AT506741B1 - Einrichtungsgegenstand - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Einrichtungsgegenstand, welcher zumindest teilweise eine betonähnliche Optik aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial (2) des Einrichtungsgegenstandes zumindest teilweise mit einer Schicht aus Fliesenkleber (3) mit flexibel wirkenden Kunststoffen versehen ist, dass das Grundmaterial (2) des Einrichtungsgegenstandes Holz ist und dass der zu beschichtende Teil des Grundmaterials(2) mit einem Anleimer (4) versehen ist.
Description
österreichisches Patentamt AT506741 B1 2011-06-15
Beschreibung
EINRICHTUNGSGEGENSTAND
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Einrichtungsgegenstand, insbesondere Möbel oder Möbelteile (z.B. die Zarge einer Tür) sowie Kunstgegenstände.
[0002] Die FR 2,868,984 A1 beschreibt Platten für Möbelelemente, welche eine Schicht von Mörtel aufweisen. Die GB 2,376,904 A beschreibt ein Laminatpaneel, welches eine Betonschicht aufweist.
[0003] Die Erfindung stellt sich zur Aufgabe einen Einrichtungsgegenstand zur Verfügung zu stellen, welcher zumindest teilweise eine betonähnliche Optik aufweist, ohne dabei ein - bei Verwendung von Beton als Werkstoff zwangsläufig resultierendes - hohes Gewicht zu besitzen.
[0004] Diese Aufgabe wird mit dem Einrichtungsgegenstand gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sowie ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Einrichtungsgegenstandes sind in den Unteransprüchen angeführt.
[0005] Durch das Aufbringen einer Schicht eines Fliesenklebers mit flexibel wirkenden Kunststoffen auf das aus Holz bestehende Grundmaterial eines Einrichtungsgegenstandes, z.B. eines Möbels, eines Möbelteiles oder eines Kunstgegenstandes lässt sich eine betonähnliche Optik erzielen, ohne dass dabei ein zu hohes Gewicht resultiert.
[0006] Die Dicke der Schicht des Fliesenklebers liegt dabei bevorzugt bei 1 bis 4 mm.
[0007] Das Aufbringen der Schicht aus Fliesenkleber beeinträchtigt dabei in keiner Weise die sonstige Verarbeitbarkeit des Einrichtungsgegenstandes, d.h. dass sich nach wie vor alle für das Trägermaterial (z.B. im Fall von Möbel oder Möbelteilen insbesondere Holzspanplatten) üblichen Beschläge (Scharniere, Winkel, Griffe etc.) verwenden und leicht montieren lassen.
[0008] Die Schicht aus Fliesenkleber kann bevorzugt Farbeffekte aufweisen, z.B. durch Einsatz verschiedenartig gefärbter Fliesenkleber.
[0009] So lässt sich ein Fliesenkleber durch Zusatz von Farb-Pigmenten in verschiedenste Farben einfärben. Durch Verwendung verschiedener Farben auf einem Werkstück können Muster und Marmorierungen entstehen.
[0010] Das Grundmaterial des Einrichtungsgegenstandes, insbesondere wenn er in Form eines Möbels bzw. Möbelteils vorliegt, ist Holz. Insbesondere können als günstiges Material Formteile aus Spanplatten eingesetzt werden.
[0011] Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Einrichtungsgegenstandes wird auf zumindest einen Teil des Einrichtungsgegenstandes ein Fliesenkleber aufgebracht.
[0012] Vor dem Aufbringen des Fliesenklebers kann eine die Verbindung zwischen dem Material des Einrichtungsgegenstandes und dem Fliesenkleber herstellende Schicht, z.B. ein Zwei-Komponentenanstrich, aufgebracht werden.
[0013] Der zu beschichtende Teil des Einrichtungsgegenstandes wird vor der Beschichtung mit einem Anleimer versehen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0014] Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Einrichtungsgegenstand. Das Grundmaterial 2 des Einrichtungsgegenstandes ist hier eine Spanplatte 2, die seitlich mit einem Anleimer 4 versehen ist. Auf die Spanplatte 2 ist eine Schicht 3 aus Fliesenkleber aufgebracht.
[0015] Figur 2 zeigt eine Aufsicht auf die Fliesenkleberschicht 3 des Einrichtungsgegenstandes gemäß Figur 1. Deutlich ist die betonähnliche Optik der Schicht 3 zu erkennen. 1/4 österreichisches Patentamt AT506 741 B1 2011-06-15
AUSFÜHRUNGSBEISPIEL
[0016] Das Trägermaterial 2 (z.B. eine Spanplatte) wird mit einem Anleimer 4, der auf einer oder beiden Seiten 3 mm höher als die Spanplatte 2 ist, versehen, sodass eine flache Wanne entsteht. Diese wird mit einem Zwei-Komponentenanstrich, der die Verbindung zwischen Spanplatte und Fliesenkleber darstellt, ausgestrichen (beispielsweise Type P82, Fa. Ardex; in den Figuren nicht gezeigt).
[0017] Anschließend wird ein für Holzuntergründe geeigneter Fliesenkleber (beispielsweise Type X701F der Fa. Ardex) in einem möglichst trockenem Mischverhältnis angerührt, damit das Schwindmaß bei der Trocknung möglichst gering gehalten wird. Mit diesem Fliesenkleber wird dann die flache Wanne ausgestrichen, woraus die Schicht 3 resultiert.
[0018] Je nach Beschaffenheit des Auftragwerkzeuges (Spachtel, Zahnspachtel, Holzleiste;..) können verschiedene Oberflächenstrukturen erhalten werden.
[0019] Da sich der Fliesenkleber in der Trocknungsphase zusammenzieht und damit den Einrichtungsgegenstand verziehen kann, wird das Werkstück während der Trocknung auf einen stabilen, geraden Untergrund gespannt. Im Fall, dass die zu trocknenden Teile grösser sind, und damit auch das Schwindmaß, wird das Werkstück sogar überspannt, damit es nach dem Ausspannen von dem Fliesenkleber wieder in eine gerade Position gezogen wird.
[0020] Im Fall, dass Teile beidseitig beschichtet werden (z.B. bei Zimmertüren), heben sich die Spannungen auf. Es wird in diesem Fall zuerst die eine, dann die andere Seite beschichtet, wobei das Werkstück trotz der Spannungsaufhebung während der Aushärtungsphase niedergespannt wird.
[0021] Nach dem Aushärten wird die rauhe Oberfläche mit einem Schleifpapier (z.B. einem SiC-Schleifpapier), das für derart harte Materialien geeignet ist, geschliffen. Die Körnung des Schleifpapiers kann je nach gewünschter Oberflächenbeschaffenheit gewählt werden. Wird der Einrichtungsgegenstand nur auf einer Seite beschichtet, kann die Rückseite durch Lackieren oder Beschichten mit anderen Materialien verschönert werden.
[0022] Die Oberfläche der Fliesenkleberschicht kann durch mehrmaliges Ölen oder Lackieren widerstandsfähiger gemacht werden.
[0023] Als Trägermaterial des Einrichtungsgegenstandes kann, insbesondere wenn er in Form eines Möbels bzw. Möbelteiles vorliegt, grundsätzlich jedes Holz verwendet werden, wobei das Schwundverhalten zu beachten ist. Der Anleimer kann aus Holz oder auch Metallen (z.B. Aluminium,...) sein.
[0024] Vorteilhaft, aber nicht notwendig ist es, wenn die Grundierung, der Fliesenkleber und die gegebenenfalls verwendeten Farbpigmente vom gleichen Hersteller stammen. 2/4
Claims (5)
- österreichisches Patentamt AT506 741 B1 2011-06-15 Patentansprüche 1. Einrichtungsgegenstand, welcher zumindest teilweise eine betonähnliche Optik aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial (2) des Einrichtungsgegenstandes zumindest teilweise mit einer Schicht aus Fliesenkleber (3) mit flexibel wirkenden Kunststoffen versehen ist, dass das Grundmaterial (2) des Einrichtungsgegenstandes Holz ist und dass der zu beschichtende Teil des Grundmaterials (2) mit einem Anleimer (4) versehen ist.
- 2. Einrichtungsgegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (3) aus Fliesenkleber eine Dicke von 1 bis 4 mm aufweist.
- 3. Einrichtungsgegenstand gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (3) aus Fliesenkleber, z.B. durch Einsatz verschiedenartig gefärbter Fliesenkleber, Farbeffekte aufweist.
- 4. Einrichtungsgegenstand gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, in Form eines Möbels bzw. eines Möbelteiles oder eines Kunstgegenstandes.
- 5. Verfahren zur Herstellung eines Einrichtungsgegenstandes nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf zumindest einen Teil (2) des Einrichtungsgegenstandes ein Fliesenkleber (3) mit flexibel wirkenden Kunststoffen aufgebracht wird und dass der zu beschichtende Teil des Einrichtungsgegenstandes vor der Beschichtung mit einem Anleimer (4) versehen wird. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 3/4
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- 2008-05-13 AT AT7612008A patent/AT506741B1/de not_active IP Right Cessation
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