AT398983B - Reagens zur bestimmung der aptt - Google Patents

Reagens zur bestimmung der aptt Download PDF

Info

Publication number
AT398983B
AT398983B AT99892A AT99892A AT398983B AT 398983 B AT398983 B AT 398983B AT 99892 A AT99892 A AT 99892A AT 99892 A AT99892 A AT 99892A AT 398983 B AT398983 B AT 398983B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
reagent according
reagent
plasma
kaolin
phospholipids
Prior art date
Application number
AT99892A
Other languages
English (en)
Other versions
ATA99892A (de
Inventor
Hartmut Dr Lang
Berta Dr Moritz
Original Assignee
Immuno Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority to AT99892A priority Critical patent/AT398983B/de
Application filed by Immuno Ag filed Critical Immuno Ag
Priority to ES93890099T priority patent/ES2130244T3/es
Priority to DK93890099T priority patent/DK0570356T3/da
Priority to AT93890099T priority patent/ATE176822T1/de
Priority to EP93890099A priority patent/EP0570356B1/de
Priority to DE59309374T priority patent/DE59309374D1/de
Priority to CZ93879A priority patent/CZ87993A3/cs
Priority to CA002096212A priority patent/CA2096212A1/en
Priority to JP5112783A priority patent/JPH0643169A/ja
Priority to FI932195A priority patent/FI932195L/fi
Priority to HU9301400A priority patent/HU216882B/hu
Priority to NO931774A priority patent/NO310126B1/no
Priority to SK487-93A priority patent/SK48793A3/sk
Priority to MX9302831A priority patent/MX9302831A/es
Publication of ATA99892A publication Critical patent/ATA99892A/de
Application granted granted Critical
Publication of AT398983B publication Critical patent/AT398983B/de

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N33/00Investigating or analysing materials by specific methods not covered by groups G01N1/00 - G01N31/00
    • G01N33/48Biological material, e.g. blood, urine; Haemocytometers
    • G01N33/50Chemical analysis of biological material, e.g. blood, urine; Testing involving biospecific ligand binding methods; Immunological testing
    • G01N33/86Chemical analysis of biological material, e.g. blood, urine; Testing involving biospecific ligand binding methods; Immunological testing involving blood coagulating time or factors, or their receptors
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N2405/00Assays, e.g. immunoassays or enzyme assays, involving lipids
    • G01N2405/04Phospholipids, i.e. phosphoglycerides

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Hematology (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Immunology (AREA)
  • Urology & Nephrology (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Cell Biology (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Pathology (AREA)
  • Investigating Or Analysing Biological Materials (AREA)

Description

AT 398 983 B
Die Erfindung betrifft einen Initiator der intrinsischen Gerinnung, ein Reagens zur Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) sowie ein Verfahren zur Herstellung dieses Reagens bzw. zur Bestimmung der aPTT.
Die aktivierte partielle Thromboplastinzeit einer Plasmaprobe dient als "screening"-Test zur globalen 5 Erfassung der Aktivität von Gerinnungsfaktoren der intrinsischen Gerinnung. Störungen im Gerinnungsablauf bedingen Gerinnungszeiten, die außerhalb des Normalbereiches liegen. Die Verlängerung der aPTT, wie sie bei der Hämophilie A auftritt, manifestiert z.B. einen Mangel an Gerinnungsfaktor VIII. Zusätzlich wird der aPTT-Test häufig zur Übervachung einer Heparintherapie eingesetzt.
Ein Reagens zur Bestimmung der aPTT enthält einen Aktivster, um die Kaskade der intrinsischen 10 Gerinnung bis zur Bildung von aktiviertem Faktor IX zu initiieren. Des weiteren werden zur Aktivierung von Faktor X und Prothrombin Phospholipide benötigt, weshalb diese ebenfalls in einem aPTT-Reagens enthalten sind. Das Reagens wird mit einer Plasmaprobe in Kontakt gebracht, worauf nach einer definierten, möglichst kurzen Aktivierungszeit Calcium zugesetzt wird und die Zeit bis zur Bildung eines Fibrinclots gemessen wird. is An das Testsystem der aPTT werden eine Vielzahl von Anforderungen gestellt. Für Routineuntersuchungen ist die einfache Handhabung eines aPTT-Reagens unbedingte Voraussetzung. Ebenso muß die Stabilität der Inhaltsstoffe sehr hoch sein, um eine gleichbleibende Gerinnungszeit über einen langen Zeitraum hinweg zu gewährleisten. Dies ermöglicht auch den kostengünstigen Einsatz des Reagens. Auch ist für die aPTT als Globaltest eine ausgewogene Sensitivität gegenüber allen zu erfassenden Parametern 20 erforderlich. Übliche Reagenzien zur Bestimmung der aPTT enthalten als Initiator der intrinsischen Gerinnung einen oberflächenaktiven Feststoff. Durch die Verwendung einer oberflächenaktiven Matrix wird zuerst Faktor XII aktiviert, vergleichbar mit den physiologischen Bedingungen. Als Feststoffaktivator werden etwa Kaolin, Celit und Glas eingesetzt. Kaolin ist beispielsweise in handelsüblichen Reagenzien zur Bestimmung der aPTT als 25 Suspension enthalten (Pathromtin®, Fa. Behringwerke (1990) oder PTT Reagens, Fa. Boehringer Mannheim (1986)). Als Phospholipid wird ein lyophilisierter Lipidextrakt aus Humanplazenten bzw. lyophilisiertes Kephalin eingesetzt. Die Phospholipide werden jedoch erst vor der Durchführung der Bestimmung mit Kaolin zu einem gebrauchsfertigen Reagens gemischt. Die getrennte Lagerung von Kaolin und Phospholipiden ist vor allem aus Stabilitätsgründen erforderlich. 30 Bei der Lyophilisierung von Lipiden mit Kaolin würden Lipide großteils inaktiviert werden. So tritt etwa bei der Herstellung von PTT-IMMUNO (Fa. Immuno) bei der gemeinsamen Lyophilisierung von Kaolin und Phospholipiden (extrahiert aus Schweinehirn) ein Verlust von bis zu 50 % der Phospholipidaktivität auf.
Als Alternative zu Feststoffaktivatoren können auch flüssige Aktivatoren, wie Ellagsäure und ihre Derivate, oder gelöste Sulfatide eingesetzt werden. Die Empfindlichkeit eines Flüssigaktivatoren enthaltenes den Tests gegenüber Heparin ist jedoch verschlechtert, weshalb diverse Zusätze zur Empfindlichkeitsverbesserung vorgeschlagen werden. Gemäß der WO 91/16453 enthält ein heparinempfindliches Reagens auf Basis von Ellagsäure zusätzlich Dextransulfat.
Ein Nachteil von Kaolin bzw. von Feststoffaktivatoren im allgemeinen und Ellagsäure bzw. -derivaten ist die lange Aktivierungszeit der ersten Phase der intrinsischen Gerinnung, wodurch eine relativ lange 40 Inkubationszeit von mindestens 4 min zur Aktivierung notwendig ist. Ein weiterer Nachteil besteht in der relativ langen Gerinnungszeit in Gegenwart von Kaolin. Eine höhere Kaolinkonzentration im Reagens kann jedoch die Aktivierungszeit verkürzen. Kaolin, das sich aus der Suspension absetzt, kann aber zu einer verlängerten Gerinnungszeit führen bzw. Fehlergebnisse bei der Ermittlung des Gerinnungsendpunktes mittels gebräuchlicher Koagulometer hervorrufen. Es muß daher getrachtet werden, die Konzentrationen an 45 Feststoffaktivator möglichst gering zu halten.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein standardisiertes Reagens mit hoher Stabilität zur Bestimmung der aPTT zur Verfügung zu stellen, welches einfach zu handhaben und kostengünstig ist und sowohl kurze Aktivierungszeiten als auch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Heparin oder Einzelfaktoren der Gerinnungskaskade mit sich bringt. so Die Lösung der gestellten Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Initiator der intrinsischen Gerinnung von Blut, Plasma oder Blutderivaten ermöglicht, der ein Gemisch aus Sulfatiden und einem Feststoffaktivator, vorzugsweise Kaolin, enthält.
Das erfindungsgemäße Reagens enthält als Initiator der intrinsischen Gerinnung ein Gemisch aus Sulfatiden (z.B. von der Fa. Pentapharm) und einen Feststoffaktivator. Weiters sind Phospholipide enthalten. 55 Die nur kurze Aktivierungszeit, welche bei Verwendung von Sulfatiden zur Aktivierung von Faktor XII benötigt wird, ist durch die gemeinsame Verwendung mit Kaolin kaum verlängert. Mit der Verwendung des erfindungsgemäßen Reagens wird somit eine für Routineuntersuchungen praktikable Vorgangsweise der kurzen Inkubationszeit ermöglicht. Gleichzeitig wird aber auch die Heparinempfindlichkeit durch den Einsatz 2
AT 398 983 B des Feststoffaktivators verbessert.
Die Verwendung des erfindungsgemäßen Initiators in einem aPTT Reagens ermöglicht also überraschenderweise die Kombination der Vorteile beider Einzelaktivatoren, jedoch nicht deren Nachteile.
Dies war nicht vorherzusehen. Eher war zu vermuten, daß die Kombination der Sulfatide mit Kaolin als Initiator der intrinsischen Gerinnung im Reagens zu einer Verminderung der Aktivität führt. Gemäß dem Vorurteil der Fachwelt, daß Schwierigkeiten bei der Kombination von Aktivatoren mit unterschiedlichen Reaktionsmechanismen entstehen würden, war es überraschend, daß das erfindungsgemäße Reagens sehr gut standardisierbar ist. Dies ist Voraussetzung für eine hohe Reproduzierbarkeit des Bestimmungsverfahrens.
Im erfindungsgemäßen Reagens wird die Menge an Kaolin gering gehalten. Das vermehrte Absetzen von Kaolin wird verhindert, Schwierigkeiten beim Betrieb von Detektionsgeräten werden vermieden.
Der erfindungsgemäße Initiator kann ohne Schwierigkeiten gemeinsam mit Phospholipiden zu einem kostengünstigen Reagens lyophilisiert werden. Eine mögliche negative Wechselwirkung der Einzelkomponenten ist ohne Bedeutung.
Die Erfindung betrifft daher ein Reagens zur Bestimmung der aPTT von Blut, Plasma oder Blutderivaten, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es ein Gemisch aus Sulfatiden und einem Feststoff-Aktivator, vorzugsweise Kaolin, als Initiator der intrinsischen Gerinnung und weiters Phospholipide enthält.
Die Konzentrationen an Kaolin bzw. Sulfatiden im Reagens betragen für Kaolin zwischen 0,1 und 0,6 Gew.%, vorzugsweise 0,1 bis 0,3 Gew.%, und für Sulfatide 0,001 bis 0,03 Gew.%, vorzugsweise 0,002 bis 0,01 Gew.%.
Das Reagens enthält vorzugsweise chemisch reine Phospholipide in einer standardisierten Mischung. Es hat sich gezeigt, daß dadurch eine unerwartet hohe Reproduzierbarkeit des Testverfahrens erreicht wrid. Die Mischung der Phospholipide enthält beispielsweise Phosphatidylserin, Phosphatidylcholin und Cholesterin.
In der Mischung befinden sich vorzugsweise 5 bis 50 % Phosphatidylserin, 15 bis 60 % Phosphatidylcholin, 15 bis 60 % Phosphatidylethanol, 0 bis 20 % Cholesterin und 5 bis 20 % Phosphatidinsäure, bezogen auf den Gesamtphospholipidgehalt. Als standardisierte Mischung wird z.B. 0,2 mg Phosphatidylserin, 0,85 mg Phosphatidylcholin, 0,65 mg Phosphatidylethanolamin, 0,15 mg Cholesterin und 0,15 mg Phosphatidinsäure pro ml eventuell verdünnt eingesetzt.
Eine bevorzugte Ausführungsform des Reagens ist dadurch gekennzeichnet, daß es weiters Oxidationshemmer und Empfindlichkeitsverbesserer enthält. Als Oxidationshemmer zur Erhöhung der Lagerstabilität des Reagens im lyophilisierten oder flüssigen Zustand werden beispielsweise Cystein, Harnsäure, Vitamin C oder Vitamin E eingesetzt. Zusätze, wie Alkalisalze, eventuell gemeinsam mit Aminosäuren, erhöhen die Sensitivität des Tests gegenüber Einzelfaktoren. Es hat sich gezeigt, daß sich ein Reagens enthaltend Cäsiumchlorid (5 bis 25 mg/ml) und Arginin (2,5 bis 20 mg/ml), vorzugsweise 16,8 mg CsCI/ml und 10,5 mg Arginin/ml, nach entsprechender Verdünnung besonders gut zur Bestimmung der aPTT einer Plasmaprobe mit einem Mangel an Einzelfaktoren (Faktor VIII) eignet.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des Reagens ist dadurch gekennzeichnet, daß es weiters ein chromogenes Substrat enthält, mit dem gegebenenfalls die Gerinnungszeit photometrisch durch Farbentwicklung bestimmbar ist. Die Erfassung des Endproduktes ist aber auch durch die photometrische Bestimmung der Veränderung der Lichtdurchlässigkeit möglich.
Vorteilhafterweise enthält das Reagens weiters Stabilisatoren, vorzugsweise Albumin und/oder Puffersubstanzen.
Das Verfahren zur Herstellung dieses Reagens ist einfach. Sulfatide werden in einer wässerigen Suspension des Feststoffaktivators mit Phospholipiden und gegebenenfalls mit weiteren Zusätzen vermischt und gegebenenfalls lyophilisiert.
Die Herstellung des Reagens kann aber auch dadurch erfolgen, daß Sulfatide, der Feststoffaktivator und Phospolipide, gegebenenfalls nach Lyophilisierung, gegebenenfalls mit weiteren Zusätzen im festen Zustand vermischt werden.
Das erfindungsgemäße Reagens eignet sich sowohl zur Überwachung einer Heparintherapie als auch zur Bestimmung von Einzelfaktoren, also Gerinnungsfaktoren bzw. Inhibitoren der intrinsischen Gerinnung.
Die Erfindung betrifft weiters ein Verfahren zur Bestimmung der partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) von Proben von Blut, Plasma oder Blutderivaten, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die Probe mit einem erfindungsgemäßen Reagens in Kontakt gebracht wird, nach einer vorbestimmten Aktivierungszeit Calciumionen zugesetzt werden und die Gerinnungszeit bestimmt wird.
Durch den Zusatz von heparinneutralisierenden Substanzen kann ein Gerinnungsfaktor-Mangel auch in heparinisierten Plasmaproben bestimmt werden. Polybren neutralisiert beispielsweise vorhandenes Heparin und macht damit das erfmdungsgemäße Reagens gegenüber einem Heparingehalt der Probe unempfind- 3
AT 398 983 B lieh.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist also dadurch gekennzeichnet, daß die Probe vor Zugabe des erfindungsgemäßen Reagens mit einer Heparinneutralisierenden Substanz, wie Polybren, Protaminsulfat, usw. versetzt wird. 5 Weiters betrifft die Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bestimmung der Aktivität von Faktoren der intrinsischen Gerinnung und deren Inhibitoren, wobei eine Plasmaprobe mit einem erfindungsgemäßen Reagens in Kontakt gebracht wird, nach einer vorbestimmten Aktivierungszeit Calciumionen zugesetzt werden und die Gerinnungszeit bestimmt wird, worauf das erhaltene Ergebnis mit dem einer Standardprobe mit bekannter Aktivität der Faktoren in Bezug gesetzt wird. io Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele noch näher erläutert. 1. Vergleich der aPTT bei Verwendung von diversen Reagenzien
Die untersuchten Reagenzien zur Bestimmung der aPTT enthielten als Initiator der intrinsischen 15 Gerinnung Sulfatide (Fa. Pentapharm) und Kaolin in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen in 200 mM Hepes-Glycin-Puffer (pH 6,8). Weiters war eine Mischung aus 4,8 ug Phosphatidylserin, 20,7 ug Phosphati-dylcholin, 15,9 ug Phosphatidyläthanolamin, 3,7 ug Cholesterin und 3,7 ug Phosphatidinsäure pro ml im Reagens vorhanden. 0,1 ml Normalplasma (NP) (Reference Plasma 100 %, Fa. Immuno) bzw. ein abnormales Plasma (AP) 20 (Immunocontrol Plasma Abnormal, Fa. Immuno) wurden mit 0,1 ml Reagens versetzt. Nach einer 2-minütigen Inkubationszeit bei 37 ° C wurden 0,1 ml 0,025 M CaCfe-Lösung zugesetzt und die Zeit bis zum Gerinnungspunkt mit einem Schnitger-Gross-Koagulometer (Fa. Amelung) gemessen.
Aus der Tabelle 1 ist ersichtlich, daß durch die Gegenwart von Sulfatiden im Reagens die Gerinnungszeit vom Normalplasma (NP) verkürzt ist. Kaolin im Reagens verbessert aber auch die Empfindlichkeit, 25 ausgedrückt durch das Verhältnis der Gerinnungszeiten von AP und NP (siehe Tabelle 2).
Tabelle 1: aPTT (s)
Kaolin (%) 0 0,15 0,30 30 Sulfatid (%) NP 0 X 78,1 70,1 NP 0,005 34,4 38,4 38,6 35 NP 0,01 39,1 41,1 41,8 40 Tabelle 2: Verhältnis der aPTT Kaolin (%) 0 (AP/NP) 0,15 0,30 45 Sulfatid (%) 0 X 2,20 2,12 0,005 2,00 2,11 2,21 0,01 2,01 2,15 2,23 50 2. Heparinempfindlichkeit 55 Unter Verwendung der Reagenzien aus 1. wurden Normalplasma (siehe 1.) und heparinisiertes Normalplasma (0,37 E Heparin/ml) untersucht. Das Verhältnis der aPTT von heparinisiertem Normalplasma zu Normalplasma ist für die verschiedenen Reagenzien in Tabelle 2 angegeben. Die Empfindlichkeit gegenüber Heparin wird durch einen höheren Kaolingehalt im Reagens verbessert. 4
AT 398 983 B
Tabelle 3: Verhältnis der aPTT (+/- Heparin)
Kaolin (%) 0 0,15 0,30 Sulfatide 0 (%) X 1,50 1,66 0,005 1,18 1,28 1,37 0,01 1,23 1,31 1,41
3. Empfindlichkeit gegenüber Faktor VIII
Unter Verwendung der Reagenzien aus 1. wurden Normalplasma (siehe 1.) und Control Plasma (Fa. Immuno; enthielt < 30 % Faktor VIII bezogen auf den Faktor Vlll-Gehalt von Normalplasma (= 100 %)) untersucht. Das Verhältnis der aPTT des Control Plasmas zu Normalplasma ist für die verschiedenen Reagenzien in Tabelle 4 angegeben. Die Empfindlichkeit gegenüber Faktor VIII wird durch den Gehalt an Sulfatiden im Kaolin-hältigen Reagens verbessert. Tabelle 4: Verhältnis der aPTT 0 Control Plasma (< 30 % Faktor VIII/Normalplasma) Kaolin (%) O 0,15 0,30 Sulfatide (%) 0 x 1,48 1,51 0,005 1/66 1,75 1,74 0,01 1/71 1,72 1,70 4. Faktor Vlll-Bezugskurve
Zur Erstellung einer Bezugskurve für Faktor VIII wurde Reference Plasma 100 % (Fa. Immuno) 1 : 5 mit Imidazolpuffer (3,4 g/l Imidazol, 5,85 g/l NaCI, pH 7,4) verdünnt. 0,1 ml dieser Verdünnung wurden mit 0,1 ml Phospholipid-Kaolin-Sulphatid-Reagens (Zusammensetzung der Phospholipide wie in Beispiel 1; 0,3 % Kaolin und 0,01 % Sulfatide in 200 mM Hepes-Glycin-Puffer, pH 6,8) vermischt und 4 min bei 37 ”C inkubiert. Gleichzeitig mit der Zugabe von 0,1 ml Calciumchlorid (25 mM) wurde die Stoppuhr in Gang gesetzt und die Zeit bis zum Gerinnungsendpunkt mittels eines Schnitger-Gross-Koagulometers (Fa. Amelung) bestimmt.
Das 1 : 5 vorverdünnte Plasma entspricht 100 % Faktor VIII. Weitere Verdünnungen wurden gemäß einer geometrischen Verdünnungsreihe (1:1= 100 % bis 1 : 128 = 0,78 %) getestet. In Tabelle 5 sind die Meßergebnisse angeführt. 5

Claims (14)

  1. AT 398 983 B Tabelle 5 Faktor VIII (%) Gerinnungszeit (s) 100 78,5 50 91,0 25 101,7 12,5 115,3 6,25 128,9 3,13 139,9 1,56 148,6 0,78 159,4 Patentansprüche 1. Initiator der intrinsischen Gerinnung von Blut, Plasma oder Blutderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß er ein Gemisch aus Sulfatiden und einem Feststoffaktivator, vorzugsweise Kaolin, enthält.
  2. 2. Reagens zur Bestimmung der aPTT von Blut, Plasma oder Blutderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Gemisch aus Sulfatiden und einem Feststoff-Aktivator, vorzugsweise Kaolin, als Initiator der intrinsischen Gerinnung und weiters Phospholipide enthält.
  3. 3. Reagens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die enthaltenen Phospholipide chemisch reine Phospholipide in einer standardisierten Mischung sind.
  4. 4. Reagens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Phospholipidmischung, bezogen auf den Gesamtphospholipidgehalt, 5 bis 50 % Phosphatidylserin, 15 bis 60 % Phosphatidylcholin, 15 bis 60 % Phosphatidylethanol, 0 bis 20 % Cholesterin und 5 bis 20 % Phosphatidinsäure enthält.
  5. 5. Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es weiters Oxidationshemmer und/oder Empfindlichkeitsverbesserer enthält.
  6. 6. Reagens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es Alkalisalze, eventuell gemeinsam mit Aminosäuren, enthält.
  7. 7. Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß es weiters ein chromogenes Substrat enthält, mit dem gegebenenfalls die Gerinnungszeit photometrisch durch Farbentwicklung bestimmbar ist.
  8. 8. Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß es weiters Stabilisatoren, vorzugsweise Albumin und/oder Puffersubstanzen enthält.
  9. 9. Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es in lyophilisierter Form vorliegt.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung des Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß Sulfatide in einer wässerigen Suspension des Feststoff-Aktivators mit Phospholipiden und gegebenenfalls mit weiteren Zusätzen vermischt werden und gegebenenfalls lyophilisiert werden.
  11. 11. Verfahren zur Herstellung des Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß Sulfatide, der Feststoffaktivator und Phospolipide, gegebenenfalls nach Lyophilisierung, gegebenenfalls mit weiteren Zusätzen im festen Zustand vermischt werden.
  12. 12. Verfahren zur Bestimmung der partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) von Proben von Blut, Plasma oder Blutderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß die Probe mit einem Reagens nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 9 in Kontakt gebracht wird, nach einer vorbestimmten Aktivierungszeit 6 AT 398 983 B Calciumionen zugesetzt werden und die Gerinnungszeit bestimmt wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Probe vor Zugabe eines Reagens nach einem der Ansprüche 2 bis 9 mit einer Heparin-neutralisierenden Substanz versetzt wird.
  14. 14. Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 12 oder 13 zur Bestimmung der Aktivität von Faktoren der intrinsischen Gerinnung und deren Inhibitoren, dadurch gekennzeichnet, daß eine Plasmaprobe mit einem Reagens nach den Ansprüchen 2 bis 9 in Kontakt gebracht wird, nach einer vorbestimmten Aktivierungszeit Calciumionen zu gesetzt werden und die Gerinnungszeit bestimmt wird, worauf das erhaltene Ergebnis mit dem einer Standardprobe mit bekannter Aktivität der Faktoren in Bezug gesetzt wird. 7
AT99892A 1992-05-15 1992-05-15 Reagens zur bestimmung der aptt AT398983B (de)

Priority Applications (14)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT99892A AT398983B (de) 1992-05-15 1992-05-15 Reagens zur bestimmung der aptt
DK93890099T DK0570356T3 (da) 1992-05-15 1993-05-12 Reagens til bestemmelse af den aktiverede partielle thromboplastintid (APTT)
AT93890099T ATE176822T1 (de) 1992-05-15 1993-05-12 Reagens zur bestimmung der aktivierten partiellen thromboplastinzeit (aptt)
EP93890099A EP0570356B1 (de) 1992-05-15 1993-05-12 Reagens zur Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
DE59309374T DE59309374D1 (de) 1992-05-15 1993-05-12 Reagens zur Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
CZ93879A CZ87993A3 (en) 1992-05-15 1993-05-12 aPTT DETERMINATION AGENT
ES93890099T ES2130244T3 (es) 1992-05-15 1993-05-12 Reactivo para la determinacion del tiempo de tromboplastina parcialmente activa (iipa).
CA002096212A CA2096212A1 (en) 1992-05-15 1993-05-13 Initiator of the intrinsic coagulationof blood, plasma or blood derivatives, a reagent for determining the aptt of blood, plasma or blood derivatives, a method of producing this reagent and a method of determining the aptt of samples of blood, plasma or blood derivatives
JP5112783A JPH0643169A (ja) 1992-05-15 1993-05-14 内因性凝固系のイニシエーター
FI932195A FI932195L (fi) 1992-05-15 1993-05-14 Reagens foer bestaemning av aptt
HU9301400A HU216882B (hu) 1992-05-15 1993-05-14 Az aktivált parciális tromboplasztin idő (aPTT) meghatározására szolgáló iniciátor, reagens, azok előállítási eljárása, alkalmazása, és a reagenst tartalmazó készlet
NO931774A NO310126B1 (no) 1992-05-15 1993-05-14 Initiator for bestemmelse av koaguleringstid, reagens for bestemmelse av aPTT, fremgangsmåte ved fremstilling av reagensetog anvendelse derav
SK487-93A SK48793A3 (en) 1992-05-15 1993-05-14 Agent for determination aptt, process for its preparation and its use
MX9302831A MX9302831A (es) 1992-05-15 1993-05-14 Iniciador de la coagulacion intrinseca de sangre, derivados de sangre o plasma, reactivo para determinar el tiempo de tromboplasma parcial activida y metodo para producir tal reactivo.

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT99892A AT398983B (de) 1992-05-15 1992-05-15 Reagens zur bestimmung der aptt

Publications (2)

Publication Number Publication Date
ATA99892A ATA99892A (de) 1994-07-15
AT398983B true AT398983B (de) 1995-02-27

Family

ID=3504595

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT99892A AT398983B (de) 1992-05-15 1992-05-15 Reagens zur bestimmung der aptt

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT398983B (de)

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0123883B1 (de) * 1983-03-28 1991-09-18 BEHRINGWERKE Aktiengesellschaft Verfahren zur fotometrischen Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit und Reagenz dazu

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0123883B1 (de) * 1983-03-28 1991-09-18 BEHRINGWERKE Aktiengesellschaft Verfahren zur fotometrischen Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit und Reagenz dazu

Also Published As

Publication number Publication date
ATA99892A (de) 1994-07-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69108896T2 (de) Verfahren zur bestimmung der konzentration von antikoagulantien.
DE69033033T2 (de) Verbesserte kontrollverfahren für stabile blutkoagulation
EP0915340B1 (de) Verfahren zur Bestimmung des antikoagulatorischen Potentials einer Probe und Verfahren zur Bestimmung der Glykosilierung von Thrombomodulin
DE641443T1 (de) Quantitativer Gerinnungstest für aktievierten Faktor VII.
EP0035211B1 (de) Verfahren und Reagens zur Bestimmung der beta-Lipoproteine (LDL)
EP0711838B2 (de) Verfahren zum spezifischen Nachweis eines aktivierten Gerinnungsfaktors V mit einer erhöhten Stabilität gegenüber aktiviertem Protein C
EP0696642B1 (de) Verfahren zum Nachweis von Störungen des Protein C/Protein S-Systems
DE69524161T2 (de) Verfahren zur Bestimmung von Fibrinogen und Reagenz zu dessen Bestimmung
EP0123883B1 (de) Verfahren zur fotometrischen Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit und Reagenz dazu
DE60309785T2 (de) Reagenzien-Kit zum Nachweis von Lupus-Antikoagulant
EP0570356B1 (de) Reagens zur Bestimmung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
EP1134584B1 (de) Induzierte Aggregation und Agglutination von Plättchen
DE60032001T2 (de) Verfahren zur stabilisierung von thrombin
EP0229234A1 (de) Verfahren zur photometrischen Bestimmung von Protein C
EP0062310B1 (de) Reagens zur optischen Bestimmung des Blutgerinnungsverhaltens
DE68912477T3 (de) Verfahren zum messen der biologischen wirkung von antithrombin iii und reagenzkit zu dessen messung
DE69016858T2 (de) Verfahren und Reagenziensatz zur Bestimmung der funktionalen Aktivität von Protein S in menschlichem Plasma.
AT405692B (de) Reagens zur bestimmung der aptt
EP0496723A2 (de) Reagens zur Bestimmung von Faktor VIII-Aktivität
AT398983B (de) Reagens zur bestimmung der aptt
EP0898168B1 (de) Verwendung von Annexinen als Lupus Antikoagulans Kontrolle oder Standard in Gerinnungstesten
EP0570354B1 (de) Verfahren zur Bestimmung von Fibrinogen
EP0408075B1 (de) Verfahren und Reagenz zur Bestimmung von Antithrombin III
EP0826965B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Faktor V-Mangelplasma und ein so erhaltenes Mangelplasma
DE69423738T2 (de) Tetrahydroxychinon als eine aktivatorkomponente für den aktivierten partiellen thromboplastinzeit-test der blutgerinnung und als anzeiger von blutgerinnungsstörungen

Legal Events

Date Code Title Description
ELJ Ceased due to non-payment of the annual fee