Instrument zur medizinischen Röntgenlokalisation von Fremdkörpern, insbesondere in der Human-Medizin
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Instrument zur medizinischen Röntgenlokalisation von Fremdkörpern, welches insbesondere in der Human-Medizin gebraucht wird, jedoch auch in der Veterinär-Medizin verwendet werden kann.
Es ist bereits bekannt, einen in den Körper eines Menschen eingedrungenen Fremdkörper mit Hilfe von medizinischen Nadeln dadurch zu lokalisieren, dass man unter einem Durchleuchtungsgerät eine oder zwei solcher Nadeln bis in die unmittelbare Nähe des Fremdkörpers in den Körper des Patienten einführt und dann die Nadeln dort bis zur Vornahme der operativen Entfernung des Fremdkörpers sorgfältig fixiert stehen lässt.
Diese Nadeln haben jedoch den Nachteil, dass die Aufrechterhaltung der Fixierung der Nadel im Körpergewebe des Patienten nur dann gewährleistet ist, wenn der Transport des Patienten vom Röntgeninstitut zum Operationsraum äusserst vorsichtig vorgenommen wird, was aber praktisch oftmals mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist.
In manchen Fällen ist es sogar überhaupt unmöglich, selbst bei noch so vorsichtigem Transport des Patienten vom Durchleuchtungsinstitut zum Operationsraum so sicher zu gewährleisten, dass die Nadeln unmittelbar vor der operativen Entfernung des Fremdkörpers sich wirklich noch an derjenigen Stelle im Körper des Patienten befinden, an welcher der Fremdkörper bei der vorherigen Röntgenlokalisation mittels der Nadeln lokalisiert wurde.
Ein weiterer Nachteil der zuvor erwähnten, bereits bekannten Lokalisationsnadeln besteht darin, dass die operative Entfernung des Fremdkörpers, wenn der Fremdkörper durch die Nadel bzw. Nadeln lokalisiert ist, sofort anschliessend vorgenommen werden muss, weil sonst die Gefahr besteht, dass infolge von Bewegungen des Patienten die Lokalisationsnadeln sich im Körper des Patienten verschieben und damit die fixierte Lokalisation des Fremdkörpers verloren geht. Hieraus ergibt sich, dass es nicht möglich ist, die operative Entfernung des Fremdkörpers beliebige Zeit nach seiner Lokalisation vorzunehmen, so dass es beispielsweise nicht möglich ist, den operativen Eingriff von einem Landarzt durchführen zu lassen, der über keine Röntgeneinrichtung verfügt und dessen Praxis vom Röntgeninstitut weiter entfernt ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die zuvor genannten Nachteile der bereits bekannten Lokalisationsnadeln zu vermeiden, d.h. ein Instrument zur Lokalisierung von Fremdkörpern zu schaffen, bei welchem die fixierte Lokalisation des Fremdkörpers auch dann sicher gewährleistet ist, wenn der Transport des Patienten vom Röntgeninstitut zum Operationsraum weniger vorsichtig durchgeführt wird und bei welchem die operative Entfernung des Fremdkörpers aus dem Körper des Patienten beliebige Zeit nach der Durchführung der Lokalisation des Fremdkörpers vorgenommen werden kann.
Demgemäss betrifft die Erfindung ein Instrument zur medizinischen Röntgenlokalisation von Fremdkörpern, insbesondere in der Human-Medizin, welches sich dadurch auszeichnet, dass es aus einer mit einem zugespitzten Mandrin versehenen Hohlnadel und einem in diese nach Entfernung des Mandrins einführbaren und mit mindestens einem Sperrorgan sowie einem Leitorgan versehenen Lokalisationsstück besteht.
Eine bevorzugte Ausführungsform dieses Instru mentes kann darin bestehen, dass das Lokalisationsstück in eine als abgestumpfte Kanüle ausgebildete Hilfshohlnadel und diese selbst in die Hohlnadel einführbar sind, wobei das Lokalisationsstück in der Hilfshohlnadel mittels eines in letztere passenden abgestumpften Mandrins verschiebbar ist.
Hierbei kann das Leitorgan, welches das sichere Auffinden des Fremdkörpers bei dessen operativer Entfernung gewährleistet, aus einem Draht oder einem Faden bestehen.
Als Sperrorgane, welche sich im Körpergewebe fest verankern und dadurch das Lokalisationsstück in unmittelbarer Nähe des lokalisierten Fremdkörpers festhalten, können beispielsweise Widerhaken oder Borsten dienen, welche am vorzugsweise zylindrisch ausgebildeten Lokalisationskörper angebracht sind, oder aber das Rauhigkeitsgebirge der rauh ausgeführten Umfangsfläche des Lokalisationsstückes.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Instrumentes zur medizinischen Röntgenlokalisation von Fremdkörpern schematisch dargestellt, wobei die einzelnen Teile des Instrumentes jeweils in einer Seitenansicht gezeigt sind. Es zeigen:
Fig. 1 eine Hohlnadel mit zugespitztem Mandrin,
Fig. 2 ein Lokalisationsstück mit zwei Widerhaken, sowie einem Draht als Leitorgan, welches in die Hohlnadel der Fig. 1 hineinpasst,
Fig. 3 eine vorn abgestumpfte Hohlnadel mit eingeschobenem Lokalisationsstück, welches in die Hohlnadel der Fig. 1 hineinpasst,
Fig. 4 einen abgestumpften Mandrin, welcher in die Hohlnadel der Fig. 3 hineinpasst,
Fig. 5 ein Lokalisationsstück mit Borsten, teilweise im Schnitt, und
Fig. 6 ein Lokalisationsstück mit rauher Oberfläche, teilweise im Schnitt.
In der Fig. 1 ist eine spitze Hohlnadel 1 in einer Seitenansicht dargestellt. Diese Hohlnadel 1 ist als sogenannte Punktionskanüle ausgebildet und als solche mit einem vorn zugespitzten Mandrin 2 versehen, welcher in die Bohrung der Hohlnadel 1 eingeschoben ist und aus dieser nach hinten herausgezogen werden kann.
Der Mandrin 2 dient hier als Führungsstab, ähnlich wie er als Sondenführer in das Innere z. B. von biegsamen Kathetern oder Hohlsonden eingeführt wird, um diese Instrumente vor und während ihrer Einführung in den Körper bzw. in die Körperhöhlen des Patienten genügend zu versteifen. Nach Einführung der durch den Mandrin 2 versteiften Hohlnadel 1 in den Körper des Patienten wird der Mandrin 2 wieder zurückgezogen, d. h. aus der Hohlnadel 1 entfernt, während die Hohlnadel 1 an ihrer Stelle im zu behandelnden Körper verbleibt und weiterhin der Durchführung der Lokalisation des Fremdkörpers dient, wie es im folgenden näher erläutert wird.
In der nachfolgenden Beschreibung ist mit dem Ausdruck vorn immer die dem Fremdkörper zugekehrte Seite, und mit dem Ausdruck hinten die dem Arzt zugekehrte Seite des Instrumentes bzw. sei ner Teile bezeichnet.
In der Fig. 2 ist ein Lokalisationsstück 3 dargestellt, welches eine zylindrische Form aufweist und vorzugsweise aus Metall, beispielsweise nichtrostendem Stahl, besteht. Am hinteren Ende des Lokalisationsstückes 3 ist ein dünner, aber relativ steifer Draht 4 befestigt, und an seiner vorderen Stirnfläche sind 2 federnde Widerhaken 5 angebracht. Das kreiszylindrische Lokalisationsstück 3 passt in die Bohrung der in Fig. 1 dargestellten Hohlnadel 1 hinein.
Das Verfahren zur Lokalisation von Fremdkörpern wird mit Hilfe des zuvor beschriebenen, aus der Hohlnadel 1 mit Mandrin 2 und dem Lokalisationskörper 3 bestehenden Lokalisationsinstrumentes durchgeführt wie folgt:
Unter einem röntgenologischen Durchleuchtungsgerät wird zwecks Lokalisation des Fremdkörpers die in Fig. 1 dargestellte Hohlnadel 1, versehen mit dem in sie eingeschobenen Mandrin 2, in den Körper des Patienten bis in die unmittelbare Nähe des Fremdkörpers eingeführt. Anschliessend wird der Mandrin 2 zurückgezogen und dadurch aus der Hohlnadel 1 entfernt. Daraufhin wird das Lokalisationsstück 3 (vgl. Fig. 2) von hinten nach vorn in die Hohlnadel 1 eingeschoben, was dadurch ermöglicht wird, dass der am Lokalisationsstück 3 befestigte Draht 4 relativ steif ist.
Die beiden vorn am Lokalisationsstück 3 angebrachten Widerhaken 5 federn auseinander, sobald das Lokalisationsstück 3 die Hohlnadel 1 vorn verlässt. Dadurch verankern sich die beiden Widerhaken 5 fest im Körpergewebe, so dass das Lokalisationsstück 3 in unmittelbarer Nähe des Fremdkörpers sicher fixiert ist.
Dank dieser sicher fixierten Lokalisation des Fremdkörpers kann nunmehr der Transport des Patienten vom Röntgeninstitut zum Operationssaal ohne besondere Vorsicht vonstatten gehen und der Fremdkörper kann beliebige Zeit später operativ entfernt werden, ohne dass die Gefahr bestünde, dass in dieser Zwischenzeit das Lokalisationsstück 3 seine richtige Lage im Körpergewebe verändert.
Bei der operativen Entfernung des Fremdkörpers dient der am Lokalisationsstück 3 befestigte Draht 4, dessen freies, hinteres Ende aus dem Körper des Patienten herausragt als Leitdraht, so dass der behandelnde Arzt seine chirurgischen Instrumente bequem, sicher und rasch an den Fremdkörper heranbringen und diesen samt dem Lokalisationsstück 3 aus dem Körpergewebe entfernen kann.
Anstelle eines Drahtes kann auch ein flexibler Faden, beispielsweise ein aus Kunststoff, z. B. Nylon, oder Seide bestehender Faden oder ein steriler, fadendünner Darm. (z. B. cat-gut > ) als Leitfaden am Lokalisationsstück befestigt sein. Da es aber in diesem Falle vielleicht schwierig sein würde, das Lokalisationsstück mit den federnden Widerhaken direkt in die Hohlnadel einzuführen, bedient man sich hier zweckmässigerweise einer zusätzlichen Hohlnadel, welche in die erste Hohlnadel eingeschoben werden kann, wie es im folgenden näher erläutert wird.
In der Fig. 3 ist eine vorn abgestumpfte Hohlnadel 6 dargestellt, in welche ein mit zwei Widerhaken 5' und einem z. B. aus Nylon bestehenden Faden 7 versehenes Lokalisationsstück 3' eingeschoben ist.
Diese Hohlnadel 6 dient als Hilfshohlnadel und kann von hinten nach vorn in die erste Hohlnadel, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, eingeschoben werden.
In der Fig. 4 ist ein abgestumpfter Mandrin 8 dargestellt, welcher in die in der Fig. 3 gezeigte Hilfshohlnadel 6 hineinpasst und dessen eigentliche Stablänge 8' der Gesamtlänge 6' der Hilfshohlnadel 6 so angepasst ist, dass mittels Mandrin 8 das in der Hilfshohlnadel 6 befindliche Lokalisationsstück 3' mit Hilfe des Mandrins 8 bis zum vorderen Ende der Hilfshohlnadel 6 geschoben werden kann.
Bei Anwendung des mit dem Faden 7 versehenen Lokalisationsstückes 3' wird das Lokalisationsverfahren mit Hilfe der Hilfshohlnadel 6 durchgeführt wie folgt:
Vor Beginn der eigentlichen Lokalisation wird in die Hilfshohlnadel 6 das Lokalisationsstück 3' derart eingeführt, dass zuerst der Leitfaden 7 von vorn her in die Hilfshohlnadel 6 eingebracht und dann das Lokalisationsstück 3' durch Zug am Faden 7 vom vorderen Ende der Nadel 6 her in das Innere der Nadel 6 hineingezogen wird.
Darauf wird unter dem Durchleuchtungsschirm die spitze Hohlnadel 1 (vgl. Fig. 1) mit ihrem Mandrin 2 in das Körpergewebe eingestochen und bis in die unmittelbare Nähe des zu lokalisierenden Fremdkörpers geführt.
Anschliessend wird der Mandrin 2 noch hinten aus der spitzen Hohlnadel 1 herausgezogen und daraufhin die Hilfshohlnadel 6 samt dem Lokalisationsstück 3' von hinten nach vorn in die Hohlnadel 1 eingeführt.
Darauf wird das Lokalisationsstück 3', mit Hilfe des abgestumpften Mandrins 8 in der Hilfshohlnadel 6 nach vorn geschoben, bis es aus dem vorderen Ende der Hilfshohlnadel 6 heraustritt und sich mittels der beiden Widerhaken 5' im Körpergewebe fest verankert.
Schliesslich wird die Hilfshohlnadel 6 samt ihrem Mandrin 8, bzw. zuerst der Mandrin 8 und darauf die Nadel 6, aus der spitzen Hohlnadel 1 herausgezogen und dann die letztere ebenfalls zurückgezogen, während der Faden 7, wie natürlich auch das Lokalisationsstück 3', bis zur operativen Entfernung des Fremdkörpers im Körpergewebe verbleiben.
Selbstverständlich kann mit der Hilfshohlnadel 6 auch dann gearbeitet werden, wenn anstelle eines Fadens ein Draht als Leitorgan dient und am Lokalisationsstück befestigt ist.
Das Aufsuchen und Entfernen des Fremdkörpers erfolgt in gleicher Weise wie dies bereits beim zuerst beschriebenen Lokalisationsverfahren mit direkter Einführung des Lokalisationsstückes in die spitze Hohlnadel erläutert wurde.
In der Fig. 5 ist ein Lokalisationsstück gezeigt, welches auf seiner zylindrischen Umfangsfläche mit Borsten 9 versehen ist. Diese Borsten 9 verankern sich im Körpergewebe und halten dadurch das Lokalisationsstück an derjenigen Stelle, an welche es unter dem Durchleuchtungsschirm hingeführt wurde, sicher fest.
Das Lokalisationsstück der Fig. 5 ist mit einem als Leitorgan dienenden Faden 7 versehen; nach dem Vorgesagten könnte statt dieses Fadens natürlich auch ein Draht vorgesehen sein.
In der Fig. 6 ist ein Lokalisationsstück dargestellt, welches eine rauhe zylindrische Umfangsfläche 10 aufweist. Hier dienen die Erhebungen des Rauhigkeitsgebirges der Umfangsfläche als Sperrorgane, so dass dieses Lokalisationsstück im Körpergewebe infolge seiner Rauhigkeit festgehalten wird.
Die Wahl der Sperrorgane hängt vor allem von der jeweiligen Beschaffenheit des Körpergewebes ab.
Bei sehnigem und straffem Gewebe dürfte ein Lokalisationsstück mit zwei Widerhaken eine ausreichende Sicherheit gegen Verschiebung des Lokalisationsstückes im Körpergewebe bieten, während bei Muskel- oder Fettgewebe ein einziger Widerhaken genügen dürfte.
Zweckmässigerweise hat der Arzt zur Durchführung der Fremdkörperlokalisation einen Satz verschiedener Lokalisationsstücke zur Verfügung, aus welchem er dann je nach Bedarf ein besonders geeignetes Lokalis ationsstück auswählt.
Hierbei besteht auch die Möglichkeit, dass der Arzt, je nach der vorliegenden Situation, entweder das Verfahren mit direkter Einführung des Lokalisationsstückes in die spitze Hohlnadel oder das Verfahren unter Benutzung der Hilfshohlnadel anwendet, wobei für beide Verfahren ein und dieselbe spitze Hohlnadel zur Verfügung steht und, je nachdem welches Verfahren angewendet wird, entweder das für die spitze Hauptnadel vorgesehene Lokalisationsstück mit dem grösseren Durchmesser oder das für die Hilfshohlnadel vorgesehene Lokalisationsstück mit dem kleineren Durchmesser benutzt werden kann.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Arzt das Verfahren mit direkter Einführung des Lokalisationsstückes in die spitze Hohlnadel unter Benutzung eines mit Faden versehenen Lokalisationsstückes anwendet, indem er nämlich nach Einstechen der Hohlnadel das Lokalisationsstück mit Hilfe eines besonderen, vorn abgestumpften Mandrins im Innern der Hohlnadel nach vorn schiebt.
Das vorgeschlagene Lokalisationsinstrument hat den Vorteil, dass nunmehr eine sicher fixierte Lokalisation des Fremdkörpers auch dann gewährleistet ist, wenn der Transport des Patienten vom Röntgeninstitut zum Operationsraum ohne besondere Vorsicht erfolgt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der operative Eingriff beliebige Zeit nach der Lokalisation des Fremdkörpers vorgenommen werden kann, so dass nunmehr, dank des vorgeschlagenen Lokali sationsinstrumentes, Fremdkörperoperationen mühelos auch von einem Landarzt, welcher über eine Röntgeneinrichtung nicht verfügt, und von andern arten in der Sprechstunde ausgeführt werden können.
Die einfache Lokalisationstechnik wird jeder Röntgenologe rasch und mühelos erlernen, so dass er dem einweisenden Arzt den Patienten mit genauer Lokalisation des Fremdkörpers zurückliefern kann.
Das beschriebene Fremdkörper-Lokalisationsgerät lässt sich nicht nur in der Human-Medizin, sondern auch auf dem Gebiet der Veterinär-Medizin in vorteilhafter Weise verwenden.