eine Ausnehmung 8a bzw. 8b mit jeweils einem Zentralabschnitt 9a bzw. 9b und einem sich daran anschließenden Endabschnitt 10a bzw. 10b auf, der eine konische Gestalt hat. Wie vorstehend beschrieben, sind die Schiffsschrauben 2a, 2b mit der Welle 7 im Bereich der Endabschnitte 10a, 10b verbunden.
  • Die in der Gehäusegondel 3 angeordneten Elektromotoren 6a, 6b können beispielsweise eine Maschinenkaskade ausbilden, welche beispielsweise eine Asynchronmaschine (Elektromotor 6a) und eine drehbar gelagerte Synchronmaschine (Elektromotor 6b) umfassen. Der Rotor des Asynchronmotors 6a kann hierbei fest mit der Schiffsschraube 2a und dem Anker der Synchronmaschine, der das Polsystem tragende Rotor der Synchronmaschine 6b mit der Schiffsschraube 2b verbunden sein. Die Teilantriebe 6a, 6b sind dabei sowohl elektrisch über die Kaskadenschaltung der Wicklungen als auch über die Belastung der Schiffsschrauben gekoppelt. Eine derartige Ausgestaltung ist in der Veröffentlichung „Moderne elektrische Schiffsantriebe" von H. Mrugowsky, 10. Symposium Maritime Elektronik, Rostock, 2001, Tagungsband Arbeitskreis Energie- und Steuerungstechnik, Seiten 63 bis 66, beschrieben.
  • Entgegen der in 2 gezeigten Darstellung könnte ein erfindungsgemäßer Schiffsantrieb mit zwei Elektromotoren 6a, 6b auch mit einem einzigen Thermosiphon versehen sein. In diesem Fall erstreckt sich die Ausnehmung zwischen den gegenüberliegenden Enden der Welle 7 durchgängig.
  • Das vorgeschlagene Prinzip zur Erhöhung des Wirkungsgrades des in einem Schiffsantrieb eingesetzten Elektromotors ist wartungsfrei und immer dann anwendbar, wenn der Elektromotor direkt mit der Schiffsschraube verbunden ist. Eine zu erwartende Effizienzsteigerung liegt im Bereich von 1 bis 1,5%, wodurch bei großen Antrieben erhebliche Kosten eingespart werden können. Durch die in ihrem Kühlmedium, dem Wasser, liegende Schiffsschraube ergibt sich eine gute Wärmeabfuhr. Zusätzlich werden zur besseren Abkühlung des Rotors auch Lagertemperaturen an allen Lagerstellen des Propellerantriebsstrangs vergleichmäßigt und verringert. Dies erhöht die Lebensdauer dieser hochbelasteten Verschleißteile. Darüber hinaus weist ein erfindungsgemäßer Schiffsantrieb den Vorteil auf, dass eine reduzierte Wicklungstemperatur erreicht wird, wodurch kostengünstigere Gießharze für die Wicklungen verwendet werden können.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Nicht-Patentliteratur
    • - „Moderne elektrische Schiffsantriebe” von H. Mrugowsky, 10. Symposium Maritime Elektronik, Rostock, 2001, Tagungsband Arbeitskreis Energie- und Steuerungstechnik, Seiten 63 bis 66 [0003]
    • - „Moderne elektrische Schiffsantriebe” von H. Mrugowsky, 10. Symposium Maritime Elektronik, Rostock, 2001, Tagungsband Arbeitskreis Energie- und Steuerungstechnik, Seiten 63 bis 66 [0034]

Claims (16)

  1. Schiffsantrieb (1) für ein Wasserfahrzeug, umfassend – zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b), mit der eine Antriebskraft für das Wasserfahrzeug erzeugbar ist; – einen Elektromotor (6; 6a, 6b), dessen Rotor über eine Welle (7) direkt mit der zumindest einen Schiffsschraube (2; 2a, 2b) mechanisch gekoppelt ist, so dass durch eine Drehung des Rotors die zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b) in eine entsprechende Drehbewegung versetzbar ist; dadurch gekennzeichnet, dass – zur Kühlung des Rotors des Elektromotors (6; 6a, 6b) ein in der Welle (7) angeordneter Thermosiphon vorgesehen ist, wobei die Schiffsschraube (2; 2a, 2b) als Wärmesenke für ein Arbeitsmedium des Thermosiphon dient.
  2. Schiffsantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung des Thermosiphons in der Welle (7) eine sich in Längsrichtung erstreckende Ausnehmung (8; 8a, 8b) vorgesehen ist, in welcher das Arbeitsmedium aufgrund einer Änderung des Aggregatszustands zwischen flüssig und gasförmig zirkulieren kann.
  3. Schiffsantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (8; 8a, 8b) sich über die gesamte Breite des Rotors des Elektromotors (6; 6a, 6b) erstreckt.
  4. Schiffsantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (8; 8a, 8b) im Bereich von Lagerstellen (12, 13; 12a, 13a, 12b, 13b) des Elektromotors (6; 6a, 6b) ausgebildet ist.
  5. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (7) einen Zentralabschnitt (9; 9a, 9b) und zumindest einen Endabschnitt (10; 10a, 10b) aufweist, der mit dem Zentralabschnitt (9; 9a, 9b) fest verbunden ist und an welchem die zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b) befestigt ist, wobei die Ausnehmung (8; 8a, 8b) in dem Zentralabschnitt (9; 9a, 9b) zylindrisch und die Ausnehmung (8; 8a, 8b) in dem zumindest einen Endabschnitt (10; 10a, 10b) konisch ausgebildet ist.
  6. Schiffsantrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (6; 6a, 6b) und zumindest ein Teil eines Zentralabschnitts (9; 9a, 9b) der Welle (7) fluiddicht in einem Gehäuseteil (3), insbesondere einer Gehäusegondel, angeordnet sind, wobei der zumindest eine Endabschnitt (10; 10a, 10b) außerhalb des Gehäuseteils (3) ausgebildet ist.
  7. Schiffsantrieb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der konischen Ausnehmung (8; 8a, 8b) des zumindest einen Endabschnitts (10; 10a, 10b) eine Vorrichtung mit sich von einer Zentralnabe radial erstreckenden Speichen vorgesehen ist, um die Bildung eines Kondensatfilms des Arbeitsmediums an der konischen Wandung des Endabschnitts (10; 10a, 10b) zu verbessern.
  8. Schiffsantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Ausnehmung (8; 8a, 8b), insbesondere in dem Zentralabschnitt (9; 9a, 9b), im Verhältnis zu dem Durchmesser der Welle (7) derart ist, dass mindestens ein vorgegebenes Drehmoment an die zumindest eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b) übertragen werden kann.
  9. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung der Ausnehmung (8; 8a, 8b) rau ist.
  10. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsmedium in die Ausnehmung (8; 8a, 8b) unter Vakuum eingebracht und durch Vorsehen von Dichtmitteln dauerhaft verlustfrei in der Ausnehmung (8; 8a, 8b) angeordnet ist.
  11. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Arbeitsmedium ein Kältemittel, insbesondere Wasser, FC72, R124a, R600a, Isobutan, mit einer Verdampfungstemperatur von weniger als 100°C vorgesehen ist.
  12. Schiffsantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (6; 6a, 6b) in einer Gondel angeordnet ist, wobei die Gondel mit einem Rumpf des Wasserfahrzeugs mechanisch, und insbesondere gegenüber dem Rumpf verdrehbar, verbunden ist.
  13. Schiffsantrieb nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den zwei gegenüberliegenden Enden der Welle (7) jeweils einer der Endabschnitte (10; 10a, 10b) vorgesehen ist, an denen jeweils eine Schiffsschraube (2; 2a, 2b) angeordnet ist.
  14. Schiffsantrieb nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden an der Welle (7) angeordneten Schiffsschrauben (2; 2a, 2b) derart ausgestaltet sind, dass diese als bezüglich der Drallwirkung gegenläufig arbeitende Propeller ausgebildet sind.
  15. Schiffsantrieb nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der Schiffsschrauben (2a, 2b) ein Elektromotor (6a, 6b) zugeordnet ist, wobei die Elektromotoren (6a, 6b) insbesondere auf eine gemeinsame Welle (7) einwirken.
  16. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass in der gemeinsamen Welle (7) funktional voneinander getrennte Thermosiphons vorgesehen sind, die jeweils einem der Elektromotoren (6; 6a, 6b) zugeordnet sind.
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