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Die Erfindung bezieht sich auf ein Klär- oder Absetzbecken mit einem Becken, mindestens einem Zulauf für zu reinigendes Wasser in das Becken, einem Unterwasserentnahmesystem, das für den Ablauf von Reinwasser mindestens einen zum Becken geöffneten Durchgang aufweist, einer mit dem mindestens einen Durchgang verbundenen Staueinrichtung, die eine Überfallkante zum Halten des Wasserspiegels im Becken aufweist, und mindestens einem Abzug für Schlamm und/oder ein Konzentrat des zu reinigenden Wasser mit einer anderen Konsistenz aus dem Becken.
Bekanntlich haben Klär- oder Absetzbecken in der Wasser- und Abwassertechnik die Aufgabe, im Wasser befindliche Verunreinigungen abzuscheiden, die in der Regel ein geringeres oder ein grösseres spezifisches Gewicht als Wasser haben. Für eine optimale Abscheidung ist es wichtig, dass das verunreinigte Wasser möglichst gleichmässig im Becken verteilt wird, damit die Schmutz- stoffe eine ausreichende Verweilzeit im Becken haben, um sich am Boden abzusetzen oder aufzu- schwimmen. Das ablaufende, von den Schmutzstoffen weitgehend befreite Reinwasser soll mög- lichst gleichmässig abgezogen werden, damit keine Kurzschlussströme entstehen, die Schmutzparti- kel mitreissen könnten.
Für Reinwasserabläufe aus Klär- und Absetzbecken werden neben offenen Reinwasserrinnen, die eine vom Reinwasser überströmte Überfallkante aufweisen, mittlerweile vermehrt Unterwas- serentnahmesysteme eingesetzt. Diese Systeme ziehen das Reinwasser durch mindestens einen unterhalb des Wasserspiegels im Becken angeordnetes Durchgang (z. B. Loch oder Schlitz) er- heblich gleichmässiger als die zuvor genannten Reinwasserabläufe ab. Um den Wasserspiegel im Becken möglichst zumindest auf dem Niveau des mindestens einen Durchgangs oder darüber zu halten, ist der mindestens eine Durchgang mit einer Staueinrichtung mit einer Überfallkante ver- bunden. Unterwasserentnahmesysteme haben jedoch den Nachteil, dass sich bei schwankendem Wasserzulauf grosse Wasserspiegelschwankungen im Becken ergeben.
Um die Wasserspiegelschwankungen zu reduzieren, ist bereits bekannt, das Überfallwehr oder das Überlaufrohr beweglich anzuordnen, so dass die Überfallkante höhenverstellbar ist. Einem Fallen des Wasserspiegels im Becken wird dann durch gegenläufiges Verstellen der Überfallkante nach oben entgegengewirkt. Bei steigendem Wasserspiegel wird entgegengesetzt verfahren.
Diese Verstellung ist jedoch vor allem dann sinnvoll, wenn sie automatisch geschieht. Eine auto- matische Regelung der Staueinrichtung ist jedoch störanfällig und sehr teuer.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Klär- oder Absetzbecken der eingangs erwähnten Art zu schaffen, das erheblich geringere Wasserspiegelschwankungen auf- weist.
Die Aufgabe wird durch ein Klär- oder Absetzbecken mit den Merkmalen des Anspruches 1 und/oder mit den Merkmalen des Anspruches 2 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Klär- oder Absetzbeckens sind in den Unteransprüchen angegeben.
Erfindungsgemäss wird zum einen ein Klär- oder Absetzbecken der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, bei dem die Länge der Überfallkante gegenüber einem einfachen Überfallwehr oder einem einfachen Überlaufrohr durch mindestens eine weitere Überfallkante vergrössert ist, wodurch die Überfallhöhe im Vergleich zu einem einfachen Überfallwehr oder einem einfachen Überfallrohr reduziert ist, das mit demselben Reinwassermengenstrom beaufschlagt ist.
Ferner wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die gesamte Länge der Überfallkante(n) so be- messen ist, dass sich bei Einspeisung der Nennlast in den Zulauf eine Überfallhöhe von maximal 0,2 m, vorzugsweise maximal 1,5 m, weiterhin vorzugsweise von maximal 0,1 m, insbesondere von etwa 0,05 m, einstellt. Dabei ist als Nennlast die durchschnittliche Trockenwassermenge anzuse- hen, d. h. derjenige Mengenstrom verschmutzten Wassers, der einläuft, wenn keine Niederschläge zu verzeichnen sind (im Unterschied zur Regenwassermenge).
Die Erfindung baut auf der Erkenntnis auf, dass die Wasserspiegelschwankungen im Becken im wesentlichen auf den durch den veränderlichen Zulaufmengenstrom variierenden Reibungs- und Druckverlusten im Unterwasserentnahmesystem und den variierenden Überfallhöhen beim nach- folgenden Überfallwehr oder Überlaufrohr beruhen. Dabei verursachen die veränderlichen Über- fallhöhen einen erheblichen Teil der Wasserspiegelschwankungen. Wie weiter erkannt worden ist, hängt die Schwankung der Überfallhöhen jedoch wesentlich von der Dimensionierung (Grösse bzw.
Länge) der Überfallkante ab. So ergibt sich bei einem Wassermengenstrom von z. B. 800 m3 pro Stunde und einer Wehrlänge von 1 m eine Überfallhöhe von etwa 0,27 m. Beträgt nun aber bei
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demselben Wassermengenstrom die Länge der Überfallkante 8 m, beträgt die Überfallhöhe nur noch 0,07 m. Dementsprechend haben bei der geringeren Überfallhöhe Änderungen des Zulauf- mengenstromes eine stark verringerten Einfluss auf die Wasserspiegelschwankungen im Becken.
Die Erfindung sieht deshalb vor, die Überfallkante durch mindestens eine weitere Überfallkante zu verlängern bzw. durch geeignete Bemessung der Überfallkante(n) die Überfallhöhe bei Nennlast gegenüber der bei herkömmlichen Becken zu vermindern.
Die Verlängerung der Überfallkante ist erfmdungsgemäss auf verschiedene Weisen realisierbar.
So kann ein eckiges Überlaufrohr vorhanden sein, das gegenüber einem kreisrunden Rohr mehre- re Überfallkanten mit grösserer Gesamtlänge hat. Das eckige Rohr kann auch als langgezogene Rinne ausgebildet sein. Auch andere Rohrquerschnitte, die gegenüber einem kreisrunden Rohr eine verlängerte Überfallkante zur Verfügung stellen, kommen in Betracht, beispielsweise ein ovaler Rohrquerschnitt.
Auch kann ein Überlaufrohr als Doppelrohr oder als Mehrfachrohr - jeweils insbesondere kreis- rund, eckig, oval oder mit anderem Querschnitt - ausgestaltet sein, d. h. mehrere ineinanderge- schobene und/oder nebeneinander angeordnete Rohre aufweisen, die zwei oder mehrere Überfall- kanten zur Verfügung stellen.
Des weiteren kann sich ein Überlaufrohr nach oben, d. h. zur Überfallkante hin erweitern. Ent- sprechend kann die Staueinrichtung eine Kammer aufweisen, die vom Überfallwehr begrenzt ist und sich nach oben erweitert, um am Überfallwehr eine verlängerte Überfallkante zur Verfügung zu stellen. Des weiteren ist es möglich, mehrere Überfallkanten komprimiert am Auslauf eines Über- laufrohres, Auslaufschachtes oder Kanals unterzubringen, insbesondere an einer labyrinthartig verlaufenden Begrenzungswand.
Sämtliche Auslaufsysteme lassen sich auch als Einlaufsysteme ausführen, d. h. das Reinwas- ser kann die Überfallkante in der einen oder in der anderen Richtung überströmen. Wenn das Reinwasser anstatt aus einem Überlaufrohr in eine nachgeordnete Kammer aus einer vorgeordne- ten Kammer in das Überlaufrohr strömt, hat dies den Vorteil, dass die Wasserspiegelschwankungen im Klärbecken aufgrund geringerer Strömungsverluste weiter reduziert werden.
Somit hat das erfindungsgemässe Klär- oder Absetzbecken erheblich geringere Wasserspiegel- schwankungen als bei herkömmlichen Einrichtungen vorhanden sind. Dabei ist die Erfindung unabhängig vom System der Reinwasserentnahme anwendbar, soweit das Ablaufsystem "hydrau- lisch gekoppelt" ist, so dass mit der Überfallkante das Niveau im jeweiligen Becken beeinflusst werden kann. Die Reinwasserentnahme kann also insbesondere mittels Tauchrohren, teilweise eingetauchter Lochrinnen, vollständig eingetauchter Kastenrinnen oder Schlitzrinnen erfolgen. Es können Einzelrinnen oder Rohre in Kombination mit einer Sammelrinne oder einem Sammelrohr Verwendung finden. Ferner kann der mindestens eine Durchgang direkt in der Beckenwand aus- gebildet sein. Auch die Querschnittsform des Durchganges ist beliebig und kann insbesondere kreisrund, oval oder schlitzförmig sein.
Ferner kann dasselbe Klär- oder Absetzbecken mehrere verschiedene Elemente der Reinwasserentnahme (Tauchrohre, teilweise eingetauchte Lochrinnen, vollständig eingetauchte Kastenrinnen oder Schlitzrinnen) in Kombination aufweisen. Zudem ist die Erfindung bei verschiedenen Beckengeometrien anwendbar. Das Becken kann insbesondere als Längsklärbecken oder als Rundklärbecken ausgestaltet sein oder andere Formen aufweisen.
Die Überfallkante(n) kann (können) innerhalb und/oder ausserhalb der Wand des Beckens an- geordnet sein. Es ist also möglich, eine oder mehrere Überfallkanten vollständig innerhalb, voll- ständig ausserhalb oder sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Wand des Beckens verteilt anzu- ordnen.
Die Erfindung wird anhand der anliegenden Zeichnungen von Klär- oder Absetzbecken näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein herkömmliches Rundklärbecken mit polygonförmigem Tauchrohr und Staueinrich- tung mit Überfallwehr in der Draufsicht (Fig. 1a) und in einem vergrösserten vertikalen
Teilschnitt durch die Staueinrichtung (Fig. 1 b);
Fig. 2 ein herkömmliches Rundklärbecken, das von dem der Fig. 1 dadurch abweicht, dass die Staueinrichtung ein Überlaufrohr aufweist, in teilweiser Draufsicht (Fig. 2a) und in einem vergrösserten vertikalen Teilschnitt durch die Staueinrichtung (Fig. 2b);
Fig. 3 ein erfindungsgemässes Rundklärbecken mit polygonförmigem Tauchrohr, Ringkasten bzw. eingestauter Lochrinne bzw.
Schlitzkasten und Staueinrichtung mit komprimier-
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tem Überlaufsystem in der Draufsicht (Fig. 3a); in einem Vertikalschnitt (Fig. 3b) und in einem vergrösserten vertikalen Teilschnitt (Fig. 3c);
Fig. 4 ein erfindungsgemässes Rundklärbecken mit radialen Tauchrohren und Staueinrich- tung mit komprimiertem Überlaufsystem in der Draufsicht (Fig. 4a) und in einem Verti- kalschnitt (Fig. 4b) und ein entsprechendes Rundklärbecken mit einer Staueinrichtung in einer das Becken umgebenden Ablaufrinne in teilweiser Draufsicht (Fig. 4c) und in einem vertikalen Teilschnitt (Fig. 4d);
Fig. 5 ein Rechteck-Klärbecken mit querliegendem Unterwasserabzugssystem und aussen liegender, langgezogener Überfallkante in der Draufsicht (Fig. 5a) und ein entspre- chendes Rechteck-Klärbecken mit doppelter aussen liegender Überfallkante in teilwei- ser Draufsicht (Fig. 5b);
Fig. 6 Rechteck-Klärbecken mit längs liegenden Tauchrohren und aussen liegender, langge- zogener zweifacher Überfallkante in der Draufsicht (Fig. 6a) und entsprechendes
Rechteck-Klärbecken mit komprimiertem Überlaufsystem in teilweiser Draufsicht (Fig. 6b);
Fig. 7 Staueinnchtung mit nach oben erweitertem Überlaufrohr als Auslaufsystem im Verti- kaischnitt (Fig. 7a) und Staueinrichtung mit nach oben erweitertem Überlaufrohr als
Einlaufsystem im Vertikalschnitt (Fig. 7b);
Fig. 8 Doppel-Überlaufrohr in der Draufsicht (Fig. 8a), Vierfach-Überlaufrohr in der Draufsicht (Fig. 8b) und Überlaufrohr mit zusätzlichen Überfallkanten im Auslaufquerschnitt in der
Draufsicht (Fig. 8c);
Fig. 9 Überlaufrohr mit einem labyrinthförmigen Überlaufsystem im Vertikalschnitt (Fig. 9a), in der Draufsicht (Fig. 9b) und in einer geringfügig veränderten Ausführung ebenfalls in der Draufsicht (Fig. 9c);
Fig. 10 Überlaufrohr mit einem baumförmig verzweigten Überlaufsystem im Vertikalschnitt (Fig. 10a) und in der Draufsicht (Fig. 10b);
Fig. 11 komprimiertes Überlaufsystem in Betonausführung in der Draufsicht (Fig. 11a) und in
Stahlausführung in der Draufsicht (Fig. 11 b) und mit mehreren vertikalen Rohrstücken in der Draufsicht (Fig. 11c);
Fig. 12 Überlaufrohr mit sternförmig um den Ein- bzw.
Auslaufquerschnitt angeordneten Rin- nen mit Überfallkanten in der Draufsicht;
Fig. 13 Staueinrichtung mit länglichen Anbauschächten oder Kanälen mit schachtartigem Überlaufrohr in der Draufsicht (Fig. 13a); diagonal ausgerichtetem Überfallwehr in der
Draufsicht (Fig. 13b); längs und quer gerichtetem Überfallwehr in der Draufsicht (Fig. 13c) und mäanderförmig angeordnetem Überfallwehr in der Draufsicht (Fig. 13d);
Fig. 14a bis c ein erfindungsgemässes Rundklärbecken mit kreisringförmigem Tauchrohr (oder ähnlichem wie Ringkasten bzw. eingestauter Lochrinne bzw. Schlitzkas- ten) und Staueinrichtungen mit komprimiertem Überlaufsystem an der Aussen- seite der Beckenwand (Fig. 14a), an der Innenseite der Beckenwand (Fig. 14b) und mit einem anderen Überlaufsystem ebenfalls an der Innenseite der Becken- wand (Fig. 14c) jeweils in teilweiser Draufsicht.
Bei der nachfolgenden Beschreibung verschiedener Ausführungsbeispiele sind entsprechende Elemente mit denselben Bezugsziffern bezeichnet. Die diesbezüglichen Angaben der Beschrei- bung haben für sämtliche betroffenen Beispiele Gültigkeit.
Das Rundklärbecken 1 von Fig. 1 hat ein Becken 2 mit einer kreisrunden Wand. Darin ist ein polygonzugförmiges Tauchrohr 3 horizontal liegend angebracht. Der Polygonzug ist zu einer Art Ring geschlossen. Das Tauchrohr 3 weist am Umfang eine Vielzahl - nicht gezeigter - Durchgänge, beispielsweise in Form von kreisrunden Löchern auf, die sich vorzugsweise am Scheitel des Tauchrohres 3 befinden.
Das Tauchrohr 3 ist über ein Verbindungsrohr 4, das durch die Wand des Beckens 2 geführt ist, mit einer Staueinrichtung 5 verbunden.
Die Staueinrichtung 5 hat einen auf der Aussenseite des Beckens angeordneten Schacht 6, der durch eine vertikal hochstehende Trennwand 7 in zwei Kammern 8,9 unterteilt ist. Entlang der Trennwand 7 ist ein Überfallwehr 10 in Richtung des Doppelpfeiles vertikal verschiebbar. Aus der inneren Kammer 8 kann das Wasser über das Überfallwehr 10 in die äussere Kammer 9 gelangen
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und von dort durch ein Auslaufrohr 11ablaufen, beispielsweise in eine Vorflut.
Mithin ist der Wasserspiegel 12 im Becken durch Verstellen des Überfallwehres 10 und damit der Überfallhöhe 13 regulierbar. Die Überfallhöhe 13 ist die Höhe des Wassers in der Kammer 8 über der Überfallkante 14, d. h. der oberen Kante des Überfallwehres 10. Sie beträgt herkömmli- cherweise bei Nennlast zumindest 0,2 bis 0,4 m und ist durchsatzabhängig. Infolgedessen wirken sich Durchsatzschwankungen auf die Höhe des Wasserspiegels 12 im Becken aus.
Gemäss Fig. 2 ist der Schacht 6 der Staueinrichtung 5 nicht zweigeteilt. Vielmehr schliesst sich an das Verbindungsrohr 4 ein vertikales, ebenfalls kreisrundes Überlaufrohr 15 an, dessen oberer Rand eine kreisrunde Überfallkante 14 bildet. Das überlaufende Wasser stürzt in den Schacht 6 und läuft durch das Auslaufrohr 11ab.
Auch hier kommt es infolge der Überfallhöhe 13 des Wassers über die Überfallkante 14 zu er- heblichen Rückwirkungen auf das Niveau des Wasserspiegels 12 im Becken 2, die durchsatzab- hängig sind.
Die Fig. 3 bis 6 zeigen die Ausprägung der Erfindung an Becken verschiedener Geometrien.
So ist in Fig. 3 ein Rundklärbecken 1 mit einer Steuereinrichtung 5 mit komprimiertem Überlaufsy- stem ausgestattet. Das Unterwasserabzugssystem umfasst ein polygonzugförmiges Tauchrohr 3 mit Kreisquerschnitt, eine Unterwasserkastenrinne 3' mit Löchern unterhalb des Deckels, eine teilweise eingetauchte Kastenrinne 3", die Löcher im eingetauchten Querschnittsabschnitt aufweist oder eine Kastenrinne 3'" mit schlitzförmigem Durchgang an der Oberseite ihres sechseckigen Querschnitts. Die vier Varianten sind in den Fig. 3b und c dargestellt.
Gemäss Fig. 4a und b hat das Rundklärbecken 1 radial gerichtete Tauchrohre 3"', die umfangs- seitig (insbesondere am Scheitel) und/oder stirnseitig - nicht dargestellt - Löcher aufweisen und durch die Wand des Beckens 2 geführt sind. Am äusseren Ende münden sie in eine aussen um das Becken verlaufende Ablaufrinne 16. Diese ist wiederum über eine Austrittsöffnung 17 mit einer Staueinrichtung 5 mit komprimiertem Überlaufsystem verbunden.
Gemäss Fig. 4c und d ist die Ablaufrinne 16 durch ein umlaufendes Überfallwehr 17 in zwei Kammern 18,19 unterteilt. Die innen liegende Kammer 18 wird aus den radial gerichteten Tauch- rohren 3'" gespeist. In die aussen liegende Kammer 19 läuft das Reinwasser über. Von dort läuft es durch das Auslaufrohr 11ab.
Gemäss Fig. 5a liegen in einem Rechteckklärbecken 1' parallel zu einer Längsseite des recht- eckigen Beckens 2' zwei parallele Tauchrohre 3IV. Aus diesen wird das Reinwasser über Verbin- dungsrohre 4 durch eine Wand in eine aussen an der Querseite des Beckens 2' liegende Ablaufrin- ne 16' überführt. Diese ist wiederum durch ein ebenfalls in Querrichtung erstrecktes Überfallwehr 17' in eine innen liegende Kammer 18' und in eine aussen liegende Kammer 19' unterteilt. Durch die Verbindungsrohre 4 gelangt das aus dem Becken 2' abgezogene Reinwasser in die innen liegende Kammer 18' und von dort über die Überfallkante des Überfallwehres 17' in die aussen liegende Kammer 19', aus der es durch das Auslaufrohr 11abläuft.
Bei einer von Fig. 5a abweichenden Ausführung ist die Ablaufrinne 16' an einer Längsseite des Rechteckklärbeckens 1' angeordnet. Die Tauchrohre 3IV sind dann direkt durch die längsseitige Wand des Beckens 2' in die Kammer 18' der längsseitigen Ablaufrinne 16' hineingeführt.
Fig. 5b unterscheidet sich vom vorangegangenen Ausführungsbeispiel dadurch, dass die Ablaufrinne 16" durch zwei parallele Überfallwehre 17" unterteilt ist. Dabei sind zwischen den beiden Aussenseiten der Überfallwehre 17" und der Ablaufrinne 16" erste Kammern 18" gebildet, in die das Reinwasser aus den Verbindungsleitungen 4 eingespeist wird. Zwischen den beiden Über- fallwehren 17" ist eine zweite Kammer 19" ausgebildet, aus der das aus den Kammer 18" überge- laufene Reinwasser durch das Auslaufrohr 11abläuft.
Die Fig. 6a zeigt nun ein Rechteck-Klärbecken 1', bei dem im Becken 2' zwei längsgerichtete Tauchrohre 3V neben den Seitenwänden angeordnet sind. Die Tauchrohre 3v sind durch die quer- seitige Wand des Rechteckbeckens 2' in eine Ablaufrinne 16" geführt, die entsprechend der des vorerwähnten Beispieles ausgeführt ist. Für die Funktion wird ebenfalls auf das vorangegangene Beispiel verwiesen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Kammer 18" aus den Tauchrohren 3v gespeist werden.
Gemäss Fig. 6b ist das Rechteckbecken 1' ebenfalls mit längsgerichteten Tauchrohren 3v ausgerüstet. Diese führen jedoch in eine querseitige Ablaufrinne 16'''. die keinerlei Überfallwehr aufweist. Vielmehr ist an eine Längsseite dieser Ablaufrinne 16'" eine Staueinrichtung 5 mit kompn-
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miertem Überlaufsystem angeschlossen, die der von Fig. 3a und 4a entspricht und unten anhand der Fig. 9a und b noch näher erläutert wird.
In Fig. 7 bis 13 sind Beispiele für Staueinrichtungen mit verlängerter Überfallkante gezeigt, die bei den zuvor erwähnten Klärbecken zum Einsatz kommen können.
Die Staueinrichtung 5' von Fig. 7a stimmt weitgehend mit der von Fig 2 überein. Das kreiszy- lindnsche Überlaufrohr 15 ist jedoch in einem oberen Abschnitt 15' konisch erweitert, so dass sich eine verlängerte Überfallkante 14' ergibt.
Bei dem Beispiel von Fig. 7b mündet das Verbindungsrohr 4 hinter der Wand des Beckens 2 in den Kasten 6. Darin ist wiederum ein vertikales Überlaufrohr 15 mit einer oberen, konischen Erwei- terung 15' und einer hierdurch verlängerten Überfallkante 14' angeordnet. Das Überlaufrohr 15 ist unten mit dem Auslaufrohr 11 verbunden. Hierdurch fällt das Reinwasser aus dem Kasten 6 über die Überfallkante 14' in das Überlaufrohr 15 und strömt aus diesem durch das Ablaufrohr 11 ab.
Die Strömungsrichtung über die Überfallkante 14' ist bei dem Beispiel von Fig. 7b also genau umgekehrt zu dem Beispiel von Fig. 7a.
Die Fig. 8 zeigt weitere Vergrösserungen der Überfallkante an Überlaufrohren. Gemäss Fig. 8a sind zwei Überlaufrohre 15,15" ineinander geschoben. Das Reinwasser wird durch die Verbin- dungsleitung 4 in den Ringraum zwischen die Überlaufrohre 15,15" eingespeist. Von dort läuft es über die Überfallkante 14 des Überlaufrohres 15 nach aussen und über die Überfallkante 14" in das innere Überlaufrohr 15" hinein. Die beiden überfallenden Reinwasserströme werden gemeinsam abgeführt.
Gemäss Fig. 8b sind vier Überlaufrohre 15,15", 15"', 15IV ineinandergesteckt. Das Reinwasser wird durch die Verbindungsleitung 4 eingespeist in den Spalt zwischen den beiden äusseren Über- laufrohren 15,15" und in den Spalt zwischen den beiden inneren Überlaufrohren 15"', 15IV Aus dem äusseren Spalt fällt es über die Überfallkante 14 nach aussen und über die Überfallkante 14" in den Spalt zwischen den Überlaufrohren 15" und 15"'. Aus dem inneren Spalt fällt das Reinwasser über die Überlaufkante 14'" in den Spalt zwischen den Überlaufrohren 15" und 15'" und über die Überfallkante 15IV in das innere Überlaufrohr 15IV Die aussen, in dem mittleren Spalt und in das innere Überlaufrohr strömenden Wassermengen werden wiederum gemeinsam abgeführt.
Gemäss Fig. 8c speist das Überlaufrohr 15 von unten einen Kasten 20, in dem mehrere paralle- le, oben offene Rinnen 21 angeordnet sind. Das Reinwasser fällt über die Überfallkanten der Rinnen 21 in diese ein und läuft seitlich aus den Rinnen ab, die hierfür eine Seitenwand des Kas- tens 20 durchqueren. Weitere Überfallkanten werden von den oberen Rändern des Kastens 20 gebildet, die sich auf dem gleichen Niveau wie die Überfallkanten der Rinnen 21 befinden.
Bei einer anderen Ausführungsform sind die Rinnen 21 von Fig. 8c direkt in den Querschnitt des Überlaufrohres 15 eingesetzt, wobei sie die Wand des Überlaufrohres 15 durchqueren. Das aus dem Überlaufrohr 15 emporsteigende Reinwasser fällt dann ebenfalls in die Rinnen 21 ein, aus denen es abläuft, und fällt zudem über den oberen Rand des Überlaufrohres 15, der sich auf demselben Niveau wie der Rand der Rinnen 21 befindet.
Die Fig. 9a und b zeigen ein Überfallrohr 15, in das von oben ein Rohrstutzen 22 eingesteckt ist, der eine Plattform 23 trägt, die im Bereich des Stutzens 22 ein Loch 24 aufweist.
Von der Oberseite der Plattform 23 steht eine Begrenzungswand 25 hoch, die das Loch 24 seitlich vollständig umschliesst. Dabei hat die Begrenzungswand 25 einen labyrinthförmigen Ver- lauf. Dieser ist zu beiden Seiten einer Mittelachse 26 des Loches 24 symmetrisch, wobei die bei- den Abschnitte des Labyrinths auf den beiden Seiten dieser Mittelachse 26 an zwei einander gegenüberliegenden Längsseiten der Plattform 23 jeweils miteinander verbunden sind.
Reinwasser steigt durch das Überlaufrohr 15, den Stutzen 22 und das Loch 24 auf die Obersei- te derPlattform und läuft über die von derBegrenzungswand 25 gebildete Überlaufkante nach aussen ab. Soweit die Begrenzungswand 25 an den Seiten der Plattform 23 verläuft, läuft das Reinwasser direkt über die Seiten der Plattform 23 nach aussen ab. Im übrigen läuft es über nach aussen geöffnete Taschen des Labyrinths nach aussen ab.
Fig. 9c unterscheidet sich von der vorbeschriebenen Ausführungsform dadurch, dass zwei Be- grenzungswände 25,25' mit labyrinthförmigem Verlauf vorhanden sind, die sich mit Abschnitten 25", 25''' diametral über das Loch 24 erstrecken, und zwar senkrecht zur Mittelachse 26. Die Ab- schnitte 25", 25'" der Begrenzungswände 25,25' bilden somit eine nach aussen geöffnete Rinne, durch die überlaufendes Reinwasser nach aussen von der Plattform 23 abgeführt wird. Hierdurch
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wird die Länge der Überfallkante der Begrenzungswände 25,25' noch weiter vergrössert.
Die Fig. 10 zeigt ein Überlaufrohr 15, auf das oben ein Rohrstück 27 aufgeschoben ist, von dem symmetrisch vier weitere Rohrstücke 28 abzweigen, die in emporragende Schachtabschnitte 29,30 münden. Das zentrale Rohrstück 27 und die vier Schachtabschnitte 29,30 bilden oben auf gleichem Niveau angeordnete Überlaufkanten. Deren Gesamtlänge übersteigt den Rand des Überlaufrohres 15 beträchtlich.
Gemäss Fig. 11ahat eine Staueinrichtung 5 in einem Auslaufschacht 6 eine von einer Wand 7' abgegrenzte, innere Kammer 8', in die das Verbindungsrohr 4 mündet. Zwischen der Wand 7' und der Kammer 6' ist eine äussere Kammer 9' ausgebildet. Die innere Kammer 8' ist von einer Vielzahl paralleler Rinnen 21 überbrückt, die in einander gegenüberliegende Seiten der Wand 7' eingelas- sen sind und deren Enden in die äussere Kammer 9' münden.
In die innere Kammer 8' eindringendes Reinwasser fällt über die Überlaufkanten der parallelen Rinnen 21 in diese hinein strömt von deren Enden in die äussere Kammer 9' ab, wo es abgeführt wird. Bei dieser Konstruktion kann die Wand 7' aus Beton ausgeführt sein.
Die Fig. 11bzeigt eine ähnliche Konstruktion, bei der in einem Schacht 6 eine Wand 7" zur Ab- grenzung einer inneren Kammer 8" von einer äusseren Kammer 9" vorhanden ist, die als Stahlwan- ne ausgeführt sein kann. Auch in die Wand 7" sind oben offene Rinnen 21 eingelassen, in die das Reinwasser aus der Kammer 8" einfallen und aus denen das Reinwasser dann in die äussere Kammer 9" abströmen kann.
Bei den Ausführungen der Fig. 11a und b können die Rinnen 21 auch in Längsrichtung ange- ordnet sein, d.h. parallel zum Verbindungsrohr 4. Die Rinnen 21 sind bevorzugt aus Stahl.
Gemäss Fig. 11c ist am Boden des Schachtes 6 ein Kasten 7'" angeordnet, der eine innere Kammer enthält, die von dem Verbindungsrohr 4 gespeist ist. Die Kammer 7 ist von einer Deck- wand oder einem Deckel abgedeckt, in die mehrere vertikale Überlaufrohre 15 (im Beispiel sind es neun) eingesetzt sind. Die oberen Ränder der Überlaufrohre 15 bilden Überlaufkanten 14, deren Gesamtlänge die der Überlaufkante 14 eines einzelnen Überlaufrohres 15 um ein Mehrfaches übersteigt. Das durch das Verbindungsrohr 4 in die Kammer 7'" einströmende Reinwasser steigt durch die Überlaufrohre 15 nach oben und läuft über die vielen Überlaufkanten in den Schacht 6 ab.
Gemäss Fig. 12 sind an den oberen Rand eines Überlaufrohres 15 eine Vielzahl radial vorste- hender Rinnen 21' angesetzt, so dass sich eine sternförmige Struktur ergibt. Durch das Überlaufrohr 15 hochsteigendes Reinwasser strömt radial nach aussen in die Rinnen 21' und über deren Über- laufkanten nach aussen ab, in einen - nicht gezeigten - Schacht.
Schliesslich zeigt die Fig. 13 verschiedene Varianten mit Schächten 6, die aussen an ein Becken 2 angebaut sind.
Gemäss Fig. 13a speist das Verbindungsrohr 4 ein schachtartiges Überlaufrohr 31 aus Stahl, das in einem Schacht 6 aus Beton angeordnet ist. Der obere Rand des Überlaufrohres 31 bildet eine relativ lange Überlaufkante, über die das Reinwasser aus dem inneren Schachtabschnitt 8'" in den äusseren Schachtabschnitt 9'" gelangt.
Gemäss Fig. 13b ist in den Auslaufschacht 6 ein diagonal verlaufendes Überfallwehr 32 ange- setzt, das ebenfalls aus Stahl bestehen kann. Dieses trennt den Schacht 6 in einen inneren Schachtabschnitt 8iv und einen äusseren Schachtabschnitt 9iv Das Reinwasser strömt aus dem inneren Schachtabschnitt 8IV über das Überfallwehr 32, das eine verhältnismässig lange Überlauf- kante bildet, in den äusseren Schachtabschnitt 9IV
Gemäss Fig. 13c ist durch ein rechteckig angeordnetes Überfallwehr 33 im Schacht 6 ein inne- rer Schachtabschnitt 8v von einem äusseren Schachtabschnitt 9v abgetrennt. Hier bildet der obere Rand des Überfallwehres 33 eine verhältnismässig lange Überfallkante.
Gemäss Fig. 13d ist der Schacht durch ein mäanderförmig verlaufendes Überfallwehr 34 in ei- nen inneren Schachtabschnitt 8v' und einen äusseren Schachtabschnitt 9v' getrennt. Auch hier wird durch das Überfallwehr 34 eine erheblich verlängerte Überlaufkante zur Verfügung gestellt.
Gemäss Fig. 14a hat ein Rundklärbecken 1 auf der Innenseite der Wand des Beckens 2 ein kreisringförmiges Tauchrohr 3 oder dgl. Das Tauchrohr 3 ist über ein Verbindungsrohr 4, das durch die Wand des Beckens 2 verläuft, mit einer Staueinrichtung 5 verbunden, die auf der Aussenseite der Wand des Beckens 2 sitzt. Die Staueinrichtung 5 weist einen Schacht 6' auf, der sich an der Aussenseite der Wand des Beckens 2 befindet. Der Schacht 6' hat die Form eines Kreisring-
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segmentes. Dieser Schacht 6' ist von einem Überfallwehr 17 in eine innere Kammer 18 und eine äussere Kammer 19 unterteilt. Reinwasser kann aus der inneren Kammer 18 über das Überfallwehr 17in die äussere Kammer 19gelangen und aus letzterer durch das Auslaufrohr 11abströmen.
Das Rundklärbecken 1 gemäss Fig. 14b unterscheidet sich von dem vorerwähnten dadurch, dass der Schacht 6' an der Innenseite der Wand des Beckens 2 angeordnet ist.
Infolgedessen ist nicht das Verbindungsrohr 4 zum Tauchrohr 3, sondern das Auslaufrohr 11 durch die Wand des Beckens 2 nach aussen geführt.
Die Ausführung von Fig. 14c unterscheidet sich von der vorerwähnten insbesondere dadurch, dass der Schacht 6" nicht nur eines, sondern vier Überfallwehre 17,17', 17", 17'" aufweist. Rein- wasser wird durch zwei Verbindungsrohre 4 in die beiden Kammern 18,18' eingespeist. Aus der Kammer 18 gelangt das Reinwasser über das Überfallwehr 17 in die weiter innen liegende Kam- mer 19 und über das Überfallwehr 17' in die weiter aussen liegende Kammer 19'. Aus der Kammer 18' gelangt das Reinwasser über das Überfallwehr 17" in die weiter innen liegende Kammer 19' und über das Überfallwehr 17'" in die weiter aussen liegende Kammer 19", die aussen von der Wand des Beckens 2 begrenzt ist. Aus den Kammer 19,19', 19" wird das Reinwasser durch das Auslauf- rohr 11durch die Wand des Beckens 2 nach aussen abgezogen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Klär- oder Absetzbecken mit - einem Becken (2), - mindestens einem Zulauf für zu reinigendes Wasser in das Becken (2), einem Unterwasserentnahmesystem (3), das für den Ablauf von Reinwasser minde- stens einem zum Becken (2) geöffneten Durchgang aufweist, - einer mit dem mindestens einem Durchgang verbundenen Staueinrichtung (5), die eine Überfallkante (14) zum Halten des Wasserspiegels (12) im Becken (2) aufweist, und - mindestens einem Abzug für Schlamm und/oder ein Konzentrat des zu reinigenden
Wassers mit einer anderen Konsistenz aus dem Becken (2), dadurch gekennzeichnet, dass - die Länge der Überfallkante (14) gegenüber einem einfachen Überfallwehr oder einem einfachen Überlaufrohr durch mindestens eine weitere Überfallkante (14') vergrössert ist,
wodurch die Überfallhöhe im Vergleich zu einem einfachen Überfallwehr oder ei- nem einfachen Überfallrohr reduziert ist, das mit demselben Reinwassermengenstrom beaufschlagt ist.
2. Klär- oder Absetzbecken nach dem Oberbegriff des Anspruches 1, insbesondere in Ver- bindung mit dessen Kennzeichen, dadurch gekennzeichnet, dass - die gesamte Länge der einen oder mehreren Überfallkante(n) (14) so bemessen ist, dass sich bei Einspeisung der Nennlast in den Zulauf eine Überfallhöhe von maximal
0,2 m einstellt.