DE10035371A1 - Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne Stützfuß - Google Patents
Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne StützfußInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Bolzenhalter (5) für eine Bolzenschweißvorrichtung, eine Bolzenschweißvorrichtung sowie ein Bolzenschweißverfahren, wobei der Bolzenhalter (5) eine Sensoreinrichtung (11) aufweist, um das Vorhandensein eines zu verschweißenden Teils (15) zu detektieren.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung für das Bolzen
schweißen, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne Stützfuß.
Bei bisher überwiegend verwendeten Bolzenschweißgeräten wird ein Schweiß
kopf bzw. für manuelles Schweißen eine Schweißpistole eingesetzt, wobei je
weils am vorderen Ende des Schweißkopfs bzw. der Schweißpistole ein Stützfuß
oder Abstandshalter vorgesehen ist. Nach dem Aufsetzen des Bolzenschweiß
kopfs bzw. der Schweißpistole mit dem Stützfuß auf die Werkstückoberfläche
ergibt sich somit eine definierte Position, insbesondere ein definierter Abstand
des Schweißkopfs bzw. der Schweißpistole von der Werkstückoberfläche. Die
Bewegung des Bolzenhalters und des darin gehaltenen und zu verschweißenden
Teils in Bezug auf die Werkstückoberfläche kann dann ausgehend von dieser
definierten Position vorgenommen werden.
Eine derartige Bolzenschweißvorrichtung ist beispielsweise in der DE 32 15 453 C1
beschrieben. Bei dieser Bolzenschweißvorrichtung weist die Bolzenschweiß
pistole einen elektromotorischen Antrieb für die Schweißachse auf, wobei ein
Gleichstrommotor die Schweißachse (hier die Pinole) und den damit verbunde
nen Bolzenhalter in axialer Richtung antreibt. Nach dem Aufsetzen der Schweiß
pistole mit dem Stützfuß auf die Werkstückoberfläche wird der Bolzenhalter
zunächst solange auf die Werkstückoberfläche zubewegt, bis die Stirnseite des
im Bolzenhalter gehaltenen zu verschweißenden Teils in Kontakt mit der Werk
stückoberfläche steht. Anschließend wird der Strom für den Vorstromlichtbogen
eingeschaltet und die Schweißachse mittels des Gleichstrommotors von der
Werkstückoberfläche abgehoben. Hierdurch wird ein Vorstromlichtbogen gezün
det. Der weitere Verlauf entspricht dem üblichen Verfahren des Bolzenschwei
ßens mit Hubzündung.
Des Weiteren ist aus der EP 0 776 261 B1 eine Vorrichtung zum Zusammen
schweißen wenigstens zweier Teile bekannt, bei der ein Schweißkopf mittels
eines Verstellantriebs, beispielsweise eines Roboterarms, gegenüber der beab
sichtigten Schweißstelle des Werkstücks ausgerichtet und anschließend in Rich
tung auf das Werkstück bewegt wird, bis die Stirnseite des zu verschweißenden
Teils an die Werkstückoberfläche angepresst ist. Der Schweißkopf wird dabei
über die Position einer erstmaligen Berührung des zu verschweißenden Teils mit
der Werkstückoberfläche hinaus in Richtung auf das Werkstück zubewegt. Die
Schweißachse des Schweißkopfs ist hierzu derart ausgebildet, dass sie bei dieser
weiteren Bewegung des Schweißkopfs in Richtung auf das Werkstück in den
Schweißkopf hineinbewegt wird.
Durch das Vorsehen eines derartigen zusätzlichen Bewegungswegs für den
Schweißkopf ist es möglich, in einem großen Bereich unabhängig von Lagetole
ranzen des Werkstücks und Toleranzen bei der Bewegung des Schweißkopfs
einen sicheren Kontakt zwischen der Stirnseite des zu verschweißenden Teils
und dem Werkstück herzustellen. Nach dem Stoppen der Bewegung des
Schweißkopfs kann die Schweißachse des Schweißkopfs mit dem Bolzenhalter
und dem darin gehaltenen zu verschweißenden Teil ausgehend von der dann
vorhandenen Ausgangsstellung zur weiteren Durchführung des Schweißvorgangs
bewegt werden. Diese Bewegung erfolgt mittels des Antriebs für die Schweiß
achse. Diese Vorrichtung bzw. dieses Verfahren ermöglicht somit ein Schweißen
ohne Stützfuß.
Der Vorteil des Schweißens ohne Stützfuß ist u. a. darin zu sehen, dass der
Schweißbereich, d. h. der Bereich der Werkstückoberfläche, der für das Schwei
ßen zugänglich sein muss, im Vergleich zum Schweißen mit Stützfuß eine deut
lich geringere Fläche aufweisen kann. Insbesondere ist es beim Schweißen mit
Stützfuß kaum möglich, ein zu verschweißendes Teil in relativ engen Nuten des
Werkstücks mit diesem zu verschweißen.
Insbesondere bei Bolzenschweißverfahren bzw. Bolzenschweißvorrichtungen,
die ohne Stützfuß arbeiten, besteht jedoch eine gewisse Gefahr darin, dass bei
einem Fehlen eines zu verschweißenden Teils im Bolzenhalter der Bolzenhalter
selbst mit dem Werkstück verschweißt wird.
Bei Bolzenschweißvorrichtungen, die mit einem Stützfuß arbeiten, könnte das
Detektieren des Vorhandensein eines zu verschweißenden Teils im Bolzenhalter
auf einfache Weise dadurch erfolgen, dass nach dem Aufsetzen des Schweiß
kopfs auf das Werkstück der Weg gemessen wurde, um den die Schweißachse
auf das Werkstück zubewegt werden muss, bis ein Kontakt erreicht ist. In Kennt
nis der Geometrie des zu verschweißenden Teils und dessen Position im Bolzen
halter kann dann auf das Vorhandensein eines zu verschweißenden Teils ge
schlossen werden, wenn die zurückgelegte Wegstrecke der Schweißachse bis
zum Kontakt des zu verschweißenden Teils mit dem Werkstück kleiner ist als ein
vorgegebener Weg. Dieses Verfahren versagt jedoch bei Bolzenschweißvorrich
tungen, die ohne Stützfuß arbeiten.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Bolzenhalter, ein Bolzen
schweißverfahren und eine Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das
Bolzenschweißen ohne Stützfuß zu schaffen, wobei das Vorhandensein eines zu
verschweißenden Teils im Bolzenhalter sicher detektierbar ist.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen der Patentansprüche 1
bzw. 7 und 8.
Durch die Ausbildung eines Bolzenhalter mit einer Sensoreinrichtung ist es auf
einfache Art und Weise möglich, das Vorhandensein eines Bolzens im Bolzen
halter zu detektieren und den Schweißvorgang, wie beispielsweise Einschalten
des Schweißstroms, in Abhängigkeit hiervon zu steuern.
Die Sensoreinrichtung kann hierzu im Bolzenhalter fest integriert und kosten
günstig in einem Herstellungsprozess zusammen mit dem Bolzenhalter gefertigt
werden. Hierbei können derartige Bolzenhalter mittels geeigneter Befestigungs
mittel, wie beispielsweise Bajonettverschluss, Überwurfmutter, o. ä. am Kopf
einer Schweißvorrichtung, beispielsweise einer Schweißachse, lösbar angeordnet
sein. Hierdurch kann ein derartiger Bolzenhalter schnell für die Verarbeitung
anderer zu verschweißender Teile gewechselt und zu Reparaturzwecken ausge
tauscht werden. Es ist auch denkbar, vorhandene Schweißvorrichtungen ohne
Sensoreinrichtung mit derartigen lösbaren Bolzenhaltern nachzurüsten.
Zur Verwirklichung dieser Vorteile kann die Sensoreinrichtung aber auch am
Bolzenhalter selbst, beispielsweise an seiner Innen- oder Außenseite, lösbar und
fixierbar angeordnet sein. Hierdurch ergibt sich der weitere Vorteil, dass auch
nicht lösbare Bolzenhalter nachgerüstet werden können, wobei die Sensorein
richtung selbst hierbei für andere Arbeitsgänge wechselbar oder zu Reparatur
zwecken austauschbar ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Sensoreinrichtung
als wenigstens ein Dehnungsmessstreifen ausgebildet, welche vorteilhafterweise
eine sehr kostengünstige Realisierung eines Sensors darstellt. Selbstverständlich
sind auch andere Ausführungsformen, wie beispielsweise Piezoelemente, o. ä.
einer Sensoreinrichtung denkbar, die geeignet sind, Verformungen am Bolzen
halter zu detektieren.
Mittels einer solchen Sensoreinrichtung ist es beispielsweise mittels einer einfa
chen Schwellwertschaltung möglich festzustellen, ob sich vor einem Schweiß
vorgang ein zu verschweißendes Teil, insbesondere Kragenbolzen, in dem Bol
zenhalter befindet. Ein Schweißvorgang ohne Bolzen und ein mögliches uner
wünschtes Verschweißen des Bolzenhalters an einem Werkstück kann hierdurch
auf einfache Weise verhindert werden.
Weiterhin ist es möglich, die Sensoreinrichtung mit einer Auswerte- und Steuer
einrichtung mit eventueller zusätzlicher Speichereinheit zu verbinden, um den
Schweißvorgang in Abhängigkeit der Messergebnisse zu steuern und/oder dessen
Qualität, insbesondere die Qualität des zu verschweißenden Teils, zu werten. So
ist es denkbar, dass der durch die Bewegung des Bolzens im Bolzenhalter verur
sachte Ist-Wert bzw. Ist-Kurvenverlauf als Ausgangssignal der Sensoreinrich
tung mit einem Sollwert bzw. Sollkurvenverlauf verglichen wird und so zusätz
lich Aussagen über Länge, Bewegungsgeschwindigkeit, Dicke, Profil usw. des zu
verschweißenden Teils sowie Defekte am Bolzenhalter, wie beispielsweise Bruch
einer Lamelle usw., getroffen werden können.
Der Sollwert bzw. Sollkurvenverlauf kann hierbei vorgebbar sein, beispielsweise
über ein Terminal, ein Netzwerk (LAN, WAN) oder andere Eingabegeräte wie
Karten- oder Diskettenlesegerät o. ä. und/oder aus vorangegangenen Messungen
gewonnen werden. Hierbei können beispielsweise zu Beginn der Verarbeitung
einer Charge von gleichen zu verschweißenden Teilen mit ausgewählten den
vorgegeben Toleranzen genügenden zu verschweißenden Teilen eine oder mehre
re Kalibriermessung vorgenommen werden und hieraus beispielsweise über
Mittelwertbildung eine Sollkurve bestimmt werden. Solche Werte bzw. Kurven
können dann vorteilhafterweise intern oder extern zur weiteren späteren Verwen
dung, auch an anderen Bolzenhaltern, gespeichert werden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhän
gigen Ansprüchen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines Schweißkopfes mit einem Bolzenhalter ohne Bol
zen nach der Erfindung im Längsschnitt;
Fig. 2 eine Ansicht des Schweißkopfes nach Fig. 1 mit Bolzen im Längs
schnitt;
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Bolzenhalter in Einzeldarstellung;
Fig. 4 ein Diagramm eines Kurvenverlaufs der Ausgangssignale einer Sen
soreinrichtung während einer Bewegung eines Bolzens im Bolzenhal
ter und
Fig. 5 ein Diagramm einer Bewegung eines Bolzens im Bolzenhalter.
Fig. 1 zeigt den vorderen Bereich einer Bolzenschweißvorrichtung, wie bei
spielsweise Schweißkopf oder Schweißpistole, die den vorderen Bereich einer
Schweißachse 3 umfasst, an dessen stirnseitigen Ende ein Bolzenhalter 5 ange
ordnet ist. Der Bolzenhalter 5 ist hierbei mittels eines lösbaren Befestigungsmit
tels in Form einer Überwurfmutter 7 an der Spitze der Schweißachse 3 lösbar
befestigt. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, weist der Bolzenhalter 5 mehrere, beispiels
weise vier, sechs oder eine beliebige andere Anzahl von Längsschlitzen entlang
der Längsachse des Bolzenhalters 5 und somit der Längsachse des Bolzen
schweißkopfs 1 auf, die vom stirnseitigen Kopfende bis zu einem Drittel, zur
Hälfte oder darüber hinaus des Bolzenhalters 5 reichen. Durch diese z. B. vier
Längsschlitze 7 ist der Bolzenhalter 5 in mehrere, beispielsweise vier Lamellen 9
unterteilt.
Weiterhin weist der Bolzenhalter 5 einen oder mehrere Dehnungsmessstreifen 11
auf, die als Sensoreinrichtung fungieren. Die Dehnungsmessstreifen 11 sind hier
bei vorteilhafterweise im Bereich der größten auftretenden Verformung aufgrund
einer Bolzenbewegung mit dem Bolzenhalter 5 angeordnet. Im Ausführungsbei
spiel sind die Dehnungsmessstreifen 11 an der Außenfläche des Bolzenhalters 5
im Bereich der Fußenden der Schlitze 7 angeordnet, da hier mit der größten Ver
formung zu rechnen ist. Hierbei kann ein Dehnungsmessstreifen 11 fest mit der
Außenfläche des Bolzenhalters 5, z. B. mittels Kleben, Nieten oder Schweißen
verbunden und/oder mit der Überwurfmutter 13 fest verbunden oder an diese
angeformt sein, so dass eine Vergrößerung des Außenumfangs und damit Ver
formung der Wandung des Bolzenhalters 5 im Bereich des Dehnungsmessstrei
fens 11 bzw. an dessen Unterseite eine Verformung des Dehnungsmessstreifens
11 bewirkt. Bei einer Befestigung der Dehnungsmessstreifen 11 ausschließlich
an der Überwurfmutter 13 können vorteilhafterweise verschiedene Bolzenhalter
5 mit einer solchen Überwurfmutter 13 verwendet werden, ohne dass solche
Bolzenhalter 5 eigene Dehnungsmessstreifen 11 aufweisen müssen.
Fig. 2 zeigt den Zustand eines Bolzenhalters 5, welcher mit einem Bolzen 15
geladen und für einen Schweißvorgang des Bolzen 15 an einem Werkstück 17
bereit ist. Hierbei wurde der Bolzen 15 mittels eines Ladestifts 17 vom Fußpunkt
des Bolzenhalters 5 bis zu dessen Spitze in seine in Fig. 2 dargestellte Endlage
befördert, wobei die Lamellen 9 des Bolzenhalters 5 je nach Zeitpunkt der Be
wegung des Bolzens 15 und dessen Aufenthaltsort im Bolzenhalter 5 einer Ver
formung radial nach außen unterliegen bis der Bolzen 15 seine Endlage erreicht
und von den Lamellen des Bolzenhalters 5 radial nach innen mit einer Kraft be
aufschlagt wird und eventuell zusätzlich durch einen Ladestift 17 gegen ein Zu
rückrutschen gehalten wird.
Fig. 3 zeigt eine vergrößerte Einzeldarstellung des vorderen und mittleren Be
reichs eines Bolzenhalters 5 ab der Linie I in Fig. 2. Hierbei ist die mögliche
Verformung der Lamellen 9 radial nach außen als gestrichelte Linie 25 darge
stellt, welche bei einem rotationssymmetrischen zu verschweißenden Teil 15 alle
Lamellen 9 also den gesamten Umfang des Bolzenhalters 5 in diesem Bereich
betrifft.
Die Verformung des Bolzenhalters 5 bzw. dessen Lamellen 9 bewirkt hierbei
eine Verformung des oder der Dehnungsmessstreifen, so dass sich dessen Aus
gangssignal bzw. Messsignal entsprechende ändert. Zur Umsetzung eines Mess
widerstands in eine, wie in Fig. 4 im Diagramm dargestellte, Messspannung dient
z. B. eine Brückenschaltung mit dem oder den Dehnungsmessstreifen als verän
derliche Widerstände in den Brückenzweigen, so dass bei einer anliegenden Fest
spannung an einem Diagonalzweig das Messsignal am anderen Diagonalzweig
als Messspannung UB entnommen werden kann. Selbstverständlich steht eine
solche beschriebene Schaltung nur beispielhaft für viele einem Fachmann bekannte
Umsetzungs- oder Auswertungsschaltungen wie z. B. Sollwertschaltun
gen, Analog-Digitalschaltungen mit Komparator o. ä.
Im Weiteren werden die in Fig. 4 dargestellten Verläufe sowie deren Auswertung
anhand einer Bewegung des Bolzens 15 durch einen Bolzenhalter 5 gemäß Fig. 5
dargestellt.
Nach Fig. 5 legt der Bolzen ab dem Zeitpunkt t1 bis zum Zeitpunkt t2 eine Stre
cke S1 zurück, wobei diese Bewegung im Diagramm nur beispielhaft als lineare
gleichförmige Bewegung dargestellt ist. Als Nullpunkt der Bewegung ist hierbei
der Punkt definiert, bei dessen Fortbewegung der Bolzen im Bolzenhalter eine
erste Bewegung der Lamellen 9 nach außen bewirkt. Vor diesem Zeitpunkt liegt
das Messsignal der Dehnungsmessstreifen als konstanter Wert, also z. B. wie in
Fig. 4 dargestellt als Diagonalspannung U1 einer Messbrücke vor.
Bei einer weiteren Bewegung des Bolzens durch den Bolzenhalter verändert sich
die Messspannung UB aufgrund der auf den Dehnungsmessstreifen 11 einwir
kenden Verformung der Lamellen 9 in diesem Bereich und verläuft beispielswei
se entlang einer als durchgezogene Linie dargestellte Kurve 19 im Diagramm
nach Fig. 4 bis zu einem Zeitpunkt t2 keine weitere Veränderung der Verformung
der Lamellen 9 erfolgt und als Endspannung U2 erreicht ist. Diese kann, wie in
Diagrammen nach Fig. 4 und Fig. 5 dargestellt, mit der Endlage des Bolzens 15
im Bolzenhalter 5 übereinstimmen oder bereits vorher durch fehlende weitere
Verformung aufgrund der Längsbewegung des Bolzens 15 im Bolzenhalter 5
erreicht sein.
Die durchgezogene Kurve 19 im Diagramm nach Fig. 4 zeigt hierbei ein Beispiel
eines Bolzens 15 ohne Kragen, so dass die Endspannung U2 auch das Maximum
der Kurve ist. Dagegen zeigt die gestrichelt dargestellte Kurve 21 in Fig. 4 einen
typischen Kurvenverlauf einer Bewegung eines Kragenbolzens 15 durch einen
Bolzenhalter 5 bei dem der Endwert U2 der Messspannung UB vorher durch ein
Maximum U3 übertroffen wird. Dieses Maximum wird hierbei durch den größe
ren Außenumfang des Kragens gegenüber dem restlichen Umfang des Bolzens
und der hierdurch weiter radial nach außen gedrückten Lamellen 9 bewirkt.
Wird ein solches Messergebnis bzw. Ist-Kurvenverlauf nicht nur einer einfachen
Sollwertschaltung, Vergleicher o. ä. sondern einer Auswerte- und Steuereinheit
zugeführt, so kann der Kurvenverlauf über die Zeit die Grundlage für Aussagen
wie Form, Länge, Abmessung, Profil des Bolzens 15 zusätzlich zum einfachen
Detektieren "Bolzenvorhanden Ja - Nein" bilden. Beispielsweise kann in einer
Auswerteeinheit ein Vergleich einer so gemessenen Ist-Kurve mit einer Sollkur
ve vorgenommen werden, wobei die Ist-Kurve innerhalb gewisser Toleranzen
liegen kann. Die Sollkurve kann hierbei extern in eine Auswerteeinheit z. B. über
ein Terminal, Lesegerät wie z. B. Diskette usw. eingegeben werden und/oder
mittels Kalibriermessungen ermittelt werden.
Für eine solche Kalibriermessung ist es denkbar, dass eine oder mehrere Bol
zenmessungen mit einem oder mehreren Toleranzen genügenden Bolzen vorge
nommen werden und deren Ist-Kurven ermittelt werden. Hierbei können auch
Bolzen, die an Unter- und Obergrenze der Toleranz liegen, verwendet werden um
einen möglichst breiten Bereich zu ermitteln. Aus diesen Ergebnissen lässt sich
dann eine Soll-Kurve bzw. ein Soll-Kurvenbereich beispielsweise mittels Mit
telwertbildung, Varianz o. ä. ermitteln, innerhalb dieser die weiteren nachfolgen
den Messergebnisse liegen müssen. Genügt eine Messkurve nicht dem Sollwert,
so wird der Schweißvorgang unterbrochen, z. B. durch Nicht-Einschalten des
Schweißstroms oder Stoppen bzw. Nicht-Vorwärtsbewegung der Schweißachse,
so dass ein unerwünschtes Verschweißen eines den Toleranzen nicht genügenden
Bolzens 15 oder gar bei einem Fehlen eines Bolzens des Bolzenhalters 5 bzw.
dessen Kopf mit einem Werkstück 17 verhindert wird.
Bei Verwendung mehrerer Dehnungsmessstreifen 11 oder anderer Detektoren ist
es sogar möglich, genauere Aussagen über das Profil eines zu verschweißenden
Teils 15 zu treffen, da mehrere, beispielsweise vier Detektoren oder Sensoren
unterschiedliche Umfangsbereiche eines zu verschweißenden Teils 15 detektie
ren. Auf diese Weise können sogar Unterschiede und Veränderungen im Profil,
wie mehreckig, rund, oval, Vorsprünge, Ausnehmungen usw. im Querschnitt und
deren Veränderung entlang eines zu verschweißenden Teils 15 festgestell sowie
zur Auswertung, Speicherung und/oder Steuerung verwendet werden. Weiterhin
ist es, insbesondere bei Verwendung mehrerer Detektoren, möglich, Informatio
nen über den Bolzenhalter selbst, wie beispielsweise Zustand, Verschleiß, Be
schädigungen usw., zu erhalten und zur Auswertung, Speicherung und/oder
Steuerung zu verwenden.
Claims (10)
1. Bolzenhalter für eine Bolzenschweißvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bolzenhalter (5) eine Sensoreinrichtung (11) aufweist, um das
Vorhandensein eines zu verschweißenden Teils (15) zu detektieren.
2. Bolzenhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensor
einrichtung (11) innen, außen oder im Bolzenhalter (5) fest integriert ist.
3. Bolzenhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensor
einrichtung (11) lösbar und fixierbar innen am, außen am oder im Bolzen
halter (5) angeordnet ist.
4. Bolzenhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Sensoreinrichtung (11) als wenigstens ein Dehnungs
messstreifen (11) ausgebildet ist.
5. Bolzenhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Sensoreinrichtung (11) mit einer Auswerte- und Steuer
einrichtung verbunden ist, um den Schweißvorgang in Abhängigkeit der
Messergebnisse zu steuern.
6. Bolzenhalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensor
einrichtung (11) mit einer Speichereinrichtung verbunden ist, Messergeb
nisse zu speichern und/oder gespeicherte Messergebnisse abzurufen.
7. Bolzenschweißvorrichtung mit einem Bolzenhalter (5) nach einem der vor
hergehenden Ansprüche.
8. Bolzenschweißverfahren mit einer Bolzenschweißvorrichtung nach An
spruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensablauf abhängig vom
Messergebnis der Sensoreinrichtung (11) gesteuert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verlauf
einer Messkurve (Istkurve) eines zu verschweißenden Bolzens mit einer
vorgebbaren Messsollkurve verglichen wird, um Aussagen über den
Schweißvorgang, insbesondere über das zu verschweißende Teil (15), zu
treffen.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Messsoll
kurve mittels einer oder mehrerer Kalibriermessungen gewonnen wird.
Priority Applications (7)
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|---|---|---|---|
| DE2000135371 DE10035371A1 (de) | 2000-07-20 | 2000-07-20 | Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne Stützfuß |
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000135371 DE10035371A1 (de) | 2000-07-20 | 2000-07-20 | Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne Stützfuß |
Publications (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000135371 Ceased DE10035371A1 (de) | 2000-04-12 | 2000-07-20 | Bolzenschweißvorrichtung, insbesondere für das Bolzenschweißen ohne Stützfuß |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE10035371A1 (de) |
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| DE20206907U1 (de) | 2002-04-30 | 2002-08-08 | Nelson Bolzenschweiß-Technik GmbH & Co. KG, 58285 Gevelsberg | Ladekopf für eine Bolzenschweißvorrichtung |
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| SCHRÜFER E.: Elektrische Maßtechnik, 2. Aufl. München, Wien: Hanser Verlag, 1984, ISBN 3-446-14203-7, S. VIII,IX, 217-226 * |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8131 | Rejection |