Univer salgleitlager. Ein Gleitlager ist mit Rücksicht auf seine Funktion in hohem Masse davon ab hängig, dass die Gleitflächen in genauer Lage zu einander liegen mit wenigstens einem nur in der Drehrichtung gebildeten, schwach keilförmigen Zwischenraum zwecks Bildung eines tragenden Ölfilms. Bei der Aufnahme von radialen Belastungen kann man. zur Verminderung der durch Schief stellungen und Herunterbiegungen verur sachten Kantbelastungen, dem Lager eine kleine achsiale Länge geben.
Das einzig wirklich rationale ist indessen, die Gleit flächen sphärisch zu gestalten, so dass über haupt keine Kantbelastungen entstehen. Ein sphärisches Gleitlager dieser Art hat indes sen den bedenklichen Nachteil, dass jede ach- siale Verschiebung zwischen den Lager flächen die richtige Druckverteilung unmög lich macht. Ein Lager, das sowohl radiale als achsiale Belastungen aufzunehmen im stande sein soll, das heisst ein LTniversalgleit- lager, muss deshalb mit besonderen Anord nungen zur Aufnahme von Radial- und Achsialkräften je für sich ausgestattet sein.
Zweckmässig kann eine solche Anordnung getroffen werden, welche die Verhinderung einer ungleichen Druckverteilung sowohl an den radialdruck- als auch an den achsial- druckaufnehmenden Flächen gestattet.
Die vorliegende Erfindung hat nun zum Gegenstand ein Universalgleitlager, welches einen innern mit auswendiger, sphärischer Gleitfläche und ebenen, ringförmigen achsial- druckaufnehmenden Seitenflächen versehenen Lagerring aufweist, der in einem äussern mit inwendiger sphärischer zu der sphärischen Gleitfläche des Innenringes passender Gleit fläche versehenen Lagerring angeordnet ist. Gemäss der Erfindung weist dieses Lager von der innern sphärischen Fläche des Aussen ringes getragenen Druckscheiben, auf welche mit gegen die Seitenflächen des Innenringes lagernden ebenen Gleitflächen versehen sind.
Die Anordnung der Druckscheiben wird zweckmässigerweise derart getroffen, dass keine nennenswerte achsiale Verschiebung zwischen dem Innenring und dem Aussen ring vorkommen kann, so dass hierbei eine richtige Druckverteilung gewährleistet ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes in Fig. 1 im Achsialschnitt und in Fig. 2 in Seiten ansicht dargestellt.
Der Innenring 1 hat einen I-Querschnitt, dessen äusserer Flansch auswendig als sphä rische Zone mit Zentrum auf der geome trischen Achse des Ringes ausgebildet ist. Diese sphärische Gleitfläche 2 lagert gegen eine entsprechende sphärische Fläche an der Innenseite des Aussenringes 3 und hat den Zweck, Radialbelastungen aufzunehmen. Durch die sphärische Form der Gleitflächen kann eine bedeutende Schiefstellung zwi schen den Ringen gestattet werden, ohne dass Kantbelastungen entstehen.
Gegen die sphärische Fläche des Aussen ringes gestützt und durch diese zentriert sind zwei Druckscheiben 4, 5 vorgesehen, welche zur Aufnahme von Achsialdrücken bestimmt sind. Diese Druckscheiben weisen ebene Flächen 6, 7 auf, welche gegen die ebenen Seitenflächen des äussern Flansches des In nenringes lagern. Achsial werden diese Druckscheiben an der einen Seite durch den Innenring und an der andern Seite durch den Aussenring, und zwar wegen der Konizität, welche die sphärische Fläche desselben an den Ringkanten hat, fixiert. Der Innenring wird also durch die Druckscheiben in ach sialer Richtung gehalten.
Irgendwelche nen nenswerte achsiale Verschiebung zwischen dem Innenring 1 und dem Aussenring 3 kann demnach nicht vorkommen, auch nicht irgendwelche Kantbelastung an der sphäri schen Gleitfläche durch solche achsiale Ver schiebung.
Das beschriebene Lager erfüllt indessen auch die Bedingung, dass grössere Ungleich mässigkeiten in der Druckverteilung über die achsialdruckaufnehmenden Flächen nicht in Frage kommen dürfen. Die seitweise Dreh- Lage der Druekscheiben kann sich ja inner halb weiter Grenzen, je nach der Lage des Innenringes dadurch einstellen, dass die Druckscheiben gegen eine sphärische Fläche des Aussenringes stützen. Die Einstellung der Druckscheiben wird nur durch die Rei bung zwischen denselben und dem Aussen ring erschwert.
Die verhältnismässig unbe deutende Exzentrizität der Wirkungslinie des Achsialdruckes zwischen Druckscheiben und Innenring, die sich hieraus ergibt, ist indessen nur zum Vorteil, weil eine ungleich mässige Dicke des Ölfilms hierdurch hervor gezwungen wird, durch welche der Ölfilm einen genügenden Druck bezw. eine genü gende Festigkeit erhält.
Um die 31öglichkeit zur Ausbildung von Ölkeilen bei den achsialdruekaufnehmenden, ursprünglich ebenen Flächen zu erhöhen, ist die Massnahme getroffen, Aussparungen 8 an den Kanten der sphärischen Fläche des Aussenringes vorzusehen, so dass die Druck scheiben nur stellenweise gestützt werden. Bei Belastung unterliegen diese Scheiben dann lokalen Herabbiegungen, so dass keil förmige Räume für den Ölfilm gebildet wer den.
Das Lager wird dadurch geschmiert, dass Öl in die ringförmige Aussparung 9 des Innenringes eingeführt wird, wovon das<B>01</B> durch die Kanäle 10 herausgeschleudert wird bezw. an die Gleitfläche 2 herausrinnt. Durch die Belastung wird das Öl an die Seiten gepresst, weshalb es auch den Gleit flächen der Druckscheiben zugeführt wird.