<Desc/Clms Page number 1>
Himmelsglobus mit einge8chlos8enem Tellurium.
Der im Folgenden beschriebene Himmelsglobus hat einen dreifachen Zweck : Er soll erstens dazu dienen, den Anblick, den das Himmelsgewölbe zu den verschiedenen
EMI1.1
stellung des Fixsternhimmels und der scheinbaren-geozentrischen-Orter der beweglichen Gestirne.)
Er soll es zweitens ermöglichen, den wirklichen-heliozentrischen-Ort, den die Planeten bei ihrem Lauf um die Sonne jeweils einnehmen, zu veranschaulichen.
(Darstellung der wirklichen - heliozentrischen-Orter der Planeten.)
Er soll drittens durch eine Kombination dieser beiden Aufgaben die Möglichkeit bieten. den geozentrischen und den heliozentrischen Ort der Planeten zugleich darzustellen und so in anschaulicher Weise zu zeigen, wie sich aus den wirklichen Bahnen der Erde und der Planeten ihre scheinbare am Himmel sichtbare Bahn ergibt. (Darstellung der wirklichen und scheinbaren Bewegung der Planeten.)
EMI1.2
stellt sich jedoch keines der erwähnten Instrumente zur Aufgabe, und unterscheidet sich dadurch insbesondere dieser Globus von jenen.
Man füge hier bei, dass der Globus in seiner gegenwärtigen Einrichtung hauptsächlich den Zwecken der sich für dieses Gebiet interessierenden Laien und der Schule dienen soll und daher
EMI1.3
Dementsprechend ist der Globus folgendermassen eingerichtet :
Er besteht :
aus einem grossen Holzreif a, einem Stativ, einer aus Eisenblechreifen b zusammengesetzten Kugel von etwas kleinerem Durchmesser als der grosse Holzreif a, Fig. 1 und einem schwächeren Holzreif mit einem Netz, gebildet aus sechs beiläufig konzentrischen Kreisen und drei über den Mittelpunkt des Reifens gespannten Drähten, für die Darstellung der Planetenbahnen (Fig. 2) und aus kleinen Drahtgestellen mit Holzkugeln für die Darstellung der Fixsterne und Sternbilder, ferner aus Marken für die Planeten, Sonne und Mond.
Im Folgenden wird der Apparat, nach seinem dreifachen Zweck getrennt, und zwar zunächst zur Darstellung des Fixsternhimmels und der Planeten und der scheinbaren Bewegung derselben eingerichtet, besprochen.
Dazu werden alle aufgezählten Teile verwendet mit Ausnahme des schwächeren Holzreifens mit dem Drahtnetz.
Der Globus, in dieser Zusammensetzung, besteht demnach im Wesentlichen aus einer Kugel die aus, an den Kreuzungspunkteil mit Schrauben zusammengehaltenen Eisenblechreifen b (Fig. 1) gebildet ist. Auf diese Blechreifen werden mittels Blechkammern die Sternbildergestelle < x nnd
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
gelötet. Fig. 3.
Die Marken für die Planeten sind Blechklammern, auf deren einer-dem Innern des Globus zuzuwendender Seite-ein Draht angelötet ist ; auf diesem lässt sich eine kleine hölzerne Scheibe in der Grösse der Sternkugeln, die in der Richtung eines Durchmessers durchbohrt und ebenfalls mit Leuçhtpapier beklebt ist, verschieben. Eine doppelte Biegung des Drahtes gestattet es, dieses Scheibchen auch bis vor die Klammer zu schieben, d. h. auf 00 Brei. e einzustelleu. Fig. 4.
Die Marke für die Sonne ist eine kleine Messingblechscheibe mit einem Strahlenkranz oder eine kleine Glühlampe mit einem Reflektor.
Die Marken für den Mond in seinen verschiedenen Phasen sind mit Leuchtpapier beklebte Kartonplättchen. Auch diese sind auf der Klammer mit dem aufgelöteten Draht wie die Planetenmarken verschiebbar.
Der Globus in der beschriebenen Gestalt bietet die Möglichkeit, für verschiedene geographische Breiten den Anblick des Himmels mit den grösseren Fixsternen und den mit freinn Auge sicht- baren Planeten sowie mit Sonne und Mond zu jeder Stunde des Jahres darzustellen. Die Art, in der dies geschieht ist ganz dieselbe wie bei den gewöhnlichen Himmelsgloben. Nur befestigt man vor Einstellung des Globus die Marken für die beweglichen Gestirne an der ihnen am betretend Tage zukommenden Stelle des die Ekliptik darstellenden Eisenreifens.
Welche Stelle sie an eben dem Tage einnehmen, entnimmt man aus einer astronomischen TafeL
Verbrennt man bei verdunkeltem Raum im Innern des Globus ein Stück Magnesiumdraht, so leuchten nach dessen Erlöschen die Sterne und der Mond vermögen des aufgeklebten phosphorezierenden Papiers durch ca. 20 Minuten in intensivem bläulichen Licht.
Zur Lösung der zweiten Aufgabe, d. i. zur Darstellung der wirklichen Bewegung der Planeten dient der schwächere Holzreif mit dem oben erwähnten Drahtnetz allein.
Er ist so gross, dass er genau in die Eisenreifen passt. Über seinen Rand sind 3 Drähte ge- spannt, die sich im Mittelpunkte kreuzen und hierdurch eine Messingblechkammer in Kugelform zusammengehalten werden. Auf ihnen werden die die Planetenbahnen vorstellenden Drahtkreise c befestigt. (Fig. 2). Diese sind aus dickem Draht hergestellt und entsprechen den Bahnen des Merkur, der Venus, der Erde, des Mars, des Jupiter und des Saturn.-Uranus und Neptun bleiben ausser Betracht, weil sie mit freiem Aug nicht sichtbar sind, und die Darstellung ihrer Bahn den Globus übermässig vergrössern würde, oder eine zu weit gehende Verkleinerung der übrigen Planetenbahnen zur Folge hätte.
Auf der nach oben gewendeten Fläche des hölzernen Reifrandes ist rlie Eintpilung vun 00 bis 360 angebracht.
Im Kreuzungspunkte der als Träger der Planetenbahnreifen dienenden Drähte ist ein Faden befestigt, der an seinem anderen Ende durch eine kleine Bleikugel beschwert ist und dazu dient, auf den Planetenbahnen jene Stellen zu ermitteln, welche den gesuchten resp. angegebenen heliozentrischen Längen entsprechen.
EMI2.2
die an der Biegung eines kurzen haarnadelförmig gebogenen dünnen Drahtes auf einer Achse sitzen. Fig. 5.
HoU nun die Situatn im Sonnensystem für einen bestimmten Tag dargestellt werden, so bestimmt man vor allem den heliozentrischen Ort der Erde und zwar entweder nach dem Aussenmass unter Zuhilfenahme der auf der Erdbahn angebrachten Einteilung oder nach dem astronomischen Kalender. Darin ist zwar nur der geozentrische Ort der Sonne für die einzelnen Tage angegeben, daraus findet man aber leicht den heliozentrischen Ort der Erde.
Hierauf entnimmt man einem astronomischen Kalender die heliozentrischen Längen der Planeten für den betreffenden Tag, spannt den oben erwähnten Faden vom Mittelpunkte aus über den der ermittelten heliozentrischen Länge entsprechenden Teilstrichen der Skala am Holzreif und findet so aus den Kreuzungspunkten zwischen dem Faden und den betreffenden Planetenbahnen den gesuchten heliozentrischen Ort der einzelnen Planeten. Dahin setzt man nun die kleinen Marken und hat das gewünschte Bild. Fig. 2.
Zum Zwecke der gleichzeitigen Darstellung der wirklichen und der scheinbaren Planeten- porter, dem dritten und Hauptzweck des Himmelsglobus, bringt man den eben beschriebenen
EMI2.3
<Desc/Clms Page number 3>
kleinen in Fig. 5 dargestellten Marken für den heliozentrischen Ort der Planeten an die ihnen am betreffenden Tag zukommende Stelle der Drahtkreise und kann nun aus der heliozentrischen Situation des Sonnensystems den geozentnschen Ort eines bestimmten Planeten, d. h. jenen Ort am Himmel, an dem er von der Erde Åarus gesehen zu stehen scheint, dadurch finden, dass man etwa mit Hilfe eines Lineals oder dünnen Stabes über die die Erde und den betreffenden Planeten darstellenden Marken bis zum Holzreifen visiert.
Hier projiziert sich der Planet am Sternhimmel und hier bringt man die Marke ss für den geozentrischen Ort des betreffenden Planeten an. (Fig. 2.)
Verschiebt man nun die Erde und die Planeten ihren wirklichen Lauf um die Sonne entsprechend, so kann man durch Visieren den scheinbaren Lauf der Planeten zwischen den Sternen verfolgen. Dies kann durch Kartonstreifen, auf denen der Lauf der Planeten dargestellt ist und die an den die Ekliptik darstellenden Eisenreifen angebracht werden, erleichtert werden.