CH533654A - Verfahren zur Herstellung von Polyäthern und deren Verwendung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polyäthern und deren Verwendung

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CH533654A
CH533654A CH349666A CH349666A CH533654A CH 533654 A CH533654 A CH 533654A CH 349666 A CH349666 A CH 349666A CH 349666 A CH349666 A CH 349666A CH 533654 A CH533654 A CH 533654A
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CH
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tetrahydrofuran
active
polymer
acid
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CH349666A
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Smith Samuel
J Hubin Allen
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Minnesota Mining & Mfg
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Description


  
 



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein   Verfahren    zur Herstellung von Polyäthern und zwar von solchen, die noch mindestens zwei Endgruppen aufweisen, die kationisch aktivierbar sind. Derartige Polyäther mit rnindestens zwei kationisch aktivierbaren Endgruppen sind bisher unbekannt, und diese Verbindungen weisen ein ausserordentliches Reaktionsvermögen auf. Sie sind in der Lage, elektrophile   Verdrängungsreaktionen    mit den ver   schiedensten    Verbindungen einzugehen, so dass die mindenstens zwei kationisch aktivierbare Endgruppen aufweisenden Polymerisate als Alkylierungs- oder Acylie   rungsmittel    verwendbar sind.

  Aufgrund ihrer Reaktionsfähigkeit sind sie beispielsweise zur Herstellung neuartiger polymerer Substanzen, wie z.B. von Blockmischpolymerisaten, polymeren Polyaminen, polymeren Polythiolen, polymeren Polyisocyanaten, Bisphenolen, die eine polymere Brücke enthalten, und anderen polymeren Derivaten geeignet.



   Auf dem Polymerisatgebiet sind beträchtliche Anstrengungen unternommen worden, polymere Substanzen mit hoher Reaktionsfähigkeit herzustellen. Eine solche Reaktionsfähigkeit ist besonders deshalb wünschenswert, um eine Modifizierung von physikalischen und chemischen Eigenschaften zu ermöglichen, wie z.B. um die Haftfestigkeit des Polymerisats an Metallen und Glas zu verbessern, und um weitere chemische Reaktionen durchzuführen, wie z.B. einfache Substitutionsreaktionen, Vernetzungsreaktionen, Kettenverlängerungsreaktionen, Pfropf- und Blockmischpolymerisationen usw.



  Diese Bemühungen zur Herstellung von Polymerisatmolekülen mit der gewünschten Reaktionsfähigkeit waren jedoch nur von begrenztem Erfolg gekrönt. Kürzlich ist über die Herstellung von reaktionsföhigen Polymerisaten mit anionischem Charakter berichtet und für diese Polymerisate der Begriff   4(lebendige    Polymerisate  vorgeschlagen worden, vgl. M. Szwarc, Journ. Amer. Chem.



  Soc. 78, 2656 (1956). Polymerisate mit derartigem  le   bendigem     Charakter verhalten sich so, als wäre noch keine Kettenabbruchreaktion erfolgt.



   Ziel der Erfindung war es nun   alebendige    Polymerisate  von polykationischer Natur herzustellen, die im Gegensatz zu den anionischen  lebendigen Polymerisa   ten ,    die in Gegenwart von Luft Sauerstoff anlagern und dabei ihren  lebendigen  Charakter verlieren, in Gegenwart von Sauerstoff recht beständig sind. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den kationischen und den anionischen    lebendigen    Polymerisaten  besteht in der Fähigkeit der ersteren, in Gegenwart von bestimmten kationisch polymerisierbaren Monomeren weiter zu polymerisieren.

  Die kationischen und anionischen  lebendigen Polymerisate  unterscheiden sich deutlich in bezug auf ihre Reaktion mit Verbindungen, die aktive (d.h. bei der   Zerewitinoff-Reaktion    reagierende) Wasserstoffatome aufweisen.    < eLebendige      Polymerisate     anionischer Natur greifen solche Verbindungen in nucleophiler Weise an, d.h. ein Proton wird auf das Polymerisat unter Bildung eines inaktiven, keine funktionellen Gruppen mehr enthaltenden Polymerisats übertragen, während die kationischen   ctlebendigen    Polymerisate  diese Verbindungen in einer elektrophilen Weise unter Bildung von Makromolekülen, die funktionelle Substituenten enthalten, und eines freien Protons angreifen.

  Dieser bedeutsame Unterschied zeigt sich z.B. an der Reaktion der beiden Typen von    < elebendigen    Polymerisaten  mit Ammoniak.



  Wenn  lebendige Polymerisate  von anionischem Charakter überhaupt mit Ammoniak reagieren, entsteht das protonierte, nichtfunktionelle Polymerisat sowie das freie Amidion, während die erfindungsgemäss hergestellten kationischen  lebendigen Polymerisate  mit Ammoniak unter Bildung des funktionellen polymeren Amins bzw. Amids sowie eines freien Protons reagieren. Die Reaktion der   (debendigen    Polymerisate  mit Ammoniak (oder Aminen) ist eine bemerkenswert leicht vonstatten gehende Reaktion, die bei Temperaturen von gewöhnlich unterhalb 250C und bei Atmosphärendruck quantitative Umwandlungen in die alkylierten bzw. acylierten Amine liefert. Die polykationisch aktiven Polymerisate sind also an ihrem Alkylierungs- und Acylierungsvermögen zu erkennen.



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polyäthern, die mindestens zwei Endgruppen aufweisen, die noch kationisch aktivierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen kationisch polymerisierbaren cyclischen Äther, wobei, falls Mischungen aus 2 oder mehr cyclischen Äthern verwendet werden, der überwiegende molare Anteil des Monomerengemisches aus Tetrahydrofuran oder sym-Trioxan besteht, in einem Polymerisationsmedium polymerisiert, das von Kettenabbruchsmitteln praktisch frei ist und das als Katalysator a) eine Verbindung der Formel DQ, worin Q einem Rest entspricht, der in anionischer Form bei der Tetra   hydrofu ranpolymerisation    keinen Kettenabbruch bewirkt und D dem Rest entspricht, der nach der Abtrennung von   EH    von der Säuregruppe einer einbasischen Säure zurückbleibt,

   die stärker als   lOOg0ige    Schwefelsäure ist und die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran ohne Kettenübertragung zu bewirken vermag, oder b) eine Verbindung der Formel   DZCH2(A)nCH2ZD    enthält, worin A einen difunktionellen organischen Rest, der von acetylenisch- und olefinisch-ungesättigten Bindungen sowie von alylierbaren Gruppen mit Zerewitinoff-Wasserstoffatomen frei ist, Z Sauerstoff oder Schwefeu und n 0 oder 1 bedeutet und D die vorstehend genannte Bedeutung hat, enthält.



   Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann als kationisch polymerisierbarer cyclischer Äther auch ausschliesslich Tetrahydrofuran verwendet werden. Gemäss einer speziellen Ausführungsart der Erfindung beträgt in dem Polymerisationsmedium das Molverhältnis von a) oder b) zur Gesamtmenge der Monomeren 0,001 bis 0,5. Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann als Verbindung der Formel DQ eine Verbindung verwendet werden, die die Formel   RfS020S02Rf    oder   RfS020502F    aufweist, wobei in diesen Formeln Rf einen polyfluoraliphatischen Rest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluorsubstituenten am a-Kohlenstoffatom bedeutet. Beispielsweise kann der Rest Rf ein perfluorierter aliphatischer Rest sein.



   Als weitere Beispiele für zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens verwendbare Verbindungen der Formel DQ seien solche genannt, in denen D einen   kest    der Formeln FS02-,   ClO3-    oder   RfS02-    bedeutet, worin   Rt    ein polyfluoraliphatischer Rest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluorsubstituenten am   cc-Kohlenstoffatom    ist und Q ein Rest der Formeln   FSOs-      ClO4-    oder   R < SO2-    ist, worin Rf die vorstehend genannte Bedeutung hat oder ein Komplex einer starken Lewissäure ist. Als weitere Beispiele für verwendbare Verbindungen der Formel DQ seien die Substanzen   FSO2OSO2F    bzw.   CF3S02+SbF < -    genannt.

 

   Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann als Verbindung der Formel   DZCH(A)n-        CHD    beispielsweise eine Verbindung der Formel DZ (CH2)4ZD verwendet werden, wobei D die vorstehend genannte Bedeutung hat und Z Sauerstoff oder Schwefel ist.



   Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Polyäther, die mindestens zwei Endgruppen aufweisen, die noch kationisch aktivierbar sind, können, wie bereits erwähnt wurde, zur Durchführung verschiedener Reaktionen verwendet werden, in denen kationische Zwischenzustände von Bedeutung sind. Beispielsweise kann man die Polyäther mit einem kationisch aktiven Monomeren umsetzen, das zu einer über kationische Zwischenzustände ablaufenden Reaktion fähig ist, wobei durch diese Umsetzung ein   Blockmischpolymerisat    gebildet wird. So erhaltene Blockmischpolymerisate sind beispielsweise zur Herstellung von zähen kettenverlängerten und gehärteten Produkten brauchbar. Beispiele für Monomere, die an über kationische Zwischenzustände ablaufenden Reaktionen teilnehmen, sind bestimmte äthylenisch ungesättigte Verbindungen, wie zum Beispiel Styrol oder cyclische Äther.



   Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung der nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Polyäther zur Herstellung von Block   mischpolyäthem,    wobei diese Verwendung dadurch gekennzeichnet ist, dass der Polyäther mit einem katio   nisch    aktiven cyclischen Äther umgesetzt wird. Dabei kann als kationisch aktiver Äther beispielsweise Tetrahydrofuran oder Äthylenoxyd verwendet werden.



   Nach dem   erfindungsgemäss    vorgeschlagenen Verfahren sind praktisch lineare polykationisch aktive Polymerisate erhältlich. Diese polykationisch aktiven Pomerisate sind durch ihre Reaktionsfähigkeit gegenüber Ammoniak gekennzeichnet, die - wenn mindestens ein   zweifacher    molarer Überschuss an Ammoniak verwendet und eine Temperatur von 250C oder darunter angewendet wird - rasch unter Bildung polymerer polyprimärer   Polyamine    bzw. Polyamide erfolgt, in denen sich die genannten funktionellen Gruppen in den Endstellungen der Polymerisatkette befinden.

  Diese endständig po   lykationisch    aktiven Polymerisate können weiterhin durch ihre Fähigkeit charakterisiert werden, die Polymerisation von monomerem Tetrahydrofuran bei 250C einzuleiten, was sich an einer Molekulargewichtszunahme des Polymerisats infolge einer Anlagerung von wiederkehrenden Oxytetramethylengruppen an den Enden des ursprünglich polykationisch aktiven Polymerisats zeigt.



   Die praktisch linearen polykationisch aktiven Polymerisate der Erfindung können nach zwei allgemeinen Verfahren hergestellt werden. Das erste Verfahren besteht in einer direkten Umwandlung von Monomeren in dikationisch aktive Polymerisate unter Verwendung bestimmter Katalysatoren, die weiter unten definiert werden.

  Bei einem zweiten Verfahren werden vorgebildete Polymerisate im Molekulargewichtsbereich von 400100 000, die bestimmte funktionelle Gruppen aufweisen, in der weiter unten beschriebenen Weise in polykatio   nisch- aktive    Polymerisate umgewandelt.   bn    allgemeinen führt das direkte Umwandlungsverfahren zur Bildung eines praktisch linearen, dikationisch aktiven Polymerisats, während das indirekte Umwandlungsverfahren zur Bildung entweder von linearen, dikationisch aktiven oder aber von verzweigten, polykationisch aktiven Polymerisaten führen kann, in Abhängigkeit von dem Verzweigungszustand und der Zahl der funktionellen endständigen Gruppen des vorgebildeten Polymerisats.

  Unter  praktisch linearen Polymerisaten  sind verhältnismässig langkettige Polymerisate zu verstehen, die an der Hauptpolymerisatkette   Substibuenten    aufweisen können, doch sind diese Substituenten im allgemeinen von einer wesentlich geringeren Kettenlänge als die Hauptkette.



  Normalerweise beträgt die Kettenlänge dieser Substituenten weniger als die Hälfe der Kettenlänge   der Haupt    kette.



  Direkte Herstellung von   dikation isch    aktiven Polymerisaten
Bestimmte säurepolymerisierbare (d.h. kationisch po   lymerisierbare)    Monomere können direkt in praktisch lineare, dikationisch aktive Polymerisate umgewandelt werden. Tetrahydrofuran und sym-Trioxan sind bevorzugte Monomere in dieser Hinsicht. Tetrahydrofuran liefert einen dikationisch aktiven Polyäther mit wiederkehrenden Oxytetramethylengruppen und wird besonders bevorzugt.   Dikationisch    aktive Polyäthermischpolymerisate können z.B. aus Tetrahydrofuran oder sym-Trioaxn und einer geringen (d.h. weniger als 50   Mol.-O)    eines anderen säurepolymerisierbaren oder -mischpolymeribaren cyclischen Äthers (oder cyclischen Thioäthers), wie z.B.

  Propylenoxyd, Äthylenoxyd, Glycidylmethacrylat, Styroloxyd, Äthylensulfid, Propylensulfid, Epichlorhydrin, usw., hergestellt werden. Die Verwendung eines anderen cyclischen   Äthers    als Comonomeres im Tetrahydrofuransystem ist häufig wünschenswert, um den Schmelzpunkt der dikationisch aktiven Polyäther herabzusetzen und die Tieftemperaturbiegsamkeit der daraus hergestellten Derivate, wie z.B. von Produkten, die durch Härten von aus den Polyäthern hergestellten Polyätherdiaminen mit Epoxydharzen, die mehr als eine   Epoxyd-    gruppe je Molekül aufweisen, erhalten werden, zu verbessern.



   Die Polymerisation des   Tetrahydrofuransallein    oder im Gemisch mit anderen säurepolymerisierbaren monomeren cyclischen   Äthem - muss    in Gegenwart von bestimmten Katalysatoren durchgeführt werden. Diese Katalysatormoleküle können der Bequemlichkeit halber als aus zwei Bestandteilen bestehend angesehen werden.



  Obgleich einige dieser Katalysatormoleküle dissoziierbar sind, ist darauf hinzuweisen, dass nicht sämtliche brauchbaren Katalysatoren notwendigerweise in erkennbarem Ausmass dissoziieren. Z.B. wurde gefunden, dass 1 Mol   CF3SO2-O-035CF1 - eine    nichtleitende Verbindung, die als Katalysator geeignet ist - bei Zugabe zu etwa 10 Mol Tetrahydrofuran (das ebenfalls nichtleitend ist) bei Raumtemperatur eine Lösung mit hoher elektrischer Leitfähigkeit liefert. Dementsprechend kann angenommen werden, dass die Polymerisation von Tetrahydrofuran - mit oder ohne ein zusätzliches cyclisches Äther   monomeres - durch    eine heterolytische Spaltung des Katalysatormoleküls unter Bildung eines ersten Bestandteils, der sich rasch an das Sauerstoffatom des Tetrahydrofurans unter Bildung eines Komplexkations anlagert, und eines zweiten Bestandteils bzw. 

  Anions eingeleitet wird.   Obgieich    der spezielle Mechanismus der Reaktion noch nicht völlig geklärt ist, würde sich eine Hypothese, nach der die Katalysatoren ionische Bestandteile aufweisen müssen, im Einklang mit dem   wohlbe    kannten kationischen Mechanismus der   Tetrahydrofu      ranpolymerisation    befinden. Mit den beiden Bestandteilen des   Katalysatormoleküls    sind hier diejenigen Teile des Moleküls gemeint, die während der ,Einleitung der Tetrahydrofuranpolymerisation als Kationen- bzw. Anionendonatoren wirken.  



   Eine erste Klasse von brauchbaren Katalysatoren kann durch die allgemeine Formel DQ wiedergegeben werden.   Q    entspricht einem Rest, bei dem es sich, in anionischer Form, um ein Anion handelt, das bei der Polymerisation von Tetrahydrofuran das Wachstum der Polytetramethylenoxydkette nicht abbricht. Der Rest D entspricht dem Rest, der nach der Ablösung einer Hydroxylgruppe von einer einbasischen Säure (im Anschluss hieran als    Katalysatorstammsäure     bezeichnet), die stärker als   lO()ycige    Schwefelsäure ist und die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran zu bewirken vermag, zurückbleibt. Die Fähigkeit einer starken Säure, Tetrahydrofuran zu polymerisieren, kann leicht bestimmt werden.

  Die starke Säure kann mit Tetrahydrofuran (0,02 Mol Säure auf 1 Mol Tetrahydrofuran) vermischt und das Ganze bei 250C reagieren gelassen werden. Eine Ausbeute an Polytetrahydrofuran von mehr als   50%    nach 1 Woche zeigt an, dass die starke Säure eine geeignete Katalysatorstammsäure ist.



   Über die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran unter Verwendung von Säurekatalysatoren ist in der Literatur berichtet worden, so dass über die Prüfung der verschiedenen einbasischen Säuren auf ihre Verwendbarkeit für diese Polymerisation nicht im einzelnen diskutiert zu werden braucht. Säuren, die wirksame Te   trahydrofuranpolymerisationskatalysatoren    darstellen, sind u.a.   FSO3H,    CISO3H,   HCl04,      HJO,3.      CF,SO,H,      C4F1SO3H    usw., und die sich von diesen Säuren ableitenden entsprechenden   Reste    sind FSO2-,   ClSO-,      ClO-,    JO2-,   C:F.SQ-,      CiFDSO2-    usw.

  Darüber hinaus muss es sich bei der Katalysatorstammsäure um eine Säure handeln, die bei der Polymerisation von Tetrahydrofuran praktisch keine Ketten übertragungsaktivität aufweist. Dementsprechend ist Chlorsulfonsäure keine geeignete Katalysatorstammsäure, weil sie die Fähigkeit besitzt, Chloridionen auf wachsende Polytetrahydrofuranketten unter normalen Bedingungen zu übertragen und Chlorsubstituenten als   kettenabbrechende Substituenten    anzuhängen (vgl. J. Furakawa und T-Saegusa.    Polyme-      risatic4n    of Aldehydes and Oxides , Seite 232, Interscience Publishers, New York, 1963). Infolgedessen stellt CISO2- keinen brauchbaren D-Bestandteil des Katalysa   tarmoleküls    dar, wenn Polymerisationstemperaturen oberhalb von   etwa - 100C    angewendet werden.

  Bei nied   rigeren    Temperaturen wird die Kettenübertragungsaktivität von Katalysatoren, die   ClS & -Gruppen    enthalten, bis auf einen Punkt unterdrückt, bei dem diese   Kataly-    satoren zur Herstellung von praktisch linearen dikationisch aktiven Polyäthern recht brauchbar sind. Reste, die als D-Komponenten bevorzugt werden, sind u.a.



     FSO2-,      ClO3    und   Rf SO2-,    wobei Rf einen polyfluoraliphatischen Rest   gemäss    der weiter unten angegebenen Definition, wie z.B. einen Rest   CF,-,    bedeutet, usw.



     Dr    Q-Bestandteil dieser Klasse von Katalysatoren, die   hei    der Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten verwendet werden, entspricht einem Rest, der in anionischer Form ein Anion ist, das bei der Polymerisation von Tetrahydrofuran keinen Kettenabbruch bewirkt. Es ist bewiesen, dass die bisher bekannte Polymerisation von Tetrahydrofuran stets nach einem kationischen Mechanismus erfolgt, d.h. dass die wachsende Polymerisatkette eine einzige kationisch aktive Endgruppe enthält, und dass die Fähigkeit des Polymerisats zur Anlagerung weiterer Monomerenmoleküle und zur Erhöhung des Molekulargewichtes von der Aufrechterhaltung einer einzigen kationisch aktiven Stelle abhängt.

  Viele Anionen reagieren mit dieser elektrisch geladenen Stelle unter Erzeugung eines Kettenabbruchs durch eine La   dungsneutralisationsreaktion,    die entweder aus einer Kupplungsreaktion besteht, bei der sich das Anion (wie z. B. Cl-, Br, NO3-, CN-,   CH3CO2-,      CH,SO,-    usw.) direkt mit dem Polyätherkation unter Bildung einer elektrisch neutralen Verbindung kombiniert, oder aus einer Übertragungsreaktion, bei der ein Teil des Komplex   anions - gewöhnlich    als   iFIalogenidionunter    Bildung sowohl eines neutralen Polyäthermoleküls als auch entweder einer neutralen Verbindung, die sich von dem ursprünglichen Anion ableitet, oder eines neuen Anions von geringerer elektrischer Ladung als des ursprünglichen Anions, übertragen wird.

  Beispiele für den letztgenannten Typ sind CISO3- und die Komplexanionen, die sich von verhältnismässig schwachen Lewissäuren wie   TiCl4,    ZnJ2, SiF4 und SeBr4 ableiten. Ein Unterscheidungsmerkmal des   erfind ungsgemässen    Verfahrens, soweit es die direkte Umwandlung von Monomeren in dikationisch aktive Polymerisate anbelangt, ist   demnegen-    über die Tatsache, dass die Polymerisation gleichzeitig an den gegenüberliegenden Enden der praktisch linearen wachsenden Polymerisatkette stattfindet.



   Eine besonders brauchbare Klasse von Anionen bzw.



  Q-Resten, die zu keiner Kettenabbruchreaktion führen, sind diejenigen, die sich von extrem starken Protonsäuren ableiten, wie FSO3-,   ClO4-    und   RfSO2,    wobei   Rt    einen polyfluoraliphatischen Rest (womit polyfluorcycloaliphatische Reste eingeschlossen sind) mit   1 - 18    Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluoratom am   z-    Kohlenstoffatom bedeutet.   R1    kann weiterhin Wasserstoffatome und andere Halogenatome, wie z.B. Chloratome, ausser den Fluoratomen enthalten und durch Sauerstoff- oder Aminstickstoffatome unterbrochen sein, vorausgesetzt, dass sich diese Sauerstoff- oder Stickstoffatome neben einem fluorsubstituierten Kohlenstoffatom befinden.

  Vorzugsweise ist Rf mindestens zur Hälfte fluoriert, d.h. vorzugsweise sind mindestens die Hälfte der einwertigen Atome an den Kohlenstoffatomen der   Rf-Gruppe    Fluoratome.   Rr    kann z.B. ein Perfluoralkylrest (vgl.   USA^Patentschrift    2732398), ein perfluorcycloaliphatischer Rest, ein   ss-Hydroperfluoralkylrest    (vgl.



  USA-Patentschrift 2403 207), ein w-Chlorperfluoralkylrest (vgl.   USA-Patentschnft    2 877 267), ein Rest   H(CX2CX2)n,    in dem zwei Substituenten X, die mit einem Kohllenstoffatom verbunden sind, Fluoratome und die übrigen Substituenten X entweder Wasserstoffatome oder Halogenatome (wie z.B. Chlor, Fluor) sind, usw., sein. Beispiele für spezielle   Rf-Gruppen    sind u.a. die Trifluormethyl-, die Pentafluoräthyl-, die Heptadecafluoroctyl-, die Undecafluorcyclohexyl-, die 1,1,2,2-Tetrafluoräthyl-. die 2-Hydro-hexafluorpropyl-, die   l,l-Di-    fluoräthyl- die   l,lDifluor-2,2-dichloräthyl-    und die 8 Chlorperfluoroctylgruppe usw.



   Eine weitere Klasse von brauchbaren Anionen bzw.

 

  Q-Resten, die zu keiner Kettenabbruchreaktion führen, sind die Komplexe, die sich von sehr starken Lewissäuren, wie z.B. BF3,   SBF5,      5bCl2,      Als    und   PV-,    ab   leitern.    Beispiele für solche Anionen, die keinen Kettenabbruch bewirken, sind BF4-,   SbFG-,      SbFs(03SF)-,      SbCI6-,    AsF6- und   PFs.   



   Ein allgemeines Verfahren, das zur Bestimmung dienen kann, ob ein spezielles Anion einen Kettenabbruch bewirkt oder nicht, besteht darin, die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran in üblicher Weise unter Verwendung eines bekannten Säurekatalysators durchzuführen, jedoch unter Zugabe eines löslichen Salzes, das dieses Anion enthält, zu dem Polymerisationssystem,  so dass der Effekt untersucht werden kann, den dieses Anion auf die Polymerisationsreaktion ausübt.

  Z.B. kann monomeres Tetrahydrofuran und eine geringe Menge (wie z.B. 1   Mol.-%    des gesamten   Monomerengemis'ches)    Äthylenoxyd unter Verwendung von 2   Mol.-%      (bezo-    gen auf das gesamte   Monomerengemi'sch)    Bortrifluorid als Polymerisationsinitiator unter   Temperaturbedingun    gen polymerisiert werden, die zu einer mindestens etwa 50%igen Umwandlung der Monomeren in Polymerisat führen, wie z.B. bei   200C.    Wenn die gleiche Reaktion unter Zugabe von 2   Mol.

   - %    eines gelösten Salzes durchgeführt wird, das das in Frage stehende Anion enthält, zeigt jede bedeutende Abnahme im Umwandlungsgrad und/oder im   Molekular,ewicht    des gebildeten Produktes, dass das Anion zur   Gruppe    der kettenabbrechenden Anionen gehört. So rufen Lithiumbromid, Lithiumnitrat,   Silbertrifluoracetat    und   Silbercyanid    Verringerungen des Umwandlungsgrades hervor, so dass nicht mehr als 10% Polymerisat gebildet wird, was zeigt, dass Br,   NO3-,      CF3CO2-    und CN- kettenabbrechende Anionen sind.



  Wenn andererseits identische Reaktionen in Gegenwart von Silberperchlorat,   Silbertrifluormethansulfonat,    Li   thiumhexafluocphosphat    und   Silberhexafiuorantimonat    durchgeführt werden, lässt sich kein bedeutender   Ein    fluss auf die gebildete   Polyäthermenge    oder auf dessen Molekulargewicht feststellen, was zeigt, dass   ClO4-,      CF3'SO3-,    PF6- und   SbF3-    keinen Kettenabbruch bewirken.



   Anhydride, die wirksame   Katalysatoren    der Formel DQ darstellen, sind u.a.   IPyrosullfurylfluorid,    d.h.



     (FSO2)2O      (wobei FSO2-    D und   sFSO3-    Q bedeutet),   (CF3SO2)20      (CXi3SO,2-    und   CF,3SO3-)    und   CIP7      (Cl03-    und   ClO4-),      sowie    die entsprechenden gemischten Anhydride, wie   z.B.      FSO2-O-O2SCF.    Salze, die wirksame Katalysatoren zur Herstellung der dikationisch aktiven Polyäther der Erfindung darstellen, sind u.a.   FSO2S-PF5,      CF3SO21F    SbF5,

   SEi3SO2Cl   SbCl5    und   Cl03F      BF3,    die als   FSO2+PFG-,      CF3SOi2+SbF6-,      CF3SO2+SbC16-    bzw.



     01O3+BF4-    aufgefasst werden können.



   E;ine zweite Katalysatorklasse, die sich in wirksamer Weise zur Herstellung der   dikationisch    aktiven Poly äther der Erfindung durch direkte Umwandlung von Monomeren verwenden lässt, sind bestimmte Diester aus den oben genannten Katalysatorstammsäuren, d.h. Fluorsulfonsäure, den   polyfluoralipbatischen    Sulfonsäuren (d.



  h. der Formel RfSO3H)   und    Perchlorsäure, und einem diprimären Glykol. Diese Klasse kann durch die allgemeine Formel   DZCH2,(A) 11Cfl2ZD    wiedergegeben werden, wobei D die oben definierte Bedeutung hat und vorzugsweise einen Fluorsulfonat-, einen   polyfiuoralipha-    tischen Sulfonat- (wie   zlB.      RfSO3 )    oder einen Perchloratrest bedeutet, A ein difunktioneller organischer Rest, der frei von acetylenischen und olefinischen Bindungen sowie frei von alkylierbaren Gruppen ist, die Zerewiti   noff-Wasserstoffatome    enthalten (wie z. B.

  Hydroxyl-, Amino-, Thiol- und Carboxylgruppen) und vorzugsweise ein Alkylen- oder Oxyalkylenrest oder ein aus wiederkehrenden   Oxyalkyleneinheiten    bestehender Rest ist, Z Sauerstoff oder Schwefel bedeutet und n 0 oder 1 ist.



  Besonders bevorzugte Katalysatoren dieser Klasse sind    1,4-Butanbis-(fluorsulfonat), 1,4 Butanbis-(trifluorme-    thansulfonat) und die entsprechenden Ester des Poly   -(tetramethylen)-glykols.    Diese   Verbindungen    werden in bequemer Weise nach einem direkten Verfahren hergestellt, bei dem eine Umsetzung von Pyrosulfurylfluorid   (Fluo'rsulfonsäureanhydrid)    oder Trifluormethansulfon   säurehydrid    mit   Tetrahydrofuran    durchgeführt wird.



  Wenn stöchiometrische Mengen dieser Anhydride und Tetrahydrofuran bei - 30 C bis 0 C umgesetzt werden, wird der 1,4-Butandiester in guter Ausbeute erhalten.



  Wenn bei dieser Umsetzung überschüssige Tetrahydrofuran verwendet wird, enthält der erhaltene Diester   wie-    derkehrende Oxytetramethylengruppen, und das durchschnittliche Molekulargewicht des Produktes variiert praktisch direkt mit dem verwendeten molaren Überschuss an Tetrahydrofuran.



   In bezug auf die Reaktionsbedingungen bei der direkten   Polymeri sationsreaktion    sind beträchtliche Variationen möglich. Es ist jedoch wichtig, dass diese Reaktionen in einem System durchgeführt werden, das von Kettenabbruchsmitteln verhältnismässig frei ist. Unter    Kettenabbruch))    ist hier eine chemische Reaktion während der Polymerisation zu verstehen, bei der ein kationisch geladenes   Ende    einer Polymerisatkette neutralisiert und eine Endgruppe, die unter den Polymerisationsbedingungen praktisch keine weitere Alkylierbarkeit aufweist, an den vorher kationisch geladenen Endteil der Polymerisatkette angehängt wird. Die erfindungsgemässe Polymerisation liefert ein Produkt, bei dem praktisch sämtliche   Kettenenden    kationisch aktiv sind.

  Das Vorhandensein von Kettenabbruchsmitteln (d.h. von Verbindungen, die unter den gewählten   Reaktionsbedingungen    lediglich monoalkylierbar sind, wie z.B. löslichen Halogenidsalzen, Acylhalogeniden, Alkoholen, Säuren und Anhydriden, die wesentlich schwächer als Fluorsulfonsäure sind,   usw.),    die von den kationisch aktiven Enden der Polymerisatkette alkyliert werden, führt zur Bildung einer wesentlichen Zahl von inerten Endgruppen, die ein weiteres Kettenwachstum verhindern. Einige Substanzen, die   normalerweise    als Kettenabbruchsmittel für andere als die hier   beschriebenen    Polymerisationsreaktionen anzusehen sind, führen bei dem erfindungsgemässen Verfahren unter bestimmten Polymerisationsbedingungen zu keinen Nachteilen. Insbesondere können polyalkylierbare Verbindungen, wie z.B.

  Verbindungen, die zwei oder mehr aktive Wasserstoffatome aufweisen, wie Wasser, Alkylen- oder Polyalkylenätherglykole usw., mit zwei kationisch geladenen   Polymeris atkettenenden    reagieren und auf diese Weise als Kettenverlängerungsmittel dienen. Wasser kann mit   einem    dikationisch aktiven Polymerisat unter Bildung eines   monokationisch    aktiven Po   lymerisats    mit einer Hydroxylgruppe reagieren, und die Hydroxylgruppe dieses Produktes kann leicht durch ein anderes dikationisch aktives Polymerisat unter Bildung eines neuen dikationisch aktiven Polymerisats von erhöhter Kettenlänge alkyliert werden.   Die Tatsache,    dass in dem erfindungsgemässen Polymerisationssystem Wasser enthalten sein darf, ist vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen sehr vorteilhaft.

  Dementsprechend brauchen polyalkylierbare Verbindungen in Mengen bis zu derjenigen, die der   Katalysatorkonzentration    stöchiometrisch äquivalent ist, bei der Herstellung der dikationisch aktiven Polymerisate nicht unbedingt ausgeschlossen zu werden.

 

   Obgleich die Verwendung eines Lösungsmittels oftmals nicht von wesentlicher Bedeutung ist, kann ein inertes Lösungsmittel wünschenswert sein, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu mässigen oder um eine leich   tere Handhabung    des Reaktionsgemisches zu gestatten.



  Geeignete Lösungsmittel sind u.a. Methylenchlorid, die   Fluorhalogenkohlenstoff-Lösungsmittel,    die Cycloalkane (wie   z.B.    Cyclohexan), usw. Die Temperatur beträgt bei diesen   Reaktionen    im   allgemeinen -4 < )0C    bis   +700C,    wenn Tetrahydrofuran verwendet wird, obgleich bei Ver  wendung von anderen Monomeren, wie von sym-Trioxan, Temperaturen bis zu etwa 1000C verwendet werden können. Wenn Lösungsmittel verwendet werden, ist es normalerweise wünschenswert, die Reaktionen bei niedrigeren Temperaturen durchzuführen, wie z.B. bei -200C bis   +400C,    und die Lösungsmittelkonzentration unterhalb von etwa 40 Gew.-% zu halten.



   Das Molekulargewicht der erhaltenen Polymerisate kann innerhalb eines breiten Bereichs variieren, wie z.B.



  von etwa 400 bis 1 000000 oder darüber. Ein wirksames Verfahren zur Regelung des Molekulargewichtes besteht in der geeigneten Wahl des Molkonzentrationsverhält   nissen    von Katalysator zu Monomerem. Wenn höhere Molekulargewichte gewünscht werden, wird dieses Molverhältnis vorzugsweise zwischen etwa   u,001    und   0,01    gewählt, während die niedrigeren Molekulargewichte im allgemeinen bei einem Molverhältnis von etwa 0,01 bis 0,5 erhalten werden.



     IndVel;te      Herstellirng    von   eildständig      polykation isch    ak   tiltest Polymerisaterz   
Obgleich das direkte Verfahren zur Herstellung der dikationisch aktiven Polymerisate der Erfindung äusserst brauchbar ist, ist es im allgemeinen auf bestimmte kationisch polymerisierbare Monomere beschränkt, wie vorstehend erläutert wurde. Sehr vielseitig anwendbar ist ein indirektes Verfahren zur Herstellung von endständig polykationisch aktiven Polymerisaten, bei dem als Ausgangsmaterial ein vorgebildetes Polymerisat (d.h. ein Vorpolymerisat) verwendet wird, das in seinen Endstellungen und nur dort bestimmte funktionelle Substituenten aufweist und ansonsten von   alkylierbaren    Gruppen (wie z.B.

  Olefin-, Amin-, Hydroxyl-, Thiol- oder Carboxylgruppen usw.) frei ist. Die bei diesem Verfahren   vernrendbaren      Vorpolymerisate    können in zwei Kategorien eingeteilt werden:
I. Polymerisate, die endständige   OH    oder -SH (oder die Alkalisalze dieser Gruppen), -COOH oder   -SO3H      Gruppen    enthalten, können in endständig polykationisch aktive Polymerisate umgewandelt werden, indem man sie entweder mit einer zu keiner Kettenabbruchreaktion führenden Katalysatorstammsäure oder mit bestimmten,   nachfolgend    definierten Derivaten solcher Säuren umsetzt, wobei die Katalysatorstammsäure befähigt ist, als solche die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran einzuleiten.

  Genauer gesagt können die endständig polykationisch aktiven Polymerisate hergestellt werden, indem man die oben genannten Vorpolymerisate mit Katalysatorstammsäuren, deren Anhydriden, deren Acylhalogeniden oder einem Alkylenbisester der Struktur    DZ-CH2-(A)n-cH2-zD    umsetzt, worin D, Z und A die oben definierte Bedeutung haben. Beispiele für solche Katalysatorstammsäuren und deren Derivate sind   FSO3H,      4FS0j)20,      FSOs-C4Hg-      03So, CF3SO3H, (CF3SO)20, CF3SO2CI, CF3SO3- (CRHSO)20.SCF3, HClO4, C1 OT, C1O4-C4Hs-O4Cl usw.   



  Diese Umwandlungsreaktionen, die zu den endständig polykationisch aktiven Polymerisaten führen, sind Kondensationsreaktionen, bei denen als Nebenprodukt entweder ein Salz, Wasser, ein Halogenwasserstoff oder eine Säure (d.h. die Katalysatorstammsäure oder das Derivat) gebildet werden, je nach der Art des Derivates, das zur Umwandlung des Vorpolymerisats in seinen kationisch aktiven Zustand verwendet wird. Solche Kondensationsreaktionen lassen sich in einer Weise durchführen, wie sie aus der Polymerisatmodifizierung wohlbekannt ist. Es ist oftmals wünschenswert, bei der Umsetzung ein Dehydratisierungsmittel bzw. einen   Säu reacceptor    zu verwenden, gewöhnlich in stöchiometrischer Menge, oder als feste heterogene Phase, um das Nebenprodukt zu inaktivieren.

  Bei den erhaltenen endständig polykationisch aktiven Polymerisaten kann es sich um Polyester, Polythioester oder gemischte Polyanhydride handeln. Sie sind durch ihre Fähigkeit gekennzeichnet, die Tetrahydrofuranpolymerisation unter Bildung von Blockmischpolymerisaten einzuleiten, sowie durch ihr bemerkenswertes Alkylierungs- oder Acylierungsvermögen.   Diejenigen    endständig polykationisch aktiven polymeren Produkte, die sich von polymeren Polyolen und Polythiolen (oder den entsprechenden Alkalisalzen) ableiten, sind ausgezeichnete Alkylierungsmittel; ebenso die Produkte, die bei der Umsetzung der oben erwähnten Alkylenbisester mit polymeren Polycarbonsäuren oder Polysulfonsäuren gebildet werden.

  Bei den endständig polykationisch aktiven Polymerisaten, die man bei der Umsetzung von polymeren Polycarbonsäuren und Anhydriden bzw. den entsprechenden Acylhalogeniden erhält, handelt es sich um gemischte Anhydride, die eine bemerkenswerte Wirksamkeit als Acylierungsmittel besitzen.



   II. Polymerisate, die endständige   Acylhalogenidgrup-    pen (d.h. Carbonyl- oder Sulfonylhalogenidgruppen), vorzugsweise Acylchlorid- oder Acylbromidendgruppen, enthalten, können in polymere gemischte Anhydride umgewandelt werden, indem man sie mit einer zu keiner Kettenabbruchreaktion führenden Säure (d.h. einer Kataly   satorstammsäure),    die befähigt ist, die Polymerisation von Tetrahydrofuran einzuleiten, oder einem Salz einer solchen Säure, vorzugsweise einem Silbersalz, umsetzt.



  Beispiele für Reaktionsteilnehmer, die zur Herstellung von endständig polykationisch aktiven Polymerisaten aus den oben genannten polykationisch aktiven Polymerisaten aus den oben genannten Vorpolymerisaten geeignet sind, sind u.a.   FSO5Ag,      CF3SO3H,      CF3SO3Ag,      HC104    u.



     AgClO4.   



   Vorpolymerisate mit zwei oder mehr endständigen re   aktionsfähigen    Gruppen, die für die Herstellung von kationisch aktiven polymeren Verbindungen nach dem indirekten Verfahren geeignet sind, können auf verschiedene Weise hergestellt werden. Polymere, die endständige Hydroxylgruppen enthalten, sind wohlbekannt. Mehrere Polyäther, die zwei endständige Hydroxylgruppen enthalten, sind leicht im Handel erhältliche Substanzen, wie z.B. Polyäther verschiedenen Molekulargewichts, die sich vom Äthylenoxyd, Propylenoxyd und Tetrahydrofuran   ableiten.    Polyoxymethylenpolymerisate, die Hydroxylendgruppen enthalten, werden weiterhin bei der ionischen Polymerisation von Formaldehyd oder sym-Trioxan erhalten. 

  Verzweigtkettige Polyäther, die mehr als zwei endständige Hydroxylgruppen enthalten, können durch Polymerisation von Äthylenoxyd in Gegenwart eines basischen Katalysators und eines Polyols, das mehr als zwei Hydroxylgruppen enthält, hergestellt werden. Die Verwendung von Trimethylolpropan oder Pentaerythrit als Reaktionsteilnehmer bei der Polymerisation von Äthylenoxyd führt also zur Bildung eines verzweigten Poly äthers mit drei bzw. vier endständigen Hydroxylgruppen. Wenn solche verzweigten Substanzen als Vorpolymerisate verwendet werden, besitzen die erhaltenen Produkte eine endständige kationische Aktivität von mehr als 2.



   Polyester, die Hydroxylendgruppen enthalten, sind durch Verwendung von überschüssigem Polyol bei der   Kondensation mit einer Dicarbonsäure hergestellt worden. Die Molekulargewichte dieser Polyester werden durch geeignete Wahl des Umwandlungsgrades der    Mo-      Monomeren     (d.h. des Polyols und der Dicarbonsäure) und des verwendeten Überschusses an Polyol geregelt.



     Vinylpolymerisate,      die    sich von   äthylenisch-unge-    sättigten Monomeren ableiten und endständige Hydroxylgruppen enthalten, sind unter Verwendung von geeigneten freie Radikale   tliufernden    Initiatoren, wie z.B. Wasserstoffperoxyd, hergestellt worden.



   Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten mit endständigen Thiolgruppen sind ebenfalls bekannt. Polymerisate mit endständigen Thiolgruppen können durch Zugabe eines geringen Überschusses   an Schwefelwasser-    stoff oder   von Alkylendithiolen    zu Alkylenbisestern der Acryl- und Methacrylsäure hergestellt werden, wie in der   U & -Patentschrift      Nr.    3 397 189 beschrieben wird. Ein zweites Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten mit zwei endständigen   Thiolgruppen    besteht in der Kondensation von bestimmten organischen Dihalogeniden mit einem geringen Überschuss an Natriumsulfid oder -polysulfid.

  Bei einem weiteren Verfahren zur Herstellung von   Plolymerisaten    mit endständigen Thiolgruppen werden Polymerisate mit endständigen Carboxylgruppen mit Mercaptoäthanol umgesetzt.



   Polyester oder   Poly-N-alkylamide,    die endständige   Carbc > xyl-    oder Sulfonsäuregruppen enthalten, können durch Kondensation eines geringen Überschusses einer geeigneten   IDicarbonsäure    (bzw.   Disulfonsäure)    mit einem Polyol bzw. einem Amin mit zwei oder mehr sekundären Aminogruppen hergestellt werden. Monomere, die bei der Behandlung mit einer organischen   Di.lithiumverbin-    dung polymerisieren (wie   z.B.'Styrol,    das bei Verwendung von   1,2 Diphenyl-1,2-dilithiumäthan    als Katalysator polymerisiert), liefern bei Behandlung mit Kohlendioxyd bzw. mit Schwefeldioxyd und einem   Oxydation 5-    mittel polymere Dicarbonsäuren bzw. Disulfonsäuren.



   Endständige   Acylhalogenidgruppen    (d.h. Carbonylund Sulfonylahologenidgruppen) können an Polymerisaten nach verschiedenen Verfahren erzeugt werden.   Z.B.   



  können Polymerisate, die freie Säuregruppen enthalten, durch Umsetzung mit Phosphorpentachlorid oder Thionylchlorid oder   bromid    in die gewünschten Vorpolymerisatderivate umgewandelt werden. Die Verwendung eines geringen Überschusses eines Alkylen- oder   Arylendiacyl-    chlorids (wie z.B.   Adipylchlorid,    Terephthaloylchlorid oder   p,p'-lDiphenyldisulfonylchlorid)    bietet eine Möglichkeit zur Herstellung von Polyestern oder Polyamiden mit   endständigen      Acylhalogenidgruppen,    wie z.B.

  Sulfonylhalogenidgruppen.   IDie    Umsetzung von überschüssigem Phosgen mit Polymerisaten, die Alkoholgruppen enthalten, ist eine weitere Möglichkeit zur Einführung von endständigen   Acylhalgenidgruppen - in    diesem Falle von   Chlorformiatgruppenin    das Vorpolymerisat.



   In bezug auf die Reaktionsbedingungen, die bei dem indirekten Verfahren zur Herstellung der kationisch aktiven Polymerisate anzuwenden sind, ist normalerweise eine beträchtliche Variation möglich. Wenn unvernetzte, lösliche endständig polykationisch aktive Polymerisate gewünscht werden, wie z.'B. als reaktionsfähige Zwischenprodukte für nachfolgende chemische   Modifizierungs -    reaktionen, ist es normalerweise wünschenswert, ein Vorpolymerisat zu verwenden, dass ein Molekulargewicht von etwa 400-20000 aufweist und die erforderlichen funktionellen Gruppen in den   Endstellungen    an einer linearen oder verzweigten Kette enthält.

  Die Verwendung einer etwa fünffachen stöchiometrischen Menge an Kata   lysatorstammsäure    bzw. deren Derivat, bezogen auf die Zahl der umzusetzenden funktionellen Gruppen, ist zur Herstellung eines unvernetzten Produktes normalerweise vorzuziehen. Wenn ein Säureacceptor gewünscht wird, kann das Vorpolymerisat zunächst mit einem tertiären Amin, wie z.B. Triäthylamin, in einer Menge vermischt werden, die zur Neutralisation der durch die Reaktion gebildeten Säure gerade ausreicht. (Wenn ein Vorpolymerisat mit endständigen Alkalialkoxyd- oder Alkalimercaptidgruppen verwendet wird, ist eine Verwendung von zusätzlichem Säureacceptor gewöhnlich nicht erforderlich). Die Auswahl der Reaktionstemperatur ist normalerweise nicht von ausschlaggebender Bedeutung.

  Es kann ein bevorzugter Bereich   von - 800C    bis   1000C    angewendet werden, obgleich die Reaktionsgeschwindigkeit bei den niedrigeren Temperaturen unerwünscht gering sein kann. Bei dem indirekten Verfahren werden häufig inerte, wasserfreie   Lösungs mittel    verwendet; geeignete Lösungsmittel sind bereits genannt worden.



   Das als Ausgangsmaterial verwendete Vorpolymerisat kann entlang seiner Kette verschiedene andere Gruppen ausser den oben genannten enthalten, vorausgesetzt, dass diese gegenüber der Einwirkung des bei der Umset   zung    verwendeten Derivats der ,Katalysatorstammsäure und gegenüber dem Alkylierungs- bzw. Acylierungsvermögen des erhaltenen polykationisch aktiven Polymerisats inert sind. So können in dem Polymerisat beispielsweise Ester-,   Äther    Nitro- und Halogensubstituenten und dgl. vorhanden sein, ohne bei der Herstellung von polykationisch aktiven Polymerisaten nach dem indirekten Verfahren zu stören.



   Aus der vorstehenden Beschreibung ist ersichtlich, dass zur Herstellung der kationisch aktiven Polymerisate der Erfindung eine grosse Zahl   von Vorpolynaeri-    saten verwendet werden kann, die geeignete endständige funktionelle Gruppen enthalten, wie z.B. Polymerisate auf der Grundlage von Styrol, Vinylchlorid, Vinylalkyl äthern, Estern der Acryl- und Methacrylsäure und/oder Vinylestern, sowie polymere Verbindungen wie Polyester, Polyäther usw.



  Reaktionen von polykationisch aktiven   Polymerisaren   
Wie oben bereits erwähnt, sind die erfindungsgemäss hergestellten polykationisch aktiven Polymerisate bemerkenswerte Alkylierungs- oder Acylierungsmittel u.



  können tatsächlich durch ihr Alkylierungs- bzw. Acylierungsvermögen charakterisiert   werden. Weiterhin    stellen sie wirksame polymere Initiatoren für die weitere Polymerisation von säurepolymerisierbaren Monomeren dar, wobei als Produkte   Blockmischpoiymerisate    erhalten werden. Viele andere brauchbare Produkte können unter Verwendung dieser polykationisch aktiven   Polymeri-    sate als Zwischenprodukte hergestellt werden, wenn man die stark elektrophile Natur dieser Makromoleküle ausnutzt.

 

   Anorganische und organische Verbindungen (polymere Substanzen eingeschlossen), die aktive Wasserstoffatome enthalten, insbesondere Verbindungen mit -OH,   -COOH,    -SH, -SO3H und   NHR'    -Gruppen (worin R' ein Wasserstoffatom, einen Alkylrest oder einen Arylrest bedeutet), reagieren leicht mit den polykationisch aktiven   Polymerisaten    der Erfindung, wobei es sich bei diesen Reaktionen im wesentlichen um Alkylierungs- oder Acylierungsreaktionen handelt, bei denen die   Polyme      risatkette    die   elektronegative    Gruppe, mit der das aktive Wasserstoffatom verbunden ist, alkyliert bzw. acyliert.  



  Geeignete Verbindungen, die aktive Wasserstoffatome enthalten, sind u.a. Wasser, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Harnstoff, Hydrazin, Anilin, Methylamin, Mercaptoäthanol, Glykolsäure, Polymerisate der Acrylsäure, Vinylalkoholpolymerisate, Bernsteinsäure, Glycin, Proteine, Piperazin, Triäthylentetramin, Äthylenglykol usw., Als Produkte dieser Alkylierungs- bzw. Acylierungsreaktionen werden also das entsprechende polymere Derivat und die Katalysatorstammsäure erhalten. In vielen Fällen ist ein Säureacceptor wünschenswert, um die als Reaktionsprodukt entstehende starke Katalysatorstammsäure zu neutralisieren. Diese Neutralisation ist häufig erforderlich, um unerwünschte Nebenreaktionen zu vermeiden. Bei der Alkylierung bzw. Acylierung von Aminoverbindungen, wie z.B. von Aminen und Ammoniak, kann zur Neutralisation des Säureproduktes ein Überschuss an Aminoverbindung verwendet werden.

  In Fällen, wo die Reaktion rasch verläuft, wie z.B. bei der Alkylierung eines Alkylmercaptans, kann mit Vorteil ein Säureacceptor wie z.B. Pyridin verwendet werden, vorzugsweise in stöchiometrischen Mengen.



   Die Reaktionstemperaturen sind im allgemeinen nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Es hat sich ein Bereich von   etwa - 800C    bis   150 C    als geeignet erwiesen, obgleich sich die niedrigen Temperaturen (wie   z.B.    unterhalb von   25OC)      zur Mässigung    der Reaktionsgeschwindigkeit im allgemeinen als bevorzugt erwiesen haben.



  Die Verwendung eines inerten Lösungsmittels ist nicht immer erforderlich und in einigen Fällen sogar unerwünscht. Geeignete inerte Lösungsmittel sind oben genannt worden. Die Regelung der Konzentrationen der Reaktionsteilnehmer ist bei Alkylierungs- und Acylierungsreaktionen unter Verwendung der kationisch aktiven Polymerisate wichtig. Bei der Bestimmung des optimalen Mengenverhältnisses der Reaktionsteilnehmer sollten die Funktionalität der Reaktionsteilnehmer, die Tatsache, ob ein Säureacceptor erforderlich ist oder nicht, und das gewünschte Endprodukt berücksichtigt werden, wie es dem Fachmann geläufig ist.

  Die Funktionalität der zu alkylierenden bzw. zu acylierenden Verbindung entspricht der Zahl der in dem Molekül vorhandenen alkylierbaren bzw.   acylierbaren    Gruppen, multipliziert mit der Zahl der Male, die die betreffende Gruppe mit den kationisch aktiven Stellen an den   erfindungsgemäss    hergestellten Polymerisaten reagieren kann. Wasser   z.B.   



  hat eine Funktionalität von 2, da jedes Wassermolekül mit zwei kationisch aktiven Stellen an dem Polymerisat reagieren kann. Wenn Wasser mit einer kationisch aktiven Stelle an dem polykationischen Polymerisat reagiert, wird als Produkt ein polymeres Polyol erhalten; wenn das Wasser mit zwei kationisch aktiven Stellen   reagiert,    erhält man als Produkt einen polymeren Polyäther. In ähnlicher Weise kann Ammoniak, das eine Funktionalität von 4 aufweist, mit den polykationisch aktiven polymeren Alkylierungsmitteln unter Bildung eines polymeren primären, sekundären oder tertiären Amins oder quaternären Ammoniumsalzes reagieren. Wenn das polymere primäre Amin gewünscht wird, verwendet man daher einen grossen Überschuss an Ammoniak, wie z.B. einen mindestens 5fachen stöchiometrischen Überschuss.



   Die folgenden Ausführungen dienen der weiteren Erläuterung der Effekte, die Funktionalität und Konzentration der Reaktionsteilnehmer auf die Natur der Reaktionsprodukte ausüben. Wenn eine Verbindung mit zwei aktiven Wasserstoffatomen mit einem Polymerisat mit zwei kationisch aktiven Gruppen umgesetzt wird, erhält man als Produkt ein   kettenverlängertes    lineares Polymerisat, wenn das molare Konzentrationsverhältnis der Reaktionsteilnehmer nahe bei   1:1    gehalten wird. Wenn die zwei aktive Wasserstoffatome enthaltende Verbindung im Überschuss verwendet wird, vorzugsweise in einem mindestens 2fachen stöchiometrischen Überschuss, wird das disubstituierte polymere Produkt mit übrig Weibenden funktionellen Gruppen begünstigt.

  Dieses Verfahren stellt eine Möglichkeit zur Herstellung niedermolekularer polymerer Dithiole oder Dicarbonsäuren dar, indem man Alkylendithiole (oder   H.S)    bzw. Dicarbonsäuren im Überschuss verwendet. Wenn eine Verbindung mit 3 oder mehr aktiven Wasserstoffatomen mit dem dikationisch aktiven Polymerisat mit zwei kationisch aktiven Gruppen in etwa stöchiometrischem   Mengenver-    hältnis umgesetzt wird, wird als Hauptprodukt ein vernetztes Polymerisat erhalten, dessen Eigenschaften durch geeignete Wahl der Reaktionsteilnehmer variiert werden können.



   Bei einem polykationisch aktiven Polymerisat mit mehr als zwei kationisch aktiven Gruppen in den Endstellungen einer verzweigten Kette ist das Produkt, das bei der Umsetzung mit einer Verbindung mit einem einzigen aktiven Wasserstoffatom erhalten wird, ein einfaches   Substitutionsprodukt,    während bei der Umsetzung mit einer Verbindung mit zwei oder mehr aktiven Wasserstoffatomen ein vernetztes Polymerisat erhalten werden kann.



   Die polykationisch aktiven Polymerisate der Erfindung reagieren weiterhin mit zahlreichen Metallsalzen (wie   z.B.      Kaiiumcyanat,    Natriumphenolat usw.) nach dem Prinzip der doppelten Umsetzung, wobei als Produkte das Polymerisat, das bei der Alkylierung des Anions des Salzes mit dem kationisch aktiven Polymerisat gebildet wird, und das Salz der Katalysatorstammsäure erhalten werden. Salze von Alkalimetallen, wie   z.B.      Lithiumjodid,    Natriumcyanid, Kaliumcyanat, Natriumbisulfid, Natriumbisulfit, Natriumhydroxyd, Mononatriumadipinat, Dinatriumsuccinat, Kaliumhydrogenphthalat, Natriumphenolat usw. werden bevorzugt, insbesondere wenn sie in dem Reaktionsmedium sehr löslich sind, obgleich Salze wie Calciumhydroxyd und Silbercyanid ebenfalls verwendet werden können.

  Diese Reaktionen können entweder in homogenen Lösungen oder in heterogenen Dispersionen durchgeführt werden. Diese Reaktionen stellen ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung des gewünschten Derivats der kationisch aktiven Polymerisate dar. da bisher die Katalysatorstammsäure nicht freigesetzt und ein Säureacceptor nicht benötigt wind.



   Die obige Reaktion der polykationisch aktiven Polymerisate der Erfindung mit Metallsalzen ähnelt der oben diskutierten Alkylierung von aktive Wasserstoffatome enthaltenden Verbindungen insofern, als die Funktionalitäten und Konzentrationen der Reaktionsteilnehmer hier ebenfalls einen Effekt auf die Struktur des Produktes haben. Häufig sind zur Herstellung der gewünschten endständig polyfunktionellen Polymerisate verschiedene Verfahren möglich. 

  So kann man Polytetramethylenoxyd, das primäre Aminogruppen als Endgruppen enthält, nach irgendeinem der folgenden Verfahren herstellen: (A) Umsetzung des dikationisch aktiven Tetrahydrofuranpolymerisats mit Ammoniak in der oben beschriebenen Weise, (B) Umsetzung mit Lithiumazid und nachfolgende Reduktion der erhaltenen Azidgruppen in primäre Aminogruppen, (C) Umsetzung mit Lithiumcyanid und nachfolgende Hydrierung der endständigen Nitrilgruppen zu primären Aminogruppen,   (15)      Um set-    zung mit Natrium-p-nitrophenolat und nachfolgende Hy  drierung der Nitrogruppen zu primären Aminogruppen,   (E) Umsetzung    mit   Lithiumphthalimid    und nachfolgende Umsetzung der erhaltenen Imidgruppen mit Hydrazin zu den gewünschten primären Aminogruppen.

  Bestimmte dieser Reaktionen können gelegentlich mit grossem Vorteil' angewendet werden, wenn Nebenreaktionen vermieden werden sollen, wie z.B. Polyalkylierungen, die bei der Umsetzung des polykationisch aktiven Polymerisats mit einer Verbindung mit mehreren aktiven Wasserstoffatomen, wie z.B. Ammoniak,   normalerweise    zu einem geringen Ausmass auftreten. Wenn man also ein Polymerisat wünscht, das Aminogruppen lediglich in Form von endständigen primären Aminogruppen enthält,   tlie-    fern die oben unter (B) bzw. (E) beschriebenen Umsetzungen mit Lithiumazid bzw. Phthalimid im allgemeinen bessere Ergebnisse als die Umsetzung des polykationisch aktiven Polymerisats mit Ammoniak.



   Die polykationisch aktiven Polymerisate der Erfindung reagieren weiterhin mit solchen aromatischen Verbindungen, die zu einer   Friedel-Crafts-Reaktion    befähigt sind, unter Bildung des   ringalkylierten      bzw.    -acylierten Derivats. Benzol und viele seiner Derivate gehen diese Reaktion ein. Die   Ringalkylierung    von Benzol ist in etwa 4 Stunden bei 780C praktisch vollständig beendet. Wenn am Ring Elektronendonatorgruppen bzw.   elektronenab-    stossende Gruppen (wie z.B. Alkyl-, Alkoxy- oder Hydroxylgruppen) vorhanden sind, wird die Reaktion stark beschleunigt, und die Alkylierung tritt hauptsächlich in den o- und p-Ringstellungen auf. Wenn andererseits am Ring   elektronenanziehende    Gruppen (wie z.B.

  Halogen-, Nitro- oder Trifluormethylsubstituenten) vorhanden sind, wird die Reaktion merklich verlangsamt. Tatsächlich weisen   pzDichlorbenzol,    Nitrobenzol und Benzotrifluorid eine ausreichend geringe Reaktionsfähigkeit auf,   um    bei diesen Reaktionen als inerte Lösungsmittel verwendet werden zu können.



   Die Alkylierung und Acylierung von aromatischen Verbindungen, die mit diesen polykationisch aktiven Polymerisaten zum Eingehen einer Friedel-Crafts-Reaktion befähigt sind, führt zu äusserst wertvollen Produkten u.



  Zwischenprodukten für chemische Synthesen. Solche umsetzungsfähigen aromatischen Verbindungen sind u.a.



  Benzol, Toluol, Mesitylen, Äthylbenzol, Phenol, Anisol, Naphthalin, Fluoren, Acenaphthen, Diphenyl, Diphenyl äther, Anthracen, Dibenzofuran usw. Die Einführung von aromatischen Gruppen an der   Polymerisatkette    bietet eine Möglichkeit zur nachfolgenden chemischen Modifizierung des Polymerisats, wie z. B. durch Chlorierung, Nitrierung, Sulfonylierung,   Polyverätherung    und   Poiy-    veresterung. Bei der Alkylierung von Phenol ist noch darauf hinzuweisen, dass die phenolische Hydroxylgruppe der Alkylierung unter säuren Bedingungen viel weniger unterliegt als die p-Ringstellung, die durch die phenolische Hydroxylgruppe aktiviert wird.



   Massen auf der Grundlage von aromatischen Verbindungen, insbesondere phenolischen Verbindungen, die mit den kationisch aktiven Polymerisaten der Erfindung alkyliert bzw. acyliert worden sind, können zur Herstellung biegsamer Harze, wie z.B. von Phenolharzen, Ep oxyharzen, Polycarbonatharzen,   Andno -Aldehyd-Harzen,    usw., verwendet werden. Derartige alkylierte bzw. acyvierte phenolische Substanzen können weiterhin als Zwischenprodukte bei Synthesen von Farbstoffen, Arzneimitteln und anderen chemischen   Verhindungen    verwendet werden.



   Die polykationisch aktiven polymeren Alkylierungsmittel der Erfindung sind weiterhin zur Alkylierung in der Weise befähigt, dass sie sich an Verbindungen mit lokalisierten   elektronenreichen    Stellen anlagern. Ein Beispiel für eine solche Alkylierung durch Addition ist die Umsetzung mit tertiären Aminen, wobei das quaternäre Ammoniumsalz der   'Katalysato,rstammsäure    gebildet wird.



   Von Bedeutung ist die Tatsache, dass es bei den meisten der vorstehend beschriebenen Reaktionen nicht erförderlich ist, die polykationisch aktiven Polymerisate in besonderen Stufen herzustellen und zu isolieren.



  Häufig sind die polykationisch aktiven Polymerisate der Erfindung Zwischenprodukte bei der Herstellung von hochmolekularen Polymerisaten, die als solche von Wert sind, wie es bei der Herstellung von Polytetramethylenoxyd aus Tetrahydrofuran der Fall ist. Die Verwendung der erfindungsgemäss vorgeschlagenen Katalysatoren bietet eine sehr einfache und wirtschaftliche Möglichkeit zur Herstellung dieser äusserst brauchbaren Polymerisate aus dem Monomeren. Die kationisch aktiven Polymerisate finden jedoch ihre grösste Anwendung als Zwischenprodukte bei Pfropf- oder Blockmischpolymerisationen oder bei Alkylierungs- bzw. Acylierungsreaktionen der vorstehend beschriebenen Art.

  Wenn dies der Fall ist, ist es häufig wünschenswert, das polykationisch aktive Polymerisat in situ herzustellen und die gewünschten Alkylierungs- bzw.   Acyiierungsreaktionen    entweder gleichzeitig mit ihrer Bildung oder im Anschluss an ihre Bildung durchzuführen.



   Die nach den beschriebenen Verfahren erhältlichen neuartigen Produkte stellen brauchbare Substanzen bei der Herstellung von Formmassen für   Kunststoff-Form-    körper, Schutzüberzugsmassen, Elastomeren, polymeren oberflächenaktiven Mitteln, Imprägnierungsmitteln, Bindemitteln,   Einbettungsmassen,    Klebstoffen, Fasern, Unterlagen bzw. Trägern für Bänder, wie Klebebänder und dgl., Schaumstoffen und Filmen dar.



   Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.



   Beispiel I
In diesem Beispiel werden zwei äusserst brauchbare Verfahren zur Herstellung von hochmolekularem Polytetramethylenoxyd beschrieben.



   A. 444 g wasserfreies Tetrahydrofuran wurden in einen Rundkolben gegeben, der mit einem Rührer versehen war, und in einem Trockeneisbad auf etwa - 300C abgekühlt, ehe 0,9 g   (CE3SO2)20    zugegeben wurden. Das Gemisch wurde unter Rühren auf Raumtemperatur erwärmen gelassen, und es wurde eine ständige Viskositätszunahme bei dieser Temperatur beobachtet. Nach mehreren Stunden war die Lösung so viskos geworden, dass sie   nicht    mehr gerührt werden konnte. Das Reaktionsgemisch wurde etwa 72 Stunden bei Raumtemperatur stehen gelassen. Das dikationisch aktive Produkt, das dann eine nicht-fliessfähige   kantschukartige    Masse war, wurde in kleine Stücke zerschnitten, die über Nacht in verdünnter wässriger NaOH abgeschreckt wurden.

 

  Nach dem Waschen mit Wasser wurde das Polymerisat in Tetrahydrofuran gelöst und mit Wasser wieder ausgefällt. Die Ausbeute an getrocknetem, grauweissem Polymerisat betrug 336 g, was einer Umwandlung von nahezu   76%    entspricht. Das Molekulargewicht beträgt etwa 300000, geschätzt aufgrund der intrinsischen Viskosität von 2,48 in Benzol bei 250C. Im unvulkanisierten Zustand hat das Polymerisat eine Zugfestigkeit von 385 kg/ cm- und eine Bruchdehnung von 650%. Die Tieftemperatureigenschaften sind ausgezeichnet: die Sprödigkeits  temperatur liegt   unterhalb - 800C.    Der Polyäther wurde sowohl mit einer normalen Peroxyd-Schwefel-Rezeptur als auch mit einer Peroxyd-Divinylbenzol-Rezeptur zu sehr zähen, federnden Elastomeren mit ausgezeichneter Wasserbeständigkeit vulkanisiert.

  Das unvulkanisierte Produkt kann in Schutzüberzugsmitteln, Farben- bzw.



     Anstrichrezepturen    usw. verwendet werden.



   B. 1 Liter Tetrahydrofuran wurde von   LiAlH4    in einen mit einem Rührer versehenen 2-Liter-Kolben   abde-    stilliert. 0,5 ccm Pyrosulfurylfluorid wurden bei Raumtemperatur zugegeben. Nach kurzem Rühren, um die Reaktionsmischung zu homogenisieren, wurde mit dem Rühren aufgehört und das Material über Nacht stehen gelassen. Nach Ablauf dieser Zeit lag eine nicht-fliessfähige, farblose Masse vor, die - von einer geringfügigen   Zunahme    der Starrheit   abgesehen - innerhalb    von 5 weiteren Tagen keine sichtbaren Veränderungen einging. Das Polymerisat wurde dann in Stücke zerschnitten, in verdünnter wässriger Ammoniaklösung abgeschreckt, in Tetrahydrofuran gelöst, durch Eingiessen in Wasser erneut ausgefällt und getrocknet.

  Das erhaltene Polymerisat war eine harte, weisse, lederartige Substanz mit einer intrinsischen Viskosität, gemessen in Benzol bei 31,50C, von 5,11. Die Ausbeute an Produkt betrug 75% und das berechnete Molekulargewicht   etwa      700000.   



  Überzüge, die aus diesem hochmolekularen Polymerisat hergestellt worden waren, waren sehr zäh und abrieb   fest   
Beispiel 2
In diesem Beispiel werden mehrere Reaktionen beschrieben, bei denen dikationisch aktive Polymerisate zur Alkylierung von Ammoniak und verschiedenen primären Aminen verwendet wurden.



   A. 275 ccm   wasserfreies    Tetrahydrofuran wurden in einen   500-ccm-Rundkolben    gegeben, der mit einem Rührer versehen war. Der Kolben wurde auf etwa   - 400C    abgekühlt, und es wurden 3 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid zugegeben. Beim Erwärmen auf Raumtemperatur wurde eine Viskositätszunahme   beobachtet    was anzeigte, dass eine Polymerisation vor sich ging. Als die Lösung ziemlich viskos war, wurde Ammoniakgas langsam mit einer solchen Geschwindigkelt durch die Lösung des dikationisch aktiven Polyäthers geleitet, dass eine verhältnismässig geringe   Ammoniakkonzentrati on    aufrechterhalten wurde. Als mit der Ammoniakzugabe begonnen wurde, liess sich an einer sehr raschen und abrupten Viskositätszunahme der Lösung eine sofortige Reaktion feststellen.

  Die   Ammoniakzugabe    wurde abgebrochen, als die Reaktionsmischung nicht mehr zufriedenstellend gerührt werden konnte. Das Produkt wurde in verdünnte wässrige Natriumhydroxydlösung gegossen und unter Rühren auf einem Wasserdampfbad erhitzt. Es wurde dann mit Wasser gewaschen und in einem Vakuumofen bei 500C getrocknet.



   Das Produkt (150   g)    war in Benzol nicht   vollkom-    men löslich, während ein normales Tetramethylenoxydpolymerisat in Benzol vollständig löslich ist. Es war in Methyläthylketon löslich und zeigte in diesem Lösungsmittel eine intrinsische Viskosität von 0,402, was einem durchschnittlichen Molekulargewicht von 28 000 entspricht. Die Elementaranalyse ergab einen Stickstoffgehalt von 2,22%, was etwa 44 Stickstoffatomen je Durchschnittsmolekül, berechnet aufgrund des aus der intrinsischen Viskosität ermittelten Molekulargewichtes, entspricht. Dieses verzweigtkettige Polyätherpolyaminpro dukt war zu einem sehr zähen Kautschuk mit guter Haftfestigkeit am Aluminium härtbar, wenn es mit 1   Gew.-%    Diglycidyläther von Bisphenol A erhitzt wurde.



   B. 417 g Tetrahydrofuran und 83 g Propylenoxyd wurden in einen   l-Liter-Kolben    gegeben, der mit einem Rührer und einem Trockenrohr versehen war. Die Mischung wurde auf   - 200C    abgekühlt und mit 26 ccm   (CFsSO-)2O    als Katalysator versetzt. Mit dem Kühlen wurde aufgehört und das Reaktionsgemisch 20 Minuten gerührt. Nach Ablauf dieser Zeit lag eine viskose Lösung des dikationisch aktiven Polymerisats vor. Die Polymerisation wurde abgebrochen, indem das Reaktionsgemisch in ein Gemisch aus 300 ccm flüssigem   NH    und 250 ccm Tetrahydrofuran, das   bei -700C    gehalten wurde, eingegossen wurde.

  Die flüchtigen Substanzen wurden dann entfernt, und das Polymerisat wurde mit verdünnter wässriger KOH-Lösung gewaschen, um die Ka   talysatorrückstände    zu entfernen. Das erhaltene diprimäre   , )'-Copolyätherdiamin    (200 g Ausbeute) war bei Raumtemperatur eine Flüssigkeit. Die Analyse dieser Substanz lieferte die folgenden Ergebnisse: Molekulargewicht = 2637, Stickstoffgehalt =   1,16%    (entspricht 2,18 Stickstoffatomen/Molekül), Gesamtgehalt an Aminogruppen pro Molekül, ermittelt durch   Perchlorsäure-    titration = 2,24.



   Dieses diprimäre Copolyätherdiamin wurde gehärtet, indem es mit dem Diglycidyläther von Bisphenol A umgesetzt wurde. Es wurde ein kautschukartiges Vulkanisat erhalten, das mit abnehmender Temperatur viel langsamer steifer wurde als ein vergleichbares Material, das aus einem diprimären Diamin des Homopolymerisats von Tetrahydrofuran hergestellt worden war.



   C. 550 ccm Tetrahydrofuran wurden in einen mit Rührer und Trockenrohr ausgerüsteten   l-Liter-Kolben    gegeben, 25 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden bei Raumtemperatur unter kräftigem Rühren und Kühlen mit kaltem Wasser zugegeben. Etwa 4 Minuten nach dem Beginn der Katalysatorzugabe wurde mit dem Kühlen aufgehört und die etwas viskose Lösung des dikationisch aktiven Polymerisats unter Rühren in ein Gemisch aus etwa 500 ccm flüssigem Ammoniak u.



  500 ccm Tetrahydrofuran gegossen, das bei   etwa - 700C    gehalten wurde. Die Zugabe nahm etwa 2 Minuten in Anspruch. Zu diesem Zeitpunkt war die Gesamtreaktionsmischung eine trübe, weisse Flüssigkeit. Sie wurde noch kurze Zeit bei -700C gerührt und sodann über Nacht auf Raumtemperatur erwärmen gelassen. Das gebildete diprimäre Polyätherdiamin wurde durch   Eiries-    sen in Wasser ausgefällt und wiederholt mit wässriger Base und Wasser gewaschen und sodann im Vakuum bei 600C getrocknet. Die Ausbeute betrug 199,8 g. Die Analyse ergab einen Stickstoffgehalt von 0,904% und einen Zahlenmittelwert des Molekulargewichtes von 3350. Es sind also etwa 2,16 Aminogruppen je Molekül vorhanden.

 

   D. 125 ccm Tetrahydrofuran und 6 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden in einen mit Rührer und Trockenrohr ausgerüsteten   250-ccm-Kolben    gegeben. 4 Minuten nach der Zugabe des Katalysators hatte eine exthorme Reaktion stattgefunden, durch die die Reaktionsmischung etwas viskos geworden war. 100 ccm Isobutylamin wurden zu diesem Zeitpunkt rasch zu dem dikationisch aktiven Produkt gegeben, und das Reaktionsgemisch wurde über Nacht gerührt. Das Produkt wurde dann durch Eingiessen in Wasser gefällt und mit heisser wässriger Kalilauge und sodann mit heissem Wasser gewaschen, bis das Waschwasser neutral reagierte. Das Material wurde dann mehrere Tage in einem  
Vakuumofen bei 600C getrocknet. Ausbeute = 55 g.



   Die Analyse ergab einen Stickstoffgehalt von 1,23% und einen Zahlenmittelwert des Molekulargewichtes von
2180. Es sind daher   191    Stickstoffatome je Molekül in
Form von sekundären Aminogruppen vorhanden.



   Solche polymeren Diamine sind für   Blockmischpoly-    merisationen brauchbar, wie z.B. zur Kondensation mit einem Polyester oder Polyamid mit endständigen Carb oxylgruppen. Bei Behandlung mit Diisocyanaten, Ep oxyharzen, Diaziridinverbindungen, verschiedenen Ami noplastharzen (wie z.B. Tetramethylolharnstoff) usw., ge hen sie weiterhin   Kettenverlängerungs-    und Vernetzungs reaktionen ein. Produkte, die sich von diesen Polyäther diaminen ableiten, haben ausgezeichnete Wasserbestän    digkecit,    Zähigkeit und Abriebfestigkeit und sind zur Her stellung von Schutzüberzügen sehr brauchbar.



   E. 2500 ccm Tetrahydrofuran wurden destilliert u.



   durch eine mit einem Molekularsiebmaterial gefüllte
Säule in einen 5-Liter-Kolben kondensiert. Der Kolben war mit einem Rührer und einem Trockenrohr versehen.



   Das Tetrahydrofuran wurde   auf - 620C    gekühlt und mit
425 g   (CE3SO2)20    versetzt. Das Reaktionsgemisch wurde auf   OoC    erwärmen gelassen und 15 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Die viskose Lösung des dikationisch aktiven Polymerisats wurde unter Rühren rasch in ein Gemisch aus 858 g Allylamin und 500 ccm Methylenchlorid gegeben, das bei -700C gehalten wurde. Die vereinigten Lösungen wurden auf Raumtemperatur erwärmt und die flüchtigen Bestandteile sodann entfernt.



  Beim Verdünnen mit Benzol schied sich eine bedeutende    00    Menge   CFssSO3      NH3CH2CH=CH2    ab. Die Ab scheidung wurde abfiltriert und konnte zur Wiedergewinnung des ursprünglich eingesetzten Katalysators verwendet werden. Die Benzollösung wurde dann mit einem stark basischen Ionenaustauschharz behandelt, um die übriggebliebenen Spuren an Katalysator zu entfernen.



  Nach der Entfernung des Lösungsmittels wurde das Polymerisat analysiert, wobei die folgenden Ergebnisse erhalten wurden: Zahlenmittelwert des Molekulargewichtes  = 2800, Aminogruppenäquivalentgewicht (für die se   lcundären    Aminogruppen) = 1390 (was 2,01 sekundären Aminogruppen je Molekül entspricht), 1,27% N (was 2,58 Stickstoffatomen je'Molekül entspricht).



   F. 500 ccm wasserfreies Tetrahydrofuran wurden in einen   l-Liter-Kolben    gegeben, der mit einem Rührer u.



  einem Trockenrohr versehen war. Es wurde   auf - 700C    gekühlt und mit 20 ccm Pyrosulfurylfluorid versetzt. Die Mischung wurde auf   OOC    erwärmen gelassen und 10
12 Minuten bei dieser Temperatur gehalten.   Die    viskose Lösung des dikationisch aktiven Polyäthers wurde rasch unter Rühren in einen Kolben gegeben, der 300 ccm Äthylamin von   - 700C    enthielt. Nachdem über Nacht unter Rühren auf Raumtemperatur erwärmen gelassen worden war, wurden die unumgesetzten flüchtigen Substanzen entfernt. Die Katalysatorrückstände wurden durch Behandlung mit Kaliumhydroxyd in Methanol entfernt, wonach in Benzollösung mit einem stark basischen Ionenaustauschharz behandelt wurde.

  Nach dem Trocknen lagen 165 g eines Polyäthers mit endständigen Aminogruppen vor, der als   N,N' -Diäthylpoly-(tetramethylen      oxyd)-diam'in    identifiziert wurde. Der Zahlenmittelwert des Molekulargewichtes betrug 1550. Analysenwerte: 1,77% N (was 1,96 Stickstoffatomen je Molekül entspricht) und 1,32 Milliäquivalente/g Aminogruppen (was 2,05 Aminogruppen je Molekül entspricht).



   G. 400 ccm wasserfreies Tetrahydrofuran wurden in einen   l-Liter-Kolben    gegeben und bei   - 570C    mit
16 ccm   Pyrosulfurylfluorid    versetzt. Das Gemisch wurde unter Rühren auf   0 C    erwärmt und 15 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Die Temperatur wurde dann rasch auf   - 100C    verringert und die Polymerisation durch Zugabe von 250 ccm Äthyllamin bei einer Temperatur von   - 700C    abgebrochen. Die Katalysatorrückstände wurden   Idann    durch Filtration und Behandlung mit einem basischen Ionenaustauschharz entfernt. Die Ausbeute an gereinigtem disekundärem Polyätherdiamin betrug 110 g. Der Zahlenmittelwert des   tMolekularge-    wichts betrug 2700.

  Analysenwerte:   1,09%    N (was 2,1 Stickstoffatomen je Molekül entspricht), Aminogruppen äquivalentgewicht = 1410 (was 1,9 Aminogruppen je Molekül entspricht). Dieses Diaminprodukt kann zum Härten von Epoxyharzen verwendet werden, wobei man harte, sehr schlagfeste Produkte erhält.



   Die folgenden Substanzen wurden in einen mit Rührer versehenen 500-ccm-Kolben gegeben: 15,5 g des wie vorstehend erhaltenen disekundären   Polyätherdiamins,    1,14 g   trans-2,5-I:)imethylpiperazin    und 207 g Dimethylformamid. Zu der   Aminlösung    wurde bei   Raumtempe-    ratur unter Rühren tropfenweise eine Lösung von 4,8 g Methylen-bis-(4-phenylisocyanat) in einem Gemisch aus 33 g   Diimethylformamid    und 66 g Xylol gegeben. Es wurde eine bedeutende Viskositätszunahme beobachtet.



  Nach Beendigung der Kettenverlängerungsreaktion wurden aus dieser Lösung Filme gegossen. Das erhaltene Elastomere hatte eine Zugfestigkeit von 286   kg/cms    und eine Bruchdehnung von 525%. Durch Nassverspinnen einer   eigen    Lösung dieses Produktes in Dimethylformamid konnten elastische Fasern mit guten Eigenschaften erhalten werden.



   Beispiel 3
Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines dikationisch aktiven Polyäthers und seine Verwendung bei der Herstellung des entsprechenden Polyätherdithiols u.



  den sich hiervon ableitenden Produkten.



   20 ccm gereinigtes Tetrahydrofuran wurden in einen   250-ccm-Rrundkolben    gegeben, der mit einem Rührer ausgerüstet war. Bei etwa -400C wurden 3 ccm Tri   fluormethansulfonsäureanhydrid    zu gegeben, und die Mischung unter Rühren auf Raumtemperatur erwärmen und polymerisieren gelassen. Innerhalb von etwas einer Stunde hatte sich eine dicke Paste gebildet. Zu diesem dikationisch aktiven Polymerisat wurden 100 ccm wasserfreies, mit Schwefelwasserstoff gesättigtes Pyridin gegeben, und unter ständigem Rühren wurde von Zeit zu Zeit weiterer Schwefelwasserstoff unter Verwendung eines Glasfilterrohres eingeleitet, bis sich das Polymerisat in dem Pyridin gelöst hatte, was nach mehreren Tagen der Fall war. 

  Das erhaltene Produkt wurde durch Ein   dessen    der Lösung in Wasser   ausgefällt,    mit Wasser gewaschen und über Nacht in einem Vakuumofen bei   500C    getrocknet.



   Die Ausbeute an zähem, hellfarbenem, festem Polymerisat betrug 9,7 g. Das   Intrarospektrum    zeigte eine Absorption im Bereich der C-S -Bindung (14,6   ,1    Das Produkt zeigte bei Messung in Benzol bei 250C eine intrinsische Viskosität von 1,19, was einem ungefähren Molekulargewicht von 100000 entspricht. Die Elementaranalyse ergab einen Schwefelgehalt von 0,46% S, was 14 Schwefelatomen je Molekül entspricht. Über die Bildung von Thioätherbindungen hatte eine gewisse Kettenverlängerung stattgefunden, und die endständigen Grup  pen waren Thiolgruppen. Die Kettenverlängerung und damit die Molekulargewichtszunahme können durch Abschrecken des Tetrahydrofuranpolymerisats in flüssigem Schwefelwasserstoff auf ein Minimum herabgesetzt werden.



   Diese polymeren Dithiole, wie z.B. Polysulfidthiole, können leicht   dlurch    Umsetzung mit äthylenischdiungesättigten   Verbindungen    (wie z.B.   Äthylendimethacrylat),    aktiven Polyhalogeniden (wie z.B. Äthylendibromid, 1,2, 3-Tribrompropan), Polyisocyanaten u. bestimmten Oxydationsmitteln, wie z.B. Bariumperoxyd, gehärtet werden. Durch die über freie Radikale verlaufende Polymerisation von äthylenisch-ungesättigten Monomeren in Gegenwart der polymeren Dithiole können Blockmischpolymerisate erhalten werden. Die letztere Umsetzung wird im folgenden erläutert.



   Unter Verwendung des wie vorstehend hergestellten Polyätherdithiols wurden die folgenden Ansätze in Ampullen gefüllt:  (1) 9,5 g Styrol
0.5 g Polyätherdithiol
20 g Benzol
30 mg Azobisisobutyronitril  (2) 7,5 g Styrol
2.5 g Polyätherdithiol
20 g Benzol
30 mg Azobisisobutyronitril  (3) 5 g Styrol
5 g Polyätherdithiol
30 g Benzol
30 mg Azobisisobutyronitril  (4) 10 g Styrol
20 g Benzol
30 mg Azobisisobutyronitril Diese Ampullen wurden 5 Tage bei   50 C    in Bewegung gehalten. Die erhaltenen Blockmischpolymerisate und das als   Kontroliprobe    dienende Homopolymerisat wurden durch   Eingiessen    in Heptan ausgefällt und getrocknet. Ausbeuten: (1) 6,2 g, (2) 4,8 g, (3) 6,7 g und (4) 4,6 g.

  Die   Infrarotspektren    zeigten das Vorhandensein sowohl von Polystyrol- als auch von   Polyäthereinheiten    in den Produkten der Ampullen 1, 2 und 3, wobei der Mengenanteil an Polyäthereinheiten in der angegebenen Reihenfolge zunahm. Wenn das Homopolymerisat in einer Menge von 10 Gew.-% mit Benzol vermischt wurde, bilden sich beim mehrstündigen Stehenlassen des Gemisches zwei deutlich getrennte flüssige Phasen. Bei   10% eigen    Lösungen der   Blockmischpolymerisatprod ukte    1, 2 und 3 liess sich selbst nach viel längerem Stehenlassen keine derartige Phasentrennung feststellen. Die Biegsamkeit und Schlagfestigkeit der   Blockinischpoly-    merisate steigen mit zunehmendem Polyäthergehalt beträchtlich an.

  Solche Blockmischpolymerisate finden Verwendung in Überzügen, Bindemitteln, Klebstoffen und bei der Herstellung von Kunststoffteilen.



   Beispiel 4
In diesem Beispiel wird die Herstellung eines dikationisch aktiven Polyäthers und seine Verwendung zur Herstellung einer Polyätherdicarbonsäure erläutert.



   100 ccm wasserfreies Tetrahydrofuran und 10 ccm frisch destilliertes Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden bei Raumtemperatur in einen 250-ccm-Kolben gegeben, der mit einem Rührer und einem Trockenrohr ausgerüstet war. Die Reaktion verlief exotherm und wurde mit Hilfe eines kalten Wasserbades gemässigt. Nach einigen wenigen Minuten war das Reaktionsgemisch recht viskos geworden, worauf eine Aufschlämmung von 20 g Bernsteinsäure in 100 ccm Tetrahydrofuran zu dem dikationisch aktiven Polymerisat gegeben wurde. Die Lösung wurde mehrere Stunden bei Raumtemperatur gerührt und sodann in verdünnte wässrige Ammoniumhydroxydlösung gegeben, wobei eine trübe Lösung, jedoch keine Koagulierung erhalten wurde. Bei der Zugabe einer kleinen Menge konzentrierter HCI wurde das Polymerisat ausgefällt. Das Polymerisat wurde dann mit Wasser gewaschen und zweimal aus Tetrahydrofuran in Wasser umgefällt.

  Das Produkt wurde 4mal mit heissem Wasser gewaschen und in einem Vakuumofen bei 500C getrocknet. Ausbeute 49 g. Analysenwerte: Zahlenmittelwert des   Molekular.ewichtes    = 3300;   Carboxylgrup      penneutralisationsäquivalentgewicht    = 1640. Diese Daten zeigen, dass 2,01 COOH -Gruppen je Molekül des Polymerisats vorhanden sind, wobei die endständigen Carboxylgruppen über Esterbindungen mit der Poly ätherkette verbunden sind. Das spröde, wachsartige Pro   duk    twar in wässrigen alkalischen Lösungen recht oberflächenaktiv. Es kann zur Herstellung von Blockmischpolymerisaten durch Kondensation mit Polyäthern oder Polyestern mit endständigen Hydroxylgruppen oder mit Polyamiden mit endständigen Aminogruppen verwendet werden.

  Es kann weiterhin durch Umsetzung mit Polyepoxyden oder Polyaziridinen zu einem kautschukartigen Zustand gehärtet werden.



   Beispiel 5
In diesem Beispiel wird die Verwendung von dikationisch aktiven Polymerisaten, die nach dem direkten Verfahren hergestellt worden sind, zur Initiierung einer nachfolgenden Polymerisation, bei der ein Blockmischpolymerisat erhalten wird, erläutert.



   A. 10 ccm Tetrahydrofuran und 0,5 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden in einer   {iLlasampulle    eingeschmolzen. Nachdem über Nacht bei Raumtemperatur in Bewegung gehalten worden war, wurde als Produkt ein nicht-fliessfähiges dikationisch aktives Tetrahydrofuranpolymerisat erhalten. Die Ampulle wurde ge öffnet, in flüssiger Luft gekühlt, der Inhalt mit 10 ccm Äthylenoxyd versetzt und die Ampulle erneut verschlossen. Nach kräftigem Schütteln über Nacht bei Raumtemperatur war eine homogene, klare Lösung erhalten worden. Sodann wurde mehrere Tage lang weiter schwach gerührt, wobei eine Viskositätszunahme festzustellen war. Das Rühren wurde fortgesetzt, bis die Reaktionsmischung plötzlich schwarz geworden war.

  Das Produkt wurde dann sofort in einer verdünnten wässrigen Natriumhydroxydlösung 79 Stunden abgeschreckt und sodann mit Wasser gewaschen, das etwas Natriumbromid enthielt, um die Auflösung des Polymerisats zu verhindern.



   Nach dem Trocknen bei   50 C    über Nacht in einem Vakuumofen lagen 7 g eines viskosen flüssigen, dunkelroten Polymerisats vor. Die Tatsache, dass es sich um  ein   Blockmischpoiymerisat    handelt, lässt sich anhand des Infrarotspektrums sowie weiterhin an der Oberflächenaktivität des Produktes sowie daran erkennen, dass das Produkt in Wasser einen Trübungspunkt zeigt. Durch Schütteln von Benzol mit   zeigen    wässrigen Lösungen des Produktes konnten beständige Emulsionen von Benzol in Wasser erhalten werden.



   Beispiel 6
Dieses Beispiel erläutert die Verwendung von dikationisch aktiven Polymerisaten bei der Alkylierung von Anionen geeigneter Salze.



   A. 330 g wasserfreies Tetrahydrofuran wurden in einen mit einem Rührer versehenen Dreihalskolben gegeben. Kolben und Beschickung wurden in einem Eisbad gekühlt, und es wurden 47,4 g Trifluormethansulfonsäureanhydrid zugegeben. Nachdem die anfänglich freiwerdende Wärmemenge abgeleitet worden war, wurde das Eisbad entfernt. !Nach etwa 45 Minuten war die Reaktionsmischung merklich viskoser geworden. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Lösung von 70 g Natriumphenolat in 500 ccm Tetrahydrofuran zugegeben.



   Das erhaltene Polymerisat wurde durch Eingiessen in Wasser koaguliert und   mehrerelMale    mit heisser Ammoniumhydroxydlösung und sodann mit heissem Wasser gewaschen. Das Polymerisat wurde in einem Va   Vakuumofen    24 Stunden bei   800C    getrocknet. Der Zahlenmittelwert des   Molekulargewidites    des Polyäthers betrug 974. Ausbeute = 223 g. Die Infrarotanalyse bestätigte das Vorhandensein von Phenoxygruppen und zeigte keine Absorption von freiem Phenol oder -OH. Wenn an der Luft mit einer konstanten Geschwindigkeit von
100 pro Minute auf 3100C erhitzt wurde, liess sich ein Gewichtsverlust von nur 10 Gew.-% feststellen, woraus die hervorragende Wärmebeständigkeit des zwei endständige Phenoxygruppen enthaltenden Polytetramethylenoxyds ersichtlich ist.



   B. 100 ccm wasserfreies Tetrahydrofuran wurden in einen mit einem Rührer und einem Trockenrohr ausgerüsteten 250-ccm-Rundkolben gegeben. 10 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden bei Raumtemperatur zugegeben.   Es    liess sich eine exotherme Reaktion und eine Viskositätszunahme feststellen. Einige wenige Minuten nach der Zugabe des Anhydrids wurden 26 g Kaliumcyanat zu dem dikationisch aktiven Polymerisat gegeben. Über das Wochenende wurde weiter kräftig bei Raumtemperatur gerührt. Dabei gelierte jedoch die Reaktionsmischung. Das Produkt wurde dann mit Benzol geschüttelt, wobei ein löslicher und ein unlöslicher Anteil festgestellt wunde.

  Beide Anteile zeigten im Infrarotspektrum ziemlich starke Alkylisocyanat-Absorptionsbanden (bei 4,4   :;      Kaliumcyanat      absorbiert    bei 4,6   .   



  Das lösliche Material wurde bei nahezu sofort   verlaufen-    der Umsetzung mit Hexamethylendiamin bei 250C unlöslich. Die erhaltene unlösliche Substanz zeigte im Infrarotspektrum keine   Isocyanatabsorption,    was eine vollständige Bildung der Harnstoffverbindung anzeigt.



   Beispiel 7
Dieses Beispiel erläutert die Verwendung eines Diesterkatalysators, der bei der Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten wirksam ist.



   8 ccm Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden in ein Reagenzglas gegeben und   auf - 600C    gekühlt. 4 ccm Tetrahydrofuran wurden dann tropfenweise innerhalb von 5 Minuten zugegeben, wobei sich sofort ein Festkörper bildete. Die Temperatur wurde auf   OOC    ansteigen gelassen, wonach mit 25 com kaltem   Tetrachior-    kohlenstoff versetzt wurde. Nach gründlichem Vermischen wurde die Flüssigkeit abdekantiert und verwor   fen. Der    übrigbleibende Festkörper wurde in 150 ccm siedendem Tetrachlorkohlenstoff gelöst und durch Eiskühlung zur Kristallisation gebracht. Die Kristalle wurden gründlich mit 60 ccm kaltem Wasser gewaschen und erneut aus heissem Tetrachlorkohlenstoff umkristallisiert.



  Ausbeute = 8,4 g weisse Kristalle vom Fp. 360C. Die NMR- und IR-Spektren zeigen, dass es sich um die Verbindung   CF3SO2-O-(CH2)4-O-SO2CF3    handelt. Die Elementaranalyse zeigte   32,5%    F,   2(1,1So    C und 2,7% H.



  Die berechneten Werte betragen   32,20/,    20,3% C und   2,3%H.   



   72 g Tetrahydrafuran, das über   LiAiH4    destilliert worden war, wurden in einen   125-ccm-Dreihalsrundko'l-    ben gegeben, der mit einem Rührer versehen war und sich in einem Eisbad befand. 5,30 g Tetramethylenbis   - (trifluormethansulfonat)    wurden dann zugegeben, und es wurde 60 Minuten bei   OOC    polymerisiert. Der   Kol-    ben war gegenüber der Atmosphäre vollständig abgeschlossen. Der gebildete dikationisc haktive Polyäther wurde unter Rühren in eine Lösung von 40 ccm Äthylamin in 250 ccm Tetrahydrofuran bei   - 600C    gegeben.



  Nach   Sminütigem    Rühren wurde das   überschüssige    Amin durch Abziehen im Vakuum entfernt. 30 g des Ionenaustauschharzes    IRA-402     (Rohm  & Haas) wurden zugegeben, und das Gemisch wurde 18 Stunden bei 250C gerührt. Das Ionenaustauschharz wurde dann abfiltriert und das Lösungsmittel durch Abziehen im Vakuum bei 750C entfernt. Die Ausbeute an disekundärem Polyätherdiamin betrug etwa 20%.   Zahlenmitteiwert    des Mole   kulargewichtes    = 5760; Aminogruppenäquivalentgewicht = 1960. Pr oMolekül sind also 2,9 Aminogruppen vorhanden.



   Beispiel 8
Dieses Beispiel erläutert die Untersuchung einer Reihe von Anionen darauf, ob sie einen Kettenabbruch erzeugen oder nicht.



   Bei den Prüfversuchen wurden die folgenden Standardpolymerisationsbedingungen eingehalten: 115 ccm wasserfreies Tetrahydrofuran, die ein lösliches Salz enthielten, wurden in einen   250-ccm Kolben    gegeben, der mit Thermometer, Rührer und Trockenrohr versehen war. Die Temperatur wurde auf   - 500C    herabgesetzt, und es wurden 5 ccm redestilliertes   (CF3SO,2)20    zugegeben. Die   Menge    an Salz war gegenüber der Menge des   (CF3SO2}20    äquimolar, d.h. sie reichte aus, die Funktionalität des erhaltenen   Poly-(tetramethylenoxydls)    auf nur 1 zu verringern und das Molekulargewicht des Polymerisats herabzusetzen, wenn es sich um ein Anion handelte, das einen Kettenabbruch bewirkt. 

  Die Temperatur der Tetrahydrofuranlösung wurde auf   OOC    ansteigen gelassen, wozu 7   Minuten    erforderlich waren, und 10 Minuten bei diesem Wert gehalten. Der Kettenabbruch der Polymerisation erfolgte durch Zugabe einer Lösung von   üblerschüssigem    LiBr in Tetrahydrofuran. Bei dieser Ket   tenabbruchreaktion    wird an jede kationische Stelle, die noch in der Polymerisatlösung enthalten ist, ein Br-Atom angehängt. Eine Bestimmung des Molekulargewichtes u.



  des prozentualen Bromgehaltes des erhaltenen Polymerisats ermöglicht daher eine Berechnung der Funktionalität des Polymerisats. Die für die gereinigten polymeren Produkte erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle   1    zusammengestellt:  
TABELLE 1    Salz Ausbeute an Polymerisat Polymerisats  /o Br des Funktionalität       AgO3SCF    31   7,    1885 9,69 difunktionell    AgCIOS    33 % 1510 11,24 difunktionell    AgSbF,.    41%, 2300 7.52 difunktionell    AoBE,    33% 1314 12,58 difunktionell    LiPF.; 43 tc 1282 11,90 difunktionell       LiCIO;    32   %    1800 10.50 difunktionell
LiMnO.; 9 % 1022 7.43 monofunktionell
LINO;

   11% 854 11,80 monofunktionell
LiBr   2%    433 ¯ * * Die Funktionalität konnte nicht direkt bestimmt werden. Aus dem bekannten Kettenabbruchsvermögen des Br-Ions sowie dem stark verringerten Molekulargewicht und der stark verringerten Ausbeute kann jedoch mit Sicherheit geschlossen wer den, dass das Polymerisat monofunktionell ist.



  Die Daten der vorstehenden Tabelle zeigen also, dass
EMI13.1     


<tb>  <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> e
<tb> von <SEP> den <SEP> geprüften <SEP> Ionen <SEP> CF3SO3 <SEP> , <SEP> C1O4 <SEP> , <SEP> SbCl6
<tb>  <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> BF, <SEP> und <SEP> PFc <SEP> keinen <SEP> Kettenabbruch <SEP> bewirken, <SEP> und
<tb>  <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> dass <SEP> MnG4 <SEP> , <SEP> NO3 <SEP> und <SEP> Br <SEP> zu <SEP> einem <SEP> Kettenab  bruch führen. Das vorliegende Beispiel zeigt also, dass in den Katalysatoren der Formel DQ, die zur Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten brauchbar sind, Q irgendeinen der Reste   CF3SO3-,      C1O4-,    SbCl6-   BF1-    oder   PF-    bedeuten kann.

  Q darf jedoch nicht irgendeiner der Reste   MnO4-,    NO3- oder Br- sein, da gezeigt worden ist, dass die Reste bei der Tetrahydrofuranpolymerisation einen Kettenabbruch bewirken, wenn sie in ihrer anionischen Form vorliegen.



   Beispiel 9
Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines   Kom-    plexsalzes und seine Verwendung bei der Umwandlung von Tetrahydrofuran in ein dikationisch aktives Polymerisat.



   4,6 g   CF3SO2F    und 1,3 ccm SbFs wurden in einer verschlossenen Glasampulle bei Raumtemperatur umgesetzt. Das CF3SO2F wurde im Überschuss verwendet, um sowohl als Reaktionsteilnehmer als auch als Lösungsmittel zu dienen. Bei der Reaktion wurde ein kristallines, hell bernsteinfarbenes Produkt erhalten. Der Über schuss an   CF < SO2F    wurde unter Vakuum entfernt. Das erhaltene Salz, das mit der Formel CF3SO2+SbF6 wiedergegeben werden kann, wurde dann zur Polymerisation von Tetrahydrofuran in der folgenden Weise verwendet:
100 ccm Tetrahydrofuran werden von   LiAlH4    in einen mit Rührer u. Thermometer versehenen 200-ccm
Kolben abdestilliert. 3,7 g des obigen Salzes werden bei   220C    zu dem Tetrahydrofuran gegeben.

  Nach 4,7 'Minu- ten war die Temperatur auf 440C angestiegen und stieg noch weiter. Die Lösung war viskos geworden. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 13 g LiBr abgebrochen, wodurch an alle kationisch aktiven Stellen in der Poly merisatlösung Br-Atome angehängt wurden. Nach der
Entfernung des unumgesetzten Tetrahydrofurans wurde das Polymerisat durch Extraktion mit Cyclohexan gereinigt. Die Ausbeute an gereinigtem Polymerisat betrug   27%.    Sein Molekulargewicht betrug 9570. Die Bromanalyse (2,07%) zeigte, dass an jedem Ende der Poly ätherkette ein Bromatom vorhanden ist, womit eindeutig die Fähigkeit dieses Komplexsalzes zur Umwandlung von Tetrahydrofuran in ein dikationisch aktives Polymerisat aufgezeigt ist.



   Die folgenden Beispiele   10- 12    erläutern das indirekte Verfahren zur Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten aus geeigneten Vorpolymerisaten.



   Beispiel 10
Dieses Beispiel erläutert die Umwandlung eines w,w'- Polyätherglykols in ein dikationisch aktives Polymerisat und die nachfolgende Umwandlung dieses Produktes in ein disekundäres w,w'-Polyätherdiamin.



   200 g Poly- (tetramethylenoxyd)-glykol (Molekulargewicht = 2700) und 600 ccm Methylenchlorid wurden in einen l-Liter-Kolben gegeben, der mit einem Rührer und einem Trockenrohr versehen war. Die Lösung wurde auf -400C abgekühlt und mit 50 ccm   (CF3S0,)20    versetzt. Die Reaktionsmischung wurde 2,5 Stunden bei einer Temperatur   von - 300C    bis - 400C gerührt. Während dieser Zeitdauer wurde das Glykol in ein dikationisch aktives Produkt umgewandelt. Die Lösung wurde dann rasch in ein Gemisch aus 300 ccm   Äthylamin    und 300 ccm Toluol gegeben, das bei   - 700C    gehalten wurde.

  Die Mischung wurde über Nacht unter Rühren auf Raumtemperatur erwärmen gelassen.   Die    flüchtigen Substanzen wurden entfernt, und das Polymerisat wurde in Benzol aufgenommen, filtriert, mit einem stark basischen Ionenaustauschharz zur Entfernung der Katalysatorrückstände behandelt und getrocknet. Die Analyse des erhaltenen Polymerisats lieferte die folgenden Ergebnisse: Zahlenmittelwert des Molekulargewichtes = 2000, Arni   nogruppenäquivalentaew;cht    = 981 (was 2,04 sekundären Aminogruppen je Molekül entspricht); 1,59% N (was 2,27 Stickstoffatomen je Molekül entspricht).



   Beispiel 11
1314 g Adipinsäure, 874 g 1,4-Butandiol und 1 g Tetrabutylzinn wurden unter Rühren 7 Stunden auf 200  2100C erhitzt. Das bei der Reaktion entstandene Wasser wurde durch azeotropes Abdestillieren mit Hilfe von Heptan entfernt. Während der 7stündigen Reaktionszeit wurden 339 g Wasser aufgefangen. Das Lösungsmittel und das unumgesetzte 1,4-Butandiol wurden durch Abziehen im Vakuum entfernt. Die Analyse des erhaltenen Polyesters ergab eine Säurezahl von weniger als 1 und ein   Hydroxyläquivalentgewicht    von 1970.



   4,9 ccm   (CF3SO)2O,    das frisch über   P < O5    destilliert worden war, und 100 ccm wasserfreies Dichlormethan wurden in einen   250-ccmDreihalsrundkolben    gegeben, der mit Rührer, Thermometer und Tropftrichter versehen war. Die Temperatur der Lösung wurde auf - 200C verringert und eine Lösung von 39,4 g des wie oben hergestellten Butandioladipinat-Polyesters und 2,4 ccm Pyridin in 100 com Dichlormethan bei   - 200C    innerhalb von 2 Stunden zugegeben. Die Temperatur des Gemisches wurde dann auf   - 500C    verringert und das feste Pyridiniumtrifluarmethansulfonatsalz durch Filtrieren entfernt.

  Das Filtrat, das den dikationisch aktiven Polyester enthielt, wurde unter Rühren in eine Lösung von 25 g LiBr in 500   com; Tetrahydrofuran    gegossen und die Mischung 1 Stunde bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Waschen der Lösung mit 750 com   5%iger KOH-Lösung    und 200 ccm Wasser und Trocknen mit MgSO4 wurde das Lösungsmittel durch Abziehen im Vakuum bei   700C    entfernt. Das Polymerisat wurde dann mit   siedendem    Cyclohexan extrahiert und die klare   Cyclohexanschicht    verworfen. Der Rückstand wurde in 150 ccm Toluol gelöst, mit wasserfreiem   MgSO4    getrocknet und zentrifu   gier. das    Lösungsmittel wurde dann durch Abziehen im Vakuum bei   800C    entfernt.

  Das Infrarotspektrum des Polymerisats (Ausbeute 20 g) zeigte kein   Hydroxylgrup-      pen*Absorptionsmaximum.    Die Analyse zeigte einen Bromgehalt von 4,09%. Der aufgrund der Annahme, dass zwei endständige Bromatome je Molekül vorhanden sind, berechnete   Bromgehalt    beträgt 3,94%.



   Beispiel 12
3,5 ccm frisch über   P-Os    destilliertes   (CF3SO2yO    u.



  100 ccm Dichlormethan wurden in einen   250-ccm-Drei-      halsrundkolhen    gegeben, der mit Rührer, Tropftrichter und Thermometer versehen war. Die Temperatur der gerührten Lösung wurde auf   - 200C    herabgesetzt und eine Lösung von 39,4 g des nach Beispiel 11 hergestellten Butandioladipinat-Polyesters und 1,7 com Pyridin in
100 ccm Dichlormethan tropfenweise   bei - 200C    innerhalb von 2 Stunden zugegeben. Die Temperatur des   Ge-    misches wurde auf - 600C   verringert    und das feste Py   ridiniumtrifluormethansulfonatsalz    abfiltriert.

  Das Filtrat, das den dikationisch aktiven Polyester enthielt, wurde zu 130 g frisch destilliertem Tetrahydrofuran in einem   500-com-Zweihalsrundkolben    gegeben, der mit einem Rührer und einem Vakuumrohr versehen war. Die Temperatur wurde auf 250C ansteigen   gelassen    und ein Vakuum angelegt, bis das Dichlormethan entfernt war. Die Polymerisation wurde 3 Stunden bei   25 C    fortgesetzt und dann abgebrochen, indem der Kolbeninhalt in eine Lösung von 10 g LiBr in 500 ccm Tetrahydrofuran gegossen wurde. Nach dem Waschen dieser Lösung mit 400 ccm 5%iger KOH und sodann mit 200 ccm Wasser   und    Trocknen über   nvasserfreiem!      MgSO4    wurde das Lösungsmittel durch Abziehen im Vakuum bei 700C entfernt.

  Das Polymerisat, das in einer Ausbeute von 50 g erhalten wurde, war bei 700C eine viskose Flüssigkeit u.



  war bei 250C in Cyclohexan, einem   Nichtlösungsmittel    für den Polyester selbst, vollständig löslich. Das Infrarotspektrum zeigte das Vorhandensein sowohl von Esterals auch von   Ätherbindungen    und das Fehlen von Hydroxylgruppen. Alle Anzeichen sprachen dafür, dass das Produkt ein Blockmischpolymerisat ist, das Polyester abschnitte enthielt, die an ihren Enden   Poiyätherabschnitte    mit endständigen Bromsubstituenten aufweisen.



   Beispiel 13
Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines weiteren   Diesterkatalysators,    der bei der Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten wirksam ist.



   56,4 g (0,2 Mol) Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden zusammen mit 100 ccm Methylenchlorid in einen 500-ccm-Kolben gegeben, und das   Gemisch    wurde auf   0oC    abgekühlt. Ein Gemisch aus 6,2 g (0,1 Mol) Äthylenglykol und 15,8 g (0,2 Mol) Pyridin in 150 ccm Methylenchlorid wurde langsam unter Rühren aus einem Scheidetrichter innerhalb von 2,5 Stunden zugegeben.



  Das Gemisch wurde dann 30 Minuten bei 200C gerührt.



  Das abgeschiedene Pyridin-Säure-Salz wurde rasch ab .filtriert und das Filtrat in einer zugestöpselten Flasche 24 Stunden in ein Trockeneisbad gestellt. Der sich bildende Niederschlag wurde abfiltriert und verworfen. Ein   2001-      crm-Anteil    des Filtrats wurde in einen   Drehkolbanver-    dampfer gegeben und das Lösungsmittel unter Vakuum bei einer etwas unterhalb 300C liegenden Temperatur entfernt. Der Rückstand wurde destilliert, wobei bei 30320C und 0,001 mm Hg 6,1 g einer wasserhellen Fraktion aufgefangen wurden. Eine   zweite    Fraktion mit einer hellbraunen Farbe (0,8 g) wurde bei einer höheren Temperatur aufgefangen.

  Die wasserhelle Fraktion wurde als das gewünschte Diesterprodukt identifiziert, das nach folgender Reaktion entstanden ist: 2(CF3SO2)20   +      HOCH2CH2OH    + 2C5N5N    <       CF3SO2OCH,2CH&commat;SO2{AF3      +    2CF3SO3 HNC5H5
PATENTANSPRUCH I
Verfahren zur Herstellung von Polyäthern, die mindestens zwei Endgruppen aufweisen, die noch kationisch aktivierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen kationisch   polymerisierbaren    cyclischen Äther, wobei, falls Mischungen aus 2 oder mehr cyclischen Äthern verwendet werden, der überwiegende molare Anteil des Monomerengemisches aus Tetrahydrofuran oder sym-Trioxan besteht, in einem Polymerisa   tionsmedium    polymerisiert,

   das von Kettenabbruchsmitteln praktisch frei ist und das als Katalysator a) eine Verbindung der Formel   DQ,    worin Q einem Rest entspricht, der in anionischer Form bei der Tetra   hydrofuranpoiymerisation    keinen Kettenabbruch bewirkt und D dem Rest entspricht, der nach der Abtrennung von -OH von der Säuregruppe einer einbasischen Säure zurückbleibt, die stärker als 100%ige Schwefelsäure ist und die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran ohne   Ilettenübertragung    zu bewirken vermag, oder b) eine Verbindung der Formel   DZCH2(A)nCH2ZD    enthält, worin A einen difunktionellen organischen Rest, der von   acetylenischund    olefinisch-ungesättigten Bindungen sowie von alkylierbaren Gruppen mit Zerewitinoff-Wasserstoffatomen frei ist, 

   Z Sauerstoff oder Schwefel und n 0 oder 1 bedeutet   lund    D die vorstehend genannte Bedeutung hat, enthält. 

**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.



   

Claims (1)

  1. **WARNUNG** Anfang CLMS Feld konnte Ende DESC uberlappen **. 2100C erhitzt. Das bei der Reaktion entstandene Wasser wurde durch azeotropes Abdestillieren mit Hilfe von Heptan entfernt. Während der 7stündigen Reaktionszeit wurden 339 g Wasser aufgefangen. Das Lösungsmittel und das unumgesetzte 1,4-Butandiol wurden durch Abziehen im Vakuum entfernt. Die Analyse des erhaltenen Polyesters ergab eine Säurezahl von weniger als 1 und ein Hydroxyläquivalentgewicht von 1970.
    4,9 ccm (CF3SO)2O, das frisch über P < O5 destilliert worden war, und 100 ccm wasserfreies Dichlormethan wurden in einen 250-ccmDreihalsrundkolben gegeben, der mit Rührer, Thermometer und Tropftrichter versehen war. Die Temperatur der Lösung wurde auf - 200C verringert und eine Lösung von 39,4 g des wie oben hergestellten Butandioladipinat-Polyesters und 2,4 ccm Pyridin in 100 com Dichlormethan bei - 200C innerhalb von 2 Stunden zugegeben. Die Temperatur des Gemisches wurde dann auf - 500C verringert und das feste Pyridiniumtrifluarmethansulfonatsalz durch Filtrieren entfernt.
    Das Filtrat, das den dikationisch aktiven Polyester enthielt, wurde unter Rühren in eine Lösung von 25 g LiBr in 500 com; Tetrahydrofuran gegossen und die Mischung 1 Stunde bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Waschen der Lösung mit 750 com 5%iger KOH-Lösung und 200 ccm Wasser und Trocknen mit MgSO4 wurde das Lösungsmittel durch Abziehen im Vakuum bei 700C entfernt. Das Polymerisat wurde dann mit siedendem Cyclohexan extrahiert und die klare Cyclohexanschicht verworfen. Der Rückstand wurde in 150 ccm Toluol gelöst, mit wasserfreiem MgSO4 getrocknet und zentrifu gier. das Lösungsmittel wurde dann durch Abziehen im Vakuum bei 800C entfernt.
    Das Infrarotspektrum des Polymerisats (Ausbeute 20 g) zeigte kein Hydroxylgrup- pen*Absorptionsmaximum. Die Analyse zeigte einen Bromgehalt von 4,09%. Der aufgrund der Annahme, dass zwei endständige Bromatome je Molekül vorhanden sind, berechnete Bromgehalt beträgt 3,94%.
    Beispiel 12 3,5 ccm frisch über P-Os destilliertes (CF3SO2yO u.
    100 ccm Dichlormethan wurden in einen 250-ccm-Drei- halsrundkolhen gegeben, der mit Rührer, Tropftrichter und Thermometer versehen war. Die Temperatur der gerührten Lösung wurde auf - 200C herabgesetzt und eine Lösung von 39,4 g des nach Beispiel 11 hergestellten Butandioladipinat-Polyesters und 1,7 com Pyridin in 100 ccm Dichlormethan tropfenweise bei - 200C innerhalb von 2 Stunden zugegeben. Die Temperatur des Ge- misches wurde auf - 600C verringert und das feste Py ridiniumtrifluormethansulfonatsalz abfiltriert.
    Das Filtrat, das den dikationisch aktiven Polyester enthielt, wurde zu 130 g frisch destilliertem Tetrahydrofuran in einem 500-com-Zweihalsrundkolben gegeben, der mit einem Rührer und einem Vakuumrohr versehen war. Die Temperatur wurde auf 250C ansteigen gelassen und ein Vakuum angelegt, bis das Dichlormethan entfernt war. Die Polymerisation wurde 3 Stunden bei 25 C fortgesetzt und dann abgebrochen, indem der Kolbeninhalt in eine Lösung von 10 g LiBr in 500 ccm Tetrahydrofuran gegossen wurde. Nach dem Waschen dieser Lösung mit 400 ccm 5%iger KOH und sodann mit 200 ccm Wasser und Trocknen über nvasserfreiem! MgSO4 wurde das Lösungsmittel durch Abziehen im Vakuum bei 700C entfernt.
    Das Polymerisat, das in einer Ausbeute von 50 g erhalten wurde, war bei 700C eine viskose Flüssigkeit u.
    war bei 250C in Cyclohexan, einem Nichtlösungsmittel für den Polyester selbst, vollständig löslich. Das Infrarotspektrum zeigte das Vorhandensein sowohl von Esterals auch von Ätherbindungen und das Fehlen von Hydroxylgruppen. Alle Anzeichen sprachen dafür, dass das Produkt ein Blockmischpolymerisat ist, das Polyester abschnitte enthielt, die an ihren Enden Poiyätherabschnitte mit endständigen Bromsubstituenten aufweisen.
    Beispiel 13 Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines weiteren Diesterkatalysators, der bei der Herstellung von dikationisch aktiven Polymerisaten wirksam ist.
    56,4 g (0,2 Mol) Trifluormethansulfonsäureanhydrid wurden zusammen mit 100 ccm Methylenchlorid in einen 500-ccm-Kolben gegeben, und das Gemisch wurde auf 0oC abgekühlt. Ein Gemisch aus 6,2 g (0,1 Mol) Äthylenglykol und 15,8 g (0,2 Mol) Pyridin in 150 ccm Methylenchlorid wurde langsam unter Rühren aus einem Scheidetrichter innerhalb von 2,5 Stunden zugegeben.
    Das Gemisch wurde dann 30 Minuten bei 200C gerührt.
    Das abgeschiedene Pyridin-Säure-Salz wurde rasch ab .filtriert und das Filtrat in einer zugestöpselten Flasche 24 Stunden in ein Trockeneisbad gestellt. Der sich bildende Niederschlag wurde abfiltriert und verworfen. Ein 2001- crm-Anteil des Filtrats wurde in einen Drehkolbanver- dampfer gegeben und das Lösungsmittel unter Vakuum bei einer etwas unterhalb 300C liegenden Temperatur entfernt. Der Rückstand wurde destilliert, wobei bei 30320C und 0,001 mm Hg 6,1 g einer wasserhellen Fraktion aufgefangen wurden. Eine zweite Fraktion mit einer hellbraunen Farbe (0,8 g) wurde bei einer höheren Temperatur aufgefangen.
    Die wasserhelle Fraktion wurde als das gewünschte Diesterprodukt identifiziert, das nach folgender Reaktion entstanden ist: 2(CF3SO2)20 + HOCH2CH2OH + 2C5N5N < CF3SO2OCH,2CH&commat;SO2{AF3 + 2CF3SO3 HNC5H5 PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Herstellung von Polyäthern, die mindestens zwei Endgruppen aufweisen, die noch kationisch aktivierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen kationisch polymerisierbaren cyclischen Äther, wobei, falls Mischungen aus 2 oder mehr cyclischen Äthern verwendet werden, der überwiegende molare Anteil des Monomerengemisches aus Tetrahydrofuran oder sym-Trioxan besteht, in einem Polymerisa tionsmedium polymerisiert,
    das von Kettenabbruchsmitteln praktisch frei ist und das als Katalysator a) eine Verbindung der Formel DQ, worin Q einem Rest entspricht, der in anionischer Form bei der Tetra hydrofuranpoiymerisation keinen Kettenabbruch bewirkt und D dem Rest entspricht, der nach der Abtrennung von -OH von der Säuregruppe einer einbasischen Säure zurückbleibt, die stärker als 100%ige Schwefelsäure ist und die kationische Polymerisation von Tetrahydrofuran ohne Ilettenübertragung zu bewirken vermag, oder b) eine Verbindung der Formel DZCH2(A)nCH2ZD enthält, worin A einen difunktionellen organischen Rest, der von acetylenischund olefinisch-ungesättigten Bindungen sowie von alkylierbaren Gruppen mit Zerewitinoff-Wasserstoffatomen frei ist,
    Z Sauerstoff oder Schwefel und n 0 oder 1 bedeutet lund D die vorstehend genannte Bedeutung hat, enthält.
    UNTERANSPRÜCHE
    1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als kationisch polymerisierbarer cyclischer Äther ausschliesslich Tetrahydrofuran verwendet wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet dass in dem Polymerisationsmedium das Moverhältnis von a) oder b) zur Gesamtmenge der Monomeren 0,001 bis 0,5 beträgt.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Verbindung der Formel DQ um eine Verbindung der Formel R < SOOSO2Rf handelt, worin Rf einen polyfluoraliphatischen Rest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluorsubstituenten am la- Kohlenstoffatom bedeutet.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Rf einen perfluorierten Rest bedeutet 5. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass DQ eine Verbindung der Formel RfSO2OSO2F ist, worin Rf einen polyfinoraliphatischen Rest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluorsubstituenten am a- Kohlenstoffatom bedeutet.
    6. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch, gekennzeichnet, dass DQ FSO2OSO2F bedeutet.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung DQ D einen Rest FSO2-, ClO3- oder RfSO2bedeutet, worin Rf ein polyfluorallphatischer Rest mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und mindestens einem Fluorsubstituenten am -Kohlenstoffatom ist, und Q einen Rest FSO3-, ClO4- oder RfSO3-, worin Rf die vorstehend genannte Bedeutung hat, oder einen Komplex einer starken Lewissäure bedeutet.
    8. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass DQ CFSO2+SbF6- bedeutet.
    9. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Verbindung DZCH2(A)nCEI2ZD um die Verbindung der Formel DZ(CH2)4ZD handelt.
    PATENTANSPRUCH II Verwendung des nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellten Polyäthers zur Herstellung eines Blockmischpolyäthers, dadurch gekennzeichnet, dass der Polyäther mit einem kationisch aktiven cyclischen Äther umgesetzt wird.
    UNTERANSPRÜCHE 10. Verwendung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass als kationisch aktiver Äther Tetrahydrofuran verwendet wird.
    11. Verwendung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass als kationisch aktiver Äther Äthylenoxyd verwendet wird.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0033883A1 (de) * 1980-02-06 1981-08-19 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Polytetrahydrofuranen mit Acrylat- oder Methacrylatendgruppen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0033883A1 (de) * 1980-02-06 1981-08-19 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Polytetrahydrofuranen mit Acrylat- oder Methacrylatendgruppen

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