CH440614A - Bremsantrieb - Google Patents
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Description
Bremsantrieb Bei Hauptseilfahrtanlagen besteht die behördäche Vor schrift, die Fördermaschine mit zwei voneinander unab hängigen Bremsen auszurüsten. Der .Antrieb der Sicher heitsbremse muss unabhängig sein von Antriebsmitteln (z. B. Dampf, elektrischem Strom, Druckluft, Drucköl), bei deren Ausbleiben die Bremse unwirksam wird. Als Antrieb werden deshalb ausschliesslich Gewichte oder vorgespannte Federn benutzt.
Es ist bekannt, die Sicherheitsbremse im störungsfreien Betrieb durch einen besonderen Lüftzylinder mit Entlastungskolben wir kungslos zu machen. Die Anordnung ist so ,getroffen, dass das Bremsgewicht unmittelbar am Gestänge des Entlastungskolbens befestigt ist. Für die .Betätigung der Fahrbremse ist ein getrennter Bremszylinder vorgesehen. Derartige Anordnungen erfüllen zwar alle Anforderun gen bezüglich der Sicherheit. Sie sind jedoch durch das Fallgewicht an eine bestimmte Einbaulage gebunden, so @dass immer ein Gestänge notwendig ist. Hierbei ent steht die Gefahr des Seilrutsches, besonders bei schlag artigem Einsetzen beider Bremsen.
Es ist weiterhin eine Bremsanordnung, insbesondere für Scheibenbremsen be kannt, bei denen die Antriebskraft von Federn ausgeübt wird, die entgegen der Kraft eines Bremslüftzylinders arbeiten. Im gelüfteten Zustand der Bremse ist der Lüftzylinder ständig von einem .Antriebsmittel, z. B.
von Druckluft, beaufschlagt. Bei Ausfall ider Druck erzeugungsanlage ist die Federkraft allein wirksam und so die Sicherheitsbremsung gewährleistet. In derartigen Anordnungen muss zwangläufig die von der Feder er zeugte Sicherheitsbremskraft gleich oder grösser sein als die erforderliche Fahrbremskraft, ein, Umstand, der sehr nachteilig ist. Auch hier kann es vorkommen, dass bei Störungen der Bremsanlage ,die volle Federbremskraft, d. h.
Fahrbremskraft, schlagartig zur Wirkung kommt und einen Seilrutsch herbeiführt. Ein :Seilrutsch wird sicher vermieden, wenn die Sicherheitsbremskraft auf die Anlage abgestimmt und damit kleiner als die maxi male Fahrbremskraft ist. Beide Kräfte sollen ausserdem unabhängig voneinander einstellbar sein.
Den obengenannten Forderungen wird die erfin- dungsgemässe .Anordnung weitgehend gerecht. Hier wird ermöglicht, dass niemals die Fahrbremse und die Sicher heitsbremse gleichzeitig zur Wirkung kommen. Ferner wird ermöglicht, dass die Sicherheitsbremskraft von der Fahrbremskraft unabhängig bemessen und damit auch kleiner gemacht werden kann.
Die Erfindung befasst sich mit :einem Bremsantrieb mit zwei voneinander un abhängigen Bremskräften (Fahr- und Sicherheitsbrems kraft) und ist dadurch gekennzeichnet, @dass in einem ortsfesten, mehrteiligen Zylinder drei koaxial geführte Kolben vorgesehen sind, die in getrennten Druckräumen von zwei Antriebsmitteln verschiedener oder gleicher Drücke beaufschlagt werden und die so zusammenarbei ten,
dass ausschliesslich der jeweils grössere der anstehen- den Drücke die Bremsantriebskraft erzeugt. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes dargestellt.
In der Fig. 1 ist der Bremsantrieb im Prinzip dar gestellt.
Die wesentlichen Teile des Antriebes sind ein Druck- zylinder 1, der Arbeitskolben 2, der Ringkolben 3 und ein Lüftkolben 4. Die Sicherheitsbremskraft wird von einer Feder 5 aufgebracht, die beispielsweise aus einer Schichtung von Tellerfedern bestehen kann. Zur Be tätigung der Fahrbremse sind ein Druckbehälter 6 und ein nicht dargestellter Druckerzeuger vorgesehen. Das Antriebsmittel kann Druckluft oder Drucköl sein.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, werden durch die erfindungs gemässe Anordnung der drei Kolben und des Druck zylinders zwei Druckräume gebildet, von denen der Druckraum 7 für die Betätigung der Fahrbremse und der Druckraum 8 für die Lüftung der ;Sicherheitsbremse vorgesehen sind. Der Druckraum 8 ist mit dem Druck behälter 6 über eine absperrbare Rohrleitung 9 ver bunden. Der Druckraum 7 für die Betätigung der Fahr bremse wird über eine zweite Rohrleitung 10 und über einen Druckregler @11 mit zwei Eingängen unter Druck gesetzt.
An die Druckleitung 9 äst! ein Druckmessgerät 12 angeschlossen, das als ,Sollwertgeber für den Druck regler 11 dient. Weiterhin ist eine Druckleitung 13 vor- gesehen, die den Druckraum 7 mit der Rückseite des Ringkolbens 3 verbindet und durch :ein Ventil 14 ab gesperrt werden kann. Das Bremsgestänge 16 ist an deutungsweise dargestellt.
Im normalen, störungsfreien Betrieb ist der Lüf tungskolben 4 über die Leitung 9 mit dem Druck P2 des Druckbehälters 6 beaufschlagt. Der Lüftkolben 4 ist imstande, die volle Kraft der Feder 5 aufzunehmen und die Kraftschlüssig keit mit dem Arbeitskolben 2 aufzuheben. Im gelüfteten Zustand der Fahrbremse ist mittels des Druckreglers 11 der Druckraum 7 druck frei gemacht. Das Ventil 15 ist geschlossen. Der Ar beitskolben 2 ist druckentlastet und die Fahrbremse gelüftet.
Wird mit Hilfe des Druckreglers 11 in dem Druckraum 7 ein Druck P1 eingestellt, so wirkt dieser Druck sowohl auf den Arbeitskolben 2 als .auch auf den Ringkolben 3. Der Ringkolben 3 stützt sich hierbei auf einen Steg 14 des Druckzylinders 1 ab. Die Grösse des Druckes P1 ist allein massgebend für die Grösse der Fahrbremskraft. Die :Sicherheitsbremse ist in diesem Fall mit Hilfe des Kolbens 4 blockiert und kommt nicht zur Wirkung.
Bei Eintritt einer Störung, beispielsweise bei Bruch der Druckleitungen, wird zunächst der Druckraum 8 druckfrei. Tritt die Störung nicht an dtn Druckleitungen, sondern beispielsweise im elektrischen Teil der Förder anlage ein, dann ist mittels eines Sicherheitsstromkreises dafür gesorgt, dass der Druckraum 8 entlüftet und damit druckfrei wird. War die Fahrbremse beim Ein tritt der Störung gelüftet, also der Druckraum 7 druck frei, so wirkt die Feder 5 über den Lüftungskolben 4 direkt auf den Arbeitskolben 2 und die Sicherheitsbrem sung tritt in Funktion.
War die Fahrbremse beim Ein tritt der :Störung auf den maximalen Bremsdruck P1 gestellt, so wird zunächst der Ringkolben 3 die auf den Lüftungskolben 4 ausgeübte Federkraft abfangen, so dass nur die Fahrbremskraft und nicht die Summe beider Bremskräfte zur Wirkung kommt. Durch den Sicherheitsstromkreis wird auch die Entlastung des Druckraumes 7 eingeleitet. Wie aus dem Diagramm der Fig. 2 ersichtlich, wird ,die auf der Abszisse aufgetragene Fahrbremskraft zunächst zurückgehen, wenn nach aus gelöster Sicherheitsbremse der Fahrbremsdruck P1 zu rückgenommen wird.
Das bedeutet, dass die auf der Ordinate .abgetragene tatsächliche Bremskraft sich ver mindert (Fig. 2, Kennlinie 17). Schliesslich tritt der Mo ment ein, wo die von dem Fahrbremsdruck auf den Ringkolben ausgeübte Kraft gleich der Federkraft wird. Von diesem Moment an schiebt der federbelastete Lüft- kolben 4 den Ringkolben 3 nach links, bis sich der Lüft- kolben unmittelbar auf den Arbeitskolben 2 kraft schlüssig .abstützt. Jetzt ist nur noch die von der Feder 5 erzeugte näherungsweise konstante Sicherheitsbrems kraft .allein wirksam.
In dem Diagramm der Fig. 2 ist dieser Vorgang durch den waagrechten Teil 18 der Kennlinie dargestellt. Durch die erfindungsgemässe An ordnung ist also dafür gesorgt, dass jeweils die grössere der beiden Bremskräfte zur Wirkung kommt, niemals aber beide gleichzeitig. Die Gefahr des Seilrutsches ist also sicher vermieden.
Bei Betätigung der Sicherheitsbremse wird die Bremskraft der Feder infolge Entspannung gemäss der Federkonstante abnehmen. Um die Abnahme der Fe derkraft auszuschalten, wird gemäss der Erfindung der Druckraum 8 bei Auslösung der ,Sicherheitsbremse nicht entlastet. Der von der Federkonstante allein bestimmte Druck in diesem Druckraum wird mit Hilfe des Druck messgerätes 12 ermittelt und als Sollwert einem Druck regler 11 zugeführt. Der Druckregler 11 sorgt dafür, dass der Druck im Druckraum 7 und damit die tatsäch liche Bremskraft immer genau der Federkraft entspricht.
Da der Lüftkolben 4 jetzt keine Bewegung mehr aus übt, bleibt die Federkraft und auf Grund des zwischen geschalteten Regelkreises auch die tatsächliche Brems kraft konstant, und zwar unabhängig von dem Weg des Arbeitskolbens 2 bzw. ,des Bremsgestänges. Die Konstanthaltung der Sicherheitsbremskraft ist naturge mäss nicht durchführbar, wenn eine Störung in der Druckanlage selbst eintritt. In diesem Störungsfall wird die Kraft der Feder unmittelbar als Sicherheitsbrems kraft wirksam, wie .bereits oben beschrieben wurde. Es tritt lediglich eine geringe Abnahme der Bremskraft ent sprechend dem zunehmenden Hub :des Bremsgestänges ein.
Da die überwiegende Mehrzahl aller Störungen nicht in der Druckanlage, sondern än dem Teil der Förderanlage eintritt, fällt dieser Umstand praktisch nicht ins Gewicht. Die Sicherheitsbremsung bleibt bei allen denkbaren Störungsfällen gewährleistet.
In gewissen Betriebsfällen ist es erwünscht, dass eine erhöhte ;Bremskraft ausgeübt werden kann. Ein derarti ger Fall ist beispielsweise beim Auflegen eines Seiles auf das Treibmittel gegeben. Gemäss der Erfindung wird zur Herstellung der erhöhten Bremskraft Glas Ventil 15 geöffnet, so dass zwischen der Vorder- und Rückseite des Ringkolbens 3 ein Druckausgleich stattfindet. Die Lage des Ringkolbens ist jetzt nichtmehr definiert. Das bedeutet, dass ausser der vom Druckraum 7 auf den Arbeitskolben 2 ausgeübten Kraft noch zusätzlich die Kraft der Bremsfeder 5 hinzutritt, wenn der Druckraum 8 druckfrei gemacht wird.
Es besteht also die Möglich keit, beide Bremskräfte gleichzeitig wirken zu lassen. Diese Möglichkeit stellt eine vorteilhafte Eigenschaft der erfindungsgemässen Anordnung dar. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sowohl die Fahrbremskraft als auch die :Sicherheitsbremskraft unabhängig vonein ander bemessen .und eingestellt werden können. Die Einstellung der Sicherheitsbremskraft durch Änderung der Federspannung kann in bekannter Weise durch Übersetzungsgestänge oder mittels eines hydraulischen Hilfskolbens geschehen. Es ist also ohne weiteres mög lich, die Sicherheitsbremskraft wie erwünscht kleiner zu bemessen als die Fahrbremskraft.
,Ausser den vorerwähnten Vorteilen besteht der ent scheidende Vorteil der beschriebenen Anordnung darin, dass ohne zusätzlichen Aufwand .die Fahrbremskraft und die Sicherheitsbremskraft ausser in dem erwähnten Son- .derfall nie gleichzeitig wirken können. Die Gefahr des Seilrutsches ist mit Sicherheit vermieden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Bremsantrieb mit zwei voneinander unabhängigen Bremskräften, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ortsfesten, mehrteiligen Zylinder drei koaxial geführte Kolben vorgesehen sind, die in getrennten Druckräumen von zwei Antriebsmitteln verschiedener oder gleicher Drücke beaufschlagt werden und die so zusammenarbei ten, dass ausschliesslich der jeweils grössere der anstehen den Drücke die Bremsantriebskraft erzeugt. UNTERANSPRÜCHE 1.Bremsantrieb nach Patentanspruch, .dadurch ge- kennzeichnet, d'ass ein mit dem Bremsgestänge vertun derer Arbeitskolben mit schaftartigem Fortsatz vorge sehen ist, der zusammen mit einem ,auf dem Schaft ver- schiebbar angeordneten und gegen einen Steg des Zy linders bzw.gegen den dritten Kolben sich abstützenden Ringkolben den Druckraum für die Betätigung der Fahrbremse bildet, und dass der dritte Kolben von der Sicherheitsbremskraft belastet ist und gleichzeitig zusam men mit dem Steg des Zylinders den Druckraum für die Lüftung der Sicherheitsbremse bildet. z. Bremsantrieb nach Unteranspmuch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass für die Einstellung des Druckes im Druckraum (7) für die Betätigung der Fahrbremse ein Druckregler (11) vorgesehen ist, .dessen Sollwert von einem an den Druckraum (8) für die Lüftung der Si cherheitsbremse angeschlossenen Druckmessgerät (12) geliefert wird.3. Bremsantrieb nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass eine den Druckraum (7) für die Betätigung der Fahrbremse mit dem Druckraum, (8) für die Lüftung der verbindende, durch ein Ventil (15) absperrbare Leätung vorgesehen ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB0080811 | 1965-03-04 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH440614A true CH440614A (de) | 1967-07-31 |
Family
ID=6980853
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH307166A CH440614A (de) | 1965-03-04 | 1966-03-02 | Bremsantrieb |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH440614A (de) |
| NL (1) | NL6602031A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6105738A (en) * | 1998-02-12 | 2000-08-22 | Inventio Ag | Elevator brake |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3974896A (en) * | 1975-07-21 | 1976-08-17 | J. I. Case Company | Fail-safe brake for a vehicle |
-
1966
- 1966-02-17 NL NL6602031A patent/NL6602031A/xx unknown
- 1966-03-02 CH CH307166A patent/CH440614A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6105738A (en) * | 1998-02-12 | 2000-08-22 | Inventio Ag | Elevator brake |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL6602031A (de) | 1966-09-05 |
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