Verfahren zur Herstellung von genagelten Holz-Lasttischen. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung genagelter IIolz-Lasttisehe.
Unter Lasttischen versteht man eine trans portable, rostartige Plattform zum Tragen von Waren bei ihrer Aufbewahrung oder ihrem Transport. Diese Tische werden zur Hauptsache durch Gabelheber gehoben und transportiert und sind zu diesem Zwecke mit. Ausnehmungen zwischen Plattform und Boden versehen, welche die Einführung der Gabeln des Hebers gestatten.
An diese Lasttische werden mannigfache Anforderungen gestellt. Sie müssen vor allem grössere Lebensdauer haben als beispielsweise Kisten und Verschläge usw. Auch haben sie im allgemeinen grosse Belastungen auszuhal ten. Zwecks Niedrighaltung des Gestehungs preises sollen sie rationell hergestellt werden können. Das Gewicht der Lasttische soll so niedrig wie möglich sein, so dass sie von einem einzigen Arbeiter ohne besondere An strengung transportiert werden können. Die zur Verwendung gelangenden Nägel sollen rieht nur eine möglichst grosse Haftfestig keit besitzen, um ein Herauswandern der Nägel zu vermeiden, sondern die Nagelverbin dung soll auch eine grosse Schubfestigkeit haben.
Es wurden schon verschiedene Verfahren zur Herstellung solcher Lasttische vorgeschla gen, die indessen die obererwähnten For derungen nicht oder nur teilweise erfüllen. So hat man z. B. die Nägel nach dem Eintreiben zur Verbesserung der Festigkeit der Nagelver bindung und zur Verhütung des Herauswan- derns an ihrer Spitze umgebogen.
Vorliegende Erfindung ermöglicht. eine einfache und billige Herstellung leichter Holz-Lasttische grosser Schubfestigkeit.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist da durch gekennzeichnet, dass man die verschie denen Holzteile mindestens zum Teil durch Nägel miteinander verbindet, deren Ober fläche derart behandelt ist, dass ihr Auszieh widerstand vergrössert ist. So kann man die Nägel z. B. vor dem Einschlagen beizen. Durch das Beizen der Nägel erhält deren Oberfläche eine Rauhigkeit, die die Haftfestigkeit je nach der Härte des Holzes um das 2- bis 3fache gegenüber blanken Nägeln erhöht.
Dank der erhöhten Haftfestigkeit der ge beizten Nägel wird die Schubfestigkeit der Nagelverbindung gegenüber urgebeizten Nä geln sehr erheblich erhöht, speziell bei weichen Hölzern, welche blanken Nägeln nur einen geringen Ausziehwiderstand entgegenbringen.
Zufolge der grossen Haftkraft und der da durch bedingten höheren Schubfestigkeit ist das Umbiegen der Spitzen zum Erhalt guter Baufestigkeit in den meisten Fällen nicht er forderlich, so dass Nägel verwendet werden können, deren Länge kleiner ist als die durch die Nägel zu verbindende Gesamt-Holzstärke. Dank dem neuen Verfahren lässt sieh bei glei chem Gewicht eine höhere Baufestigkeit oder bei gleicher Festigkeit eine Gewichtsreduktion von etwa 30% gegenüber bekannten Kon struktionen erzielen, da dank dem erhöhten Ausziehwiderstand der verwendeten Nägel kleinere Verbindungsflächen und geringere Materialstärken zulässig sind.
Dieser Gewichts reduktion entspricht eine Einsparung an Ma terialkosten von mindestens 25%, welche in Verbindung mit der fabrikationstechnisch ein fachen Herstellbarkeit den bedeutenden wirt schaftlichen Vorteil gegenüber den bekannten Verfahren kennzeichnet. Man kann die Holz teile des Lasttisches mit R.ücksieht auf ihre eigenen Belastungsanforderungen, das heisst ohne Rücksicht auf die Festigkeit der Ver bindungsstellen, dimensionieren. Dynamische und statische Festigkeitsversuche bestätigen eindeutig die Überlegenheit des neuen Ver fahrens.
Die Nägel kann man z. B. auf folgende Weise beizen: Man taucht sie während etwa 5 bis 20 Sekunden in 4%ige Eisenehlorid- lösung in Wasser in Gegenwart einer gerin gen Menge Quecksilberchlorid, bis die Ober fläche der Nägel grau ist. Dann trocknet man die Nägel und unterzieht sie zwecks Nieder schlages von Kondenswasser auf deren Ober fläche während etwa 2 bis 3 Stunden einer Dampfbehandlung. Dann spritzt man die Nägel mit kaltem Wasser ab, um Eisenchlorid reste wegzuspülen, und nachher taucht man sie in kochendes Wasser, bis der Rost in schwarzes Eisenoxydul umgewandelt ist. Nach einer weiteren Trocknung ist die Behandlung fertig.
Für Lasttische, die im Betriebe chemischen Einflüssen unterworfen sind, kann man z. B. Nägel aus nicht rostendem Stahl dadurch an ihrer Oberfläche behandeln, dass man sie mechanisch aufrauht. Dies kann z. B. mittels Quarzsand oder feinem Stahlsand geschehen, den man z. B. als Strahl auf die in einer Trommel umgewälzten oder auf einen Rund tisch gebrachten Nägel wirft. Für die Er höhung der Haftfestigkeit der Nägel und der Schubfestigkeit. der Nagelverbindung ist. es wichtig, dass die Aufrauhung eine feine ist, was mit Quarzsand oder Stahlsand erreicht werden kann.
Schliesslich haben Versuche erwiesen, da.ss auch eine Oberflächenbehandlung durch Ver- bleiung der Nägel, z. B. durch galvanisches Verbleien zu einem sehr guten Ergebnis be züglich Haft- und Schubfestigkeit führt. Diese Verbleiung empfiehlt. sich gleichfalls besonders dort, wo der Lasttisch chemischen, z. B. Säureeinflüssen, ausgesetzt ist.
Entgegen einem verbreiteten Vorurteil ist es also bei der erfindungsgemässen Verwen dung von Nägeln, deren Oberfläche derart. behandelt ist, dass ihr Ausziehwiderstand ver grössert ist, möglich, Lasttische ausschliesslich durch Nagelverbindungen herzustellen, ohne dass die Lasttische schwer und unhandlich oder zu schwach werden. Hierzu ist es nun allerdings auch erforderlich, die sehr be schränkten verfügbaren Flächen der Verbin dungsstellen voll und ganz auszunützen, indem man z. B. im Innern dieser Fläche dickere und am Rande derselben dünnere Nägel ver wendet.
Ein Ausführungsbeispiel einer solchen Verbindungsstelle an einem Lasttisch ist in der Zeichnung in Fig. 1 im Schnitt und in Fig. 2 in Draufsicht dargestellt. Ein Brett 1 der oben liegenden Tragfläche des Lasttisches ist mit einem Verbindungsbrett 2 und einem Di stanzklotz 3 mittels vier aussen liegender, dün ner Nägel 4 und vier innen liegender, dicker Nägel 5 verbunden. Damit wird die verfüg bare Fläche der Verbindungsstelle voll ausge nützt, ohne dass die Gefahr besteht, da.ss einer der miteinander verbundenen Holzteile ge spalten würde, welche Gefahr bei der Verwen dung von Nägeln mit zur Vergrösserung des Ausziehwiderstandes behandelter Oberfläche besonders gross ist.
Die Verbindung zwischen den Fussbrettern 6 und dem Klotz 3 kann mit vier bis sechs Nägeln 7 von kleinerem Durch messer erfolgen.