AT402028B - Kompostsieb - Google Patents
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Description
AT 402 028 B
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kompostsieb mit einer liegenden, dreh- und antreibbar gelagerten Siebtrommel und einem dieser nachgeordneten Grobmaterialaustrag für die Siebrückstände, der aus einem Hochförderer mit anschließender Fallstrecke und einer von der Fallstrecke abzweigenden, in einen Abscheidebehälter mundenden Saugleitung zum Aussortieren der Leichtstoffe aus den Siebrückständen besteht.
Der aus biogenem Hausmüll erzeugte Kompost wird nach Beendigung des Kompostierens einem Kompostsieb zugebracht, durch das der wertvolle Humus von den im Kompostmaterial vorhandenen Grobmaterialien, wie Holzstücke, aber auch andere Restmüllteile und vor allem auch Kunststoffolien, Plastiksäcke u. dgl. getrennt wird. Diese Kompostsiebe weisen eine liegende, antreibbare Siebtrommel auf, in die das Kompostmaterial einerends eingefüllt und während des axialen Durchwanderns der Siebtrommel gesiebt wird. Das feinkörnige, wertvolle Humusmaterial fällt durch den Siebtrommelmantel und wird von einem unterhalb der Trommel vorgesehenen Siebgutförderer ausgetragen, das Restmaterial hingegen wandert bis zum Austragsende der Siebtrommel, wo es bisher in einen Sammelbehälter od. dgl. abgeworfen wird. Um aus dem Restmaterial die wiederverwertbaren Kunststoffolien u. dgl. aussortieren zu können, ist es auch schon bekannt, das Restmaterial anschließend an die Siebtrommel durch einen Hochförderer zu einer Fallstrecke zu bringen, so daß während des Abfallens des Restmaterials die leichten Teile, wie Kunststoffolien, durch eine Unterdruckbeaufschlagung der Fallstrecke und eine Saugleitung abgesaugt und einem Abscheidebehälter zugeführt werden können. Diese Hochförderer sind als schrägansteigende Förderbänder ausgebildet und zusammen mit der Fallstrecke und dem Absaugbehälter als eigenes Zusatzgerät für die Kompostsiebe konzipiert, was einen beträchtlichen Mehraufwand hinsichtlich Herstellung, Gerätehaltung, Transport und Einsatz bedeutet.
Gemäß der DE 41 11 120 A gibt es zum Trennen eines Grob- und Feinkorn enthaltenden Gemisches in den Grob- und Feinkornanteil auch schon eine umlaufende liegende Siebtrommel, in deren Innerem eine Zufuhreinrichtung für das Gemisch im unteren Bereich, eine Auffangwanne für den Grobanteil im oberen Bereich und eine Sprüheinrichtung zur Wasserbeaufschlagung des Gemisches angeordnet sind, wobei die Trennung einerseits durch ein Auswaschen der Feinkornteile aus der Siebtrommel und anderseits durch einen Austrag der über axiale Mitnehmer am Trommelmantel zur Auffangwanne hochgeförderten Grobkornanteile erfolgt. Mit diesen Siebtrommeln werden Gemische getrennt, deren Korngröße im Bereich zwischen 0 bis 4 mm liegen, doch ist so ein Trennen von Humus und Restmaterial oder eine Trennung von Leichtstoffen aus dem Restmaterial nicht möglich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und ein Kompostsieb der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das sich bei aufwandsarmer Konstruktion durch seine Kompaktheit, leichte Hantier- und Transportierbarkeit und seine praxisgerechte Einsatzmöglichkeit auszeichnet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Grobmaterialaustrag an der Siebtrommel angebaut ist und als Hochförderer ein zur Siebtrommel koaxiales oder parallelachsiges Schaufelrad aufweist, dessen Kranz im wesentlichen sich radial erstreckender Förderschaufeln nach außen abgedeckt und nach innen offen ist und vom Bodenbereich der Siebtrommel aufwärts in den Scheitelbereich zum Einlaß eines die Fallstrecke bildenden Schachtes führt. Die Austragsvorrichtung zum Austragen der Siebrückstände ergibt daher mit dem eigentlichen Kompostsieb eine gemeinsame Bau- und Transporteinheit, so daß der durch getrennte Geräte bedingte Mehraufwand von vornherein wegfällt. Durch die Ausgestaltung des Hochförderers als Schaufelrad wird außerdem die Baulänge dieser Baueinheit gegenüber einem Schrägförderer wesentlich reduziert, so daß neben der Funktionssicherheit auch noch eine gute Manövrierbarkeit und Einsatzfähigkeit hinzukommt. Das dem Ende der Siebtrommel zuwandernde Restmaterial wird durch die Förderschaufeln des Schaufelrades erfaßt und hochgefördert, bis es selbstständig in den Einlaß des Schachtes fällt, aus dem in Üblicher Weise Plastikfolien und andere Leichtmaterialien aus Kunststoff abgesaugt werden können. Das übrige Grob- und Schwermaterial fällt durch den Schacht und kann unterhalb des Schachtes in einem Sammelbehälter aufgefangen oder mit einem entsprechenden Förderband abtransportiert werden.
Grundsätzlich könnte das Schaufelrad als eigener Konstruktionsteil endseitig an der Siebtrommel angebaut werden, doch besonders vorteilhaft ist es, wenn das Schaufelrad in das austragsseitige Ende der Siebtrommel eingesetzt ist und der Endabschnitt des Trommelmantels die Abdeckung des Förderschaufelkranzes bildet, wobei der Einlaß des Schachtes in die Siebtrommel hineinragt. Das Schaufelrad wird damit in die Siebtrommel integriert, es sind eigene Lagerstellen oder eventuell sogar eigene Antriebe unnötig und zur Herstellung des Hochförderers genügt es, die Siebtrommel im Endbereich mit Förderschaufeln auszustatten. Der in die Siebtrommel hineinragende Schachteinlaß sorgt dann für die Ableitung der aus den Förderschaufeln abfallenden Materialien in den außerhalb der Siebtrommel verlaufenden Schacht, von dem die Saugleitung in den ebenfalls hinter der Siebtrommel angeordneten Abscheidebehälter wegführt.
Weisen die Förderschaufeln einen winkeligen, sich in Förderrichtung öffnenden Querschnitt auf, kommt es zu einem einwandfreien Hochfördern auch stückigen Restmaterials und einem gezielten Abwurf des 2
Claims (4)
- AT 402 028 B hochgeförderten Restmaterials in den Schachteinlaß. Um das Aussortieren der Plastikfolien u. dgl. zu verbessern, ist der Schacht oberhalb der Saugleitungsabzweigung mit Verteilerfingern ausgestattet und/oder weist er Lufteinströmöffnungen auf, welche Maßnahmen zu einer Auflockerung des im Schacht abfallenden Materialstromes führen und das Absaugen der 5 Leichtstoffe verbessern. Sind die Lufteinströmöffnungen in der der Abzweigöffnung der Saugleitung gegenüberliegenden Schachtwand angeordnet, können die abfallenden Leichtstoffe durch den Luftzug bereits in Richtung Saugleitung querbewegt werden, so daß eine sehr wirkungsvolle Aussortierung zustande kommt. In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand rein schematisch veranschaulicht, und zwar zeigen 70 Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Kompostsieb in teilgeschnittener Rückansicht und Fig. 2 einen Längsschnitt nach der Linie ll-ll der Fig. 1. Eine Kompostsieb 1 umfaßt eine auf einem Fahrgestell 2 liegend angeordnete, dreh* und antreibbar gelagerte Siebtrommel 3, der ein Grobmaterialaustrag 4 für die Siebrückstände nachgeordnet ist. Dieser Grobmaterialaustrag ist am Fahrgestell 2 aufgebaut und besteht aus einem als Hochförderer dienenden 75 Schaufelrad 5, dessen Kranz im wesentlichen sich radial erstreckender, einen winkeligen Querschnitt aufweisender Förderschaufeln 6 direkt im austragsseitigen Ende der Siebtrommel 3 eingesetzt ist. Der Endabschnitt 7 des Trommelmantels deckt den Kranz der nach innen frei vorstehenden Schaufeln 6 ab, so daß in den Trommelendbereich gelangendes Material vom Siebtrommelboden durch die Schaufeln 6 aufgenommen und hochtransportiert und dann im Scheitelbereich der Siebtrommel schwerkraftbedingt 20 wieder abgeworfen wird. Zum Auffangen dieses abgeworfenen Materials gibt es einen eine Fallstrecke bildenden Schacht 8, der außerhalb des Siebtrommelendes am Fahrgestell 2 montiert ist und mit einem Einlaßtrichter 9 in das Trommelinnere vorragt. Im unteren Endbereich des Schachtes 8 zweigt eine Saugleitung 10 seitlich ab, die aufwärts in einen neben dem Schacht 8 am Fahrgestell 2 aufgebauten Abscheidebehälter 11 führt. 25 Das Kompostsieb 1 kann samt dem Grobmaterialaustrag 4 als einheitliches Gerät ohne Schwierigkeiten zum gewünschten Einsatzort gebracht werden, wo es sofort einsatzbereit ist. Das Kompostmaterial wird in üblicher Weise in die Siebtrommel 3 eingefüllt und durch das rotierende Sieb gesiebt, wobei der durch die Siebtrommel 3 hindurchfallende wertvolle Humus mit einem nur angedeuteten Austragsförderer 12 seitlich weggefördert wird. Der verbleibende Siebrückstand wandert bis in das austragsseitige Siebtrommelende, 30 wo es durch die mit der Siebtrommel 3 mitdrehenden Schaufeln 6 des Schaufelrades 5 erfaßt und vom Bodenbereich der Siebtrommel bis in den Scheitelbereich hochgefördert und in den Einlaß 9 des Schachtes 8 abgeworfen wird. Dieser Schacht 8 bildet eine Fallstrecke, durch die das Material aufgelockert abfällt, wobei schräg abwärts gerichtete Verteilerfinger 13 und Lufteinströmöffnungen 14 für eine gute Auflockerung des Materials während des Abfallens sorgen und das Trennen von Leichtstoffen, wie Plastikfolien u. 35 dgl. aus dem Materialstrom erleichtern. Durch ein am Saugstutzen 15 des geschlossenen Abscheidebehälters 11 angesetztes Sauggebläse wird der Schacht 8 unterdruckbeaufschlagt und die Plastikfolien od. dgl. über die Saugleitung 10 abgesaugt, so daß sie vom übrigen Restmaterial getrennt und im Abscheidebehälter 11 gesammelt werden können. Der Sammelbehälter 11 ist mit einer unteren Entnahmeöffnung 16 ausgerüstet, die das Entleeren des Behälters ermöglicht, wobei ein schräger Behälterboden 17 die 40 Entnahme unterstützt. Das Grobmaterial aus den Siebrückständen fällt durch den Schacht 8 hindurch und kann mit einem bedarfsweise untergestellten Förderer 18 abtransportiert werden. Patentansprüche 1. Kompostsieb mit einer liegenden, dreh- und antreibbar gelagerten Siebtrommel und einem dieser nachgeordneten Grobmaterialaustrag für die Siebrückstände, der aus einem Hochförderer mit anschließender Fallstrecke und einer von der Fallstrecke abzweigenden, in einen Abscheidebehälter mündenden Saugleitung zum Aussortieren der Leichtstoffe aus den Siebrückständen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Grobmaterialaustrag (4) an der Siebtrommel (3) angebaut ist und als Hochför-50 derer ein zur Siebtrommel (3) koaxiales oder parallelachsiges Schaufelrad (5) aufweist, dessen Kranz im wesentlichen sich radial erstreckender Förderschaufeln (6) nach außen abgedeckt und nach innen offen ist und vom Bodenbereich der Siebtrommel (3) aufwärts in den Scheitelbereich zum Einlaß (9) eines die Fallstrecke bildenden Schachtes (8) führt.
- 2. Kompostsieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaufelrad (5) in das austragssei tige Ende der Siebtrommel (3) eingesetzt ist und der Endabschnitt (7) des Trommelmantels die Abdeckung des Förderschaufelkranzes bildet, wobei der Einlaß (9) des Schachtes (8) in die Siebtrommel (3) hineinragt. 3 AT 402 028 B
- 3. Kompostsieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderschaufeln (6) einen winkeligen, sich in Förderrichtung öffnenden Querschnitt aufweisen.
- 4. Kompostsieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schacht (8) oberhalb der Saugleitungsabzweigung mit Verteilerfingern (13) ausgestattet ist und/oder Lufteinströmöffnungen (14) aufweist. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 4
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT74095A AT402028B (de) | 1995-04-28 | 1995-04-28 | Kompostsieb |
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|---|---|---|---|---|
| US4957618A (en) * | 1986-10-22 | 1990-09-18 | Lindema Kommanditbolag | Vertical screening device |
| DE4111120A1 (de) * | 1991-04-03 | 1992-10-08 | Karl Steinwendtner | Vorrichtung zum trennen eines grob- und feinkorn enthaltenden gemisches |
-
1995
- 1995-04-28 AT AT74095A patent/AT402028B/de not_active IP Right Cessation
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| ATA74095A (de) | 1996-06-15 |
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