AT528658B1 - Hydromechanisches Kompressionssystem - Google Patents
Hydromechanisches KompressionssystemInfo
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- AT528658B1 AT528658B1 ATA50286/2025A AT502862025A AT528658B1 AT 528658 B1 AT528658 B1 AT 528658B1 AT 502862025 A AT502862025 A AT 502862025A AT 528658 B1 AT528658 B1 AT 528658B1
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Kompressionssystem (1) für eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers, wobei das Kompressionssystem (1) eine formstabile Außenschale (2), eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage (3), einen Zwischenraum (4), einen Flüssigkeitseinlass (5), eine Flüssigkeitsleitung (10) und einen Flüssigkeitsbehälter (9) umfasst, wobei der Zwischenraum (4) über den Flüssigkeitseinlass (5) mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitsbehälter (9) verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitseinlass (5) verbunden ist, wobei - die Innenlage (3) einwandig ist, der Zwischenraum (4) von der Außenschale (2) und der Innenlage (3) begrenzt ist und das Kompressionssystem (1) im Bereich des Zwischenraums (4) eine feste Verbindung (6) zwischen der Innenlage (3) und der Außenschale (2) aufweist, ODER - die Innenlage (3) doppelwandig mit einer inneren Wandung (3a) und einer äußeren Wandung (3b) ist, der Zwischenraum (4) von der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) begrenzt ist und das Kompressionssystem (1) im Bereich des Zwischenraums (4) eine feste Verbindung (6) zwischen der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) aufweist.
Description
HYDROMECHANISCHES KOMPRESSIONSSYSTEM
TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kompressionssystem für eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers, wobei das Kompressionssystem eine formstabile Außenschale, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage, einen Zwischenraum, einen Flüssigkeitseinlass, eine Flüssigkeitsleitung und einen Flüssigkeitsbehälter umfasst, wobei der Zwischenraum über den Flüssigkeitseinlass mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitseinlass verbunden ist.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Ein Kompressionssystem (oder Kompressionsverband) ist ein medizinisches Hilfsmittel, das zur gezielten Beaufschlagung eines Drucks auf eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers eingesetzt wird. Gattungsgemäße Kompressionssysteme umfassen üblicherweise eine formstabile Außenschale, eine flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage, die der Extremität zugewandt ist, sowie einen dazwischenliegenden, befüllbaren Zwischenraum, der über einen Flüssigkeitseinlass mit Flüssigkeit befüllt werden kann. Durch diese Bauweise ermöglicht das Kompressionssystem eine gleichmäßige und individuell anpassbare Druckverteilung auf das Gewebe der betroffenen Extremität.
[0003] Kompressionssysteme finden insbesondere in der Behandlung verschiedener Erkrankungen und Verletzungen Anwendung, die von einer kontrollierten und lokalisierten Kompression profitieren. Dazu zählen beispielsweise Ulzera an Fuß und Unterschenkel, venöse und Iymphatische Erkrankungen, postoperative Schwellungszustände sowie akute Traumata wie Preillungen oder Distorsionen. Speziell bei chronischen Wunden, etwa einem diabetischen Fußulcus, fördert ein Kompressionssystem die Wundheilung durch Reduktion von Ödemen und Unterstützung der venösen Rückströmung.
[0004] Im Stand der Technik sind gattungsgemäße Kompressionssysteme beispielsweise aus der AT 511108 B1 bekannt. Das dort offenbarte Kompressionssystem umfasst eine Außenschale und eine doppelwandige Innenlage, die einen Zwischenraum definiert. Der Zwischenraum ist über einen Füllstutzen mit einer Flüssigkeit befüllbar.
[0005] Die US 6945944 B?2 zeigt ein gattungsgemäßes Kompressionssystem mit einer Außenschale und einer einwandigen Innenlage, wobei ein Zwischenraum zwischen der Außenschale und der Innenlage definiert wird. Der Zwischenraum ist über einen Füllstutzen mit einer Flüssigkeit befüllbar.
[0006] Die US 5324318 A zeigt eine schonende Kühlvorrichtung für eine Extremität des menschlichen Körpers.
[0007] Die US 2020016025 A1 zeigt ein gattungsgemäßes Kompressionssystem mit einer AußBenschale und einer einwandigen Innenlage, die gemeinsam einen Zwischenraum definiert. Der Zwischenraum ist über einen Füllstutzen mit einer Flüssigkeit befüllbar.
[0008] Die US 3977396 A zeigt eine Vorrichtung zur Behandlung von Ödemen, bei welcher die erkrankte Extremität vertikal in einen Behälter mit Quecksilber eingetaucht wird. Eine undurchlässige, flexible Manschette ist am Rand des Behälters abgedichtet. Unter Druck stehende Flüssigkeit wird am oberen Ende des Behälters in den Zwischenraum zwischen Behälter und Manschette eingeleitet, sodass ihr Druck sich zum statischen Druck des Quecksilbers addiert, der von oben nach unten zunimmt.
[0009] Die US 9211226 B1 zeigt ein Kleidungsstück zur Behandlung einer venösen Stauungskrankheit in Form eines unelastischen, selbstanpassenden Kompressionsstrumpfes, welcher ei-
nen Strumpf, eine Verschlussvorrichtung sowie einen Flüssigkeitsbeutel umfasst. Der Strumpf besteht aus einem unelastischen Netzgewebe.
[0010] Die US 5891065 A zeigt ein Massagegerät für Lymphdrainage für immobile Patienten.
[0011] Die US 2832336 A zeigt ein gattungsgemäßes Kompressionssystem mit einer Außenschale und einer einwandigen Innenlage aus Gummi, die gemeinsam einen Zwischenraum definiert. Der Zwischenraum ist über einen Füllstutzen mit einer Flüssigkeit befüllbar.
[0012] Die US 1629108 A zeigt ein Kompressionssystem mit einer Außenschale und einer einwandigen Innenlage, die gemeinsam einen Zwischenraum definiert. Der Zwischenraum ist über einen Füllstutzen mit einem Gas befüllbar.
KURZBESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0013] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kompressionssystem zur Verfügung zu stellen, das zumindest einzelne Nachteile des Standes der Technik lindert bzw. behebt.
[0014] Diese Aufgabe wird durch ein Kompressionssystem nach Anspruch 1 und ein Kit nach Anspruch 29 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen angegeben.
[0015] Erfindungsgemäß wird ein Kompressionssystem für eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers zur Verfügung gestellt, wobei das Kompressionssystem eine formstabile Außenschale, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage, einen Zwischenraum, einen Flüssigkeitseinlass, eine Flüssigkeitsleitung und einen Flüssigkeitsbehälter umfasst, wobei der Zwischenraum über den Flüssigkeitseinlass mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitseinlass verbunden ist. Das erfindungsgemäße Kompressionssystem zeichnet sich dadurch aus, dass - die Innenlage einwandig ist, der Zwischenraum von der Außenschale und der Innenlage begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der Innenlage und der Außenschale aufweist, oder - die Innenlage doppelwandig mit einer inneren Wandung und einer äußeren Wandung ist, der Zwischenraum von der inneren Wandung und der äußeren Wandung begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung aufweist. Weiters wird ein Kit zur Verfügung gestellt, umfassend a) eine formstabile Außenschale, b) eine in die Außenschale einlegbare, doppelwandige Innenlage und c) eine Flüssigkeitsleitung und einen Flüssigkeitsbehälter zum Bilden eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems, wobei das Kompressionssystem die formstabile Außenschale, die der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage, einen Zwischenraum, einen Flüssigkeitseinlass umfasst, wobei der Zwischenraum über den Flüssigkeitseinlass mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitseinlass verbunden ist, wobei die Innenlage eine innere Wandung und eine äußere Wandung aufweist, der Zwischenraum von der inneren Wandung und der äußeren Wandung begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung aufweist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0016] Erfindungsgemäß wird ein Kompressionssystem für eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers zur Verfügung gestellt, wobei das Kompressionssystem eine formstabile Außenschale, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage, einen Zwischenraum, einen Flüssigkeitseinlass, eine Flüssigkeitsleitung und einen Flüssigkeitsbehälter umfasst, wobei der Zwischenraum über den Flüssigkeitseinlass mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist und ein
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zweites Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitseinlass verbunden ist. Das erfindungsgemäße Kompressionssystem zeichnet sich dadurch aus, dass - die Innenlage einwandig ist, der Zwischenraum von der Außenschale und der Innenlage begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der Innenlage und der Außenschale aufweist, oder - die Innenlage doppelwandig mit einer inneren Wandung und einer äußeren Wandung ist, der Zwischenraum von der inneren Wandung und der äußeren Wandung begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung aufweist.
[0017] Unter dem Begriff „Kompressionssystem“ wird hierin ein medizinisches Hilfsmittel verstanden, das zur lokalen Ausübung von Druck auf Körpergewebe eingesetzt wird.
[0018] Unter dem Begriff „Extremität“ wird hierin ein (üblicherweise paarweise) angelegter Körperanhang des Menschen oder eines Tieres bezeichnet, der primär der Fortbewegung, Haltung oder Manipulation der Umgebung dient. Beim Menschen unterscheidet man beispielsweise obere Extremitäten (Arme einschließlich Hände) und untere Extremitäten (Beine einschließlich Füße).
[0019] Unter dem Begriff „formstabil“ wird hierin die Eigenschaft eines Objekts oder Materials verstanden, seine äußere Form eigenständig zu erhalten, ohne dass eine fortwährende externe Krafteinwirkung nötig ist. Formstabilität impliziert dabei nicht notwendigerweise Starrheit: das Objekt kann flexibel sein, besitzt jedoch eine hinreichende strukturelle Integrität, um im Wesentlichen dauerhaft seine ursprüngliche oder vorgesehene Gestalt beizubehalten.
[0020] Unter dem Begriff „flüssigkeitsdicht“ wird hierin eine Material- oder Oberflächeneigenschaft verstanden, bei der das Durchdringen von Flüssigkeiten vollständig verhindert wird. Flüssigkeitsdichte Materialien gewährleisten, dass weder Wasser noch andere Flüssigkeiten durch Poren, Öffnungen oder Nahtstellen hindurchtreten können.
[0021] Die Flüssigkeit kann beispielsweise Wasser sein. Sollte eine Leckage der Innenlage 3 auftreten, so könnte diese längere Zeit unbemerkt bleiben. Aufgrund der osmotischen Differenz führt Wasser zum Aufquellen von Haut und v.a. (chronischen) Wunden und könnte den Heilungsprozess negativ beeinflussen. Bevorzugt ist die Flüssigkeit daher eine Salzlösung, vorzugsweise eine physiologische Salzlösung, beispielsweise eine physiologische Kochsalzlösung (zB 0,9% NaCl in H2O) oder Hanks' Balanced Salt Solution (HBSS) oder eine Ringer-Lösung. Eine isotone Flüssigkeit kann im Falle einer Leckage die oben beschriebenen Nachteile verhindern.
[0022] Unter dem Begriff „feste Verbindung“ wird hierin eine im Wesentlichen dauerhaft beständige Verbindung verstanden. Die feste Verbindung sorgt dafür, dass sich die zwei verbundenen Elemente (im Falle einer einwandigen Innenwand: die Innenlage und die Außenschale; im Falle einer doppelwandigen Innenwand: die innere Wandung und die äußere Wandung) in der Ebene der Kontaktgrenzfläche im Wesentlichen nicht relativ zueinander bewegen können bzw. eine derartige relative Bewegung stark unterdrückt wird.
[0023] Kompressionssysteme im Stand der Technik bieten nur eine geringe Haftreibung zwischen jenen Schichten, die den Zwischenraum begrenzen. Das kann dazu führen, dass sich die besagten Schichten in einer für den Benutzer unerwünschten Art und Weise relativ zueinander verschieben. Im Falle einer doppelwandigen Innenlage kann dies beispielsweise dazu führen, dass sich die doppelwandige Innenlage innerhalb der Außenschale in eine distale Richtung (bezogen auf das Kompressionssystem bzw. die Extremität) bewegt. Dadurch, dass dieses Problem erkannt wurde, kann das erfindungsgemäße Kompressionssystem bereitgestellt werden, das eine feste Verbindung zwischen jenen Schichten bereitstellt, die den Zwischenraum definieren.
[0024] Die feste Verbindung sorgt bei dem erfindungsgemäßen Kompressionssystem für eine erhöhte Stabilität des Kompressionssystems, sowohl im Falle einer einwandigen Innenlage, als auch im Falle einer doppelwandigen Innenlage.
[0025] Da ein Verrutschen der Innenlage relativ zur Außenschale durch die feste Verbindung stark abgeschwächt, vorzugsweise im Wesentlichen verhindert wird, sorgt die feste Verbindung weiters für eine gleichmäßige Druckbeaufschlagung über die gesamte Fläche des Kompressi-
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onssystems.
[0026] Der Flüssigkeitsbehälter ist relativ zum Zwischenraum des Kompressionssystems entgegen einer Schwerkraftrichtung (im Folgenden: „vertikal“) beabstandet angeordnet. Somit herrscht im Zwischenraum des Kompressionssystems ein hydrostatischer Druck. Je nach relativer Anordnung des Zwischenraums und des Flüssigkeitsbehälters kann ein anderer Druck erreicht werden. In anderen Worten kann über die Flüssigkeitsleitung eine Flüssigkeit derart in den Zwischenraum geleitet werden, dass die Flüssigkeit im Zwischenraum einen hohen Druck aufweist. Die Druckhöhe orientiert sich am sogenannten hydrostatischen Indifferenzpunkt des Benutzers, welcher bei einem Menschen knapp unterhalb des Herzens gelegen ist. Somit wird kontinuierlich, je nach Körperposition und Haltung des Benutzers, durch die hydrostatische Flüssigkeitssäule der optimale Kompressionsdruck appliziert. Nach dem Pascal‘schen Prinzip breitet sich der hydrostatische Druck in der Flüssigkeit allseitig aus.
[0027] Am besagten hydrostatischen Indifferenzpunkt entspricht der Gewebeflüssigkeitsdruck im Inneren des Benutzers dem umgebenden atmosphärischen Druck. Von diesem Indifferenzpunkt abwärts steigt der Druck entsprechend dem Pascal‘schen Gesetz hydrostatisch an. Durch das erfindungsgemäße Kompressionssystem wird dieser Druck präzise antagonisiert. Zudem kann durch unterschiedliche vertikale Beabstandungen des Flüssigkeitsbehälters auch ein größerer bzw. kleinerer Druck angelegt werden. Auf diese Weise kann eine forcierte Abschwellung oder Entstauung in der Extremität erreicht werden.
[0028] Das erfindungsgemäße Kompressionssystem eignet sich beispielsweise für die folgenden Indikationen: Lymphödem Stadium 1-3, Elephantiasis mit oder ohne Ulcus, Lipödem, pAVK mit Ulcus cruris („Ulecus cruris mixtum”), Cutis papyracea („Pergamenthaut“, „Zigarettenpapierhaut‘“), Weichteilentzündungen, Rotlauf, posttraumatische Schwellung, Schmerz nach Muskel- Sehnen-, Gelenks-, Knochen- und Bandverletzungen, Muskuloskelettale Regeneration und Rehabilitation, Verbrennungen.
[0029] Es ist besonders bevorzugt, wenn das Kompressionssystem nur einen einzigen Zwischenraum aufweist. In anderen Worten kann so das gesamte Kompressionssystem mit nur einem einzigen Flüssigkeitseinlass verwendet werden.
[0030] Im Falle von mehr als einer festen Verbindung können die festen Verbindungen entweder an regelmäßig verteilten Positionen innerhalb des Zwischenraums positioniert sein oder an unregelmäßigen Positionen vorgesehen werden. Unregelmäßig platzierte feste Verbindungen haben den Vorteil, dass sie unter Berücksichtigung der anatomischen Bedingungen der Extremität platziert werden können, was die Effizienz der festen Verbindungen sowie den Tragekomfort des Kompressionssystems erhöhen kann. Regelmäßig platzierte feste Verbindungen haben den Vorteil, dass die Herstellung des Kompressionssystems vereinfacht wird.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die feste Verbindung punktförmig oder entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet.
[0032] Die Begriffe „punktförmig“ und „entlang einer offenen schleifenlosen Linie“ sind jeweils auf eine Blickrichtung bezogen, die ausgehend von der Extremität radial nach außen, in Richtung der Außenschale, verläuft. Eine punktförmige feste Verbindung stellt eine besonders simple Ausführungsform dar. Eine feste Verbindung, die entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgeführt ist, bietet im Vergleich zu einer punktförmigen festen Verbindung eine erhöhte Stabilität.
[0033] Der Begriff der „offenen schleifenlosen Linie“ ist so zu verstehen, dass der Zwischenraum durch das Vorsehen der festen Verbindung nicht in zwei (oder mehr) voneinander getrennte Kammern unterteilt wird. Eine solche Kurve ist auch als „offene Jordan-Kurve“ oder „einfache Kurve“ bekannt. Wäre die feste Verbindung etwa O-förmig (also entlang einer geschlossenen Linie ausgebildet), würde hierbei der Zwischenraum in einen ersten Zwischenraum (außerhalb des „O“) und einen zweiten Zwischenraum (innerhalb des „O“) unterteilt werden.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die feste Verbindung zwischen der Innenlage und der Außenschale oder zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung eine direkte Verbindung, vorzugsweise eine Haftstelle, oder ein Verbindungselement.
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[0035] Unter dem Begriff „direkte Verbindung“ wird hierin verstanden, dass sich die zwei zu verbindenden Schichten (im Falle einer einwandigen Innenlage: die Innenlage und die Außenschale; im Falle einer doppelwandigen Innenlage: die innere Wandung und die äußere Wandung) im Bereich der Verbindung im Wesentlichen kontaktieren. In anderen Worten ist an dieser Stelle ihr relativer Abstand im Wesentlichen null.
[0036] Es ist jedoch auch möglich, dass die feste Verbindung durch ein Verbindungselement realisiert wird. Das Verbindungselement kann beispielsweise ein zylinderförmiges oder quaderförmiges Objekt sein. Es ist bevorzugt, wenn das Verbindungselement formstabil ist. Weiters ist bevorzugt, wenn das Verbindungselement nicht starr, sondern leicht elastisch ist, um sich etwa an die Konturen der Extremität anzupassen.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die direkte Verbindung eine Schweißstelle oder eine Klebestelle.
[0038] Unter dem Begriff „Schweißstelle“ wird hierin eine Verbindung zweier Elemente verstanden, wobei die zu verbindenden Elemente durch Wärmeeinwirkung (z. B. Heizelement, Reibung, Ultraschall oder Laser) an den Kontaktflächen teilweise aufgeschmolzen und dann unter Druck miteinander verschmolzen werden. Nach dem Abkühlen entsteht eine stoffschlüssige Verbindung.
[0039] Eine Schweißstelle bietet eine hohe Festigkeit, ohne dass zusätzliches Material erforderlich ist.
[0040] Unter dem Begriff „Klebestelle“ wird hierin eine Verbindung zweier Elemente mithilfe eines Klebstoffs verstanden, wobei der Klebstoff zwischen die beiden Elemente aufgetragen wird. Der Klebstoff härtet (chemisch oder physikalisch) aus und verbindet die Elemente durch Adhäsion (Haftung an der Oberfläche) und Kohäsion (innere Festigkeit des Klebers).
[0041] Eine Klebestelle bietet den Vorteil, dass sie auch bei Materialien eingesetzt werden kann, die sich schlecht schweißen lassen. Zudem erfolgt keine thermische Belastung der zu verbindenden Elemente.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Innenlage zumindest abschnittsweise für sichtbares Licht transparent.
[0043] Unter dem Begriff „transparent“ wird hierin die Eigenschaft eines Materials verstanden, für sichtbares Licht zumindest 50%, vorzugsweise zumindest 60%, zumindest 70%, zumindest 80% oder zumindest 90% transluzent oder im Wesentlichen zu 100% transparent zu sein.
[0044] Dies ermöglicht beispielsweise, dass die Position und der Zustand eines Verbandes auf der Extremität kontrolliert werden kann.
[0045] Diese Ausführungsform eignet sich besonders für ein Kompressionssystem mit einer doppelwandigen Innenlage, bei der die Innenlage nicht dauerhaft mit der Außenschale verbunden ist.
[0046] In einer bevorzugten Ausführungsform bedeckt die Innenlage die Extremität im Wesentlichen vollflächig.
[0047] Wenn die Extremität beispielsweise ein menschlicher Arm ist, werden in dieser Ausführungsform auch die Finger bedeckt. Wenn die Extremität beispielsweise ein menschlicher Fuß ist, werden in dieser Ausführungsform auch die Zehen bedeckt.
[0048] Besonders bevorzugt werden im Falle eines menschlichen Fußes auch die Zwischenräume zwischen den Zehen vollflächig von der Innenlage bedeckt. Es ist jedoch auch möglich, dass zwischen zumindest zwei Zehen (bzw. zwei Fingern) ein Polstermaterial, etwa weiches Baumwollvlies, vorgesehen ist, um die Zehen bzw. Finger zu spreizen. Unter dem Begriff „im Wesentlichen vollflächig“ wird sohin auch dieser Fall verstanden, wenn (nur) jene Bereiche, an denen das Polstermaterial anliegt, nicht von der Innenlage bedeckt werden.
[0049] Durch die im Wesentlichen vollflächige Bedeckung der Extremität durch die Innenlage
können Staueffekte vermieden werden: wenn das Kompressionssystem nicht bis zum distalen Ende der Extremität reicht, kann sich dort Flüssigkeit (Blut, Lymphe) stauen, was zu Odemen oder Schwellungen führen kann. Durch die vollständige Umhüllung wird der Rückfluss unterstützt.
[0050] Zudem ist es für die Heilung einer Wunde vorteilhaft, wenn der durch das Kompressionssystem angelegte Druck distal am größten ist und in proximale Richtung abnimmt. Wenn die distalen Enden der Extremität (zB Finger, Zehen) ausgelassen werden, kann der besagte Druckverlauf nicht gewährleistet werden, was die Wirksamkeit des Kompressionssystems verringern würde.
[0051] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Außenschale zumindest abschnittsweise für sichtbares Licht transparent ausgebildet.
[0052] Wenn sowohl die Innenlage als auch die Außenschale zumindest bereichsweise und zumindest teilweise deckungsgleich transparent ausgebildet sind, ermöglicht dies eine optische Analyse der Extremität. Beispielsweise kann die Größe und Form eines Ulcus, sowie dessen Randverlauf und/oder Umgebung beobachtet werden.
[0053] Weiters kann anhand der Farbe des Gewebes darauf geschlossen werden, ob es sich um ein gut durchblutetes Gewebe oder ein abgestorbenes Gewebe handelt. Speziell Wundexsudat kann beobachtet werden, etwa dessen Menge oder Farbe.
[0054] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Kompressionssystem weiters eine Gasleitung, wobei die Gasleitung an einem distalen Ende des Kompressionssystems und einer der Extremität zugewandten Seite des Kompressionssystems in eine Gasauslassöffnung mündet.
[0055] Unter dem Begriff „Gasleitung“ wird hierin eine Leitung verstanden, mit der ein Gas transportiert werden kann. Bei dem transportierten Gas kann es sich um Umgebungsluft handeln, es kann jedoch auch ein anderes Gas sein.
[0056] Die Gasleitung sorgt in dieser Ausführungsform für eine verbesserte Belüftung der Wunde. Dies spielt vor allem bei der Versorgung chronischer Wunden (z.B. Ulcus) eine wichtige Rolle. Eine gute Belüftung kann in vielen Fällen den Heilungsverlauf der Wunde positiv beeinflussen. Gaszutritt hilft etwa, dass Wundexsudat eintrocknet und sich ein Schutzschorf bildet. Wenn überschüssige Feuchtigkeit durch schlechte Belüftung nicht entweichen kann, quillt das umliegende Gewebe auf (auch genannt: Mazeration). Das schwächt die Hautbarriere und verzögert die Heilung. Eine ausreichend gute Belüftung beugt dem vor.
[0057] Die Gasleitung mündet an einem inneren, distalen Ende des Kompressionssystems und entweicht dann innerhalb des Kompressionssystems in proximaler Richtung.
[0058] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Gasleitung entlang der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage geführt.
[0059] Dies ermöglicht eine besonders einfache Konstruktion des Kompressionssystems. Es ist auch möglich, dass die Gasleitung durch die Wand der Innenlage und gegebenenfalls auch durch die Wand der Außenschale hindurch geleitet wird, allerdings wäre dies mit einem Mehraufwand verbunden.
[0060] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Gasleitung stromaufwärts von der Gasauslassöffnung zumindest eine weitere Öffnung, vorzugsweise eine Vielzahl von Perforationen, auf.
[0061] Auf diese Weise kann die Extremität noch besser mit dem in der Gasleitung transportierten Gas versorgt werden, insbesondere können jene Stellen der Extremität, die eine Wunde aufweisen, direkt belüftet werden. Ist die Extremität beispielsweise ein Fuß, kann die weitere Öffnung etwa auf Höhe des Knies vorgesehen sein. Somit umfasst die Gasleitung dann zumindest zwei Öffnungen (die Gasauslassöffnung und die weitere Öffnung), an denen ein Gas austreten kann.
[0062] Vorzugsweise wird in der Gasleitung trockene Luft, gasförmiges O2, CO», oder eine Mischung davon transportiert. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Gasleitung einen Keimfilter zum Filtern eines in der Gasleitung geführten Gases.
[0063] Dies sorgt für eine reduzierte Keimbelastung. Bei der Verwendung eines Keimfilters kann dann beispielsweise Umgebungsluft verwendet werden, um die Belüftung des Kompressionssystems zu ermöglichen. Somit steht eine breitere Auswahl an Gasen zur Verfügung, die in der Gasleitung geleitet werden können.
[0064] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Gasleitung ein Entfeuchtungsmittel zum Entfeuchten eines in der Gasleitung geführten Gases.
[0065] Ein trockenes Gas beschleunigt das Trocknen von Wundexsudat und kann wie oben beschrieben den Heilungsprozess fördern.
[0066] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht ein distales Ende der Innenlage aus einem elastischen Kunststoff.
[0067] Wird das Kompressionssystem beispielsweise für einen menschlichen Fuß verwendet, kann im Zehenbereich (also im distalen Bereich) ein für den Benutzer unangenehm spürbarer Druck auftreten. Ein solcher negativer Effekt kann verhindert werden, wenn die Innenlage dort aus einem elastischen Kunststoff besteht. Hierfür eignen sich beispielsweise die Kunststoffe Queo0201FX, LDPE, sowie eine Kombination der genannten Kunststoffe.
[0068] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Kompressionssystem eine Verstärkung auf, wobei die Verstärkung entweder im Falle einer einwandigen Innenlage in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems angeordnet ist, der die Innenlage mit der Außenschale verbindet, oder im Falle einer doppelwandigen Innenlage in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems angeordnet ist, der die innere Wandung mit der äußeren Wandung verbindet und damit einen Übergang zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung darstellt.
[0069] An dem proximalen Übergangs- bzw. Umschlagsbereich der Innenlage wird die Innenlage innerhalb des Zwischenraums mit dem Druck der Flüssigkeit und außerhalb des Zwischenraums (in anderen Worten: in proximaler Richtung) mit dem atmosphärischen Druck konfrontiert. Diese Druckdifferenz kann zu einer ungewollten Vorwölbung, einer ungewollten Ausbeulung und/oder zu einer Materialermüdung samt Leckage führen. Dies kann durch die beschriebene proximale Verstärkung verhindert werden.
[0070] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Flüssigkeitseinlass im Bereich der Außenschale angeordnet.
[0071] Der Flüssigkeitseinlass bildet eine Schwachstelle, die anfällig für Materialermüdung ist. Durch das Vorsehen des Flüssigkeitseinlasses im Bereich der Außenschale kann ein derartiger negativer Effekt vermieden werden.
[0072] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Kompressionssystem einen Sensor auf, der dazu ausgebildet ist, einen physikalischen und/oder chemischen Parameter zu messen und einen entsprechenden Messwert über ein drahtloses Signal auszugeben.
[0073] Die besagten physikalischen Parameter umfassen die Temperatur (eine erhöhte Temperatur kann ein Indiz für eine Infektion sein), die Feuchtigkeitsmenge (eine stark nässende Wunde kann die Heilung verzögern) und mechanische Eigenschaften der Wundumgebung (die Elastizität oder Spannung der Wundumgebung kann etwa Hinweise auf Gewebeänderungen geben).
[0074] Die besagten chemischen Parameter umfassen den pH-Wert (eine chronische Wunde ist oft alkalisch mit einem pH-Wert über 7), den Sauerstoffgehalt (ein niedriger Wert kann auf eine Infektion hinweisen), das Vorliegen von Laktat, das Vorliegen von Glukose im Wundexsudat und das Vorliegen von Entzündungsmarkern (zB IL-6, TNF-a).
[0075] Diese Parameter helfen, Infektionen zu erkennen und können die Wirksamkeit einer Therapie überwachen.
[90076] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Innenlage, gegebenenfalls vorzugsweise im Bereich der Verstärkung, ein Entlüftungsventil.
[0077] Das Entlüftungsventil dient dazu, überschüssige Luft aus dem Zwischenraum zu entfer-
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nen. Ein Luftpolster im Zwischenraum kann eine unregelmäßige Druckverteilung verursachen. Ein luftfreies Kompressionssystem ermöglicht einen flächigen, gut verteilten Druck.
[0078] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Außenschale an ihrer der Innenlage zugewandten Seite zumindest eine aufblasbare Luftkammer auf, wobei die Außenschale an ihrer der Innenlage zugewandten Seite vorzugsweise zwei aufblasbare Luftkammern aufweist, die jeweils an einer lateralen Seite des Kompressionssystems und an einer medialen Seite des Kompressionssystems angeordnet sind.
[0079] Derartige Luftkammern können bei außerordentlichen anatomischen Gegebenheiten wie Deformationen oder Achsabweichungen einen guten Sitz des Kompressionssystems ermöglichen.
[90080] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Außenschale zumindest eine Verstrebung auf, um eine longitudinale Formstabilität zu gewährleisten.
[0081] Dies dient einer besonders guten Formstabilität der Außenschale.
[0082] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Außenschale an ihrer der Innenlage zugewandten Seite zumindest ein Kühlelement, vorzugsweise ein thermoelektrisches Peltier-Element, auf.
[0083] Eine Kühlung kann zudem eine Schwellung reduzieren, da durch die verminderte Durchblutung weniger Flüssigkeit ins Gewebe austritt. Kühlung kann weiters Schmerz lindern, da die Reizweiterleitung in den Nervenfasern verlangsamt wird, was das Schmerzempfinden deutlich abschwächen kann. Vor allem bei hohen Umgebungstemperaturen kann eine kühlende Kompression die Lebensqualität eines Benutzers erhöhen.
[0084] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Flüssigkeitsleitung Mittel zur Temperaturregulierung auf, wobei die Mittel zur Temperaturregulierung vorzugsweise ein thermoelektrisches Peltier-Element und/oder einen Kältekreis umfassen.
[0085] Eine Kühlung kann eine Schwellung reduzieren, da durch die verminderte Durchblutung weniger Flüssigkeit ins Gewebe austritt. Kühlung kann weiters Schmerz lindern, da die Reizweiterleitung in den Nervenfasern verlangsamt wird, was das Schmerzempfinden deutlich abschwächen kann.
[90086] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Flüssigkeitsleitung Mittel zur Druckregulierung auf, wobei die Mittel zur Druckregulierung vorzugsweise eine steuerbare Kolbenpumpe umfassen.
[0087] Die Regulierung des Drucks innerhalb eines Kompressionssystems ist wichtig, weil sie es ermöglicht, die Durchblutung gezielt zu beeinflussen und dabei sowohl eine effektive Kompression als auch den Schutz des umliegenden Gewebes sicherzustellen. Ein zu starker Druck kann die Blutzufuhr behindern, was zu Gewebeschäden oder Schmerzen führen kann, während ein zu schwacher Druck möglicherweise nicht ausreicht, um eine Schwellung zu behandeln. Durch das Anpassen des Drucks kann die Therapie individuell auf den Zustand der Wunde, den Heilungsverlauf und die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden, sodass einerseits der gewünschte medizinische Effekt erzielt und andererseits Komplikationen wie Durchblutungsstörungen oder Druckstellen vermieden werden.
[0088] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Innenlage einen Flüssigkeitsauslass auf und das System umfasst ferner eine weitere Flüssigkeitsleitung, die mit dem Flüssigkeitsauslass verbindbar ist.
[90089] In dieser Ausführungsform kann eine Zirkulation der Flüssigkeit ermöglicht werden, die sich in dem Kompressionssystem befindet. Eine Zirkulation kann helfen, überschüssige Wärme abzuleiten oder gezielt therapeutische Kälte zu verteilen, was die Wirkung des Kompressionssystems zusätzlich verbessert.
[9090] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Kompressionssystem weiters ein saugfähiges, vorzugsweise medizinisch zugelassenes, Unterziehelement, wobei das Unterzieh-
element an der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage anordenbar ist.
[0091] Ein derartiges Unterziehelement kann beispielsweise ein Unterziehstrumpf sein, falls die Extremität ein menschlicher Fuß ist. Beispielsweise kann das Unterziehelement aus Frottee sein und atmungsaktiv sein.
[0092] Bei bekannten Kompressionssystemen besteht ein Problem darin, dass im von dem Kompressionssystem abgedeckten Bereich der Extremität die Haut nicht mehr atmen kann. Dadurch wird die Haut feucht, was die oben bereits erwähnten Probleme der Mazeration oder einer Pilzinfektion mit sich bringt. Durch die Verwendung eines saugfähigen Unterziehelements, beispielsweise eines grobstrukturierten, locker sitzenden Unterziehstrumpfs, kann dieses Problem der bekannten Kompressionssysteme vermieden werden.
[0093] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Unterziehelement einen Indikator auf, der dazu ausgebildet ist, eine Schwellenwertüberschreitung eines Umgebungsparameters, vorzugsweise eines Feuchtigkeitswerts, einer Temperatur oder einer Enzymkonzentration, durch eine optische Veränderung, vorzugsweise einen Farbumschlag, anzuzeigen.
[0094] Hierdurch können sowohl physikalische als auch chemische Parameter detektiert werden.
[0095] Derartige physikalische Parameter umfassen die Temperatur (eine erhöhte Temperatur kann ein Indiz für eine Infektion sein), die Feuchtigkeitsmenge (eine stark nässende Wunde kann die Heilung verzögern) und mechanische Eigenschaften der Wundumgebung (die Elastizität oder Spannung der Wundumgebung kann etwa Hinweise auf Gewebeänderungen geben).
[0096] Derartige chemische Parameter umfassen den pH-Wert (eine chronische Wunde ist oft alkalisch mit einem pH-Wert über 7), den Sauerstoffgehalt (ein niedriger Wert kann auf eine Infektion hinweisen), das Vorliegen von Laktat, das Vorliegen von Glukose im Wundexsudat und das Vorliegen von Entzündungsmarkern (zB IL-6, TNF-a).
[0097] Das Bestimmen dieser Parameter kann helfen, Infektionen, Durchblutungsstörungen oder eine gestörte Heilung zu erkennen. Die Parameter können weiters eine effektive Therapie überwachen. Außerdem können sie einen Hinweis darauf geben, ob und wann ein außertourlicher Verbandswechsel erforderlich ist.
[90098] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Kompressionssystem Mittel zur Inspektion des Indikators auf.
[0099] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Mittel zur Inspektion durch eine zumindest teilweise für sichtbares Licht transparente Außenschale gebildet.
[00100] Es ist besonders bevorzugt, wenn die Außenschale einen transparenten Streifen aufweist, um entlang der kompletten Länge des Kompressionssystem (gemessen von einer proximalen Stelle zu einer distalen Stelle des Kompressionssystems) den Indikator zu beobachten.
[00101] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Kit zur Verfügung gestellt, umfassend
a) eine formstabile Außenschale,
b) eine in die Außenschale einlegbare, doppelwandige Innenlage und
c) eine Flüssigkeitsleitung und einen Flüssigkeitsbehälter zum Bilden eines Kompressions-
systems nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Kompressionssystem die formstabile Außenschale, die der Extremität zugewandte flexible, flüssigkeitsdichte Innenlage, einen Zwischenraum, einen Flüssigkeitseinlass, die Flüssigkeitsleitung und den Flüssigkeitsbehälter umfasst, wobei der Zwischenraum über den Flüssigkeitseinlass mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitseinlass verbunden ist, wobei die Innenlage eine innere Wandung und eine äußere Wandung aufweist, der Zwischenraum von der inneren Wandung und der äußeren Wandung begrenzt ist und das Kompressionssystem im Bereich des Zwischenraums eine feste Verbindung zwischen der inneren Wandung und der äußeren Wandung aufweist.
[00102] Sämtliche im Kontext des Kompressionssystems besprochenen Vorteile lassen sich
auch auf das erfindungsgemäße Kit anwenden.
[00103] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Kit weiters einen höhenverstellbaren mobilen Ständer zum Befestigen des Flüssigkeitsbehälters, wobei der mobile Ständer vorzugsweise eine Skala aufweist, die dazu ausgebildet ist, eine relative Höhe des Flüssigkeitsbehälters in Bezug auf einen Referenzpunkt anzuzeigen.
[00104] Der Referenzpunkt der Skala ist in der Regel ein Untergrund. In anderen Worten kann anhand der Positionierung des Flüssigkeitsbehälters entlang der Skala abgelesen werden, welcher Druck (zB in cm Wassersäule oder mmHg oder bar) im Zwischenraum herrscht.
[00105] Der mobile Ständer ist vorzugsweise von 50 cm bis 250 cm, besonders bevorzugt von 100 cm bis 200 cm höhenverstellbar. In anderen Worten kann der Flüssigkeitsbehälter 9 in einer Höhe von von 50 cm bis 250 cm, vorzugsweise von 100 cm bis 200 cm, relativ zu dem Untergrund positioniert werden.
[00106] Der mobile Ständer kann beispielsweise Rollen aufweisen, damit er von einem Benutzer auf dem Untergrund geschoben werden kann, während der Benutzer sich fortbewegt.
[00107] Besonders bevorzugt umfasst der mobile Ständer weiters auch eine verstellbare Skala, die wie die oben beschriebene Skala ausgebildet ist, wobei der Referenzpunkt der verstellbaren Skala variabel ist. Ist die Extremität beispielsweise ein Fuß, so kann bei einer Hochlagerung des Fußes der Referenzpunkt der verstellbaren Skala auf die Position des hochgelagerten Fußes verstellt werden. Hierdurch wird der Effekt ausgeglichen, dass beim Hochlagern eines Fußes der Abstand der Extremität vom hydrostatischen Indifferenzpunkt verändert wird.
[00108] Alternativ dazu kann die erstgenannte Skala als verstellbare Skala ausgebildet sein, sodass nur eine Skala verwendet wird. KURZDARSTELLUNG DER ZEICHNUNGEN
[00109] Vorteilhafte und nicht einschränkende Ausführungsformen der in den Ansprüchen wiedergegebenen Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[00110] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit einer Flüssigkeitsleitung.
[00111] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit zwei Flüssigkeitsleitungen.
[00112] Fig. 3 zeigt einen schematischen Abschnitt eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit punktförmigen und linienförmigen festen Verbindungen.
[00113] Fig. 4a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage und einer direkten festen Verbindung.
[00114] Fig. 4b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage.
[00115] Fig. ba zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage und einer direkten festen Verbindung.
[00116] Fig. 5b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage.
[00117] Fig. 6a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage und einem Verbindungselement als feste Verbindung.
[00118] Fig. 6b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage.
[00119] Fig. 7a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage und einem Verbindungselement als feste Verbindung.
[00120] Fig. 7b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage.
[00121] Fig. 8a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage, einer direkten festen Verbindung und einer Verstärkung.
[00122] Fig. 8b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage und einer Verstärkung.
[00123] Fig. 9a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage, einer direkten festen Verbindung und einer Verstärkung.
[00124] Fig. 9b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage und einer Verstärkung.
[00125] Fig. 10a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage, einer direkten festen Verbindung und einer Verstärkung.
[00126] Fig. 10b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage und einer Verstärkung.
[00127] Fig. 11a zeigt einen Querschnitt eines Abschnittes eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit einer direkten festen Verbindung sowie deren Verformung unter Einwirkung einer Kraft.
[00128] Fig. 11b zeigt einen Querschnitt eines Abschnittes eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit einem Verbindungselement als feste Verbindung sowie deren Verformung unter Einwirkung einer Kraft.
[00129] Fig. 12 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems für einen menschlichen Fuß, wobei das Kompressionssystem eine Gasleitung umfasst.
[00130] Fig. 13 zeigt ein Kompressionssystem mit einem höhenverstellbaren mobilen Ständer.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[00131] Es wird nun im Detail auf Ausführungsformen verwiesen, von denen Beispiele in den beigefügten Figuren dargestellt sind. Die Wirkungen und Merkmale der Ausführungsbeispiele sowie deren Ausführungsverfahren werden unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente, und redundante Beschreibungen werden weggelassen. Die vorliegende Erfindung kann jedoch in mehreren verschiedenen Formen ausgebildet werden und ist nicht als auf die hier dargestellten Ausführungsformen beschränkt zu verstehen. Vielmehr sind diese Ausführungsformen als Beispiele vorgesehen, damit diese Offenbarung gründlich und vollständig ist und dem Fachmann die Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung vollständig vermittelt. Verfahren, Elemente und Techniken, die für den Fachmann zum vollständigen Verständnis der Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung nicht notwendig sind, werden nicht beschrieben. In den Figuren können die relativen Größen von Elementen, Schichten und Bereichen zur Verdeutlichung übertrieben dargestellt sein. Die nachstehend beschriebenen Ausführungsformen sind lediglich veranschaulichend für die Prinzipien der vorliegenden Erfindung. Es versteht sich, dass Änderungen und Abweichungen der Anordnungen und der hierin beschriebenen Details für andere Fachpersonen ersichtlich sind. Es ist daher beabsichtigt, sich nur auf den Umfang der anstehenden Patentansprüche zu beschränken und nicht auf die spezifischen Details, die zur Beschreibung und Erläuterung der Ausführungsformen hierin enthalten sind.
[00132] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems 1 für einen menschlichen Fuß (strichpunktierte Linie). Das Kompressionssystem 1 umfasst eine formstabile Außenschale 2, eine dem Fuß zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage 3, einen Zwischenraum 4 und einen Flüssigkeitseinlass 5. Der
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Zwischenraum 4 ist über den Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar. In der dargestellten Ausführungsform ist die Innenlage 3 einwandig ausgebildet. Das bedeutet, der Zwischenraum 4 ist von der Außenschale 2 und der Innenlage 3 begrenzt. Erfindungsgemäß sind im Bereich des Zwischenraums 4 feste Verbindungen 6 zwischen der Innenlage 3 und der Außenschale 2 vorgesehen. Durch die erfindungsgemäßen festen Verbindungen 6 wird das Kompressionssystem 1 stabilisiert, da ein Verrutschen der Innenlage 3 relativ zur Außenschale 2 stark reduziert wird.
[00133] Die Außenschale 2 dieser Ausführungsform ist aus einem semirigidem Stützverbandmaterial gefertigt, die Innenlage 3 besteht aus dünnem PE-LD. Die Dicke der Außenschale 2 beträgt etwa 0,2 mm bis 5 mm, vorzugsweise 0,4 mm bis 4 mm. Die Dicke der Innenlage 3 beträgt etwa 0,03 mm bis 0,2 mm, vorzugsweise 0,05 mm bis 0,1 mm.
[00134] In Fig. 1 sind schematisch fünf feste Verbindungen 6 eingezeichnet, die sich an unregelmäßigen Positionen entlang des Zwischenraums 4 befinden. Es ist jedoch auch möglich, dass bei einem Kompressionssystem 1 eine, zwei, drei, vier, oder mehr als fünf feste Verbindungen 6 vorgesehen werden. Zudem ist es möglich, dass die festen Verbindungen 6 an regelmäßigen Positionen entlang des Zwischenraums 4 positioniert sind.
[00135] Unregelmäßig platzierte feste Verbindungen 6 haben den Vorteil, dass sie unter Berücksichtigung der anatomischen Bedingungen der Extremität platziert werden können, was die Effizienz der festen Verbindungen 6 sowie den Tragekomfort des Kompressionssystems 1 erhöhen kann. Regelmäßig platzierte feste Verbindungen 6 haben den Vorteil, dass die Herstellung des Kompressionssystems 1 vereinfacht wird.
[00136] Erfindungsgemäß wird eine Flüssigkeit, die sich in einem Flüssigkeitsbehälter 9 befindet, über eine Flüssigkeitsleitung 10 eine Flüssigkeit derart in den Zwischenraum 4 geleitet, dass die Flüssigkeit im Zwischenraum 4 einen hohen hydrostatischen Druck, beispielsweise bis zu 70 mmHg (0,0933 bar), vorzugsweise bis zu 100 mmHg (0,133 bar), besonders bevorzugt bis zu 150 mmHg (0,200 bar) aufweist. Der Flüssigkeitsbehälter 9 ist relativ zum Zwischenraum 4 des Kompressionssystems 1 entgegen einer Schwerkraftrichtung beabstandet angeordnet. Somit herrscht im Zwischenraum 4 des Kompressionssystems 1 ein hydrostatischer Druck. Je nach relativer Anordnung des Zwischenraums 4 und des Flüssigkeitsbehälters 9 kann ein anderer Druck erreicht werden. Die Druckhöhe orientiert sich am sogenannten hydrostatischen Indifferenzpunkt des Benutzers, welcher bei einem Menschen knapp unterhalb des Herzens gelegen ist. Somit wird kontinuierlich, je nach Körperposition und Haltung des Benutzers, durch die hydrostatische Flüssigkeitssäule der optimale Kompressionsdruck appliziert (Pascal‘sches Gesetz).
[00137] Das Kompressionssystem kann weiters einen (der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellten) höhenverstellbaren mobilen Ständer 18 zum Befestigen des Flüssigkeitsbehälters 9 umfassen, wobei der mobile Ständer auch eine Skala 19 aufweist, die dazu ausgebildet ist, eine relative Höhe des Flüssigkeitsbehälters 9 in Bezug auf einen Referenzpunkt anzuzeigen. Der mobile Ständer 18 und die Skala 19 werden weiter unten in Bezug auf Fig. 13 detailliert beschrieben.
[00138] In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform sind vier feste Verbindungen 6 punktförmig, eine feste Verbindung 6 ist linienförmig ausgebildet. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn die linienförmige feste Verbindung 6 entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet ist, da sich der Zwischenraum 4 im Falle einer geschlossenen Linie (oder einer offenen Linie mit zumindest einer Schleife) in zumindest zwei separate Bereiche teilt. Wenn die feste Verbindung 6 entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet ist, umfasst das Kompressionssystem 1 einen einzigen zusammenhängenden Zwischenraum 4, der über einen einzigen Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar ist.
[00139] Die festen Verbindungen 6 in Fig. 1 sind Schweißstellen und somit als direkte feste Verbindungen 6 ausgeführt. Es wäre auch möglich, diese direkten festen Verbindungen 6 als Klebestellen auszuführen. Ausführungsformen des Kompressionssystems 1 mit Verbindungselementen als feste Verbindung 6 werden im Kontext der Figs. 6a bis 7b genauer beschrieben.
[00140] Das Kompressionssystem 1, genauer gesagt die Innenlage 3 bedeckt die als Fuß dargestellte Extremität vollflächig. In anderen Worten reicht das Kompressionssystem 1 ausgehend von einer proximalen Stelle der Extremität (hier: der Oberschenkel) bis hin zur am weitest entfernten distalen Stelle der Extremität (hier: Zehen) und bedeckt diese distale Stelle ebenfalls. Besonders bevorzugt werden in der gezeigten Ausführungsform auch die Zwischenräume zwischen den Zehen des Fußes von der Innenlage bedeckt.
[00141] Hierdurch werden Staueffekte vermieden: wenn das Kompressionssystem 1 nicht bis zum distalen Ende der Extremität reicht, kann sich dort Flüssigkeit (Blut, Lymphe) stauen, was zu peripheren Ödemen oder Schwellungen führen kann.
[00142] Das Kompressionssystem 1 der Fig. 1 weist eine Verstärkung 7 auf, die in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems 1 angeordnet ist, der die Innenlage 3 mit der Außenschale 2 verbindet. An dem proximalen Bereich der Innenlage 3 wird die Innenlage 3 innerhalb des Zwischenraums 4 mit dem Druck der Flüssigkeit und außerhalb des Zwischenraums 4 (in anderen Worten: in proximaler Richtung) mit dem atmosphärischen Druck konfrontiert. Diese Druckdifferenz kann zu einer ungewollten Vorwölbung, einer ungewollten Ausbeulung und/oder zu einer Materialermüdung samt Leckage führen. Dies kann durch die beschriebene proximal angeordnete Verstärkung 7 verhindert werden.
[00143] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Verstärkung 7 der dargestellten Ausführungsform rings um die Extremität verläuft und dass die Verstärkung 7 zur besseren Sichtbarkeit in Fig. 1 überzeichnet dargestellt ist.
[00144] Ferner ist im Bereich der Außenschale 2 der Flüssigkeitseinlass 5 angeordnet. Durch das Vorsehen des Flüssigkeitseinlasses 5 im Bereich der Außenschale 2 kann eine Materialermüdung vermieden werden.
[00145] Das Kompressionssystem 1 weist ferner einen (der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellten) Sensor auf, der dazu ausgebildet ist, einen physikalischen und/oder chemischen Parameter zu messen und einen entsprechenden Messwert über ein drahtloses Signal auszugeben. Dies kann helfen, Infektionen zu erkennen und können die Wirksamkeit einer Therapie überwachen.
[00146] Weiters umfasst das Kompressionssystem 1 ein (ebenfalls nicht dargestelltes) Entlüftungsventil. Das Entlüftungsventil dient dazu, überschüssiges Gas aus dem Zwischenraum 4 zu entfernen. Ein Luftpolster im Zwischenraum 4 kann eine unregelmäßige Druckverteilung durch fehlende Graduierung verursachen. Ein luftfreies Kompressionssystem 1 ermöglicht einen flächigen, gut verteilten Druck.
[00147] Die Außenschale 2 weist eine Verstrebung auf, um eine longitudinale Formstabilität zu gewährleisten. Aufgrund der gewählten Darstellung als Schnittzeichnung ist die besagte Verstrebung in Fig. 1 jedoch nicht dargestellt.
[00148] Zudem weist die Außenschale 2 an ihrer der Innenlage 3 zugewandten Seite ein Kühlelement 8, nämlich ein thermoelektrisches Peltier-Element, auf. Die Position des Kühlelements 8 ist im Wesentlichen frei wählbar und nicht auf die in Fig. 1 dargestellte Position beschränkt.
[00149] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems 1, umfassend eine formstabile Außenschale 2, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage 3, einen Zwischenraum 4, einen Flüssigkeitsbehälter 9 und eine Flüssigkeitsleitung 10, bereitgestellt wird. Die Flüssigkeitsleitung 10 ist an einem Ende mit dem Flüssigkeitsbehälter 9 verbunden und mit dem anderen Ende mit dem Flüssigkeitseinlass 5 des Kompressionssystems 1 verbunden. Zudem kann die Flüssigkeitsleitung 10 ein Rückschlagventil aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Absperrventil vorgesehen sein. Der Zwischenraum 4 ist über den Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar.
[00150] Die Innenlage 3 dieser Ausführungsform ist doppelwandig ausgebildet und umfasst eine innere Wandung 3a und eine äußere Wandung 3b (die innere Wandung 3a und die äußere Wan-
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dung 3b sind aufgrund des gewählten Maßstabs in Fig. 2 nicht detailliert eingezeichnet, für eine schematische Darstellung der inneren Wandung 3a und der äußeren Wandung 3b wird auf die Figs. 5a, 5b, 7a und 7b verwiesen). Der Zwischenraum 4 ist hier von der inneren Wandung 3a und der äußeren Wandung 3b begrenzt.
[00151] Das Kompressionssystem 1 weist im Bereich des Zwischenraums 4 fünf feste Verbindungen 6 zwischen der inneren Wandung 3a und der äußeren Wandung 3b auf. Es ist jedoch auch möglich, dass bei einem Kompressionssystem 1 eine, zwei, drei, vier, oder mehr als fünf feste Verbindungen 6 vorgesehen werden. Zudem ist es möglich, dass die festen Verbindungen 6 an regelmäßigen Positionen entlang des Zwischenraums 4 positioniert sind.
[00152] In der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform sind vier feste Verbindungen 6 punktförmig, eine feste Verbindung 6 ist linienförmig ausgebildet. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn die linienförmige feste Verbindung 6 entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet ist, da sich der Zwischenraum 4 im Falle einer geschlossenen Linie (oder einer offenen Linie mit zumindest einer Schleife) in zumindest zwei separate Bereiche teilt. Wenn die feste Verbindung 6 entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet ist, umfasst das Kompressionssystem 1 einen einzigen zusammenhängenden Zwischenraum 4, der über einen einzigen Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar ist.
[00153] Die festen Verbindungen 6 in Fig. 2 sind Schweißstellen und somit als direkte feste Verbindungen 6 ausgeführt. Es wäre auch möglich, diese direkten festen Verbindungen 6 als Klebestellen auszuführen. Ausführungsformen des Kompressionssystems 1 mit Verbindungselementen werden im Kontext der Figs. 6a bis 7b beschrieben.
[00154] Das Kompressionssystem 1 bedeckt die als Fuß dargestellte Extremität vollflächig. In anderen Worten reicht das Kompressionssystem 1 ausgehend von einer proximalen Stelle der Extremität (hier: der Oberschenkel) bis hin zur am weitest entfernten distalen Stelle der Extremität (hier: Zehen) und bedeckt diese distale Stelle ebenfalls. Hierdurch können Staueffekte vermieden werden: wenn das Kompressionssystem 1 nicht bis zum distalen Ende der Extremität reicht, kann sich dort Flüssigkeit (Blut, Lymphe) stauen, was zu peripheren Ödemen oder Schwellungen führen kann. Besonders bevorzugt werden in der gezeigten Ausführungsform auch die Zwischenräume zwischen den Zehen des Fußes von der Innenlage bedeckt.
[00155] Beim in Fig. 2 gezeigten System umfasst die Innenlage 3 einen Flüssigkeitsauslass 11 und eine weitere Flüssigkeitsleitung 12, die mit dem Flüssigkeitsauslass 11 verbunden ist. Mit der Flüssigkeitsleitung 10 und der weiteren Flüssigkeitsleitung 12 kann eine Zirkulation der Flüssigkeit bewirkt werden. Eine Zirkulation kann helfen, überschüssige Wärme abzuleiten oder gezielt therapeutische Kälte zu verteilen, was die Wirkung des Kompressionssystems 1 zusätzlich verbessert.
[00156] Dies ist besonders vorteilhaft, wenn das Kompressionssystem 1 weiters Mittel zur Temperaturregulierung aufweist, wobei die Mittel zur Temperaturregulierung vorzugsweise ein thermoelektrisches Peltier-Element und/oder einen Kältekreis umfassen. Somit kann die zirkulierende Flüssigkeit stetig gekühlt werden.
[00157] Das Kompressionssystem 1 kann weiters in der Flüssigkeitsleitung 10 Mittel zur Druckregulierung aufweisen, wobei die Mittel zur Druckregulierung vorzugsweise eine steuerbare Kolbenpumpe umfassen.
[00158] Das in Fig. 2 gezeigte Kompressionssystem 1 umfasst weiters ein saugfähiges, vorzugsweise medizinisch zugelassenes, Unterziehelement. Dieses Unterziehelement ist an der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage 3 angeordnet. In anderen Worten ist das Unterziehelement in der dargestellten Ausführungsform ein Unterziehstrumpf, der sich zwischen der Extremität und der Innenlage 3 befindet. Durch die Verwendung eines saugfähigen Unterziehelements, beispielsweise eines grobstrukturierten, locker sitzenden Unterziehstrumpfes, kann ein zu feuchter Zustand der Extremität (also zB Komplikationen wie Mazeration oder Pilzinfektionen) verhindert werden.
[00159] Derartige Komplikationen können mit der gezeigten Ausführungsform aber auch effizient 14131
erkannt werden: das Unterziehelement weist einen (in Fig. 2 nicht dargestellten) Indikator auf, der dazu ausgebildet ist, eine Schwellenwertüberschreitung eines Umgebungsparameters, etwa eines Feuchtigkeitswerts, einer Temperatur oder einer Enzymkonzentration, durch eine optische Veränderung, vorzugsweise einen Farbumschlag, anzuzeigen.
[00160] Um den Indikator und dessen optische Veränderung beobachten zu können, ist die Innenlage 3 für sichtbares Licht transparent ausgebildet und die Außenschale 2 abschnittsweise für sichtbares Licht transparent ausgebildet. Das Kompressionssystem weist also Mittel zur Inspektion 13 des Indikators auf, die durch die abschnittsweise transparente Außenschale 2 gebildet sind. Diese Mittel zur Inspektion 13 sind in Fig. 2 stark überzeichnet als transparenter Abschnitt der Außenschale 2 dargestellt.
[00161] Fig. 3 zeigt einen schematischen Abschnitt eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems mit punktförmigen und linienförmigen festen Verbindungen.
[00162] Die in Fig. 3 dargestellte Abbildung zeigt eine Frontalansicht einer Innenlage 3. In anderen Worten zeigt Fig. 3 die Innenlage 3 eines Kompressionssystems 1 in einer Blickrichtung, die von der Extremität ausgeht und radial nach außen in Richtung der Außenschale 2 verläuft. Die untere, strichpunktierte Linie des rechteckigen Ausschnitts soll andeuten, dass hier lediglich ein oberer Teil des Kompressionssystems gezeigt wird.
[00163] In Fig. 3 ist nicht explizit erkennbar, ob die Innenlage 3 einwandig oder doppelwandig ausgeführt ist. Beide Optionen werden nachfolgend im Kontext der Figs. 4a bis 7b erläutert.
[00164] Der dargestellte Abschnitt eines Kompressionssystems 1 weist mehrere feste Verbindungen 6 auf, die entweder eine einwandige Innenlage 3 mit der Außenschale 2 verbinden oder eine innere Wandung 3a mit einer äußeren Wandung 3b verbinden. Zur besseren Übersichtlichkeit sind nicht alle festen Verbindungen 6 mit Bezugszeichen versehen.
[00165] Der gezeigte Abschnitt des Kompressionssystems 1 weist sieben punktförmige feste Verbindungen 6 und zwei feste Verbindungen 6, die entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet sind, auf. Somit umfasst das Kompressionssystem 1 nur einen einzigen Zwischenraum 4, der über einen Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar ist.
[00166] Bei den gezeigten festen Verbindungen 6 kann es sich sowohl um direkte Verbindungen als auch um Verbindungselemente handeln (dies kann basierend auf der schematischen Frontalansicht in Fig. 3 nicht erkannt werden). Diese Optionen werden aber ebenfalls nachfolgend im Kontext der Figs. 4a bis 7b erläutert.
[00167] Fig. 4a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3 und einer direkten festen Verbindung 6.
[00168] Der dargestellte Abschnitt eines Kompressionssystems 1 dient lediglich dazu, die unterschiedlichen Arten der festen Verbindung 6 zu visualisieren und soll nicht einschränkend für ein „komplettes“ Kompressionssystem 1 verstanden werden.
[00169] Der gezeigte Querschnitt weist eine Außenschale 2 (schraffiertes Element), eine Innenlage 3 (dünne, durchgezogene Linie) sowie einen Flüssigkeitseinlass 5 auf. Zwischen der Innenlage 3 und der Außenschale 2 wird ein Zwischenraum 4 definiert. Zur besseren Übersichtlichkeit weist zwar Fig. 4a alle zum Verständnis erforderlichen Bezugszeichen auf, die besagten Elemente sind in den Figs. 4b bis 7b in konsistenter Art und Weise eingezeichnet, sodass dort auf Bezugszeichen weitestgehend verzichtet werden kann.
[00170] Im dargestellten Querschnitt ist die feste Verbindung 6 als direkte Verbindung erkennbar, etwa als Schweißstelle oder als Klebestelle. Obwohl bei der „R“-förmigen Kontur der Eindruck entstehen könnte, dass es sich um zwei getrennte Zwischenräume 4 handle, sei an dieser Stelle auf die Linie A-A in Fig. 3 hingewiesen, anhand der erkennbar ist, dass diese feste Verbindung den Zwischenraum 4 nicht teilt.
[00171] Fig. 4b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3.
[00172] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener Ausführungsform der Fig. 4a, wobei lediglich ein anderer Querschnitt der Fig. 3 gezeigt wird, nämlich jener Querschnitt entlang der Linie B-B.
[00173] Das schraffiert gezeichnete Element stellt die Außenschale 2 dar, das mit einer dünnen durchgezogenen Linie eingezeichnete Element stellt die Innenlage 3 dar. Für die entsprechenden Bezugszeichen wird auf Fig. 4a verwiesen.
[00174] Fig. 5a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3 und einer direkten festen Verbindung 6.
[00175] In dieser Ausführungsform ist die doppelwandige Innenlage 3 besonders gut erkennbar. Die doppelwandige Innenlage 3 weist eine innere Wandung 3a und eine äußere Wandung 3b auf. In der gezeigten Orientierung würde sich die Extremität rechts von Fig. 5a befinden, sodass die linke Wandung die äußere Wandung 3b darstellt und die rechte Wandung die innere Wandung 3a darstellt.
[00176] Im dargestellten Querschnitt ist die feste Verbindung 6 als direkte Verbindung erkennbar, etwa als Schweißstelle oder als Klebestelle. Obwohl bei der „R“-förmigen Kontur der Eindruck entstehen könnte, dass es sich um zwei getrennte Zwischenräume handelt, sei an dieser Stelle auf die Linie A-A in Fig. 3 hingewiesen, anhand der erkennbar ist, dass diese feste Verbindung den Zwischenraum 4 nicht teilt.
[00177] Fig. 5b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3.
[00178] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener Ausführungsform der Fig. 5a, wobei lediglich ein anderer Querschnitt der Fig. 3 gezeigt wird, nämlich jener Querschnitt entlang der Linie B-B.
[00179] Das schraffiert gezeichnete Element stellt die Außenschale 2 dar, das mit einer dünnen durchgezogenen Linie eingezeichnete Element stellt die Innenlage 3 dar. Für die entsprechenden Bezugszeichen wird auf Fig. 4a und 5a verwiesen.
[00180] Fig. 6a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3 und einem Verbindungselement als feste Verbindung 6.
[00181] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener aus Fig. 4a, wobei hier die feste Verbindung 6 als Verbindungselement ausgeführt ist. Das Verbindungselement ist in dieser Ausführungsform ein zylinderförmiges Objekt. Das Verbindungselement ist formstabil, aber nicht starr. Vorzugsweise ist es leicht elastisch ausgebildet, um sich etwa an die Konturen der Extremität anzupassen (siehe hiezu Figs. 11a und 11b).
[00182] Fig. 6b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage.
[00183] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener Ausführungsform der Fig. 6a, wobei lediglich ein anderer Querschnitt der Fig. 3 gezeigt wird, nämlich jener Querschnitt entlang der Linie B-B.
[00184] Das schraffiert gezeichnete Element stellt die Außenschale 2 dar, das mit einer dünnen durchgezogenen Linie eingezeichnete Element stellt die Innenlage 3 dar. Für die entsprechenden Bezugszeichen wird auf Fig. 4a verwiesen.
[00185] Fig. 7a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3 und einem Verbindungselement als feste Verbindung 6.
[00186] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener aus Fig. 5a, wobei hier die feste Verbindung 6 als Verbindungselement ausgeführt ist. Das Verbindungselement ist in dieser Ausführungsform ein zylinderförmiges Objekt. Das Verbindungselement ist formstabil, aber nicht starr. Vorzugsweise ist es leicht elastisch ausgebildet, um sich etwa an die Konturen der Extremität anzupassen (siehe Figs. 11a und 11b).
[00187] Fig. 7b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3.
[00188] Diese Ausführungsform entspricht im Wesentlichen jener Ausführungsform der Fig. 7a, wobei lediglich ein anderer Querschnitt der Fig. 3 gezeigt wird, nämlich jener Querschnitt entlang der Linie B-B.
[00189] Das schraffiert gezeichnete Element stellt die Außenschale 2 dar, das mit einer dünnen durchgezogenen Linie eingezeichnete Element stellt die Innenlage 3 dar. Für die entsprechenden Bezugszeichen wird auf Fig. 4a verwiesen.
[00190] Fig. 8a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3, einer direkten festen Verbindung 6 und einer Verstärkung 7.
[00191] Diese Ausführungsform ähnelt jener Ausführungsform aus Fig. 4a, sodass im Folgenden nur jene Merkmale beschrieben werden, in denen sie sich von der Ausführungsform aus Fig. 4a unterscheidet.
[00192] Der dargestellte Abschnitt des Kompressionssystems 1 weist eine Verstärkung 7 auf, die In jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems 1 angeordnet ist, der die Innenlage 3 mit der Außenschale 2 verbindet. An dem proximalen Bereich der Innenlage 3 wird die Innenlage 3 innerhalb des Zwischenraums 4 mit dem Druck der Flüssigkeit und außerhalb des Zwischenraums 4 (in anderen Worten: in proximaler Richtung) mit dem atmosphärischen Druck konfrontiert. Diese Druckdifferenz kann zu einer ungewollten Vorwölbung, einer ungewollten Ausbeulung und/oder zu einer Materialermüdung samt Leckage führen. Dies kann durch die beschriebene proximale Verstärkung 7 verhindert werden.
[00193] Die Verstärkung 7 ist in der gezeigten Ausführungsform als Verstärkung 7 der Innenlage 3 ausgebildet.
[00194] Weiters ist der Flüssigkeitseinlass 5 im Bereich der Außenschale 2 angeordnet. Der Flüssigkeitseinlass 5 bildet entlang der Innenlage 3 eine Schwachstelle, die anfällig für Materialermüdung ist. Durch das Vorsehen des Flüssigkeitseinlasses 5 im Bereich der Außenschale 2 kann ein derartiger negativer Effekt vermieden werden.
[00195] Fig. 8b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3 und einer Verstärkung 7.
[00196] Da hier im Wesentlichen dieselbe Ausführungsform gezeigt wird wie in Fig. 8a, wird auf die Beschreibung von Fig. 8a verwiesen.
[00197] Fig. 9a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer einwandigen Innenlage 3, einer direkten festen Verbindung 6 und einer Verstärkung 7.
[00198] Der dargestellte Abschnitt des Kompressionssystems 1 weist eine Verstärkung 7 auf, die In jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems 1 angeordnet ist, der die Innenlage 3 mit der Außenschale 2 verbindet. An dem proximalen Bereich der Innenlage 3 wird die Innenlage 3 innerhalb des Zwischenraums 4 mit dem Druck der Flüssigkeit und außerhalb des Zwischenraums 4 (in anderen Worten: in proximaler Richtung) mit dem atmosphärischen Druck konfrontiert. Diese Druckdifferenz kann zu einer ungewollten Vorwölbung, einer ungewollten Ausbeulung und/oder zu einer Materialermüdung samt Leckage führen. Dies kann durch die beschriebene proximale Verstärkung 7 verhindert werden.
[00199] Die Verstärkung 7 ist in der gezeigten Ausführungsform als Verstärkung 7 der Außenschale 2 ausgebildet.
[00200] Weiters ist der Flüssigkeitseinlass 5 im Bereich der Außenschale 2 angeordnet. Der Flüssigkeitseinlass 5 bildet entlang der Innenlage 3 eine Schwachstelle, die anfällig für Materialermüdung ist. Durch das Vorsehen des Flüssigkeitseinlasses 5 im Bereich der Außenschale 2 kann ein derartiger negativer Effekt vermieden werden.
[00201] Fig. 9b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer einwandigen
17731
Innenlage 3 und einer Verstärkung 7.
[00202] Da hier im Wesentlichen dieselbe Ausführungsform gezeigt wird wie in Fig. 9a, wird auf die Beschreibung von Fig. 9a verwiesen.
[00203] Fig. 10a zeigt einen Querschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3, einer direkten festen Verbindung 6 und einer Verstärkung 7.
[00204] Der dargestellte Abschnitt des Kompressionssystems 1 weist eine Verstärkung 7 auf, die in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems 1 angeordnet ist, der die innere Wandung 3a mit der äußeren Wandung 3b verbindet. An dem proximalen Bereich der Innenlage 3 wird die Innenlage 3 innerhalb des Zwischenraums 4 mit dem Druck der Flüssigkeit und außerhalb des Zwischenraums 4 (in anderen Worten: in proximaler Richtung) mit dem atmosphärischen Druck konfrontiert. Diese Druckdifferenz kann zu einer ungewollten Vorwölbung, einer ungewollten Ausbeulung und/oder zu einer Materialermüdung samt Leckage führen. Dies kann durch die beschriebene proximale Verstärkung 7 verhindert werden.
[00205] Die Verstärkung 7 ist in der gezeigten Ausführungsform als Verstärkung 7 der Innenlage 3 ausgebildet.
[00206] Weiters ist der Flüssigkeitseinlass 5 im Bereich der Außenschale 2 angeordnet. Der Flüssigkeitseinlass 5 bildet entlang der Innenlage 3 eine Schwachstelle, die anfällig für Materialermüdung ist. Durch das Vorsehen des Flüssigkeitseinlasses 5 im Bereich der Außenschale 2 kann ein derartiger negativer Effekt vermieden werden.
[00207] Fig. 10b zeigt einen Querschnitt entlang der Linie B-B aus Fig. 3 mit einer doppelwandigen Innenlage 3 und einer Verstärkung 7.
[00208] Da hier im Wesentlichen dieselbe Ausführungsform gezeigt wird wie in Fig. 10a, wird auf die Beschreibung von Fig. 10a verwiesen.
[00209] Fig. 11a zeigt einen Querschnitt eines Abschnittes eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems 1 mit einer direkten festen Verbindung 6 sowie deren Verformung unter Einwirkung einer Kraft.
[00210] Das Kompressionssystem 1 umfasst eine formstabile Außenschale 2, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage 3, einen Zwischenraum 4 und einen Flüssigkeitseinlass 5, wobei der Zwischenraum 4 über den Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar ist. In dieser Ausführungsform ist die Innenlage 3 einwandig ausgebildet. Der Zwischenraum 4 ist von der Außenschale 2 und der Innenlage 3 begrenzt und das Kompressionssystem 1 weist im Bereich des Zwischenraums 4 eine feste Verbindung 6 zwischen der Innenlage 3 und der Außenschale 2 auf.
[00211] Der linke Teil von Fig. 11a zeigt die Kontur der Innenlage 3, ohne dass eine Extremität an ihr anliegt. Da im Zwischenraum 4 ein (gegenüber dem Umgebungsdruck) hoher Druck herrscht, wölbt sich die Innenlage 3 in der dargestellten Orientierung im Wesentlichen kugelförmig nach rechts aus.
[00212] Wird das Kompressionssystem 1 an eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers angelegt (hier: ein menschlicher Fuß), wird auf die Innenlage 3 eine Kraft ausgeübt (in der gezeigten Orientierung: eine nach links wirkende Kraft). Dies sorgt dafür, dass sich die Innenlage 3 verformt und im Wesentlichen nahtlos an die Kontur der Extremität anpasst, was in Fig. 11a stark überzeichnet dargestellt ist. Dank der überzeichneten Darstellung ist jedoch erkennbar, dass sich die Innenlage 3 in jenem mit einem Pfeil gekennzeichneten Bereich zumindest linienweise kontaktiert.
[00213] Fig. 11b zeigt einen Querschnitt eines Abschnittes eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems 1 mit einem Verbindungselement als feste Verbindung 6 sowie dessen Verformung unter Einwirkung einer Kraft.
[00214] Hier wird eine ähnliche stark überzeichnete Ausführungsform dargestellt wie in Fig. 11a, mit dem Unterschied, dass die in Fig. 11b gezeigte Ausführungsform eine feste Verbindung 6 in
Form eines Verbindungselements aufweist.
[00215] Das Verbindungselement ist im Wesentlichen zylinderförmig ausgebildet. Zudem ist das Verbindungselement nicht starr ausgebildet, sondern kann sich trotz einer Formstabilität leicht verformen, sobald eine Kraft ausgeübt wird. Im rechten Teil von Fig. 11b wird dies dadurch visualisiert, dass sich das Verbindungselement leicht in horizontaler Richtung dehnt, wenn eine Extremität eine Kraft auf das Kompressionssystem 1 ausübt.
[00216] Fig. 12 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kompressionssystems 1 für einen menschlichen Fuß, wobei das Kompressionssystem 1 eine Gasleitung 14 umfasst.
[00217] Das gezeigte Kompressionssystem 1 umfasst eine formstabile Außenschale 2, eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage 3, einen Zwischenraum 4 und einen (aufgrund des gewählten Ausschnittes nicht dargestellten) Flüssigkeitseinlass 5, wobei der Zwischenraum 4 über den Flüssigkeitseinlass 5 mit einer Flüssigkeit befüllbar ist. Das Kompressionssystem umfasst weiters eine Flüssigkeitsleitung 10 sowie einen Flüssigkeitsbehälter 9, die ebenfalls aufgrund des dargestellten Bildausschnittes nicht sichtbar sind. In dieser Ausführungsform ist die Innenlage 3 einwandig ausgebildet. Der Zwischenraum 4 ist von der Außenschale 2 und der Innenlage 3 begrenzt und das Kompressionssystem 1 weist im Bereich des Zwischenraums 4 zumindest eine feste Verbindung 6 zwischen der Innenlage 3 und der Außenschale 2 auf.
[00218] In der in Fig. 12 gezeigten Ausführungsform sind drei feste Verbindungen 6 gezeigt, die punktförmig ausgebildet sind. Da die Größenordnungen der Fig. 12 stark überzeichnet sind, um die jeweiligen Grenzflächen der Außenschale 2, Innenlage 3 und der Extremität (gestrichelt) deutlich erkennbar zu machen, sind die festen Verbindungen 6 als Verbindungselement eingezeichnet. Es kann sich bei dieser Ausführungsform jedoch ohne weiteres auch um direkte feste Verbindungen 6 handeln.
[00219] Im Wesentlichen ähnelt diese Ausführungsform jenem Kompressionssystem, der in Fig. 1 gezeigt ist, sodass an dieser Stelle auf die Beschreibung der Fig. 1 verwiesen wird. Im Folgenden werden nur jene Merkmale beschrieben, die in der Ausführungsform der Fig. 1 nicht realisiert sind oder in denen sich diese Ausführungsform von der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform unterscheidet.
[00220] Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass die Darstellung des Kompressionssystems 1 in Fig. 12 (nur) einen distalen Teil des Kompressionssystems 1 zeigt, das proximale Ende des Kompressionssystems 1 (an dessen Bereich beispielsweise der Flüssigkeitseinlass 5 und/oder gegebenenfalls eine Verstärkung 7 vorgesehen sein kann) ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht gezeigt. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem gezeigten Kompressionssystem 1 um eine Ausführungsform, bei der die Innenlage 3 die Extremität im Wesentlichen vollflächig bedeckt.
[00221] Die in Fig. 12 gezeigte Ausführungsform umfasst eine Gasleitung 14, wobei die Gasleitung 14 an einem distalen Ende des Kompressionssystems 1 und einer der Extremität zugewandten Seite des Kompressionssystems 1 in einer Gasauslassöffnung 15 mündet. In anderen Worten befindet sich die Gasauslassöffnung 15 der Gasleitung 14 in der Nähe der Zehen der Extremität, sodass ein aus der Gasauslassöffnung 15 austretendes Gas zwischen der Innenlage 3 und der Extremität in eine proximale Richtung strömen kann.
[00222] In Fig. 12 ist auch erkennbar, dass die Gasleitung entlang der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage 3 geführt wird.
[00223] Die Gasleitung 14 weist zudem stromaufwärts von der Gasauslassöffnung 15 eine weitere (in Fig. 12 nicht dargestellte) Öffnung auf. Auf diese Weise kann die Extremität noch besser mit dem in der Gasleitung 14 transportierten Gas versorgt werden, insbesondere können jene Stellen der Extremität, die eine Wunde aufweisen, direkt belüftet werden.
[00224] Die Gasleitung 14 umfasst weiters einen Keimfilter zum Filtern eines in der Gasleitung
14 geführten Gases sowie ein Entfeuchtungsmittel zum Entfeuchten eines in der Gasleitung 14 geführten Gases, wobei sowohl der Keimfilter als auch das Entfeuchtungsmittel zur besseren Übersichtlichkeit in Fig. 12 nicht dargestellt sind.
[00225] Ein distales Ende der Innenlage 3 besteht aus einem elastischen Kunststoff 16. In anderen Worten ist bei der gezeigten Ausführungsform des Kompressionssystems 1 die Innenlage 3 im Bereich der Zehen aus einem elastischen Kunststoff 16 gefertigt. Zu diesem Zwecke wird in der gezeigten Ausführungsform eine Mischung aus den Kunststoffen Queo0201FX und LDPE eingesetzt.
[00226] Die Außenschale 2 weist weiters an ihrer der Innenlage 3 zugewandten Seite eine aufblasbare Luftkammer 17 auf. Genauer gesagt weist die Außenschale 2 an ihrer der Innenlage 3 zugewandten Seite zwei aufblasbare Luftkammern 17 auf, die jeweils an einer lateralen Seite des Kompressionssystems 1 und an einer medialen Seite des Kompressionssystems 1 angeordnet sind. Aufgrund der gewählten Darstellung als Schnittzeichnung ist jedoch nur eine dieser Luftkammern 17 in Fig. 12 sichtbar. Derartige Luftkammern 17 können bei außerordentlichen anatomischen Gegebenheiten wie Deformationen oder Achsabweichungen einen guten Sitz des Kompressionssystems 1 ermöglichen.
[00227] Die Begriffe „lateral“ und „medial“ beziehen sich auf die Körperregionen, die zur Extremität gehören und nicht zB auf einen lateralen Bereich des Kompressionssystems an sich.
[00228] Beispielsweise kann das Kompressionssystem weiters ein saugfähiges, medizinisch zugelassenes Unterziehelement umfassen, wobei das Unterziehelement an der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage 3 anordenbar ist. Dabei kann es sich zB um einen Unterziehstrumpf handeln. In diesem Fall kann das durch die Luftauslassöffnung 15 entweichende Gas durch den Unterziehstrumpf in proximale Richtung (in Fig. 12: nach oben) entweichen und dabei auch Feuchtigkeit abführen.
[00229] Fig. 13 zeigt ein erfindungsgemäßes Kompressionssystem 1 mit einem höhenverstellbaren, mobilen Ständer 18 zum Befestigen des Flüssigkeitsbehälters 9. Der mobile Ständer 18 weist eine Skala 19 auf, die dazu ausgebildet ist, eine relative Höhe des Flüssigkeitsbehälters 9 in Bezug auf einen Referenzpunkt anzuzeigen.
[00230] In Fig. 13 ist die Skala 19 durch eine Vielzahl von schwarzen Dreiecken gebildet. Dies dient lediglich als einfaches Beispiel. In der Praxis ist es zweckdienlich, wenn die Skala Zahlenwerte anzeigt, die sich auf einen Referenzpunkt beziehen.
[00231] Der Referenzpunkt der Skala 19 ist in der Regel ein Untergrund. In anderen Worten kann anhand der Positionierung des Flüssigkeitsbehälters 9 entlang der Skala 19 abgelesen werden, welcher Druck (zB in cm Wassersäule oder mmHg oder bar) im Zwischenraum 4 herrscht.
[00232] Der mobile Ständer 18 ist von 50 cm bis 250 cm, vorzugsweise von 100 cm bis 200 cm höhenverstellbar. In anderen Worten kann der Flüssigkeitsbehälter 9 in einer Höhe von von 50 cm bis 250 cm, vorzugsweise von 100 cm bis 200 cm, relativ zu dem Untergrund positioniert werden.
[00233] Der mobile Ständer 18 kann beispielsweise Rollen aufweisen, damit er von einem Benutzer auf dem Untergrund geschoben werden kann, während der Benutzer sich fortbewegt.
[00234] Besonders bevorzugt umfasst der mobile Ständer 18 weiters auch eine verstellbare Skala, die wie die oben beschriebene Skala 19 ausgebildet ist, wobei der Referenzpunkt der verstellbaren Skala variabel ist. Ist die Extremität beispielsweise ein Fuß, so kann bei einer Hochlagerung des Fußes der Referenzpunkt der verstellbaren Skala auf die Position des hochgelagerten Fußes verstellt werden. Hierdurch wird der Effekt ausgeglichen, dass beim Hochlagern eines Fußes der Abstand der Extremität vom hydrostatischen Indifferenzpunkt verändert wird.
[00235] Alternativ dazu kann die erstgenannte Skala 19 als verstellbare Skala ausgebildet sein, sodass nur eine Skala verwendet wird.
[00236] Es ist ersichtlich, dass verschiedene Merkmale in einer einzigen Ausführungsform zu-
sammengefasst werden, um die Darstellung der Erfindung zu vereinfachen. Diese Art der Offenbarung ist nicht so zu verstehen, dass die beanspruchten Ausführungsformen mehr Merkmale erfordern, als in den einzelnen Ansprüchen ausdrücklich angegeben sind. Wie die Ansprüche zeigen, liegt der Erfindungsgegenstand vielmehr in weniger als allen Merkmalen einer einzigen offengelegten Ausführungsform.
Claims (30)
1. Kompressionssystem (1) für eine Extremität des menschlichen oder tierischen Körpers, wobei das Kompressionssystem (1) eine formstabile Außenschale (2), eine der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage (3), einen Zwischenraum (4), einen Flüssigkeitseinlass (5), eine Flüssigkeitsleitung (10) und einen Flüssigkeitsbehälter (9) umfasst, wobei der Zwischenraum (4) über den Flüssigkeitseinlass (5) mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitsbehälter (9) verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitseinlass (5) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass
- die Innenlage (3) einwandig ist, der Zwischenraum (4) von der Außenschale (2) und der Innenlage (3) begrenzt ist und das Kompressionssystem (1) im Bereich des Zwischenraums (4) eine feste Verbindung (6) zwischen der Innenlage (3) und der Außenschale (2) aufweist, ODER
- die Innenlage (3) doppelwandig mit einer inneren Wandung (3a) und einer äußeren Wandung (3b) ist, der Zwischenraum (4) von der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) begrenzt ist und das Kompressionssystem (1) im Bereich des Zwischenraums (4) eine feste Verbindung (6) zwischen der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) aufweist.
2. Kompressionssystem nach Anspruch 1, wobei die feste Verbindung (6) punktförmig oder entlang einer offenen schleifenlosen Linie ausgebildet ist.
3. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die feste Verbindung (6) zwischen der Innenlage (3) und der Außenschale (2) oder zwischen der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) eine direkte Verbindung, vorzugsweise eine Haftstelle, oder ein Verbindungselement ist.
4. Kompressionssystem nach Anspruch 3, wobei die direkte Verbindung eine Schweißstelle oder eine Klebestelle ist.
5. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Innenlage (3) zumindest abschnittsweise für sichtbares Licht transparent ist.
6. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Innenlage (3) die Extremität im Wesentlichen vollflächig bedeckt.
7. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenschale (2) zumindest abschnittsweise für sichtbares Licht transparent ist.
8. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kompressionssystem (1) weiters eine Gasleitung (14) umfasst, wobei die Gasleitung (14) an einem distalen Ende des Kompressionssystems (1) und einer der Extremität zugewandten Seite des Kompressionssystems (1) in einer Gasauslassöffnung (15) mündet.
9. Kompressionssystem nach Anspruch 8, wobei die Gasleitung (14) entlang der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage (3) geführt wird.
10. Kompressionssystem nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Gasleitung (14) stromaufwärts von der Gasauslassöffnung (15) zumindest eine weitere Öffnung, vorzugsweise eine Vielzahl von Perforationen, aufweist.
11. Kompressionssystem nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Gasleitung (14) einen Keimfilter zum Filtern eines in der Gasleitung (14) geführten Gases umfasst.
12. Kompressionssystem nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Gasleitung (14) ein Entfeuchtungsmittel zum Entfeuchten eines in der Gasleitung (14) geführten Gases umfasst.
13. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein distales Ende der Innenlage (3) aus einem elastischen Kunststoff (16) besteht.
22731
14. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kompressionssystem (1) eine Verstärkung (7) aufweist, wobei die Verstärkung (7) entweder - Im Falle einer einwandigen Innenlage (3) in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems (1) angeordnet ist, der die Innenlage (3) mit der Außenschale (2) verbindet, ODER - Im Falle einer doppelwandigen Innenlage (3) in jenem proximalen Bereich des Kompressionssystems (1) angeordnet ist, der die innere Wandung (3a) mit der äußeren Wandung (3b) verbindet.
15. Kompressionssystem nach Anspruch 14, wobei der Flüssigkeitseinlass (5) im Bereich der Außenschale (2) angeordnet ist.
16. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kompressionssystem (1) einen Sensor aufweist, der dazu ausgebildet ist, einen physikalischen und/oder chemischen Parameter zu messen und einen entsprechenden Messwert über ein drahtloses Signal auszugeben.
17. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Innenlage (3), gegebenenfalls vorzugsweise im Bereich der Verstärkung (7), ein Entlüftungsventil umfasst.
18. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenschale (2) an ihrer der Innenlage (3) zugewandten Seite zumindest eine aufblasbare Luftkammer (17) aufweist, wobei die Außenschale (2) an ihrer der Innenlage (3) zugewandten Seite vorzugsweise zwei aufblasbare Luftkammern (17) aufweist, die jeweils an einer lateralen Seite der Druckkompresse (1) und an einer medialen Seite des Kompressionssystems (1) angeordnet sind.
19. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenschale (2) zumindest eine Verstrebung aufweist, um eine longitudinale Formstabilität zu gewährleisten.
20. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenschale (2) an ihrer der Innenlage (3) zugewandten Seite zumindest ein Kühlelement (8), vorzugsweise ein thermoelektrisches Peltier-Element, aufweist.
21. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Flüssigkeitsleitung (10) ein Rückschlagventil und/oder ein Absperrventil aufweist.
22. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Flüssigkeitsleitung (10) Mittel zur Temperaturregulierung aufweist, wobei die Mittel zur Temperaturregulierung vorzugsweise ein thermoelektrisches Peltier-Element und/oder einen Kältekreis umfassen.
23. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Flüssigkeitsleitung (10) Mittel zur Druckregulierung aufweist, wobei die Mittel zur Druckregulierung vorZzugsweise eine steuerbare Kolbenpumpe umfassen.
24. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Innenlage (3) einen Flüssigkeitsauslass (11) aufweist und das System ferner eine weitere Flüssigkeitsleitung (12) umfasst, die mit dem Flüssigkeitsauslass (11) verbindbar ist.
25. Kompressionssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiters umfassend ein saugfähiges, vorzugsweise medizinisch zugelassenes, Unterziehelement, wobei das Unterziehelement an der der Extremität zugewandten Seite der Innenlage (3) anordenbar ist.
26. Kompressionssystem nach Anspruch 25, wobei das Unterziehelement einen Indikator aufweist, der dazu ausgebildet ist, eine Schwellenwertüberschreitung eines Umgebungsparameters, vorzugsweise eines Feuchtigkeitswerts, einer Temperatur oder einer Enzymkonzentration, durch eine optische Veränderung, vorzugsweise einen Farbumschlag, anzuzeigen.
27. Kompressionssystem nach Anspruch 26, wobei das Kompressionssystem Mittel zur Inspektion (13) des Indikators aufweist.
28. Kompressionssystem nach Anspruch 27, wobei die Mittel zur Inspektion (13) durch eine zumindest abschnittsweise für sichtbares Licht transparente Außenschale gebildet sind.
29. Kit umfassend
a) eine formstabile Außenschale (2)
b) eine in die Außenschale (2) einlegbare, doppelwandige Innenlage (3) und
c) eine Flüssigkeitsleitung (10) und einen Flüssigkeitsbehälter (9) zum Bilden eines Kom-
pressionssystemsystems (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Kompressionssystem (1) die formstabile Außenschale (2), die der Extremität zugewandte flexible und flüssigkeitsdichte Innenlage (3), einen Zwischenraum (4), einen Flüssigkeitseinlass (5), die Flüssigkeitsleitung (10) und den Flüssigkeitsbehälter (9) umfasst, wobei der Zwischenraum (4) über den Flüssigkeitseinlass (5) mit einer Flüssigkeit befüllbar ist, wobei ein erstes Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitsbehälter (9) verbunden ist und ein zweites Ende der Flüssigkeitsleitung (10) mit dem Flüssigkeitseinlass (5) verbunden ist, wobei die Innenlage (3) eine innere Wandung (3a) und eine äußere Wandung (3b) aufweist, der Zwischenraum (4) von der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) begrenzt ist und das Kompressionssystem (1) im Bereich des Zwischenraums (4) eine feste Verbindung (6) zwischen der inneren Wandung (3a) und der äußeren Wandung (3b) aufweist.
30. Kit nach Anspruch 29, weiters umfassend einen höhenverstellbaren mobilen Ständer (18) zum Befestigen des Flüssigkeitsbehälters (9), wobei der mobile Ständer (18) vorzugsweise eine Skala (19) aufweist, die dazu ausgebildet ist, eine relative Höhe des Flüssigkeitsbehälters (9) in Bezug auf einen Referenzpunkt anzuzeigen.
Hierzu 7 Blatt Zeichnungen
24131
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