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Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Feststellung des aktuellen Blutalkoholgehaltes mit einer elektronischen Rechen- und Speichereinrichtung, welche den aktuellen Blutalkoholgehalt aus den über eine Eingabeeinrichtung eingegebenen Daten, wie Zeitpunkt und Grösse der zugeführten Alkoholmenge, Gewicht und Geschlecht der Person, unter Berücksichtigung des natürlichen zeitlichen Abbaus des Blutalkoholwertes, berechnet.
Mechanische Vorrichtungen zur Feststellung des Blutalkoholgehaltes sind bereits seit längerem bekannt. So wird beispielsweise in der AT 263. 424 B ein Rechengerät zur Feststellung des Blutalkoholgehaltes beschrieben, welches im Wesentlichen aus zwei konzentrischen Scheiben besteht, wobei am Umfang der unteren Scheibe eine in Promille geteilte logarithmische Skala für den Blutalkoholgehalt und mit dieser zusammenspielend, am Umfang der oberen Scheibe eine logarithmische Skala für das Körpergewicht der Person vorgesehen sind. Die untere Scheibe weist wenigstens eine logarithmische Mengenskala und eine weitere Promilleskala auf, welchen Durchblickfenster in der oberen Scheibe zugeordnet sind, wobei das der Promilleskala zugeordnete Fenster eine Stundenteilung und das der Mengenskala zugeordnete Fenster auf das Geschlecht der zu prüfenden Person bezughabende Zeiger besitzt.
Nach entsprechender Einstellung der beiden Scheiben kann der Blutalkoholgehalt abgelesen werden.
Durch die Einbeziehung der Zeit kann mit dieser Rechenscheibe auch der natürliche Abbau des Blutalkohols berücksichtigt werden und die Abbauzeit auf der Stundenskala abgelesen werden.
Eine Vorrichtung mit dem Erscheinungsbild einer Taschenuhr zur Bestimmung des Blutalkoholgehaltes ist aus der US 3, 673, 979 A bekannt geworden, wobei hier ebenfalls das Gewicht der Person und der natürliche Alkoholabbau berücksichtigt werden.
Weiters ist aus der DE 32 33 827 A ein elektronischer Rechner zur Erfassung des aktuellen, individuellen Blutalkoholgehaltes bekannt, wobei ein Hauptspeicher vorgesehen ist, welcher die Blutalkoholwerte in Promille speichert und dessen Speicherinhalt einerseits durch die Eingabe neuer Blutalkoholmengen erhöht wird und andererseits automatisch in bestimmten Zeitabständen um bestimmte Promillewerte reduziert wird. Damit wird der natürliche Abbau des Blutalkoholwertes berücksichtigt. Mit Hilfe des Rechners kann jederzeit der individuelle Blutalkoholspiegel durch Eingabe der konsumierten Alkoholmenge und des Körpergewichtes ermittelt werden.
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Nachteilig bei den bekannten Einrichtungen und Verfahren zur Bestimmung des Blutalkoholgehaltes ist die zum Teil komplizierte Handhabung bei den mechanischen Geräten sowie die Tatsache, dass derartige Geräte extra mitgeführt werden müssen und die elektronischen Geräte für den Fall ihres Einsatzes auch funktionsbereit sein müssen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von einem eingangs genannten Verfahren bzw. Vorrichtung zur Bestimmung des Blutalkoholgehaltes Verbesserungen vorzuschlagen, welche eine problemlose Anwendung im Bedarfsfall zulassen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die elektronische Rechen-und Speichereinrichtung in ein Mobilfunktelefon integriert ist oder die für die Dateneingabe und Datenauswertung erforderliche Programmlogik im Speicherchip des Mobilfunktelefons abgelegt ist. Der Vorteil der Erfindung liegt insbesondere darin, dass kein zusätzliches Gerät zur Bestimmung des Blutalkoholgehaltes mitgeführt werden muss und das Mobilfunktelefon bereits alle wesentlichen Geräteanforderungen (elektronische Speichereinheit, Eingabetastatur, Display zur Ausgabe der errechneten Werte) zur Verfügung stellt.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Feststellung des aktuellen Blutalkoholgehaltes ist dadurch gekennzeichnet : - dass personenspezifische Daten, insbesondere das Geschlecht und das
Körpergewicht der Person in ein entsprechend programmiertes Mobil- funktelefons eingegeben werden ; - dass die konsumierten Alkoholmenge eingegeben werden ; - dass der aktuelle Blutalkoholgehalt unter Berücksichtigung der seit der
Eingabe der einzelnen Alkoholmenge verflossenen Zeit und der perso- nenspezifischen Daten errechnet wird, sowie - dass der errechnete Wert im Display des Mobilfunktelefons angezeigt wird.
Durch die in Handys bereits eingebaute Zeitfunktion kann die zeitliche Reihenfolge der eingegebenen Alkoholmenge sowie der natürliche Abbau des Blutalkoholwertes automatisch und ohne zusätzliche Dateneingaben bewerkstelligt werden.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der errechnete Wert des aktuellen Blutalkoholgehaltes mit einem vorgegebenen oder eingebbaren Schwellwert verglichen und bei Überschreiten dieses Schwellwertes ein akustisches Signal oder ein Vibrationssignal des Mobilfunktelefons ausgelöst wird.
Weiters ist es erfindungsgemäss möglich, den errechneten Wert des aktuellen 'Blutalkoholgehaltes als Grafik, vorzugsweise als Balken- oder Kurvendiagramm,
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am Display darzustellen, wodurch mit einem Blick erkennbar ist, wann der Blutalkoholgehalt unter eine bestimmte vorgegebene Schwelle (z. B. 0, 5 Promille) oder wieder auf 0 abfällt.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass bei Überschreiten eines vorgegebenen oder eingebbaren Schwellwertes eine Kurzmitteilung, vorzugsweise als SMS, an eine vorprogrammierte Telefonnummer abgesetzt oder ein automatischer Anruf eingeleitet wird. So kann beispielsweise eine Kurzmitteilung nach Hause abgesetzt werden, um zu signalisieren, dass man rückgerufen werden will um beispielsweise abgeholt zu werden.
Schliesslich können erfindungsgemäss die konsumierten Alkoholmenge über eine im Menü des Mobiltelefons abgelegte Getränketabelle eingegeben werden. Durch die Integration der Programmlogik in das Menü eines Mobilfunktelefons ist eine besonders einfache Handhabung gegeben, da bestimmte Standardgetränke (z. B. ein Krügel Bier oder 1/4 Wein) nur mehr angetippt werden müssen.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Feststellung des aktuellen Blutalkoholgehaltes, die Fig. 2 und Fig. 3 Details aus Fig. 1, sowie Fig. 4 das Schema eines Eingabemenüs.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zur Feststellung des aktuellen Blutalkoholgehaltes besteht im Wesentlichen aus einem herkömmlichen Funktelefon bzw. Handy 1 mit einem Gehäuse 2, welches in nicht weiter dargestellter Weise die üblichen elektronischen Bauteile, wie Sendeteil, Empfangsteil, Lautsprecher, Mikrofon, etc. enthält. Strichliert hervorgehoben ist der Speicherchip 3 des Funktelefons 1, welcher die für die Dateneingabe und Datenauswertung im Zusammenhang mit der Feststellung des aktuellen Blutalkoholgehaltes erforderliche Programmlogik enthält. Die Vorderseite des Gehäuses 2 ist im oberen und unteren Bereich mit Durchbrechungen 4,5 für den Lautsprecher und das Mikrofon versehen und weist weiters als Eingabeeinrichtung ein Tastenfeld 6 sowie ein Display 7 auf.
Im Tastenfeld 6 sind Wähltasten 6'sowie Funktionstasten 8 für die Menüführung vorgesehen. Falls die Programmlogik zur Berechnung des aktuellen Blutalkoholgehaltes nicht im Speicherchip 3 integriert ist, kann dazu auch eine separate elektronische Rechen- und Speichereinrichtung 9 im Gehäuse 2 des Funktelefons 1 angeordnet sein. Mit 10 ist schliesslich die Sende- und Empfangsantenne des Funktelefons 1 gekennzeichnet.
In den Fig. 2 und Fig. 3 ist jeweils das Display 7 vergrössert dargestellt, wobei jeweils der Blutalkoholgehalt in Promille in Abhängigkeit von der Zeit (Stunden) als Balkendiagramm (Fig. 2) oder als Kurvendiagramm (Fig. 3) dargestellt ist. Es ist auch möglich, das Handy auf die beiden alternativen Darstellungsarten umzu-
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schalten. Die durchgezogene Kurve in Fig. 3 zeigt die Konsumation eines Getränkes und den Abbau des Blutalkoholwertes auf 0 nach ca. sechs Stunden. Die strichlierte Kurve zeigt die Konsumation von zwei Getränken innerhalb einer Zeit von ca. drei Stunden, wobei in beiden Fällen abgelesen werden kann, wann ein bestimmter Schwellwert S (beispielsweise 0, 5 Promille) unterschritten ist.
In Fig. 4 ist das Beispiel für ein Eingabemenü dargestellt, welches über die Funktionstasten 8 abgerufen werden kann. Beispielsweise kann das Geschlecht und das Gewicht eingegeben bzw. geändert werden. Diese Daten lassen sich auch speichern, so dass bei nächster Benützung lediglich die konsumierten Getränke eingegeben werden müssen. Die gängigen Getränke bzw. deren üblichen Trinkmengen können dabei in einer Getränketabelle vorliegen, so dass die Person lediglich über das Menü beispielsweise 1/8 Wein oder ein Glas Sekt eingeben muss. Diese Tabelle kann auch so ausgeführt sein, dass sie von der benützenden Person ergänzt oder abgeändert werden kann.