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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Entfernen von Schwefel oder Schwefelverbin- dungen und/oder andern Schadstoffen aus heissen Gasen, bei welchem die heissen Gase nach einem
Entstauben, durch eine Schüttung von Körpern ungefähr einheitlicher Grösse aus hitzebeständigem und verschleissfestem Material, deren Oberfläche mit einer Beschichtung aus Feststoffen überzogen ist, welche eine grosse Affinität zu Schwefel und/oder zu den Schadstoffen aufweist, hindurchgeführt werden, die beschichteten Körper im Kreislauf geführt werden, wobei nach ihrem Ausbringen aus der Kontaktzone mit den heissen Gasen die Beschichtung zumindest teilweise von den Körpern mecha- nisch oder chemisch abgelöst wird und die Körper nach einer neuerlichen Beschichtung wieder der
Schüttung zugeführt werden. Ein derartiges Verfahren ist in dem Stammpatent Nr. 379965 beschrie- ben.
Für die. Entschwefelung von Gasen ist es bisher bekanntgeworden, die Gase nach einer ent- sprechenden Entstaubung und Abkühlung durch Laugung auf nassem Wege zu reinigen. Derartige
Verfahren sind nur mit grossem technischem Aufwand und hohen Kosten anwendbar. Es ist weiters
Stand der Technik, heissen Gasen Schwefel durch Beimengen von Metalloxyden, insbesondere CaO, zu entziehen. Den heissen Gasen wird Schwefel, beispielweise durch Beimengung von Metalloxyden, insbesondere Kalziumoxyden bzw. Carbonaten, entzogen. Reduzierende Gase, wie sie beispielsweise als metallurgische Reduktionsgase, Synthesegase oder Brenngase Verwendung finden, fallen bei hohen Temperaturen und unter relativ hohem Druck an. Eine Abkühlung stellt einen unerwünschten
Energieverlust dar, da reduzierende Gase mit den hohen Temperaturen in einfacher Weise z.
B. als
Brenngase eingesetzt werden können. Die Energiebilanz ist in diesem Falle naturgemäss besser, wenn die heissen reduzierenden Gase mit ihrer fühlbaren Wärme in Brennkammern eingeführt werden.
Auch bei nachfolgender Verwendung der heissen reduzierenden Gase zu metallurgischen Reduktionsvorgängen ist es wünschenswert, die Temperatur der heissen Reduktionsgase so wenig wie nur mög- lich herabzusetzen. Abgase von Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen enthalten neben schwefelhaltigen Schadstoffen auch weitere flüchtige Schadstoffe, wie Chlor, Fluor, Brom, Arsen oder Stickoxyde. Derartige Abgase fallen zumeist bei geringeren Temperaturen als die zuvor genannten redu- zierenden Abgase an, wobei es sich zumeist um oxydierende Gase handelt. Bei den bekannten Verfahren war eine aufwendige Rauchgaskühlung erforderlich, bevor eine Entschwefelung bzw.
Beseiti- gung von flüchtigen Schadstoffen möglich war.
Gemäss dem Stammpatent wurde darauf abgezielt, ein apparativ einfaches Verfahren zu schaffen, mit welchem ohne nennenswerte Modifikationen eine grosse Zahl von in ihrer chemischen Analyse verschiedenen Abgasen ohne vorherige Abkühlung gereinigt werden kann. Das vorliegende Verfahren zielt hiebei vor allem darauf ab, bei sich ändernder Abgaszusammensetzung kurzfristig und ohne anlagentechnische Änderungen der neuen Zammensetzung der Abgase entsprechend eine vollständige Reinigung zu erzielen.
Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die Erfindung im wesentlichen darin, dass die Zusammensetzung und Konzentration der Schadstoffe in der Zuleitung und der Ableitung des Reaktors kontinuierlich überwacht wird und die gemessenen Werte mit einer Sollwertvorgabe verglichen werden, und dass bei Überschreiten der Sollwertvorgabe die Durchlaufgeschwindigkeit der beschichteten Körper durch den Reaktor erhöht wird. Das Entstauben kann hiebei wie bei dem Stammpatent durch Zyklone, Elektrofilter oder andere Staubabscheidungsvorrichtungen erfolgen, bevor die heissen Gase einem Reaktionsschacht zugeführt werden. Dadurch, dass eine Schüttung von Körpern ungefähr einheitlicher Grösse eingesetzt wird, lässt sich ein relativ geringer Strömungswiderstand auch bei höheren Temperaturen sicherstellen.
Die Körper ungefähr einheitlicher Grösse bieten hiebei eine relativ grosse Oberfläche für eine entsprechende Beschichtung, welche zur Reaktion mit den Schadstoffen herangezogen wird. Die Umsetzung mit den Schadstoffen erfolgt an der Oberfläche der Beschichtung, und dadurch, dass diese Beschichtung mechanisch oder chemisch abgelöst wird, kann eine entsprechende Aufarbeitung der Verbindungen der Schadstoffe mit dem Material der Beschichtung angeschlossen werden. Die von ihrer Beschichtung grossteils befreiten Körper werden einer neuerlichen Beschichtung unterworfen, wobei durch Wahl der geeigneten Reagenzien für das Material dieser Beschichtung kurzfristig Änderungen in der Analyse der zu reinigenden Abgase Rechnung getragen werden kann.
Dadurch, dass nun die Zusammensetzung und Konzentration der Schadstoffe vor und nach dem Reaktor als Kriterium für die Regelung der Durchlaufgeschwindigkeit der Beschickung des
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Reaktors herangezogen wird, lässt sich auch eine kurzfristige Anpassung an die Erfordernisse bei maximaler Ausnutzung der Reaktivität der Beschichtung verwirklichen.
Das Ausmass der Reinigung lässt sich in einfacher Weise durch Änderung der Höhe der Beschikkung einstellen. Das Material für die Beschichtung der Körper kann den jeweiligen Umständen angepasst werden. Mit Rücksicht auf die Stabilität der als Träger wirkenden Körper wird auch bei mechanisch weniger stabilen Beschichtungen immer eine entsprechend grosse Oberfläche für die Umset- zung mit den Schadstoffen in den Abgasen sichergestellt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Anpassung an verschiedene Schadstoffe dadurch verbessert werden, dass die Messwerte für verschiedene Schadstoffe jeweils einem für jeden Schadstoff oder eine Gruppe von Schadstoffen gesonderten Vergleich mit einer entsprechenden Sollwertvorgabe unterworfen werden und dass die Durchlaufgeschwindigkeiten der den jeweiligen Schadstoffen bzw. Schadstoffgruppen entsprechenden beschichteten Teilchen in Abhängigkeit von den Messwerten gesondert geregelt werden.
Das Verfahren ist in gleicher Weise bei der Entschwefelung bzw. Beseitigung von Schadstoffen aus oxydierenden wie aus reduzierenden Gasen durchführbar. Die Hitzebeständigkeit des Trägermaterials der Körper muss lediglich den zu erwartenden Temperaturen angepasst sein, und die mechanische Festigkeit bzw. Verschleissfestigkeit muss ausreichen, um das mehrfache Ablösen der Beschichtung sowie das mehrfache neuerliche Beschichten zu ermöglichen. Für diese Zwecke ist eine Reihe von feuerfesten Materialien geeignet, und es können auch metallische Grundkörper ohne weiteres Verwendung finden.
Bei der Aufarbeitung der mit Schadstoffen beladenen Beschichtung können die Schwefelverbindungen, beispielsweise zu SO., verbrannt werden. Für andere Schadstoffe steht eine Reihe von entsprechenden pyrochemischen oder nasschemischen Aufarbeitungsverfahren zur Verfügung, wobei die Konzentration dieser Schadstoffe in bzw. an der Beschichtung eine hinreichende Anreicherung dieser Schadstoffe sicherstellt, welche eine wirtschaftliche Aufarbeitung ermöglicht.
Um einem weiten Bereich verschiedener Schadstoffe Rechnung tragen zu können, besteht die
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finden. Mit derartigen Beschichtungen ist es möglich, verschiedenste Schwefelverbindungen aber auch andere flüchtige Schadstoffe, wie Chlor, Fluor, Brom, Arsen oder Stickoxyde, abzubinden.
Zur Verstärkung der absorbierenden Wirkung der Trägersubstanz können dieser gegebenenfalls katalytisch wirkende Stoffe beigemischt werden. In reduzierender Atmosphäre, wie sie beispielsweise bei Konverterabgasen unter hohen Temperaturen anfällt, ist eine Beschichtung aus Kalziumoxyd, Kalziumhydroxyd mit einem entsprechenden Kastalysator, wie beispielsweise Eisenoxyd, besonders bevorzugt.
Im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens werden die Körper in Form von Kugeln oder Pellets bevorzugt eingesetzt.
Die Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens weist gemäss dem Stammpatent einen mit beschichteten Körpern füllbaren temperaturfesten Reaktor, an dessen einer Seite eine Zuführungsleitung für die heissen Gase angeschlossen und eine Austragsöffnung für die beschichteten Körper angeordnet ist und an dessen dieser Seite abgewendeten Seite eine Abführungsleitung für die hei- ssen Gase angeschlossen sowie eine Abgabeöffnung für die beschichteten Körper und eine Einrichtung zum Abtrennen der Beschichtung der Körper auf, deren Aufgabeseite mit der Austragsöffnung des temperaturfesten Reaktors und deren Austragsseite mit einer Beschichtungsvorrichtung für das neuerliche Beschichten der Körper verbunden ist, wobei der Auslass der Beschichtungsvorrichtung mit der Aufgabeöffnung des Reaktors mittelbar oder unmittelbar verbunden werden kann.
Mit einer derartigen Vorrichtung ist es ohne weiteres möglich, die beschichteten Körper sowie die zu reinigenden heissen Gase im Gegenstrom zu führen, wobei durch die grosse Gasdurchlässigkeit der Schüttung eine nennenswerte Temperaturabsenkung der heissen Abgase vermieden wird.
Erfindungsgemäss wird diese Vorrichtung dahingehend weitergebildet, dass an oder in der Zuführungsleitung für die heissen Gase zu einem Reaktor und an oder in der Ableitung vom Reaktor wenigstens je ein Sensor für die Erfassung der Gaszusammensetzung angeschlossen ist, dass die Signale der Sensoren einer Auswerteschaltung und einem Komparator zugeführt sind, dass eine
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Abfördereinrichtung und wenigstens eine Zufördereinrichtung für die beschichteten Körper vorgese- hen ist und dass eine mit dem Komparator verbundene Steuerschaltung mit dem Antrieb der Abför- der-und/oder Zufördereinrichtungen verbunden ist. Durch eine derartige Ausbildung werden die
Voraussetzungen für eine vollautomatisierte Regelung der Schadstoffentfernung geschaffen.
In vorteilhafter Weise ist die Beschichtungsvorrichtung von wenigstens einer, vorzugsweise mehreren, parallelgeschalteten Beschichtungstrommel (n) gebildet. Durch die Massnahme, mehrere
Beschichtungstrommeln vorzusehen, lässt sich der Anteil von Körpern, welche eine von andern Kör- pern verschiedene Beschichtung tragen, in weitem Masse steuern und es lassen sich spezifische
Beschichtungen, welche für jeweils einzelne der in den Abgasen enthaltenen Schadstoffe wirksam werden, in der für die Bindung des jeweiligen Anteils an diesen Schadstoffen erforderlichen Menge dem Reaktor zurückführen.
Hiefür wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass wenigstens zwei Zuför- dereinrichtungen für mit unterschiedlicher Beschichtung beschichtete Körper vorgesehen sind, welche gesondert schaltbar mit der Steuerschaltung verbunden sind, wobei vorzugsweise die Zu-und/oder
Abfördereinrichtungen mit einstellbarer Förderleistung ausgebildet sind.
Vorzugsweise ist die Einrichtung zum Abtrennen der Beschichtung als Abreibtrommel oder Schäl- trommel ausgebildet. In derartigen Abreibtrommeln werden die beschichteten Körper in Anwesenheit von Schleifkörpern oder an scharfen Kanten von Schälmessern von ihrer Beschichtung befreit. Die
Grundkörper ohne diese Beschichtung werden anschliessend wieder der Beschichtungsanlage zugeführt und mit neuen Beschichtungen versehen in den Reaktor rückgeführt.
Die in der Trommel entfernte Beschichtung mit den gebundenen Schadstoffen kann in besonders einfacher Weise abgesaugt werden und in einem Zyklon- bzw. Staubfilter ausgeschieden werden.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines, in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
In den Zeichnungen ist mit-l-ein Elektrofilter bezeichnet, mit welchem die Abtrennung von Staub aus zu reinigenden Abgasen auf elektrostatischem Wege möglich ist. Mit --2-- ist ein Reaktor bezeichnet, welchem die zu reinigenden heissen Gase über eine Leitung --3-- zugeführt werden.
Die gereinigten heissen Gase treten über einen Schacht --4-- aus und können, insbesondere wenn es sich um reduzierende heisse Gase handelt, einer weiteren Verwendung, beispielsweise einer Verbrennung, zugeführt werden.
Am unteren Ende des mit kugelförmigen beschichteten Körpern --5-- beschickten Reaktors - ist eine Austragsöffnung --6-- vorgesehen, aus welcher über eine Förderschnecke --7-- die beschichteten Teilchen abgezogen werden. Die beschichteten Teilchen wandern innerhalb des Reaktors --2-- im Sinne des Pfeils --14-- entgegen der Strömung der zu reinigenden Gase.
Nach ihrem Ausbringen werden die beschichteten Körper einer Abreibtrommel --8-- zugeführt, in welcher die verbrauchte Beschichtung in Gegenwart von Reibkörpern abgeschliffen wird. Die Beschichtung wird durch eine Staubabsaugung und Staubabscheidungseinrichtung --9-- ausgebracht und kann nach ihrer Abtrennung einer gesonderten Verwertung bzw. Aufarbeitung zugeführt werden. Die von ihrer Beschichtung weitgehend befreiten Teilchen gelangen über einen Schacht --10-in eine Rückführungsleitung --11--. Es sind vor dem Rückführen dieser nunmehr von ihrer Beschichtung befreiten Körper drei Beschichtungstrommeln --12-- parallel zueinander vorgesehen.
In die Zuführungs- bzw. Abführungsleitungen dieser parallel zueinander angeordneten Beschichtungstrommeln können entsprechend der Gaszusammensetzung regelbare Dosiervorrichtungen eingebaut sein, um das Verhältnis der den einzelnen Beschichtungstrommeln --12-- zugeführten, neuerlich zu beschichtenden Körper einzustellen.
In den Beschichtungstrommeln können verschiedene Arten der Beschichtungen aufgebracht werden und es lassen sich Beschichtungen beispielsweise aus Kalziumoxyd, Kalziumhydroxyd, Eisenoxyd, Natriumcarbonat oder andern Stoffen, welche mit den Schadstoffen reagieren können, erzielen. Die neuerlich beschichteten Körper werden über eine Leitung --13-- am oberen Ende des Reaktors --2-- wieder zugeführt und durchwandern diesen Reaktor --2-- im Sinne des Pfeils --14-zur neuerlichen Bindung von SO,, H, S, Chlor, Fluor, NO oder ähnlichen Schadstoffen.
In die Leitung --11-- ist ein Sammelbunker --16-- eingeschaltet. Für die leichtere Dosierung der jeweils beschichteten Teilchen sind Zwischenbunker --15-- vorgesehen.
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Neben der Reinigung von schwefelhaltigen oder andern flüchtigen Schadstoffen, wie Chlor,
Fluor und andern, kann das erfindungsgemässe Verfahren auch für die Reinigung von Gasen, von
Fest-flüssige Aerosolen, Geruchsstoffen und andern Stoffen herangezogen werden. Die Beschichtung der Körper wird dann entsprechend den abzuscheidenden Stoffen gewählt. Die Beseitigung der adsorptiv gebundenen Schadstoffe kann durch Ausdämpfen, Oxydation oder Ablösen mittels Lösungs- mittel erfolgen. An Stelle der Abreibtrommel --8-- werden in diesen Fällen geeignete Aggregate, wie z. B. Siebtrommeltrockner, eine Verbrennungsvorrichtung oder eine chemische Reinigung verwen- det.
Als Material für weitere selektive Beschichtungen kommen in erster Linie CaO, Na20, CaCO,, Na2C03 sowie MgO in Frage, wodurch sich SO, HC1, HF und auch NO gut abtrennen lässt. MgO ist als Beschichtung für die Abtrennung von NO2 aber nicht gut geeignet.
In der Zuführungsleitung --3-- zum Reaktor und in die Abführungsleitung --4-- vom Reaktor sind kontinuierlich arbeitende Schadstoffmessgeräte --17 und 18-- eingebaut. Die hier ermittelten
Messwerte werden registriert und einem Steuergerät --19-- zugeführt, das laufend den im Gas verbliebenen Schadstoffanteil al (%) mit der Sollwertvorgabe as (%) vergleicht und die Drehzahl der Austragsschnecken, deren Motor mit --21-- bezeichnet ist, sowie die Dosierung ansteuert. Die
Zufördereinrichtungen sind hiebei mit --20-- bezeichnet.
Bei Vorhandensein eines Schadstoffes mit dem Gehalt a o (%) wird bei Überschreitung des Sollwertes a 5 (%), der rund 70 bis 80% des zulässigen Emissionswertes a2 (%) beträgt, die Durchlaufgeschwindigkeit v der Kugelschüttung über eine Austragsschnecke erhöht. Gleichzeitig muss zum Konstanthalten der Höhe der Beschickung eine verstärkte Zudosierung von beschichteten Körpern aus dem Zwischenbunker --15-- über die regel- bare Dosiervorrichtung bzw. Zufördereinrichtung-20-erfolgen. Bei Einhaltung des Sollwertes as bleibt die Durchlaufgeschwindigkeit v gleich, im Falle der Unterschreitung des Sollwertes as (%) wird die Durchlaufgeschwindigkeit vermindert.
Durch die Vorgabe, dass der Sollwert as nur rund 70 bis 80% des zulässigen Emissionswertes beträgt, ist im Reaktor eine Reserve an Schütthöhe gegeben, womit die Trägheit des Zuführsystems ausgeglichen wird.
Wenn das Abgas von mehreren Schadstoffkomponenten gereinigt werden soll und das Verhältnis der Schadstoffkomponenten zueinander festliegt bzw. geringfügig schwankt, können die Mengenanteile der beschichteten Körper dem Verhältnis der Schadstoffkomponenten angepasst werden. Der Ausgleich der Konzentrationsänderung bei einer Schadstoffkomponente kann durch Änderung der Durchlaufgeschwindigkeit v über die Austragsschnecke erfolgen, wobei diese immer vom jeweils im Vergleich zur Sollvorgabe am schlechtesten liegenden Schadstoffanteil gesteuert werden muss. Der Nachteil dieser Regelmethode liegt darin, dass bei grösseren Konzentrationsänderungen jene Körper, bei denen die Schadstoffkonzentration unter der Sollvorgabe liegt, schlecht ausgenutzt werden.
Die Steuerung der Zudosierung der verschiedenen Arten von beschichteten Körpern erfolgt über die Durchlaufgeschwindigkeit v.
In diesen Fällen wird einer Konzentrationsänderung (Differenz des Schadstoffanteils al %, bl %, cl % im gereinigten Abgas zur Sollvorgabe as %, b %, es % in besonders vorteilhafter Weise durch eine veränderte Dosierung der einzelnen Arten von beschichteten Körpern Rechnung getragen. Diese Regelungsart setzt voraus, dass bei einer verstärkten Zudosierung von einzelnen Arten von beschichteten Körpern ein genügender Spielraum zur Erhöhung der Kugelschüttungshöhe im Reaktor gegeben ist. Anderseits kann, bedingt durch die längere Durchlaufstrecke im Reaktor, die Durchlaufgeschwindigkeit vergrössert werden.
Die verschiedenen Arten einer möglichen Regelung werden nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Beispiel 1 :
Bei Berücksichtigung nur eines Schadstoffes erfolgt ein Ausgleich der Konzentrationsveränderung des Schadstoffes im Abgas durch Änderung der Durchlaufgeschwindigkeit v bei Vorhandensein
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worfen. Die Reinigung erfolgt mit einer Geschwindigkeit v, wobei nach Abschluss des Reinigungsprozesses neuerlich der verbleibende Schadstoffanteil gemessen wird und als al (%) eingesetzt wird. Hierauf erfolgt ein Vergleich al mit der Sollvorgabe a g (%), welche dem vorgeschriebenen
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Emissionswert bzw. einem Wert darunter entspricht. Sobald eine Überschreitung des Sollwertes relativ zum nach dem Reinigungsprozess gemessenen Schadstoffanteil al festgestellt wird, wird die Durchlaufgeschwindigkeit der beschichteten Teilchen erhöht.
Umgekehrt wird bei einer Unterschreitung des Sollwertes die Durchlaufgeschwindigkeit v der beschichteten Teilchen verringert. Bei exakter Einhaltung des Sollwertes erfolgt keine Veränderung der Durchlaufgeschwindigkeit der beschichteten Körper. Wenn die Reaktionszeit kurz im Vergleich zu den zeitlichen Schwankungen des Schad- stoffanteils liegt, kann das System sehr gut geregelt werden. Der Sollwert entspricht in der Regel 70 bis 80% des zulässigen Emissionswertes.
Beispiel 2 :
Im Falle der Anwesenheit mehrerer Schadstoffe wird zunächst das Verhältnis der beschichteten Körper entsprechend einem durchschnittlichen Gehalt an Schadstoffen einmal festgelegt und konstant gehalten.
Der Ausgleich der Konzentrationsänderungen erfolgt wieder durch Änderung der Durchlaufge- schwindigkeit.
Es wird wieder wie in Beispiel l so vorgegangen, dass zunächst ein von Staub gereinigtes Abgas einer Messung der einzelnen Schadstoffanteile unterworfen wird, wobei für verschiedene
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bei welcher die Durchlaufgeschwindigkeit v der beschichteten Körper geregelt werden kann, erfolgt wieder eine Messung der verbliebenen Schadstoffanteile im austretenden Abgas. Es ergeben sich hiebei die Messwerte au, bd und cl jeweils in Prozent. Alle diese Werte werden gesondert mit der
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keit v der beschichteten Körper muss nun immer vom jeweils im Vergleich zur Sollvorgabe am schlechtesten liegenden Schadstoffanteil gesteuert werden.
Bei dieser Vorgangsweise ergibt sich der Nachteil, dass ein schwankender Schadstoffanteil zur Nichtausnutzung eines Teils der beschichteten Körper für diejenigen Schadstoffe liegt, welche vollständig entfernt werden können.
Beispiel 3 :
Bei Abwesenheit mehrerer Schadstoffe erfolgt nunmehr der Ausgleich der Konzentrationsänderungen einzelner Schadstoffkomponenten durch Änderung der Dosierung der entsprechend beschichteten Körper. Hiebei bedeuten
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B3 [l/s] Beschickung der beschichteten Körper gegen Schadstoff c
Bl + B2 + B3 = B... Beschickungssumme.
Die Durchlaufgeschwindigkeit der Kugelschüttung durch den Reaktor ist von der Beladezeit der beschichteten Körper abhängig, u. zw. von jener, deren Beladung zeitlich am längsten dauert.
Bei einer Erhöhung der Kugelschüttungshöhe im Reaktor kann daher die Durchlaufzeit verkürzt werden.
Für die Regelung wird nun wie folgt vorgegangen. Wenn ein Sollwert überschritten wird und
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asBlneu = B + AB .
Wenn der Sollwert unterschritten wird und as > al, wird die Dosis der Beschickung reduziert : Bl neu Bl alt A Bi.
Wenn der Sollwert eingehalten wird und damit as = bleibt auch die Dosis der Beschikkung gleich :
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folgt die Durchlaufgeschwindigkeit v und kann auf diese Weise geregelt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Entfernen von Schwefel oder Schwefelverbindungen und/oder andern Schad- stoffen aus heissen Gasen, bei welchen die heissen Gase nach einem Entstauben, durch eine Schüt- tung von Körpern ungefähr einheitlicher Grösse aus hitzebeständigem und verschleissfestem Material, deren Oberfläche mit einer Beschichtung aus Feststoffen überzogen ist, welche eine grosse Affini- tät zu Schwefel und/oder zu den Schadstoffen aufweist, hindurchgeführt werden, die beschichteten
Körper im Kreislauf geführt werden, wobei nach ihrem Ausbringen aus der Kontaktzone mit den heissen Gasen die Beschichtung zumindest teilweise von den Körpern mechanisch oder chemisch abge- löst wird und die Körper nach einer neuerlichen Beschichtung'wieder der Schüttung zugeführt werden, nach Patent Nr.
379965, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung und Konzentration der Schadstoffe in der Zuleitung und der Ableitung des Reaktors kontinuierlich überwacht wird und die gemessenen Werte mit einer Sollwertvorgabe verglichen werden, und dass bei Überschreiten der Sollwertvorgabe die Durchlaufgeschwindigkeit der beschichteten Körper durch den Reaktor erhöht wird.