<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Maschine zur Herstellung von Formfräsern.
Es sind Verfahren und Maschinen zur Herstellung von Formfräsern mit hinterdrehten Schneidzähnen bekannt, die radial zur Fräserachse liegende Brustflächen bzw. Schneidflächen besitzen. Diese Brustflächen können dabei entweder parallel zur Fräserachse oder in Schraubenflächen liegen. Bei diesen Verfahren führt das Werkstück eine Drehbewegung und das Werkzeug eine hin und hergehende Hinterdrehbewegung aus. Demgegenüber bildet den Gegenstand der Erfindung ein Verfahren und eine Maschine zur Herstellung von Formträsern mit hinterdiekten Schneidzähnen, die hinterschnittene,
EMI1.1
Weise entweder parallel zur Fräserachse oder in Schraubenflächen liegen.
Unter der Voraussetzung, dass das Werkstück eine Drehbewegung und das Werkzeug die hin und her gehende Hinterdrehbewegung ausführt, besteht das Veifahien da : in. dass entweder das Werkstück oder das Werkzeug eine zusätzliche Bewegung erhält, um das Nacheilen der Punkte der Schneidkanten mit kleinerem Abstand von der Fräserdrehachse gegenüber den weiter entfernten Punkten auszugleichen. Bei der Maschine betrifft die Erfindung die Einrichtung zur Erzeugung der zusätzlichen Bewegung des Werkzeuges.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 einen Formfräser im Querschnitt, dessen Zähne mit hinterschnittenen, nicht radialen Brustflächen bzw. Schneidflächen versehen sind. Die Fig. 2-5 veranschaulichen das Verfahren zur Herstellung solcher Fräser und die Fig.'6 und 7 eine zur Ausführung dieses Verfahrens dienende beispielsweise Ausführungsform der Maschine.
Aus Fig. l ist in Verbindung mit Fig. 6 die Gestalt des herzustellenden Fräsers A ersichtlich.
Die Zähne a des Fräsers haben hinteischnittene Brustflächen bzw Schneidflächen b, so dass sich ein Hinterschliffwinkel a und ein günstiger Schneidwinkel ss ergibt. Die Hinterdiehung der Zähne ist mit dem Winkel y bezeichnet. Die Brustflächen b der Zähne und damit auch die Zahnlücken e liegen entweder parallel zur Fräserachse oder in Schraubenflächen.
Um ein Werkstück mit nicht radialen, hinterschnittenen Brustflächen zu schneiden, ist es nötig, die bisherige Beziehung zwischen Werkzeugschwingbewegung und Werkstückdrehung zusätzlich abzuändern, da sich das Werkzeug mit Rücksicht auf die verschiedenen Dmchmesser an verschiedenen Stellen des Werkstückes um ein verschiedenes Mass nach innen und aussen bewegt.
In der schematischen Fig. 2 möge t ein Querschnittsteil an der Stelle des grössten Durchmessers eines Fräsers mit hinterschnittenen Brustflächen sein, und der Halbmesser an dieser Stelle sei r. Durch das Zusammenwirken von Schablone 18 und Taster 17 (Fig. 6 und 7) befindet sich das Werkzeug S (Stichel) in einem Abstande r von der Werkstüc. kachse und in solcher Stellung, dass es auf die Kante
EMI1.2
würde, wenn. keine besondere Vorkehrung getroffen wäre, sich der Stichel S in der punktiert gezeichneten Stellung in der Entfemung 1J von der Achse befinden.
Infolge der Schrägstellung der Schneidflächen des Werkstücks würde sein Zahn aber nicht in Berührung mit dem Stichel stehen, sondern würde von ihm durch ein dem Winkel m' entsprechendes Mass getrennt sein. Der Stichel würde jedoch sogleich
EMI1.3
<Desc/Clms Page number 2>
die Zahnspitze von dem Stichel um ein dem grösseren Winkel m" entsprechendes Mass getrennt sein wurde, mit dem Ergebnis, dass die falsche Schneidlinie weiter von der richtigen Linie 11 enfernt
EMI2.1
und Drehbewegung des Werkstücks verändert.
Fig. 3 zeigt das Werkzeug in der Stellung t und in dem Abstande 1', wie in Fig. 2. Für diesen grössten Halbmesser ist keine Veränderung der Stellung erforderlich. Fig. 4 zeigt den Stichel in der Stellung l' und bei dem gleichen Abstande r' von der Werkstüekachse, den Fig. 2 zeigt ; die Einstellung der Hinterdrehbewegung ist aber so verändert worden, dass der Zahn von der Werkzeugspitze erfasst wird. wenn die Hinterdrehbewegung einsetzt. Demnach wird der Zahn bei e mit der richtigen Linie 11 geschnitten.
Ähnlich zeigt Fig. 5 den Stichel in der Stellung l" und im gleichen Abstande 1"1 von der Werkstüekachse, wie in Fig. 2 ; die Einstellung der Rinterdrehbewegung ist aber auch hier so verändert. dass der Zahn von der Werkzeugspitze erfasst wird, wenn die wirksame Hinterdrehbewegung einsetzt. Der Zain wird also auch bei t mit der richtigen Wölbungslinie 11 geschnitten. Der in Fig. 3-5 dargestellte Arbeitsvorgang wird in keiner Weise beeinflusst oder ist in keiner Weise abhängig von der Längsneigung der Schneidflächen, d. h. es ist unwesentlich, ob diese Flächen schraubenförmig gewunden oder eben sind.
Die erforderlichen Veränderungen in der Beziehung zwischen Hinterdrehbewegung des Stichels und Drehbewegung des Werkstückes werden in der Weise bewirkt, dass entweder das Werkstück oder das Werkzeug eine zusätzliche Bewegung erhält, um das Nacheilen der Punkte der Schneidkanten mit kleinerem Abstand von der Drehachse, beispielsweise der Punkte 101 und 102 in Fig. 2. gegenüber den weiter entfernten Punkten, nämlich gegenüber dem Punkt 100, auszugleiehen. Diese zusätzliche Bewegung kann entweder durch Verändern (vorzugsweise Voreilenlassen) der Werkstückbewegung oder durch Verändern (vorzugsweise Verzögern) der Stichelbewegungen erzeugt werden.
Als einfacher hat sich die Verzögerung der Stichelbewegungen erwiesen, und das ist insbesondere erwünscht, wenn, wie es hier geschieht, eine Vorkehrung getroffen ist, zur richtigen Bearbeitung der Schraubenzähne die Werkstückbewegung (und nicht die Hinterdrehbewegungen) zu ändern. Um deshalb das in den Fig. 2-5 erläuterte Verfahren zu verwirklichen, werden die Hinterdrehbewegungen verzögert. wobei der Betrag der Verzögerung von der Stellung des Drehstichels bei den verschiedenen Halbmessern abhängt, die kleiner als der Grössthalbmesser r sind. Die Hinterdrehbewegung muss ohne Änderung der gegenseitigen Stellung von Stichel und Taster verzögert werden.
Die Verzögerung bei den verschiedenen Halbmessern ist derart, dass sieh der Stichel bezüglich seiner Hinterdrehbewegung stets an derselben Stelle befindet, wenn er auf einen Werkstüekzahn trifft. Die Verzögerung erfolgt also genau im Verhältnis zu dem Mass, das die Zahnkante braucht, um die Ebene zu erreichen, in der die Stiehdspitze hin und her geht.
Bei der in den Fig. 6 und 7 dargestellten Maschine zur Ausfühlung des beschriebenen Verfahrens wird in der angegebenen Weise die Hinterdrehbewegung des Werkzeuges verzögert. Ein Dorn 36 dient zur Aufnahme des Werkstücks A. An Führungen'37, 37 ist ein BettscLlitten 38 versehiebbar, der einen Querschlitten 39 trägt, auf dem ein zweiter unabhängig verschiebbarer Quersel litten 40 gleitet. der
EMI2.2
Fühlung mit der Schablone 18. Wenn der Bettschlitten 38 in der Längsrichtung verschoben wird. so wird der Querschlitten 39, geführt von der Schablone, quer verschoben, und der Stichel 8 so veranlasst. einem Umriss zu folgen, der jenem der Schablone 18 genau entspricht.
Auf den Schlitten 38 und 39 ist ein Antrieb zur Hin-und Herbewegung des Schlitten- 10 zur
EMI2.3
scheibe 45 ist drehbar in einem Lager an einem auf dem Schlitten 39 angebrachten Arm 43. An dem Schlitten 39 ist ein Hebel 46 angelenkt, der mit seinem unteren Ende auf der Nockenscheibe 4J aufliegt und mit seinem oberen Ende auf den Schlitten 40 einwirkt. Eine Feder 47 hält den Schlitten 40 in Belührüng mit dem Hebel 46. Wenn die Welle 44 und die Nockenscheibe 4J umlaufen, wild der Hebel 46 in Schwingung versetzt und lässt den Schlitten 40 und den Stichel S hin und her gehen. Zum Antrieb der Welle 44 und der Nockenscheibe 45 dient eine in beliebiger Weise in Drekung versetzte Längs-
EMI2.4
mit der Längswelle 48.
Auf dem Schlitten 38 ist eine wagrechte Querwelle 50 gelagert. die ein mit der Schnecke 49 in Eingriff stehendes Schneckenrad 51 trägt. Auf der Welle 50 ist ein Kegelrad 52 verschiebbar, das in ein Kegelrad J3 auf der Welle 44 eingreift. Zwecks Veränderung der Beziehung zwischen den Hinterdrehbewegungen des Stichels und den Drehbewegungen des Werkstücks ffir vei.-chiedene Durchmesser ist das Rad 52 mit der Welle 50 durch Stifte 62 verbunden, die in Kurvennuten 63 der Welle fassen. Die Neigung und Krümmung dieser Nuten ist derart, dass die Hinterdrehbewegungen
EMI2.5
<Desc/Clms Page number 3>
Das Kegelrad 53 wird von dem Arm 4.) getragen und so in Eingriff mit dem Kegelrad 52 gehalten, wenn sich der Schlitten 39 und die damit verbundenen Teile quer bewegen. Die Welle 48 wird in einem solchen Verhältnis zur Spindel 55 angetlieben, dass die Nockenscheibe 45 so viele volle Umdrehungen für jede Werkstuckumdrehung ausführt, als diese Zähne hat.
Um die Hinterdrehbewegungen des Stichels 8 nach Massgabe der Schraubengestalt der Schneidflächen zu verändern, werden vorzugsweise Mittel vorgesehen, um das Werkstück zusätzlich in einem Verhältnis zur Längsbewegung des Werkzeugs zu drehen. Gemäss der Zeichnung wird der Dorn 36 durch das Futter 54 einer Spindel 55 mitgenommen. Die Kraft für den Spindelantrieb wird durch eine Muffe 56 zugeführt, die in Nut-und Federeingriff mit einer kleineren Muffe 57 steht. Eine Stange 58 und ein Gabelarm 59 dienen dazu, die Muffe 57 mit dem Schlitten 38 längs zu verschieben. Die Spindel 55 ist gegen Längsverschiebung gesichert und ragt in die Muffe 57 hinein. Die Muffe 57 besitzt eine
EMI3.1
stücks. Ein Stift 61 der Spindel 55 ragt in die Nut 60 hinein und überträgt so Kraft von der Muffe 57 auf die Spindel 55.
Diese Anordnung gestattet, die Spindel 55 mittels der Muffe 56 anzutreiben, wobei aber die Spindel zusätzlich im Verhältnis zur Längsverschiebung des Bettschlittens und des Stichels gedreht wird. Diese Zusatzdrehung ist so gross, dass das Werkzeug die Schraubenzähne richtig bearbeitet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Formfräsern mit hinterdrehten Schneidzähnen, die hinterschnitten (nicht radiale), entweder parallel zur Fräserachse oder in Schraubenflächen liegende Brustflächen besitzen, dadurch gekennzeichnet, dass entweder das Werkstück ausser der Drehbewegung oder das Werkzeug ausser der hin und her gehenden Hinterdrehbewegung eine zusätzliche Bewegung erhält, um das Nacheilen der Punkte der Schneidkanten mit kleinerem Abstand von der Fräserdrehachse gegenüber den weiter entfernten Punkten auszugleichen.