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Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum flächigen Bestreichen der Randabschnitte winkelig aneinanderstossender Flächen, insbesondere der bodennahen Zonen von Wänden.
Bisher wurde zum Bestreichen solcher Flächen, insbesondere mit Klebstoffen um z. B. Sessel- leisten od. dgl. an Wänden zu befestigen, Zahnspachteln oder Pinsel verwendet. Dabei ergibt sich stets die Gefahr einer Verunreinigung des bereits verlegten Bodenbelages durch von der Spachtel oder dem Pinsel bzw. den Behältern, aus dem die Auftragsmasse entnommen wird, herabtropfen- des Auftragsmaterial, das sehr häufig auch die unangenehme Eigenschaft aufweist, dass dieses, insbesondere wenn es sich um einen Klebstoff handelt, den Bodenbelag angreift oder sogar auflöst.
Ausserdem ist das Bestreichen eines bodennahen Streifens einer Wand insbesondere nahe den Ecken sehr mühsam.
Ziel der Erfindung ist es, ein Werkzeug vorzuschlagen, das auf einfache und saubere Art und Weise das Bestreichen von bodennahen Zonen von Wänden ermöglicht.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass ein hohler, mit Auftragsmaterial, z. B.
Kleber, gefüllter bzw. füllbarer, in einen Griff übergehender Vorratsbehälter vorgesehen ist, an dem Halterungen für mindestens eine Auftragsrolle, die gegebenenfalls eine mit einer in Umfangs- richtung umlaufenden Wellung versehene Mantelfläche aufweist, angeordnet ist, wobei zwischen einer Erzeugenden der Auftragsrolle und der angrenzenden Wand des Vorratsbehälters lediglich ein kleiner Spalt vorgesehen ist und im Bereich der grössten Annäherung zwischen der Auftrags- rolle und der Wand des Vorratsbehälters diese einen schmalen, gegebenenfalls einstell- und ver- schliessbaren, in Achsrichtung der Auftragsrolle verlaufenden Schlitz aufweist. Damit ist es möglich, das Werkzeug mit der Auftragsmasse zu füllen und diese durch einfaches Abrollen der Auftragsrol- le aufzutragen.
Durch die nur in grösseren Abständen erforderliche Nachfüllung, falls das Werkzeug nicht als Einweggebinde für die Auftragsmasse konzipiert ist, wird die Gefahr der Verunreinigung des Bodens praktisch ausgeschlossen. Die Austragung der Auftragsmasse aus dem Werkzeug ist im wesentlichen durch deren Viskosität und der Grösse, insbesondere Breite, des Schlitzes des Vorrats- behälters bestimmt, die je nach Auftragsmasse gewählt und unter Umständen auch variiert werden kann.
Eine besonders gute und einfache Handhabung des Werkzeuges wird dadurch ermöglicht, dass der vorzugsweise ebenfalls hohle Griff, der gegebenenfalls mit Fingerstützen versehen ist, mit der Achse der Vorratsrolle einen Winkel von 45 bis 150 einschliesst, wodurch eine gute Führung des Werkzeuges ohne Gefahr von Abschürfungen, insbesondere der Finger, an der Wand ermöglicht wird.
Eine weitere Verbesserung der Führung des Werkzeuges ergibt sich, wenn an der Unterseite des Vorratsbehälters und bzw. oder der unteren Halterung der Auftragsrolle ein nach unten abstehender Führungszapfen vorgesehen ist. Ausserdem wird dadurch auch eine unerwünschte Verbreiterung der Auftragszone vermieden, desgleichen eine Verunreinigung der Randzonen des Bodens, da auf diese Weise ein Abstand zwischen Auftragsrolle und Boden sichergestellt wird.
Zur Vermeidung einer Verunreinigung der wandnahen Zonen des Bodens ist es, insbesondere bei dünnflüssigen Auftragsmassen, weiters vorteilhaft vorzusehen, dass der in der Wand des Vorratsbehälters vorgesehene Schlitz oberhalb der unteren Stirnfläche der Auftragsrolle beginnt und sich nach oben erstreckt. Damit wird sichergestellt, dass die aus dem Schlitz austretende Auftragsmasse zur Gänze von der Auftragsrolle mitgenommen und auf die Wand aufgetragen wird und nicht direkt aus dem unteren Bereich des Schlitzes abtropfen kann.
Um eine praktisch restlose Ausnützung der Füllung des Werkzeuges zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn sich der Schlitz bis zum Boden des Vorratsbehälters erstreckt und der Boden in Gebrauchslage des Werkzeuges vom unteren Ende des Schlitzes nach drei Seiten leicht ansteigt.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass der Vorratsbehälter an seiner Aussenseite Rippen oder Rillen aufweist, welche mit komplementären Abschnitten einer die Auftragsrolle abdeckenden Abdeckhaube verrastbar sind. Auf diese Weise ist es möglich, den Luftzutritt zum Spalt und damit ein Verhärten der Auftragsmasse in diesem Bereich bei Nichtgebrauch des Werkzeuges zu vermeiden.
Besonders einfach lässt sich eine Nachfüllung des Werkzeuges bewerkstelligen, wenn der Griff mit einer etwa senkrecht zur Achse der Auftragswalze stehenden Fläche nach oben abgeschlossen
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ist, aus der ein mit einer Gewindebohrung versehener Ansatz aufragt, in welchen ein Behälter z. B. eine Dose, oder ein Deckel einschraubbar ist, Dadurch ist es sogar möglich, mit aufgeschraubtem Behälter zu arbeiten. Selbstverständlich müssen dann entsprechende gegebenenfalls verschliessbare Lüftungsöffnungen am Behälter vorgesehen werden, um dem Auftragsmaterial den Austritt aus dem Schlitz des Vorratsbehälters des Werkzeuges zu ermöglichen.
Bei solchen auffüllbaren Werkzeugen ist es selbstverständlich notwendig die Möglichkeit einer gründlichen Reinigung vorzusehen. In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn eine der Halterungen der Auftragsrolle einen randoffenen Schlitz aufweist, dessen Breite dem Durchmesser der Welle der Auftragsrolle entspricht und auf diese Halterung in Richtung dieses Schlitzes ein ebenfalls einen randoffenen Schlitz aufweisendes Haltestück aufschiebbar und mit der Halterung verrastbar vorzusehen, wodurch ein rascher und einfacher Ausbau der Auftragswalze ermöglicht wird, der den freien Zugang zum Schlitz des Vorratsbehälters und gleichzeitig die einwandfreie Reinigung der Auftragswalze und deren Halterung ermöglicht.
Bei als Einweggebinde vorgesehenen erfindungsgemässen Werkzeugen ergibt sich das Problem einer einfachen Herstellbarkeit und eines sicheren Verschlusses während der Lagerzeit.
Dies wird nach einem weiteren Erfindungsmerkmal dadurch gelöst, dass der im Vorratsbehälter vorgesehene Schlitz mit einer Plastikfolie abgedichtet ist, welche im Bereich des Schlitzes eine zwischen zwei Schwächungszonen angeordnete Verdickung aufweist, welche über den Rand der Folie vorsteht und als Handhabe dient. Durch diese Massnahme kann auf einen verstell-und somit auch verschliessbaren Schlitz des Vorratsbehälters verzichtet werden, wodurch sich eine sehr einfache Konstruktion ergibt. Ausserdem wird dadurch auch vermieden, dass die Ränder der Plastikfolie ausfransen und teilweise den Spalt verlegen, was einen ungleichmässigen Auftrag an der Wand zur Folge hätte.
Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 1 einen
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sicht auf das Werkzeug gemäss Fig. l ; Fig. 3 einen Schnitt gemäss der Linie III-III in Fig. 2 ; Fig. 3a einen Schnitt gemäss der Linie III-III in Fig. 2 durch eine abgewandelte Ausführungsform und Fig. 4 einen Schnitt durch die Halterung der Auftragsrolle gemäss der Linie I I in Fig. 2 durch eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung.
Das in Fig. 1 bis 3 dargestellte erfindungsgemässe Werkzeug-l-weist einen Vorratsbehälter --2-- auf, dessen Boden --3-- im dargestellten Ausführungsbeispiel in Gebrauchslage von seiner Stirnseite weg nach allen Seiten ansteigt, bzw, in seiner Mitte eine sich in Richtung zum Griff - zu erstreckende Vertiefung aufweist.
An der Stirnseite des Vorratsbehälters --2-- ist eine Öffnung vorgesehen, die durch parallel zur Ebene der Stirnseite verschiebbare Schieber --6-- (Fig. 3) verschliessbar ist bzw. auf einen schmalen Schlitz-5-verengbar ist. Diese Schieber --6-sind in der Stirnwand --7-- in vorgesehenen Nuten-S-dicht geführt und liegen mit ihren Innenflächen im Bereich ihrer äusseren Randbereiche --6'-- dicht an der Aussenseite der Stirnwand --7-des Vorratsbehälters --2-- an, so dass die im Vorratsbehälter befindliche Auftragsmasse nur durch den Schlitz --5-- zwischen den Schiebern --6-- austreten kann. Zur Erleichterung der Verstellung der Schlitzbreite weisen die Schieber --6-- Einkerbungen --9-- auf, in denen ein Werkzeug, z.
B. ein Schraubenzieher, eingesetzt werden kann,
Im Bereich der oberen und unteren Wand --10, 11-- des Vorratsbehälters --2-- stehen von dessen Stirnwand --7-- Ansätze --12, 13-- ab, die als Halterung für die Auftragsrolle --14-- dienen, welche vorzugsweise mit umlaufenden Rillen versehen ist.
Die Auftragsrolle --14-- weist eine Welle -15-- auf, die in einer entsprechenden Bohrung des unteren Ansatzes --13-- drehbar gelagert ist. Der obere Ansatz-12-weist einen an seiner Stirnseite randoffenen Schlitz --16-- auf, dessen Breite dem Durchmesser der Welle --15-- entspricht. Zur Sicherung der Welle --15-- ist ein federndes Haltestück vorgesehen, dessen Schenkel ebenfalls kongruente randoffene Schlitze -18-- aufweisen, deren Breite dem Durchmesser der Welle --15-- entsprechen.
Zur Verrastung des Haltestückes -17- sind an den Seitenrändern des Ansatzes --12-- Kerben vorgesehen, in welche nach innen gerichtete Noppen -19-- des Haltestückes - federnd einrasten, wobei die Schenkel --18-- des Haltestückes -17-- den Ansatz --12-- seit- lich umgreifen.
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Selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten, die Welle-15-im oberen Ansatz --12-zu sichern. So könnte z. B. ein hakenförmiges Haltestück vorgesehen werden, das schwenkbar am Vorratsbehälter --2-- gehalten und in einer Lage, in welcher sein Haken den Schlitz --16- über- deckt, verrastbar oder feststellbar ist.
In jedem Falle ist durch den Schlitz-16-ein leichter Ausbau der Auftragsrolle-14-, z. B. zu Reinigungszwecken möglich.
Im Bereich der Lagerbohrung der Welle-15-ist an der Unterseite des unteren Ansatzes - ein kappenförmiger Führungszapfen --20-- vorgesehen. der dazu dient, beim Auftragen der Auftragsmasse auf die Wand-21-ohne besondere Sorgfalt und Geschicklichkeit einen relativ gleichbleibenden Abstand vom Boden --22- einzuhalten. Dazu ist weiters der von der Unterseite des Vorratsbehälters --2-- nach unten abstehende weitere Führungszapfen --23-- vorgesehen. Die
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sehen ist.
Der hohle Griff-4-, in den der Vorratsbehälter --2-- überget, weist an seiner Aussenseite Fingerstützen -35-- auf und schliesst mit der Drehachse der Vorderrolle -14-- einen Winkel von zirka 3D. ein. Dies ermöglicht ein bequemes Arbeiten mit dem Werkzeug, wobei es bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel möglich ist, einen Behälter, z. B. eine Dose, mit Auftragsmasse in die Gewindebohrung Giffes --4-- einzuschrauben und so das Werkzeug-lbzw. dessen Vorratsbehälter --2-- samt Griff --4-- mit Auftragsmasse nachzufüllen.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, weisen die Seitenwände --26, 27-- des Vorratsbeh2lters --2-- Rillen - auf, in denen komplementäre Rippen einer federnden, nicht dargestellten Abdeckhaube einrastbar sind, wobei die Abdeckhaube dichtend auf den Vorratsbehälter --2-- von dessen Stirnseite bzw. der Auftragsrolle --14-- her aufsetzbar sein kann, um den Luftzutritt zu dem Schlitz --5--
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--2- praktischrung 25-- mit einem nicht dargestellten Pfropfen verschlossen sein, der allenfalls verschliessbare Lüftungsöffnungen mit kleinen Abmessungen aufweist, wodurch ein Verschütten von Auftragsmasse weitgehend vermieden wird.
Falls das Werkzeug-l-gleichzeitig als Einweggebinde für die Auftragsmasse vorgesehen ist und daher billig herstellbar sein muss, kann wie aus Fig. 3a ersichtlich ein Schlitz --5-- mit vorgegebener fester Breite in der Stirnwand --7-- des Vorratsbehälters --2-- vorgesehen werden und dieser für die Lagerung mit einer zumindest über einem Teil der Stirnwand aufgeschweissten
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leicht demontierbare Halterung der Auftragsrolle-14-. Eine solche einfache Halterung zeigt Fig. 4. Die Ansätze-12, 13-sind dabei mit gegeneinander gerichteten fluchtenden Zapfen-32, 34-versehen, die in zentrische Sackbohrungen --33-- der Auftragsrole --14-- eingreifen und diese lagern. Der Zapfen -34-- weist einen weiteren nach unten gerichteten Ansatz auf, der als Füh- rungszapfen dient.
Um die Auftragsmasse in einer bodennahen Zone auf eine Wand-21-aufzutragen genügt es, den Schlitz-5-zu öffnen bzw. freizulegen und vorteilhafterweise Lüftungsöffnungen an der Oberseite des Griffes-4-zu öffnen oder anzubringen und die Auftragsrolle-14-- entlang der Wand-21-abzurollen, wobei die Führungszapfen --20, 20' bzw. 23-- im Kontakt mit dem Boden - gehalten werden. Die Auftragsmasse tritt dabei aus dem Schlitz-5-aus, der oberhalb der unteren Stirnfläche der Auftragsrolle-14-endet und wird von dieser, die mit geringem Abstand vor der Stirnseite des Vorratsbehälters --2-- umläuft, mitgenommen und auf die Wand-21-
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aufgetragen.
Dabei kann der Griff --4-- bequem gehalten werden, wozu ein Winkel zwischen der
Drehachse der Auftragsrolle --14-- und der Achse des Griffes --4-- von 15 bis 45 und allenfalls
Fingerstützen wesentlich beitragen. Die Länge des im spitzen Winkel zur Drehachse der Auftrags- rolle verlaufenden Teiles ist zweckmässig so bemessen, dass bei an der Wand abrollender Auftrags- rolle zwischen dem Griff 4-- und der Wand genügend Abstand erhalten bleibt um Abschürfungen an den Fingern zu vermeiden. Um den Auftrag im Bereich der winkelig aneinander anstossenden
Wände zu erleichtern, kann der Vorratsbehälter in Draufsicht etwa dreieckig oder trapezförmig ausgebildet sein, wobei die Auftragsrolle im Bereich der Spitze des Dreiecks bzw. der kürzeren Parallelbreite des Trapezes angeordnet ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Werkzeug zum flächigen Bestreichen der Randabschnitte winkelig aneinanderstossender Flä- chen, insbesondere der bodennahen Zonen von Wänden, dadurch gekennzeichnet, dass ein hohler, mit Auftragsmaterial, z. B. Kleber, gefüllter bzw.
füllbarer, in einen Griff (4) übergehender Vorratsbehälter (2) vorgesehen ist, an dem Halterungen (12, 13) für mindestens eine Auftragsrolle (14), die gegebenenfalls eine mit einer in Umfangsrichtung umlaufenden Wellung versehene Mantelfläche aufweist, angeordnet ist, wobei zwischen einer Erzeugenden der Auftragsrolle (14) und der angrenzenden Wand des Vorratsbehälters (2) lediglich ein kleiner Spalt vorgesehen ist und im Bereich der grössten Annäherung zwischen der Auftragsrolle und der Wand des Vorratsbehälters (2) diese einen schmalen, gegebenenfalls einstell- und verschliessbaren, in Achsrichtung der Auftragsrolle verlaufenden Schlitz (5) aufweist.