<Desc/Clms Page number 1>
Mehrstufiger Kolbenverdichter.
Bei mehrstufigen Kolbenverdichtern, bei denen die Hubzahlen der verschiedenen Stufen in der Zeiteinheit in einem unveränderlichen Verhältnis zueinander stehen, zumeist untereinander gleich sind, wird die in einer Stufe verdichtete Luft oder anderes Gas zunächst in einen Zwischenkühler geleitet, wo sie ungefähr auf die Temperatur gebracht wird, die sie bei ihrem Eintritt in diese Stufe hatte. Von dort wird sie von der nächstfolgenden Stufe angesaugt, weiter verdichtet und im folgenden Kühler abermals rückgekühlt.
Um die Gleichheit der Verdichtungtemperaturen und Leistungen in allen Stufen aufrecht zu erhalten, trachtet man, das Druckverhältnis, d. i. das Verhältnis von Verdichtungs-und Eintrittsdruck in jeder Stufe, oder das Temperaturverhältnis, d. i. das Verhältnis von Verdichtungs-und Eintrittstemperatur in jeder Stufe, bei allen Stufen ungefähr gleich zu machen. Das Druckverhältnis, es möge mit b bezeichnet werden, schwankt jedoch vielfach infolge der durch die Lieferungsregelung verursachten Änderungen des Eintrittsdruckes in die erste Stufe und der durch andere Betriebsbedingungen vorgeschriebenen Änderungen des Enddruckes der letzten Stufe. Das ist namentlich bei Einblaseverdichtern für Ölkraftmaschinen. in hohem Masse der Fall.
Da indessen das Druckverhältnis in der zweiten und jeder folgenden Stufe nur vom schädlichem Raum und vom Hubraum dieser Stufe bestimmt wird, so muss einer dieser beiden Grössen durch besondere, verwickelte Einrichtungen verändert werden können, um die Gleichheit des Druck oder Temperaturverhältnisses bei allen Betriebsbedingungen aufrecht zu halten. Den Verdichtern ohne solche Einrichtungen fehlt also die Anpassungsfähigkeit an veränderliche
EMI1.1
störungen auftreten.
Zweck der Erfindung ist, einen mehrstufigen Verdichter zu schaffen, der ohne solche Einrichtungen sich selbsttätig allen innerhalb weiter Grenzen schwankenden Betriebsbedingungen anzupassen vermag, indem er das Druck-oder Temperaturverhältnis in allen Stufen praktisch gleich hält.
Eingehende Untersuchungen des Verhaltens eines mehrstufigen Verdichters haben gezeigt, dass das Druckverhältnis b in zwei aufeinanderfolgenden Stufen, bei gleichem Druck-oder Temperaturverhältnis in beiden Stufen, vom Verhältnis c der Hubräume der beiden Stufen und vom Verhältnis h des schädlichen Raumes der zweiten, höheren Stufe zu ihrem Hubraum abhängig ist, so dass h für ein gegebenes c nur von b abhängig ist, und zwar in der Weise, dass h mit wachsendem b anfänglich steigt und nach Erreichung eines Höchstwertes wieder sinkt. In der Nähe dieses Höchstwertes ändert sich h nur wenig, selbst bei verhältnismässig grossen Änderungen von b.
Nach der Erfindung wird dem Verhältnis h. des schädlichen Raumes der zweiten, höheren Stufe zu ihrem Hubraum der Höchstwert gegeben, den es bei veränderlichem b und gegebenem c
EMI1.2
In gleicher Weise kann der bestgeeignete schädliche Raum für alle Stufen, mit Ausnahme der ersten oder niedrigsten, bestimmt und damit die Gleichheit des Druck-oder Temperaturverhältnisses, also auch der Verdichtungstemperaturen und Leistungen in allen Stufen, auch bei schwankendem Eintrittsdruck in der ersten und schwankendem Enddruck der letzten Stufe erzielt werden. Durch diese besondere Bemessung der schädlichen Räume, im Gegensatze zu der bisher allgemein angewandten Regel, den schädlichen Raum so klein zu halten, wie es bei
<Desc/Clms Page number 2>
jeder gegebenen Bauart möglich ist, wird also eine gute Anpassungsfähigkeit des Verdichters an verschiedene Betriebsbedingungen innerhalb ziemlich weiter, den praktischen Anforderungen genügender Grenzen gewährleistet.
Ausserdem werden durch die Vergrösserung des schädlichen Raumes erhebliche bauliche Vorteile erzielt, insbesondere wird die Möglichkeit geboten, grössere, widerstandsfähigere Ventile in den Zylindern der höheren Stufen zu verwenden.
Mit den schädlichen Räumen wachsen auch die Hubräume der höheren Stufen.