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Drehrohrofen zur Entgasung von Kohle u. dgl.
Beiden bekanntenkontinuierlich arbeitenden Drehrohröfen zur Erzeugung von Urteer, hochwet tigem Brenngas und Halbkoks erfolgt die Übertragung der Wärme auf die zu entgasende Kohle u. dgl. durch das sich drehende Rohr. Da nun die durch das Rohr gehende Wärmemenge durch die Oberfläche des Rohres gegeben ist, so wird auch die Leistung des Ofens, also der Durchsatz, lediglich nach seiner wirksamen Oberfläche bestimmt. Auf Grund dieser Erkenntnis wird nach der Erfindung das Drehrohr zwecks Erhöhung seiner wirksamen Oberflächeinmehrere kleine (enge) Rohre aufgelöst, die in einen gemeinsamen Ein-und Auslasskopf münden und sich um eine gemeinsame Achse drehen. Hiedurch wird eine bedeutend grössere Oberfläche geschaffen, wie aus nachstehendem Beispiel klar wird.
Ein Rohr von 2 m Durchmesser hat einen Umfang vrn 6-28 m. Auf der gleichen Querschnittsfläche von 2 m Durchmesser lassen sich unter Berücksichtigung der Öffnung für den Gasdurchlass bequem 6 Rohre von 50 cm Durchmesser anordnen, die zusammen einen Umfang von 9. 5 m besitzen, also etwa 50% mehr als bei einem Rohr. Ein Rohrdurchmesser von 50 cm ist aber für einen geregelten Betrieb selbst bei grossstückigem Material noch genügend, zumaJ der wirksam zugefühiten Wärmemenge entsprechend die Füllung doch nur klein sein darf.
Es hat sich weiter hetausgestellt, dass bei Verwendung wasserhaltiger Brennstoffe, wie Braunkohle Torf, Lignit, Klärschlamm u. dgl., die Schwierigkeit auftritt, dass der aus dem Brennstoff austretende Wasserdampf als unnötiger Ballast durch die ganze Einrichtung hindurch mitgeschleppt werden muss. Bei der Ausführung des Drehrohrofens nach vorliegender Erfindung kann in derselben Apparatur eine vorherige Trocknung des Brennstoffes vorgenommen und von dem dabei entstehenden Wasserdampf nur so viel durch die eigentliche Entgasungstrommel mit hindurchgeführt werden als zum Transport der Schwelgase erforderlich ist, während der übrige weit grössere Teil des Wasserdampfes aus dem als Trockner dienenden Teil der Entgasungstrommel entfernt und zur Kühlung der Schwelgase oder der Entgasungsprodukte im Kondensator benützt wird.
Dabei lässt sich dann gleich dieser Wasserdampf im Kondensator überhitzen, so dass er für Kraft-und Wärmeabgabe brauchbar ist. Die eigentliche Entgasungstrommel wird hiedurch wesentlich entlastet und die Leistung erheblich gesteigert. Durch diese Momente gestaltet sich der Betrieb des Drehrohrofens ausserordentlich wirtschaftlich und es kann nicht nur Kohle, sondern auch fast jeder minderwertige Brennstoff entgast werden.
Die Anordnung wird erfindungsgemäss so getroffen, dass man vor der Entgasungstrommel eine besondere Trockentrommel anbringt, die mit ihr durch einen Übergangsraum verbunden ist. Die Trockentrommel kann dabei in irgend einer bekannten Form ausgeführt sein. Zweckmässig wird man sie ähnlich gestalten wie die Entgasungstrommel, also aus einem Rohrbündel. Am vorderen Teil dieser Retorte ist ein Absaugrohr für den Wasserdampf vorgesehen und dieses führt über eine Saugpumpe zu dem Kondensator, durch den die Produkte der Entgasung aus der Entgasungstrommel hindurchgehen. Die Wärme dieser Produkte wird dadurch auf den Wasserdampf unter gleichzeitiger Abkühlung der Produkte übertragen, so dass der Wasserdampf überhitzt und für weitere Verwendung brauchbar wird.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 einen Längsschnitt und in Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie A-B der Fig. l einer Ausführungsform des Drehrohrofens. Fig. 3 zeigt eine andere Ausführung form im Längsschnitt.
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Der Ofen besteht aus einem Einlaufkopf a und einem Auslaufkopf b, auf denen die Auflagerung ; !- ringe c und der Antriebszahnkranz d angeordnet sind. Die Ein-und Austragung erfolgt unter Luftabschluss. Zwischen Ein-und Auslauf ist das Drehrohr in mehrere kleinere (engere) Rohre e aufgelöst. die sich um eine gemeinsame Achse drehen und in den Ein-und Auslaufkopf münden.
Durch Führungsbleche oder Schaufeln wird die in den Einlaufkopf eingetragene zu vergasende Kohle u. dgl. den einzelnen Rohren zugeführt. Nach erfolgter Entgasung in den einzelnen Rohren sammelt sich das Gut wieder in dem gemeinsamen Auslaufkopf b und wird dort ausgetragen. Der Ofen ist von einem Mauerwerk f derart umgeben, dass nur der Ein- und Auslaufkopf freiliegen. Die Heizgase werden durch Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas erzeugt und umstreichen die einzelnen Rohre. Durch Erhitzung der Oberfläche der einzelnen Rohre gelangt die Wärme in die Rohre und erhitzt und entgast somit die hindurchgeführte Kohle.
Der Drehrohrofen kann überall dort Verwendung finden, wo zum Vergasen und Trocknen ein Drehrohrofen benutzt wird und die Anordnung besonderer, die wärmeüber- tragenden Oberflächen vergrössernder Einbauten nicht angängig ist.
In Fig. 3 ist die aus einem Rohrbündel bestehende Entgasungstrommel mit A bezeichnet. Vor ihr liegt, durch den Raum B mit ihr verbunden, die ähnlich gebaute Trockentrommel C, welcher der zu entgasende Brennstoff aus dem Vorratsbehälter D mittels der Fördervorrichtung E zugeführt wird.
Die Trommel C besitzt ein Abzugsrohr F für den Wasserdampf, während die gasförmigen Produkte der
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In der Trommel 0 werden die wasserhaltigen Brennstoffe vorgetrocknet und der entweichende Wasserdampf wird durch das Rohr F abgesaugt, so dass er nicht in die Trommel A eintreten kann. Nur ein geringer Teil dieses Wasserdampfes muss in die Trommel A eintreten, um als Träger für die dort entstehenden Schwelgase zu dienen. Durch Einstellung der Leistung der an die RohreG undFangesehlossenen Absaugpumpen lässt sich die für den Transport der Schwelgase dienende Wasserdampfmenge genau bestimmen.
Die durch eine Pumpe durch Rohr F abgesaugten Wasserdämpfe von verhältnismässig- niedriger Temperatur werden nun in dem sich an das Rohr G anschliessenden Kondensator für die Ent- gasungsprodukte an Stelle des KÜhlwassers verwendet, wobei sie erhitzt werden, so dass sie zur Krafterzeugung oder für Wännezweeke Verwendung finden können. Diese Kombination bedeutet einen wirtschaftliehen Fortschritt in der Trocknung und Vergasung der Braunkohle gegenüber den jetzt in Anwendung stehenden Troeken-und Sehweleinriehtungen.
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Drehrohrofen zur Entgasung von Kohle u. dgL, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofen zur Vergrösserung der wirksamen Oberfläche in mehrere kleine Rohre aufgelöst ist, die in einen gemeinsamen Ein- und Auslaufkopf münden und sich um eine gemeinsame Achse drehen.