Elektroakustischer Wandler mit regulierbaren elektroakustischen Eigenschaften Elektroakustische Wandler müssen aus Gründen der Robustheit in vielen Fällen in möglichst geschlossene Gehäuse eingebaut, also gekapselt werden. Dies trifft besonders für die in Telephonanlagen benötigten Mi krophon- und Hörerkapseln zu.
Die elektroakustischen Eigenschaften - insbesonde re der sogenannte Frequenzgang - solcher Kapseln sind unter anderem stark von der Grösse und Form der Luftpolster (Lufträume) zwischen der akustischen Membran einerseits und dem Kapseldeckel und/oder dem eigentlichen Wandlersystem anderseits abhängig.
Um die Wandler in ihren Abmessungen möglichst klein zu halten, müssen die Abstände zwischen der akustischen Membran einerseits und dem Kapseldeckel und/oder dem eigentlichen Wandlersystem ebenfalls möglichst klein gemacht werden. Das hat zur Folge, dass auch durch kleine Streuungen der genannten Ab stände - welche Streuungen in einer Serienfabrikation unvermeidlich sind - relativ grosse Änderungen der zi tierten - akustisch kritischen - Luftpolster entstehen.
Ohne geeignete Gegenmassnahmen würden diese Streuungen in vielen Fällen zu untragbar grossen Streu ungen der elektroakustischen Eigenschaften der fabri zierten Wandler führen.
In vielen Fällen verwendet man zudem in elektro akustischen Wandlern keine sogenannte Kolbenmem bran, sondern eingespannte Membranen, die in ihrem Zentrum angetrieben werden und die an ihrem Rande fest eingespannt oder abgestützt sind. Solche einge spannte Membranen weisen immer mechanische Vor spannungen auf, deren Grösse von der Membranform im uneingespannten Zustand und von der relativen Lage des Antriebspunktes zum Einspannring abhängt.
Dabei bewirken selbst kleine Änderungen dieser rela tiven Lage verhältnismässig grosse Änderungen in den mechanischen Vorspannungen der Membran selbst, was wiederum wesentliche Auswirkungen auf die aku stischen Eigenschaften der Kapsel selbst hat. Man ist deshalb dazu übergegangen, die Lage der Membran im elektroakustischen Wandler einstellbar zu gestalten. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man in der zentralen Mittelachse der Membran eine Gewindespindel vorsieht, welche fest mit dem be weglichen Teil des eigentlichen Wandlersystems verbun den ist.
Im Zentrum der Membran selbst wird ein ent sprechendes Muttergewinde fixiert, so dass sich die gan ze Membran durch Drehen auf der genannten Gewinde spindel hin und her verschieben lässt.
Die beschriebene bekannte Einrichtung bietet also die gewünschte Einstell- und Reguliermöglichkeit. Sie hat aber den Nachteil, dass die Regulierungen nur durchgeführt werden können, solange sich der Deckel noch nicht auf der Kapsel befindet.
Aus den eingangs erwähnten Gründen hat nun aber gerade auch das Luftpolster zwischen Deckel und Mem bran einen grossen Einfluss auf die elektroakustischen Eigenschaften des Wandlers. Fer,ner ist bei Konstruk tionen mit eingespannter Membian die Membranein- spannung oft erst bei aufgebrachtem Deckel voll wirk sam. Man kann deshalb in der Fabrikationspraxis die Membran bei fehlendem Kapseldeckel meistens nur vor-, aber nicht etwa endgültig einstellen.
D. h. man muss den Wandler nach der Voreinstellung der Mem bran (ohne Deckel) mit dem Deckel versehen und dann die elektroakustischen Eigenschaften des kompletten Wandlers messtechnisch ermitteln. Sind diese Eigen schaften wegen unrichtiger Lage oder Einspannung der Membran nicht ganz in Ordnung, bleibt nichts anderes übrig, als den Deckel nochmals abzumontieren und eine Nachregulierung der Membran vorzunehmen, was mit verhältnismässig viel Arbeit und Kosten verbunden ist.
Es sind auch bereits elektroakustische Wandler be kannt, bei denen Membranregulierungen bei geschlosse nen Wandlern mit Hilfe spezieller Regulierschrauben - welche von aussen zugänglich sind - vorgenommen werden können. Diese genannten Einrichtungen haben aber folgende Nachteile: 1. Die Regulierschrauben bedingen einen zusätzli chen Aufwand und dadurch zusätzliche Kosten.
2. Es besteht immer die Gefahr, dass die Regulier schrauben von Unbefugten verstellt und dadurch die Eigenschaften des elektroakustischen Wandlers ver schlechtert werden.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diese Nach teile und betrifft einen elektroakustischen Wandler mit regulierbaren elektroakustischen Eigenschaften, beste hend aus in einem Gehäuse eingebetteten Erregungs system, einer Membran und einem Deckel, welcher Membran sich durch Drehen auf einer dem Erregungs system zugeordneten Gewindespindel axial verspannen lässt, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel und die Membran durch Kerben und Nocken miteinander ver- klinkt sind und dass der Deckel mitsamt der Membran gegenüber dem Gehäuse verdrehbar ist.
Im folgenden wird anhand der Figuren die Erfin dung beispielsweise erläutert: Dabei zeigt: Fig. 1 einen Schnitt eines erfindungsgemässen elek troakustischen Wandlers, Fig. 1 a ein Detail A des genannten Schnittes, Fig. 1b ein Detail B des genannten Schnittes, Fig.2 eine Aufsicht desselben Wandlers mit weg genommenem Deckel, Fig. 3 eine Aufsicht desselben Wandlers mit Deckel,
Fig. 4 einen Schnitt einer Variante eines erfindungs- gemässen Wandlers, Fig. 5 einen Schnitt einer weiteren Variante eines Wandlers.
In Fig. 1 stellt 1 das Gehäuse eines erfindungs gemässen elektroakustischen Wandlers dar. Dieses Ge häuse - welches vorteilhafterweise aus elastischem Ma terial (z. B. aus Kunststoff) hergestellt wird - kann mit Hilfe eines Deckels 2 geschlossen werden. Dabei erfolgt die Halterung des Deckels 2 mit Hilfe einer am Deckel rand vorgesehenen, kreisrund umlaufenden nockenför- migen Ausbuchtung 3 (Fig. l a), welche in die im Ge häuseinnern angebrachte, ebenfalls kreisrund umlaufen de Nute 4 einrastet (Fig. l a).
Diese Befestigungsart er laubt es, dass der Deckel 2 relativ zum Gehäuse 1 ge dreht werden kann, trotzdem er in axialer Richtung einwandfrei fixiert ist.
Die Membran 5 liegt an ihrem Umfang auf einem ins Gehäuse 1 eingelegten Membranauflagering 6 auf. In ihrem Zentrum ist die Membran 5 mit einem Mut tergewinde 7 versehen, welches auf der Schraubenspin del 8 sitzt. Die Schraubenspindel 8 ist ihrerseits starr mit dem Anker 9 des eigentlichen elektromagnetischen Wandlers 10 verbunden.
Dreht man also die Membran 5, so verschiebt sich das Muttergewinde 7 und damit das Membranzentrum je nach Drehrichtung nach unten oder oben. Dadurch können die Luftpolster 11 und 12 zwischen der Mem bran 5 und dem Deckel 2, respektive dem eigentlichen elektromagnetischen Wandler 10 verändert werden.
Durch das genannte Verschieben des Membranzen- trums 7 können aber auch der Auflagedruck der-Mem- bran 5 auf dem Membranauflagering 6 und die mecha nischen Vorspannungen innerhalb der Membran 5 ver ändert und auf den günstigsten Wert eingestellt werden.
Damit nun die Mebran auch noch in der mit dem Deckel 2 verschlossenen Kapsel gedreht und dadurch verschoben werden kann, wird sie an ihrem Umfang beispielsweise mit drei Kerben 13 versehen (Fig. 2), in welche Kerben 13 auf der untern Deckelseite ange brachte Nocken 14 hineinpassen. Einer dieser Nocken 14 ist in Fig. 1 a deutlich ersichtlich. In Fig. 2 ist durch doppelt schraffierte Flächen 14 angedeutet, wie die Nocken 14 des weggenommenen Deckels 2 in die Ker ben 13 hineinpassen.
Auf der Oberseite des Deckels 2 sind beispielsweise zwei Sacklöcher 15 angebracht (siehe auch Fig.3). Sie dienen zum Ansetzen eines Spezialschlüssels, mit dessen Hilfe der Deckel 2 - und damit via Nocken 14 und Kerbe 13 auch die Membran 5 - leicht gedreht werden kann.
Am Deckelumfang angebrachte Arretierungsnocken 16 (Fig. 3 sowie Fig. 1b) - beispielsweise 3 Stück und im Gehäuseinnern vorgesehene entsprechende Ein kerbungen 17 (Fig. 2 sowie Fig. 1b) gestatten, den Dek- kel 2 relativ zum Gehäuse 1 beispielsweise von 120 zu 120 zu arretieren, damit er sich nicht etwa von selbst oder unbeabsichtigt durch Manipulationen ver drehen kann, was eine Dejustierung des Wandlers zur Folge hätte.
Die Löcher 18 (Fig. 1) im Deckel 2 dienen in be kannter Weise als Austrittsöffnungen für die im Wand- lerinnern erzeugten Schallwellen.
Fig.4 zeigt als Variante noch den Schnitt durch einen elektroakustischen Wandler, bei welchem der Rand der Membran 5 nicht auf einem ins Gehäuse 1 eingelegten Auflagering 6 (Fig. 1), sondern an einem am Gehäusedeckel 2 vorgesehenen ringförmigen Auf lagewulst 19 anliegt.
Fig.5 zeigt als letzte Variante im Schnitt einen Wandler, dessen Membran 5 als Kolbenmembran mit gewellter Randzone 20 ausgebildet ist, wobei diese Randzone 20 zwischen einer Stufe 21 des Deckels 2 und Membranauflagering 6 drehbar abgestützt wird. Selbstverständlich können auch nicht als Kolbenmem branen ausgebildete, also gewöhnliche Membranen, in der Art und Weise gemäss Fig. 5 eingespannt werden.
Wie bereits eingangs erwähnt ist es vorteilhaft, min destens das Gehäuse 1 aus Kunststoff zu fertigen. Kunststoffgehäuse sind nämlich bei gleicher allgemei ner Robustheit elastischer als Metallgehäuse, so dass der Deckel 2 bei der vorgesehenen Konstruktion leich ter in ein Kunststoffgehäuse eingerastet werden kann, als in ein Metallgehäuse. Zudem sind die Reibungs eigenschaften zwischen der Ausbuchtung 3 und der Nute 4 (Fig. l a) besser, wenn das Gehäuse 1 aus ge eignetem Kunststoff besteht. Der Deckel (2) lässt sich dann leichter drehen.
Kunststoffgehäuse und auch Kunststoffdeckel ha ben aber den Nachteil, dass sie den akustischen Wand- ler weder von aussen nach innen, noch von innen nach aussen gegen elektrische und magnetische Störfelder (aktive und passive) schützen.
Dieser Nachteil kann weitgehend durch Bespritzen des Wandlers mit einer Metallschicht behoben werden. In gewissen Fällen ist auch eine Ummantelung mit ei nem hochpermeablen ferromagnetischen Material not wendig.