DE10132546C1 - Textiles Material für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage - Google Patents

Textiles Material für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage

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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein textiles Material für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage unter Verwendung von insbesondere faserartigem oder geschlauftem Effektmaterial 2, wobei in Längsrichtung des textilen Materials 1 neben dem Effektmaterial 2 eine hinsichtlich der mechanischen Belastbarkeit unabhängige Traggrundstruktur vorgesehen ist.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein textiles Material. Die vorliegende Erfindung betrifft darüber hinaus eine Trageeinrichtung zum Einsetzen oder Einhängen des textilen Materials in das Becken einer Kläranlage, ein Abwasserreinigungsmodul mit mindestens einer Trageeinrichtung sowie die Verwendung des textilen Materials für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage.
Beim Klärvorgang in einer biologischen Kläranlage wird im Bodenbereich des Klärreaktors Gas, z. B. Sauerstoff zur Durchführung einer aeroben Abwasserreinigung eingeleitet. Das Gas steigt zur Wasseroberfläche und wird hierbei von im Klärbecken vorgesehenen Mikroorganismen verbraucht. Hierzu werden flächige textile Materialien in den von Gas durchströmten Bereichen positioniert, damit Mikroorganismen an den Seitenflächen des textilen Materials unter kontinuierlicher Zugabe von Gas und einem Nahrungsangebot zu einem Biofilm anwachsen. Ohne Sauerstoffzufuhr unter Luftabschluß erfolgt die Abwasserreinigung anaerob.
Ein solches textiles Material für die Besiedlung mit Mikroorganismen ist bereits aus der DE 41 25 319 C1 bekannt. Hierbei handelt es sich um eine textile Breitware, die nebeneinander streifenförmig angeordnete und miteinander verbundene Bewuchsstreifen sowie stabilisierende Abstandsstreifen aufweist. Das textile Material wird mittels einer Tragestange und einem am gegenüberliegenden Ende des textilen Materials vorgesehenen Gewicht eingehängt. Das Effektmaterial ist bei diesem bekannten textilen Material (Schlingware) jeweils als sogenannter "Bewuchsstreifen" streifenförmig in Längsrichtung, d. h. von oben nach unten angeordnet. Die Abstandsstreifen sind aus Kett- und Schußfäden gewirkt. Damit stellen das streifenförmige Effektmaterial sowie die vorerwähnten Abstandsstreifen die die mechanische Belastung aufnehmende Tragstruktur des textilen Materials dar. Dies führt dazu, daß sich das textile Material im Laufe der Zeit dehnt, d. h. längt, was dazu führt, daß dessen Unterseite mit der Führungsstange (Gewicht) auf den Belüftungseinrichtungen aufliegt und es aufgrund dessen zu Störungen kommt. Die senkrechtstehenden Bewuchsstreifen nutzen darüber hinaus die Turbulenz der Strömung zur biologischen Steuerung des Biofilms nicht ausreichend. Ferner ist die Herstellung des bekannten textilen Materials relativ aufwendig.
Aus der DE 196 54 030 C2 ist ein textiler Aufwuchsträger, bestehend aus einem flächenartigen Textilgebilde mit einer gitter- oder streifenartigen Oberflächenstruktur bekannt. Der Aufwuchsträger besteht aus einem Fadensystem aus einer seilartigen dreidimensionalen Maschenstruktur aus steifem bändchenförmigen Kunststoffmaterial. Die Maschenstruktur, also das Effektmaterial, nimmt gleichzeitig die mechanische Last auf. Strukturbedingt tritt hierbei eine Längung des Aufwuchsträgers bei Belastung auf.
Die DE 41 25 319 C1 beschreibt ein textiles Material als Trägermaterial für die Besiedlung mit Mikroorganismen, welches als textile Breitware ausgebildet ist und nebeneinander streifenförmig angeordnete und miteinander verbundene Bewuchsstreifen sowie stabilisierende Abstandstreifen aufweist. Auch hier nehmen die Bewuchsstreifen die mechanische Last auf, was zu einer Längung des textilen Materials bei Belastung führt.
Die DE 44 44 331 A1 beschreibt ein Trägermaterial für Mikroorganismen für die biologische Abluftreinigung. Dieses Trägermaterial ist streifenförmig ausgebildet und besteht aus Kettfäden und in Schußrichtung eingebrachten Effektgarn. Das streifenförmige Trägermaterial wird als solches in einen Rahmen eingehängt, wobei eine Vielzahl von Streifen innerhalb des Rahmens nebeneinanderliegend angeordnet sind.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein textiles Material zur Verfügung zu stellen, welches eine reduzierte Neigung zur "Längung" unter Belastung besitzt und gleichzeitig eine höhere biologische Aktivität zuläßt und vergleichsweise einfach hergestellt werden kann.
Die vorliegende Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen textilen Material dadurch gelöst, daß das textile Material als Breitware ausgebildet ist und in Längsrichtung des textilen Materials neben einem dreidimensionalen Effektmaterial eine hinsichtlich der mechanischen Belastbarkeit unabhängige, von dem Effektmaterial mechanisch entkoppelte Traggrundstruktur vorgesehen ist, die eine Längung der Traggrundstruktur unter Belastung ausschließt. Erfindungsgemäß ist das Effektmaterial zur Bildung des Biofilms von der Traggrundstruktur entkoppelt. Die Traggrundstruktur kann demzufolge mechanisch entsprechend ausgelegt sein, z. B. aus hochfesten Materialien bestehen, die eine "Längung" unter Belastung ausschließen. Das Effektmaterial selbst kann demgegenüber ohne Anforderungen hinsichtlich der mechanischen Stabilität im Bezug auf eine optimale Form, Anordnung und Verteilung für den biologischen Prozeß optimiert werden. Darüber hinaus läßt sich das Effektmaterial - falls nötig - separat produzieren und kann anschließend mit der Traggrundstruktur verbunden werden.
Das Effektmaterial ist zweckmäßigerweise mit der Traggrundstruktur verschweißt, verklebt, vernäht, verwirkt, verwebt oder verflochten. Auch eine Kombination der vorerwähnten Verbindungsarten kann vorgesehen sein.
Zweckmäßigerweise weist die Traggrundstruktur die mechanische Belastung aufnehmende Kettfäden auf, wobei das Effektmaterial in Schußrichtung eingetragen sind. Hierdurch können herstellungsbedingt unterschiedlichste Formen sowie Anordnungen von Effektmaterial in einfacher Weise unter Anwendung vergleichsweise einfacher Maschinentechnologie erzeugt werden.
Vorzugsweise ist das Effektmaterialen durch von in Schußrichtung eingetragenem Effektmaterial (z. B. Effektgarn, Schlaufenträger oder bewuchsoptimiert angesetztes Fadenmaterial) gebildet und zwar vorzugsweise unter Schlaufenbildung.
Gemäß einer alternativen Ausgestaltung besitzt die Traggrundstruktur Schußfäden, wobei das Effektmaterial zusätzlich, d. h. neben diesen Schußfäden vorgesehen ist. Das Effektmaterial kann demzufolge beispielsweise bevorratet werden und während und/oder nach Erstellung eines entsprechenden Gewebes auf dieses nachträglich aufgebracht werden. Gewebe für die Traggrundstruktur unter Ausbildung von Schuß- und Kettfäden lassen sich in sehr hohen Herstellungsgeschwindigkeiten produzieren. Das komplette textile Material kann anschließend unter Einarbeitung von Effektmaterial komplettiert werden. Die Querelastizität kann 0 sein, das Effektmaterial kann weich, elastisch oder diagonal sein.
Zweckmäßigerweise werden als Effektmaterial Effekstrukturstreifen eingesetzt, die entweder quer oder schräg zur Längsachse des textilen Materials verlaufend, Durchgangsbereiche bildend angeordnet sind. Daraus resultieren gitterartige Strukturen mit waagrechter oder diagonaler Ausprägung, welche die Turbulenzausbildung im umströmenden Medium des Klärreaktors verbessern, was wiederum der Selbstreinigung des textilen Materials, d. h. der biologischen Erneuerung des Biofilms zugute kommt.
Alternativ kann das Effektmaterial abwechselnd angeordnete Effektmaterialinseln entlang des textilen Materials aufweisen.
Die Tragstruktur, die die mechanische Festigkeit des textilen Materials gewährleistet, kann zweckmäßigerweise Markierungen aufweisen, wodurch bei der Konfektionierung eine hohe Maßgenauigkeit erreicht wird.
Auch können mehrere Schichten von Effektmaterial - im Schnitt des textilen Materials gesehen - vorgesehen sein.
Zweckmäßigerweise weist das Effektmaterial eine zur Verbesserung ihrer Wirkungseigenschaften modifizierte Oberfläche auf (z. B. keramische Oberfläche, Solgeltechnik, aktivkohlehaltige Oberfläche, enzymhaltige Oberfläche).
In das textile Material können zusätzlich im Bedarfsfall Stehfäden, beispielsweise bei großdimensionierten Durchgangsöffnungen, und/oder Bänder eingearbeitet sein.
Um eine möglichst hohe Bauschigkeit zu erzeugen wird das Effektmaterial aus einem aus thermisch verformbarem Material bestehenden Schlaufenträger erzeugt welches in dem thermisch verformten Zustand eine gekrümmte Querschnittsform aufweist. Hierdurch entsteht ausgehend von dem flachen Zustand des Schlaufenträgers durch thermische Verformung ein dreidimensionales, bauschiges, in diesem Fall schnurartiges Effektmaterial.
Bei einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung des textilen Materials nach einem der Ansprüche 1-12 wird das Effektmaterial über Schußeintrag eingebracht.
Insbesondere wird eine Kettfäden umfassende Traggrundstruktur hergestellt und anschließend das Effektmaterial in Schußrichtung eingebracht oder vorgefertigtes Effektmaterial aufgebracht, d. h. mit der Traggrundstruktur insbesondere verschweißt, verklebt, vernäht, verwirkt, verwebt oder verflochten.
Zweckmäßigerweise kann es sich bei dem textilen Material auch um ein sogenanntes Abstandsgewirke oder -gewebe handeln.
Dadurch, daß gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung die Größe der Durchgangsbereiche in Längsrichtung variiert wird, können die Durchgangsöffnungen an die Verhältnisse innerhalb des Klärreaktors angepaßt werden. Beispielsweise können die Durchgangsöffnungen im unteren Bereich größer ausgestaltet sein, da dort im Klärreaktor ein größerer Anteil an Feststoffen sich befindet.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Trageeinrichtung zum Einsetzen oder Einhängen in einen mit zu behandelndem Abwasser gefüllten Klärreaktor unter Verwendung von textilem Material nach einem der Ansprüche 1 -13. Die Trageeinrichtung ist darin gekennzeichnet, daß das textile Material elastisch am Rahmen fixiert. Dies kann beispielsweise über elastische oder bewegliche Elemente z. B. einen über elastische Elemente gehalterten Hilfsrahmen erfolgen. Zusätzlich ist vorgesehen, daß die elastischen oder beweglichen Elemente oder Rahmen zwangsbewegt werden (beispielsweise durch eine Mechanik oder Pneumatik oder nach dem Prinzip des sogenannten Fluidic muscle). Dadurch ergibt sich eine Verbesserung des Selbstreinigungseffekts durch strömungsbedingte Bewegung, d. h. durch ein Hin- und Herschwingen des textilen Materials.
Ferner kann der Rahmen der Trageeinrichtung zur Vermeidung eines Aufliegens des textilen Materials auf der Belüftungseinrichtung an der Unterseite über Befestigungseinrichtungen im Klärreaktor fixiert sein und die Lagefixierung oberseitig durch Schwimmkörper erfolgen.
Die Verwendung eines Rahmens ermöglicht es auch, an der Unter- und/oder Oberseite und/oder im Seitenbereich Leitflächen bzw. Leiteinrichtungen zur gezielten Strömungsbeeinflussung vorzusehen.
Das textile Material ist zweckmäßigerweise im Rahmen eingeklebt, eingeschweißt, genietet oder geklemmt.
Des weiteren kann der Rahmen mit mindestens einem Sensor, beispielsweise einem Farbindikator ausgestattet sein. Die Färbung des Farbindikators kann beispielsweise optisch abgetastet und elektronisch aufbereitet werden.
Auch können zweckmäßigerweise zur Unterstützung der Stabilität des Gesamtsystems am Rahmen Abstandshalter zur Beabstandung benachbarter Trageeinrichtungen vorgesehen sein.
Eine alternative Ausgestaltung der, vorliegenden Trageeinrichtung ist darin gekennzeichnet, daß das textile Material sich zwischen einer oberen und unteren Querstrebe befindet, die obere Querstrebe in einen Rahmen oder eine Halterung einhängbar ist und beidseitig zum textilen Material Haltestreifen zur Einleitung der Haltekraft in die untere Querstrebe vorgesehen sind, wodurch das textile Material als solches keine Dehnung, d. h. Längung erfährt.
Die vorliegende Erfindung betrifft darüber hinaus ein Abwasserreinigungsmodul unter Verwendung mindestens einer Trageeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 14-20. Das betreffende Abwasserreinigungsmodul besitzt Belüftungselemente, die am Abwasserreinigugnsmodul unmittelbar fixiert sind und daher eine Entfernung der Belüftungseinrichtung aus dem Klärreaktor möglich wird, ohne daß das Abwasserreinigungsmodul selbst entfernt werden muß.
Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des textilen Materials gemäß mindestens einem der Ansprüche 1-13 für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden anhand von Zeichnungsfiguren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine stark vereinfachte schematische Darstellungsweise der Anordnung des textilen Materials in einem Klärreaktor gemäß dem Stand der Technik;
Fig. 2 verschiedene Ausgestaltungen des textilen Materials gemäß der Erfindung;
Fig. 3 verschiedene Ausgestaltungen der Trageeinrichtung gemäß der Erfindung;
Fig. 4 verschiedene Ausgestaltungen der Befestigung des textilen Materials am Rahmen;
Fig. 5 verschiedene Ausgestaltungen von Halteeinrichtungen zur Befestigung des Rahmens in einem Abwasserreinigungsmodul;
Fig. 6 verschiedene Ausgestaltungen des Effektmaterials für den Einsatz in einem textilen Material gemäß der vorliegenden Erfindung jeweils im Querschnitt gesehen sowie
Fig. 7 verschiedene Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Abwasserreinigungsmoduls.
Fig. 1 beschreibt in stark vereinfachter, schematischer Darstellungsweise die Anordnung einer Mehrzahl von flächenhaften, textilen Materialien 100, die in einem Klärreaktor 40 parallel zueinander mit Zwischenraum zueinander positioniert sind. Innerhalb des Klärreaktors 40 befindet sich das zu reinigende Abwasser. An der Unterseite des jeweiligen textilen Materials 10 oberhalb des Bodens des Klärreaktors 40 befinden sich den einzelnen textilen Materialien 100 zugeordnete, in der Ausgestaltung gemäß Fig. 1 rohrförmige Belüftungseinrichtungen 50 mit Düsen 51, aus denen Gas, z. B. Sauerstoff für einen aeroben Betrieb der Kläranlage, nach oben austritt und entlang des textilen Materials 100 nach oben zur Oberfläche steigt. Hierbei werden die Mikroorganismen im Bereich des textilen Materials 100 mit Sauerstoff versorgt, wodurch sich - unter Verbrauch des Sauerstoffs - ein Biofilm aufbaut. Das Abwasser wird auf diese Art und Weise biologisch gereinigt.
Innerhalb des Klärreaktors 40 befinden sich üblicherweise (nicht dargestellte) Rührwerke oder vergleichbare Einrichtungen zur Gewährleistung einer Umwälzung des Abwassers innerhalb des Klärreaktors.
Fig. 2A zeigt eine erfindungsgemäße Ausgestaltung der vorliegenden, ein textiles Material 1 für den Einsatz in einer vorbeschriebenen biologischen Kläranlage betreffenden Anmeldung. Das textile Material 1 umfaßt erfindungsgemäß eine hinsichtlich der mechanischen Belastbarkeit unabhängige Traggrundstruktur in Form von diese mechanische Belastbarkeit gewährleistenden Kettfäden 3. Diese Kettfäden 3 sind in der Auswahl des Materials und/oder ihrer Dimensionierung so ausgelegt, daß sie die mechanische Belastbarkeit in Längsrichtung, d. h. in vertikaler Richtung im Klärbecken sicherstellen.
Das sogenannte Effektmaterial 2, also das Material, an dem sich der Biofilm bilden soll, ist bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 2A jeweils streifenförmig (Effektmaterialstreifen 6) übereinanderliegend ausgebildet. Zwischen den einzelnen Streifen des Effektmaterials 2 befindet sich ein ebenfalls streifenförmiger Durchgangsbereich 5. Das Effektmaterial 2 in Fig. 2A ist in Schußrichtung eingetragen.
Bei der Fig. 2B ist das Effektmaterial 2 in Form von ebenfalls in Schußeintrag gebildeter, abwechselnd flächiger Bereiche, sogenannter Effektmaterialinseln 7 realisiert.
Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 2C verläuft das streifenförmige Effektmaterial 2 schräg zur Längsachse des textilen Materials 1 und bildet ein Durchgangsbereiche 5 definierendes, netzartiges Muster.
Die Ausgestaltung gemäß Fig. 2D weist im Gegensatz zu der Ausgestaltung gemäß Fig. 2B nach unten hin sich vergrößernde Durchgangsbereiche 5 auf, wodurch die Form des Effektmaterials 2 den konkreten Gegebenheiten, z. B. höhere Feststoffdichte im unteren Bereich des Klärreaktors, angepaßt werden kann und damit die Leistungsfähigkeit bzw. der Wirkungsgrad des textilen Materials verbessert werden kann.
Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 2D sind neben den Kettfäden 3 sowie des Effektmaterials 2 zusätzliche, die Traggrundstruktur in ihrer mechanischen Belastbarkeit festlegende Schußfäden 4 vorhanden.
Derartige zusätzliche Schußfäden 4 können, falls dies aus mechanischen Gesichtspunkten wichtig ist, natürlich bei all den unterschiedlichen, vorerwähnten Mustern des Effektmaterials 2 vorgesehen sein. Das Effektmaterial 2 kann aber auch als solches den jeweiligen Schußfaden 4 ersetzen.
Hergestellt wird das textile Material in zwei Varianten. Bei der ersten Variante wird die Traggrundstruktur bestehend aus hochfesten Kettfäden 3 sowie gegebenenfalls zusätzlichen Schußfäden 4 auf einer geeigneten Spinnereimaschine hergestellt. Das Fadenmaterial kann hierzu an die Anforderungen der mechanischen Festigkeit angepaßt werden. Gleiches gilt für die Fadendimensionierung. Parallel hierzu wird das Effektmaterial 2 hergestellt, beispielsweise in Bandform oder in Form flächiger, d. h. inselartiger Bereiche. Zur Reinigung von sehr gering verschmutztem Abwasser kann das Effektmaterial 2 ohne Bildung von Durchgangsbereichen mit der Traggrundstruktur verbunden werden.
Die weitere Variante besteht darin, die Traggrundstruktur bestehend aus Kettfäden herzustellen und über Schußeintrag mittels eines Effektfadens Effektmaterial gemäß den Fig. 2A-D in einem Verfahrensablauf in das textile Material einzubringen.
Bei beiden Varianten kann - falls gewünscht - in einfacher Weise die Größe der Durchgangsbereiche 5 variiert werden.
Auch ist es zweckmäßig, die für das Effektmaterial verwendeten Garnmaterialien durch Modifizierung der Faseroberfläche (keramische Oberfläche, Solgeltechniken, aktivkohlehaltige Oberflächen, enzymhaltige Oberflächen) zu veredeln. Besonders bei der separaten Herstellung des Effektmaterials 2 besteht die Möglichkeit, diese auch insgesamt einem Veredelungsprozeß zuzuführen.
Im Bedarfsfall können, vor allem bei besonders großflächigen Durchgangsbereichen - zusätzliche Stehfäden (nicht dargestellt) vorgesehen sein.
Gemäß Fig. 3A ist das textile Material in einem in sich tragfähigen Rahmen 13 fixiert, wodurch eine Trageeinrichtung zum Einsetzen oder Einhängen des textilen Materials 1 in den Klärreaktor geschaffen wird. Diese Trageeinheit ist in einfacher Weise handhabbar und besitzt den zusätzlichen Vorteil, daß sich die Abmessungen im eingehängten Zustand nicht verändern. Am Rahmen kann sich auch ein Sensor 20 z. B. Farbindikator befinden.
Gemäß Fig. 3B kann vor allem bei großflächigen Rahmen 13 mindestens ein Stabilisierungsbügel 14 entweder quer oder in Längsrichtung des Rahmens 13 angeordnet sein, um das textile Material in seiner flächigen Anordnung bei Strömung zu halten.
Bei der Variante gemäß Fig. 3C umfaßt der Rahmen 13 an der Unterseite vorstehende Lagervorsprünge 29, womit der Rahmen 13 im unteren Bereich des Klärreaktors beispielsweise in einem insgesamt einzusetzenden Abwasserreinigungsmodul fixiert werden kann. An der Oberseite befinden sich Schwimmkörper 18, die den Rahmen 13 in vertikaler Ausrichtung halten.
Bei der Trageeinrichtung gemäß Fig. 3F handelt es sich um ein textiles Material 1 der vorbeschriebenen Art, welches zwischen einer oberen Querstrebe 21 und einer unteren Querstrebe 22 positioniert ist. Die obere Querstrebe 21 ist in einen (nicht dargestellten) Rahmen oder in eine (nicht dargestellte) Halterung im Klärreaktor oder in einem Abwasserreinigungsmodul einhängbar. Die untere Querstrebe 22 dient hierbei zum Aufspannen des textilen Materials sowie als Gewicht. Beidseitig zum textilen Material sind weiterhin Haltestreifen 23, 24 vorgesehen, mittels welcher die Haltekraft von der oberen Querstrebe 21 in die untere Querstrebe 22 eingeleitet wird. Hierdurch wird das textile Material 1 entlastet.
Da die Trageeinrichtung gemäß der Fig. 3A-3D einen in sich stabilen Rahmen 13 aufweist, können an diesem Rahmen 13 Leitflächen 19 zur Strömungsbeeinflussung, wie dies in Fig. 3G dargestellt ist, vorgesehen sein.
Die Befestigung des textilen Materials 1 innerhalb des Rahmens 13 erfolgt zweckmäßigerweise dadurch, daß das textile Material 1 auf den Rahmen 13 geschweißt wird. Das textile Material kann aber auch festegeklebt werden. Das Verschweißen kann zweckmäßigerweise (vgl. Fig. 4A) unter Verwendung einer Düse (Punktschweißen) oder Rolle 31 (Haftschweißen) erfolgen.
Die Fig. 5A-5D zeigen jeweils unterschiedlich ausgebildete Eckbereiche A (vgl. Fig. 3A) des Rahmens 13.
Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 5A wird der Rahmen über beidseitig angeordnete Haltenasen 32 eingehängt.
Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 5B wird der Rahmen mittels einer U-Schiene 33 beidseitig versehen und auf ein entsprechendes Profil 33 oder umgekehrt aufgeschoben.
Alternativ können gemäß Fig. 5C Ösen 35 beidseitig vorgesehen sein.
Alternativ kann auch einseitig ein Scharnier 36 zum Herausklappen des Rahmens 13 vorgesehen sein. Die betreffenden Halteeinrichtungen können auch untereinander, z. B. Haltenase 32 auf der einen Seite sowie Scharnier 36 auf der gegenüberliegenden Seite, kombiniert werden.
Fig. 6A zeigt - im Schnitt - ein Effektmaterial 2, insbesondere für den Einsatz in einem textilen Material gemäß der Erfindung. Das Effektmaterial 2 umfaßt einen sogenannten Schlaufenträger 9 sowie ein schlaufenförmig eingearbeitetes Effektgarn 10. Der Schlaufenträger 9 ist zweckmäßigerweise aus thermisch formbarem Material gebildet und im Ausgangszustand im wesentlichen eben ausgebildet. Wird das thermisch formbare Material einer thermischen Beanspruchung ausgesetzt, so verformt sich dies zu einer gekrümmten Querschnittsform, wodurch eine Art "Effektmaterialschnur" mit umfänglich angeordnetem Effektgarn 10 entsteht. Hierdurch wird eine besondere Bauschigkeit erzielt. Das Effektmaterial 2 umfaßt zweckmäßigerweise eine Mehrzahl entsprechender schnurförmiger Gebilde gemäß Fig. 6A, wie diese durch Fig. 6B zum Ausdruck gebracht werden soll.
Alternativ kann ein garnartiger Schlaufenträger, wie dies in Fig. 6C dargestellt ist, eingesetzt werden.
Die einzelnen das textile Material 1 umfassenden Trageeinrichtungen sind zweckmäßigerweise zu sogenannten Abwasserreinigungsmodulen 30 zusammengefaßt, die in das Reaktorbecken 25 des Klärreaktors 40 als solche einsetzbar und herausnehmbar sind. Unter einem jeden Abwasserreinigungsmodul 30 befindet sich eine Belüftungseinrichtung 28 zum flächigen Einleiten von Gas entlang einer Belüftungsebene 26. Die einzelnen Abwasserreinigungsmodule 30 sind bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 7A entlang einer durchlaufenden. Halterung 27, z. B. Trageseil oder Tragestange, in das Reaktorbecken 25 eingehängt.
Hierzu dienen an der Oberseite des Abwasserreinigungsmoduls 30 angeordnete Auflagebalken 37, 38, an denen die einzelnen Trageeinrichtungen befestigt werden.
Im Bereich dieser Auflagebalken 37, 38 sind einzelne Belüftungseinrichtungen 28 befestigt und zwar so, daß sie bei in das Reaktorbecken 25 eingesetztem Abwasserreinigungsmodul 30 als solche herausnehmbar sind.
BEZUGSZEICHENLISTE
1
textiles Material
2
Effektstruktur
3
Kettfaden
4
Schußfaden
5
Durchgangsbereich
6
Effekstrukturstreifen
7
Effektstrukturinsel
8
Markierung
9
Schlaufenträger
10
Effektmaterial
11
-
12
-
13
Rahmen
14
Stabilisierungsbügel
15
Hilfsrahmen
16
elastisches Element
17
Befestigungseinrichtung
18
Schwimmkörper
19
Leitfläche
20
Sensor
21
Querstrebe
22
Querstrebe
23
Haltestreifen
24
Haltestreifen
25
Reaktorbecken
26
Belüftungsebene
27
Halterung
28
Belüftungseinrichtung
29
Lagervorsprung
30
Abwasserreinigungsmodul
31
Rolle
32
Haltenase
33
U-Schiene
34
Profil
35
Öse
36
Scharnier
37
Auflagebalken
38
Auflagebalken
40
Klärreaktor
50
Befestigungseinrichtung
51
Düse
100
textiles Material (Stand der Technik)

Claims (22)

1. Textiles Material dadurch gekennzeichnet, daß das textile Material (1) als Breitware ausgebildet ist und in Längsrichtung des textilen Materials (1) neben einem dreidimensionalen Effektmaterial (2) eine hinsichtlich der mechanischen Belastbarkeit unabhängige, von dem Effektmaterial (2) mechanisch entkoppelte Traggrundstruktur vorgesehen ist, die eine Längung der Traggrundstruktur unter Belastung ausschließt.
2. Textiles Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Effektmaterial (2) mit der Traggrundstruktur verschweißt, verklebt, vernäht, verwirkt, verwebt oder verflochten ist.
3. Textiles Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Traggrundstruktur Kettfäden (3) aufweist und das Effektmaterial (2) in Schußrichtung eingetragen ist.
4. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Effektmaterial (2) in Schußrichtung eingetragen ist.
5. Textiles Material nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Traggrundstruktur Schußfäden (4) aufweist und Effektmaterial (2) zusätzlich vorgesehen ist.
6. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Effektmaterialstreifen (6) unter Bildung von Durchgangsbereichen (5) quer oder schräg zur Längsachse des textilen Materials (1) verlaufend angeordnet sind.
7. Textiles Material nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Effektmaterial (2) in Form von abwechselnd angeordneten, entlang des textilen Materials (1) verteilten Effektmaterialinseln (7) vorgesehen ist.
8. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Effektmaterial (2) um ein Rechts-/Rechtsgewirke handelt.
9. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Markierungen (8) in der Traggrundstruktur vorgesehen sind.
10. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Schnitt durch das textile Material gesehen - mehrere Schichten (9) von Effektmaterial (2) vorgesehen sind.
11. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Effektmaterial (2) eine modifizierte Oberfläche besitzt.
12. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Stehfäden und/oder Bänder zusätzlich eingearbeitet sind.
13. Textiles Material nach einem der vorhergehenden Anprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Effektmaterial (2) aus einem thermisch formbarem Material bestehenden Schlaufenträger (9) erzeugt wird.
14. Trageeinrichtung zum Einsetzen oder Einhängen in einen mit zu behandelndem Abwasser gefüllten Klärreaktor mit einem textilen Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-10 sowie einer Halterung, wobei ein in sich tragfähiger Rahmen (13) als Halterung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Material (1) elastisch, insbesondere über elastische oder bewegliche Elemente (16) am Rahmen (13) aufgehängt ist und die elastischen Elemente (16) zwangsbewegbar sind.
15. Trageeinrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (13) an der Unterseite Befestigungseinrichtungen (17) und an seiner Oberseite Schwimmkörper (18) aufweist.
16. Trageeinrichtung nach einem der Ansprüche 14-15, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unter- und/oder Oberseite und/oder im Seitenbereich des Rahmens (13) Leitflächen (19) vorgesehen sind.
17. Trageeinrichtung nach einem der Ansprüche 14-16, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Material (1) im Rahmen (13) eingeklebt, eingeschweißt, genietet oder geklemmt ist.
18. Trageeinrichtung nach einem der Ansprüche 14-17, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (13) mindestens einen Sensor (20) trägt.
19. Trageeinrichtung nach einem der Ansprüche 14-18, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen. (13) Abstandshalter zur Beabstandung benachbarter Trageeinrichtungen aufweist.
20. Trageeinrichtung zum Einhängen in einen mit zu behandelndem Abwasser gefüllten Klärreaktor mit einem textilen Material nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-10 sowie einer Halterung, dadurch gekennzeichnet, daß das textile Material (1) sich zwischen einer oberen und einer unteren Querstrebe (21, 22) befindet, die obere Querstrebe (21) in einem Rahmen oder einer Halterung einhängbar ist und beidseitig zum textilen Material (1) Haltestreifen (23, 24) zur Einleitung der Haltekraft in die untere Querstrebe (22) vorgesehen sind.
21. Abwasserreinigungsmodul unter Verwendung mindestens einer Trageeinrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 14-20, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasserreinigungsmodul (30) im Klärreaktor hängend und mit Abstand zum Boden positioniert ist, eine Belüftungseinrichtung (28) zwischen dem unteren Ende des Abwasserreinigungsmoduls (30) und dem Boden des Klärreaktors (40) vorgesehen ist und die Belüftungseinrichtung (28) am Abwasserreinigungsmoduls (30) fixierbar ist.
22. Verwendung des textilen Materials gemäß mindestens einem der Ansprüche 1-13 für den Einsatz in einer biologischen Kläranlage.
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