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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Feineinstellung der Arbeitswalzen von Walzwerken, insbesondere für Kleinwalzwerke zur Erzeugung von Feinblech od. dgl. mit zunächst für den Grobeinstell- bereich vorgesehenen Einstellspindeln, welche auf die im Gerüst angeordneten oberen und gegebenenfalls unteren Stütz- und Arbeitswal2en einwirken, wobei mindestens ein weiteres durch eine Regeleinrichtung in seiner Länge veränderbares Verstellglied zur Feineinstellung vorgesehen ist.
Es ist bekannt, generell bei Walzwerken eine Verstelleinrichtung vorzusehen, damit die Stärke des zwischen den Arbeitswalzen hindurchgeführten Walzgutes eingestellt werden kann und dieses die gewünschte Materialstärke erhält. Darüberhinaus sind weitere Forderungen gestellt, auch über die gesamte
Länge des Walzgutes hinweg die Materialstärke konstant zu halten.
Es ist eine Vielzahl von Einrichtungen zur Einstellung bekannt. Meist sind zur Grobeinstellung
Verstellspindeln oder ähnliche mechanische Einrichtungen, wie Exzenter, Getriebe od. dgl. vorgesehen, um die Arbeitswalzen auf eine bestimmte Voreinstellung heranführen zu können.
Ebenso sind Regeleinrichtungen bekannt, die eine Feineinstellung der Arbeitswalzen bewirken. An eine Feineinstellung ist die Forderung gestellt, dass diese von verschiedenen Faktoren abhängig und während des Betriebes varüerbar sein muss. Aus diesem Grund werden vorwiegend hydraulische Fein- einstellvorrichtungen angewandt, die dazu noch den Vorteil haben, dass sie sich auch als Verstellglied eignen. Wie beispielsweise aus der DE-OS 2455449 hervorgeht, wird mit Hilfe einer hydraulischen
Einrichtung und einer zugehörigen Regelung eine Verstellung der Arbeitswalzen zum Ziel einer möglichst konstanten Walzbandstärke erreicht. Es sind in diesem Fall ein Verstellzylinder und ein Kolben im Gerüst angeordnet, wobei einer von den beiden Teilen auf die Stützwalzen einwirkt.
Die Kraftübertragung erfolgt über weitere Einrichtungen, wie Verbindungsteile, so dass die Stützwalzen und die anliegenden Arbeitswalzen geringfügig verstellt werden können. Wird nun eine Änderung des Abstandes zwischen den Arbeitswalzen gewünscht, so kann diese mit Hilfe der Regeleinrichtung, die auf den Hydraulikkreis einwirkt, erzielt werden.
Gemäss US-PS Nr. 854, 879 ist eine Feineinstellung mittels in ihrer Länge veränderbarer Organe bekannt. Hiebei werden hohle Schraubenbolzen verwendet, die gleichzeitig als thermisches Organ dienen, in dem wahlweise Kalt- oder Heisswasser zugeführt wird und die somit eine Längenänderung bewirken.
Nachteilig ist bei all diesen Einrichtungen, dass komplizierte Teile Anwendung finden, die ein hohes Mass an Wartung benötigen. Ausserdem ist ein grosser Ventilverschleiss gegeben, da enorme Drücke auf das Walzgut ausgeübt werden. Selbst die Kombination von mechanischen Spindeln, Getriebe und Hydraulikzylindern arbeitet relativ ungenau, so dass das Ergebnis noch zu hohem Ausschuss führt.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Feineinstellung der Arbeitswalzen zu schaffen, die es ermöglicht ohne komplizierte und wartungsbedürftige Hydraulik- oder Temperaturregeleinrichtungen auszukommen, aber trotzdem hiebei ein Höchstmass an Genauigkeit zu erzielen. Ausserdem soll diese Einrichtung sehr rasch auf Kontrolleinrichtungen ansprechen, so dass eine Verstellung unmittelbar nach der Meldung einer Änderung der Materialstärke erfolgt.
Erfindungsgemäss wird dieses Ziel dadurch erreicht, dass das Verstellglied zwischen der Einstellspindel und dem Einbaustück der Stützwalze angeordnet ist und aus einem magnetisierbaren zylinderförmigen Eisenkern, vorzugsweise aus einer einen magnetostriktiven Effekt begünstigenden Materialpaarung, wie Kobalt-Eisen-Legierung, besteht, dem ein aus Nickel erstelltes Joch zugeordnet ist, welches den Eisenkern glockenförmig umgibt und dessen sich in Längsrichtung erstreckender Mantel der Länge des Eisenkerns entspricht. Durch diese Einrichtung wird erreicht, dass ohne Hydraulikeinrichtungen und andere verschleissbare Zwischenglieder oder Temperaturregeleinrichtungen eine wirksame und rasch ansprechende Feineinstellung möglich ist.
Um mit dieser Feineinstellung die vorangegangene Grobeinstellung in Wirkverbindung zu bringen, ist nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung zwischen Einstellspindel und Verstellglied eine nach unten offene Trommel vorgesehen, an deren oberem Zentrum die Einstellspindel angreift und die mit ihrem unteren Mantelende auf einem Drucklager am Flansch des Joches aufliegt.
An Hand eines Ausführungsbeispieles sei die Erfindung näher erläutert. Es zeigt die Figur eine Einrichtung zur Feineinstellung der Arbeitswalzen.
In der Figur ist in Ansicht ein Walzgerüst-l-dargestellt, das aus einem etwa ovalen Rahmenpaar besteht, zwischen dem die einzelnen Walzen gelagert sind. Die grossen Walzen sind die Stützwalzen--2-- und die kleineren Walzen sind die Arbeitswalzen Zwischen den beiden Arbeitswalzen --3-- wird das
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Materialband --4-- hindurchgeführt, wobei an der linken Seite das Materialband mit der Stärke a eingeführt wird und an der andern Seite mit dem gewünschten Mass b die Maschine verlässt. Die
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oben und unten je eine Einstellspindel --5-- angeordnet ist. Dadurch wird erreicht, dass die Arbeitswalzen über einen grossen Bereich sehr rasch verstellt werden können.
Die Einstellspindeln --5-- haben aus
Festigkeitsgründen ein so grobes Gewinde, dass auch nur eine Grobeinstellung vorgenommen werden kann.
Den Einstellspindeln --5-- ist nun das Verstellglied --6-- nachgeschaltet. Es dient als Feineinstellvor-
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--2-- ein.zylinderförmigen Eisenkern --7--, vorzugsweise aus einer Kobalt-Eisen-Legierung, um den eine Wicklung - in bekannter Weise geführt ist. Darunter liegt eine Magnetscheibe --9--, die gleichzeitig als
Auflager für den Eisenkern --7-- dient. Um den Eisenkern --7-- ist ein glockenförmig ausgebildetes Joch --10- geführt, das vorzugsweise aus Nickel besteht. Der Mantel --11-- des Joches --10-- ist gleich lang wie der Eisenkern --7-- und an seinem unteren Ende mit einem radial abstehenden Flansch --12-- versehen.
Durch die Wahl der Materialpaarung kann nun durch Anlegen einer elektrischen Spannung eine
Magnetisierung erreicht werden, wobei der bekannte Effekt eintritt, dass sich der Eisenkern ausdehnt und das darübergestülpte Joch --10--, respektive dessen Mantel --11-- sich zusammenzieht und dessen
Längenänderung ausgenützt wird. Auf dem Flansch --12-- ist nun ein Drucklager --13-- angeordnet, an dem eine Trommel --14-- mit ihrem Mantelende --15-- aufliegt. An ihrem oberen Ende ist im Zentrum --16-- die Trommel --14-- mit der Einstellspindel --5-- fest verbunden.
Wird nun eine Änderung der Materialbahnstärke des Walzgutes --4-- angestrebt, so kann zunächst die Einstellspindel --5-- über ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Getriebe und einen Servomotor verstellt werden, desgleichen kann die zweite Einstellspindel --5-- am unteren Ende des Walzgutes verstellt werden. Zur Feineinstellung wird nun das Verstellglied --6-- herangezogen, wobei unter mehr oder weniger starkem Anlegen der Regelspannung in Abhängigkeit von andern Stellgrössen die Magnetisierung beeinflussbar ist, so dass sich die gewünschte Längenänderung des Verstellgliedes --6-ergibt. Desgleichen ist es vorteilhaft, dieselbe Verstelleinrichtung --6-- auch für die untere Stützwalze --2-- anzuordnen, um auch einen grösseren Verstellbereich vorzufinden.
Mit Hilfe der bekannten Regeleinrichtung ist es nun kein Problem, die Bandstärke des Walzgutes auf einfache Weise u. zw. äusserst genau und ohne Verzögerung einzurichten. Weiters besteht der grosse Vorteil, dass dieses Verstellglied keiner besonderen Wartung bedarf und auch nicht reparaturanfällig ist. Durch die kurze Ansprechzeit des Verstellgliedes ergibt sich eine wirtschaftliche Führung des Walzvorganges.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Feineinstellung der Arbeitswalzen von Walzwerken, insbesondere für Kleinwalzwerke zur Erzeugung von Feinblech od. dgl. mit zunächst für den Grobeinstellbereich vorgesehenen Einstellspindeln, welche auf die im Gerüst angeordneten oberen und gegebenenfalls unteren Stütz- und Arbeitswalzen einwirken, wobei mindestens ein weiteres durch eine Regeleinrichtung in seiner Länge veränderbares Verstellglied zur Feineinstellung vorgesehen ist, d g e k e n n z e i c h net, dass das Verstellglied (6) zwischen der Einstellspindel (5) und dem Einbaustück (17) der Stützwalze (2) angeordnet ist und aus einem magnetisierbaren zylinderförmigen Eisenkern (7), vorzugsweise aus einer einen magnetostriktiven Effekt begünstigenden Materialpaarung, wie Kobalt-EisenLegierung, besteht,
dem ein aus Nickel erstelltes Joch (10) zugeordnet ist, welches den Eisenkern (7) glockenförmig umgibt und dessen sich in Längsrichtung erstreckender Mantel (11) der Länge des Eisenkerns (7) entspricht.