CH172012A - Verfahren zur Herstellung von Glasgespinst und Schmelzofen zur Ausübung dieses Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Glasgespinst und Schmelzofen zur Ausübung dieses Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Glasgespinst und Schmelzofen zur Ausübung dieses Verfahrens. Um Glasgespinst, also feine Fäden aus Glas herzustellen, ist es bekannt, das Glas zu schmelzen und dann aus dem Schmelz gefäss durch Öffnungen, die entweder im Boden oder seitlich des Schmelzgefässes an geordnet sind, heraustreten zu lassen. Das heraustretende flüssige, teigförmige Glas wird dann mit geeigneten Vorrichtungen erfasst und mit grosser Geschwindigkeit zu dünnen Fäden ausgezogen.
Soll ein derartiger Ziehprozess kontinuier lich vor sich gehen und die gezogenen Fäden möglichst selten abreissen, so muss der Glas fluss bei den Ausflussöffnungen, wo er zu dünnen Fäden ausgezogen wird, möglichst eine gleichmässige Zähflüssigkeit, Temperatur und Beschaffenheit haben.-Ferner muss man dafür sorgen, dass das herausgezogene, also zu Glasgespinst verarbeitete Glas, ständig erneuert wird.
Diese Erneuerung geschieht bei den be kannten Verfahren, indem das kalte Rohglas unmittelbar in den Spinnraum eingeführt wird, in welchem sich die geschmolzene Glas masse befindet. Dadurch wird dessen Tem peratur erniedrigt und dessen Zähigkeit ver ändert, so dass das Spinnen gestört, wenn nicht unterbrochen wird.
Auch sind anderseits Verfahren bekannt, bei denen das Glas in den Spinnraum erst eingeführt wird, nachdem es in einem andern Behälter durch eine andere Heizquelle ge schmolzen und gut durchgerührt (geläutert) wurde. Ein solches Verfahren ist einerseits kostspielig, da zwei Heizquellen, und zwar eine zum Schmelzen, die andere dagegen zum Spinnen notwendig ist; anderseits ist die Temperatur der separat geschmolzenen Glasmasse nie diejenige, die im Spinnraum beim Spinnen benötigt wird. Bringt man nun diese geschmolzene Glasmasse, die eine andere Temperatur hat als diejenige, die sich im Spinnraum befindet, in den Spinn raum, so ergeben sich die oben beschriebenen Störungen, die sich beim Einführen des kalten Glases einstellen, wenn auch in geringerem Masse.
Die erwähnten Verfahren ermöglichen kein einwandfreies, kontinuierliches Arbeiten, da das aufgeworfene Glas beim Mischen stets die Temperatur und so die Zähflüssig keit des Glasbades im Spinnraum ändert. Der Glasfluss ist, wenn er aus den. Spinn öffnungen heraustritt, noch nicht genügend homogenisiert. Die Fäden reissen nach jeder Auffüllung des Spinnraumes so lange ab, bis eine Homogenisierung des Glasflusses und die Einstellung einer bestimmten Zähflüssig keit erfolgt ist.
Bei dem Verfahren gemäss der Erfindung sind die beschriebenen Übelstände dadurch behoben, dass das Erschmelzen des Rohglases und das Erwärmen auf Spinntemperatur durch dieselbe Heizflamme, aber in verschiedenen Teilen des Ofens vorgenommen wird, so dass das flüssige Glas gezwungen wird, einen be stimmten Läuterungsweg zurückzulegen, ehe es aus den Spinnöffnungen heraustreten kann. Dieser Weg kann kürzer oder länger ge wählt werden, je nach der Zeit, die der be treffende Glasfluss zur Läuterung bedarf.
Er ist zum Beispiel lang beim Gebrauch von gemischten Glasscherben, die sich erst nach einem verhältnismässig langen Läute rungsweg zu einer einheitlichen -Glasmasse mischen. Dieser Läuterungsweg kann vor oder nach dem Spinnraum (in der Flammen richtung gesehen) angeordnet werden.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf einen Schmelzofen zur Ausübung des Ver fahrens.
Beiliegende Zeichnung stellt beispiels weise verschiedene Schmelzöfen gemäss vor liegender Erfindung schematisch dar.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt einer ersten Ausführung; Fig. 2 ist ein ähnlicher Schnitt einer zweiten Ausführung, bei der der Einwurf der Glasbrocken vor den Spinnraum statt findet; Fig. 3 ist ein Längsschnitt und Fig. 4 ein Querschnitt nach Linie IV-IV von Fig. 3 eines dritten Ausführungsbei- spiels eines Schmelzofens mit längsgeführter Flamme Fig. "5 ist ein Querschnitt einer Ausfüh rung eines Schmelzofens mit quergeführter Flamme;
Fig. 6 zeigt einen Längsschnitt eines Glasspinnofens, bei dem das geschmolzene Glas der Flamme entgegenfliesst; Fig.7 stellteineAusführungeinesSchinelz- ofens mit vertikaler Beheizung dar.
In diesen verschiedenen Ausführungsbei spielen bezeichnet A den Spinnraum, in dem sich das geläuterte, geschmolzene Glas be findet, welches durch die Öffnungen D, die auch seitlich angeordnet werden können, her austritt und in bekannter Weise zu Glas fäden ausgezogen wird.
In der Ausführung gemäss Fig. 1 ist ein Vorraum B vorhanden, welcher durch eine Brücke F, die die Flamme hemmt und ein engt, vorn Spinnraum A getrennt ist. Durch die Öffnung C wird der Raum B mit Glas brocken gespeist. F stellt den Brenner dar.
Das geschmolzene Glas fliesst der Flam menrichtung entgegen über die Brücke E in den Spinnraum A. Daselbst ist also nur gleichmässig geläutertes und gleichmässig zähes Glas.
Die Brücke F zwischen dem Vorraum B und dem Spinnraum A kann, wie in Fig. 2 angedeutet, weggelassen werden, wenn der Läuterungsweg so verlängert wird, dass die Schmelze dank ihrer anfänglichen Zähflüssig keit genügend Zeit findet, sich zu läutern, bevor sie den Spinnraum erreicht. C' ist die Abzugsöffnung für die Rauchgase.
Auch in den Fig. 3 und 4 ist A der Spinnraum und B der davon durch eine Wand getrennte Vorraum, welcher durch die Öffnung C mit Glasbrocken gespeist wird. Das geschmolzene Glas fliesst durch die<B>Öff-</B> nungen H in den Spinnraum. D sind die Spinnöffnungen. Das geschmolzene Glas fliesst sowohl entgegen, als auch quer zur Flammen richtung von<I>B</I> nach<I>A</I> hinein, aber in allen Fällen legt es einen bestimmten Läuterungs weg zurück, bevor es aus B nach A her überfliessen kann. Anstatt in der Längsrichtung, kann der Brenner F auch seitlich, wie in Fig. 5 dar gestellt, angebracht werden.
In diesem Falle befindet sich der Vorraum B mit der Ein führungsöffnung C auf der entgegengesetzten Seite der Flamme, welch letztere den Spinn raum durchstreift, bevor sie durch den Vor raum B und die Öffnung C ins Freie tritt.
Bei dem in Fig.6 gezeichneten Glas spirinofen fliesst der ganze Glasstrom in um gekehrter Richtung wie die Flamme.
Diese Anordnung ist besonders vorteil haft bei Verwendung verschiedenartiger ge mischter Glasbrocken. Hier ist der Läute rungsweg besonders lang, so dass sich die verschiedenen Gläsersorten äusserst innig mischen können.
Fig. 7 zeigt schliesslich einen Ofen mit vertikaler Beheizung. A ist auch hier der Spinnraum, B die Vorräume, durch welche die Flamme des Brenners F ins Freie zieht. D sind die Spinnöffnungen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Glasge spinst vermittelst eines kontinuierlich arbeitenden Ofens, dadurch gekennzeich net, dass das Eischmelzen des Rohglases und das Eiwärmen auf Spinntemperatur durch dieselbe Heizflamme, aber in ver schiedenen Teilen des Ofens vorgenom men wird, so dass das flüssige Glas ge= zwungen wird, einen bestimmten Läute rungsweg zurückzulegen, ehe es aus den Spinnöffnungen heraustreten kann.II. Schmelzofen zur Ausübung des Verfahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekeriii- zeichnet, dass derselbe einen Spinnraum für das geläuterte, geschmolzene Glas be sitzt, der mit Spinnöffnungen versehen ist, einen Vorraum zum Einführen der ungeschmolzenen kalten Glasbrocken und eine Heizeinrichtung, die so angeordnet ist, dass die Flamme nacheinander beide Räume bestreicht. UNTERANSPRÜCHE: 1. Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Räume durch eine Brücke voneinander getrennt sind. 2.Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Räume durch eine Trennwand mit Öff nungen für den Durchgang der Flamme aus dem Spinnraum in den Vorraum und zum Ausfliessen des in den Vorraum ge schmolzenen Glases voneinander getrennt sind. 3. Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der sich hinter dem Spinnraum befindende Vor raum von der Flamme erst nach Behei- zung des Spinnraumes bestrichen wird. 4.Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Läute- rungs- und Füllraum seitlich angeordnet ist und von der Flamme nach Beheizung des Spinnraumes in der Längsrichtung bestrichen wird. 5. Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Auffüll- raum seitlich vom Spinnraum angeordnet ist und von der quergeführten Flamme nach Beheizung des Spinnraumes bestri chen wird. 6.Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorraum sich oberhalb des Spinnraumes befindet und dass die Flamme den letzteren in der entgegengesetzten Richtung des Glas flusses beheizt, bevor sie nach Mehrung den Vorraum bestreicht. 7. Schmelzofen gemäss Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Läute rungsräume seitlich vom Spinnraum an geordnet sind und von der vertikalen Flamme nach der Beheizung des Spinn raumes bestrichen werden.
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| CH172012D CH172012A (de) | 1936-10-22 | 1933-11-16 | Verfahren zur Herstellung von Glasgespinst und Schmelzofen zur Ausübung dieses Verfahrens. |
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