DE102008029504B4 - Bremsstaubabsauganlage - Google Patents

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    • F16D65/0031Devices for retaining friction material debris, e.g. dust collectors or filters

Abstract

Bremsstaubabsauganlage für mit einer ABS-Einrichtung ausgestattete Fahrzeuge mit Scheibenbremse, bei dessen Betätigung ein Bremsklotz mit Hilfe eines Bremssattels gegen die Bremsscheibe gedrückt wird, wobei die Bremsstaubabsauganlage mit einem Saugapparat (4) ausgestattet ist, der Bremsstaub über eine Saugleitung in eine Filteranlage (4.1) absaugt und der Bremssattel gänzlich von einem Absauggehäuse umgeben ist, an dem die Saugleitung angeschlossen ist, gekennzeichnet durch ein Steuer- und Betriebserfassungsgerät (3), das den Saugapparat (4) einschaltet, sobald die ABS-Einrichtung (1.1) in Funktion ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Bremsstaubabsauganlage für mit einer ABS-Einrichtung ausgestatteten Fahrzeuge mit Scheibenbremse, bei dessen Betätigung ein Bremsklotz mit Hilfe eines Bremssattels gegen die Bremsscheibe gedrückt wird, wobei die Bremsstaubabsauganlage mit einem Saugapparat ausgestattet ist, der Bremsstaub über eine Saugleitung in eine Filteranlage absaugt und der Bremssattel gänzlich von einem Absauggehäuse umgeben ist, an dem die Saugleitung angeschlossen ist.
  • Die erfindungsgemäße Bremsstaubabsauganlage kann für scheibengebremste land- und schienengebundene Fahrzeuge sowie für Flugzeuge eingesetzt werden.
  • Bremsstaub gilt als der feinste und aggressivste Staub, der durch Fahrzeuge entwickelt wird. Dieser Bremsstaub hat bekanntermaßen krebserregende Wirkungen bei Mensch und anderen Säugetieren. Er setzt sich nicht nur in Lungen und Atemwegen ab, sondern dringt auch in kleinste Ritzen bzw. lagert sich auf Flächen ab und erzeugt eine schwermetallähnliche, sich immer weiter aufbauende, nur schwer entfernbare Borke. Zudem ist Bremsstaub immer noch mit Asbest versetzt, dessen schädliche Wirkungen allseits bekannt sind.
  • Um diese schädlichen Emissionen zu vermeiden sind bereits verschiedene Vorrichtungen zum Absaugen und Sammeln von Bremsstaub bekannt. So ist in der DE 4240873 C2 eine Bremsstaubrückhaltevorrichtung für Kraftfahrzeuge mit Scheibenbremsen beschrieben. Diese bekannte Vorrichtung ist mit einer Absaugdüse ausgestattet, die auf der Bremsscheibenauslaufseite angeordnet ist und über eine Saugleitung mit einem zentralen Sauggebläse verbunden ist. Am Sauggebläse ist eine Filtereinheit für den Bremsstaub angeordnet.
  • Die DE 10 2006 051 972 A1 lehrt eine Bremsstaubsammelvorrichtung für eine Scheibenbremse, die mit einem Gehäuse ausgestattet ist, das zum Übergreifen eines Abschnitts der Bremsscheibe ausgebildet ist, der sich in Hauptdrehrichtung der Bremsscheibe unmittelbar an den Bremssattel anschließt. In dem Gehäuse ist eine Bremsstaubrückhalteeinrichtung angeordnet.
  • In der DE 20 2005 006 844 U1 ist eine Bremsstaubabsauganlage beschrieben, die mit einem Gehäuse ausgestattet ist, in welches die Bremsscheibe eingekapselt ist. Zudem kann eine Luftströmung durch einen Lufteinlass in das Gehäuse eintreten und durch einen Luftauslass auch wieder verlassen. Die Luftströmung ist innerhalb des Gehäuses derart geführt, dass der Abrieb von der Luftströmung mitgenommen wird.
  • Aus der FR 2 815 099 A1 ist eine gattungsgemäße Bremsstaubabsauganlage bekannt, die mit einer Vorrichtung zur Erzeugung von Unterdruck ausgestattet ist. Bei dieser Vorrichtung kann es sich um eine Venturi-Düse oder eine Vakuumpumpe handeln.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Bremsstaubabsauganlage bereit zu stellen.
  • Gelöst wird diese Aufgabe durch die Lehre des Anspruchs 1.
  • Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
  • Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Von den Zeichnungen zeigen:
  • 1 das Funktionsschema einer Bremsstaubabsauganlage für Kraftfahrzeuge,
  • 2 eine schematische Darstellung einer Bremsstaubabsauganlage, die auf die Bremsscheibe einer Scheibenbremse montiert ist, und
  • 3 eine Seitenansicht der Bremsstaubabsauganlage in schematischer Darstellung.
  • Wie aus den Figuren ersichtlich ist, ist der Bremssattel mit einem zusätzlichen Absauggehäuse umgeben.
  • An dem Absauggehäuse sind mehrere Saugleitungen angeschlossen, die zu einer Filteranlage führen. Bei dieser Filteranlage kann es sich um einen Einzelfilter oder um einen Zentralfilter handeln. In der Filteranlage wird der Bremsstaub gesammelt, so dass er schließlich entsorgt werden kann.
  • An größer dimensionierten Anlagen bei Schienenfahrzeugen oder Lastkraftfahrzeugen kann pro Rad oder Scheibe mit Bremssattel jeweils ein Einzelsauggerät oder Einzelfilter installiert werden.
  • Das Absauggehäuse erstreckt sich (bezogen auf die Enden des Bremsklotzes bzw. Bremsbelags) über den Bremssattel hinaus und somit über die Stelle, wo die Bremsscheibe den Kontakt zum Belag in Drehrichtung (insbesondere bei Vorausfahrt) verlässt. Das Absauggehäuse erstreckt sich dabei kreisbogenförmig um die Bremssattel.
  • Der Bremsstaub kann somit an dieser Stelle nicht ins Freie austreten, sondern wird auch hier, wie im Innenbereich des Absauggehäuses, abgesaugt.
  • Man kann das Absauggehäuse auch als ein solches beschreiben, das vom Profil her dem Bremssattel ähnelt, der die Scheibe in einen kurzen Kreisbogen umgibt. Das Absauggehäuse ist lediglich länger ausgebildet und entspricht in etwa einem Bremssattel, der größer ist.
  • Das Funktionsschema einer derartigen Bremsstaubabsauganlage ist in der 1 mit Hilfe eines zentralen Saugapparats 4 näher dargestellt. Dieser Saugapparat 4 ist an die Bremse durch das Absauggehäuse angeschlossen und saugt Staub in die Filteranlage 4.1.
  • Das Sauggerät 4 beginnt seinen Dienst zweckmäßigerweise bei der Betätigung des Bremsvorganges (Bremspedal 1 oder Bremshebel bei einem Schienenfahrzeug), und zwar unabhängig davon, wie stark die Bremsverzögerung ist.
  • Nach Beendigung des Bremsvorganges läuft die Bremsstaubabsauganlage zweckmäßigerweise noch eine vorgegebenen Zeitspanne weiter. Dies wird durch ein Betriebsverzögerungssystem 3.1 gesteuert. Auf diese Weise kann eine Nachreinigung der Anlage erfolgen. Reststaubbildungen werden abgesaugt.
  • Bei nicht schienengebundenen Fahrzeugen, die mit einem ABS-System 1.1 ausgestattet sind, soll das Absaugen erst dann beginnen, wenn die ABS-Einrichtung 1.1 in Funktion ist. Übliche ABS-Einrichtungen arbeiten ab 8 km/h. Dieser Wert kann jedoch nach oben oder unten korrigiert werden.
  • Bei kurzen Fahrten oder Fahrten im Schritttempo soll kein Saugvorgang eingeleitet werden.
  • Gesteuert werden diese Maßnahmen durch ein Steuer- und Betriebserfassungsgerät 3. Dieses Steuer- und Betriebserfassungsgerät 3 kontrolliert den Gesamtzustand der Anlage.
  • Ferner ist ein Wet-Fühler 2 vorgesehen, der diejenige Fläche, an der sich der Staub bildet und das den Sattel umgebende Gehäuse daraufhin überprüft, ob der abgeriebene Staub trocken ist oder ob durch Nässe ein Verkleben dieses Staubes erfolgen kann. Bei Nässe schaltet der Wet-Fühler 2 die Bremsstaubsauganlage ab.
  • Ist der durch Abrieb entstandene Staub trotz einer feuchten Umgebung trocken, kann die Bremsstaubanlage durch den Wet-Fühler 2 derart gesteuert werden, dass sie freigegeben wird und ein Absaugen weiterhin stattfindet.
  • Üblicherweise wird der Saugapparat 4 erst angeschaltet, wenn die ABS-Einrichtung 1.1 arbeitet, der Wet-Fühler 2 die Bremsstaubanlage freigibt und ein Systemprüfer 3.2 arbeitet.
  • Zusätzlich ist ein Zustandskontrollsystem 4.2 vorhanden, das den Luftdurchfluss einschließlich der darin enthaltenden Partikeln mit Hilfe eines Luftmengenmessers ermittelt. Diese Werte werden an das Steuer- und Betriebserfassungsgerät 3 geleitet.

Claims (5)

  1. Bremsstaubabsauganlage für mit einer ABS-Einrichtung ausgestattete Fahrzeuge mit Scheibenbremse, bei dessen Betätigung ein Bremsklotz mit Hilfe eines Bremssattels gegen die Bremsscheibe gedrückt wird, wobei die Bremsstaubabsauganlage mit einem Saugapparat (4) ausgestattet ist, der Bremsstaub über eine Saugleitung in eine Filteranlage (4.1) absaugt und der Bremssattel gänzlich von einem Absauggehäuse umgeben ist, an dem die Saugleitung angeschlossen ist, gekennzeichnet durch ein Steuer- und Betriebserfassungsgerät (3), das den Saugapparat (4) einschaltet, sobald die ABS-Einrichtung (1.1) in Funktion ist.
  2. Bremsstaubabsauganlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere zu der Filteranlage (4.1) führende Saugleitungen an dem Absauggehäuse angeschlossen sind.
  3. Bremsstaubabsauganlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Absauggehäuse über den Bremssattel hinaus kreisbogenförmig um die Bremsscheibe erstreckt.
  4. Bremsstaubabsauganlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Betriebsverzögerungssystem (3.1), das den Sauapparat (4) nach Beendigung der Betätigung der Scheibenbremse eine vorgegebene Zeitspanne weiter laufen lässt.
  5. Bremsstaubabsauganlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Wet-Fühler (2), der die Nässe des Bremsstaubs ermittelt und den Saugapparat (4) ausschaltet, sobald der Bremsstaub einen vergebenen Nässewert überschreitet.
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