Dynamischer Lautsprecher. Es ist bekannt, dass auch dynamische Lautsprecher die Wiedergabe von Sprache und Musik innerhalb der für solche Apparate zulässigen Frequenzen von 80 bis 8000 Perioden verzerren, sobald der Strom in der Schwingspule einen gewissen Wert über schreitet.
Diese Beeinträchtigung der natur getreuen Klänge ist auf .den Umstand zu- rückzuführen, dass das mit steigender Strom stärke wachsende magnetische Feld der Schwingspule, das seinen Weg durch das Poleisen nimmt, den magnetischen Zustand des letzteren und daher .den Selbstinduktion- wert der Schwingspule beträchtlich ändert. Ausserdem ist die Selbstinduktion der Schwingspule unerwünscht, da sie die Schwingspule zu einem frequenzabhängigen Widerstand macht.
Man hat diesen induk tiven Widerstand mit Hilfe von Konden satoren unschädlich zu machen gesucht.<B>Es</B> ist aber klar, dass dies nur für einen eng begrenzten Bereich, nicht aber für das ganze Frequenzband möglich war. Man begnügte sich, die Selbstinduktion der Schwingspule für den mittleren Frequenzbereich zu kom pensieren und nahm Verzerrungen im obern und untern Frequenzbereich in Kauf oder, bei Anlagen, denen grosse Anforderungen ge stellt werden, stellte man mehrere Laut sprecher auf und sorgte dafür, .dass die ver schiedenen induktionsfreien Bereiche mehr oder weniger übergangslos über das ganze Frequenzband verteilt waren.
Das Ideal eines innerhalb des ganzen Tonfrequenzbereiches mit kompensierter Selbstinduktion der Schwingspule arbeiten den Lautsprechers war bis heute nicht da.
Die vorliegende Erfindung hat einen dynamischen Lautsprecher zum Gegen stand, bei welchem -die Selbstinduktion der Schwingspule bei jeder Spannung und jeder Frequenz kompensiert ist. Dieser Laut sprecher besitzt eine zweite Spule, .die eben falls durch den Sprechstrom beeinflusst wird und einen Fluss erzeugt, der demjenigen der Schwingspule entgegengerichtet ist. Dadurch wird die Selbstinduktion der Schwingspule kompensiert. Diese zweite .Spule, auch Zu- satzspule genannt, kann verschiedene Gestal ten annehmen und auf - verschiedene Weise arbeiten.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele der Erfindung Fib. 1 ist ein schematischer Schnitt durch das Antriebssystem einer ersten Ausfüh rungsform; Fig. 2 ist ein ähnlicher Schnitt einer zweiten Ausführungsform; Fig. 3 stellt einen Schnitt durch :die Längsachse eines Lautsprechers dar, mit einem Antriebssystem nach Fig. -1, bei wel chem die zwei Membranen unmittelbar be nachbart hintereinander gestellt sind;
Fig. 4 ist .eine Vorderansicht .des Appa rates nach Fig. 3 bei abgenommenen Mem branen; Fig. 5 zeigt eine andere Anordnung der Membranen;.
Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsform, bei welcher die Membranen nach entgegen gesetzten Richtungen strahlen.
In der Ausführungsform nach Fig. 1, 3 und 4 sind indem Luftspalt a des Elektro magnetes b, dessen Erregerwicklung mit c bezeichnet ist, zwei Schwingspulen d und e vermittelst der langen, federnden Träger f aufgehängt. Eine jede Spule d und e ist mit einer besonderen Membrane d' und e' verbun den. Die Verbindungsstangen sind konzen- trisch ineinander angeordnet. Dies ist aber nicht unbedingt notwendig.
" Die Spulen d und e sind in Serie mit einander und mit :der Sekundärwicklung des Ausgangstransformators der Lautsprecheran lage verbunden. Der Anschluss geschieht aber derart, dass der Sprechstrom in der einen Spule in einer Richtung fliesst, die der Strom richtung in der andern Spule entgegenge setzt ist: .So heben sich gegenseitig die durch den Sprechstrom erzeugten Felder auf. Eine jede. Spule wirkt als Kompensationsspule der andern und die bis jetzt in .Kondensatoren vernichtete Energie wird in.
Sprechenergie umgewandelt, Im vorliegenden. Falle schwin gen die .Spulen jeweilen im entgegengesetz ten Sinne. Man wird sie also mit zwei ver- sehiedenen Membranen verbinden, was aku stisch noch Vorteile bietet.
Je nach den Be- lastungsmöglichkeiten des Ausgangstrans formators der Lautsprecheranlage wird es a <B>,</B> ue h öfters möglich sein, die beiden,Sellwing- spulen parallel zu schalten, wobei selbstver ständlich dafür gesorgt werden muss, däss die Ströme in den beiden Spulen entgegengesetzte Felder erzeugen.
In gewissen Fällen wird man auch mehr als zwei .Schwingspulen verwenden.
In der in Fig. 2 dargestellten Ausfüh rungsform gibt es nur eine :Schwingspule d und infolgedessen nur eine Membrane d'. Im Luftspalt aber sind zwei feste Kompen sationsspulen<I>g</I> und<I>h</I> angebracht, welche entweder kurzgeschlossen oder vom Sprech strom .so durchflossen werden, dass ein Feld entsteht, das demjenigen der Sprechspule ent gegengesetzt fliesst.
Im Falle einer kurzge schlossenen, festen Spule ist deren Wicklung mittelbar :durch .den Sprechstrom beeinflusst. Diese beiden .Spulen können auch als eine einzige, beidseitig der Schwingspule verteilte, feste Spule angesprochen werden.
In Fig. 5 ist angedeutet, wie die Mem branen d' und e' unter Vermeidung der be nachbarten Anordnung ihrer Antriebsstellen mit einem Zweischwingspulenmagnetsystem b betrieben werden können, Die eine Spule ist nach rückwärts durch den Magnetkern hindurch mit der entsprechenden Membrane verbunden. Das Gestell hat einen besonderen Träger m für die zweite Membrane.
In. der Ausführung nach Fig. 6 sind beide Membranen <I>d'</I> und<I>e'</I> an -das Magnetsystem b durch Gestelle 7o befestigt und strahlen.<B>-</B>in entgegengesetzten Richtungen. Diese Anord nung wird darum meist mit einem Schall reflektor -1 verwendet, vor dem die beiden Membranen beidseitig der vertikalen Mittel ebene des Reflektors symmetrisch angeord net werden.
Ein besonderer Vorteil der Ausführungs form- mit in sich selbstgeschlossener Zusatz spule ist, da-ss -die Erregerwicklung,des Mag netsystems nicht mit reinem Gleichstrom, sondern mit pulsierendem Gleichstrom erregt werden kann, deswegen, weil die im Laut sprecher bis jetzt als Brummtöne sich aus wirkenden Wechselströme des pulsierenden Uleichstromes durch die in der Kurzschluss spule induzierten Ströme unschädlich ge macht werden.
In den beschriebenen Ausführungen mit zwei Schwingspulen ist stets die Rede von zwei Membranen gewesen. Diese Konstruk tion hat für sich den Vorteil der besseren akustischen Wirkung. Es ist aber klar, dass, wenn man auf letztere verzichtet, beispiels weise für Apparate, bei welchen der Ver- kaufspreis oder die Abmessungen eine be sondere Rolle spielen und so eine zweite Mem brane unerwünscht ist, die Kompensations vorteile der Erfindung trotzdem voll ausge nützt werden können, und zwar dadurch, dass man die zweite Spule leer, also ohne Mem brane schwingen lässt.