<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Gewinnung von bitterstoffreiem Lezithin aus den Samen der Lupinen und anderen Hülsenfrüchten.
Die Verwertung des in den Samen der Hülsenfrüchte vorhandenen Lezithins zu Ernährungszwecken ist bisher daran gescheitert, dass die in allen Hülsenfrüchten vorhandenen Bitterstoffe von sämtlichen Lösungsmitteln, mit denen das Lezithin aus den Samen der Hülsenfrüchte extrahiert werden kann, gleichzeitig mitgelüst werden. Selbst Erbsen und Bohnen enthalten solche Mengen Bitterstoffe, dass der bei Extraktion des Lezithins gewonnene Auszug fast nur zur Hälfte aus Lezithin besteht.
EMI1.1
Wasser völlig unlöslich sind. Die Bitterstoffe sind in dem gewonnen Auszug teilweise an Fettsäuren gebunden. Es wurde versucht mit Hülfe von Alkalien einerseits, verdünnten Säuren andererseits und Anwendung von kochendem Wasser, die Bitterstoffe von dem Lezithin zu trennen.
Diese Methoden haben sich jedoch bei eingehender Prüfung als nicht brauchbar erwiesen.
Die Zerlegung der Verbindungen aus Bitterstoffen und Fettsäuren mit Alkalien, wie Natronlauge, Kaltlauge, Ammoniak, ist nicht möglich, da diese selbst in grosser Verdünnung, zugleich das Lezithin angreifen, sodass eine nicht mehr trennbare Masse alkalischer Verbindungen entsteht.
Auch die Ausscheidung der Bitterstoffe aus dem alkoholischen Lezithinextrakt mit ver- dünnten Säuren und Kochen mit Wasser ruhrt nicht zum Ziele. Die starken Säuren wie Salpeter- säure, Salzsäure, Schwefelsäure, greifen auch in verdünnten Lösungen das bereit-nus den Samen
EMI1.2
löslich. Aus diesem Grunde gelingt es auch nicht, den Lezithinextrakt durch Behandlung mit verdünnten Säuren und Auskochen mit Wasser in genügender Weise in Bitterstoffe und Lezithin zu trennen. Die zurückbleibende Masse besteht vielmehr aus einem Gemisch von unlöslichen Bitterstoffen, Salzen, Lezithin und Säureverbindungen des Lezithins sowie Zersetzungsprodukten.
Nach den zahlreichen angestellten Versuchen erscheint es daher ganz ausgeschlossen durch Anwendung der erwähnten Mittel eine direkt genügende Trennung der Bitterstoffe von dem Lezithin zu erzielen, so dass dasselbe für Nahrungszwecke verwendet werden kann. Das Lezithin ist nämlich nur dann für die menschliche Ernährung und sonstige technische Zwecke brauchbar, w ? nn es von den Bitterstoffen, von geringen Spuren abgesehen befreit wird, da die Bitterstcffe so ätzend und giftig sind, dass sie noch nach Stunden auf der Zunge einen scharf bleibenden Ge-
EMI1.3
Das vorliegende Verfahren betrifft nun die Gewinnung von für technische Zwecke genügend reinen, bitterstoffreies Lezithin aus den Samen der Hülsenfrüchte. Das Verfahren beruht auf der Beobachtung dass bei der Extraktion der rohen, Hülsenfrüchte mit Alkohol zuerst die Bitter-
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
Von dieser Tatsache ausgehend wurde nun versucht, ein Lösungsmittel herzustellen, welches unter Berücksichtigung der Differenz des Löalichkeitsgrades von Lezithin und Bitterstoffen in seiner Lösungskraft so abgestuft ist, dass es neben den leichter löslichen Bitterstoffen bei kräftigem Schütteln nach gerade auch das schwerer lösliche Lezithin aufzulösen vermag, jedoch bei ruhigem Stehen nicht im Stande ist,
das schwerer lösliche in Lösung zu halten, sodass es ausfällt, während die leichter löslichen Bitterstoffe gelöst bleiben. Ein Lösungsmittel mit diesen Eigenschaften wird durch Vermischen von 45 Volumteilen 96prozentigem Alkohol, 40 bis 45 Volumteilen Wasser und 10 Volumteilen Äther erhalten. Die Innehaltung dieser Mischungsverhältnisse, sowie der Zusatz von Äther ist wesentlich da anderenfalls ein flockiger aus Lezithin und den in Wasser unlöslichen Bitterstoffen bestehender Niederschlag entstehen würde. An Stelle des Äthers kann man auch andere Lezithinlösungsmittel, wie Benzin, Benzol oder Petroläther verwenden.
Beispiel : Man bringt etwa 1 Volumteil eines durch 1 bis 11/2 stündigem Kochen mit 96prozentigem Alkohol aus den getrockneten Samen der Lupinen oder anderer Hülsenfrüchte gewonnenen, zur Syrupdicke eingedampften Auszuges, bestehend aus Lezithin, Bitterstoffen und einigen Fcttbestandteilen, (Fettsäuren, Glyzerme und wachsartige Körper) in etwa 6 bis 7 Volumteile einer aus 45 Teilen Alkohol, 40-50 Teilen Wasser und 10 Teilen Äther bestehenden Lösung und schüttelt den Auszug solange, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Nach längerem Stehen scheidet sich allmählich das Lezithin in tropfenartigen Klümpchen aus der Lösung ab und fällt nach l bis 2stündigem Stehen zu Boden.
In der darüber stehenden Lösung bleiben dagegen die Bitterstoff gelöst. An der Oberfläche scheiden sich auch die Fettbestandteile aus. Nach Abgiessen der überstehenden Lösung bleibt das Lezithin durch die alkoholisch-ätherische Waaaerlösung stärkeartig-gequollen zurück. Hierauf wird bei gelinder Wärme das Lezithin auf
EMI2.1
<Desc / Clms Page number 1>
Process for obtaining bitter-free lecithin from the seeds of lupins and other legumes.
The utilization of the lecithin present in the seeds of the legumes for nutritional purposes has so far failed because the bitter substances present in all legumes are simultaneously supplied by all solvents with which the lecithin can be extracted from the seeds of the legumes. Even peas and beans contain such amounts of bitter substances that almost only half of the extract obtained when the lecithin is extracted consists of lecithin.
EMI1.1
Are completely insoluble in water. The bitter substances in the extract are partly bound to fatty acids. An attempt was made to separate the bitter substances from the lecithin with the aid of alkalis on the one hand, diluted acids on the other hand and the use of boiling water.
However, upon careful examination, these methods have not been found to be useful.
The decomposition of the compounds of bitter substances and fatty acids with alkalis, such as caustic soda, cold liquor, ammonia, is not possible, as these even in great dilution attack the lecithin at the same time, so that a mass of alkaline compounds that can no longer be separated is created.
The elimination of the bitter substances from the alcoholic lecithin extract with diluted acids and boiling with water does not achieve the goal either. The strong acids such as nitric acid, hydrochloric acid, sulfuric acid, even in dilute solutions, attack the seed
EMI1.2
soluble. For this reason it is also not possible to separate the lecithin extract sufficiently into bitter substances and lecithin by treatment with dilute acids and boiling with water. Rather, the remaining mass consists of a mixture of insoluble bitter substances, salts, lecithin and acid compounds of lecithin as well as decomposition products.
After the numerous attempts made, it therefore seems quite impossible to achieve a directly sufficient separation of the bitter substances from the lecithin by using the means mentioned, so that the same can be used for food purposes. The lecithin can only be used for human nutrition and other technical purposes if If it is freed from the bitter substances, apart from small traces, since the bitter substances are so caustic and poisonous that they leave a sharp vein on the tongue even after hours.
EMI1.3
The present process now relates to the extraction of lecithin, which is sufficiently pure for technical purposes and free of bitter substances, from the seeds of legumes. The process is based on the observation that when the raw legumes are extracted with alcohol, the bitter
EMI1.4
<Desc / Clms Page number 2>
On the basis of this fact, an attempt has now been made to produce a solvent which, taking into account the difference in the degree of solubility of lecithin and bitter substances, is graded in its dissolving power so that, in addition to the more easily soluble bitter substances, it is also able to dissolve the less soluble lecithin when shaken vigorously, but is not able to stand still,
to keep the less soluble in solution, so that it precipitates, while the more easily soluble bitter substances remain dissolved. A solvent with these properties is obtained by mixing 45 parts by volume of 96 percent alcohol, 40 to 45 parts by volume of water and 10 parts by volume of ether. Maintaining these mixing ratios and adding ether is essential because otherwise a flaky precipitate consisting of lecithin and the bitter substances that are insoluble in water would arise. Instead of the ether, other lecithin solvents such as gasoline, benzene or petroleum ether can be used.
Example: About 1 part by volume of an extract obtained by boiling for 1 to 11/2 hours with 96 percent alcohol from the dried seeds of lupins or other legumes and evaporated to a syrup thickness consisting of lecithin, bitter substances and some fatty acids (fatty acids, glycera and waxy Body) in about 6 to 7 parts by volume of a solution consisting of 45 parts alcohol, 40-50 parts water and 10 parts ether and shake the extract until it has completely dissolved. After standing for a long time, the lecithin gradually separates out of the solution in droplet-like lumps and falls to the floor after standing for 1 to 2 hours.
In contrast, the bitter substances remain dissolved in the solution above. The fat components are also deposited on the surface. After the supernatant solution has been poured off, the lecithin remains swollen and starchy due to the alcoholic-ethereal waaaer solution. The lecithin will then open up with gentle warmth
EMI2.1