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Die Erfindung betrifft ein Saiteninstrument, insbesondere ein Klavier, mit an einem Ende fest und am andern Ende aufwickelbar gehaltenen Saiten, deren anderes aufwickelbares Ende über jeweils einen Stift an einem hiemit bestückten Stimmstock aufgenommen ist.
Bei den bekannten Anordnungen dieser Art sind zur Aufnahme der aufwickelbaren Enden der Saiten durch Stifte mit rundem Querschnitt gebildete Stimmnägel vorgesehen, die mit Vorspan- nung in zugeordnete Bohrungen des aus Holz bestehenden Stimmstocks eingesetzt sind und auf deren den Stimmstock überragende Enden das zugeordnete Saitenende durch Drehen des betreffenden
Stimmnagels aufgewickelt wird. Hiebei besteht die Gefahr, dass durch Schwund des Stimmstockmate- rials bzw. durch Rissbildung die Vorspannung der Stimmnägel verlorengeht. Die Folge davon ist, dass sich die Stimmnägel unter der Wirkung des von den gespannten Saiten ausgeübten Moments verdrehen können, was zu einer Verstimmung des Instruments führt, so dass vergleichsweise oft neu gestimmt werden muss.
Dies wieder hat zur Folge, dass die den Stimmnägeln zugeordneten Boh- rungen ausgerieben werden, wodurch die Vorspannung noch weiter nachlässt. In Fällen dieser Art war es daher bisher erforderlich, den Stimmstock ganz auszuwechseln oder neu mit Stimmnägeln zu bestücken, was einen sehr hohen Aufwand erforderlich macht. Man hat sich zwar schon damit beholfen, durch Aufrechterhaltung einer gewissen Luftfeuchtigkeit einem Schwund des Stimmstockma- terials entgegenzuwirken. Die Luftfeuchtigkeit führt jedoch zu Rostbildung auf den Saiten und den
Stimmnägeln, wodurch sich nicht nur der Klang verschlechtert, sondern auch die Lebensdauer ver- kürzt wird. Ein weiterer Nachteil der bekannten Anordnungen ist darin zu sehen, dass hiebei die
Saiten infolge des beim Drehen der Stimmnägel auftretenden stick slip-Effekts nicht exakt genug gestimmt werden können.
Hievon ausgehend ist es daher die Aufgabe der Erfindung, unter Vermeidung der Nachteile der bekannten Anordnungen ein Saiteninstrument eingangs erwähnter Art so zu verbessern, dass die Saiten nicht nur leicht und dennoch exakt gestimmt werden können, sondern dass auch die beim
Stimmen eingestellte Saitenspannung, von einer Selbstdehnung der Saiten abgesehen, unverändert bleibt, so dass eine Neueinstellung über einen langen Zeitraum hinweg entfallen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Stifte in axialer Richtung und in Drehrichtung feststehend am Stimmstock befestigt sind und dass auf dem den Stimmstock überra- genden Bereich der Stifte jeweils eine drehbare und durch axiale Verschiebung in drehfesten Form- schluss mit dem Stift bringbare Muffe aufgenommen ist, auf die eine zugeordnete Saite zur Grobstim- mung mit ihrem andern Ende aufwickelbar ist und die Muffe zur Feinstimmung unter Beibehaltung ihres drehfesten Formschlusses mit dem Stift in axialer Richtung verschiebbar ist, wobei die Stifte in axialer Richtung und in Drehrichtung feststehend am Stimmstock befestigt sind und dass auf dem den Stimmstock überragenden Bereich der Stifte jeweils eine drehbare und durch axiale Ver- schiebung in drehfesten Formschluss mit dem Stift bringbare Muffe aufgenommen ist,
auf die eine zugeordnete Saite zur Grobstimmung mit ihrem andern Ende aufwickelbar ist und die Muffe zur
Feinstimmung unter Beibehaltung ihres drehfesten Formschlusses mit dem Stift in axialer Richtung verschiebbar ist, wobei ein Stift in stiftseitigem Gewindeeingriff stehendes Verschiebeelement der durch die Saitenspannung ausgeübten Axialkraft entgegenwirkt.
Hiebei ist in vorteilhafter Weise eine Drehbewegung des Stifts zum Spannen der jeweils zugeord- neten Saite nicht erforderlich. Die Stifte können daher so formschlüssig mit dem Stimmstock verbun- den werden, dass ein Schwund bzw. Springen des Stimmstockmaterials keine Lockerung bewirken kann. Die zum Spannen der jeweils zugeordneten Saite erforderliche Drehbewegung wird hiebei mit der auf dem Sift aufgenommenen Muffe ausgeführt, die hiezu ausser formschlüssigen Eingriff mit dem jeweils zugeordneten, feststehenden Stift bringbar ist. Zum Sperren der Muffe in Drehrich- tung wird diese einfach in formschlüssigen Eingriff mit dem jeweils zugeordneten Stift gebracht.
Durch Drehen der Muffe kann hiebei eine Grobstimmung der zugehörigen Saite erfolgen. Die Feinstim- mung erfolgt durch axiales Verschieben der Muffe unter Beibehaltung des drehschlüssigen Form- schlusses.
Die erfindungsgemässen Massnahmen stellen demnach nicht nur von der Luftfeuchtigkeit völlig unbeeinflusste, lange Stimmungsintervalle sicher, sondern gewährleisten auch eine gute Klang- qualität und eine hohe Lebensdauer der Saiten und des Stimmstocks. Die mit der Erfindung erzielba- ren Vorteile sind demnach insbesondere in einer ausgezeichneten Wirtschaftlichkeit zu sehen.
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In vorteilhafter Ausgestaltung der übergeordneten Massnahmen kann die drehbare und axial verschiebbare Muffe mit einer Stirnverzahnung versehen werden und hiemit in Eingriff mit einer eine korrespondierende Stirnverzahnung aufweisenden benachbarten Muffe bringbar sein, die dreh- schlüssig auf dem Stift aufgenommen und unter Beibehaltung des Drehschlusses mittels des Verschie- beelements in axialer Richtung verschiebbar ist. Diese Massnahmen ergeben praktisch eine auf dem
Stift insgesamt in axialer Richtung verschiebbare Zahnkupplung mit zwei durch die beiden Muffen gebildeten Kupplungselementen, von denen eines im ausgekuppelten Zustand drehbar ist.
Die Zahn- teilung der Stirnverzahnung ergibt dabei in vorteilhafter Weise eine sehr feine Umfangsteilung, so dass hier bereits eine sehr genaue Grobstimmung möglich ist und die Feinstimmung, wenn über- haupt erforderlich, in engen Grenzen bleiben kann, was sich vorteilhaft auf die Bedienbarkeit aus- wirkt. Die mit dieser Ausgestaltung verbundenen Vorteile sind demnach in einer einfachen Bauweise und einer ausgezeichneten Bedienungsfreundlichkeit zu sehen.
Zweckmässig kann der Stift dabei einen den Stimmstock zumindest überragenden, der drehfe- sten Muffe zugeordneten, unrunden Abschnitt aufweisen, dessen Querschnitt dem Innenquerschnitt der drehfest und axial verschiebbar hierauf aufgenommenen Muffe entspricht. Die Unrundheit kann dabei einfach durch nachträglich angeformte, seitliche Abflachungen gebildet werden. Diese Massnah- men ergeben in vorteilhafter Weise hinsichtlich des Stiftquerschnitts und der sonstigen Stiftausbil- dung eine hohe Freizügigkeit.
Eine andere Ausführung kann darin bestehen, dass der Stift zumindest in seinem ganzen, den Stimmstock überragenden Bereich als Vielkantstift ausgebildet ist, dessen grösster Durchmesser dem Durchmesser der axialen Bohrung der drehbaren und verschiebbaren Muffe entspricht und des- sen Querschnitt dem Querschnitt der zur Bohrung koaxialen axialen Ausnehmung der drehschlüssig hierauf aufgenommenen Muffe entspricht. Diese Massnahmen ergeben eine besonders einfache Stifther- stellung in Form von Abschnitten einer Vielkantschiene.
Gemäss einer andern Ausgestaltung der übergeordneten Massnahmen können die Stifte jeweils mindestens einen den Stimmstock überragenden, mit einem Vierkantquerschnitt versehenen stimmstocknahen Bereich aufweisen, dem ein runder stimmstockferner Zapfen benachbart ist, dessen Durchmesser höchstens dem kleinsten Durchmesser des Vielkantquerschnitts entspricht. Die axiale Ausnehmung der drehbaren und axial verschiebbaren Muffe kann dabei zumindest abschnittsweise einen auf den Vielkantquerschnitt des zugehörigen Stifts passenden Innenquerschnitt aufweisen. Diese Ausführung kommt in vorteilhafter Weise mit einer Muffe aus, was sich vorteilhaft auf den baulichen Aufwand und auf den Platzbedarf auswirkt.
Zweckmässig kann der dem Vielkantquerschnitt vorgeordnete Zapfen dabei zumindest abschnittsweise als Gewindezapfen ausgebildet sein, auf den eine das Verschiebeelement bildende Muffe aufschraubbar ist. Ein derartiges Verschiebeelement dient dabei nicht nur zur Bewerkstelligung einer einfachen Feinstimmung, sondern ergibt gleichzeitig auch eine Sicherung der axial verschiebbaren Muffenanordnung entgegen der durch die gespannte Saite ausgeübtgen, vom Stimmstock weggerichteten Axialkraft. Dies gilt für sämtliche Ausführungen.
In vorteilhafter Weiterbildung der übergeordneten Massnahmen kann die Muffe mit einer umfangsseitig angeordneten, das Ende der jeweils zugeordneten Saite aufnehmenden Querbohrung versehen sein. Diese Massnahme erleichtert die muffenseitige Befestigung der zugeordneten Saite.
In weiterer Fortbildung der übergeordneten Massnahmen können die Muffen mit jeweils mindestens einer stirnseitig angeordneten Kerbe und/oder einem umfangseitig vorgesehenen Vielkant versehen sein. Hiedurch wird das Ansetzen eines geeigneten Schlüssels erleichtert.
Eine weitere zweckmässige Massnahme kann darin bestehen, dass die Muffe mit einer von der Querbohrung ausgehenden, gewindeförmigen Umfangsrillung versehen ist. Hiedurch ergibt sich eine saubere Führung der auf die Muffe aufwickelbaren Saite.
Zweckmässig kann der dem Gewindezapfen jeweils nachgeordnete Vielkantquerschnitt der Stifte und vorzugsweise auch der Innenquerschnitt der jeweils zugeordneten Muffe als Sechskantquerschnitt ausgebildet sein. Hiedurch ergibt sich eine 60 -Teilung, die auch bei der 2. Ausführung mit einer Muffe bereits eine gute Grobstimmung der Saite ermöglicht.
In weiterer Fortbildung der übergeordneten Massnahmen können die Stifte jeweils mit einem durchgehenden, formschlüssig in den Stimmstock eingreifenden Vielkantprofil versehen sein. Dies
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ergibt eine besonders einfache Herstellung der Stifte, die hiebei einfach als mit einem einerseits vorgesehenen Aussen- bzw. Innengewinde versehene Abschnitte eines Profilstabs ausgebildet sein können. Zweckmässig können dabei die Stifte mit-jeweils zugeordneten, hievon durchsetzten Laschen in formschlüssigem Eingriff sein, die mit in den Stimmstock eingreifenden Befestigungsklauen verse- hen sind. Die Laschen bilden dabei einen Stimmstockbeschlag mit gegenüber Holz höherer Festig- keit.
Eine weitere Ausgestaltung der übergeordneten Massnahmen kann darin bestehen, dass die Stif- te jeweils einen in den Stimmstock formschlüssig eingreifenden Kopf aufweisen. Dieser Kopf kann mittels einer auf den Gewindezapfen aufschraubbaren Mutter in das Stimmstockmaterial hineingezo- gen werden, was sich insbesondere dort als vorteilhaft erweist, wo rückseitig wenig Platz zur
Durchführung von Hammerschlägen zur Verfügung steht.
Gemäss einer andern Ausgestaltung der übergeordneten Massnahmen können die Stifte jeweils mit einem in den Stimmstock einschraubbaren Schraubenschaft mit Holzschraubengewinde versehen sein. Eine Anordnung dieser Art erweist sich vor allem da als zweckmässig, wo im Falle einer Repa- ratur die den bisherigen Stimmnägeln zugeordneten Sacklöcher verwendet werden sollen. Zweckmässig ist dabei das Holzschraubengewinde gegenläufig zur Saitenwicklung auf der Muffe ausgebildet.
Hiedurch ist sichergestellt, dass auf Grund des Saitenzugs keine Lockerung des betreffenden Stifts erfolgen kann. Mit Vorteil kann dabei das Holzschraubengewinde durch einen Bund vom benachbarten
Vielkantbereich abgesetzt sein. Der vorgesehene Bund gewährleistet eine zuverlässige Abstützung in axialer Richtung.
Eine weitere Ausgestaltung der übergeordneten Massnahmen kann darin bestehen, dass die Stifte fest mit einer in das Saiteninstrument einsetzbaren Metallplatte verbunden sind. Hiebei ergibt sich eine besonders einfache Montage, da die mit den Stiften bestückte Metallplatte als vorgefertigtes Bauelement bereitgehalten werden kann.
Weitere zweckmässige Fortbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der übergeordneten Massnahmen ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele an Hand der Zeichnungen in Verbindung mit den restlichen Unteransprüchen.
In den Zeichnungen zeigen Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch den Stimmstock eines Klaviers, Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel mit einer auf einem einen Schlossschraubenkopf aufweisenden Stift aufgenommenen Muffe in gegenüber Fig. 1 vergrösserter, explosionsartiger Darstellung, Fig. 3 einen Stift mit einem ein Holzschraubengewinde aufweisenden Schaft, Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel mit einer mit Stiften bestückten Metallplatte, Fig. 5 ein erstes Ausführungsbeispiel mit zwei auf einem Stift aufgenommenen, stirnverzahnten Muffen, Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI/VI in Fig. 5, Fig. 7 ein zweites Ausführungsbeispiel mit zwei stirnverzahnten Muffen und einem der Ausführung gemäss Fig. 1 in etwa entsprechenden Stift und Fig. 8 einen Schnitt entlang der Linie VIII/VIII in Fig. 7.
Der Aufbau und die Wirkungsweise eines Klaviers sind an sich bekannt, so dass im vorliegenden Zusammenhang hierauf nicht näher eingegangen wird. Die Fig. 1 zeigt einen an lotrechten Hol- men-l-eines Tragrahmens befestigten Stimmstock --2--, an dem die verstellbaren Enden der Saiten --3-- aufgenommen werden. Die Saiten --3-- sind in an sich bekannter Weise zur Bewerkstelligung der gewünschten Spannung einerseits fest und anderseits verstellbar aufgenommen. Das hier dem Stimmstock --2-- gegenüberliegende Ende der Saiten ist normalerweise an einem unteren Querholm des Panzerrahmens festgelegt. Die wirksame Länge der Saiten --3-- wird durch einen oberen und unteren Sattel --4-- begrenzt. Die Holme-l-und der Stimmstock --2-- bestehen aus Holz.
Die stimmstockseitigen Enden der Saiten --3-- sind auf den Umfang einer jeweils zugeordneten, trommelförmigen Muffe --5-- aufwickelbar, die so auf einem im Stimmstock-2-drehfest und unverrückbar verankerten Stift --6-- aufgenommen ist, dass sie zum Aufwickeln der zugehörigen Saite --3-- um ihre Achse gedreht und anschliessend durch Axialverschiebung in Drehrichtung gesperrt werden kann, wobei das von der unter Spannung stehenden Saite --3-- ausgeübte Moment zuverlässig in den Stimmstock --2-- abgeleitet wird. Auf Grund der drehfesten Verankerung des Stifts --6-- im Stimmstock --2-- ist eine selbsttätige Rückstellung der Muffe --5-- nicht möglich.
Durch Aufwickeln der Saite --3-- auf den Umfang der Muffe --5-- erfolgt eine Grobstimmung der
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Saite --3--. Durch Axialverschiebung der Muffe --5-- ändert sich der Winkel des zwischen Muffe --5-- und oberem Sattel --4-- verlaufenden Saitenabschnitts, so dass hiemit eine Feinstimmung
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--6-- bestehenDie Muffe --5-- ist, wie am besten aus Fig. 2 erkennbar ist, mit einer umfangsseitig ange- ordneten Querbohrung --7-- versehen, in welche das Ende der jeweils zugehörigen Saite einsteck- bar ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Querbohrung --7-- am äusseren Ende der
Muffe --5-- angeordnet, so dass der Ablauf der Saite --3-- mit fortschreitender Wicklung nach innen wandert. Der Umfang der Muffe --5-- kann glatt ausgebildet sein.
Im dargestellten Ausfüh- rungsbeispiel ist der Muffenumfang zur Bewerkstelligung einer sauberen Wicklung mit einer von der Querbohrung --7-- ausgehenden, gewindeförmigen Umfangsrillung --8-- versehen. Die Muffe --5-- wird mittels eines hier nicht näher dargestellten Schlüssels gedreht. Hiezu kann die Muffe - mit einem im Bereich ihrer äusseren Stirnseite angeformten, etwa als Sechskant ausgebildeten
Fläche versehen sein. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Muffe --5-- zur Bewerkstelli- gung eines zuverlässigen Schlüsseleingriffs mit einer stirnseitig angeformten Kerbe --9-- versehen.
Die Muffe --5-- ist hier durch axiale Verschiebung direkt mit dem Stift --6-- kuppelbar.
Der die Stimmstockvorderfläche überragende Stift --6-- besitzt hiezu einen stimmstocknahen, einen
Vielkantquerschnitt, hier einen Sechskantquerschnitt, aufweisenden Abschnitt --11-- und einen diesem nach aussen zur Stiftstirnseite hin vorgeordneten Gewindezapfen --12--. Der Aussendurchmes- ser des Gewindezapfens --12-- ist kleiner als oder höchstens gleich gross wie der kleinste Durch- messer des einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereichs --11--.
Die zentrale Ausnehmung der
Muffe --5-- ist in einen von ihrer inneren Stirnseite ausgehenden, dem einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereich --11-- des Stifts --6-- zugeordneten, einen auf diesen passenden Vielkant- querschnitt, hier ebenfalls einen Sechskantquerschnitt, aufweisenden Abschnitt --13-- und einen durch eine Bohrung mit dem Aussendurchmesser des Gewindezapfens --12-- zumindest entsprechendem
Durchmesser gebildeten Abschnitt --14-- unterteilt. Die direkt mit dem Stift --6-- kuppelbare Muf- fe --5-- wird zunächst nur so weit auf den zugeordneten Stift --6-- aufgesteckt, dass der Ab- schnitt --13-- ihrer Ausnehmung noch ausser Eingriff mit dem Bereich --11-- des Stifts --6-- ist.
In dieser Stellung kann die Muffe --5-- zum Aufwickeln der zugehörigen Saite --3-- gedreht werden, wobei der Bohrungsabschnitt --14-- eine saubere Abstützung auf dem Gewindezapfen - gewährleistet. Zur Schonung des Gewindes wäre es auch möglich, zwischen diesem und dem einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereich --11-- einen zylindrischen Abschnitt --12a-- vorzusehen, auf dem die zugeordnete Muffe beim Aufwickeln der zugehörigen Saite --3-- läuft. Der Boh- rungsabschnitt --14-- gewährleistet eine wackelsichere Muffenlagerung während des Drehvorgangs.
In einfachen Fällen wäre es aber auch denkbar, die Ausnehmung der Muffe --5-- auf ihrer ganzen Länge mit einem Vielkantquerschnitt zu versehen.
Sobald nun die gewünschte Saitenspannung in etwa erreicht ist, wird die hier direkt mit dem zugeordneten Stift --6-- kuppelbare Muffe --5-- etwa mittels des stirnseitig ansetzbaren Schlüssels oder einfach von Hand so weit in axialer Richtung zum Stimmstock --2-- hin verschoben, dass ein formschlüsiger Eingriff des einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Abschnitts --13-- der Muffenausnehmung mit dem einen passenden Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereich --11-- des zugehörigen Stifts --6-- erfolgt, wodurch die Muffe --5-- in Drehrichtung gesperrt ist. Diese Stellung ist in Fig. 2 in strichpunktierten Linien angedeutet. Anschliessend wird die Muffe --5-- durch eine sie hintergreifende, auf das die Muffe --5-- überragende Ende des Gewindezapfens --12-aufschraubbare Mutter --10-- entgegen der Einschubrichtung gesichert.
Die Mutter --10-- bildet dabei gleichzeitig ein Verschiebeelement, d. h. durch Anziehen der Mutter --10-- lässt sich die Muffe --5-- zum Stimmstock verschieben, wodurch die gewünschte Spannung der Saite --3-- genau eingestellt werden kann und die infolge der Winkelteilung des Vielkantquerschnitts sich ergebende Ungenauigkeit ausgleichbar ist. Der hier vorgesehene Sechskantquerschnitt ergibt eine 60 -Teilung, so dass eine Feineinstellung nur noch in einem sehr geringen Umfange erforderlich ist. Zur Gewährleistung einer ausreichenden axialen Verstellbarkeit der Muffe --5-- ist diese kürzer als die über den Stimmstock --2-- auskragende Länge des zugehörigen Stifts --6--.
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Bei den den Fig. 1 und 2 zugrunde liegenden Ausführungsbeispielen reichen die Stifte --6-- ganz durch die den Stimmstock --2-- bildende Holztafel und gegebenenfalls die den Stimmstock - -2-- aufnehmenden Holme --1-- hindurch. Hiedurch ergibt sich in vorteilhafter Weise eine zuverläs- sige Verdübelung des Stimmstocks --2-- gegenüber den Holmen --1--, so dass hohe Kräfte aufgenom- men werden können, ohne dass eine Verschiebung des Stimmstocks --2-- gegenüber den Holmen-l- und damit eine Überbeanspruchung des unterhalb des Stimmstocks --2-- angeordneten Panzerrah- mens zu befürchten ist.
Bei dem der Fig. 1 zugrunde liegenden Beispiel sind die Stifte --6-- zur
Bewerkstelligung eines Drehschlusses mit dem Stimmstock --2-- mit einem durchgehenden Vielkant- profil versehen. Zur zusätzlichen Sicherung ist hiebei eine vom rückwärtigen Ende des Stifts --6-- durchsetzte Lasche --15-- vorgesehen, die mit in das Stimmstockmaterial eingreifenden Befestigungs- klauen --16-- versehen ist. Die Ausnehmung der Lasche --15-- entspricht querschnittsmässig dem
Querschnitt des Stifts --6--, so dass sich ein zuverlässiger Formschluss ergibt. Bei der Montage werden zunächst die Stifte --6-- in zugeordnete Ausnehmungen eingesetzt. Hiebei kann es sich um Bohrungen handeln, in die die Stifte --6-- mit strammem Sitz eingreifen. Anschliessend können die den Stiften --6-- zugeordneten Laschen --15-- in Stellung gebracht werden.
Sofern sich das Vielkantprofil der Stifte --6-- ausreichend stark in das Stimmstockmaterial eindrückt, wodurch bereits eine Drehsicherung gewährleistet ist, können die Laschen --15-- entfallen. Bei dem der
Fig. 2 zugrunde liegenden Ausführungsbeispiel ist der Stift --6-- an seinem dem Gewindezapfen - gegenüberliegenden, rückwärtigen Ende nach Art einer Schlossschraube mit einem Vielkantansatz --17-- versehen, der zur Bewerkstelligung einer drehfesten Verbindung in das Stimmstockmaterial eingedrückt ist. Hiezu können die Stifte --6-- mittels eines Hammers in die jeweils zugeordnete stimmstockseitige Ausnehmung hineingeklopft werden. Es ist aber auch möglich, den Vielkantansatz - mittels einer auf den Gewindezapfen --12-- aufgeschraubten, am Stimmstock abgestützten Mutter in das Stimmstockmaterial hineinzuziehen.
Dies erweist sich besonders da als zweckmässig, wo auf der Rückseite des Stimmstocks wenig Platz zum Betätigen eines Hammers zur Verfügung steht, z. B. bei Flügeln.
Der in Fig. 3 dargestellte Stift --6-- ist mit einem in das Stimmstockmaterial einschraubbaren, durch einen Bund --18-- vom einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereich --11-- abgesetzten Schraubenschaft --19-- versehen, der ein Holzschraubengewinde aufweist. Bei dieser Stiftausführung können zweckmässig die den früheren Stimmnägeln zugeordneten Sacklöcher zur Aufnahme der Stifte Verwendung finden, was vor allem bei der Durchführung von Reparaturarbeiten sehr günstig ist. Das Holzschraubengewinde des Schraubenschaftes --19-- ist gegenläufig zur Saitenwicklung, im Falle einer Umfangsrillung --8-- gegenläufig zu dieser, so dass durch die Spannung der jeweils zugeordneten Saite --3-- ein Moment in Eindrehrichtung ausgeübt wird. Der Bund --18-- ergibt dabei eine zuverlässige Abstützung in axialer Richtung.
Bei dem der Fig. 4 zugrunde liegenden Ausführungsbeispiel ist eine die Stifte --6-- aufnehmende, in das Instrument einsetzbare Metallplatte --20-- mit einer dem Stimmstock --2-- entsprechenden Konfiguration vorgesehen. Die Metallplatte --20-- wird durch in zugeordnete Bohrungen - einsetzbare Schrauben auf den Stimmstock --2-- oder direkt auf die Holme --1-- aufge- schraubt. Die Stifte --6-- sind hiebei mit der Platte --20-- verschweisst oder verlötet. Hiezu sind die Stifte --6-- mit an ihren einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Bereich --11-- angesetzten Zentrierzapfen --21-- versehen, die in zugeordnete Bohrungen der Platte --20-- eingreifen. Die Platte --20-- mit den Stiften --6-- kann als Baueinheit vormontiert werden.
Bei den den Fig. 5 bis 8 zugrunde liegenden Beispielen ist die die jeweils zugeordnete Saite aufnehmende Muffe --5-- mittels einer benachbarten Muffe --25-- mit dem jeweils zugeordneten Stift --6-- kuppelbar. Hiezu sind die Muffen --5 und 25-- im Bereich der einander zugewendeten Stirnseiten mit Stirnverzahnungen --26 bzw. 27-- versehen, die durch axiale Verstellung einer oder beider Muffen in und ausser gegenseitigen Eingriff bringbar sind. Die die zugehörige Saite aufnehmende Muffe --5-- ist drehbar und axial verschiebbar auf dem jeweils zugeordneten Stift - aufgenommen. Die benachbarte Muffe --25-- ist drehfest und in axialer Richtung verschiebbar auf dem Stift --6-- aufgenommen.
Die drehbare Muffe --5-- ist mit einer vom Stift --6-durchsetzten Durchgangsbohrung --28-- versehen, deren Durchmesser dem grössten Durchmesser des Stiftquerschnitts entspricht. Im Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 5 besitzt der Stift --6-- kreisförmi-
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gen Querschnitt mit dem Durchmesser der Bohrung --26-- in etwa entsprechendem Durchmesser.
Im Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 7 besitzt der Stift --6-- einen Vielkantquerschnitt, etwa einen
Sechskantquerschnitt. Der Durchmesser der Bohrung --28-- der Muffe --5-- ist dabei, wie am be- sten aus Fig. 8 erkennbar ist, so bemessen, dass die Muffe --5-- mit ihrem Innenumfang auf den
Kanten des einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Stifts --6-- aufgenommen ist.
Die zur Aufnahme der jeweils zugeordneten Saite vorgesehene, drehbare Muffe --5-- ist wie die Muffe --5-- der weiter oben geschilderten Ausführungsbeispiele mit einer umfangsnah angeord- neten Querbohrung --7-- zum Einstecken des Endes der jeweils aufzunehmenden Saite versehen, die auf den Umfang der Muffe --5-- aufziehbar ist. Die Drehung der Muffe --5-- erfolgt mittels eines hieran ansetzbaren Schlüssels. Hiezu ist die Muffe --5--, wie die Fig. 5 und 7 weiter erken- nen lassen, mit einem umfangsseitig angeformten Sechskant --29-- versehen, an dem ein Schlüssel angesetzt werden kann.
Sobald beim Drehen der Muffe --5-- die gewünschte Spannung der hierauf aufgenommenen Saite in etwa erreicht ist, wird die Muffe --5-- zum Eingriff mit der benachbarten drehschlüssig auf dem zugeordneten Stift --6-- angeordneten Muffe --25-- gebracht und damit in Drehrichtung gesperrt. Die Zahnteilung der Stirnverzahnungen --26, 27-- kann so eng gewählt werden, dass bereits mit Hilfe der Drehung der Muffe --5-- eine vergleichsweise genaue Einstellung der erforderlichen Saitenspannung erreicht werden kann. Zur Bewerkstelligung einer Feineinstellung werden die beiden in gegenseitigem Zahneingriff stehenden Muffen unter Beibehaltung des gegenseiti- gen Eingriffs gemeinsam in axialer Richtung verstellt.
Hiezu ist die jeweils äussere Muffe --25-- von einem Verschiebeelement --30-- hintergriffen, mittels dessen eine Verschiebung der Muffenanordnung zum Stimmstock --2-- hin erfolgen kann. Gleichzeitig ergibt sich hiedurch eine Sicherung der in gegenseitigem Eingriff sich befindenden Muffenanordnung entgegen der von der an der Muffe - angreifenden Saite ausgeübten Axialkraft. Die zur Aufnahme der jeweils zugeordneten Saite vorgesehene Muffe --5-- ist in den Beispielen gemäss Fig. 5 und 7 innen, d. h. stimmstocknah, angeordnet.
Es wäre aber auch ohne weiteres eine umgekehrte Anordnung der Muffen denkbar, wobei sich der Vorteil einer stirnseitigen Zugänglichkeit der drehbaren Muffe --5-- ergäbe. Die dargestellte Anordnung besitzt demgegenüber allerdings den Vorteil, dass die von der gespannten Saite ausgeübte, nach aussen gerichtete Axialkraft die beiden stirnverzahnten Muffen in gegenseitigem Eingriff halten kann. Das Verschiebeelement --30--, wie im Beispiel gemäss Fig. 5, kann als Kopf einer in eine stirnseitige Gewindebohrung --31-- des Stifts --6-- einschraubbaren Schraube ausgebildet sein. Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 7 ist das Verschiebeelement --30-- ähnlich Fig. 2 als Mutter ausgebildet, die auf einen an den Stift --6-- angesetzten Gewindezapfen - aufschraubbar ist.
Bei dieser Ausführung ergibt sich der Vorteil, dass die das Verschiebeelement --30-- bildende Mutter mittels einer in Fig. 7 durch strichpunktierte Linien angedeuteten Kontermutter --30a-- gesichert werden kann.
Zur Drehsicherung der zweiten Muffe --25-- ist der gemäss Fig. 5 einen Rundquerschnitt aufweisende Stift --6-- im Bereich seines freien Endes mit einem unrunden Abschnitt --33-- versehen.
Die Unrundheit kann dabei, wie am besten aus Fig. 6 erkennbar ist, einfach durch seitliche Abflachungen --34-- hergestellt werden. Der Querschnitt der zentralen Ausnehmung --35-- der zweiten Muffe --25-- entspricht dabei dem Querschnitt des unrunden Abschnitts --33--, so dass sich ein sicherer Drehschluss bei gleichzeitiger axialer Verschiebbarkeit ergibt. Bei dem der Fig. 7 zugrunde liegenden Ausführungsbeispiel mit einem einen Vielkantquerschnitt aufweisenden Stift --6-- entspricht der Querschnitt der zentralen Ausnehmung --35-- der zweiten Muffe --25-- zur Bewerkstelligung des gewünschten Drehschlusses bei gleichzeitiger axialer Verschiebbarkeit einfach dem Vielkantquerschnitt des Stifts --6--. Der Stift --6-- kann dabei praktisch auf seiner ganzen Länge einen gleichen Querschnitt aufweisen.
Dies wäre allerdings auch im Falle der Anordnung gemäss Fig. 5 möglich. In diesem Fall würde die Muffe --5-- nicht im Bereich ihres gesamten Innenumfanges, sondern lediglich im Bereich des auf dem zwischen den Abflachungen --34-- vorhandenen Stegs aufliegenden Umfangsabschnitts geführt.
Der einen Vielkantquerschnitt aufweisende Stift --6-- gemäss Fig. 7 ist praktisch in derselben Weise wie der Stift --6-- gemäss Fig. l in einer stimmstockseitigen Bohrung aufgenommen und eventuell mittels eines Metallbeschlags --15-- zusätzlich gegen Drehung gesichert. Auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit der Fig. 1 wird daher Bezug genommen. Der Stift gemäss Fig. 5 ist
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ähnlich wie der Stift --6-- gemäss Fig. 2 mit einem einen Vielkantansatz --17-- aufweisenden
Schlossschraubenkopf versehen. Auf die diesbezüglichen Ausführungen in Zusammenhang mit der Fig. 2 wird daher zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen.
Auch bei der Doppelmuffenausfüh- rung gemäss Fig. 5 und 8 wäre aber auch eine Stiftausführung gemäss Fig. 3 mit einem Holzschrau- benschaft bzw. eine Ausführung gemäss Fig. 4 mit auf einer Metallplatte befestigten Stiften ohne weiteres möglich. Die Stifte --6-- können auch bei der vorliegenden Doppelmuffenausführung zweck- mässig aus Werkzeugstahl bestehen. Die Muffen --5 bzw. 25-- können ebenfalls aus Werkzeugstahl hergestellt werden. Eine einfache und daher kostengünstige Ausführung kann darin bestehen, dass die Muffen --5 bzw. 25-- als Kunststoff-Spritzgussformlinge hergestellt werden. Dies gilt auch für die Einzelmuffenausführung gemäss Fig. l und 2.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Saiteninstrument, insbesondere Klavier, mit an einem Ende fest und am andern Ende auf- wickelbar gehaltenen Saiten, deren anderes aufwickelbares Ende über jeweils einen Stift an einem hiemit bestückten Stimmstock aufgenommen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stifte (6) in axialer Richtung und in Drehrichtung feststehend am Stimmstock (2) befestigt sind und dass auf dem den Stimmstock (2) überragenden Bereich der Stifte (6) jeweils eine drehbare und durch axiale Verschiebung in drehfesten Formschluss mit dem Stift (6) bringbare Muffe (5) aufgenommen ist, auf die eine zugeordnete Saite (3) zur Grobstimmung mit ihrem andern Ende aufwickelbar ist und die Muffe (5) zur Feinstimmung unter Beibehaltung ihres drehfesten Formschlusses mit dem
Stift (6) in axialer Richtung verschiebbar ist,
wobei ein in stiftseitigem Gewindeeingriff stehendes
Verschiebeelement (10 bzw. 30) der durch die Saitenspannung ausgeübten Axialkraft entgegenwirkt.