Mit einer Infusionsflasche verbindbares Infusionsbesteck
Die Erfindung betrifft ein mit einer Infusionsflasche verbindbares Infusionsbesteck. Die bekannten Infusionsbestecke bestehen im wesentlichen aus einem Kunststoffschlauch, dessen eines Ende mit der Infusionsflasche verbunden und an dessen anderem Ende die Infusionsnadel angebracht wird. Die Verbindung zwischen Infusionsbesteck und Infusionsflasche erfolgt dabei über ein Gewinde. Zu diesem Zweck ist der Hals der Flasche mit einem Aussengewinde versehen, auf das eine Kappe oder dgl. aufschraubbar ist, die ihrerseits in geeigneter Weise mit dem Schlauch des Infusionsbesteckes verbunden ist.
Das Anschrauben der Kappe mit dem daran befindlichen Schlauch an der Flasche hat zur Folge, dass der Schlauch verdreht wird, so dass dessen freier Durchtrittsquerschnitt an einer oder mehreren Stellen wesentlich verringert wird. Der Schlauch kann durch das Aufschrauben sogar so stark verdreht werden, dass er an einigen Stellen völlig flachgedrückt und somit dort für die auf den Patienten zu übertragende Flüssigkeit, also Blutersatz, Nährlösungen, Kochsalz, Traubenzucker und dgl. praktisch unpassierbar wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass, da Infusionsbestecke im allgemeinen nach einmaligem Gebrauch vernichtet werden, aus Kostengründen der Schlauch aus dünnwandigem Kunststoff, z.B. PVC besteht.
Die Steifigkeit des Schlauches bzw. der Wandung desselben ist also verhältnismässig gering, so dass, wenn der Schlauch verdreht wird, er abgeknickt oder flachgedrückt wird und somit seine Funktion als Leitung für die Flüssigkeit nicht oder nur unvollkommen erfüllen kann.
Um dem zu begegnen, ist an den bekannten Infusionsbestecken zwischen Kunststoffschlauch und Schraubkappe ein einige Zentimeter langer Abschnitt eines Gummischlauches eingeschaltet. Dieser erfährt zwar ebenfalls während des Aufschraubens der Kappe auf den Hals der Flasche eine Verdrehung, die auch zu einer Verringerung des inneren Querschnittes führen kann. Jedoch treten hier die vorbeschriebenen nachteiligen Folgen nicht auf, da dem Schlauchabschnitt aus Gummi ein so starkes Rückstellvermögen innewohnt, dass der Schlauchabschnitt nach Beendigung des Aufschraubvorganges in seine Ausgangslage zurückfedert und dabei zugleich auch den nachgeschalteten Kunststoffschlauch zurückdreht. Das heisst also, dass das Vorhandensein des Schlauchabschnittes aus gummielastischem Material zwar das Verdrehen des Kunststoffschlauches während des Aufschraubvorganges nicht verhindert.
Jedoch wird das Rückstellvermögen dieses kurzen Schlauchabschnittes dazu benutzt, anschliessend oder auch bereits während des Aufschraubvorganges den Gesamtschlauch, also einschliesslich des Kunststoffschlauches, in eine Lage zu bringen, in der er gerade, also ohne Abknickungen und flachgedrückte Stellen verläuft.
Den vorbeschriebenen Infusionsbestecken haftet allerdings der Nachteil an, dass sie unter Berücksichtigung der nur einmaligen Benutzung verhälnismässig kompliziert und aufwendig sind. Ausserdem ist auch das Anbringen des Infusionsbesteckes an der Infusionsflasche verhältnismässig zeitaufwendig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden. Insbesondere soll erreicht werden, dass auf das Zwischenschalten des Schlauchabschnittes aus gummielastischem Material zwischen Schraubkappe und Kunststoffschlauch verzichtet werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass der Flaschenhals aussenseitig und das in axialer Richtung auf denselben aufschiebbare, vorzugsweise als Verbindungskappe ausgebildete Verbindungselement innenseitig mit in Umfangsrichtung verlaufenden Zahnleisten aus elastisch verformbarem Material versehen sind, die in der die Verbindung beider Teile bewirkenden Lage ineinandergreifen. Gemäss einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann die Anordnung so getroffen sein, dass die Zahnleisten lediglich auf Teilbereichen des Umfangs von Hals und Kappe vorhanden sind, wobei zwischen den mit Zahnleisten versehenen Bereichen sich Abschnitte mit glatter Oberfläche befinden, deren Breite in Umfangsrichtung mindestens so gross ist wie die mit Zahnleisten versehenen Bereiche.
Dadurch ist es möglich, durch eine entsprechende Drehung der beiden bereits miteinander verbundenen Teile die Zahnleisten wieder ausser Eingriff zu bringen. Da diese Drehung jedoch nur ein geringes Ausmass von z.B.
90 oder 600 aufweist, sind dabei die eingangs beschriebenen nachteiligen Folgen trotz des Nichtvorhandenseins des kurzen Schlauchabschnittes aus gummielastischem Material nicht zu befürchten.
Besonders vorteilhaft ist es, die am Flaschenhals befindlichen Zahnleisten an ihrer dem Flaschenkörper zugekehrten Seite als Anschläge für die Zahnleisten der Kappe auszubilden, so dass ein Abziehen der Kappe vom Flaschenhals nicht oder nur bei Auftreten einer besonders grossen Krafteinwirkung möglich ist, mit der normalerweise nicht gerechnet zu werden braucht.
Der durch die Erfindung erzielbare Vorteil besteht insbesondere darin, dass es möglich ist, das Verbindungselement am Flaschenhals ohne Drehbewegung anzubringen. Vielmehr wird das Verbindungsteil linear auf den Flaschenhals aufgeschoben, wobei die Zahnleisten beider Teile sich elastisch verformen und ineinander einrasten, so dass beide Teile sich normalerweise nicht voneinander lösen können. Da keine Drehbewegung notwendig ist, besteht auch nicht die Gefahr, dass der Kunststoffschlauch, der sich am Verbindungselement anschliesst, verdreht wird. Mithin entfällt auch die Notwendigkeit, ein Schlauchstück aus gummielastischem Material zwischen Kunststoffschlauch und Verbindungskappe vorzusehen.
Das Infusionsbesteck wird also in seinem Aufbau und in seiner Herstellung einfacher und billiger, zumal die Anbringung der Zahnleisten am Flaschenhals und am Verbindungselement nicht teurer ist als die Anbringung eines Schraubgewindes. Die Ersparnis liegt aber nicht nur im Wegfall des Schlauchstückes aus gummielastischem Material begründet. Vielmehr war es bei den bekannten Bestecken auch notwendig, jenes Ende des Kunststoffschlauches, auf das der Schlauchabschnitt aus Gummi aufgeschoben wurde, in besonderer Weise auszugestalten, also mit einer dickeren Wandung und gegebenenfalls einer umlaufenden Leiste zu versehen, die als Anschlag für den Gummischlauch dient. Auch dadurch wurde die Herstellung der bekannten Bestecke erschwert und verteuert.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht einer Infusionsflasche,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Hals der Infusionsflasche und das darauf teilweise aufgeschobene Verbindungselement des Infusionsbesteckes,
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung, bei welcher jedoch das Verbindungselement vollständig auf dem Flaschenhals aufgeschoben ist
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2.
Die Infusionsflasche 10 wird bei Gebrauch mittels einer an ihrer Unterseite vorhandenen Öse 11 so aufgehängt, dass der Flaschenhals 12 nach unten weist. Dabei ist zuvor der Hauptverschluss der Flasche 10, der im allgemeinen aus einer aus Metall bestehenden Verschlusskappe besteht, entfernt worden. Da die Öffnung des Flaschenhalses 10 zusätzlich noch durch eine Folie 13 aus geeignetem Material, vorzugsweise thermoplasti schem Kunststoff, verschlossen ist (Fig. 2), kann die in der Flasche 10 befindliche Flüssigkeit, also im allgemei nen Blutersatz, Nährlösung, Kochsalzlösung, Trauben zucker oder dgl. zunächst noch nicht nach unten ausfliessen.
Alsdann wird die die Verbindung zwischen Flasche 10 und Infusionsbesteck herstellende Kappe 14 auf den Flaschenhals 12 geschoben. Vom eigentlichen Besteck ist in der Zeichnung lediglich der sich an die Kappe 14 anschliessende Kunststoffschlauch 15 dargestellt.
Das bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel als Kappe 14 ausgebildete Verbindungselement weist innenseitig einen konzentrischen Einsatz 16 auf, der an seinem der Flasche 10 zugekehrten Ende 17 spitz zuläuft und mit Durchbrechungen 18 versehen ist.
Dieser rohrförmige Einsatz 16 setzt sich in den Schlauch 15 des eigentlichen Besteckes fort. Der Einsatz 16 dient dazu, mit seinem spitzen Ende 17 die die Öffnung des Flaschenhalses 12 verschliessende Folie 13, die mit dem Flaschenhals bei 19 vorzugsweise durch Schweissen verbunden ist, zu perforieren.
Der Flaschenhals 12 ist aussenseitig mit in Umfangsrichtung verlaufenden Zahnleisten 20 versehen, die bei der Herstellung der Verbindung zwischen Flasche 10 und Kappe 14 mit Zahnleisten 21 zusammenwirken, die innenseitig an der Kappe 14 angebracht sind. Die Querschnittsform der Zahnleisten 20 und 21 ist dabei so gewählt, dass die Flanken beider Gruppen von Zahnleisten 20 und 21, die beim Aufschieben der Kappe 14 auf den Flaschenhals 12 in Richtung des Pfeiles 21 zusammenwirken, von innen nach aussen schräg in Richtung auf den Körper der Flasche 10 verlaufen. Dies sind die Flanken 20a an den vom Flaschenhals 12 getragenen Zahnleisten 20 u. die Flanken 21a bei den von der Kappe 14 getragenen Zahnleisten 21.
Das heisst also, die Zahnleisten 20 und 21 sind an den Flanken, die beim Aufschieben der Kappe 14 auf den Flaschenhals 12 gegeneinander gepresst werden, so stark abgeschrägt, dass die Zahnleisten 20 und 21 aneinander vorbeigleiten, wobei sie jeweils eine gewisse elastische Verformung erfahren.
Die anderen, die Zahnleisten 20 und 21 begrenzenden Flanken 20b und 21b sind ebenfalls, wenn auch in geringerem Masse, in derselben Richtung wie die Flanken 20a und 21a abgeschrägt. Dies hat zur Folge, dass ein Abziehen der Kappe 14 vom Flaschenhals 12 entgegen der Richtung des Pfeiles 22 kaum möglich ist, da die Flanken 20b der am Flaschenhals befindlichen Zahnleisten 20 für die Zahnleisten 21 an der Kappe 14 Anschläge bilden, so dass also im Ergebnis die Kappe 14 einseitig am Flaschenhals eingerastet ist.
Die Herstellung der Verbindung zwischen dem Infu sionsbesteck 14, 15 einerseits und der Infusionsflasche 10 andererseits erfolgt im allgemeinen in zwei Abschnitten.
Zunächst wird die Kappe 14 nur soweit in Richtung des Pfeiles 22 aufgeschoben, dass sie, wie in Fig. 2 dargestellt, mit dem Flaschenhals 12 verbunden ist, ohne jedoch zugleich mit der Spitze 17 des Einsatzes 16 die Folie 13. zu perforieren. Die Kappe 14 ist also in ihrer in Fig. 2 der Zeichnung dargestellten Lage mit der Flasche 10 verbunden, ohne dass jedoch irgendwelche Flüssigkeit aus der Flasche herauslaufen könnte. Alsdann wird zunächst das Infusionsbesteck entlüftet und die am anderen Ende des Schlauches 15 befindliche Nadel an geeigneter Stelle in den Körper des zu behandelnden Patienten eingeführt.
Danach wird die Kappe 14 aus der in Fig. 2 der
Zeichnung dargestellten Lage weiter nach oben in die Lage gemäss Fig. 3 verschoben, wobei wiederum die Zahnleisten 20 und 21 aneinander vorbeigleiten, ohne der
Bewegung der Kappe 14 in Richtung des Pfeiles 22 irgendeinen wesentlichen Widerstand entgegenzusetzen.
Bei dieser zweiten Aufwärtsbewegung stösst dann die
Spitze 17 des Einsatzes 16 durch die Folie 19, so dass diese nunmehr perforiert ist. Die in der Flasche 10 befindliche Flüssigkeit strömt nunmehr durch die öffnungen 18 im Einsatz 16 in das Infusionsbesteck und von dort in die Vene des Patienten.
Fig. 4 der Zeichnung lässt erkennen, dass die Zahnleisten 20 und 21 jeweils nur über bestimmte Umfangsbereiche 23 und 24 des Flaschenhalses 12 und der Verbindungskappe 14 angebracht sind. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei solcher
Bereiche vorgesehen, die um 1800 gegeneinander versetzt sind. Die beiden übrigen, grösseren Bereiche 25 und 26 sind glatt, also ohne Zahnleisten. Somit besteht die
Möglichkeit, durch Drehung der Kappe 14 um etwa 600 gegenüber dem Flaschenhals 12 die Zahnleisten 20 und
21 ausser Eingriff zu bringen. Dies ist z.B. dann zweck mässig, wenn sich aus irgendeinem Grunde herausstellt, dass es erforderlich ist, nach dem Aufschieben der Kappe
14 in die in Fig. 2 der Zeichnung dargestellte Lage diese noch einmal von der Flasche 10 zu lösen.
Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn sich das Infusionsbesteck als fehlerhaft herausstellt.